DE760593C - Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen - Google Patents
Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine LegierungenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Induktions-Schmelzofen für Magnesium
und seine Legierungen, bestehend aus nebeneinander angeordneten und im unteren
Teil miteinander verbundenen Herdräumen zum aufeinanderfolgenden Behandeln des Schmelzgutes, von denen der zuerst das
Schmelzgut aufnehmende Herd zum Einschmelzen, der das Schmelzgut danach aufnehmende
Herd zum Abstehen dient und bezweckt eine weitere -Vervollkommnung der Öfen dieser Gattung.
Magnesium und seine Legierungen wurden bisher meist in Stahltiegeln geschmolzen, die
von außen öl-, gas- oder koksgefeuert wurden. Niederfrequenz- S chmelzrinnenöfen mit geschlossenen
Rinnen konnten bisher zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen nicht benutzt werden, weil sich die
Rinnen sofort verstopften. Kernlose Hochfrequenz-Induktionsöfen werden ebenfalls
zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen nicht benutzt, weil diese Stoffe
stark Gase aufnehmen und deshalb die bei
diesen Öfen übliche Badbewegung die Erzielung eines einwandfreien Gusses infolge
' starker Gasaufnahme aus der Luft verhindert. Diese Schwierigkeiten hatten zur Folge, daß
elektrisch beheizte Ofenanlagen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen
bisher fast überhaupt nicht benutzt wurden. Es ist ein Verfahren zum Schmelzen von
Leichtmetallen bekannt, bei dem das Schmelzgut erst durch Induktionserhitzung und dann
durch Widerstandserhitzung erhitzt wird. Es ist auch bekannt, das Leichtmetall zuerst in
dem Induktionsofen zu schmelzen und es dann beim Flüssigwerden in einen getrennten
Widerstandsofen fließen zu lassen.
Ferner ist ein Ofen zum Durchführen dieses Verfahrens bekannt, bei dem der durch
Widerstandsheizung beheizte Teil mit dem durch Induktionsheizung beheizten Teil des
Ofens in Verbindung steht, und der widerstandsbeheizte Teil als Schöpftiegel ausgebildet
ist, der seitlich neben dem Induktionsraum angeordnet ist. Bei diesem Ofen läßt es sich aber nicht ganz vermeiden, daß
auch in dem widerstandsbeheizten Ofenteil eine gewisse Badbewegung erfolgt, so daß ein
völlig ruhiges Abstehen der Schmelze nicht möglich ist. Ein solches ruhiges Abstehen,
wie es bisher nur bei rein widerstandsbeheizten Öfen möglich war, oder bei Öfen,
die von außen mit öl, Gas oder Koks beheizt wurden, ist aber die Voraussetzung zum
Erzielen eines einwandfreien Gusses für verschiedene Metalle, insbesondere für Leichtmetalle
und Magnesium und seine Legierungen, weil schon bei der geringsten Badbewegung
Gase und Oxyde in das Bad gelangen, die eine Verschlechterung des Gusses zur Folge haben.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer elektrischen Ofenanlage, die allen Anforderungen
entspricht, welche an die Behandlung von Magnesium und seinen Legierungen gestellt werden müssen, um einen einwandfreien
Guß zu erhalten.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß in dem zum Einschmelzen dienenden
Ofenteil der Tiegel aus einem solchen Werkstoff besteht oder die Wanddicke eines Stahltiegels
so im Verhältnis zu der gewählten Stromfrequenz bemessen ist, daß im Schmelzgut Ströme induziert werden, die eine Badbewegung
erzeugen, während im anderen, zum Abstehen dienenden Ofenteil ein Stahltiegel
induktiv erhitzt wird und die Tiegelwand so dick bemessen ist, daß bei der gewählten
Stromfrequenz nur in der Tiegelwand induzierte Ströme entstehen, so daß das Erhitzen
des Schmelzgutes nur durch Wärme- ; leitung von der Tiegelwand erfolgt und keine j
Badbewegung erzeugt wird, und daß der Ver- j bindungskanal d?r beiden Herdräumt durch
eine im Betrieb von außen bedienbare und an einer möglichst tiefen Stelle der Herde angeordnete
Vorrichtung regelbar und verschließbar ist.
