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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen Verfahren zum Gestalten,
Identifizieren und Herstellen von als Gewebeformbildungsprotein-Analogen
nützlichen
Verbindungen. Insbesondere betrifft die Erfindung Struktur basierende
Verfahren, die beim Gestalten, Identifizieren und Herstellen von
Molekülen
nützlich sind,
die als funktionelle Mimetika des Gewebeformbildungsproteins osteogenen
beziehungsweise knochenbildenden Protein-1 (OP-1) wirken.
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Die
Zelldifferenzierung stellt die zentrale Eigenschaft der Gewebegestaltbildung
dar, die während
der Embryogenese beginnt und bis zu verschiedenen Graden durch das
ganze Leben eines Organismus bei der Reparatur erwachsenen Gewebes
und Regenerationsmechanismen fortdauert. Der Grad der Gestaltbildung in
erwachsenem Gewebe variiert unter den unterschiedlichen Geweben
und ist unter anderem auf den Grad des Zell-Turnover in einem gegebenen
Gewebe bezogen.
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Die
zellulären
und molekularen Ereignisse, die den Stimulus zur Differenzierung
von Zellen steuern stellt einen Bereich intensiver Forschung dar.
IN den medizinischen und tiermedizinischen Fachrichtungen wird erwartet,
dass die Entdeckung des Faktors oder der Faktoren, die die Zelldifferenzierung
und Gewebegestaltbildung steuern die Fähigkeit erkrankte oder geschädigte Säugetiergewebe
und Organe zu reparieren und regenerieren wesentlich vorantreiben
wird. Besonders nützliche
Gebiete für
Therapeutika für
Mensch und Tier umfassen Wiederherstellungschirurgie, die Behandlung
von Gewebe degenerativen Erkrankungen, einschließlich beispielsweise Arthritis,
Emphysem, Osteoporose, Kardiomyopathie, Zirrhose, degenerative Nervenerkrankungen,
entzündliche
Erkrankungen und Krebs, und bei der Regeneration von Geweben, Organe und
Gliedmaßen.
Bei diesen und verwandten Anwendungen werden die Begriffe "morphogenetisch" und "morphogen beziegsweise
gestalt- formbildend" austauschbar
verwendet.
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In
den letzten Jahren wurde eine Anzahl unterschiedlicher Faktoren
isoliert, die scheinbar eine Rolle bei der Zelldifferenzierung spielen.
Kürzlich
wurde eine andere Unterfamilie der "Superfamilie" von strukturell verwandten Proteinen
als die wahren Gewebemorphogene identifiziert, die im Stand der
Technik als die "transformierende
Wachstumsfaktor-β (TGF-β) Superfamilie" bezeichnet wird.
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Die
Mitglieder dieser unterschiedlichen "Superfamilie" der wahren Gewebegestaltbildungsproteine
teilen eine wesentliche Aminosäuresequenzhomologie
innerhalb deren gestaltbildenden bzw. morphogenen aktiven C-terminalen
Domänen
(mindestens 50 % Identität
in der C-terminalen 102 Aminosäuren
umfassenden Sequenz), einschließlich
eines konservierten sechs oder sieben Cysteine umfassenden Skeletts,
und teilen die in vivo Aktivität
eine gewebespezifische Gestaltbildung in einer Vielzahl von Organen
und Geweben zu induzieren. Die Proteine treten scheinbar mit Vorläuferzellen
in Kontakt oder interagieren mit diesen, beispielsweise indem sie
an geeignete Zelloberflächenmoleküle binden,
wodurch die Zellen prädisponiert
oder auf andere Weise stimuliert werden sich zu teilen bzw. vermehren
bzw. proliferieren und in einer gestaltbildenden permissiven Umgebung
zu differenzieren. Die gestaltbildenden Proteine können die
Entwicklungskaskade zellulärer und
molekularer Ereignisse induzieren, die in der Bildung eines neuen
organspezifischen Gewebes, einschließlich einer beliebigen Gefäßbildung,
Bindegewebebildung und Nerveninnervation, wie es durch natürlich vorkommendem
Gewebe erforderlich ist, gipfelt. Die Proteine zeigten, dass sie
sowohl die Gestaltbildung von Knochenknorpel und Knochen, als auch
periodontale Gewebe, Dentin, Leber und Nervengewebe, einschließlich Retinagewebe
induzieren.
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Die
bis heute identifizierten wahren Gewebegestaltbildungsproteine umfassen
Proteine, die ursprünglich
als Knochen induzierende Proteine identifiziert wurden. Diese umfassen
OP-1, (Knochen bildendes Protein-1, ebenfalls in verwandten Anwendungen
als "OP1" bezeichnet), dessen
Homolog 60Å bei
Drosophila, mit dem es 69 % Identität in der C-terminalen "sieben Cysteine" Domäne teilt,
und die verwandten Proteine OP-2 (ebenfalls in verwandten Anwendungen
als "OP2" bezeichnet) und
OP-3, die beide ungefähr
65-75 % Identität mit
OP-1 in der C-terminalen sieben Cystein Domäne teilen, als auch BMP5, BMP6
und dessen homolog der Maus, Vgr-1, die alle mehr als 85 % Identität mit OP-1
in der C-terminalen Cystein Domäne
teilen und das BMP6 Homolog von Xenopus, Vgl, das ungefähr 65-75
% Identität
mit OP-1 in der C-terminalen sieben Cystein Domäne teilen, als auch BMP5, BMP6
und dessen homolog der Maus, Vgr-1, die alle mehr als 85 % Identität mit OP-1
in der C-terminalen
Cystein Domäne
teilen und das BMP6 Homolog von Xenopus, Vgl, das ungefähr 57 %
Identität
mit OP-1 in der C-terminalen Sieben Cystein Domäne teilt. Andere Knochen indizierende
Proteine umfassen die CBMP2 Proteine (ebenfalls im Stand der Technik
als BMP2 und BMP4 bezeichnet) und deren Drosophila-Homolog, DPP.
Ein anderes Gewebegestaltbildungsprotein ist GDF-1 (aus der Maus).
Siehe beispielsweise PCT-Dokumente
US92/01968 und
US92/07358 . Die Mitglieder der BMP/OP
Unterfamilie und die Identitäten
der Aminosäuresequenzen
(ausgedrückt
als Prozent) zwischen ausgewählten
Mitgliedern der TGF-β Superfamilie
sind in
6 gezeigt.
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Diese
wahren Gewebegestaltbildungsproteine werden, wie vorstehend erwähnt, im
Stand der Technik als eine unterschiedliche Unterfamilie von Proteinen
anerkannt, die sich darin von anderen Mitgliedern der TGF-β Superfamnilie
unterscheidet, dass sie einen hohen Grad an Sequenzidentität in der
C-terminalen Domäne
teilen und dass die wahren Gewebegestaltbildungsproteine selbst
die vollständige
Kaskade von Ereignisse induzieren können, die zu einer Bildung
funktionsfähigen
Gewebes führt,
als vielmehr lediglich die Bildung von fibrotischem (Narben) Gewebe
zu induzieren. Insbesondere können
die Mitglieder der Familie der Gestaltbildungsproteine alles das
Folgende in einer gestaltbildenden permissiven Umgebung: Stimulieren
einer Zellvermehrung und Zelldifferenzierung, und Unterstützen des
Wachstums und Aufrechterhaltung von differenzierten Zellen. Die
Gestaltbildungsproteine können
offenkundig ebenfalls als endokrine, parakrine und autokrine Faktoren
wirken.
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Die
Gestaltbildungsproteine sind zu einer wesentlichen "Kommunikation" (crosstalk) über die
Arten befühigt.
Das heißt,
dass Homologe dieser Proteine von Xenopus (Fremdart) für einander
bei der funktionellen Aktivität
ersetzt werden können.
Beispielsweise können
dpp und 60Å,
zwei Drosophila-Proteine deren Säugetierhomologe,
BMP2/4 beziehungsweise OP-1
ersetzen und die endochondrale Knochenbildung an einer Nicht-Knochenstelle
in einem Standardtest der Knochenbildung in der Ratte induzieren.
