DE760593C - Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen - Google Patents

Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen

Info

Publication number
DE760593C
DE760593C DEL103844D DEL0103844D DE760593C DE 760593 C DE760593 C DE 760593C DE L103844 D DEL103844 D DE L103844D DE L0103844 D DEL0103844 D DE L0103844D DE 760593 C DE760593 C DE 760593C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
furnace
crucible
melting
crucibles
channel
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEL103844D
Other languages
English (en)
Inventor
Franz Linnhoff
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
AEG AG
Original Assignee
AEG AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by AEG AG filed Critical AEG AG
Priority to DEL103844D priority Critical patent/DE760593C/de
Priority to DEA7916D priority patent/DE903266C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE760593C publication Critical patent/DE760593C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • HELECTRICITY
    • H05ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H05BELECTRIC HEATING; ELECTRIC LIGHT SOURCES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CIRCUIT ARRANGEMENTS FOR ELECTRIC LIGHT SOURCES, IN GENERAL
    • H05B11/00Heating by combined application of processes covered by two or more of groups H05B3/00 - H05B7/00
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C45/00Injection moulding, i.e. forcing the required volume of moulding material through a nozzle into a closed mould; Apparatus therefor
    • B29C45/17Component parts, details or accessories; Auxiliary operations
    • B29C45/72Heating or cooling
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C48/00Extrusion moulding, i.e. expressing the moulding material through a die or nozzle which imparts the desired form; Apparatus therefor
    • B29C48/03Extrusion moulding, i.e. expressing the moulding material through a die or nozzle which imparts the desired form; Apparatus therefor characterised by the shape of the extruded material at extrusion

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Crucibles And Fluidized-Bed Furnaces (AREA)

Description

Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Induktions-Schmelzofen für Magnesium und seine Legierungen, bestehend aus nebeneinander angeordneten und im unteren Teil miteinander verbundenen Herdräumen zum aufeinanderfolgenden Behandeln des Schmelzgutes, von denen der zuerst das Schmelzgut aufnehmende Herd zum Einschmelzen, der das Schmelzgut danach aufnehmende Herd zum Abstehen dient und bezweckt eine weitere -Vervollkommnung der Öfen dieser Gattung.
Magnesium und seine Legierungen wurden bisher meist in Stahltiegeln geschmolzen, die von außen öl-, gas- oder koksgefeuert wurden. Niederfrequenz- S chmelzrinnenöfen mit geschlossenen Rinnen konnten bisher zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen nicht benutzt werden, weil sich die Rinnen sofort verstopften. Kernlose Hochfrequenz-Induktionsöfen werden ebenfalls zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen nicht benutzt, weil diese Stoffe stark Gase aufnehmen und deshalb die bei
diesen Öfen übliche Badbewegung die Erzielung eines einwandfreien Gusses infolge ' starker Gasaufnahme aus der Luft verhindert. Diese Schwierigkeiten hatten zur Folge, daß elektrisch beheizte Ofenanlagen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen bisher fast überhaupt nicht benutzt wurden. Es ist ein Verfahren zum Schmelzen von Leichtmetallen bekannt, bei dem das Schmelzgut erst durch Induktionserhitzung und dann durch Widerstandserhitzung erhitzt wird. Es ist auch bekannt, das Leichtmetall zuerst in dem Induktionsofen zu schmelzen und es dann beim Flüssigwerden in einen getrennten Widerstandsofen fließen zu lassen.
