DE78669C - Einrichtung an Tasten-Saiteninstrumenten zur Berichtigung der gleichschwebenden, von der reinen Stimmung abweichenden Tonhöhe einzelner Saiten - Google Patents
Einrichtung an Tasten-Saiteninstrumenten zur Berichtigung der gleichschwebenden, von der reinen Stimmung abweichenden Tonhöhe einzelner SaitenInfo
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- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10B—ORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
- G10B3/00—Details or accessories
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- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10C—PIANOS, HARPSICHORDS, SPINETS OR SIMILAR STRINGED MUSICAL INSTRUMENTS WITH ONE OR MORE KEYBOARDS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. \t
CARL SCHULTZ in BERLIN.
Die bei Instrumenten mit gegebener Höhe der Töne gebräuchliche gleichschwebende
Temperatur vermeidet die dem Ohre unerträglicheren Abweichungen von der genauen Höhenlage,
welche die völlig reine Stimmung auf eine bestimmte Tonart für die übrigen Tonarten
bedingen würde, nur durch gleichmäfsige Vertheilung der Unreinheiten auf alle Tonarten,
so dafs ganz reine Accorde überhaupt nicht vorhanden sind. Unter den Intervallen differiren
zwar die Quarte und Quinte nur um Y103,-die
None um Y62 Ganzton, also unhörbar;
die Terzen und Sexten dagegen y,s bis Y14,
die Dominantseptimen und grofse Secunden sogar um Y7 bis Y6 Ganzton, was den Wohlklang
unter Umständen merklich beeinträchtigt.
Durch die vorliegende Erfindung wird bezweckt, diese Abweichungen dadurch auszugleichen,
dafs jeder Ton verschiedene, am besten drei entsprechende Höhenschattirungen erhält, welche durch jeweilige Verkürzung der
schwingenden Saiten gebildet werden. Zu dem Zwecke sind über denselben die Hebel
E1 E2 angebracht, welche durch Elektromagnete bethätigt werden und durch die an dem betreffenden
Punkt ein Druck gegen die Saiten ausgeübt wird, sobald und so länge der Spielende
durch Anschlagen der Taste den Strom schliefst. Letzteres geschieht hier durch Federcontacte
C2C2 C3cs, Fig. 2, 3 und 4, an den Tasten,
welche mittelst beweglicher Anschlagflächen wirken. Die Oberflächen der Tasten erhalten
dieserhalb für jede Höhenschattirung eine besondere Abtheilung T1 T'2 Ts, welche auf dem
Haupttheil der Taste T mittelst Scharniers befestigt ist und beim Anschlagen gegen denselben
federt. Dieselbe Feder oder eine zweite bildet den Contact. Durch diese Federung
wird zugleich ein weicherer Anschlag ■■ erzielt, weshalb auch der mit keinem der beiden Contacte
verbundene, die Saiten unverkürzt anschlagende Tastentheil T1 eine Feder Cc1 erhält.
Durch eine vom Erfinder angegebene Notenschrift ersieht der Spielende, welche der
drei Tonschattirungen dem reinen Klange entspricht, welchen Tastentheil er also anzuschlagen
hat. Zur Bequemlichkeit des Spielenden können die Contacttheile der Tasten auch verdoppelt
werden.' Die Saitenverkürzung kann durch den Umschalter U, Fig. 4, aufser Thätigkeit
gesetzt werden. Das Stimmen geschieht stets wie bei gewöhnlichen Klavieren, also nach
gleichschwebender Temperatur.
Die Zeichnung veranschaulicht die Einrichtung an einem Flügel, und zwar stellt Fig. 1 die
Oberansicht, Fig. 2 die Seitenansicht dar. In beiden Figuren sind die Magnete und die zugehörigen
Hebel der Deutlichkeit halber stark vergröfsert dargestellt. Die Anker, Fig. 2, der
Elektromagnete sind als Hebel E1E'2 ausgebildet
und in e1 und e2 drehbar, um bei x1
und x2 mit verstärkter Kraft auf die Saiten zu
drücken,'so lange sie angezogen werden. Um für den Hebel E2 Platz zu gewinnen, übt derselbe
den Druck hinter dem Steg S aus, und dieser schliefst den schwingenden Saitentheil
ab, wogegen der andere Hebel E1 genau an dem anderen abschliefsenden Punkt der Saite
auf diese drückt. Bei beiden Hebeln kann, um zu verhindern, dafs der wiederholte Druck
auf die Saiten diese schnell verstimme, ein durch denselben Hebel veranlafster, gleichzeitiger
Gegendruck von unten angewendet werden. Fig. 3 ist die Seitenansicht einer Taste mit dreitheiliger Anschlagfläche, die drei
Obertheile T1 T2 T3 sind an den Scharnieren
C1C2 beweglich; T2 drückt durch C2 auf die
Contactfeder c2, T3 durch C3 auf die Contactfeder
c3, während das Stück T1 ohne Contactschlufs
auf die Feder c1 drückt.