Auf ähnliche
Art und Weise wurde gezeigt, dass BMP2 eine dpp-Mutation in Drosophila
rettet. In deren nativer Form scheinen jedoch die Proteine gewebespezifisch
zu sein, wobei jedes Protein gewöhnlich
in einem Gewebe exprimiert oder lediglich einem oder einigen Geweben
bereitgestellt, oder alternativ lediglich zu bestimmten Zeiten während der
Entwicklung exprimiert wird. Beispielsweise scheint GDF-1 hauptsächlich in
Nervengewebe exprimiert zu sein, während OP-2 bei relativ hohen
Spiegeln in frühen
(beispielsweise Tag-8) Mausembryonen exprimiert zu sein scheint.
Die endogenen Morphogene können
durch die Zellen auf die sie Wirken, durch benachbarte Zellen, oder
durch Zellen eines entfernten Gewebes synthetisiert werden, wobei
das sekretierte Protein zu den Zellen transportiert wird, auf die
es einwirken soll.
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Ein
besonders potentes gestaltbildendes beziehungsweise morphogenes
Protein stellt OP-1 dar. Dieses Protein und dessen xeongenen Homologe
werden in einer Vielzahl von Geweben, hauptsächlich Geweben von urogentalen
Ursprungs, als auch im Knochen, in Brust- und Speicheldrüsengewebe,
Reproduktionsgeweben und Verdauungskanal-Gewebe exprimiert. Es wird
ebenfalls in unterschiedlichen Geweben während der Embryogenese exprimiert,
wobei dessen Anwesenheit mit dem Beginn der Gestaltbildung von jenem
Gewebe zusammenfällt.
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Die
Signalübertragung
von Gestaltbildungsprotein über
die Zellmembran scheint als ein Ereignis einer spezifischen Bindungsinteraktion
mit einem oder mehreren Rezeptoren der Zelloberfläche aufzutreten.
Vorherige Untersuchungen über
die Bindung an Zelloberflächenrezeptoren
von verschiedenen Mitgliedern der TGF-β Protein-Superfamilie legen
nahe, dass die Liganden deren Aktivität durch Interaktion mit zwei
unterschiedlichen Rezeptoren vermitteln, bezeichnet als Typ-I und
Typ-II Rezeptoren, um einen Hetero-Komplex zu bilden. Ein an der
Zelloberfläche
gebundenes Beta-Glycan kann ebenfalls die Bindungsinteraktion verstärken. Die
Typ-I und Typ-II Rezeptoren sind beides Serin/Threonin-Kinasen und
teilen ähnliche
Strukturen: eine intrazelluläre
Domäne,
die im Wesentlichen aus der Kinase besteht, eine kurze, gedehnte
hydrophobe Sequenz, die ausreicht die Membran einmal zu überspannen
und eine extrazelluläre
Domäne,
die durch eine hohe Konzentration konservierter Cysteine gekennzeichnet
ist.
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Morphogene
Proteine sind über
Disulfid verbundene Dimere, die als große Vorläufer- Polypeptidketten exprimiert werden,
umfassen eine hydrophobe Signalsequenz, eine lange und relativ schwach
konservierte N-terminale Pro-Region von mehreren hundert Aminosäuren, eine
Spaltstelle und eine Reife- bzw. Reifungs-Domäne, die eine N-terminale Region
umfasst, welche unter den Familienmitgliedern variiert und ein starker
konservierte C-terminale Region. Die C-terminale Region, die in
den prozessierten reifen Proteinen aller bekannter Mitglieder der
Morphogenfamilie vorhanden sind, umfasst ungefähr 100 Aminosäuren mit
einem charakteristischen Motiv, das ein konserviertes sechs oder
sieben Cystein Skelett aufweist. Jedes der bis heute isolierten
Morphogenproteine sind Dimerstrukturen, wobei die Mannoseuntereinheiten
durch nicht kovalente Interaktionen oder durch eine oder mehrere
Disulfidbindungen zusammengehalten werden. Die Morphogen-Proteine sind als
dimere Proteine, jedoch nicht als individuelle monomere Einheiten,
aktiv.
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Als
Ergebnis deren biologischer Aktivitäten wurden erhebliche Mühen auf
die Entwicklung von auf Morphogenen basierenden Therapeutika zur
Behandlung verletzten oder erkrankten Säugetiergewebes gerichtet, einschließlich beispielsweise
therapeutischer Zusammensetzungen, um regeneratives Heilen von Knochendefekten,
wie Brüchen
zu induzieren, sowie therapeutische Zusammensetzungen, um gesunde
metabolische Eigenschaften in erkranktem Knochengewebe, beispielsweise
knochenbildendes Knochengewebe, zu erhalten oder wiederherzustellen.
Vollständige
Beschreibungen der Bemühungen
auf Morphogen basierende Therapeutika für nicht-chondrogene Gewebeanwendungen
in Säugern,
insbesondere Menschen zu entwickeln, sind dargelegt in:
EP 0 575 555 ,
WO93/04692 ;
WO93/05751 ;
WO94/06399 ;
WO94/03200 ;
WO94/06449 ;
WO94/10203 und
WO94/06420 ; Griffith et al., J. Bone & Mineral Research
10 (Supplement 1), Abstract 1, Abstract T394, Seventeenth Annual
Meeting of the American Society for Bone and Mineral Research, Sept.
9-13 (1995) berichtet die 3-dimensionale Struktur von OP-1 bis 2,8
Amstrongs beziehungsweise Angström
Auflösung
und vergleicht dessen Struktur mit TGF-β2.
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Es
können
bestimmte Schwierigkeiten auf Verabreichung von natürlich isolierten
oder rekombinant hergestellten Morphogen-Proteinen an einen Säuger wahrgenommen
werden. Diese Schwierigkeiten können beispielsweise
den Verlust morphogener Aktivität
aufgrund einer Dissoziation des biologisch aktiven Morphogen-Dimers
in dessen nicht-aktive mono mere Einheiten umfassen und/oder Handhabungsprobleme
aufgrund niedriger Löslichkeit
unter physiologischen Bedingungen.
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Demgemäß verbleibt
ein Bedarf für
die Identifizierung von Morphogen-Analogen, die die physiologischen
Wirkungen eines morphogenen Proteins, beispielsweise OP-1 nachahmen
oder verstärken.
Die Analoge können
modifizierte, morphogen aktive hOP-1 Protein-Dimere oder Fragmente
oder verkürzte
Analoge davon sein, Peptide oder kleine organische Moleküle. Vorzugsweise
weisen die Analoge verstärkte
therapeutische Werte auf, beispielsweise indem sie unter physiologischen
Bedingungen stabiler und/oder löslicher
sind als natürlich
vorkommendes hOP-1, oder beispielsweise erhöhte Zielgruppen- beziehungsweise
Targetting Gewebespezifität,
erhöhte
biologische Verteilung oder eine verringerte Filtrationsrate in
dem Körper
aufweist.
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Diese
und andere Gegenstände
und Merkmale werden aus der Beschreibung, den Zeichnungen und den
folgenden Ansprüchen
offenbar werden.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung basiert teilweise auf der Röntgen-Kristallographie-Bestimmung
der drei-dimensionalen Struktur von reifem, dimerem menschlichem
osteogenem beziehungsweise knochenbildenden Protein-1 (hOP-1). Die
drei-dimensionale Struktur von hOP-1 wurde bis auf 2,8 Å aufgelöst. Hier
werden zwei Sätze
von atomaren Röntgen-Kristallographie-Koordinaten
für hOP-1
bereitgestellt, wobei ein Satz eine hOP-1 Struktur festlegt, die
bis auf eine Auflösung
von 2,8 Å aufgelöst wurde,
wobei der andere Satz ein hOP-1 definiert, das bis zu einer Auflösung von
2,3 Å aufgelöst wurde.
Mit dieser Beschreibung werden dem Fachmann zwei Sätze atomarer
Koordinaten bereitgestellt, die bei einer herkömmlichen rechnergestützten Gestaltung (CAD)-Verfahren
verwendet werden können,
um Protein oder Peptidanaloge von OP-1 zu identifizieren oder zu
gestalten oder alternativ kleine organische Moleküle zu identifizieren
oder zu gestalten, die OP-1 funktionell nachahmen.
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In
einer Ausführungsform
stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines, wie in
den beigefügten
Ansprüchen
festgelegtes OP-1-Analog-Peptid bereit. In einer bevorzugten Ausführungsform
werden die atomaren Koordinaten durch sowohl einen Anteil oder die
gesamten atomaren Koordinaten, die in 15 und 16 dargelegt sind, festgelegt.