Ferner ist ein Ofen zum Durchführen dieses Verfahrens bekannt, bei dem der durch Widerstandsheizung beheizte Teil mit dem durch Induktionsheizung beheizten Teil des Ofens in Verbindung steht, und der widerstandsbeheizte Teil als Schöpftiegel ausgebildet ist, der seitlich neben dem Induktionsraum angeordnet ist. Bei diesem Ofen läßt es sich aber nicht ganz vermeiden, daß auch in dem widerstandsbeheizten Ofenteil eine gewisse Badbewegung erfolgt, so daß ein völlig ruhiges Abstehen der Schmelze nicht möglich ist. Ein solches ruhiges Abstehen, wie es bisher nur bei rein widerstandsbeheizten Öfen möglich war, oder bei Öfen, die von außen mit öl, Gas oder Koks beheizt wurden, ist aber die Voraussetzung zum Erzielen eines einwandfreien Gusses für verschiedene Metalle, insbesondere für Leichtmetalle und Magnesium und seine Legierungen, weil schon bei der geringsten Badbewegung Gase und Oxyde in das Bad gelangen, die eine Verschlechterung des Gusses zur Folge haben.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer elektrischen Ofenanlage, die allen Anforderungen entspricht, welche an die Behandlung von Magnesium und seinen Legierungen gestellt werden müssen, um einen einwandfreien Guß zu erhalten.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß in dem zum Einschmelzen dienenden Ofenteil der Tiegel aus einem solchen Werkstoff besteht oder die Wanddicke eines Stahltiegels so im Verhältnis zu der gewählten Stromfrequenz bemessen ist, daß im Schmelzgut Ströme induziert werden, die eine Badbewegung erzeugen, während im anderen, zum Abstehen dienenden Ofenteil ein Stahltiegel induktiv erhitzt wird und die Tiegelwand so dick bemessen ist, daß bei der gewählten Stromfrequenz nur in der Tiegelwand induzierte Ströme entstehen, so daß das Erhitzen des Schmelzgutes nur durch Wärme- ; leitung von der Tiegelwand erfolgt und keine j Badbewegung erzeugt wird, und daß der Ver- j bindungskanal d?r beiden Herdräumt durch eine im Betrieb von außen bedienbare und an einer möglichst tiefen Stelle der Herde angeordnete Vorrichtung regelbar und verschließbar ist.
; Die Erfindung beruht auf der Iiekannten Tatsache, daß die in einem Körper durch eine ; wechselstromgespeiste Induktionsspule erzeugten Induktionsströme eine bestimmte ] Eindringtiefe haben, die von der Frequenz des Spulenstromes und dem spezifischen Widerstand des Werkstoffes des Körpers abhängt. Man ist deshalb ohne weiteres in der ί Lage, die Eindringtiefe für eine bestimmte Frequenz und einen bestimmten Werkstoff zu berechnen (Patent 502691?.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß nunmehr auch Magnesium und seine Legierungen in elektrischen Öfen behandelt werden können, wobei in dem Ofenteil, der zum Einschmelzen dient, das Schmelzen infolge der Induktionsheizung schnell und unter Badbewegung erfolgt, während das Abstehen in dem anderen Ofenteil unter Vermeidung jeglicher Badbewegung trotz der Induktionsheizung erfolgt, da in diesem Ofenteil die Eindringtiefe nicht über die -Wanddicke des Stahltiegels hinausgeht, so daß die Heizung ähnlich einer Widerstandsheizung ist.
Ein weiterer Vorteil der Anlage besteht darin, daß sie einen günstigen Leistungsfaktor besitzt und den modernen Anforderungen an eine Schmelzanlage besser entspricht. Die Induktionsspulen können über Reguliertransformatoren an das Xetz angeschlossen sein, wodurch teuere Hochfrequenzumformer vermieden werden. Die Heizung der Spulen kann stets so geregelt werden, daß in dem Einschmelztiegel jede beliebige Badbewegung erzielt werden kann, wie beispielsweise eine schwache Badbewegung oder eine sehr kräftige, falls ein gründliches Durchmischen des Bades mit einem Salz zum Reinigen des Bades erforderlich ist.
