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Vorrichtung zur Behandlung erkrankter Teile des mensdilidien Körpers,
insbesondere zur Mund- bzw. Zahnfleisdibehandlung
Es war schon im Altertum bekannt,
offene Wunden zur Heilung mit Silberplatten zu bedecken.
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Auch ist bekannt, daß in neuerer Zeit mittels Elektrolyse unter Verwendung
einer positiven Silberelektrode Wasser keimfrei gemacht werden kann.
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Auch auf andere verschiedenartige Weise ist die keimtötende Wirkung
von Silberionen und von [onen anderer Metalle, z. B. Kupfer, bereits für den Menschen
nutzbar gemacht worden.
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Die Erfindung betrifft Vorrichtungen, mit deren Hilfe die bekannten
Eigenschaften gewisser Metallionen, und zwar insbesondere des Silbers, zur Behandlung
von Krankheiten, deren mögliche Heilung vermittels der unmittelbaren Einwirkung
insbesondere metallischen Silbers bzlwmdes Silberions bisher nicht bekannt zwar.
in neuartiger Weise nutzbar gemacht Isvird.
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Die Vorrichtungen bestehen erfindungsgemäß aus Armierungen aus Metall
bzw. einer Metalllegierung, insbesondere Silber bzw. einer Silberlegierung, wobei
die Armierungen der Form der zu behandelnden Körperteile, insbesondere dem Profil
der Zähne längs des Zahnfleisches oder dem Zahnfleisch selbst, angepaßt sind und
an den zu behandelnden Stellen Ibefestigt werden, derart, daß damit die Einwirkung
von qMetallionen, und zwar insbesondere Silberionen auf erkrankte Teile des Körpers,
insbesondere Ides Zahnfleisches, ermöglicht wird.
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Es wurde gefunden, daß z.iB. im Munde, und zwar an den Zähnen befestigte
und in der Nähe des Zahnfleisches oder am Zahnfleisch selbst angebrachte, aus reinem
Silber oder meist besser aus einer Silberlegierung bestehende Armierungen ge-
eignet
sind, infektiöse Mund- bzw. Zahnfleischerkrankungen, und zlwar insbesondere die
Paradentose durch Einwirkung von Metallionen, insbesondere Silberionen allmählich
zur Heilung zu bringen und das Wachstum des Zahnfleisches zu fördern. Die Wirkung
ist im allgemeinen örtlich bgrenzt, d. h. von der Oberflächenausdehnung der Armierungen
abhängig. Auch ist die wirkung der Armierungen in der Regel langsam. Sie wird auch
durch den Silbergehalt der Legierungen und durch andere in der Legierung enthaltene
Komponenten beeinflußt. Reines Silber hat sich für eine langandauernde Behandlung
im allgemeinen als weniger geeignet erwiesen als Sill>erlegierungen mit verschieden
hohem Silbergehalt.
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Auf Grund der örtlich begrenzten und im allgemeinen langsamen Wirkungsweise
des metallischen Silbers ist es gemäß der Erfindung zweckmäßig bzw. notwendig, die
Silberarmierungen überall da vorzusehen, wo sich erkrankte Stellen im Munde vorfinden
bzw. die Ausdehnung der Armierungen der Ausdehnung der Erkrankung möglichst anzupassen.
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Da die Silberarmierungen meistens während längerer Zeiträume zur
Anwendung kommen müssen, so wurden die für die Behandlung des Zahnfleisches bestimmten
Armierungen erfindungsgemäß so ausgebildet, daß sie in verschiedener Weise an den
Zähnen bequem und ohne merklich beim Essen und Trinken zu hindern, befestigt und
wieder abgenommen werden können.
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Bei besonders schweren Erkrankungen bzw. zur Abkürzung der Behandlung,
oder um ein tieferes Eindringen der Silber. ionen in die erkra-nkten Teile des Körpers
zu bewirken, können die neuen Vorrichtungen erfindungsgemäß auch zur Durchführung
einer elektrolytischen Behandlung dienen, wobei die an den erkrankten Körperstellen
angebrachtenArmierungen als positive Elektroden verwendet werden. Als negative Elektroden
können dann an geeigneten Stellen, z. B. bei Behandlungen der Mundhöhle außen am
Unterkiefer, z. B. am Kinn, oder über der Oberlippe angebrachte Metallplatte dienen.
Die positiven Elektroden werden in hekannter Weise durch isolierte elektrische Leiter
mit dem positiven Pol, die negativen Elektroden mit dem negativen Pol einer Gleichstromquelle
verbunden. Beim Stromdurchgang wandern dann Silber ionen von der positiven Elektrode
durch die dazwischenliegende Fl2ssigkeit in Richtung auf die negative Elektrode
und üben dabei eine tiefer reichende Heilwirkung aus.