; Die Erfindung beruht auf der Iiekannten
Tatsache, daß die in einem Körper durch eine ; wechselstromgespeiste Induktionsspule erzeugten
Induktionsströme eine bestimmte ] Eindringtiefe haben, die von der Frequenz des Spulenstromes und dem spezifischen
Widerstand des Werkstoffes des Körpers abhängt. Man ist deshalb ohne weiteres in der
ί Lage, die Eindringtiefe für eine bestimmte Frequenz und einen bestimmten Werkstoff
zu berechnen (Patent 502691?.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß nunmehr auch Magnesium und seine Legierungen
in elektrischen Öfen behandelt werden können, wobei in dem Ofenteil, der zum Einschmelzen
dient, das Schmelzen infolge der Induktionsheizung schnell und unter Badbewegung erfolgt,
während das Abstehen in dem anderen Ofenteil unter Vermeidung jeglicher Badbewegung
trotz der Induktionsheizung erfolgt, da in diesem Ofenteil die Eindringtiefe nicht über die -Wanddicke des Stahltiegels
hinausgeht, so daß die Heizung ähnlich einer Widerstandsheizung ist.
Ein weiterer Vorteil der Anlage besteht darin, daß sie einen günstigen Leistungsfaktor
besitzt und den modernen Anforderungen an eine Schmelzanlage besser entspricht. Die Induktionsspulen können über Reguliertransformatoren
an das Xetz angeschlossen sein, wodurch teuere Hochfrequenzumformer vermieden werden. Die Heizung der Spulen
kann stets so geregelt werden, daß in dem Einschmelztiegel jede beliebige Badbewegung
erzielt werden kann, wie beispielsweise eine schwache Badbewegung oder eine sehr kräftige, falls ein gründliches Durchmischen
des Bades mit einem Salz zum Reinigen des Bades erforderlich ist.
Die Regelung der Badbewegung im Einschmelztiegel kann nach einer weiteren Einzelheit
der Erfindung auch noch dadurch erfolgen, daß der untere Teil des Tiegels aus
einem keramischen Stoff, der obere aus Stahl hergestellt ist. Es entsteht dann im unteren
Teil des Tiegels eine heftige Badbewegung, während im oberen Teil die stählerne Tiegelwand
das Schmelzgut abschirmt, so daß weniger Induktionsströme im Schmelzgut erzeugt
werden und deshalb auch eine geringere Badbewegung entsteht. Die gleiche Wirkung
kann dadurch erzielt werden, daß der Badspiegel oberhalb der Oberkante der Induktionsspule
liegt, so daß also der obere Teil des Bades sich außerhalb des Einflusses der Spule befindet. Diese beiden Maßnahmen
können auch kombiniert werden, wodurch eine noch feinere Regelungsmöglichkeit für
die Badbewegung entsteht.
Eine Regelung der Behandlung des Magnesiums
und seiner Legierungen in diesem Ofen kann auch noch durch die Wahl der Frequenz
und der Größe des den Induktionsspulen zugeführten Stromes erfolgen. "Vorzugsweise
wird sowohl für den Einschmelzten als auch
ίο für den Abstehteil der Ofenanlage die gleiche
Frequenz gewählt und die Einwirkung auf
das Bad durch entsprechende Bemessung der Wandstärken der Tiegel der beiden Ofenteile
geregelt.
Nach einer weiteren Einzelheit der Erfindung kann in dem Abstehteil des Ofens auch
noch eine zusätzliche Widerstandsheizung, beispielsweise in einem schwenkbar am Ofen
befestigten Tiegeldeckel, vorgesehen sein, die das Schmelzgut durch Strahlung erhitzt.