Die Regelung der Badbewegung im Einschmelztiegel kann nach einer weiteren Einzelheit der Erfindung auch noch dadurch erfolgen, daß der untere Teil des Tiegels aus einem keramischen Stoff, der obere aus Stahl hergestellt ist. Es entsteht dann im unteren Teil des Tiegels eine heftige Badbewegung, während im oberen Teil die stählerne Tiegelwand das Schmelzgut abschirmt, so daß weniger Induktionsströme im Schmelzgut erzeugt werden und deshalb auch eine geringere Badbewegung entsteht. Die gleiche Wirkung kann dadurch erzielt werden, daß der Badspiegel oberhalb der Oberkante der Induktionsspule liegt, so daß also der obere Teil des Bades sich außerhalb des Einflusses der Spule befindet. Diese beiden Maßnahmen
können auch kombiniert werden, wodurch eine noch feinere Regelungsmöglichkeit für die Badbewegung entsteht.
Eine Regelung der Behandlung des Magnesiums und seiner Legierungen in diesem Ofen kann auch noch durch die Wahl der Frequenz und der Größe des den Induktionsspulen zugeführten Stromes erfolgen. "Vorzugsweise wird sowohl für den Einschmelzten als auch
ίο für den Abstehteil der Ofenanlage die gleiche Frequenz gewählt und die Einwirkung auf das Bad durch entsprechende Bemessung der Wandstärken der Tiegel der beiden Ofenteile geregelt.
Nach einer weiteren Einzelheit der Erfindung kann in dem Abstehteil des Ofens auch noch eine zusätzliche Widerstandsheizung, beispielsweise in einem schwenkbar am Ofen befestigten Tiegeldeckel, vorgesehen sein, die das Schmelzgut durch Strahlung erhitzt.
Erfindungsgemäß kann der Einschnielzofenteil als Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildet sein oder als kernloser Induktionsofen. Im ersten Fall besteht kein© Gefahr der Verstopfung der Schmelzrmne, da sie zum Reinigen leicht zugänglich ist.
Die- durch den Herdraum mittels eines Stopfens verschließbare EintrittsöfFnung in den vom Einschmelztiegel zum Abstehtiegel führenden. Verbindungskanial kann bequem durch den gleichen Herdraum mittels eines Fräsers gereinigt werden, so daß ein sicherer Abschluß stets möglich ist. Besteht der Tiegel des Ernschmelzteils aus einem keramischen Stoff, so· wird erfindungsgemäß der Verbindungskanal aus Stahl hergestellt. Der Einschmelztiegel kann bei einem Rinnenofen auch mit zwei Herden eingerichtet sein, deren jeder einen oder mehrere Abstehtiegel besitzt.
Vorzugsweise liegt die Sohle des Abstehtiegels tiefer als die des Einischmelztiegels, um ein Überfließen eines möglichst großen Teils des Inhalts des Einschmelztiegels in den Abstehtiegel zu ermöglichen.
Die Heizungen sämtlicher Tiegel einer Ofenanlage gemäß der Erfindung sind unabhängig voneinander schaltbar und regelbar, so daß jeder einzelne Tiegel für sich allein zu irgendeiner Behandlung des Schmelzgutes benutzt werden kann.
Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung sind im nachfolgenden beschrieben..
Die Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Fig. ι zeigt im Längsschnitt eine Ofenanlage mit einem Einschmelz- und einem Abstehtiegel,
Fig. 2 desgleichen mit zwei Abstehtiegeln, Fig. 3 desgleichen, mit unter einem Winkel zueinander und zur lotrechten Ofenachse angeordneten Tiegeln;
Fig. 4 zeigt im Querschnitt den als Rinnenofen mit offener Schmalzrinne ausgebildeten Einschmelzteil einer Ofenanlage, während
Fig. 5 die gleiche Anlage im Grundriß mit Teilschnitt durch die Tiegel und mit mehreren Abstehtiegeln zeigt;
Fig. 6 zeigt im Längsschnitt eine Ofenanlage, bestehend aus einem Rinnenofen mit offener Rinne und zwei Schmelzherden sowie zwei Abstehtiegeln,
Fig. 7 desgleichen im Grundriß mit Teilschnitt durch die Tiegel.