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Der
wie hier verwendete Begriff "Computersystem" soll so verstanden
werden, dass er ein beliebiges allgemeines oder spezielles Zwecksystem
bedeutet, das einen Prozessor umfasst, der mit sowohl einem Speicher
als auch mindestens einer Eingabe-/Ausgabeeinrichtung, beispielsweise
ein Terminal, elektrisch verbunden ist. Ein derartiges System kann
Personalcomputer, Arbeitsstationen oder Großrechner umfassen, ist jedoch
nicht darauf beschränkt.
Der Prozessor kann ein allgemeiner Zweckprozessor oder Mikroprozessor
oder ein spezialisierter Prozessor sein, der in einem RAM-Speicher
lokalisierte Programme ausführt.
Die Programme können
von einer Speichereinrichtung, wie beispielsweise einer Diskette
oder einem vorprogrammierten ROM-Speicher in RAM angeordnet werden.
In einer Ausführungsform
wird der RAM-Speicher sowohl für
Datenspeicherung als auch Programmausführung verwendet. Der Begriff
Computersystem umfasst ebenfalls Systeme, bei denen der Prozessor
und der Speicher in unterschiedlichen körperlichen Entitäten vorliegen,
die jedoch durch ein Netzwerk elektrisch verbunden sind.
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In
der vorliegenden Erfindung führt
der Prozessor ein Modellierungsprogramm aus, das auf Daten Zugriff
hat, die für
die Röntgenstrahl-Kristallographie-Koordinaten
von HOP-1 repräsentativ
sind, wodurch ein dreidimensionales Modell des Moleküls konstruiert
werden kann. Außerdem
kann der Prozessor ebenfalls ein anderes Programm, ein Lösungsmittel
zugängliches
Oberflächen-Programm,
ausführen,
das das dreidimensionale Modell von hOP-1 dazu verwendet, um eine einem Lösungsmittel
zugängliche
Oberfläche
von mindestens einem Bereich des hOP-1-Moleküls zu konstruieren und wahlweise
die dem Lösungsmittel
zugänglichen Bereiche
von Atomen zu berechnen. Das Programm für ein für die Oberfläche zugängliches
Lösungsmittel
und das Modellierungsprogramm können
das gleiche Programm sein. Das Modellierungsprogramm und das Programm
für ein
der Oberfläche
zugängliches
Lösungsmittel
können
unterschiedliche Programme sein. Das Modellierungsprogramm kann
entweder das dreidimensionale Modell von hOP-1 in einer Region eines
Speichers speichern, der sowohl ihm als auch dem Programm für eine dem
Lösungsmittel
zugängliche
Oberfläche
zugänglichen
ist, oder das dreidimensionale Modell kann auf einen externen Speicher,
wie einer Diskette, einer CD ROM oder einem Magnetband für einen
späteren
Zugang durch das Programm für
ein dem Lösungsmittel zugängliches
Lösungsmittel
geschrieben werden.
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Der
Speicher kann darin den gesamten Satz von Röntgen-Kristallographie-Koordinaten
speichern, die reifes biologisch aktives menschliches OP-1 definieren,
oder einen Untersatz derartiger Koordinaten umfassen können, die
beispielsweise einen oder mehrere einschließen von: einer Finger 1-Region,
einer Finger 2-Region und einer Fersen- bzw. Heel-region. Die Proteinstrukturen,
die dem Finger und der Fersenregion entsprechen, werden nachfolgend
ausführlich
beschrieben.
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Wie
hier bezüglich
OP-1 (oder verwandten Morphogenen) verwendet, oder bezüglich einer
Region von OP-1, soll der Ausdruck "mindestens ein Protein der dreidimensionalen
Struktur von" oder "mindestens ein Bereich
von" einen Bereich
der dreidimensionalen Oberflächenstruktur
des Morphogens, oder Bereich des Morphogens bedeuten, einschließlich Ladungsverteilungs-
und Hydrophilie/Hydrophobie-Eigenschaften, die durch mindestens
drei, vorzugsweise mindestens drei bis zehn, und am meisten bevorzugt
mindestens zehn benachbarter Aminosäurereste des OP-1-Monomers
oder Dimers gebildet wird. Die benachbarten Reste, die einen derartigen
Bereich bilden, können
Reste darstellen, die einen benachbarten Bereich der primären Struktur
des OP-1 Moleküls
bilden, Reste, die einen benachbarten Bereich der dreidimensionalen
Oberfläche
des OP-1 Monomer bilden, Reste, die einen benachbarten Beeich der
dreidimensionalen Oberfläche
des OP-1 Dimers bilden, oder eine Kombination davon. Folglich ist
es nicht erforderlich, dass die einen Bereich der dreidimensionalen
Struktur von OP-1 bildenden Reste in der Primärsequenz des Morphogens benachbart
sein/sind, jedoch vielmehr einen benachbarten Bereich der Oberfläche des
Morphogen-Monomers oder -Dimers bilden müssen. Insbesondere können derartige
Reste in der Primärstruktur
eines einzelnen Morphogen-Monomers nicht-benachbart sein oder können Reste
von unterschiedlichen Monomeren in der dimeren Form des Morphogens
umfassen. Wie hier verwendet, bilden die Reste, die "einen Bereich der
dreidimensionalen Struktur von" einem
Morphogen, oder "einen
Bereich von" einem
Morphogen bilden, eine benachbarte dreidimensionale Oberfläche, in
der jedes Atom oder funktionelle Gruppe, die einen Bereich der Oberfläche bildet
von dem den Oberflächenbereich
bildenden nächsten
Atom oder der funktionellen Gruppe durch nicht mehr als 40 Å, vorzugsweise
durch nicht mehr als 20 Å,
noch bevorzugter nicht mehr als 5-10 Å, und am meisten bevorzugt
durch nicht mehr als 1-5 Å getrennt.
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Wie
hier verwendet bezieht sich der Ausdruck "Röntgen-Kristallographie-Koordinaten" auf eine Reihe von
mathematischen Koordinaten (dargestellt als "X","Y" und "Z"-Werte),
die sich auf die räumliche
Verteilung von Reflexionen beziehen, die durch die Beugung eines
monochromatischen Röntgenstrahls
durch Atome eines hOP-1 Moleküls
in Kristallform erzeugt werden. Die Beugungsdaten werden verwendet,
um Elektronendichtekarten der Wiederholungseinheiten eines Kristalls
zu erzeugen, wobei die sich ergebenden Elektronendichtekarten dazu
verwendet werden, um die Positionen individueller Atome innerhalb
der Einheitszelle des Kristalls zu definieren.
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Es
wird dem Fachmann klar sein, dass die hier dargestellte hOP-1 Struktur
von dessen Orientierung unabhängig
ist, und dass die in 15 und 16 aufgelisteten Atomkoordinaten lediglich
eine mögliche
Orientierung der hOP-1 Struktur darstellen. Es ist folglich offenkundig,
dass die in 15 und 16 aufgelisteten
Atomkoordinaten ohne Änderung
der relativen Positionen von Atomen oder Merkmalen der hOP-1 Struktur
mathematisch gedreht, translatiert, skaliert oder einer Kombination
davon werden können.
Derartige mathematische Manipulationen sind vorgesehen hierin umfasst
zu sein. Weiterhin wird dem Fachmann offenbar sein, dass die hier
festgelegten Röntgen-Atom-Koordinaten
ein gewisses Maß an
Unsicherheit bei der Lokalisierung (siehe beispielsweise Spalte "δ" in 16,
die die thermisch Unsicherheit in der Lokalisierung von jedem Atom,
ausgedrückt
in Å,
zeigt) aufweist. Es ist für
diese Erfindung zweckdienlich, dass ein vorgewähltes Protein oder Peptid mit
der gleichen Aminosäuresequenz,
wie mindestens ein Bereich von hOP-1 als die gleiche Struktur wie
der entsprechende Bereich von hOP-1 aufweisend angesehen wird, wenn
ein Satz von Atom-Koordinaten, der die Rückgrat Cα-Atome des vorgewählten Proteins
oder Peptids festlegt, den entsprechenden Cα-Atomen für hOP-1 (wie in 16 aufgelistet) überlagert werden können, um
eine Standardabweichung von vorzugsweise weniger als ungefähr 1,5 Å und am
meisten bevorzugt weniger als ungefähr 0,75 Å zu erhalten.
