DE69809166T2 - Verfahren zum Spritzgiessen einer Leichtmetalllegierung - Google Patents

Verfahren zum Spritzgiessen einer Leichtmetalllegierung

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Description

  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Spritzgießen einer Leichtmetallegierung ohne Formgußfehler.
  • Leichtmetallegierungen, die eine Grundmasse aus Aluminium oder Magnesium enthalten, insbesondere Magnesium-basierende Legierungen, die Aluminium als Legierungskomponente enthalten, haben in letzter Zeit als leichte Materialien an Bedeutung gewonnen, die in der Lage sind, vorher festgelegte Festigkeitseigenschaften bei der plastischen Verformung, wie z. B. dem Schmieden zu liefern. Diese Leichtmetallegierungen zeigen jedoch eine starke thermische Schrumpfung während des Gießens oder Formens, und dies ermöglicht eine Verringerung des Fließvermögens, sofern die Gießtemperatur beim Standguß nicht erhöht wird. Folglich kann kein perfekter, intakter Guß ohne Hohlraumdefekte erhalten werden. Die hohe Gießtemperatur der Schmelze kann jedoch aufgrund der niedrigen Kühlgeschwindigkeit während des Abkühlschritts des Gießverfahrens, die zu einer verringerten Formbarkeit des Materials führt, grobkörnige Mikrostruktur in der Gußlegierung zeigen.
  • Andererseits kann die gewünschte feinkristalline Struktur mittels Druckguß der Legierung erhalten werden. Bei diesem Verfahren bleiben, da das geschmolzene Metall unter Hochdruck in Sprayform in einen Hohlraum der Form eingespritzt wird, aufgrund des enthaltenen Gases eine große Anzahl von kleinen Fehlstellen oder Poren in dem Gußstück zurück und verringern die mechanische Festigkeit des Gußstücks so, daß kein Gußmaterial mit guten Eigenschaften erhalten werden kann. Insbesondere bei einem dickwandigen Teil verringert sich die Festigkeit bei diesem Gußverfahren drastisch.
  • EP-A-0572683 offenbart ein Verfahren zum Formgießen eines Produkt aus einer Al- Legierung, das die folgenden Schritte umfaßt: Herstellen eines Al- Legierungsmaterials in einem halb-geschmolzenen Zustand, worin eine Festphase und eine Flüssigphase nebeneinander existieren, wobei eine feste Fraktion des geschmolzenen Metalls bei 70% liegt, und Einspritzen des geschmolzenen Metalls in einen inneren Hohlraum der Form, wobei die Pforte und der Hohlraum der Form so eingestellt werden, daß das Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub0; einer maximalen Querschnittsfläche S&sub1; Hohlraums orthogonal zur Fließrichtung des geschmolzenen Metalls im Hinblick auf eine Querschnittsfläche S&sub0; der Pforte 4 ist.
  • Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Spritzgießen einer geschmolzenen Magnesium-basierenden Leichtmetallegierung zu liefern, das in der Lage ist, diese mit einer feinen Struktur ohne Gasdefekte herzustellen, und so die mechanischen Eigenschaften des Leichtmetallgußmaterials zu verbessern.
  • Die vorliegende Erfindung liefert gemäß Anspruch 1 ein Verfahren zur Herstellung einer feinkristallinen Mikrostruktur ohne Gußfehler, wie z. B. Gaseinschlüsse oder Schrumpfungs-Fehlstellen in der Legierung während des Spritzgießens.
  • Bei der Erfindung wird das geschmolzene Metall beim Spritzgußverfahren in den inneren Hohlraum der Form im Laminarströmungszustand eingespritzt und so kann eine feine Struktur ohne Gasdefekte erhalten werden.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Formanordnung verwendet, bei der über einen inneren Hohlraumabschnitt durch eine Pforte eine geschmolzene Magnesium-basierende Leichmetallegierung spritzgegossen wird, welche in einem halb-geschmolzenen Zustand ist, wobei eine Festphase und eine Flüssigphase der Legierung nebeneinander existieren, wobei das Verhältnis S&sub1;/S&sub2; einer Querschnittsfläche S&sub1; der Pforte im Hinblick auf die maximale Querschnittsfläche S&sub2; des inneren Hohlraums, die orthogonal zur Fließrichtung des geschmolzenen Metalls ist, so festgesetzt ist, daß es nicht unter 0,06 liegt.