Bei der Ofenanlage nach Fig. 1 ist ein Stahltiegel 1 vorgesehen, der von einer Induktionsspule 2 umgeben ist, die von dem Tiegel durch eine Isolierschicht 3 getrennt ist. 4 ist die Ummauerung des Tiegels und 5 eine Wärmeisolierschicht. Ein Deckel 6 schließt den Tiegel oban ab. Durch einen Kanal 7 mit ihm verbunden ist ein zweiter Stahltiegel 8 vorgesehen, der ebenfalls von einer Isolierschicht 9 und einer Induktionsspule 10 umgeben ist. Ein Deckel 11 schließt diesen Tiegel oben ab. Ein Abstich 12 dient zum Gießen der Schmelze. Der gesamte Ofen ist um Drehzapfen 13 kippbar, wobei ein Anschlag 14 die äußerste Kipplage begrenzt. Das Kippen dient hier jedoch nicht zum Entleeren des Tiegels 8, sondern lediglich, um einen möglichst großen Teil des flüssigen Bades aus dem Tiegel 1 in den Tiegel 8 überfließen lassen zu können. Ein Stopfen 15 regelt und verschließt den Kanal 7 und kann von außen durch die Stange 16 betätigt werden, die in den Tiegel 1 hineinragt. Der Sitz 17 des Stopfens 15 kann leicht mittels eines Fräsers bei Verstopfungen gereinigt werden. Wird die Spiegelhöhe des Bades im Tiegel 1 so gehalten, daß der Spiegel oberhalb der Oberkante der Induktionsspule 2 liegt, wie bei 18 gezeigt, so wird die Badbewegung im oberen Teil des Bades verringert, während sie im unteren Teil des Tiegels 1 den, erforderlichen Grad der Heftigkeit aufweisen kann, der durch die gewählte Frequenz und die Wanddieke des Tiegels 1 sich ergibt. Die Wanddicke des Tiegels 8 ist wiederum so bemessen, daß die Induktionsspule 9 lediglich in der Tiegelwand Induktionsströme erzeugt, so· daß die Schmelze im Tiegel 8 in völliger Ruhe abstehen kann. Zwischen den beiden Induktionsspulen 2 und 10 ist eine kupferne Abschirmung 19 vorgesehen, die eine gegenseitige ungünstige Beeinflussung der beiden Spulen abschließt.
Der Ofen nach Fig. 2 unterscheidet sich von dem Ofen nach Fig. 1 lediglich dadurch, daß zu jeder Seite des Einschmelztiegels 21 je ein Abstehtiegel 22 und 23 vorgesehen ist, die durch Kanäle 24 und 25 mit dem Einschmelztiegel verbunden sind. Anschläge 26
und 27 begrenzen die äußersten Kipplagen des Ofens nach beiden Seiten. Im übrigen ist die Wirkung die gleiche wie die des Ofens nach Fig. χ: jedoch kann jeder der beiden Abstehtiegel auch getrennt benutzt werden, falls die Menge des Schmelzgutes dies bedingt. Die Heizungen der drei Tiegel sind ebenfalls unabhängig voneinander, so daß nötigenfalls die Behandlungen des Schmelzgutes in den beiden Abstehtiegeln zu gleicher Zeit verschieden sein können. So kann beispielsweise in dem einen Abstehtiegel das Schmelzgut unter geringer Temperatur abstehen; während es aus dem anderen Abstehtiegel nach Überhitzung auf die Abstichtemperatur bereits vergossen wird. Es kann auch nur der Einschmelztiegel benutzt werden, falls die Eigenart des Schmelzgutes dies bedingt. In diesem Fall ist es zweckmäßig, den Einschmelztiegel auch noch mit einer Gießschnauze in seinem oberen Teil zu versehen und den Ofen mit einer weiteren Kippeinrichtung auszurüsten, die ein Vergießen aus dem Einschmelztiegel gestattet.
