DE879307C - Fahrzeugreifen - Google Patents

Fahrzeugreifen

Info

Publication number
DE879307C
DE879307C DER5649A DER0005649A DE879307C DE 879307 C DE879307 C DE 879307C DE R5649 A DER5649 A DE R5649A DE R0005649 A DER0005649 A DE R0005649A DE 879307 C DE879307 C DE 879307C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
lactams
mixtures
lactam
rubber
polycondensates
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DER5649A
Other languages
English (en)
Inventor
Rudolf Dr Kern
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rhein Chemie Rheinau GmbH
Rhein Chemie GmbH
Original Assignee
Rhein Chemie Rheinau GmbH
Rhein Chemie GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rhein Chemie Rheinau GmbH, Rhein Chemie GmbH filed Critical Rhein Chemie Rheinau GmbH
Priority to DER5649A priority Critical patent/DE879307C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE879307C publication Critical patent/DE879307C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/16Nitrogen-containing compounds
    • C08K5/34Heterocyclic compounds having nitrogen in the ring

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
  • Tires In General (AREA)

Description

  • Fahrzeugreifen Bei Reifen für Kraftfahrzeuge wurden bisher für die Laufflächen ausschließlich solche Kautschukmischungen verwendet, die Aktivruß enthielten. Man war auf diesen Füllstoff trotz der nachstehend angeführten Nachteile angewiesen, weil kein anderer der bisher zahlreich vorgeschlagenen Füllstoffe der Lauffläche die erforderlichen Festigkeits- und Abnutzungseigenschaften erteilte.
  • Unter Verwendung von Ruß hergestellte Laufflächen haben jedoch den großen Nachteil, daß sie eine starke Dämpfung aufweisen und sich während der Benutzung infolge der Walkarbeit stark erwärmen. Durch diese Erwärmung, die über go° betragen kann, werden die. mechanischen Eigenschaften des Kautschuks, insbesondere der Abrieb, stark verschlechtert und damit die Laufdauer des Reifens beträchtlich herabgesetzt.
  • Als weiterer Nachteil tritt eine Schädigung des Gewebeunterbaues des Reifens ein; die hierfür benutzte Cellulose, wie Baumwolle oder Kunstseide, wird durch die dauernde Wärme und mechanische Einwirkung in ihrem Gefüge stark geschwächt, so daß infolge der Zermürbung des Gewebes der Reifen unter Umständen zerstört wird. Selbst wenn dieser extreme Fall nicht auftritt, kommt es häufig vor, daß Karkassen mit abgefahrener Lauffläche wegen der hitzebedingten Gewebeschädigung zur Runderneuerung nicht mehr verwendet werden können. Dieser Nachteil tritt insbesondere bei Reifen großer Dimensionen auf, wie sie für Lastkraftwagen, Schlepper od. dgl. verwendet werden.
  • Die Bestrebungen, die genannten Nachteile einer rußhaltigen Kautschukmischung dadurch zu vermeiden, daß man den Ruß durch andere Füllstoffe zu ersetzen versuchte, haben bisher noch nicht zu allseitig befriedigenden Ergebnissen geführt.
  • Helle Füllstoffe vom Typ der Silicate, wie Calciumsilicate oder Tonerdegele, waren bisher wegen des starken Abriebs der damit hergestellten Laufflächen für eine praktische Verwendung ausgeschlossen. Bessere Ergebnisse wurden unter Benutzung von pyrogener Kieselsäure erhälten, die jedoch den Nachteil hatte, daß die mit ihr hergestellten Mischungen schwer. verarbeitbar waren; außerdem erzielte man mit diesen Mischungen nicht das Optimum an erreichbarer Dämpfung und Abriebfestigkeit.
  • Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man die Verarbeitung von Kautschukmischungen zu Reifen und zugleich deren Fahreigenschaft beträchtlich verbessern kann, wenn-man für die Reifen solche Kautschukmischungen verwendet, welche neben hellen Füllstoffen einen Zusatz von Lactamen oder lactamhaltigen Massen enthalten.
  • Von den Lactamen können erfindungsgemäß z. B. in Betracht kommen: Butyrolactam, a-Aminocaprolactam, 2-Pyrrolidin, Ketopiperazin, Ketolactam sowie kernsubstituierte Lactame, z. B. N-Dodecyl- bzw. N-Oleylcapfolactam, ferner N-Alkyl-, N-Äthyl- sowie N-Acylpyrrohdone, z. B. N-Methyl-, N-Octadecyl-, N-Stearoyl- oder Phenylpyrrolidon.