Erfindungsgemäß kann der Einschnielzofenteil
als Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildet sein oder als kernloser Induktionsofen.
Im ersten Fall besteht kein© Gefahr der Verstopfung der Schmelzrmne, da sie zum Reinigen leicht zugänglich ist.
Die- durch den Herdraum mittels eines Stopfens verschließbare EintrittsöfFnung in
den vom Einschmelztiegel zum Abstehtiegel führenden. Verbindungskanial kann bequem
durch den gleichen Herdraum mittels eines Fräsers gereinigt werden, so daß ein sicherer
Abschluß stets möglich ist. Besteht der Tiegel des Ernschmelzteils aus einem keramischen
Stoff, so· wird erfindungsgemäß der Verbindungskanal aus Stahl hergestellt. Der Einschmelztiegel
kann bei einem Rinnenofen auch mit zwei Herden eingerichtet sein, deren
jeder einen oder mehrere Abstehtiegel besitzt.
Vorzugsweise liegt die Sohle des Abstehtiegels tiefer als die des Einischmelztiegels,
um ein Überfließen eines möglichst großen Teils des Inhalts des Einschmelztiegels in den
Abstehtiegel zu ermöglichen.
Die Heizungen sämtlicher Tiegel einer Ofenanlage gemäß der Erfindung sind unabhängig voneinander schaltbar und regelbar,
so daß jeder einzelne Tiegel für sich allein zu irgendeiner Behandlung des Schmelzgutes
benutzt werden kann.
Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung sind im nachfolgenden beschrieben..
Die Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Fig. ι zeigt im Längsschnitt eine Ofenanlage mit einem Einschmelz- und einem Abstehtiegel,
Fig. 2 desgleichen mit zwei Abstehtiegeln, Fig. 3 desgleichen, mit unter einem Winkel
zueinander und zur lotrechten Ofenachse angeordneten Tiegeln;
Fig. 4 zeigt im Querschnitt den als Rinnenofen mit offener Schmalzrinne ausgebildeten
Einschmelzteil einer Ofenanlage, während
Fig. 5 die gleiche Anlage im Grundriß mit Teilschnitt durch die Tiegel und mit mehreren
Abstehtiegeln zeigt;
Fig. 6 zeigt im Längsschnitt eine Ofenanlage, bestehend aus einem Rinnenofen mit
offener Rinne und zwei Schmelzherden sowie zwei Abstehtiegeln,
Fig. 7 desgleichen im Grundriß mit Teilschnitt durch die Tiegel.
Bei der Ofenanlage nach Fig. 1 ist ein Stahltiegel 1 vorgesehen, der von einer Induktionsspule
2 umgeben ist, die von dem Tiegel durch eine Isolierschicht 3 getrennt ist. 4 ist die Ummauerung des Tiegels und 5
eine Wärmeisolierschicht. Ein Deckel 6 schließt den Tiegel oban ab. Durch einen Kanal 7 mit ihm verbunden ist ein zweiter
Stahltiegel 8 vorgesehen, der ebenfalls von einer Isolierschicht 9 und einer Induktionsspule
10 umgeben ist. Ein Deckel 11 schließt
diesen Tiegel oben ab. Ein Abstich 12 dient zum Gießen der Schmelze. Der gesamte Ofen
ist um Drehzapfen 13 kippbar, wobei ein Anschlag 14 die äußerste Kipplage begrenzt. Das
Kippen dient hier jedoch nicht zum Entleeren des Tiegels 8, sondern lediglich, um einen
möglichst großen Teil des flüssigen Bades aus dem Tiegel 1 in den Tiegel 8 überfließen
lassen zu können. Ein Stopfen 15 regelt und verschließt den Kanal 7 und kann von außen
durch die Stange 16 betätigt werden, die in den Tiegel 1 hineinragt. Der Sitz 17 des
Stopfens 15 kann leicht mittels eines Fräsers bei Verstopfungen gereinigt werden. Wird die
Spiegelhöhe des Bades im Tiegel 1 so gehalten, daß der Spiegel oberhalb der Oberkante
der Induktionsspule 2 liegt, wie bei 18 gezeigt, so wird die Badbewegung im oberen
Teil des Bades verringert, während sie im unteren Teil des Tiegels 1 den, erforderlichen
Grad der Heftigkeit aufweisen kann, der durch die gewählte Frequenz und die Wanddieke
des Tiegels 1 sich ergibt. Die Wanddicke des Tiegels 8 ist wiederum so bemessen,
daß die Induktionsspule 9 lediglich in der Tiegelwand Induktionsströme erzeugt, so· daß
die Schmelze im Tiegel 8 in völliger Ruhe abstehen kann. Zwischen den beiden Induktionsspulen
2 und 10 ist eine kupferne Abschirmung 19 vorgesehen, die eine gegenseitige ungünstige Beeinflussung der beiden
Spulen abschließt.
