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Verfahren und Vorrichtung zur bei gleicher Körperlage erfolgenden
Schirmbeobachtung und röntgenographischen Aufnahme dorsal gelegener Teile und/oder
Organe des Körpers, insbesondere der menschlichen Niere Die Erfindung betrifft Verfahren
und Vorrichtungen zur bei gleicher Körperlage erfolgenden Schirmbeobachtung und
röntgenographischen Aufnahme dorsal gelegener Teile und/oder Organe des Körpers,
insbesondere der menschlichen Niere.
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Verfahren zur Schirmbeobachtung und photographischen Aufnahme der
Niere hat man bisher unter M'echsel der Körperlage auf verschiedenen Geräten durchgeführt.
Die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus den besonderen Verhältnissen der photographischen
Aufnahmen und Schirmbeobachtungen. Da Röntgenstrahlen im Fokus des Anodenwolframspiegels
einen punktförmigen Ausgang besitzen, so können konturscharfe und annähernd größengetreue
Bilder nur bei großem Fokusobjekt- und kleinem Objektfilmabstand erzeugt «=erden.
Nur auf diese Weise ist bei der gegebenen Zentralprojektion die größtmögliche Annäherung
an den Parallelstrahlengang erreichbar. Diese Erkenntnis findet bereits Anwendung
bei der Herzfernaufnahme, bei der zwischen Fokus der Röntgenröhre und dem betrachteten
bzw. aufzunehmenden Herz Abstände von rund a m verwirklicht werden. In der Röntgendiagnostik
der ableitenden Harnwege ist das wegen der rückennahen Lage des Organs nicht möglich.
Hier werden daher Filmaufnahmen auf dem Flachblendentisch in Rückenlage des aufzunehmenden
Körpers mit etwa z m Fokusabstand ausgeführt, so daß also nur durch Rückenlage eine
filmnahe Nierenlage zu erreichen ist. Da sich dabei die
Röntgenröhre
oberhalb des Körpers im Abstand etwa i in der Film unmittelbar unterhalb der Tischauflage
befindet, wie dies Abb. i der Zeichnung veranschaulicht, fehlt, wie Abb. i weiter
erkennen läßt, trotz Erfüllung .der Voraussetzungen einer guten photographischen
Aufnahme die Möglichkeit einer Schirmbeobachtung der Niere, die als wertvolle Ergänzung
der photographischen Aufnahme erforderlich ist, um Einzelheiten bestimmen zu können,
-die im photographischen Bild festzuhalten sind, und um vor allem bei der Kontrastphotographie
die photographische Aufnahme im richtigen Zeitpunkt -durchführen zu können. Im Rahmen
der Ausscheidungsurographie können daher nach Injektion des Kontrastmittels in die
Vene nur Übersichtaufnahmen im Abstand von etwa 7, 15 und 30 Minuten und
je nach Befund noch später gemacht werden. Da eine Schirmbeobachtung hierbei nicht
durchführbar ist, fehlt die Möglichkeit, die Harnleiterkompression zur besseren
Auffüllung und anatomischen Darstellung des Nierenhohlsystems gezielt auszuführen.
