DE804370C - Stromzufuehrung fuer Zellen der Schmelzflusselektrolyse - Google Patents
Stromzufuehrung fuer Zellen der SchmelzflusselektrolyseInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 23. APRIL 1951
p22928 VIa/40c D
Froges & Camargue, Paris
Für Zellen der Schmelzflußelektrolyse, insbesondere zum Raffinieren von Aluminium mit drei übereinanderliegenden
Schichten, von denen die beiden Außenschichten metallisch sind, ist schon eine Stromzuführung vorgeschlagen worden, die aus Metallschienen
besteht, welche in eine erstarrte Metallmasse eintauchen, die von der gleichen Art wie das
Kathodenmetall und in einem Topf enthalten ist, der außen an der Wanne an einer ihrer Seiten angebracht
ist und durch einen Kanal verlängert wird, der die Seitenwand der Zelle durchdringt und mit
flüssigem Metall gefüllt ist, welches die Stromzuführung für das Kathodenmetall herstellt.
Der Widerstand dieser metallischen Stromzuführung ist kleiner als der der anderen bekannten
Stromzuführungen, wie z. B. Kohle- oder Graphitelektroden, die in das flüssige Metall eintauchen.
Dieser Vorteil ist besonders wichtig bei Elektrolysezellen, die zum Raffinieren von Aluminium bestimmt
sind. Die Stromzuführung aus flüssigem Metall besitzt jedoch einige Nachteile, die bisher
ihre allgemeine Anwendung verhindert haben..
Infolge der bedeutenden Wärmeleitfähigkeit des Metalls treten in der Stromzuführung aus flüssigem
Metall beträchtliche Wärmeverluste auf, welche die durch die Verringerung des Spannungsabfalls
an der Kontaktstelle erzielte Ersparnis aufwiegen oder sogar übertreffen können. Zur Verringerung
dieser Verluste muß man also den Querschnitt der Metallader dieser Stromzuführung so klein wie möglich
machen. Aus diesem Grunde hat man stets bedeutende Pincheffekte und deren Auswirkungen zu
erwarten, welche in Zusammenziehungen und Wirbelbildung in der flüssigen Metallader bestehen.
Diese Pincheffekte bewirken ferner Strömungsbewegungen des flüssigen Metalls zwischen der flüs-
sigen Elektrode der Zelle und dem flüssigen Metall in dem Verbindungskanal. Infolge dieser Bewegungen
geraten Verunreinigungen und Oxydschichten in diesen Kanal, wodurch er allmählich verstopft
wird. Außerdem verursachen diese Strömungen zu-
ao sätzliche Wärmeverluste, da warmes Metall in den Verbindungskanal gelangt, wo es sich abkühlt, und
von dort wieder in die Zelle zurückkehrt. Außerdem wird bei jeder Reinigung des Verbindungskanals
das thermische Gleichgewicht der Zelle gestört, so
«5 daß es nicht möglich ist, in dieser eine gleichbleibende
Temperatur aufrechtzuerhalten.
Man kann diese Nachteile beträchtlich vermindern oder ganz vermeiden, wenn man die Abmessungen
der flüssigen Verbindung so wählt, daß die Wärmeverluste durch Wärmekonvektion, Strahlung
und Wärmeleitung so klein wie möglich werden. Der zu verwendende kleinste Querschnitt ist
andererseits durch die Pincheffekte gegeben; dieser Querschnitt S kann nicht unterschritten werden,
denn dann können die durch den Strom von der Stärke 1 Amp. verursachten und durch die Formel
= — — · ίο"8 kg/cm2
(in der der Querschnitt i" in cm2 ausgedrückt ist)
gegebenen elektromagnetischen Kräfte F nicht mehr genügend durch den hydrostatischen Druck P ausgeglichen
werden, der von dem Metall mit der Dichte d (in g/cms) herrührt und gegeben ist durch
P=c-d-10-3 kg/cm2
(c = Höhe der von dem Pincheffekt hervorgerufenen Zusammenziehung), und die Zusammenziehungen in
Zentimetern der flüssigen Ader, die sich unter der Einwirkung dieser Kräfte bilden, bleiben nicht in
den praktisch zulässigen Grenzen.