Der Ofen nach Fig. 2 unterscheidet sich von dem Ofen nach Fig. 1 lediglich dadurch,
daß zu jeder Seite des Einschmelztiegels 21 je ein Abstehtiegel 22 und 23 vorgesehen ist,
die durch Kanäle 24 und 25 mit dem Einschmelztiegel verbunden sind. Anschläge 26
und 27 begrenzen die äußersten Kipplagen
des Ofens nach beiden Seiten. Im übrigen ist die Wirkung die gleiche wie die des Ofens
nach Fig. χ: jedoch kann jeder der beiden Abstehtiegel auch getrennt benutzt werden,
falls die Menge des Schmelzgutes dies bedingt. Die Heizungen der drei Tiegel sind
ebenfalls unabhängig voneinander, so daß nötigenfalls die Behandlungen des Schmelzgutes
in den beiden Abstehtiegeln zu gleicher Zeit verschieden sein können. So kann beispielsweise
in dem einen Abstehtiegel das Schmelzgut unter geringer Temperatur abstehen;
während es aus dem anderen Abstehtiegel nach Überhitzung auf die Abstichtemperatur
bereits vergossen wird. Es kann auch nur der Einschmelztiegel benutzt werden,
falls die Eigenart des Schmelzgutes dies bedingt. In diesem Fall ist es zweckmäßig, den
Einschmelztiegel auch noch mit einer Gießschnauze in seinem oberen Teil zu versehen
und den Ofen mit einer weiteren Kippeinrichtung auszurüsten, die ein Vergießen aus dem
Einschmelztiegel gestattet.
Der Ofen nach Fig. 3 hat zwei winklig zueinander und winklig zu einer lotrechten
Achse des Ofens angeordnete Tiegel, und zwar den Einschmelztiegel 31 und den Abstehtiegel
32. Zwei getrennt schaltbare und regelbare Induktionsspulen 33 und 34 dienen zum Erhitzen der beiden Tiegel. Eine kupferne
Abschirmung 35 trennt die beiden Spulen : elektrisch voneinander. Ein Stopfen 36,
der durch eine nach außen durchgeführte Stange 37 betätigt wird, schließt im Ein- j
schmelztiegel 31 den Verbindungskanal 38 j zum Abstehtiegel 32 ab. Die Sohle 39 des Ab- j
stehtiegels 32 liegt tiefer als die Sohle 40 des Einschmelztiegels 31, so daß ein größerer !
Teil des Schmelzgutes aus dem Tiegel 31 in j den Tiegel 32 überfließen kann. Zum Kippen I
des Ofens dienen Drehzapfen 41 in der Ofenmittelachse
oder Drehzapfen 42 außerhalb des Ofens. Es kann ferner der Abstehtiegel 32 eine verschließbare Gießschnauze 43 besitzen.