Sie ist praktisch nur am übergang -der Wirbelsäule in das Becken wirksam. Ist nun
die ohne Schirmbeobachtung angelegte Kompression nicht an der richtigen Stelle angesetzt
worden, so kann dies erst nach den genannten längeren Zeiten festgestellt werden,
da bis zur ersten Aufnahme, wie bereits oben erwähnt, 7 Minuten vergehen müssen,
damit die Ausscheidung in der erforderlichen Weise vorgeschritten ist. Für das Entwickeln
und Fixieren der Aufnahme braucht man weitere 5 Minuten, so daß wertvolle Zeitspannender
Kontrastmittelausscheidung in Verlust geraten. Überdies besteht bei gutsitzender
Kompression und kräftiger Nierensekretion die Gefahr der Überfüllung des Nierenbeckens
mit Rückstauung des kontrastmittelhaltigen Harns in das Nierengewebe. Aus diesem
Grunde wurde bisher die Harnleiterkompression von zahlreichen Urologen trotz der
zu erzielenden guten Füllungsbilder des Harnabflußsystems abgelehnt. Trotzdem blieb
die Durchleuchtung der Harnorgane (Pyeloradioskopie) stets wünschenswert. Sie konnte
aber nach Abb.2 wieder nur in Rückenlage am horizontalgekippten Durchleuchtungsgerät
ausgeführt werden. Da bei diesen Geräten im allgemeinen der Abstand des Röhrenfokus
zur Kipptischebene gleichbleibend eingestellt ist, so ergab sich jedoch eine unerwünschte
Verminderung des Fokusobjektabstandes. Gleichzeitig wurde der Objektfilmabstand
infolge der rückennahen Lage der Niere fast um die volle Körperdicke vergrößert.
In dieser Weise ausgeführte Schirmbeobachtungen und gegebenenfalls Übersichtsaufnahmen
mittels der in Abb.2 gestrichelt gezeichneten Lage des Films ergaben nur zentralperspektiv
und daher wirklichkeitsfremd vergrößerte, konturunscharfe Objektabbildungen, so
daß. sie diagnostisch nur unzureichend verwertbar waren. Brauchbar blieben lediglich
bei den Verhältnissen der Abb. 2 durchgeführte Zielaufnahmen mit Kompressionstuben,
wie sie bei der Magendiagnostik zur Anwendung kommen. Zu der aber auch in diesem
Fall notwendigen Gesamtübersicht müßte eine Umlagerung des Körpers im Liegen auf
dem Flachblendentisch vorgenommen werden, wobei das Kontrastmittel in die Blase
abfließt. Das war umständlich und bei angelegter Kompression fast undurchführbar.
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Die sich damit ergebenden Aufgaben werden erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß der auf den gestreckten Körper bezogenen Längsachse desselben vor der
in gleicher Körperlage erfolgenden Beobachtung und Aufnahme ein nach Art eines Korbbogens
ausgebildeter, zum Fokus der Röntgenröhre zu konkaver und die normale Krümmung der
Lendenwirbelsäule etwa aufhebender Verlauf erteilt wird, worauf Beobachtungsschirm
und/oder photographische Platte in die zur Rückenebene planparallele oder annähernd
planparallele Lage gebracht werden.
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Abb.3 veranschaulicht das Ergebnis des so durchgeführten Verfahrens.
Man erkennt, daß dieses Verfahren alle bisher aufgetretenen und oben erläuterten
Schwierigkeiten und Nachteile grundsätzlich vermeidet. Zunächst können in der gleichen
Körperlage die für die Urodiagnostik erforderliche Durchleuchtung mit Schirmbeobachtung
und die Filmaufnahme durchgeführt werden. Dabei sind die strahlentechnischen Bedingungen
äußerst günstig, weil ein für den Parallelstrahlengang ausreichend großer Fokusobjektabstand
bei kleinstem Objektfilm- bzw. Objektschirmabstand 'verwirklicht werden kann. Durch
die korbbogenförmige Dürchbiegung des Körpers entsteht infolge des Ausgleichs der
normalen Krümmung der Lendenwirbelsäule eine in der Lage der Abb. 3 auf eine größere
Länge fast horizontal erscheinende Rückenflächenbegrenzung des Körpers in der Nierengegend,
so daß Schirm und Film an die Niere näher als bei irgendeiner anderen Körperlage
herangebracht werden können. Durch die Bauchlagerung tritt gleichzeitig eine Verminderung
der Schichttiefe des Körpers ein, indem die weichen Bauch- und Eingeweideteile seitlich