Die Erfindung betrifft eine Stromzuführung für Zellen der Schmelzflußelektrolyse, bei welchen der
Elektrolysenstrom durch einen durch die Seitenwand der Zelle herausgeführten Kanal, in den sich das
schmelzflüssige Metall der Elektrode erstreckt, der Zelle zugeleitet wird. Diese Stromzuführung ist dadurch
gekennzeichnet, daß dieser Kanal in der Längsrichtung in zwei Teile, b1, b2, unterteilt ist,
von denen der erste, sich unmittelbar an das flüssige Metall in der Elektrolysierzelle anschließende
Teil,, b1, einen kleinen Querschnitt mit geringer
Tiefe und möglichst kleiner Länge aufweist, während der sich an das erstarrte Metall c anschließende
zweite Teil, b2, dieses Kanals einen größeren Querschnitt mit größerer Tiefe als der erste Teil
besitzt.
Die Querschnitte der beiden Teile des Kanals lassen sich aus den oben angegebenen Gleichungen
berechnen:
2 Is
3 S
ΐο~8 = c · d · ίο'
so daß
■•d
10~5 cm
2 τ2
S > —
1=3 0,8 d
S > —
1=3 0,8 d
10-5 = 0,833 · 10~5
S2
~d
~d
cm2
ΐο~5= 1,33 · ίο —j-cm
a
a
Im ersten Teil des Kanals soll gemäß der Erfindung c den Wert 0,8 cm erreichen können, also der
Querschnitt dieses Teils
sein.
Im zweiten Teil des Kanals soll c höchstens 0,5 cm betragen, also der Querschnitt
Auf diese Weise erlauben die gemäß der Erfindung gegebenen Werte bzw. Höchstwerte für c, die
passenden Querschnitte S1 und S2 für jeden besonderen
Fall mit vorgegebener Stromstärke 1 Amp. und Dichte d in g/cm3 des flüssigen Metalls zu berechnen.
Die Zeichnung stellt als Beispiel Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Verbindungsvorrichtung
dar.
Abb. ι und 2 sind Ansichten in waagerechtem bzw.
lotrechtem Schnitt einer ersten Ausführungsform;
Abb. 3 und 4 sind entsprechende Ansichten einer Abwandlung.
Auf diesen verschiedenen Abbildungen bezeichnet α die Elektrolysierzelle und b den Kanal, der eine
Seitenwand a1 der Zelle durchdringt und mit flüssigem
Metall gefüllt ist, welches von der gleichen Art ist wie das flüssige Metall im Innern der Zelle,
mit welchem die Verbindung hergestellt werden soll. Dieser Kanal endigt an einem Topf oder Behälter
c, der erstarrtes Metall enthält, in welches die metallischen Stromzuführungsschienen d eintauchen.