Der Ofen nach Fig. 3 hat zwei winklig zueinander und winklig zu einer lotrechten Achse des Ofens angeordnete Tiegel, und zwar den Einschmelztiegel 31 und den Abstehtiegel 32. Zwei getrennt schaltbare und regelbare Induktionsspulen 33 und 34 dienen zum Erhitzen der beiden Tiegel. Eine kupferne Abschirmung 35 trennt die beiden Spulen : elektrisch voneinander. Ein Stopfen 36, der durch eine nach außen durchgeführte Stange 37 betätigt wird, schließt im Ein- j schmelztiegel 31 den Verbindungskanal 38 j zum Abstehtiegel 32 ab. Die Sohle 39 des Ab- j stehtiegels 32 liegt tiefer als die Sohle 40 des Einschmelztiegels 31, so daß ein größerer ! Teil des Schmelzgutes aus dem Tiegel 31 in j den Tiegel 32 überfließen kann. Zum Kippen I des Ofens dienen Drehzapfen 41 in der Ofenmittelachse oder Drehzapfen 42 außerhalb des Ofens. Es kann ferner der Abstehtiegel 32 eine verschließbare Gießschnauze 43 besitzen. Soll das Schmelzgut durch diese Schnauze abgegossen werden, so wird der Ofen vorzugsweise um die äußeren Drehzapfen 42 gekippt. Soll das Schmelzgut jedoch nur aus dem Einschmelztiegel in den Abstehtiegel übergegossen werden, so genügt ein Kippen des Ofens um die mittleren Drehzapfen 41. Für das Vergießen des Schmelzgutes aus dem Abstehtiegel können Abstichlöcher in diesem vorgesehen sein, die in der Zeichnung der Einfachheit halber nicht veranschaulicht sind. Auch bei diesem Ofen ist die Wanddicke des Einschmelztiegels 31 so dünn, daß in dem Schmelzgtit Induktionsströme erzeugt werden, die sowohl das Schmelzgut schnell erhitzen als auch eine Badbewegung verursachen, die beispielsweise dann nötig ist und heftig sein muß, wenn das Schmelzgut mit einer Salzschicht gründlich vermischt werden muß, damit das Salz die Gase aus dem Schmelzgut entfernt.
Der Abstehtiegel 32 dagegen ist so dick J>emessen, daß Induktionsströme in dem Schmelzgut nicht mehr entstehen können, so daß es in völliger Ruhe abstehen kann.
1 Der Ofen nach Fig. 4 und 5 hat einen als j Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildeten : Einschmelztiegel 45 mit einer von oben l>equem zugänglichen offenen Schmelzrinne 46 und einem Herd 47. Die Induktionsspule 48 befindet sich innerhalb der Rinne und des Herdes, so daß die Erwärmung und das Schmelzen des Schmelzgutes von innen heraus erfolgt. 49 ist der Transformatorkern, der sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Spule befindet.
Ein Kanal 50, der durch einen Stopfen 51 mittels einer den Herdraum durchdringenden Stange 52 verschlossen werden kann, verbindet den Herdraum 47 mit dem Abstehtiegel 53. Durch den Abstich 54 kann das Schmelzgut aus dem Abstehtiegel vergossen werden. Der Herdraum 47 kann auch mit mehreren Abstehtiegeln verbunden sein. beispielsweise mit den weiteren Abstehtiegeln 55 und 56, wobei die Möglichkeit besteht, jeden einzelnen dieser Abstehtiegel getrennt zu benutzen und das Schmelzgut in den einzelnen Abstehtiegeln zu gleicher Zeit verschiedenen Behandlungen zu unterwerfen.