weggedrückt werden, und das ist um so -mehr der Fall, je größer die Körperschichtdicke
ist. Das ist deshalb von wesentlichster Bedeutung, weil eine Verminderung der Körperschichttiefe
um ein Sechstel bereits eine Herabsetzung der Strahlenschwächung durch Massenabsorbtion
um die Hälfte der Strahlenenergie bedeutet, d. h. der Körper wird von einer doppelt
so großen Strahlenmenge durchdrungen. Das führt wiederum dazu, daß man die Strahlenintensität
herabsetzen kann, was allgemein erwünscht ist. Außerdem werden phototechnisch Aufnahmen
um so besser, je weniger tief die strahlendurchdrungene Körperschicht ist, weil
sich die Streustrahlung vermindert. Äußerst günstige Voraussetzungen entstehen für
die Harnleiterkompression, die nunmehr unter dem Einfluß des Eigengewichts des Körpers
eintritt und demgemäß nicht so lästig empfunden wird, wie wenn die zur Kompression
dienenden Pelotten unter Aufwendung entsprechender Kräfte in die Bauchweichteile
eingedrückt werden. Außerdem wird wegen der kurzen Zeiten, innerhalb deren alle
Vorgänge durchführbar werden und insbesondere
mit Hilfe der Durchleuchtungskontrolle
eine Überfüllung des Nierenbeckens mit Rückstau des Harns in das Gewebe ausgeschlossen,
so daß auch die begründeten Bedenken gegen die Harnleiterkompression entfallen.
Untersuchungen und Aufnahmen können auch im Stehen vorgenommen werden. Umgekehrt
können Patienten, die nur noch liegen können, ausschließlich in dieser Lage untersucht,
beobachtet und aufgenommen werden.
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Noch weiter gehende Vorteile sind dadurch zu erreichen, daß der korbbogenförmige
Verlauf dem aufrecht stehenden Körper unter abstützender Anlehnung von Brust und
Bauch erteilt wird, worauf der gesamte Körper unter fortgesetzter Gewichtsabstützung
aus der stehenden in die bäuchlings liegende Stellung überführt wird. Das hat den
Vorteil, daß der Patient ohne eigenes Zutun und ohne Muskelanstrengungen selbsttätig
und genau in die Lage gelangt, die zur Erreichung der oben dargelegten Vorteile
notwendig ist.
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Wie bereits Abb.3 erkennen läßt, ist es dem menschlichen Körper nicht
ohne weiteres möglich, ohne Hilfsmittel längere Zeit in die Lage nach Abb. 3 übergeführt
zu werden.
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Es besteht daher zunächst die Möglichkeit, den Kipptisch des Röntgenaufnahmegerätes
so auszuführen, wie dies Abb.3 als notwendig erscheinen läßt. Mit Ausnahme bestimmter
Fälle, etwa von Großkrankenhäusern und Großlazaretten zur Behandlung speziell von
Nierenerkrankungen, wird es sich im allgemeinen nicht lohnen, den Kipptisch des
Röntgenaufnahmegerätes selbst als Hilfsmittel im Sinne der Erfindung auszubilden.
In weiterer Durchführung des Erfindungsgedankens ist daher ein leicht zu handhabendes
Gerät ausgebildet worden, das bei jedem normalen Röntgenkipptischaufnahmegerät angebracht
werden kann und das wieder vom Normalgerät entfernt wird, wenn Nierenbeobachtung
und -aufnahme stattgefunden haben.
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Ein derartiges Hilfsgerät ist in der Zeichnung im einzelnen beispielsweise
und schematisch veranschaulicht worden. Im einzelnen gibt Abb. q. das Hilfsgerät
in schaubildlicher Darstellung in der Anordnung am Kipptisch eines normalen Röntgenaufnahmegerätes
wieder, wobei der Rahmen des Gerätes nach rechts verdreht gezeichnet ist, um die
Trag-, Stütz- und Verstelleinrichtungen des Gerätes besser zu veranschaulichen;
Abb. 5 zeigt in der gleichen Darstellungsart die Hebe- und Senkeinrichtung für das
Gerät gegenüber dem Kipptisch, während Abb.6 die Verdreh- und Feststelleinrichtungen
veranschaulicht; Abb. 7 gibt eine Pelotte und ihre Halterung in schaubildlicher
Darstellung wieder; Abb. 8 zeigt eine von ihrer Halterung abgenommene Pelotte, und
Abb. 9 stellt eine Schraubschelle dar, mit der die Pelottenhalterung am Rahmen des
Gerätes befestigt ist.