Soll das Schmelzgut durch diese Schnauze abgegossen werden, so wird der Ofen vorzugsweise
um die äußeren Drehzapfen 42 gekippt. Soll das Schmelzgut jedoch nur aus dem Einschmelztiegel in den Abstehtiegel
übergegossen werden, so genügt ein Kippen des Ofens um die mittleren Drehzapfen 41.
Für das Vergießen des Schmelzgutes aus dem Abstehtiegel können Abstichlöcher in diesem
vorgesehen sein, die in der Zeichnung der Einfachheit halber nicht veranschaulicht sind.
Auch bei diesem Ofen ist die Wanddicke des Einschmelztiegels 31 so dünn, daß in dem
Schmelzgtit Induktionsströme erzeugt werden, die sowohl das Schmelzgut schnell erhitzen
als auch eine Badbewegung verursachen, die beispielsweise dann nötig ist und heftig sein muß, wenn das Schmelzgut mit
einer Salzschicht gründlich vermischt werden muß, damit das Salz die Gase aus dem
Schmelzgut entfernt.
Der Abstehtiegel 32 dagegen ist so dick J>emessen,
daß Induktionsströme in dem Schmelzgut nicht mehr entstehen können, so daß es
in völliger Ruhe abstehen kann.
1 Der Ofen nach Fig. 4 und 5 hat einen als
j Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildeten : Einschmelztiegel 45 mit einer von oben l>equem
zugänglichen offenen Schmelzrinne 46 und einem Herd 47. Die Induktionsspule 48 befindet sich innerhalb der Rinne und des
Herdes, so daß die Erwärmung und das Schmelzen des Schmelzgutes von innen heraus
erfolgt. 49 ist der Transformatorkern, der sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der
Spule befindet.
Ein Kanal 50, der durch einen Stopfen 51
mittels einer den Herdraum durchdringenden Stange 52 verschlossen werden kann, verbindet
den Herdraum 47 mit dem Abstehtiegel 53. Durch den Abstich 54 kann das Schmelzgut aus dem Abstehtiegel vergossen
werden. Der Herdraum 47 kann auch mit mehreren Abstehtiegeln verbunden sein. beispielsweise
mit den weiteren Abstehtiegeln 55 und 56, wobei die Möglichkeit besteht, jeden einzelnen dieser Abstehtiegel getrennt zu benutzen
und das Schmelzgut in den einzelnen Abstehtiegeln zu gleicher Zeit verschiedenen
Behandlungen zu unterwerfen.
Nach den Fig. 6 und 7 ist der Einschmelzofenteil ebenfalls als Rinnenofen mit offener
Schmelzrinne ausgebildet, und zwar l>esteht er aus einem Tiegel 61, der Schmelzrinue 62
und den zwei Herden 63 und 64 sowie dem Transformatorkern 65. Jeder der beiden Herde ist durch einen Kanal 00 und 67 mit
je einem Abstehtiegel 68 und 69 verbunden. Die Kanäle sind in üblicher Weise durch
einen Stopfen 70 mittels der Stangen 71 im Herdraum 63 bzw. 64 regelbar und verschließbar.
Die Kanäle sind ebenso^ wie die Abstehtiegel aus Stahl hergestellt. Jeder der Abstehtiegel
hat ferner ein Abstichloch ~jz zum Vergießen
des Schmelzgutes. Die Induktionsspule 73 des Einschmelztiegels befindet sich innerhalb der offenen Schmelzrinne. Der
Tiegel selbst besteht entweder aus einem keramischen Stoff oder aus Stahl, wobei im
letzteren Fall die Tiegelwandung so dünn bemessen ist, daß bei der benutzten Stromfrequenz
auch noch eine ausreichende Badbewegung erzeugt wird. Die beiden Abstehtiegel bestehen aus Stahl und haben eine
solche Wandstärke, daß eine Badb-ewegung durch die Induktionsspule 74 nicht erzeugt
werden kann, da die Eindringtiefe der in-
duzierten Ströme nicht über die Wanddicke hinausgehen kann.