Nach den Fig. 6 und 7 ist der Einschmelzofenteil ebenfalls als Rinnenofen mit offener Schmelzrinne ausgebildet, und zwar l>esteht er aus einem Tiegel 61, der Schmelzrinue 62 und den zwei Herden 63 und 64 sowie dem Transformatorkern 65. Jeder der beiden Herde ist durch einen Kanal 00 und 67 mit je einem Abstehtiegel 68 und 69 verbunden. Die Kanäle sind in üblicher Weise durch einen Stopfen 70 mittels der Stangen 71 im Herdraum 63 bzw. 64 regelbar und verschließbar. Die Kanäle sind ebenso^ wie die Abstehtiegel aus Stahl hergestellt. Jeder der Abstehtiegel hat ferner ein Abstichloch ~jz zum Vergießen des Schmelzgutes. Die Induktionsspule 73 des Einschmelztiegels befindet sich innerhalb der offenen Schmelzrinne. Der Tiegel selbst besteht entweder aus einem keramischen Stoff oder aus Stahl, wobei im letzteren Fall die Tiegelwandung so dünn bemessen ist, daß bei der benutzten Stromfrequenz auch noch eine ausreichende Badbewegung erzeugt wird. Die beiden Abstehtiegel bestehen aus Stahl und haben eine solche Wandstärke, daß eine Badb-ewegung durch die Induktionsspule 74 nicht erzeugt werden kann, da die Eindringtiefe der in-
duzierten Ströme nicht über die Wanddicke hinausgehen kann.
Sowohl die Spulen der Einschmelztiegel als auch die Spulen der Abstehtiegel aller besebriebenen Ausführungsbeiispiele können wassergekühlt sein.
. Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen j Ofens ist die folgende: Das Schmelzgut, bei- j spielsweise Magnesium oder eine Magnesiumlegierung, wird in den Einschmelztiegel eingebracht und eingeschmolzen, bis die Temperatur etwa 65 o° C erreicht, je nach der Art der Legierung. Um die Schmelze von Oxyden und sonstigen nichtmetallenen Verunreinigungen zu reinigen, kann es erforderlich sein, das geschmolzene Gut kräftig mit Salzen zu durchmischen, was dann meist bei einer Temperatur von. etwa 730 bis 7600 C erfolgt. Nachdem das Schmelzgut auf diese Weise in dem Einschmelztiegel behandelt worden ist, wird es nach öffnen des Stopfens des Verbindungskanals in den Abstehtiegel übergeleitet, wozu· je nach der Bauart des Ofens auch ein Kippen des Ofens angewandt wird, um einen möglichst großen Teil der Schmelzmenge in den Abstehtiegel überzuführen. In dem letzteren erfolgt dann aus metallurgischen Gründen ein Überhitzen bei völliger Ruhe des Schmelzgutes bis auf 850 bis 9000 C. Die Schmelze wird dann abgekühlt bis zu einer Gießtemperatur von etwa 720 bis 7700 C und kann dann anschließend auf eine geeignete Weise vergossen werden. Zum Vergießen kann man entweder das Abstichloch des Abstehtiegels benutzen, oder durch Kippen des gesamten Ofens das Gut durch die Gießschnauze vergießen oder durch Schöpfen aus dem Abstehtiegel. ,-,
Der erfindungsgemäße Ofen gestattet somit jede beliebige Behandlung von Magnesium und seinen Legierungen, die Einhaltung und Erreichung jeder erforderlichen Temperatur sowohl im Einschmelz- aus auch im Abstehtiegel und die Erzeugung jeder beliebigem Badbewegung bzw. die Vermeidung jeglicher Badbewegung, je nach den Erfordernissen des Sonderfalles. Damit ist erstmalig ein vollelektrischer Schmelzofen für Magnesium und seine Legierungen geschaffen worden, der alle Vorteile der rein elektrischen Beheizung mit den Vorteilen der bisher benutzten, von außen durch Öl, Gas oder Koks beheizten öfen vereinigt und die Nachteile der letzteren'· vermeidet.