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Wie
hier verwendet, soll der Ausdruck "Morphogen-Analog" ein beliebiges Molekül bedeuten,
das die Bindungsaktivität
des OP-1-Rezeptors nachahmen oder eine durch den Rezeptor vermittelte
biologische stromabwärts
gelegene Wirkung induzieren kann, die für ein morphogenes Protein charakteristisch
ist. Die Induktion einer alkalische Phosphatase-aktivität stellt ein charakteristischen
biologische Wirkung dar. Das Analog kann ein Protein, Peptid, oder
eine auf einem organischen Molekül
basierendes Nicht-Peptidyl sein. Demgemäß umfasst der Ausdruck Morphogen-Analog
eine beliebige Substanz, die eine derartige Op-1 ähnliche Aktivität ungeachtet
der chemischen oder biochemischen Beschaffenheit davon aufweist.
Das vorliegende Morphogen-Analog kann eine einfache oder komplexe
Substanz sein, die durch ein lebendes System oder durch chemische
oder biochemische Syntheseverfahren erzeugt wird. Es kann ein großes Molekül, beispielsweise
ein modifiziertes hOP-1-Dimer sein, das durch rekombinante DNA-Techniken
hergestellt wird, oder ein kleines Molekül, beispielsweise ein organisches
Molekül,
das de novo gemäß den Prinzipien
einer rationalen Arzneimittelgestaltung hergestellt wird. Es kann
eine Substanz sein, die ein Mutein (oder Mutant-Protein) von hOP-1
ist, eine Substanz, die einer einem Lösungsmittel ausgesetzten Oberflächenepitop
von hOP-1 strukturell ähnlich
ist und an einen Op-1 spezifischen Rezeptor bindet, oder eine Substanz,
die anderweitig einen OP-1 spezifischen Rezeptor stimuliert, der
auf der Oberfläche
einer auf OP-1 reagierenden Zelle gezeigt wird.
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Wie
hier verwendet, sollen der Ausdrücke "OP-1 oder OP-1 ähnliche
biologische Aktivität" beliebige biologische
Aktivitäten
bedeuten, die bekannt sind durch OP-1 induziert oder verstärkt zu werden.
OP-1 und OP-1 ähnliche
biologische Aktivitäten
umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf ein Stimulieren einer
Vermehrung von Vorläuferzellen,
Stimulieren einer Differenzierung von Vorläuferzellen, Stimulieren einer
Vermehrung von differenzierten Zellen und unterstützen eines
Wachstums und Erhaltung von differenzierten Zellen. Der Ausdruck "Vorläuferzellen" umfasst nicht festgelegte
beziehungsweise nicht kommitierte Zellen, vorzugsweise von einem
Säugetierursprung,
die kompetent sind in eine oder mehrere spezifische Typen von differenzierten
Zellen, abhängig
von deren genetischem Repertoire und Gewebespezifität des permissiven
Umgebung, in dem Morphogenese induziert wird.
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Insbesondere,
bezüglich
Knochen, Knorpel, Nerven und Lebergewebe, kulminiert die OP-1 stimulierte morphogene
Kaskade in der Bildung von neuem oder regenerativ differenzierten
Gewebe, das für
die gewählte lokale
Umgebung geeignet ist. Die durch OP-1 vermittelte Morphogenese unterscheidet
sich folglich signifikant von einfachen wiederherstellenden Heilungsprozessen,
bei denen Narbengewebe (beispielsweise faserartiges Bindegewebe)
gebildet wird und eine Läsion
oder einen anderen Fehler in differenziertem funktionellem Gewebe
füllt.
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Wie
hier verwendet ist ein "Morphogen-Antagonist" ein Molekül, das eine
Bindungsaktivität
an einen OP-1 Rezeptor nachahmt, welches jedoch keine stromabwärts vermittelte
Wirkung des Rezeptors induzieren kann.
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Es
ist vorgesehen, dass auf Bestimmung, ob die Testverbindung eine
OP-1-Aktivität
moduliert, die Testverbindung unter Verwendung herkömmlicher
CAD und/oder rationaler Arzneimittelgestaltungsverfahren, die im
Stand der Technik bekannt und gut dokumentiert sind, iterativ verbessert
werden kann. Weiterhin ist vorgesehen, dass die so erhaltene folglich
identifizierte Verbindung in gewerblich nützlicher Menge zur Verabreichung
in einen Säuger
hergestellt werden kann.
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Durch
Revision bzw. Durchsicht der in 15 und 16 ausgeführten Atomkoordinaten, kann
der Fachmann die dreidimensionale Struktur bestimmter Aminosäuresequenzen
beobachten, die in situ innerhalb der dreidimensionalen Struktur
von hOP-1 lokalisiert sind. Beispiele möglicher Aminosäuresequenzen
werden durch ein oder mehrere Peptide festgelegt, die aus der Gruppe
bestehend aus H1, H-n2, H-c2, F1-2, F2-2 und F2-3, wie nachfolgend
ausgeführt,
ausgewählt
sind. Die Peptide stellen Matrizes bzw. Template dar, die bei der Herstellung
von wirksameren Morphogen-Analogen verwendet werden können. In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Cα-Atome
der Aminosäurereste
in dem Morphogen-Analog innerhalb von 6Å lokalisiert, vorzugsweise
innerhalb von 3Å und
am meisten bevorzugt innerhalb von 2Å des entsprechenden Cα-Atoms, wie
durch die entsprechenden Atom-Koordinaten in 15 und 16 festgelegt. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform
sind die Cα-Atome
der Aminosäurereste
in dem Morphogen-Analog innerhalb von 6Å, vorzugsweise innerhalb von
3Å und
am meisten bevorzugt innerhalb von 2Å der entsprechenden Cα-Atome von mindestens
drei Aminosäuren
in den Peptid-Sequenzen H1, H-n2, H-c2, F1-2, F2-2, und F2-3 lokalisiert, worin jedes
der Cα-Atome
in den Peptiden durch die entsprechenden, in 15 und 16 ausgeführten, Atom-Koordinaten festgelegt
wird.
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Nachdem
die dreidimensionale Struktur von OP-1 bestimmt wurde, kann ein
Fachmann, der im Besitz der die OP-1 Struktur festlegenden Atom-Koordinaten
ist, hierdurch herkömmliche
CAD und/oder rationale Arzneimittelgestaltungsverfahren verwenden,
um Protein- oder Peptid-Analoge, oder andere kleine organische Moleküle zu identifizieren
oder zu gestalten, die, nachdem sie unter Verwendung herkömmlicher
Chemie und Verfahren hergestellt wurden, entweder in vitro oder
in vivo getestet werden können,
um zu beurteilen, ob sie die biologische Aktivität von menschlichem OP-1 nachahmen
oder verstärken
können.
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Die
vorstehenden und anderen Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden aus der folgenden ausführlichen Beschreibung von bevorzugten
Ausführungsformen
der Erfindung offenkundiger werden.
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Die
Aufgaben und Merkmale der Erfindung können durch Bezugnahme auf die
nachfolgend beschriebenen Zeichnungen besser verstanden werden,
worin ähnlich
bezeichnete Merkmale in den entsprechenden Figuren gemeinsame Merkmale
kennzeichnen.
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1A stellt
eine vereinfachte Linienzeichnung dar, die bei der Beschreibung
der Struktur einer monomeren Untereinheit von hOP-1 nützlich ist.
Siehe die Zusammenfassung der Erfindung, nachstehend zur Erklärung. 1B, 1C und 1D sind
Bandverfolgungen in Monosicht (monovision ribbon tracings) der entsprechenden
Peptidrückgrate
von hOP-1 Finger-1, Ferse und Finger-2 Bereichen bzw. Regionen. 1E und 1F sind
schematische Darstellungen von monomeren beziehungsweise dimeren
Formen von hOP-1, wie durch ein linkshändiges Motiv dargestellt.
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2 ist
eine schematische Zeichnung einer Monomeren Untereinheit von hOP-1.