  • Indem erfindungsgemäß die Querschnittsfläche der Pforte auf einen Wert gesetzt wird, der über einem solchen speziellen Wert zur maximalen Querschnittsfläche des inneren Hohlraumabschnitts in orthogonaler Richtung zur Fließrichtung des Metalls liegt, oder in Richtung des Hohlraums fließt oder gegossen wird, kann die geschmolzene Legierung in dem Hohlraum in den Laminarströmungszustand kommen. Folglich werden im wesentlichen keine Gasdefekte, wie z. B. Gaseinschlüsse oder Schrumpfungs-Fehlstellen bei dem durch Spritzguß hergestellten Produkt festgestellt.
  • Für die Spritzgußform sollte die Untergrenze des Flächenverhältnisses S&sub1;/S&sub2; bei 0,06 liegen. Liegt das Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; unter 0,06, wie in Fig. 3 dargestellt, ist die relative Dichte des Produkts drastisch verringert, da die Bildungsgeschwindigkeit dieser Gasdefekte ansteigt.
  • Andererseits liegt die Obergrenze des Flächenverhältnisses S&sub1;/S&sub2; der Form bei 0,50. Liegt das Verhältnis S&sub1;/S&sub2; über 0,5, würde die relative Dichte des Formmaterials auf fast dem gleichen Niveau liegen wie bei einem konventionellen Gußstück und so den Vorteil bei der Verwendung eines solchen Halbschmelz-Spritzgußverfahrens wieder zunichte machen.
  • In dem Fall, in dem ein dickwandiges Produkt geformt wird, kann die Schmelze, die in die entsprechenden dicken Abschnitte des Hohlraums eingefüllt wird, wenn sie schließlich erstarrt, eher dazu neigen, Lunker oder Fehlstellen in dem Abschnitt zu bilden. In diesem Fall sollten Kernstifte in den inneren Hohlraumabschnitt der Form eingeführt werden, und dann dazu verwendet werden, das geschmolzene Metall gleich nach dem Gießen zu pressen, indem die Kernstifte im Hohlraum sofort nach dem Eingießen nach innen gedrückt werden und so Lunkern vorbeugen, die während der Erstarrung entstehen können. So führen die Kernstifte dazu, daß die halb-geschmolzene Legierung, die fest wird, plastisch fließt, was dazu führt, daß die Lunker des Produkts zerkleinert werden.
  • Bei diesem dickwandigen Produkt werden jedoch, da der Anteil der festen Fraktion (eine Volumenfraktion der Festphase in der halb-geschmolzenen Schmelze) in der Schmelze niedrig ist, eher Gasdefekte in dem Legierungsprodukt entstehen. Ist die feste Fraktion niedriger als 10% führt das dazu, daß sich sowohl die relative Dichte als auch die Zugfestigkeit schnell verringern, wie in den Fig. 7 und 8 dargestellt. Demgemäß wird zur Herstellung eines dickwandigen Produktes Halbschmelz- Spritzgießen durchgeführt, wenn die feste Fraktion nicht unter 10% liegt.
  • Nimmt die feste Fraktion ab, wird, wie in Fig. 6 dargestellt, die durchschnittliche Feststoffkorngröße eher kleiner werden, und die Kriecheigenschaften bei hohen Temperaturen werden eher niedriger werden. Um die gewünschten Kriecheigenschaften zu erhalten, muß das Spritzgießen unter Bedingungen durchgeführt werden, bei denen nicht nur der Anteil der festen Fraktion nicht unter 10% liegt, sondern auch die durchschnittliche Kristallkorngröße in der Festphase, die in der Schmelze enthalten ist, nicht unter 50 um liegt.
  • Die relative Dichte des spritzgegossenen Materials der vorliegenden Erfindung kann verbessert werden, indem es gegebenenfalls gepreßt oder geschmiedet wird. Die Verstreckungsrate (das Verhältnis der Differenz der Anfangsdicke und der deformierten Dicke des Materials im Verhältnis zur Anfangsdicke) aufgrund von · Pressen oder Schmieden sollte auf nicht unter 25% eingestellt werden. Der Grund hierfür ist, daß sich, wie in Fig. 4 dargestellt, die relative Dichte durch die Verstreckung bei 20% schnell erhöht und bei 25% gesättigt ist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird angewendet auf eine Magnesium-basierende Legierung als die Leichtmetallegierung, die 4 bis 9,5 Gew.-% Aluminium als Hauptlegierungskomponente enthält. Liegt der Aluminiumgehalt unter 4 Gew.-%, ist eine Verbesserung der mechanischen Festigkeit nicht zu erwarten. Andererseits kann ein Gehalt der über 9,5 Gew.-% liegt zu einer deutlich geringeren Formbarkeit führen (indem die Stauchrate begrenzt wird).