Der Kanal b besitzt zwei Abschnitte mit verschiedenem Querschnitt, wodurch in der flüssigen
Ader unter dem Einfluß der elektromagnetischen Kräfte in diesen beiden Abschnitten verschiedene
Zusammenziehungen entstehen: Der erste Abschnitt b1, der sich unmittelbar an das flüssige Metall
α2 in der Zelle α anschließt, besitzt einen kleineren
Querschnitt als der zweite Abschnitt b2, in dem das flüssige Metall dieses Kanals das erstarrte Metall
in dem Topf c berührt. Dieser Querschnitt des ersten Abschnitts b1 des Kanals b muß so berechnet
werden, daß die in diesem Abschnitt i*1 des Kanals
durch die von den vertikalen Zusammenziehungen,
die von den elektromagnetischen Kräften herrühren, bewirkte Spiegelsenkung des Metalls gegenüber der
Spiegelhöhe des Metalls in der eigentlichen Zelle verhältnismäßig groß ist, und zwar kann sie bis
0,8 cm betragen. Der Querschnitt des zweiten Abschnitts b2 des Kanals ist größer als der des ersten
Abschnitts und ist so bemessen, daß die in diesem zweiten Abschnitt durch die von den elektromagnetischen
Kräften herrührenden lotrechten Zusammenziehungen bewirkte Spiegelsenkung des Metalls
gegenüber der Spiegelhöhe des Metalls in der Elektrolysierzelle kleiner als 0,5 cm ist. Die Zusammenziehung
des Metalls ist in dem ersten Abschnitt b1 des Kanals größer als in dem zweiten Abschnitt
b2. In diesem nähert sich die Spiegelhöhe des Metalls der Spiegelhöhe des Metalls in der Zelle
und bleibt stets höher als die Spiegelhöhe des Metalls in dem ersten Abschnitt b1. Der Querschnitt
dieses ersten Abschnitts b1 kann z. B. ein abgeplattetes
Rechteck sein, da die Höhe des Metalls durch wirtschaftliche oder technische Erwägungen begrenzt
sein kann, weshalb man zur Erhaltung eines genügenden Querschnitts mit Rücksicht auf die
Pincheffekte in diesem Fall für den ersten Abschnitt des Kanals eine Breite wählt, die größer als
die Höhe des Metalls in diesem Abschnitt des Kanals ist, wie auf der Zeichnung dargestellt. Für
diesen ersten Abschnitt bl des Kanals ist eine möglichst
kleine Länge zu wählen, wobei die geringste :
Länge im allgemeinen durch die Dicke der Wand a1
der Zelle gegeben ist.
Wie bereits oben ausgeführt, soll der Querschnitt j des zweiten Abschnitts b- des Kanals so gewählt
werden, daß die elektromagnetischen Kräfte in diesem Abschnitt kleiner sind als in dem ersten
Abschnitt b1. Hierzu gibt man diesem zweiten Abschnitt
des Kanals eine größere Höhe und eine ge- j ringere Breite als dem ersten Abschnitt, wobei je- I
doch die Abmessungen so gewählt werden, daß der j Querschnitt dieses zweiten Abschnitts b- größer als
der des ersten Abschnitts b1 ist.
Um die beiden Abschnitte des Kanals noch besser voneinander zu trennen, kann man den zweiten Abschnitt
b2 mit dem ersten Abschnitt b1 einen gewissen
Winkel bilden lassen, wie auf Abb. 3 dargestellt. Man kann auch Gitter aus Graphit oder
anderen geeigneten Werkstoffen vorsehen, um die j elektromagnetische Trennung noch wirksamer zu j
gestalten und den Einfluß der in dem Abschnitt b1
auftretenden Bewegungen des Metalls auf das Metall in dem zweiten Abschnitt b2 auszuschalten.
Die Abkühlungsbedingungen des Metalls müssen j so bestimmt sein, daß dessen Erstarrung in dem '
zweiten Abschnitt b- des Kanals in der Nähe des I Topfes c erfolgt, und es ist vorteilhaft, daß die Berührung
zwischen erstarrtem und flüssigem Metall ! an dieser Stelle gemäß einer lotrechten Ebene stattfindet.
Man kann, wie auf Abb. 3 und 4 dargestellt, Löcher e für den Umlauf von Luft zur Abkühlung
des Metalls in diesem Gebiet vorsehen. Man kann ferner einen Abflußkanal / vorsehen, der normalerweise
durch geeignet angeordnete Steine f1 (Abb. 3 und 4) verschlossen ist.
Es ist zweckmäßig, wenn der erste Abschnitt b1
des Kanals von einem Wärmeschutzdeckel a3 bedeckt ist, so daß er leicht geöffnet und gereinigt
werden kann. Zwischen dem Metall und diesem Deckel muß ein freier Raum α4 vorgesehen werden.
Der zweite Abschnitt b2 des Kanals kann mit einem Wärmeschutz versehen werden, um möglichst kleine
Wärmeverluste zu erhalten.