Der hOP-1 Cysteinknoten, der drei Disulfidbrücken umfasst, bildet den Kern
der monomeren hOP-1 Untereinheit. Zwei Disulfidbrücken, die
die Reste Cys 67-Cys136 und Cys 71-Cys 138 verbinden, erzeugen einen
acht Reste umfassenden Ring, durch welchen die dritte Disulfidbrücke hindurchfährt, die
die Reste Cys 38-Cys 104 verbindet. Vier Strange von anti-parallelen β-Faltblättern, die
aus dem Knoten hervorgehen, bilden die zwei Fingern ähnelnden
Vorsprünge.
Eine α-Helix,
die an dem abgewandten Ende des Knotens lokalisiert ist, liegt senkrecht zu
der Achse der zwei Finger, wodurch die Ferse gebildet wird. Der
N-Terminus der monomeren
Untereinheit bleibt unaufgelöst.
Die β-Faltblätter werden
als Pfeile gezeigt und von β1
bis β8 markiert.
Die α-Helix
wird als eine Röhre
gezeigt und mit α1
markiert. Die den Cysteinknoten bildenden Disulfidbindungen der
Intra-Untereinheit werden als solide Linien gezeigt. Ausgehend von
Gln 36 ("N36"), dem ersten in
dieser Figur gezeigten Rest, umfassen die in dem Finger 1 Bereich
eine Sekundärstruktur
erzeugenden Aminosäurereste
Lys 39- His 41 (β1),
Tyr 44-Ser 46 (β2),
Glu 60-Ala 63 (β3),
Tyr 65-Glu 70 (β4),
wobei die Aminosäurereste,
die in dem Finger 2 Bereich eine Sekundärstruktur erzeugen Cys 103-Asn
110 (β5),
Ile 112-Asp 118 (β6),
Asn 122-Tyr 128 (β7),
Val 132-His 139 (138) umfassen, und wobei die Aminosäurereste,
die in der Fersenregion eine Sekundärstruktur erzeugen, Thr 82-Ile
94 (α1)
umfassen.
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Die 3 ist
eine Struktur basierte Sequenzabgleich bzw. Ausrichtung des hOP-1
und TGF-β2
Finger-1, der Fersen und der Finger-2 Regionen. Die Aminosäurereste
in den Fersenregionen, die Interketten-Kontakte in den Dimeren von
hOP-1 und TGF-β2
bilden, sind weiß auf
schwarz hervorgehoben. Die Aminosäurereste in den Finger-1- und
Finger-2-Regionen,
die die andere Kette kontaktieren, sind schwarz auf grau hervorgehoben.
In hOP-1 und TGF-β2
bilden die Aminosäuren,
die an den gleichen Restepositionen lokalisiert sind, die Inter-Ketten-Kontakte.
-
4A und 4B stellen
Stereo Peptidrückgrat
Bandverfolgungs-Darstellungen dar, die die dreidimensionale Form
von hOP-1 erläutern:
A) von der "oberen
Seite" (abwärts der
zweifachen Symmetrie-Achse zwischen den Untereinheiten), wobei die
Achsen der helikalen Fersenregionen allgemein normal zu der Papierebene
stehen und die Achsen von jeder der Finger-1 und Figer-2 Regionen
allgemein vertikal stehen, und B) von der "Seite", wobei die zweifache Achse zwischen
den Untereinheiten in der Papierebene stehen, wobei die Achsen der
Fersen allgemein horizontal stehen, und die Achsen der Finger allgemein
vertikal stehen. Das hOP-1 Monomer weist einen zugänglichen
nicht polaren Oberflächenbereich
von ungefähr
4394 Å2 auf, wobei/während die für das Dimer ungefähr 6831 Å2 beträgt,
was bei einer Dimerisierung zu einem versteckten Bereich von ungefähr 979 Å2 pro Monomer führt. Der Leser wird ermuntert
die stereo Alpha Kohlenstoff Verfolgungs-Zeichnungen in einem Fischaugen-Stereo,
beispielsweise unter Verwendung einer Standard-Stereo-Betrachtereinrichtung
zu betrachten, um die räumlichen
Beziehungen der Aminosäuresequenzen
in der Morphogen-Analog-Gestaltung einfacher zu sehen.
-
5A ist
eine Rückgrat
Bandverfolgungs-Darstellung, die das hOP-1-Dimer erläutert, das
die zwei hOP-1 Monomer-Einheiten bis au 2,8Å aufgelöst, umfasst. Eine Monomer-Einheit
ist in grün
gezeigt und die andere Monomer-Einheit ist in gold gezeigt. Die
in der vorgegebenen Rezeptor-Bindungsdomäne angeordneten Aminosäurereste,
die Lösungsmittel
zugängliche
Seitenketten aufweisen, werden als Atomkugel gezeigt. Die Spitzen
der Finger-1- und
Finger-2-Regionen der einen OP-1 Monomer-Einheit und eine Schleife
an dem C-terminalen
Ende der Ferse der anderen OP-1 Monomer-Einheit bilden angenommener
Weise die Rezeptorbindungsdomäne.
-
Die
Aminosäuren,
die an Positionen einer variablen Aminosäuresequenz lokalisiert sind,
werden in weiß gezeigt,
wohingegen an mehr konservierten Positionen lokalisierte die Aminosäuren in
rot gezeigt sind. Die 5B und 5C sind
Bilder, die die entsprechenden dem Lösungsmittel zugänglichen
Oberflächen
von OP-1- und TGF-β2-Dimeren
zeigen, die basierend auf deren elektrostatischen Potential gefärbt sind.
Oberflächenregionen,
die ein elektrostatisches Potential von –3kT oder weniger aufweisen,
werden in rot gezeigt, während
Oberflächenregionen
von +3kT oder größer in blau
gezeigt werden. Neutrale Regionen werden in grün oder gold entsprechend zu
den Rückgratbändern, in 5A gezeigt,
gezeigt.
-
6 stellt
eine Tabelle dar, die eine Identitätsmatrix für die TGF-β-Superfamilie zeigt.
-
Die
Matrix umfasst Mitglieder der TGF-β-Superfamilie, die eine Aminosäuresequenz-Identität relativ
zu OP-1 von mehr als 36 % aufweist. In der Matrix sind die Mitglieder
der TGF-β-Superfamilie
in abnehmender Ordnung der Aminosäure-Identität relativ zu OP-1 angeordnet.
TGF-β2 weist
eine Aminosäuresequenz-Identität relativ
zu OP-1 von 36% auf, wobei sie unten an der Matrix positioniert
ist. Kasten fassen Familien von Sequenzen mit 50 % oder höherer Identität ein, wobei
ein Hauptteil der anderen Mitglieder der Familie mit Sequenzen mit
Identitäten
von 75 % oder höher
in grau gezeigt sind. Rekombinant exprimierte OPBMP-Familienmitglieder
von denen gezeigt wurde, dass sie Knochen erzeugen, werden durch
ein "+" in dem linken Rand bezeichnet.
Mitglieder der TGF-β-Superfamilie deren
dreidimensionale Struktur bestimmt wurde, sind in dem linken Rand
weiß oder
schwarz hervorgehoben. Auf die Sequenzen wird verwiesen in Kingsley
(Kingsley, (1994) Genes and Development 8:133-146), ausgenommen
der Folgenden: (UNIVIN (Stenzel et al. (1994) Develop. Biol. 166:149-158.),
SCREW (Arora, et al. (1994) Genes and Dev. 8:2588-2601.), BMP-9
(Wozney, et al. (1993)
PCT/WO
93/00432 , SEQ. ID. NO.9), BMP-10 (Celeste et al. (1994)
PCT/WO 94/26893 , SEQ. ID. NO.
1), GDF-5 (Storm et al. (1994) Nature 368:639-643) (ebenfalls als
CDMP-1 bezeichnet (Chang et al. (1994) J. Biol. Chem. 269: 28227-28234.),
GDF-6 (Storm, et al. (1994) Nature 368:639-643), GDF-7 (Storm et al.
(1994) Nature 368:639-643), CDMP-2 (Chang et al. (1994) J. Biol.