  • Die Magnesium-basierende Leichtmetallegierung, die durch das vorliegende Verfahren erhalten wird, wird vorzugsweise einer Hitzebehandlung unterzogen für Tempergrad T6 (bestehend aus einer Lösungsbehandlung, gefolgt von künstlicher Alterung oder einer einfachen Alterungshärtungsbehandlung), um die mechanische Festigkeit weiter zu verbessern.
  • So kann die vorliegende Erfindung ein geformtes Material aus einer Magnesium- basierenden Leichtmetallegierung ohne Gasdefekte mittels Spritzguß liefern, so daß dieses geformte Material, auch wenn es als Rohform vorliegt, zu einem Endprodukt geschmiedet werden kann, das über ausgezeichnete mechanische Festigkeit und über präzise Abmessungen verfügt.
  • Die Fig. 1A bis 1F sind Ansichten, die alle Schritte eines Halbschmelz- Formgußvorgangs zeigen, einschließlich eines erfindungsgemäßen Schmiedevorgangs.
  • Fig. 2 ist eine schematische Darstellung, die eine Formanordnung für das Halbschmelz-Formgußverfahren der vorliegenden Erfindung zeigt.
  • Fig. 3 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen dem Verhältnis der Querschnittsfläche S&sub1; der Pforte zu der maximalen Querschnittsfläche S&sub2; in dem in den Hohlraum gegossenen Produktteil und der relativen Dichte des Produkts zeigt, das mittels des Halbschmelz-Formgußverfahrens aus der Magnesiumlegierung hergestellt wurde.
  • Fig. 4 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der Walzenflächenverminderung und der relativen Dichte des Produkts zeigt, das mittels des erfindungsgemäßen Spritzgießens des halb-geschmolzenen Materials erhalten wurde.
  • Fig. 5 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der Festphasenfraktion und der stationären Kriechgeschwindigkeit des erfindungsgemäß spritzgegossenen Materials zeigt.
  • Fig. 6 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der mittleren Korngröße der Festphase in der halb-geschmolzenen Legierung und der stationären Kriechgeschwindigkeit des erfindungsgemäß spritzgegossenen Materials zeigt.
  • Fig. 7 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der festen Fraktion und der relativen Dichte des erfindungsgemäß spritzgegossenen Materials zeigt.
  • Fig. 8 ist ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der festen Fraktion und der Zugfestigkeit des erfindungsgemäß spritzgegossenen Materials zeigt.
  • Fig. 9 ist ein Balkendiagramm, das die relative Dichte des erfindungsgemäß spritzgegossenen Materials zeigt, verglichen mit einem konventionellen Formgußverfahren.
  • Fig. 10 zeigt eine Draufsicht des Gußhohlraums, angeordnet gemäß einer Ausführungsform einer Form, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird.
  • Fig. 11 ist eine Draufsicht, die den Gußhohlraum mit den Positionen zeigt, bei denen beim konventionellen Spritzgießen häufig Penetration und Gußrisse entstehen.
  • Fig. 12 zeigt eine Draufsicht des Gußhohlraums in einer weiteren Ausführungsform einer Form, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird.
  • Fig. 13 zeigt eine Draufsicht des Gußhohlraums in noch einer weiteren Ausführungsform einer Form, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird.
  • Fig. 14 ist eine Draufsicht, die wieder eine andere Ausführungsform einer Form zeigt, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird.
  • Die Fig. 15A und 15B sind schematische Querschnitte, die ein Verfahren zeigen, bei dem Pforte und Angußkanal von dem spritzgegossenen Produkt erfindungsgemäß entfernt werden.
  • Die Fig. 16A und 16B sind schematische Querschnitte, die ein verbessertes Verfahren zur Entfernung von Pforte und Angußkanal von dem erfindungsgemäß hergestellten Produkt zeigen.
  • Fig. 17 ist ein Querschnitt, der eine nicht deformierte Fläche zeigt, die in einem Metallblock während des Schmiedeschritts verbleibt.