  • Als lactamhaltige Massen eignen sich ferner: Lactamdestillationsrückstände, wie sie z. B. bei der Destillation von a-Aminocaprolactam anfallen; die bei der Polymerisation oder Polykondensation von Lactamen gewonnenen Lactame enthaltenden niederpolymeren Körper; die bei der Extraktion von Polymerisaten oder Polykondensaten von Lactamen erhaltenen Extrakte sowie die bei der Depolymerisation von solchen Polykondensaten oder polykondensathaltigen Mischungen anfallenden Massen.
  • Als besonders brauchbar haben sich ferner solche lactamhaltigen Massen erwiesen, die bei der Regenerierung von Autoreifen anfallen, deren Gewebeanteil aus Polykondensaten von Lactamen besteht.
  • Diese lactamhaltigen Massen können allein oder in Mischungen untereinander oder mit anderen Weichmachern oder Dispergatoren, z. B. Stearinsäure, carbon- oder sulfonsauren Salzen, Alterungsschutzmitteln oder Beschleunigern, gegebenenfalls gelöst in organischen Lösungsmitteln oder in Wasser den natürlichen oder synthetischen Kautschukmischungen bzw. Kautschukregeneraten oder Gemischen dieser auf der Walze oder im Kneter zugesetzt werden.
  • Die zuzusetzende Menge richtet sich nach den gewünschten Eigenschaften der herzustellenden Reifen und nach dem Füllungsgrad der Kautschukmischungen. Die Zusatzmenge soll nicht begrenzt werden. Beispielsweise wird eine Menge von 0,5 bis 15 % und darüber, bezogen auf den Kautschukgehalt, Verwendung finden.
  • Gleich günstige Ergebnisse werden mit lactamhaltigen Kautschukmischungen erzielt, die verschiedene Kautschuksorten enthalten, wie z. B. Naturkautschuk, synthetischen Kautschuk oder Kautschukregenerat.
  • Ferner wurde festgestellt, daß Lactamgbzw. lactamhaltige Massen vorteilhafterweise auch solchen Reifenmischungen zugesetzt werden können, die ganz oder teilweise Ruß als Füllstoff enthalten.
  • In den nachstehenden Ausführungsbeispielen werden die Zusammensetzung von Reifenmischungen, sowie die physikalischen Werte der aus diesen hergestellten Laufflächen mitgeteilt. Beispiel i
    Naturkautschuk (Sheets 50, Crepe 50) . . Zoo
    Tonerdegel..... ..................... 36
    Ceresin.............................. i
    Phenyl-ß-naphthylamin . . . . . . . . . . . . . . . i,2
    Zinkoxyd ........................... 8
    'Schwefel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,5
    Umsetzungsprodukt von Mercaptobenzo-
    thiazol mit Diäthylamin ............ i
    Technisches e-Aminocaprolactam, gewon-
    nen durch Hitzedepolymerisation von
    Polyamidabfällen................... 6,5
    Diese Laufflächenmischung ergibt bei der mechanischen Prüfung folgende Werte:
    Shore-Härte ......................... 54
    Elastizität .......................... 66
    Einreißfestigkeit kg/cm . . . . . . . . . . . . . . . 39
    Modul bei 300 % Dehnung kg/cm2 ..... 59
    - - 500% - kg/cm?« ..... 168
    Zerreißfestigkeit kg/cm2............... 258
    Dehnung %.........................633
    Abrieb ............................. 115
    Spezifisches Gewicht . . . . . . . . . . . . . . . .. 1,12
    Um den Fortschritt gegenüber der in Kautschukmischungen sehr häufig verwendeten Stearinsäure aufzuzeigen, folgen die physikalischen Prüfwerte, die unter Verwendung derselben Mischung, jedoch ohne Zusatz von Lactam bzw. Lactamgemischen und mit Stearinsäure erzielt werden.
    Shore-Härte ................... . ..... 59
    Elastizität .......................... 58
    Einreißfestigkeit kg/cm . . . . . . . . . . . . . . . 29
    Modul bei 300 % Dehnung kg/cm2 ..... 55
    - - 5009o - kg/cm2 ..... 153
    Zerreißfestigkeit kg/cm2............... 251
    Dehnung 0/0 .... , . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6oo
    Abrieb ............................. 124
    Spezifisches Gewicht.................. 1,12
    Die Mischung ergab bei der Dämpfungsprüfung folgende Werte:
    Minuten Mit Lactam Mit Stearinsäure
    0 20° 20°
    5 31° 41°
    1o 32° 47°
    15 35° 50°
    30 39° 50°
    45 390 500
    Beispiel 2
    Naturkautschuk (sheets) . . . . . . . . . . . . . . ioo
    Pyrogene Kieselsäure................. 22
    Ceresin.............................. o,7
    Phenyl-ß-naphthylaniin .. . . . . . . . . . . . . . i,2
    Zinkoxyd ........................... 8
    Schwefel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,5
    Umsetzungsprodukt von Mercaptobenzo-
    thiazol mit Diäthylamin ............ i
    Mischung aus 85 Teilen techn. a-Amino-
    caprolactam gemäß Beispiel i +15 Teile
    rübölfettsaurem Zink . . . . . . . . . . . . . . . 7
    Diese Lauf flächenmischung ergibt bei der mechanischen Prüfung folgende Werte
    Shore-Härte......................... 56
    Elastizität .......................... 62
    Einreißfestigkeit kg/cm . . . . . . . . . . . . . . . 35
    Modul bei 300 /00 Dehnung kg/cm2 . . . . . 38
    _ - 5001110 - kg/cm2 ..... 132
    Zerreißfestigkeit kg/cm2............... 309
    Dehnung 0/0......................... 6oo
    Abrieb ............................. 112
    Spezifisches Gewicht ................. i,o8
    Dieselbe Mischung ohne Zusatz ergibt folgende Werte:
    Shore-Härte......................... 54
    Elastizität .......................... 56
    Einreißfestigkeit kg/cm . . . . . . . . . . . . . . . 2,9
    Modul bei 300 % Dehnung kg/cm2 ..... 29
    - - 5()0')/o - kg/cm2 ..... 90
    Zerreißfestigkeit kg/cm2 . . . . . . . . . . . . . . 164
    Dehnung 0/0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 623
    Abrieb ..... ........................ 2oo
    Spezifisches Gewicht.................. i,o8
    Die Mischung ergibt bei der Dämpfungsprüfung folgende Werte:
    Minuten Ohne Zusatz Mit Zusatz
    I 23° 23°
    2 2$' 26'
    4 33° 3i°
    6 390 33°
    8 45° 35°
    io 50' 36'
    15 53° 38`
    30 590 4i'
    45 62' 42'
    Ein mit obiger Mischung in der Lauffläche aufgebauter Reifen der Dimension io,oo X 2o wurde auf einen Lastkraftwagen montiert, der bei einer vorgeschriebenen Tragfähigkeit von 4,6 t stets mit 40 0Jo Überlast fuhr und einen Anhänger mit einem Ladegewicht von 15 t zu ziehen hatte. Innerhalb von 6 Monaten wurden mit dieser Bereifung unter der genannten Belastung 73 437 km zurückgelegt, ohne daß die Lauffläche völlig abgefahren war. Mehrere zum Vergleich mitgelaufene fabrikneue Reifen auf Basis Ruß waren nach 32 ooo km zerstört.
  • Die aus den Kautschukmischungen gemäß vorliegender Erfindung hergestellten Kautschukreifen eignen sich infolge der beim Betrieb auftretenden geringen Erwärmung für schwerbelastete Fahrzeuge sowie zum Gebrauch in Gegenden mit heißem Klima.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Fahrzeugreifen bestehend aus Kautschukmischungen aus natürlichem, synthetischem oder regeneriertem Kautschuk oder deren Gemischen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an lactamhaltigen Massen, z. B. Lactamen, Lactamdestillationsrückständen, bei der Polymerisation von Lactamen erhaltenen niederpolymeren Körpern, bei der Extraktion von Polymerisaten oder Polykondensaten von Lactamen oder bei der Depolymerisation von Polykondensaten oder polykondensathaltigen Mischungen gewonnenen Massen.
  2. 2. Fahrzeugreifen nach Anspruch i, gekennzeichnet durch einen vorwiegenden oder ausschließlichen Gehalt an hellen Füllstoffen, insbesondere pyrogener Kieselsäure, Kieselsäuregel, Kieselsäuregallerte, Tonerdegel, Aluminiumoxydhydrat oder Calciumsilicat oder deren Mischungen untereinander oder mit Ruß oder an Ruß.
DER5649A 1951-03-29 1951-03-29 Fahrzeugreifen Expired DE879307C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER5649A DE879307C (de) 1951-03-29 1951-03-29 Fahrzeugreifen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER5649A DE879307C (de) 1951-03-29 1951-03-29 Fahrzeugreifen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE879307C true DE879307C (de) 1953-06-11