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In allen Abbildungen bezeichnet r den Kipptisch des normalen Röntgenaufnahmegerätes,
wobei die Röntgenröhre selbst, ihre Halterung sowie Blenden, Schirm- und photographische
Aufnahmevorrichtungen als bekannt nicht gezeigt sind. Das am Kipptisch zu befestigende
Hilfsgerät besteht zunächst aus Querstangen 2, 3, die als federnde Krallen ausgebildete
Endstücke 4., 5 aufweisen. Dagegen sind die gegenüberliegenden Endstücke 6 und 7
fest an den Querstangen 2, 3 angeordnet. Der gegenseitige Abstand der Querstangen
2, 3 ist dabei so gewählt, daß die Krallen in die Ausnehmungen eingeklinkt werden
können, welche die nicht gezeichneten Randschienen des Kipptisches üblicherweise
besitzen, um sonstige Zusatzgeräte, Vorrichtungen und Apparate sowie Gurte am Kipptisch
befestigen zu können. Die Querstangen 2 und 3 weisen bei 8 und 9 zum Verlauf der
Querstangen 2, 3 senkrecht stehende Stützen auf. An die Stütze 8 angelenkt sind
die unteren Stäbe ro und r z eines Gelenkviereckes, das durch die oberen Stäbe 12,
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zum Gelenkviereck ergänzt wird. Die Gelenke i4., 15 können mit Hilfe der
Spindel 16 und der Spindelmuttern 17 und 18 sowie der Handkurbel z9 mehr
oder weniger genähert oder entfernt werden. Dadurch hebt und senkt sich der vierte
Gelenkpunkt 20 in Richtung senkrecht zur Ebene des Kipptisches r. Der Gelenkpunkt
2o ist als doppeltes Lagerschild ausgeführt. Zwischen den Schildplatten liegt der
Querarm 21 des Rahmens des Hilfsgerätes derart, daß Arm 21 gegen die Schildplatten
20 verdrehbar ist. Diese Verdrehbarkeit weist auch der zweite Querarm 22 gegenüber
der ebenfalls als Doppelschild ausgeführten Verlängerung 23 der Stütze 9 auf. Mit
dem Arm 22 fest verbunden ist dabei das Segment 24, .das an seinem Rand peripher
angeordnete und verteilte Ausnehmungen 25 besitzt. In diese Ausnehmungen 25 ist
ein nicht gezeichneter Sperrstift einsetzbar, der in der Hülse 26 geführt ist. An
die Hülse 26 schließt sich die Außenspirale 27 eines Bowdenzuges 27 an, dessen Drahtseele
an den Handgrit 28 angeschlossen ist. Durch Betätigung des Handgriffes 28 kann der
Sperrstift aus der Ausnehmung 25 herausgezogen «-erden, in der er sich gerade befindet,
so daß der gesamte Rahmen des Gerätes um die Verbindungslinie der Gelenkpunkte 29,
30 verdreh- und durch Wiedereinsetzen des Sperrstiftes in eine andere Ausnehmung
25 in der entsprechenden Winkellage feststellbar ist. Der Handgriff 28 des
Bowdenzuges ist dabei an dem einen Längsholm 3 1 des Rohrrahmens angebracht,
aus dem das Gerät im wesentlichen besteht. Der andere Längsholm ist mit 32 bezeichnet.
Querholme 33 und 34 verbinden die Längsholme 3 r und 32. Am Querholm 33 kann noch
eine Fußstütze 35 angeordnet sein, um dem Patienten das Auftreten auf den Querholm
33 zu erleichtern; jedoch kann hierzu auch die durchweg am Kipptisch befindliche
Fußrast benutzt werden. Eine zweckmäßig aus Segeltuch bestehende Bespannung 36 nimmt
in liegender Stellung des Patienten dessen Körpergewicht auf.