  • Die Fig. 18A und 18B sind schematische Querschnitte, die ein Profil des spritzgegossenen Materials vor und nach dem Schmieden des besagten Materials zeigen, welches durch das erfindungsgemäße Verfahren erhalten wird.
  • Die Ausführungsform zur Realisierung der Erfindung wird bezugnehmend auf die beiliegenden Abbildungen detailliert beschrieben.
  • Eine Magnesium-basierende Legierung wird spritzgegossen, indem eine Halbschmelz-Spritzgußmaschine verwendet wird, wie sie in den Fig. 1A und 1B dargestellt ist. In diesen Figuren wird ein Zylinder 31 dargestellt, der innen mit einer Schraube 32, einem Hochgeschwindigkeitseinspritz-Mechanismus 33 am hinteren Ende und einer Form 4 am vorderen Ende ausgestattet ist. Die Form 4 umfaßt zwei trennbare Halbformen 4a und 4b, die beide über Planflächen verfügen, die miteinander in Kontakt sind, mit Wölbungen, die mindestens einen Hohlraum 40 für den Formguß bilden.
  • Eine Vielzahl von Heizelementen 35 werden um den Zylinder 31 angeordnet in festen Abständen entlang der Achse des Zylinders, die dadurch das Legierungsmaterial nacheinander erhitzen und schmelzen, während das Material durch einen Trichter 36 eingefüllt wird, der an der Einlaßöffnung des Zylinders 31 angebracht ist.
  • Das geschmolzene Material, das in dem Zylinder 31 auf eine gewünschte Temperatur erhitzt wird, wird im Innern des Zylinders 31 unter Druck gesetzt, indem der Schraubenrotor 32 in Richtung des vorderen Endes gedrückt und dann in den Hohlraum der Form 4 eingespritzt, und dann zur Erstarrung gebracht, um einen festen Körper gemäß dem inversen inneren Profil des Hohlraums 40 zu formen.
  • Das spritzgegossene Produkt 1 mit einer rauhen Oberfläche wird entfernt, nachdem die Halbformen 4a und 4b getrennt werden, wie in Fig. 1B dargestellt, und dann zwischen den oberen und unteren Gesenkschmiedeformen 91 und 92 plaziert und geschmiedet, wie in den Fig. 1C und 1D dargestellt. Das Produkt 1 wird von den Gesenkschmiedeformen 91 und 92 getrennt, wie in Fig. 1E dargestellt, um ein geschmiedetes Produkt 2, wie in Fig. 1F dargestellt, zu erhalten. Danach wird das geschmiedete Produkt 2 maschinell veredelt und dann einer Wärmebehandlung zum Tempergrad T6 unterzogen.
  • In den folgenden Beispielen wurden die Legierungen A bis C als Magnesium- basierende Legierungen verwendet, und als geeignete Gießmaschine kann das Modell JLM-450E, hergestellt von Nippon Seikosho Co., unter den Bedingungen, wie beispielsweise in Tabelle 2 gezeigt, verwendet werden. Tabelle 1 Zusammensetzung der Magnesiumlegierung (Gew.-%)
  • Tabelle 2 Bedingungen für das Spritzgießen
  • Einspritzdruck 80 MPa
  • Einspritzgeschwindigkeit 2 m/s
  • Formtemperatur 180ºC
  • Beispiel 1
  • Die mechanisch geschnittenen Pellets der Magnesiumlegierung C, die gemäß Tabelle 1 zusammengesetzt sind, werden in den Trichter 36 des oben genannten Injektors gefüllt. In dem Heizzylinder 31, wird das Pulver auf eine Temperatur erhitzt, die so gewählt ist, daß die Pellets nach und nach anfangen zu schmelzen, wenn sie sich in einem Bereich von etwa 1/4 der gesamten Länge des inneren Zylinders des Trichters befinden und die gewünschte feste Fraktion im Zustand eines Fest/Flüssigphasengemisches in einem Bereich von etwa 1/2 der gesamten Länge des Trichters erreichen. Unter Einstellung der Schmelze auf eine feste Fraktion von etwa 10% vor dem Einspritzen, wurde sie in die Form eingespritzt, um so eine durchschnittliche Feststoffkorngröße von etwa 50 um in der geschmolzenen Legierung zu erhalten.