Die Stromlaufskizze (Fig. 4) zeigt den Arbeitsgang des elektrischen Apparates, welcher sich
folgendermafsen vollzieht. Drückt der Spielende auf einen der zur Leitung gehörenden Tastentheile,
z. B. T2, so wird der Strom durch Berührung von C2 mit der Feder c2 geschlossen,
läuft bis zu dem Schleifcontact s2, setzt sodann
seinen Weg unter der Taste fort bis zum Ende der Tastenmechanik, wo wiederum ein Federcontact/2
angebracht ist, um den Weiterlauf so in den die Saiten enthaltenden Theil des
Instrumentes zu übertragen, dafs die Tastenmechanik leicht herausnehmbar bleibt. Der
Strom wird nun von den unter dem Resonanzboden entlang laufenden Drähten bis zum
Ende des letzteren und durch die dahinter befindlichen Holztheile hindurch nach oben zu
der Magnetaufhängung geleitet, wo nochmals ein Contact vorhanden ist, um auch die Magnete
leicht herausnehmen zu können. Die Rückleitung ist für sämmfliche Elektromagnete dieselbe
und geht von diesen unter Benutzung der vorhandenen Metalltheile des Instrumentes
zu der im Hohlraum unter dem Resonanzboden angebrachten Batterie oder sonstigen
Stromquelle. Die Verbindungen von da nach den Tasten gehen durch den Umschalter U
und bilden unter Benutzung der den Tasten statt Scharniere dienenden Stifte V bei letzterem
Schleifcontacte zur Uebertragung des Stromes auf die in den Tasten befindlichen Rückleiter,
in denen er sich bis zu den Anschlagscontacten c2 c3 bewegt. Bei dieser Anordnung
bleiben auch die einzelnen Tasten leicht herausnehmbar.
Zur Vereinfachung erscheint es zweckmäfsig^ die Einrichtung auf die gebräuchlicheren Tonlagen
zu beschränken, sowohl die selten vorkommenden tiefsten Töne des Klaviers wie die
ganz hohen, wo das Anbringen der Hebel durch die Kürze der Saiten erschwert wird,
sind unbedingt auszuschliefsen. Um jedoch einen gleichmäfsigen Anschlag zu behalten,
mufs die Federung der Tastenobertheile wie bei den Anschlagflächen für die unverkürzten
Saiten (tiefste der drei Tonschattirungen) ebensowohl
auch hier stattfinden.
Claims (2)
1. Einrichtung an Klaviatur-Saiteninstrumenten zur Berichtigung der gleichschwebend temperirten,
von der reinen Stimmung abweichenden Tonhöhe einzelner Saiten, gekennzeichnet durch von den Tasten aus bethätigte
Elektromagnete, deren Anker mit stegartigen Ansätzen gegen die Saiten gedrückt werden und die schwingende Länge
derselben verkürzen.
2. In Verbindung mit der unter !.gekennzeichneten
Einrichtung die Anordnung drehbar gelagerter Anschlagstücke (T2 T3J
auf den Tasten, welch erstere beim Niederdrücken der Tasten mit Stromschlufsfedern
in Berührung treten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE78669T | 1894-06-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE78669C true DE78669C (de) | 1894-12-18 |
Family
ID=89767838
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189478669D Expired DE78669C (de) | 1894-06-21 | 1894-06-21 | Einrichtung an Tasten-Saiteninstrumenten zur Berichtigung der gleichschwebenden, von der reinen Stimmung abweichenden Tonhöhe einzelner Saiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE78669C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2022008797A1 (en) * | 2020-07-10 | 2022-01-13 | Kari Ikonen | Micro-tuning device |
-
1894
- 1894-06-21 DE DE189478669D patent/DE78669C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2022008797A1 (en) * | 2020-07-10 | 2022-01-13 | Kari Ikonen | Micro-tuning device |
| US12165619B2 (en) | 2020-07-10 | 2024-12-10 | Kari Ikonen | Micro-tuning device |
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