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Die l>ei Behandlung der Mundhöhle außen am Gesicht anzubringenden
negativen Elektroden bestehen zweckmäßig aus Blechstreifen bzw. Platten, deren Oberflächen
der Form der Gesichtspartie, an der sie angebracht werden sollen. angepaßt sind.
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Für ihre Anbringung am Kinn wird man daher z. B. Elektroden in Schalenform
anwenden.
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Zur Befestigung der negativen Elektroden können erfindungsgemäß aus
Webstoff, z. B. aus Bändern, gefertigte, über den Kopf zu stülpende Hauben oder
Kappen, die vorn über die Stirn greifen, und hinten bis zum Genick reichen, dienen.
An diesen Hauben oder Kappen sind beiderseits im Genick bzw. über den Ohren Knöpfe
oder Haken angebracht, während andererseits an den negativen Blechelektroden beiderseits
kurze, in ihrer Länge verstellbare, mit Löchern bzw. Osen versehene Gummibänder
angebracht sind. Mit Hilfe dieser Einrichtungen können die negativen Elektroden
leicht und bequem in der erforderlichen Weise an den hauben oder Kappen befestigt
oder wieder abgenommen werden. Sie werden dabei durch die Gummibänder etwas an die
betreffenden Gesichtspartien angepreßt.
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Zur Behandlung beliebiger anderer erkrankter Teile des menschlichen
Körpers genügt es, daß die Armierungen an den erkrankten Körperteilen, die Metallplatten
an anderen geeigneten Körperteilen so angebracht werden, daß sie mit einem gewissen
Druck an diesen Körperteilen anliegen.
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Nachstehend werden verschiedene Nusführungsarten der Armierungen
nach der Erfindung, wie sie bei der Behandlung von Mund- und Zahnfleischerkrankungen
Verwendung finden, an Hand der Zeichnung beschrieben und das Wesen der Erfindung
näher erläutert.
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In der Zeichnung stellt dar Fig. t eine doppelseitige Armierung für
die vier Schneidezähne des Unterkiefers mit Verbindungsbügeln, in perspektivischer
larstellung, Fig. 2 einen metallischen Befestigungssplint zur Verbindung doppelseitiger
Armierungen, links in Ansicht vor seiner Verwendung, rechts in Ansicht nach seiner
Anl>ringung an einer im Schnitt dargestellten doppelseitigen Armierung nach Fig.
1 Fig. 3 die Armierung der Fig. 1, am Gebiß angebracht, in perspektivischer Darstellung,
Fig. 4 eine Armierung nach Fig. i in etwas abgeänderter Ausführung, mit einem Befestigungsschräubchen,
Fig. 5 eine einseitige Armierung für vier beliebige Zähne, mit zwei Befestigungshaken
und einem Befestigungsschräulchen, Fig. 6 eine einseitige Armierung für vier l)eliebige
Zähne, mit laraii fest angelrachten Befestigungssplinten.
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Fig. 7 zwei etwas verschiedene Armierungen, zur Anbringung zwischen
zwei Zähnen, mit Befestigungshaken und daran fest angebrachten Befestigungssplinten'
Fig. 8 eine Armierung für zwei beliebige Zähne mit einem Befestigungshaken und fest
angebrachten Befestigungssplinten.
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Fig. 9 eine doppelseitige. dem Zahnfleisch des c)l>erkiefers angepaßte
Armierun. mit Verbindungsbügeln, in l>ersl(ektiv i seher Darstellung, rechts
davon im Schnitt. mit Befestigungssplinten nach Fig. 2.
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In sämtlichen Figuren der Zeichnung sind gegossene oder aus Schienen.
Profildrähten oder aus Blech gepreßte oder gehämmerte Profilschienen. aus Silber
oder einer Silberlegierung, deren Form dem Profil des Gebisses l>zw. der Zähne
längs des Zahnfleisches bzw. dem Zahnfleisch selbst angepaßt ist, mit I bezeichnet.
Fig. t zeigt eine an den vier
Schneidezähnen des Unterkiefers anzubringende
Armierung, die aus zwei Silberprofilschienen I zusammengesetzt ist, Voll denen die
eine dem vorderen unteren Rand, die andere dem hinteren unteren ltand der vier Zähne
angepaßt ist. Die Enden dieser beiden Profilschienen sind durch zwei in der Regel
angelötete Verbgindungsbügel 2, die über die Zahnschiieiden oder Kronen greifen,
miteinander verbunden. I)iese Verbindungsbügel sind so stark bemessen, daß sie durch
Fingerdruck etwas zusammen-oder aufgebogen werden können. Die miteinander verbundenen
Profilschienen können daher zusammen, ähnlich einer Kappe, über die vier Schneidezähne
des Unterkiefers gestülpt oder wieder abgenommen werden. Wenn genügend weite Zahnzwischenräume
an den äußeren Rändern der vier Zähne vorhanden sind, so kann der Halt dieser Profil
schienen auch noch durch Befestigungssplinte iiach Fig. 2, die die heiden Profilschienen
an ihren Enden verbinden. indem sie durch die äußeren Zahnzwi schenräume verlaufen,
besser gesichert werden, Diese Befestigungssplinte nach Fig. 2 bestehen aus dem
Kopf 3, dem Schaft 4 und einer dünneren nadelartigen Fortsetzung 5 dieses Schaftes.