  • Es wurde festgestellt, daß eine signifikante Veränderung der relativen Dichte entsteht, wenn das Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; der Querschnittsfläche S&sub1; der Pforte zur maximalen Querschnittsfläche S&sub2; des inneren Hohlraumabschnitts, die fast orthogonal zur Fließrichtung des geschmolzenen Metalls ist, dargestellt als Pfeil in dem schematischen Diagramm der Formanordnung von Fig. 2, bei 0,06 liegt. Fig. 3 zeigt, daß, wenn das Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; über 0,06 liegt, die relative Dichte bei 99% gesättigt ist.
  • Dann wurde ein Versuchsstück mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Länge von 22,5 mm, einer relativen Dichte von 96% aus dem spritzgegossenen Material aus der oben genannten Legierung C hergestellt und bei einer Temperatur von 300 ºC in verschiedenen Schmiedeverstreckungs-Prozentsätzen geschmiedet. Die Beziehung zwischen der Schmiedeverstreckung und der relativen Dichte des Produkts wird in Fig. 4 dargestellt. Die relative Dichte steigt mit dem Anstieg der Schmiedeverstreckung. Die relative Dichte beträgt 99% bei einer Schmiedeverstreckung von 25% und ist mit der höheren Verstreckung gesättigt.
  • Die spritzgegossenen Materialien wurden hergestellt durch Spritzgießen der oben genannten Legierung C unter der Bedingung, daß die durchschnittliche Feststoffkorngröße auf 50 um gesetzt ist und die feste Fraktion verändert wird, indem eine Form verwendet wird mit einem Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; von 0,1. Die Kriecheigenschaften des so erhaltenen spritzgegossenen Materials wurden bei 125 ºC und 50 MPa geprüft. Die feste Fraktion wurde bestimmt, indem man das Flächenverhältnis in der Mikrostruktur des geformten Produkts mittels Bildanalyse gemessen hat.
  • Wie aus Fig. 5 hervorgeht, verringert sich die stationäre Kriechgeschwindigkeit (· 10&supmin;³%/h) mit einem Anstieg der festen Fraktion, und die ausgezeichneten Hochtemperatur-Kriecheigenschaften werden erhalten, wenn der Anteil der festen Fraktion nicht unter 10% liegt.
  • Um die Kriecheigenschaften zu untersuchen, wurden die spritzgegossenen Materialien unter Verwendung einer Form mit einem Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; von 0,1 hergestellt, indem man die gleiche Legierung C unter den Bedingungen spritzgegossen hat, bei denen die durchschnittliche feste Fraktion konstant gehalten und die durchschnittliche Kristallkorngröße (um) der Festphase in der Schmelze verändert wurde.
  • Die stationären Kriechgeschwindigkeiten der erhaltenen spritzgegossenen Versuchsstücke wurden bei 125ºC bei einer konstant angewendeten Zugspannung von 50 MPa untersucht. Fig. 6 zeigt die erhaltene Beziehung zwischen der Feststoffkorngröße und der stationären Kriechgeschwindigkeit, bei der die stationäre Kriechgeschwindigkeit abnimmt, während die Feststoffkorngröße zunimmt. Daraus folgt, daß die ausgezeichneten Hochtemperatur-Kriecheigenschaften bei einer Feststoffkorngröße von nicht unter 50 um erhalten werden.
  • Beispiel 2
  • Auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 beschrieben, abgesehen davon, daß die Legierungen A und B, wie in Tabelle 1 spezifiziert, verwendet wurden, wurde das Spritzgießen durchgeführt und die Beziehung zwischen der festen Fraktion und der relativen Dichte der Legierungen A und B wurde untersucht, wobei die Korngröße der Festphase auf 50 um eingestellt wurde.
  • Die Ergebnisse werden in Fig. 7 dargestellt. Liegt der Anteil der festen Fraktion unter 10%, verringert sich die relative Dichte schnell und liegt der Anteil über 10%, steigt die relative Dichte nach und nach an. Es wurde also festgestellt, daß eine hohe relative Dichte erhalten wird, wenn der Anteil der festen Fraktion über 10% liegt, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Legierung.
  • Die Legierung B neigt dazu, als Schmelze in einem Formhohlraum schlechter zu laufen, und neigt dazu als Festphase eine geringere Dichte zu haben als die Legierung A, wenn die gleichen Formbedingungen bei beiden Legierungen angewendet werden.
