-
Anordnung zur Pegelregulierung bei der Übertragung trägerfrequenter
Nachrichten über Drahtleitungen sind bekanntlich die einzelnen Nachrichtenkanäle
verschiedenen Dämpfungen unterworfen. Abgesehen von der Art der Leitung, ihrer Länge
und von der verwendeten Drahtstärke ist die Dämpfung auch von der Größe der Frequenz
abhängig, und zwar steigt sie mit größer «-erdender Frequenz. Die Dämpfungswerte
der Leitung sind außerdem abhängig von der jeweiligen Wetterlage; so werden sie
bei schönem Wetter besser sein als bei schlechtem, ebenso bestehen Unterschiede
zwischen Sommer und Winter, da bei letzterem hauptsächlich die Rauhreifbildung einen
großen Einfluß ausübt. Zur Ausregelung derartiger Dämpfungsschwankungen ist es bekannt,
besondere Regelglieder vorzusehen, die in Abhängigkeit von einer besonderen übertragenen
Leitfrequenz arbeiten. Dabei sind in beiden Endstellen der jeweiligen Trägerfrequenzverbiirdung
derartige Regel--lieder angeordnet, und es ist auch notwendig, daß in jeder Richtung
eine Leitfrequenz übertragen wird. Die Leitfrequenz, die dabei meistens an dem einen
Ende des übertragenen Frequenzbandes liegt, wird auf der jeweils empfangenden Endstelle
auf einen Pegelanzeiger geführt, der seinerseits je nach dein Pegel der empfangenen
Leitfrequenz das Regelglied so beeinflußt, daß der Pegel für das gesamte Frequenzband
angehoben oder abgesenkt wird. Der Nachteil derartiger Einrichtungen besteht darin.
daß für jede Richtung ein besonderes Regelglied
vorgesehen ist und
daß in jeder Richtung eine besondere Frequenz übertragen werden muß. Hierdurch wird
der Aufwand an zusätzlichen Schaltelementen sehr vergrößert, einerseits durch die
größere Zahl der Regelglieder und andererseits durch zusätzliche Filter zur Aussiebung
der Leitfrequenzen. Außerdem muß ja auf jeder Endstelle ein besonderer Pegelanzeiger,
der das Regelglied betätigt, vorgesehen sein.
-
Zur Vermeidung dieser Nachteile schlägt die Erfindung vor, nur eine
Steuerfrequenz in einer Richtung auszusenden und nur ein in einer der beiden Gegenstellen
in dem Übertragungsweg für beide Richtungen angeordnetes Regelglied vorzusehen,
das die Dämpfungsschwankungen für beide Richtungen ausregelt. Somit ist der Vorteil
erzielt, daß nur in einer Gegenstelle ein Regelglied notwendig ist und damit auch
nur in dieser Gegenstelle in Pegelanzeiger. Außerdem wird nur eine Steuerfrequenz
in einer Richtung benötigt. Somit ist der Aufwand an zusätzlichen Schaltelementen
bedeutend herabgesetzt. Bei Mehrkanalträgerfrequenzsystemen wird die Übertragung
der Nachrichten in der Weise vorgenommen, daß die einzelnen Niederfrequenzbänder
mit bestimmten Trägerfrequenzen vormoduliert sind und daß sämtliche Kanäle weiteren
Trägern aufmoduliert werden, die in dem Frequenzband derart liegen, daß für jede
Übertragungsrichtung ein zusammenhängendes Frequenzband entsteht. So wird z. B.
in der einen Richtung ein Frequenzband von 12 bis 66 kHz und in der anderen Richtung
von 72 bis 126 kHz übertragen. Vorzugsweise wird beider vorliegenden Erfindung die
Leitfrequenz auf der Gegenstelle ausgesendet, auf der auch das Frequenzband in der
höheren Frequenzlage zur Aussendung kommt, und zwar wird hierbei die Leitfrequenz
an das sintere Ende dieses Bänden gelegt. Der Sendepegel wird für alle Kanäle dieses
Bandes gleich gewählt, um einen großen Abstand von dem Störpegel zu erhalten. Die
Aussendung erfolgt also ohne besondere Vorentzerrung. Der Störpegelabstand.des Übertragungsbandes
wird bekanntlich mit größer werdender Frequenz kleiner. Bei dem Frequenzband mit
den niedrigeren Frequenzen ist der Störpegelabstand sehr groß, so daß er hier keinen
Einfluß ausübt, Da der Einfluß aber bei dem höheren Frequenzband bedeutend größer
ist, wird hier bewüßt der Sendepegel für dieses Frequenzband hoch und für alle Kanäle
gleich gehalten.