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Für den Fall, daß mittels des Gerätes Harnleiterkompressionen durchgeführt
werden sollen, können die Längsholme 31 und 32 zweckmäßig als Träger der Halterungen
von Pelotten ausgebildet sein. Zu diesem Zweck ist die Segeltuchbespannung auf zwei
Bereiche
37, 38, 39 und 40, in denen die Pelotten üblicherweise entsprechend verschiedenen
Größen von Männern, Frauen und Kindern angelegt werden müssen, ausgeschnitten. An
diesen Stellen liegen Schraubschellen an den Längsträgern 31, 32 an, die aus Segmenten
42, 42 bestehen (vgl. Abb. 9). Die Segmente sind bei 43 gelenkig miteinander verbunden.
Im Flansch 44 des Segments 41 ist der Kopf 45 der Schraubspindel 46 drehbar
aufgenommen, während Flansch 47 des Segments 42 einen Schlitz besitzt, in den die
Gewindespindel 46 eingeführt werden kann. Auf der Gewindespindel 46 führt sich die
handgriffartig ausgeführte Rändelmutter 48, die im Falle der Anbringung der Pelotten
angezogen wird, während andernfalls nach Lockerung der Mutter 48 Spindel 46 nur
aus dem Schlitz 47 des Segments 42 herausgeklappt werden muß, um die gesamte Pelotte
vom zugehörigen Holm abnehmen zu können, so daß- sie nicht behindert. An das Segment
41 setzt sieh der Arm 49 an, der in einer Stiftplatte 5o endet. Der Stift 51 der
Stiftplatte kann in einer Reihe von Ausnehmungen 52 der Pelottengrundplatte 53 eingeführt
werden, während die Pelotte selbst mit 54 bezeichnet ist. Den PelottenköPfen 54
gegenüber liegen Ausschnitte 55 in der Bespannung 36: Diese Ausschnitte 5.5 .sind
durch nicht gezeichnete Gummituchstücke oder mittels eines durchgehenden Gummituches
verschlossen, um zu verhüten, @daß sich Weichteile des Patienten durch die Ausnehmungen
55 durchdrücken und die Körperschichtdicke an dieser Stelle verändern, so daß ohne
die das verhindernden Gummituchstücke Dichtigkeitsunterschiede auf der photographischen
Aufnahme und im Beobachtungsschirm entstehen würden. Mit Hilfe der dargestellten
Einrichtungen ist es ohne weiteres möglich, die Pelotten völlig unabhängig von den
Größenverhältnissen der jeweiligen Patienten an diese so zur Anlage zu bringen,
daß ausreichende Harnleiterkompressionen zu erhalten sind.
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Durch Rohrkonstruktion und weitgehende Verwendung von Leichtmetallen
kann das Gerät so leicht hergestellt werden, .daß es den Kipptisch i nicht unnötig
belastet und von jeder Röntgenschwester ohne unerwünschte Anstrengungen gehandhabt
werden kann.
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Die Anwendungsweise des Gerätes gestaltet sich wie folgt: Der Patient
betritt das Gerät in senkrechter Stellung des Kipptisches ;i, indem er auf den Querholm
33 und die gegebenenfalls angeschlossene Fußplatte 35 tritt. Um ihm das Eintreten
in den verhältnismäßig schmalen Raum zwischen dem Gerät und den bereits an ihrer
Stelle befindlichen photographischen Aufnahme- und Schirmbeobachtungseinrichtungen
zu ermöglichen, wird das Gerät in eine seiner. extremen Kipplagen gedreht, so daß
der eine Längsholm weitestgehend dem Kipptisch,i genähert ist. Von der Seite dieses
Holmes aus betritt der Patient das Gerät. In der Kipplage der Abb.-4 würde sich
also der Patient auf der rechten Seite des Kipptisches befinden und von dieser rechten
Seite aus in den Zwischenraum zwischen Gerät und vorhandenen Zusatzgeräten eintreten.