Sowohl die Spulen der Einschmelztiegel als auch die Spulen der Abstehtiegel aller besebriebenen
Ausführungsbeiispiele können wassergekühlt sein.
. Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen j
Ofens ist die folgende: Das Schmelzgut, bei- j spielsweise Magnesium oder eine Magnesiumlegierung,
wird in den Einschmelztiegel eingebracht und eingeschmolzen, bis die Temperatur etwa 65 o° C erreicht, je nach der Art
der Legierung. Um die Schmelze von Oxyden und sonstigen nichtmetallenen Verunreinigungen
zu reinigen, kann es erforderlich sein, das geschmolzene Gut kräftig mit Salzen zu
durchmischen, was dann meist bei einer Temperatur von. etwa 730 bis 7600 C erfolgt.
Nachdem das Schmelzgut auf diese Weise in dem Einschmelztiegel behandelt worden ist,
wird es nach öffnen des Stopfens des Verbindungskanals in den Abstehtiegel übergeleitet,
wozu· je nach der Bauart des Ofens auch ein
Kippen des Ofens angewandt wird, um einen möglichst großen Teil der Schmelzmenge in
den Abstehtiegel überzuführen. In dem letzteren erfolgt dann aus metallurgischen
Gründen ein Überhitzen bei völliger Ruhe des Schmelzgutes bis auf 850 bis 9000 C. Die
Schmelze wird dann abgekühlt bis zu einer Gießtemperatur von etwa 720 bis 7700 C und
kann dann anschließend auf eine geeignete Weise vergossen werden. Zum Vergießen kann man entweder das Abstichloch des Abstehtiegels
benutzen, oder durch Kippen des gesamten Ofens das Gut durch die Gießschnauze
vergießen oder durch Schöpfen aus dem Abstehtiegel. ,-,
Der erfindungsgemäße Ofen gestattet somit jede beliebige Behandlung von Magnesium
und seinen Legierungen, die Einhaltung und Erreichung jeder erforderlichen Temperatur
sowohl im Einschmelz- aus auch im Abstehtiegel
und die Erzeugung jeder beliebigem Badbewegung bzw. die Vermeidung jeglicher
Badbewegung, je nach den Erfordernissen des Sonderfalles. Damit ist erstmalig ein vollelektrischer
Schmelzofen für Magnesium und seine Legierungen geschaffen worden, der alle Vorteile der rein elektrischen Beheizung mit
den Vorteilen der bisher benutzten, von außen durch Öl, Gas oder Koks beheizten öfen vereinigt
und die Nachteile der letzteren'· vermeidet.
Claims (17)
- PaTENTANSPBÜCHE:i. Elektrischer Induktions-Schmelzoien für Magnesium und seine Legierungen, bestehend aus nebeneinander angeordneten und im unteren Teil miteinander verbundenen Herdräumen zum aufeinanderfolgenden Behandeln des Schmelzgutes, von denen der zuerst das Scbmelzgut aufnehmende Herd zum Einschmelzen, der das Schmelzgut danach aufnehmende Herd zum Abstehen dient, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zum Einschmelzen dienenden Ofenteil der Tiegel aus einem solchen Werkstoff besteht oder die Wanddicke eines· Stahltiegels so· im Verhältnis zu der gewählten Stromfrequenz dünn bemessen ist, daß im Schmelzgut Ströme induziert werden, die eine Badbewegung erzeugen, während im anderen zum Abstehen dienenden Ofenteil ein Stahltiegel induktiv erhitzt wird und die Tiegelwand so dick bemessen ist, daß bei der gewählten Stromfrequenz nur in der Tiegel wand induzierte Ströme entstehen, so daß das Erhitzen des Schmelzgutes nur durch Wärmeleitung von der Tiegelwand erfolgt und keine Badbewegung erzeugt wird, und daß der Verbindungskanal der beiden Herdräume durch eine im Betrieb von außen bedienbare und an einer möglichst tiefen Stelle der Herde angeordnete Vorrichtung regelbar und verschließbar ist.