  • Für Legierung A mit der Feststoffkorngröße von 50 um wird die Beziehung zwischen der festen Fraktion (%) und der Zugfestigkeit (MPa) in Fig. 8 dargestellt. Es wurde außerdem festgestellt, daß die Veränderungsrate der Zugfestigkeit zur festen Fraktion bei einem Anteil der festen Fraktion von 10% variiert. Dementsprechend ist es notwendig, das Spritzgießen ohne Gaseinschlüsse durchzuführen, indem man eine Form verwendet, deren Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; nicht unter 0,06 liegt, um eine hohe Zugfestigkeit zu erhalten. Es wurde ebenfalls festgestellt, daß es notwendig ist, das Spritzgießen mit einem Anteil der festen Fraktion von nicht unter 10% durchzuführen.
  • Beispiele 3 und 4 und Vergleichsbeispiel 1
  • Die Legierung C wurde unter Verwendung einer Form mit einem Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; von 0,2 bei einem Anteil der festen Fraktion von 10% auf die gleiche Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben, spritzgegossen.
  • In Beispiel 3 wurde der Formhohlraum 5 Sekunden lang vor dem Einspritzen evakuiert und der Einspritzdruck auf die Schmelze, die in den Hohlraum gefüllt wird, wurde bei 80 MPa aufrechterhalten bis die Erstarrung der Schmelze abgeschlossen war.
  • In Beispiel 4 wurde die Evakuierung nicht durchgeführt und der Einspritzdruck wurde bei 80 MPa gehalten bis die Erstarrung abgeschlossen war.
  • Im Vergleichsbeispiel 1 wurde die Evakuierung nicht durchgeführt und der Einspritzdruck wurde auf einem niedrigeren Niveau von 25 MPa gehalten bis die Erstarrung abgeschlossen war.
  • Wie aus den Ergebnissen, die in Fig. 9 dargestellt sind, hervorgeht, ist die Kombination von Evakuierung des Formhohlraums und das Aufrechterhalten des Einspritzdrucks wirkungsvoll zur Verbesserung der relativen Dichte, da sie Gasdefekten und Lunkern während des Formpressens vorbeugt.
  • Das Aufrechterhalten des Einspritzdrucks wird durchgeführt mit dem Ziel, einen nicht druckgeladenen Zustand zu vermeiden, der durch eine Arbeitspause verursacht wird, die entsteht, indem man einen Druckventilschalter an- und ausschaltet. Wie in Fig. 10 dargestellt, kann ein Filter 44f, der über Poren mit einem kleineren Durchmesser verfügt als der der Feststoffkorngröße der Festphase in der geschmolzenen Leichmetallegierung, in die Form eingebaut werden, der es dann ermöglicht, das geschmolzene Metall von dem Evakuierungsweg 44p der Form fernzuhalten.
  • Beispiel 5
  • In Fig. 11 wird die Legierung, da sie dazu neigt, Gußrisse in dem Formkörper zu bekommen oder beim Formen im Formhohlraum festzukleben, in einer Form mit einem Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2; von nicht unter 0,06 spritzgegossen, wobei das Festkleben des Körpers an der Form an der Warmklebeposition 47 bei der der Abstand zwischen dem Wandabschnitt des Hohlraums, der zum ersten Mal mit dem geschmolzenen Metall in Kontakt kommt, und einer Pforte 42 am kleinsten ist, stattfindet. Andererseits treten Gußrisse häufig an Position 46 in dem Hohlraum auf, an der der letzte Strom des geschmolzenen Metalls schon mit einer großen Menge wieder abgekühlten und erstarrten Metalls, das in der Schmelze enthalten ist, schließlich ankommt.
  • Daher sollte die Position der Pforte in der Form so liegen, daß der Abstand zwischen der Seitenwand des Hohlraums, die zuerst in Kontakt mit dem geschmolzenen Metall kommt und der Pforte so weit wie möglich verlängert werden und das Design der Form so gestaltet werden, daß die Geschwindigkeit des geschmolzenen Metalls reduziert wird, wenn die Seitenwand der Form damit in Kontakt kommt. In dem Fall, in dem zum Beispiel ein ringförmiges Produkt geformt werden soll, sollten zumindest die zwei Pforten 42 und 42 voneinander getrennt um den Rand des Ringes angebracht werden, wie in Fig. 12 dargestellt, um dadurch die Einspritzgeschwindigkeit des geschmolzenen Metalls von den Pforten auf nicht unter 30 m/s einzustellen, und einen Strom von geschmolzenem Metall entlang der Tangente zur Mitte des Rings zu führen.