Family

ID=7397022

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DER5649A Expired DE879307C (de) 1951-03-29 1951-03-29 Fahrzeugreifen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE879307C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2447614C2 (de) Vulkanisierbare Kautschukmischungen für Reifen-Laufflächen
EP2404963B1 (de) Kautschukmischung
DE1770946C3 (de) Mineralölgestreckte Kautschukmischung
EP2345696B1 (de) Kautschukmischung mit verbessertem Rollwiderstand und verbessertem Trockenbremsen
EP2655087A1 (de) Kautschukmischung mit verbessertem rollwiderstandsverhalten
DE102011055966B4 (de) Kautschukmischung und deren Verwendung
DE3424732C1 (de) In der Waerme vulkanisierbare Laufstreifen fuer die Herstellung der Laufflaechen von Kraftfahrzeug-Luftreifen
EP2246200A1 (de) Kautschukmischung mit verbessertem Rollwiderstand und verbessertem Nassbremsen
EP2065221A1 (de) Kautschukmischung und Reifen
DE69304825T2 (de) Mit Schwefel vulkanisierte Polyätheresteramide-Kautschukmischung
DE879307C (de) Fahrzeugreifen
EP0857751B1 (de) Kautschukmischung für Reifenlaufstreifen
EP0432405B1 (de) Reifenseitenwände mit erhöhter Stabilität und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2343160B2 (de) Verwendung von fuellstoffen auf der basis von durch nassfaellung gewonnenen kieselsaeuren und silikaten als aktive fuellstoffe fuer vulkanisierbaren synthetischen, elastomeren kautschuk
DE69023597T2 (de) Kautschukmischungen für Vorrichtungen zum Verhindern des Reifenschlupfes und Vorrichtung zum Verhindern des Reifenschlupfes.
EP0385072B1 (de) Reifenlaufflächen mit erhöhter Laufleistung und Verfahren zu ihrer Herstellung
EP2322358B1 (de) Kautschukmischung
DE69008159T2 (de) Reifen mit Gummilauffläche.
DE2218838A1 (de) Reifen
EP0442426A2 (de) Verfahren zur Reifenrunderneuerung
DE102017202753A1 (de) Verfahren zur Herstellung einer Kautschukmischung umfassend einen Ruß und Verfahren zur Herstellung eines Vulkanisats umfassend die Kautschukmischung
EP4423188B1 (de) Schwefelvernetzbare kautschukmischung, vulkanisat der kautschukmischung und fahrzeugreifen
DE69116610T2 (de) Zusammensetzung von Luftreifenlaufstreifen
DE897007C (de) Verfahren zur Herstellung von Kautschuk- oder Kunststoffmischungen
AT335726B (de) Laufflachenmischung fur fahrzeugreifen