Chem. 269: 28227-28234.), OP-3 (Ozkaynak et al. (1994)
PCT/WO 94/10203 , SEQ. ID. NO. 1),
Inhibin 1k (Hätten,
et al. (1995) Bioch. Biophys. Res. Comm. 206:608-613) und GDF-10
(Cunningham, et al. (1995) Growth Factors 12:99-109). Mehrere Sequenzen
in der Matrix weisen alternative Namen auf: OP-1 (BMP-7), BMP-2
(BMP-2a), BMP-4 (BMP-2b), BMP-6(Vgrl),
OP-2 (BMP-8), 60A (Vgr-D), BMP-3 (Osteogenin), GDF-5 (CDMP1, MP-52),
GDF-6 (CDMP-2, BMP-13) and GDF-7 (CDMP-3, BMP-12).
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7 ist eine Zusammenfassung von Aminosäureresten,
die gemäß der 2,8 Å Auflösungsstruktur
gemeinsam die dem Lösungsmittel
zugängliche
Oberflächen
von dimerem hOP-1 festlegen. Die 7A, 7B und 7C zeigen
die Aminosäuresequenzen,
die die Regionen von menschlichem OP-1 Finger 1, Ferse beziehungsweise
Finger-2 festlegen. Die Aminosäurereste,
die 40 % oder mehr deren Seitenkette einem Lösungsmittel aussetzen, sind
eingekastelt, wobei die dem Lösungsmittel
zugänglichen
Aminosäurereste,
die unter der BMP/OP Familie der TGF-β-Superfamilie hoch variabel
sind, durch schraffierte Kästen
gekennzeichnet werden.
-
8 ist
eine Tabelle, die auf der 2,8 Å Struktur
basiert, die die prozentuale Oberflächenzugänglichkeit der Aminosäureseitenketten
in einer hOP-1 Monomereinheit und ein einem hOP-1-Dimer zusammenfasst. Aminosäurereste,
von denen angenommen wird, dass sie mögliche Epitope bilden, werden "EPITOP" genannt, wobei die
Aminosäurereste,
die mögliche
Kandidaten als die Oberfläche
modifizierende Aminosäuren
sind, werden mit einem Stern markiert werden. Außerdem werden Oberflächen modifizierende
Aminosäuren,
die bevorzugte Kandidaten zum Erhöhen der Löslichkeit sind mit einem Stern
markiert.
-
9 stellt
eine Tabelle dar, die auf der 2,8 Å-Struktur basiert, die die
Aminosäurereste
zusammenfasst von denen angenommen wird, dass sie den Rücken beziehungsweise
die Kante festlegen. Aminosäurereste,
von denen angenommen wird, dass sie die Rezeptor-Bindungsdomäne in dem Rücken bilden, werden mit einem
Stern markiert.
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10 stellt eine schematische Darstellung eines
Computersystems dar, das in der Praxis der Erfindung nützlich ist.
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11A und 11B sind
Tabellen, die durch Bezugnahme auf die 2,8 Å-Struktur erzeugt wurde, die die
Aminosäurepaare
zusammenfasst, von denen angenommen wird, dass sie als Orte zum
Einführen
zusätzlicher
Inter-Ketten-(11A) oder Inter-Ketten (11B)-Disulfidbindungen in
dem hOP-1-Dimer nützlich
sind.
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12 ist ein Aminosäuresequenzabgleich, der die
Aminosäuresequenz
von reifem menschlichem OP-1 und Peptiden zeigt, die Regionen von
Finger-1, Finger-2 und Ferse von menschlichem OP-1 festlegen.
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Die 13A-13D sind
Säulendiagramme,
die die Wirkung von Finger-2 und Fersen-Peptiden auf die alkalische Phosphataseaktivität von ROS-Zellen
darstellen, die in entweder der Anwesenheit oder Abwesenheit von
löslichem
OP-1 inkubiert wurden. Die 13A, 13B, 13C und 13D zeigen die Wirkung der Peptide F2-2, F2-3,
Hn-2 beziehungsweise Hn-3 auf die alkalische Phosphataseaktivität von ROS-Zellen,
die in der Anwesenheit (schraffierte Säulen) oder der Abwesenheit
von löslichem
OP-1 (nicht schraffierte Säulen)
inkubiert wurden.
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14A und 14B sind
Diagramme, die die Verdrängung
von radioaktiv markiertem löslichem OP-1
von ROS-Zellmembranen durch Finger-1-, Finger-2- und Fersen-Peptide
zeigen. 14A zeigt die Verdrängung von
radioaktiv markiertem OP-1 von ROS-Zellmembranen durch unmarkiertes lösliches
OP-1 (offene Kreise und Dreiecke), Finger-2-Peptid F2-2 (geschlossenen Kreise) und
Finger-2-Peptid F2-3 (geschlossene Dreiecke). 14B zeigt die Verdrängung von radioaktiv markiertem
OP-1 von ROS-Zellmembranen durch nicht markiertes lösliches
OP-1 (offene Dreiecke), Finger-1 Peptid F1-2 (geschlossene Kasten),
Fersen-Peptid H-n2 (offene Diamanten) und Fersen-Peptid H-c2 (offene
Kreise).
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15 ist eine Tabelle, die die Atom-Koordinaten
von auf 2,8 Å aufgelöstem hOP-1
zusammenfasst.
-
16 stellt eine Tabelle dar, die die Atom-Koordinaten
von auf 2,3 Å aufgelöstem hOP-1
zusammenfasst.
-
Weitere
Besonderheiten, die die Zeichnungen betreffen, werden in der folgenden
Beschreibung offenbart, die Einzelheiten der dreidimensionalen Struktur
von hOP-1, Verfahren zur Identifizierung von Morphogen-Analogen
und Verfahren zur Herstellung, zum Testen und zur Verwendung derartiger
Morphogen-Analogen offenbart.
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I. Einführung
-
Wie
nachfolgend beschrieben, wurde die dreidimensionale Kristallstruktur
von reifem hOP-1 nun auf 2,3 Å aufgelöst. Die
Offenbarung stellt zwei Sätze
von Atom-Koordinaten für
hOP-1 bereit, worin ein Koordinatensatz (siehe 15)
die Struktur von hOP-1 mit bis auf 2,8 Å aufgelöstem hOP-1 darstellt und wobei
der andere Koordinatensatz (siehe 16)
die Struktur von bis auf 2,3 Å aufgelöstes hOP-1
darstellt. Diese Offenbarung stellt somit die Atom-Koordinaten bereit,
die die relativen Positionen in dem dreidimensionalen Raum von mindestens
den C-terminalen 104 Aminosäuren
von menschlichem Op-1 festlegen, die geeignet sind die biologische
Aktivität
zu verleihen. Die Offenbarung stellt eine Analyse der Strukturmerkmale
von hOP-1 bereit. Der Fachmann kann nun mehrere oder die gesamten
dieser Koordinaten in einer Datenbank verwenden, um morphogene Proteinanaloge,
insbesondere OP-1-Analoge herzustellen. Insbesondere, kann der Fachmann
einen Teil oder die gesamte Datenbank auswählen, um Matrizen eines Teils
oder der gesamten der hOP-1-Struktur
dreidimensional zu erzeugen, und wobei diese Matrize dazu verwendet
wird, um ein erwünschtes
Analog oder eine erwünschte
Variante zu erzeugen, die auf Aminosäuren basieren kann.
-
Nachfolgend
wird eine ausführliche
Beschreibung der dreidimensionalen Kristallstruktur von hOP-1, zusammen
mit einer ausführlichen
Beschreibung wie die Koordinaten in einer Datenbank zu verwenden
sind, bereitgestellt, um ein Morphogen-Analog oder eine strukturelle
Variante von Interesse zu gestalten. Die Aminosäuresequenzen werden als beispielhafte
Matrizen als Beispiele zum Gestalten, Identifizieren und Herstellen
eines OP-1-Analogs
unter Verwendung einer der atomaren Koordinaten-Datenbanken von
OP-1, bereitgestellt. Insbesondere werden hier als nützliche
Analoge vorgesehen, die Analoge umfassen, die eine verringerte Clearance-
beziehungsweise Filtrationsrate aus dem Körper aufweisen. Der Leser wird
erkennen, dass diese Beispiele lediglich beispielhaft sind. Ausgehend
von der Offenbarung der Koordinaten, der dreidimensionalen Struktur,
der Verwendung der Koordinaten in einer Datenbank und dem heutigen
Niveau des Fachwissens, können
durch diese Offenbarung immer noch andere hier nicht spezifisch
genannte Analoge ermöglicht
werden. Insbesondere wird klar sein, dass ausgehend von der hier
gegebenen Offenbarung und den bekannten Aminosäuresequenzen für andere
nahe verwandte Morphogene die Verfahren verwendet werden können, um andere
Morphogen-Analoge, von beispielsweise BMP2, BMP4, OP2, BMP5 und
BMP6, zu erzeugen.