  • In einem weiteren Beispiel wird gemäß Fig. 13 ein poröses Material 46 an den Seitenwänden des Hohlraums angebracht, um zuerst in Kontakt mit dem eingespritzten geschmolzenen Metall zu kommen und dadurch zu ermöglichen, die Geschwindigkeit des Metallstroms zu verringern, wenn die Seitenwand der Form mit dem geschmolzenen Metall in Kontakt kommt. Außerdem sollte die feste Fraktion vorzugsweise in dem Abschnitt der Schmelze erhöht werden, den das geschmolzene Metall zuletzt erreicht.
  • Außerdem sollte die Temperatur der Schmelze in den jeweiligen Erwärmungszonen durch die Heizvorrichtungen 35 um den Spritzzylinder 31 kontrolliert werden, um die feste Fraktion in der geschmolzenen Legierung in Längsrichtung entlang dem Zylinder 31 zu verändern, wie in Fig. 1A dargestellt. Indem man die feste Fraktion im Innern des Zylinders 31 in einem Teil der vorliegenden Schmelze erhöht, zum Beispiel an dessen Rückseite, wird es möglich, die feste Fraktion in dem Abschnitt des Hohlraums zu erhöhen, den das geschmolzene Metall zuletzt erreicht.
  • Der Hohlraum der Form kann die Form eines rechteckigen Hexaeders haben. In diesem Fall ist die Pforte 42 verbunden mit dem Angußkanal 41, der im Endabschnitt des Hohlraums 40 angebracht werden sollte, verlängert in Längsrichtung, wie in Fig. 14 dargestellt, um den Abstand zwischen der Seitenwand des Hohlraums 40 zu verlängern, um so lange wie möglich in Kontakt mit dem ersten geschmolzenen Metall zu sein.
  • Beispiel 6
  • In der vorliegenden Erfindung wird es, wenn die Querschnittsfläche der Pforte 42 auf ein Flächenverhältnis S&sub1;/S&sub2;, das über 0,06 liegt, erhöht wird, häufiger zu einem Abplatz- oder Bruchdefekt am Fußteil der Pforte 12 des Produkts 1 bei der Trennung vom Angußkanal 11 kommen, wenn er, wie in den Fig. 15A und 15B dargestellt, an der Pforte abgeschnitten wird.
  • Daher sollte eine zweistufige Pfortenanordnung gebildet werden, wie in Fig. 16A gezeigt, wobei die Fläche der Pforte 12a (zum Beispiel Querschnitt der Pforte; 4 mm breit, 2,0 mm dick) auf der Hohlraumseite (Produktseite) größer ist als die der Pforte 12b (zum Beispiel, Querschnitt der Pforte; 4 mm breit, 1,7 mm dick), die auf der Seite des Angußkanals liegt und etwa 0,1 mm von dem Hohlraum entfernt ist. Nach dem Formen wird das Produkt an der schmaleren (dünneren) Pforte 12b von dem Angußkanal 11 getrennt, indem der Angußkanal gebogen wird, und der verbleibende Abschnitt des Angußkanals oder der Pforte 12a, auf der Produktoberfläche wird dann geschliffen, um entfernt zu werden. Folglich kann die glatte Oberfläche in diesem Bereich des Produkts leicht erhalten werden ohne einen Abplatzdefekt aufgrund der Pforte zu bilden, wie in Fig. 16B dargestellt.
  • Beispiel 7
  • Beim gleichmäßigen Schmieden wird ein Paar von nicht deformierten Regionen 18 und 18 in dem Material 1 unter dem Zentrum der oberen und unteren Oberflächen gebildet, welche an den gegenüberliegenden Seiten gegeneinander gepreßt werden, wie in Fig. 17 dargestellt, und in diesem Bereich können Lunker verbleiben, ohne daß sie zerstoßen werden. Um die Dichte des spritzgegossenen Produkts 1 zu erhöhen, sollte das Produkt bei der minimalen Schmiedeverstreckung von nicht unter 25% geschmiedet werden, nicht nur in dem nicht deformierten Bereich, sondern auch im Zentrum der oberen und unteren Oberflächen. Um ein Produkt mit einem rechteckigen Querschnitt zu schmieden, kann das spritzgegossene Produkt 1 vorher zu einem walzenförmigen Querschnitt geformt werden, bei dem das Zentrum der oberen und unteren Oberflächen, die gepreßt werden sollen, erweitert wird, wie in Fig. 18A dargestellt, und dann kann so ein spritzgegossenes Produkt 1 geschmiedet werden, um die Abschnitte unter den gewölbten Walzenoberflächen mit einer höheren Schmiedeverstreckung zu formen. So wird ein geschmiedetes Produkt 2 mit einem rechteckigen Querschnitt mittels Schmieden gebildet, wie in Fig. 18B dargestellt.