Claims (17)

  1. PaTENTANSPBÜCHE:
    i. Elektrischer Induktions-Schmelzoien für Magnesium und seine Legierungen, bestehend aus nebeneinander angeordneten und im unteren Teil miteinander verbundenen Herdräumen zum aufeinanderfolgenden Behandeln des Schmelzgutes, von denen der zuerst das Scbmelzgut aufnehmende Herd zum Einschmelzen, der das Schmelzgut danach aufnehmende Herd zum Abstehen dient, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zum Einschmelzen dienenden Ofenteil der Tiegel aus einem solchen Werkstoff besteht oder die Wanddicke eines· Stahltiegels so· im Verhältnis zu der gewählten Stromfrequenz dünn bemessen ist, daß im Schmelzgut Ströme induziert werden, die eine Badbewegung erzeugen, während im anderen zum Abstehen dienenden Ofenteil ein Stahltiegel induktiv erhitzt wird und die Tiegelwand so dick bemessen ist, daß bei der gewählten Stromfrequenz nur in der Tiegel wand induzierte Ströme entstehen, so daß das Erhitzen des Schmelzgutes nur durch Wärmeleitung von der Tiegelwand erfolgt und keine Badbewegung erzeugt wird, und daß der Verbindungskanal der beiden Herdräume durch eine im Betrieb von außen bedienbare und an einer möglichst tiefen Stelle der Herde angeordnete Vorrichtung regelbar und verschließbar ist.
  2. 2. Ofenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil als Rinnenofen mit offener Rinne ausgebildet ist.
  3. 3. Ofenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil als kernloser Induktionsofen ausgebildet ist.
  4. 4. Ofenanlage nach den Ansprüchen, 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tiegel des Einschmelzofenteils in seinem unteren Teil aus keramischem Stoff, im oberen aus Stahl besteht.
  5. 5. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Einschmelzofenteil der Badspiegel oberhalb der Oberkante der Induktionsspule liegt.
  6. 6. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Abstehofenteil eine von der Induktionsspule unabhängige Strahlungsheizung durch elektrische Widerstandsheizkörper im Herddeckel vorgesehen ist, der am Ofen vorzugsweise schwenkbar angebracht ist.
  7. 7. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungskanal beider Ofenteile durch einen im Einschmelztiegel eingeführten Stopfen verschließbar ist.
  8. 8. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizungen beider Ofenteile unabhängig
    voneinander schaltbar und regelbar sind.
  9. 9. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofen kippbar ist, und zwar um einen Drehzapfen etwa in der Ofenmitte oder um einen außerhalb des Ofens angeordneten Drehzapfen.
  10. 10. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei keramischem Einschmelztiegel der Verbindungskanal zum Abstehtiegel aus Stahl besteht.
  11. χι. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle des Abstehtiegels tiefer liegt als die des Einschmelztiegels.
  12. 12. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere unabhängig voneinander benutzbare Abstehtiegel vorgesehen sind.
  13. 13. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschmelzofenteil bei Ausbildung als Ofen mit offener Schmelzrinne zwei Herdräume hat, deren jeder mit einem oder mehreren eigenen Abstehtiegeln verbunden ist, die einzeln unabhängig voneinander benutzbar sind.
  14. 14. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zwisehen den Induktionsspulen der Einschmelz- und Abstehtiegel eine kupferne Abschirmung vorgesehen ist.
  15. 15. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlage zum Begrenzen der Ofenkipplage beim Übergießen des Schmelzgutes aus dem Einschmelztiegel in den Abstehtiegel vorgesehen sind.
  16. 16. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Einschmelz- und Abstehtiegel unter einem Winkel zueinander und zn einer lotrechten Ofenachse stehen.
  17. 17. Ofenanlage nach den Ansprüchen 1 bis 16. dadurch gekennzeichnet, daß
    im
    Einschmelz- und Abstehtiegel verschließbare Gießschnauzen vorgesehen sind.
    Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:
    Deutsche Patentschriften Xr. 542 449.