-
II. Strukturbestimmung von hOP-1
-
A. Bestimmung der 2,8 Å Struktur
-
Es
wurden Kristalle von reifem hOP-1 durch Mischen gleicher Volumen
von gereinigtem Protein (Özkaynak
et al. (1990) EMBO J. 9:2085-20893; und Sampath et al. (1992) J.
Biol. Chem. 267:20352-20362) zu 10 mg/ml, mit 8% Ammoniumsulfat
in 50 mM Natriumacetat-Puffer
(pH-Wert 5,0) (Griffith et al. (1994) J. Mol. Biol. 244:657-658)
gezüchtet.
Die Kristalle weisen die Symmetrie einer Raumgruppe P3221
mit Elementarzellendimensionen a=b=99,46 Å, und c=42,09 Å auf. Es
wurde ein Kristall verwendet, um einen vollständigen nativen Datensatz bis
zu 2,8 Å Auflösung bei
4°C zu sammeln.
Es wurden zwei abgeleitete Datensätze bei 4°C gesammelt, einer von einem
Kristall, das für
sieben Tage in 0,3 mM Uranylnitrat getränkt wurde, und der andere von
einem Kristall, das für
acht Stunden in 0,5 mM Natriumgold (III)-tetrachlorid (Griffith
et al., (1994) supra) getränkt
wurde.
-
Die
nativen und abgeleiteten Datensätze
wurden integriert und mit der R-AXIS-IIC Software-Suite (Higashi
(1990) A Program for Indexing and Processing R-AXIS IIC Imaging
Plate Data, Rigaku Corp.) reduziert und unter Verwendung des CCP4-Programm
ANSC (Collaborative Computation Project (1994) Acta Cryst. D50:760-763)
gemeinsam skaliert. Inspektion der Harker-Abschnitte der Differenz-Patterson-Karte
zeigte eine einzige Uranylstelle. Die Position der einzigen Goldstelle
wurde unter Verwendung von Kreuz-Fourier-Verfahren
unter Verwendung der Uranylposition als die Phasen- beziehungsweise
Synchronisierungsstelle bestimmt. Die schweren Atom x, y, z Parameter
und Belegung (occupancy) wurden mit dem Programm TENEYCK (Ten Eyck
et al. (1976) J. Mol. Biol. 100:3-11) gefiltert bzw. verfeinert.
Unter Verwendung dieser zwei Ableitungen und deren anormalen Signale
wurde ein anfänglicher
Phasensatz bis zu 4,0 Å Auflösung mit
einem durchschnittlichen Gütefaktor
(figure of merrit) von 0,72 berechnet. Die Phasen wurden verbessert
und durch Zyklen von Lösungsmittelverflachung
(solvent flattening) auf 3,5 Å Auflösung erweitert
(Wang (1985) Meth. Enzymol. 115:90-112) und Phasen-Kombination (Reed
(1986) Acta Cryst. A42:140-149) unter Verwendung des CCP4 (Collaborative
Computation Project (1994) supra) Kristallographiepakets. Eine vollständige interpretierbare Elektronendichtekarte
mit einer Auflösung
von 3,5 Å gestattete
die unzweifelhafte VerfolÅgung
der Polypeptidkette und die Identifizierung der Aminosäuren von
Gin 36 bis His 139 unter Verwendung des Graphikprogramms "O" (Jones et al. (1991) Acta Crystallogr.
A47:110-119). Das Modell wurde mit dem Programm XPLOR (Brunger et
al. (1987) Science 235:458-460) gefiltert, indem alle Reflexionen
zwischen 10 Å und
2,8 Å Auflösung ver wendet
wurden, für
die Fobs>2,0σ (Fobs) ist. bei der Veredelung waren keine
Wassermoleküle
eingeschlossen. Die Standardabweichung (rms) von dem idealen Zustand
beträgt
0,02 Å für Bindungslängen und 3,2° für Bindungswinkel.
Eine gute Stereochemie wurde für
die Rückgrattorsionswinkel
beobachtet. Der gegenwärtige
R Faktor beträgt
22,8 %.
-
Die
Atom-Koordinaten, die die 2,8 Å Auflösungsstruktur
festlegen, werden in 15 aufgelistet.
In 15 bezeichnen die mit "Atom" betitelten Säulen als
Atome, deren Koordinaten erfasst wurden. Der erste Buchstabe in
der Säule
legt das Element fest. Die als "Rest" betitelten Säulen bezeichnen
die Aminosäurereste in
dem hOP-1-Monomer, das ein Atom beinhaltet, dessen Koordinaten erfasst
wurden. Die als "Kette" betitelte Säule bezeichnet,
ob das Atom von Interesse innerhalb der ersten (A) oder zweiten
(B) Monomer-Untereinheit des
hOP-1-Dimers lokalisiert ist. Die Säulen "X, Y, Z" sind kartesische Koordinaten, die die
Atomposition des erfasst Atoms festlegen.
-
B. Bestimmung der 2,3 Å Struktur (für veranschaulichende
Zwecke)
-
Kristalle
von reifem hOP-1 wurden wie in dem vorhergehenden Abschnitt beschrieben
hergestellt. Ein Kristall, das in flüssigem Stickstoff gefroren
wurde, wurde verwendet, um einen Datensatz bis zu 2,3 Å Auflösung zu
sammeln, der zu 91 % vollständig
war. Die Daten wurden auf Bildplatten (imaging plates) bei Strahlinie X12
(National Synchrotron Light Source) mit einem Schwingbereich von
0,5 Grad (Überlappung
von 0,1 Grad) und Expositionszeit von 60-90 Sekunden gesammelt.
Die digitalisierten Daten werden bearbeitet, verflochten bzw. fusioniert
und mit DENZO und SCALEPACK (verfügbar von Molecular Structure
Corporation, Texas) skaliert. Eine anfängliche 2Fo-FC-Karte, die nach
X-PLOR Starrkörper-Verfeinerung
unter Verwendung des 2,8 Å Modells
berechnet wurde, war leicht zu interpretieren. Es wurden Bereiche
des Models mit den interaktiven Graphikprogrammen "0" und "Kette" an die Elektronendichtekarte manuell
erneut angepasst. Anschließende Zyklen
einer Verfeinerung (XPLOR/PROFFT) und manueller Wiederaufbau (QUANTA)
konvergierten schnell zu dem vorliegenden Modell.
-
Das
gegenwärtige
Modell ergab einen herkömmlichen
Kristallographie R-Faktor von 23,5 % für Daten von 10 bis 2,3 Å (1,5σ Abschluss)
und einen Rfree von 27 %. Die verfeinerte Struktur
wurde unter Verwendung des PROCHECK (verfügbar von Protein Daten-Bank,
Brookhaven, NY)-Algorithmus analysiert und wo erforderlich berichtigt.
Die Standardabweichung (rms) vom idealen Zustand beträgt 0,015 Å für Bindungsabstände, 0,034 Å für Winkelabstände und
0,142 Å für Planare
1-4 Abstände.
Die rms Abweichung von dem idealen Zustand beträgt 1,7° für Bindungswinkel. Bei der oberen
Schätzung
aus den Luzzati graphischen Darstellungen (EXPLOR) unter Verwendung
des freien R-Faktors beträgt
der Fehler in den Atom-Positionen 0,25-0,33Å. Das Endmodell umfasst eine
Monomer-Einheit, die aus 828 Protein-Atomen (d.h. alle Nicht-Wasserstoffatome)
und 33 Wassermolekülen
besteht. Die durchschnittliche Temperatur (B)-Faktor beträgt 33 Å2 für
Proteinatome und 37 Å2 für
Lösungsmittelatome.
-
Die
Atom-Koordinaten, die die 2,3 Å Auflösungsstruktur
festlegen sind in
16 aufgelistet.