  • Wie oben beschrieben, wurden die verschiedenen Wirkungen der vorliegenden Erfindung unter Verwendung der Magnesiumlegierungen in diesen Beispielen bestätigt. Die Beziehungen der festen Fraktion und der Korngröße zu der mechanischen Festigkeit oder den Kriecheigenschaften sind Phänomene, die von besonderem Interesse für Leichtmetallegierungen sind, die in einem halbgeschmolzenen Zustand spritzgegossen werden und daher ist das Verfahren der vorliegenden Erfindung auf Leichtmetallegierungen, die Magnesium und Aluminium enthalten, breit anwendbar, um diese mechanischen Eigenschaften zu verbessern.
  • Liste von zusätzlichen Referenzzahlen Fig. 2
  • 40: Hohlraum
  • 41: Angußkanal
  • 42: Pforte
  • 43: innerer Hohlraumabschnitt
  • Fig. 10
  • 4: Form
  • 40: Hohlraum
  • 41: Angußkanal
  • 42: Pforte
  • Fig. 11
  • 4: Form
  • 40: Hohlraum
  • 41: Angußkanal
  • 43: innerer Hohlraumabschnitt
  • 44: Überlaufabschnitt
  • Fig. 12
  • 4: Form
  • 41: Angußkanal
  • 43: innerer Hohlraumabschnitt
  • 44: Überlaufabschnitt
  • Fig. 13
  • 4: Form
  • 41: Angußkanal
  • 42: Pforte
  • 44: Überlaufabschnitt
  • 45: Abschnitt der Form mit erhöhter fester Fraktion in der Schmelze
  • Fig. 14
  • 4: Form
  • Fig. 15A + 15B
  • 13: spritzgegossenes Produkt
  • 19: fehlender Teil des Produkts
  • Fig. 16A + 16B
  • 1: Form
  • 13: spritzgegossenes Produkt

Claims (4)

1. Verfahren zum Spritzgießen eines Leichtmetalllegierungsprodukts, das folgende Schritte umfasst:
Herstellen eines Magnesium-basierenden Leichtmetalllegierungsmaterials, das 4,0-9,5 Gew.-% Aluminium enthält, durch Schmelzen von Pellets des Legierungsmaterials in eine halb-geschmolzene Schmelze bei einer vorbestimmten Temperatur in einem Zylinder, der am Vorderende mit einer abnehmbaren Form versehen ist, um den Zylinder mit einem Hohlraum durch eine Pforte zu verbinden, wobei in der halb-geschmolzenen Schmelze eine Festphase und eine Flüssigphase nebeneinander existieren, wobei die feste Fraktion des geschmolzenen Metalls nicht weniger als 10% ist und die Durchschnittskorngröße der Festphase nicht weniger als 50 um beträgt; Pressen des halb-geschmolzenen Metalls durch eine im Inneren des Zylinders angeordnete Schraube; und
Injizieren des gepreßten halb-geschmolzenen Metalls in einen inneren Hohlraum der Form, wobei die Form die Pforte und den Hohlraum umfaßt, die in einem Bereich von 0,06 bis 0,5 eines Flächenverhältnisses S1/S2 einer Querschnittsfläche S1 der Pforte im Hinblick auf eine maximale Querschnittsfläche S2 des Formhohlraums, die orthogonal zur Fließrichtung des geschmolzenen Metalls ist, festgesetzt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei vor dem Schritt des Injizierens der innere Hohlraum der Form für eine kurze Zeit unmittelbar vor dem Injizieren evakuiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Verfahren des weiteren eine Wärmebehandlung des Produktes zum Tempergrad T6 umfasst.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Spritzgussprodukt bei einer Schmiedeverstreckung von nicht weniger als 25% geschmiedet wird.
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