Die Verbindung zwischen den Stromzuführungsschienen d und dem erstarrten Metall in dem Topf c
kann auf die übliche Weise hergestellt werden, z. B. durch Verschraubung, Schweißung usw., oder indem
man die Stromzuführungsschienen in das flüssige Metall eintaucht, welches man einfach um diese
Schienen herum erstarren läßt.
Die erfindungsgemäße Anordnung bietet folgende Vorteile: Die durch den Pincheffekt hervorgerufenen
Strömungsbewegungen des Metalls zwischen der Zelle und dem Kanal treten nicht mehr in dem
ganzen Verbindungskanal auf, sondern nur zwischen der Zelle und dem ersten Abschnitt b1 des Kanals,
der infolge der elektromagnetischen Kräfte die tiefste Spiegelhöhe darstellt. Alle diese Bewegungen
werden in der Übergangszone zwischen den Abschnitten b1 und b2 des Kanals angehalten. Infolge
der Verkürzung des ersten Abschnitts b1 werden die Strömungsbewegungen und infolgedessen die
Wärmeverluste soweit wie möglich verringert, und die Wärme bleibt in der Zelle lokalisiert. Durch
die Entfernung der sich in dem Abschnitt bl anhäufenden
Verunreinigungen und Oxydschichten wird das thermische Gleichgewicht der Zelle sowenig
wie möglich gestört. Infolge der Vergrößerung des Querschnitts des Metalls in dem zweiten
Abschnitt b2 des Kanals gegenüber dem ersten Abschnitt bl werden die Wirbelbewegungen des Metalls
in dem Abschnitt b2 sehr abgeschwächt, und die Strömungsbewegungen zwischen der Zelle und
dem Kanal können nicht in diesen Abschnitt b2 eindringen, so daß das Metall in diesem beruhigten
Abschnitt erstarrt. Da der Abschnitt b1 infolge der
Einschnürungskräfte den niedrigsten Spiegelstand besitzt, lagern sich die Verunreinigungen und
Oxyde vorzugsweise an dieser Stelle ab. Man kann es sogar erreichen, daß die Verunreinigungen
und Oxyde von dem Abschnitt b2 zu dem Abschnitt b1 geführt werden und daß die Zone zwi- no
sehen dem flüssigen Metall und dem erstarrten Metall praktisch frei von eindringenden Verunreinigungen
bleibt. Der Abschnitt bl bildet somit eine Art elektromagnetische Schranke zwischen
jlem flüssigen Metall der Zelle und dem als Stromzuführung
dienenden Abschnitt b2 des Kanals.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Stromzuführung für Zellen der Schmelzflußelektrolyse, bei welchen der Elektrolysenstrom durch einen durch die Seitenwand der Zelle herausgeführten Kanal, in den sich das schmelzflüssige Metall der Elektrode erstreckt, der Zelle zugeleitet wird, dadurch gekennzeich-net, daß dieser Kanal in der Längsrichtung in zwei Teile (bx, b-) unterteilt ist, von denen der erste, sich unmittelbar an das flüssige Metall in der Elektrolysierzelle anschließende Teil (ö1) einen kleinen Querschnitt mit geringer Tiefe und möglichst kleiner Länge aufweist, \vährend der sich an das erstarrte Metall (c) anschließende zweite Teil (fc2) dieses Kanals einen größeren Querschnitt mit größerer Tiefe als der erste Teil besitzt.
- 2. Stromzuführung gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des ersten, sich unmittelbar an die Elektrolysierzelle anschließenden Teils des Kanalsmindestens 0,833 · I0~5 ~r cm2 und der Querschnitt des zweiten Teils mindestens 1,33 · 10~5 -, cm2beträgt, wenn 1 die Stromstärke in Ampere in der Stromzuführung und d die Dichte des flüssigen Metalls bei der Arbeitstemperatur der Stromzuführung in g/cm3 bezeichnet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 4001 4.
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1949
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Also Published As
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| CH279685A (fr) | 1951-12-15 |
| FR972693A (fr) | 1951-02-01 |
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