    613 525·
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
    Q 3676 3.52
DEL103844D 1941-04-05 1941-04-05 Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen Expired DE760593C (de)

Priority Applications (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEL103844D DE760593C (de) 1941-04-05 1941-04-05 Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen
DEA7916D DE903266C (de) 1941-04-05 1943-09-17 Elektrischer Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEL103844D DE760593C (de) 1941-04-05 1941-04-05 Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE760593C true DE760593C (de) 1952-03-31

Family

ID=7289996

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEL103844D Expired DE760593C (de) 1941-04-05 1941-04-05 Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE760593C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE945780C (de) * 1941-04-29 1956-07-19 Aeg Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE542449C (de) * 1929-03-06 1932-01-25 Emil Friedrich Russ Elektrischer Schmelzofen fuer Aluminium u. dgl.
DE613525C (de) * 1935-05-21 Aeg Elektrischer Ofen zur Ausuebung des Verfahrens zum Schmelzen von Leichtmetallen

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE613525C (de) * 1935-05-21 Aeg Elektrischer Ofen zur Ausuebung des Verfahrens zum Schmelzen von Leichtmetallen
DE542449C (de) * 1929-03-06 1932-01-25 Emil Friedrich Russ Elektrischer Schmelzofen fuer Aluminium u. dgl.

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE945780C (de) * 1941-04-29 1956-07-19 Aeg Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1952407A1 (de) Lichtbogenschmelzofen
DE2744435C2 (de) Induktiv beheizte Gießpfanne
EP0086858A1 (de) Verfahren zum Schmelzen von Glas mit Hilfe von elektrischer Energie und Ofen zur Durchführung dieses Verfahrens
DE2065105B2 (de) Metallurgischer ofen
DE1211363B (de) Elektrischer Glasschmelzofen
DE760593C (de) Elektrischer Induktions-Schmelzofen fuer Magnesium und seine Legierungen
DE549709C (de) Verfahren zum Betrieb eisenloser Induktionsoefen
DE3446260C2 (de)
DE1960283A1 (de) Vakuumentgasungsvorrichtung fuer die Verwendung beim Stranggiessen von Metallen und Verfahren zum Stranggiessen von schmelzfluessigem Metall,waehrend es einer Vakuumentgasung unterworfen ist
DE3801164C2 (de) Verfahren zum Einführen von Gas in eine Ausgussöffnung eines Metallschmelze, insbesondere Stahlschmelze enthaltenden Behälters sowie Ausgusshülse zur Durchführung des Verfahrens
CH224499A (de) Elektrischer Ofen zum Schmelzen von Magnesium und Magnesiumlegierungen.
DE945780C (de) Induktionsofen zum Schmelzen von Magnesium und seinen Legierungen
DE937137C (de) Vorrichtung zum schmelzfluessigen UEberziehen von Gegenstaenden aus Eisen oder Stahl mit Zink oder Aluminium
DE1166981B (de) Verfahren und Vorrichtung zum Schmelzen von Glas in einem elektrischen Ofen
EP0167037A1 (de) Badelektrode zu Pfannenofen
DE752170C (de) Elektrischer Schmelzofen fuer Leichtmetalle
DE3530043A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum warmhalten einer schmelze in einer pfanne
DE940903C (de) Elektrischer Ofen mit einem oder mehreren etwa in der waagerechten Ofenachse angeordneten Widerstandsheizstaeben
DE3041741C2 (de) Induktionsrinnenofen
DE2925160C2 (de) Elektroofen mit Induktionsheizung
DE868949C (de) Salzbadofen
DE975180C (de) Elektrischer Schmelzofen fuer kleinstueckigen Stahl oder kleinstueckiges Gusseisen
DE2135289A1 (de)
DE3105129A1 (de) Ausruestung des abstichlochs eines schmelzofens fuer nichtmetallische stoffe
AT141688B (de) Elektroden-Schmelzbadofen, insbesondere elektrischer Salzbadofen, mit getrenntem Nutz- und Elektrodenraum.