-
Die Abbildungen erläutern den Erfindungsgedanken näher. -In der Abb.
i sind die Gegenstellen A und B einer Trägerfrequenzmehrkänalverbindung dargestellt,
und zwar nur so weit; wie es für das Verständnis der vorliegenden Erfindung notwendig
ist. Die auf der gemeinsamen ;Leitung zusamrnengefaßten Kanäle gelangen über den
Verstärker z und das Filter 3 auf die Über tragungsleiturig 4. Auf der Gegenstelle
B werden diese Kanäle, die ein bestimmtes Frequenzband umfassen, über das Filter
5 dem Verstärker 6 der zu. den einzelnen Demodulatoren führenden Leitung 7 zugeführt.
In der Gegenrichtung, also von B nach A, gelangt das Frequenzband, das die Kanäle
umfaßt, von ,der Leitung 8 über den Verstärker 9, das Filter i o, die Übertragungsleitung
4 zur Gegenstelle A und wird dort über das Filter i r; Verstärker 12 der Leitung
13 zugeführt. Um die auf der Übertragungsleitung auftretenden Dämpfungsschwankungen
für beide Richtungen anszüregeln, ist auf der Gegenstelle A in der gemeinsamen übertragungsleitung
4 das Regelglied 14 angeordnet, das für die Frequenzbänder in beiden Richtungen
wirksam ist. Beeinflußt wird dieses Regelglied dadurch, daß von der Gegenstelle
B die Leitfrequenz f1 übertragen wird, und zwar wird diese Leitfrequenz über das
Filter 15 der Leitung zugeführt. Diese Leitfrequenz liegt frequenzmäßig vorzugsweise
an dem unteren Ende des Übertragungsbandes und wird -auf der Gegenstelle A durch
das Filter i i mit ausgesiebt und ge-Iangt über den Verstärker 12 auf dasFilter
16, das seinerseits lediglich dieLeitfrequenz aussiebt unds:ie auf den Pegelanzeiger
17 gibt. Dieser Pegelanzeiger 17 ist mechanisch mit dem Pegelglied 14 verbunden;
und je nach den Dämpfüngsverhältnissen der Leitung und damit den Pegelwerten der
Leitfrequenz wird das Regelglied 14 geändert. Durch die lediglich in einer Richtung
übertragenen Leitfrequenzen sind jedoch die Dämpfungsverhältnsse auf der Übertragungsleitung
4 eindeutig erfaßt, so daß durch die Ausregelung des Regelgliedes 14 für beide Richtungen
die einzelnen Frequenzen entsprechend den Leitungsverhältnissen ausgeregelt werden
können.
-
In der Abb. a ist die Dämpfung b der Übertragungsleitung
in Abhängigkeit von der Frequenz aufgezeichnet, und zwar stellt die Kurve 18 die
Dämpfung bei schönem Wetter und die Kurve i9 die Dämpfung bei schlechtem Wetter
dar. Natürlich können je nach der Wetterlage die Dämpfungskurven auch zwischen den
Kurven 18 und ig liegende Werte einnehmen. Diese Zwischenwerte sind durch die gestrichelten
Kurven 2o und 2i angegeben. Die zwischen den Gegenstellen übertragenen Frequenzbänder
sind mitz2, und zwar für dieRichtung A B. und 23 für die Richtung B-A bezeichnet:
Die Leitfrequenz fo liegt am unteren Ende des Frequenzbandes 23 für die Richtung
B-A.
-
Die Abb. 3 zeigt die Abhängigkeit des Störpegelabstandes c in Abhängigkeit
von der Frequenz. Die einzelnen Kanäle der Frequenzbänder sind wieder mit 22 und
23 bezeichnet, und es ist ersichtlich, daß der Störpegelabstand 24 für das untere
Frequenzband bedeutend größer ist als für das obere Frequenzband. Somit wird der
Störpegel bei dem unteren Frequenzband keinen Einfluß ausüben, während der Einfluß
bei dem oberen Frequenzband schon beträchtlich werden kann. Aus diesem Grund wird
der Sendepegel für das obere Frequenzband für alle Kanäle gleich gehalten, so daß
hierdurch der Einfluß des Störpegels herabgesetzt ist.. Eine frequenzabhängige Aüsregelung
der Leitungsdämpfung kann z. B. durch entsprechend- Bemessung ,des Regelgliedes
erfolgen, sie kann aber auch dadurch herbeigeführt werden, daß das Regelglied linear
ausregelt und die frequenzabhängige Ausregelung durch
Ohmsche Regler
im hoch- oder niederfrequenten Übertragungsweg jedes Kanals erfolgt. Die übertragene
Leitfrequenz kann auch zugleich als Symmetrierungsfrequenz verwendet werden, und
zwar kann sie zur Erzeugung der einzelnen auf der Gegenstelle .1 benötigten Trägerfrequenzen
dienen. Zu diesem Zweck wird aus der Leitfrequenz q. durch Frequenzteilung die Grundfrequenz,
die ihrerseits durch Vervielfachung der Erzeugung der Trägerfrequenzen dient, erzeugt.