Hierauf wird der Bowdenzug über Handgriff ia8 betätigt und der gesamte Rahmen 3i,
3=', 33, 34 in eine Lage verlegt, in der die Querholme 34 und 33 parallel zur Ebene
des Kipptisches i verlaufen. Bereits vorher war die Einrichtung 8, io bis 2.o so
betätigt gewesen, daß Querholm 34 eine zur Kipptischebene i zu nähergelegene Lage
eingenommen hatte, soweit das mit Rücksicht auf die Körperdicke des Patienten erforderlich
war. Nachdem die bereits erörterte Parallellage des Rahmens des Gerätes zur Kipptischebene
i hergestellt worden war, wird der Kipptisch aus der senkrechten Stellung in die
waagerechte Stellung überführt. In dieser Stellung vermindert sich die Körperdicke
des Patienten infolge der bereits erörterten seitlichen Verdrängung der Bauchweichteile,
so daß es nunmehr möglich ist, durch Betätigung der Kurbel i9 :den Rahmen gegeniiber
der Kipptischebene so zu neben, daß die zur Kipptischeibene annähernd parallele
Rückenbegrenzungsfläche des Patienten dem Schirm bzw. der Filmkasette weitestgehend
zu nähern ist. Dadurch stellt sich die in Abb.3 schematisch verdeutlichte Lage ein.
Für den Fall, daß Harnleiterkompressionen durchgeführt werden müssen, waren bereits
in der senkrechten Stellung des Kipptisches i die Pelotten 54 zur Anlage an die
entsprechenden Körpergegenden gebracht worden, so daß sich durch Überführung in
die horizontale Lage des Patienten die ausreichende Kompression einstellt. Nunmehr
kann durch eine Schirmbeobachtung festgestelltwerden,ob dieKompression richtig angelegt
und der Zeitpunkt der photographischen Aufnahme gekommen ist. Dies wird dann durch
einen schnellen Wechsel von Schirm und Kassette -bzw. durch Unterschieben letzterer
bewirkt, ohne :daß der Körper des Patienten irgendwelcher Lageveränderungen bedarf.
Schirmbeobachtung und Aufnahme können dann beliebig oft aufeinander folgen; so daß
außerordentlich konturenscharfe, gutgezielte und diagnostisch gut verwertbare Aufnahmen
entstehen.
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Die Schräglage des Rahmens im Verhältnis zur Kipptischebene i dient
naturgemäß nicht nur der Verbesserung der Handhabung des Gerätes, sondern es können
auch Schrägaufnahmen gemacht werden, soweit diese erforderlich sind. Ebenso kann
die Hebeeinrichtung 8, io bis @ao benutzt werden, um aus strahlungstechnischen,
photographischen; und Beobachtungsgründen bestimmte Lagen zu durchleuchtender Organe
oder KörpeTteileherbeizuführen.
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Es liegt im Wesen der Erfindung, daß sie in der mannigfachsten Weise
abzuändern ist. Insbesondere können die Einrichtungen nach den Abb. 5 und 6 durch
alle anderen Hebe- und Verschwenkeinrichtungen ersetzt sein, über die der Stand
der Technik verfügt. Die Hubeinrichtung kann auch am Fußende, die Verschwenkeinrichtung
am Kopfende des Hilfsgerätes vorgesehen sein. Beide Einrichtungen können an einer
Stelle vereinigt, sowohl am Kopfals auch am Fußende oder schließlich an einer dritten
Stelle liegen. Statt der Handantriebe
können Öldruck- oder elektrische
Verstelleinrichtungen Anwendung finden. Sämtliche dem erhöhten technischen Aufwand
nur entsprechenden Verbesserungen und weiteren Ausgestaltungen bleiben im Rahmen
der Erfindung.