- 2. Ofenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil als Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildet ist.
- 3. Ofenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil als kernloser Induktionsofen ausgebildet ist.
- 4. Ofenanlage nach den Ansprüchen, 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tiegel des Einschmelzofenteils in seinem unteren Teil aus keramischem Stoff, im oberen aus Stahl besteht.
- 5. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Einschmelzofenteil der Badspiegel oberhalb der Oberkante der Induktionsspule liegt.
- 6. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Abstehofenteil eine von der Induktionsspule unabhängige Strahlungsheizung durch elektrische Widerstandsheizkörper im Herddeckel vorgesehen ist, der am Ofen vorzugsweise schwenkbar angebracht ist.
- 7. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungskanal beider Ofenteile durch einen im Einschmelztiegel eingeführten Stopfen verschließbar ist.
- 8. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizungen beider Ofenteile unabhängigvoneinander schaltbar und regelbar sind.
- 9. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofen kippbar ist, und zwar um einen Drehzapfen etwa in der Ofenmitte oder um einen außerhalb des Ofens angeordneten Drehzapfen.
- 10. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei keramischem Einschmelztiegel der Verbindungskanal zum Abstehtiegel aus Stahl besteht.
- χι. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle des Abstehtiegels tiefer liegt als die des Einschmelztiegels.
- 12. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere unabhängig voneinander benutzbare Abstehtiegel vorgesehen sind.
- 13. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil bei Ausbildung als Ofen mit offener Schmelzrinne zwei Herdräume hat, deren jeder mit einem oder mehreren eigenen Abstehtiegeln verbunden ist, die einzeln unabhängig voneinander benutzbar sind.
- 14. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zwisehen den Induktionsspulen der Einschmelz- und Abstehtiegel eine kupferne Abschirmung vorgesehen ist.
- 15. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlage zum Begrenzen der Ofenkipplage beim Übergießen des Schmelzgutes aus dem Einschmelztiegel in den Abstehtiegel vorgesehen sind.
- 16. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Einschmelz- und Abstehtiegel unter einem Winkel zueinander und zn einer lotrechten Ofenachse stehen.
- 17. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 16. dadurch gekennzeichnet, daßimEinschmelz- und Abstehtiegel verschließbare Gießschnauzen vorgesehen sind.Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:Deutsche Patentschriften Xr. 542 449.613 525·Hierzu 1 Blatt ZeichnungenQ 3676 3.52
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL103844D DE760593C (de) | 1941-04-05 | 1941-04-05 | Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen |
| DEA7916D DE903266C (de) | 1941-04-05 | 1943-09-17 | Elektrischer Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL103844D DE760593C (de) | 1941-04-05 | 1941-04-05 | Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE760593C true DE760593C (de) | 1952-03-31 |
Family
ID=7289996
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL103844D Expired DE760593C (de) | 1941-04-05 | 1941-04-05 | Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE760593C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE945780C (de) * | 1941-04-29 | 1956-07-19 | Aeg | Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE542449C (de) * | 1929-03-06 | 1932-01-25 | Emil Friedrich Russ | Elektrischer Schmelzofen fuer Aluminium u. dgl. |
| DE613525C (de) * | 1935-05-21 | Aeg | Elektrischer Ofen zur Ausuebung des Verfahrens zum Schmelzen von Leichtmetallen |
-
1941
- 1941-04-05 DE DEL103844D patent/DE760593C/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE613525C (de) * | 1935-05-21 | Aeg | Elektrischer Ofen zur Ausuebung des Verfahrens zum Schmelzen von Leichtmetallen | |
| DE542449C (de) * | 1929-03-06 | 1932-01-25 | Emil Friedrich Russ | Elektrischer Schmelzofen fuer Aluminium u. dgl. |
Cited By (1)
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| DE945780C (de) * | 1941-04-29 | 1956-07-19 | Aeg | Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen |
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