Sie werden nach der Anbringung der doppelseitigeil Armierung von hinten durch an
den Enden der Profilschienen 1 vorgesehene Löcher 6 gesteckt und vorn nach entsprechender
Kürzung (nach Fig. 2 rechts) nach unten umgebogen.
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Fig. 3 zeigt die Anbringung einer solchen Armierung am Gel)itt vor
Anbringung der Befestigungss{ilinte nach Fig. 2.
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Fig. 4 stellt dieselbe Armierung wie Fig. 1 und Fig. 3 dar, mit dem
Unterschied jedoch, daß die beiden Befestigungssplinte nach Fig. 2 durch ein einziges
durch einen Zahuzwischenraum verlaufendes Kopfschräubchen 7 ersetzt sind. Dieses
Kopfschräubchen, das auch an mehreren Stellen angewandt werden kann, wird nach Anbringung
der doppelseitigen Armierung von hinten durch das gewiiidelose Loch 8 8 geführt
und mit seinem mit feinem Gewinde versehenen Ende in das vordere, el>enfalls
mit Gewinde versehene Loch g geschraubt.
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In Fig. 5 ist eine aus einer einzigen Profilschiene bestehende. an
der Vorderseite mehrerer Zähne des Unterkiefers oder des Oberkiefers anzubringende
Armierung dargestellt. Sie wird am Gebiß einerseits durch zwei angelötete, über
die Zahnkrone grefiende Befestigungshaken I0, anderseits durch ein von hinten durch
einen Zahnzwischenraum geführtes. iii das mit Gewinde versehene Loch 9 geschraubtes
Kopfschräubchen 7 festgehalten.
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Die in Fig. 6 gezeigte Armierung eignet sich zur einseitigen Anliringung
an eine Reihe beliebiger Zähne des Unter- oder des Oberkiefers. Die Befestigung
cter Profilschiene 1 am Gebiß erfolgt hier durch mehrere angelötete Drahtsplinte
in, die durch Zahnzwischenräume geführt, und deren geschlitzte Enden aufgespreizt
werden, so daß sie die Armierung gegen die Zähne abstützen.
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Fig. 7 zeigt zwei geringfügig voneinander abweichende, zur Anbringung
an einem Zahnzwischenraum geeignete Armierungen von Profilschienen 1, die mit je
einem Befestigungshaken 10 bzw. 12 sowie mit je einem Drahtsplint 11 versehen sind.
Der über die Zahnkronen greifende Befestigungshaken I2 ist hier etwas breiter gehalten
als der Befestigungshaken 10, was bei gewissen Zahnformen zweckmäßiger ist.
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Die in der Fig. 8 gezeigte Armierung ist ganz ähnlich der der Fig.
7 ausgebildet, mit dem Unterschied, daß durch ldie Profilschiene I hier zwei Zähne
erfaßt werden. Der Befestigungshaken 12 ist hier oben breit gehalten, und zwei an
den Enden der Profilschienen 1 angebrachte Drahtsplinte 11 führen durch entsprechende
Zahnzwischenräume.
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In Fig. 9 wird eine besondere, von den vorherigen grundsätzlich abwei,
chende Armierung gezeigt. Sie eignet sich insbesondere zur Anbringung an den Zähnen
des Oberkiefers. Bei dieser doppelseitigen Armierung sind die Profilschienen 1 nicht
den Zähnen, sondern dem Zahnfleisch, also dem Kiefer angepaßt. Die Profilschienen
I liegen demnach nach ihrer Befestigung an den Zähnen mittels zweier Verbindungsbügel
2 und zweier Befestigungssplinte nach Fig. 2 unmittelbar am Zahnfleisch an.
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Diese Ausgestaltung verfolgt den Zweck, die Einwirkung der aus der
Armierung gelösten sMetallionen auf das Zahnfleisch durch unmittelbare Anbringung
der Armierung daran zu gewährleisten, was beim Oberkiefer mittels an den Zähnen
anliegender Armierungen nicht unbedingt gesichert wäre, weil die Mundflüssigkeit,
die die Metallionen aufnimmt, natürlich bestrebt ist, von den Armierungen nach unten
abzufließen.
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Die vorstehend aufgeführten Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen
nach der Erfindung können im Rahmen der Erfindung noch in mannigfaltiger Weise variiert
werden.