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Die Erfindung bezieht sich auf ein Kastrierinstrument. Zum Kastrieren
von größeren Haustieren, insbesondere Hegsten, gibt es Kastrierzangen, die mit einer
einzigen Schließbewegung der Zangenschenkel den Samenstrang zu fixieren, ihn zusammenzudrücken
und schließlich durchzutrennen gestatten. Diese Operationsfolge wird durch mehrere
verschieden gestaltete Bauteile des Zangenmaules ermöglicht, die nacheinander auf
den Samenstrang zur Einwirkung kommen. Zangen dieser Art haben eine gezahnte Klinge,
deren Zahnung den, Samen. strang zunächst an der Trennstelle festhält, wonach er
mittels an der Zange doppelt angeordneter Klemm- oder Quetschbacken zusammengedrückt
bzw. abgequetscht wird, bis schließlich die eigentlichen Schneidklingen die Abtrennung
des mit den Testikeln verbundenen Teiles des Samenstranges besorgen. Die eine Schneidklinge
hat demnach zwei Kunktionen: Sie hat im Anfangsstadium der Operation den Samenstrang
zu fixieren, und im Schlußstadium muß sie im Zusammenwirken mit einer Gegenschneidklinge
den Samenstrang durchschneiden Zur Erfüllung dieser Aufgaben weist diese Schneidklinge
daher sowohl eine der Fixierung des Samenstranges dienliche Zahnung als auch eine
geschliffene Schnittkante auf, die mit der Schnittkante der Gegenklinge zusammenarbeitet.
Bisher hatte die gezahnte Schneidklinge die gleiche Krümmung wie die Gegenklinge,
so daß dieser Schneidenteil des Operationsinstruments nach Art der bekannten Gartenscheren
mit halbmondförmig gekrümmten Klingen arbeitete. Eine solche Form kann sich aber
nachteilig auswirken, z. B. wenn das zu behandelnde Tier unruhig wird und den Operateur
dadurch behindert oder wenn der durchzutrennende Sam,enstrang der Operation besonderen
Widerstand entgegensetzt. In solchen Fällen kann; es vorkommen, daß der Samenstrang
sich nach der Öffnung des Zangenmaules hin verschiebt, sich dadurch verklemmt und
infolgedessen die Betätigung des Instrumentes erschwert.
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Die Neuerung gemäß der Erfindung wirkt dem entgegen. Sie besteht
darin, daß die gezahnte Schneidklinge entgegengesetzt zur Krümmung der mit ihr zusammenwirkenden
Gegenschnedklinge gekrümmt ist, wie es bei Kastrierzangen anderer Bauart bereits
bekannt ist.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht.
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Abb. I zeigt eine halbgeöffnete Zange gemäß der Erfindung in Ansicht;
Abb. 2 ist die schaubildliche Darstellung der Zange in Öffnungsstellung; Abb. 3
zeigt die Zange in Seitenansicht; Abb. 4 gibt die geöffnete Zange mit abgenommenen
Schneidklingen in schaubildlicher Darstellung wieder; Abb. 5 und 6 stellen die abgenommenen
Schneid.-klingen je für sich dar.
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Der schenkel 1 des Kastrierinstrumentes trägt die mit Einkerbungen
2 versehene Klemm- oder Quetschbacke 3, während der Schenkel 4 in die entsprechende
Gegenklemm- oder Quetschbacke 5 mit den Einkerbungen 6 (Abb. 3) ausläuft. Beide
Schenkel 1 und 4 sind mittels des Schraubbolzens 7 miteinander verbunden, auf welchen
die Flügelmutter 8 aufgeschraubt werden kann. Am Schenkel 1 ist eine zweite mit
einer Verzahnung 9 versehene Klemm-oder Outschbacke 10 derart lösbar befestigt,
daß die Klemmbacke 5 zwischen den Backen 3 und 10 beweglich bLeibt. An der Klemmbacke
5 sitzt, ettenfalls lösbar, das Gegenklemmstück 11 mit der Verzahnung 12, die beim
Schließen der Zangenschenkel mit der entsprechenden Verzahnung 9 der Klemmbacke
10 in eingriff kommt. Auf das Klemmstück II kann die gezahnte Schneidklinge I3 mittels
des Schraubbolzens 14 aufgeschraubt werden, die mit der auf den Augen 15, 16 der
Klemmbacke 10 minuttels der Schraubbolzen I7 und 7 bzw. der Flügeimutter 8 zu befestigenden
Gegenschneidklinge I8 zusammenarbeitet (Abb. 4, 5, 6).
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Die Zange kann demnach durch Lösung der Flügelmutter 8 sowie der
Schraubbolzen 14 und 17 zwecks Säuberung und Desinfektion in ihre Einzelteile zerlegt
werden.
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Wesentlich ist die Gestaltung der gezahnten Schneidklinge 13 (Abb.
5). Sowohl die eigentliche Schnittkante 19 als auch die der Fixierung des Samenstranges
dienenden, hinter ihr liegenden Zähne 20 -haben, wie die Zeichnung erkennen läßt,
eine Krümmung, die derjenigen der Gegenschneidklinge IS entgegengesetzt ist, so
daß zwischen beiden eine linsenförmige Öffnung verbleibt, die sich beim Schließen
der Schenkel allmählich verkleinert, indem die Spitzen der Linse aufeinander zu
wan. dern, bis die Öffnung vöLlig geschlossen und der TDennschnitt vollendet ist.
Auf diese Weise werden die durchzuschneidenden Fasern während der ganzen Operation
zentrisch gefaßt, gehal-ten, zusammengedrückt und durchschnitten, so daß sie sich
weder innerhalb der Klemmbacken noch innerhalb des Schneidbereiches nach irgendeiner
Richtung verschieben können. Nach erfolgter Operation sind daher die Wundränder
einwandfrei geschlossen, und unerwünschte N acbblutung wird vermieden.