In
16 bezeichnet die als "Atom" betitelte Säule Atome,
deren Koordinaten erfasst wurden. Der erste Buchstabe in der Säule legt
das Element fest. Die als "Rest" betitelte Säule bezeichnet
die Aminosäurereste
in dem hOP-1 Monomer, das ein Atom beinhaltet, dessen Koordinaten
erfasst wurden. Die als "Kette" betitelte Säule bezeichnet
ob das Atom von Interesse innerhalb der ersten (A) oder zweiten
(B) Monomer-Einheit des hOP-1-Dimers lokalisiert vorliegt. Die Säulen "X, Y, Z" sind kartesische
Koordinaten, die die Atomposition des erfasst Atoms festlegen. Die
mit "δ" bezeichnete Säule stellt
die Unbestimmtheit beziehungsweise Unsicherheit in der Position
der Koordinate dar, wie sie von dem Temperatur (B)-Faktor von jedem
entsprechenden Atom abgeleitet wird. Die Unsicherheit von jeder
Koordinate wurde aus der Formel
(siehe "Protein Crystallography" (1976) T.L. Blundell
and L.N. Johnson, Academic Press, p. 121) abgeleitet und wird in
Einheiten von Å ausgedrückt.
-
III. Strukturelle Eigenschaften der hOP-1
Monomeruntereinheiten
-
Menschliches
OP-1 ist ähnlich
wie TGF-β2
ein dimeres Protein, das ein einzigartiges Faltungsmuster aufweist,
an welchem, wie in Figur gezeigt, sechs der sieben C-terminalen
Cysteinreste beteiligt sind. Jede der Untereinheiten in OP-1, ähnlich zu
TGF-β2 (Siehe
Daopin et al., (1992), Science 257:369-373; und Schulnegger et al.,
(1992), Nature 358:430-434)
weist ein, wie in 1A schematisch dargestelltes,
charakteristisches Faltungsmuster auf, an welchem sechs der sieben
C-terminalen Cysteinreste beteiligt sind.
-
In 1A bilden
vier der Cysteinreste in jeder Untereinheit zwei Disulfidbindungen,
die zusammen einen acht Reste umfassenden Ring erzeugen, während zwei
zusätzliche
Cysteinreste eine Disulfidbindung ausbilden, die durch den Ring
hindurchgeht bzw. passt, um eine Knoten-ähnliche Struktur (Cysteinknoten)
zu bilden. Mit einem Zählschema,
das beginnend mit dem am nächsten
zum N-terminal gelegenen Cystein der 7 konservierten Cysteinreste
die Nummer 1 zuordnet, dann sind die zweiten und sechsten Cysteinreste über Disulfid
gebunden, um eine Seite des acht Reste umfassenden Rings zu schließen, während die
dritten und siebten Cysteinreste über Disulfid verbunden sind,
um die andere Seite des Rings zu schließen. Der erste und fünfte konservierte
Cysteinrest sind über
Disulfid durch das Zentrum des Rings gebunden, um den Kern des Knotens
zu bilden. Ein Aminosäureabgleichmuster
legt nahe, dass dieses Strukturmotiv zwischen den Mitgliedern der
TGF-β-Superfamilie
konserviert ist. Das vierte Cystein ist halb-konserviert und wenn
vorhanden, dann bildet es gewöhnlich
eine Inter-Ketten-Disulfidbindung (ICDB) mit dem entsprechenden
Cysteinrest in der anderen Untereinheit.
-
Jede
hOP-1 Monomer-Untereinheit umfasst drei hauptsächliche Tertiär-Strukturelemente
und eine N-terminale Region. Die Strukturelemente sind aus Regionen
einer benachbarten Polypeptidkette gemacht, die über 50 % Sekundär-Struktur
der folgenden Typen aufweist: (1) Schleife, (2) Helix und (3) β-Faltblatt.
Weiterhin sind in diesen Regionen die N-terminalen und C-terminalen Strange über nicht
mehr als 7 Å getrennt.
-
Die
Aminosäuresequenz
zwischen den ersten und zweiten konservierten Cysteinen (1A)
bildet eine strukturelle Region, die durch einen anti-parallelen β-Faltblatt-Finger,
hier als die Finger 1-Region (F1) bezeichnet, gekennzeichnet vorliegt.
Ein Ribbon-Trace des mensch lichen OP-1-Finger-1 Peptidrückgrats
ist in 1B gezeigt. In ähnlicher
Weise bilden die Reste zwischen den fünften und sechsten konservierten
Cysteinen, in 1A, ebenfalls einen anti-parallelen β-Faltblatt-Finger,
der hier als die Finger-2 Region (F2) bezeichnet wird. Eine Bandverfolgung
des menschlichen OP-1 Finger-2 Peptidrückgrats ist in 1D gezeigt.
Ein β-Faltblatt-Finger
ist eine einzelne Aminosäurekette,
die einen β-Strang
umfasst, der mittels der β-Drehung bzw.
Windung oder einer gewissen größeren Schleife
auf sich selbst so zurück
faltet, dass die eintretenden und austretenden Stränge eine
oder mehrere anti-parallele β-Faltblatt-Strukturen
ausbilden. Die dritte hauptsächliche
strukturelle Region, die die Reste zwischen den dritten und vierten
konservierten Cysteinen, in 1A, beteiligt,
ist durch eine dreifach gewendete beziehungsweise gedrehte α-Helix gekennzeichnet,
die hier als die Fersen-Region (H) bezeichnet wird. Eine Bandverfolgung
des menschlichen OP-1 Fersen-Peptidsrückgrats
ist in 1C gezeigt.
-
Die
Organisation der monomeren Struktur ist ähnlich zu der einer linken
Hand (siehe 1E), an der die Knotenregion
an der Position äquivalent
zu der Handfläche
(16) lokalisiert ist, wobei die Finger-1 Region äquivalent
zu dem Index und Mittelfingern (12 beziehungsweise 13),
die α-Helix
oder die Fersenregion zu der Ferse der Hand (17) äquivalent
und die Finger-2 Region dem Ring- und dem Kleinen Finger (14 beziehungsweise 15) äquivalent
ist. Die N-terminale Region (nicht definiert in der hier offenbarten
2,8 Å Auflösungskarte) ist
an einer Position vorhergesagt, die grob äquivalent zu dem Daumen (11)
lokalisiert ist.
-
Monovisuelle
Bandverfolgung, die die Alpha Kohlenstoff Rückgrate von jeder der drei
hauptsächlichen unabhängigen strukturellen
Elemente des Monomers erläutern,
sind in den 1B-1D dargestellt.
Insbesondere wird die Finger 1 Region, die den ersten antiparallelen β-Faltblatt-Abschnitt
umfasst, in 1B gezeigt, die Fersen-Region,
die den dreifach gedrehte α-helikale
Abschnitt umfasst, ist in 1 C gezeigt
und die Finger-2 Region, die zweite und dritte anti-parallele β-Faltblatt-Abschnitte
umfasst, ist in 1D gezeigt.
-
Für Vergleichszwecke
zeigt 3 einen Abgleich der Aminosäuresequenzen, die die Regio nen
des Fingers-1, Fingers-2 und der Ferse von hOP-1 und TGF-β2 festlegen.
In 3 wurden die Aminosäuresequenzen von OP-1 und TGF-β2 gemäß der entsprechenden
Regionen lokaler struktureller Identität in den OP-1 und TGF-β2 Strukturen
abgeglichen. Abgleichungslücken
wurden in Schleifenpositionen positioniert, die sich dort befinden
wo die örtliche
konformative Homologie der α-Kohlenstoffverfolgungen
neigen die geringsten zu sein.
-
Die
strukturbasierte Abgleichung von OP-1 und TGF-β2 wurde anschließend als
eine Matrize für
den Abgleich der Sequenzen der 7-Cystein-Domäne von anderen Mitgliedern
der TGF-β-Superfamilie
(andere Mitglieder der TGF-β-Superfamilie
werden in 6 ausgeführt) verwendet. Abgleichlücken wurden
in Regionen positioniert, die in sowohl der OP-1 als auch der TGF-β2 Struktur
Schleifen sind. Die prozentuale Identität zwischen Sequenzpaaren wurden
als die Anzahl von identisch abgeglichenen Sequenzpositionen berechnet,
ausnehmend Lücken,
normalisiert gegenüber
dem geometrischen Mittel der Sequenzlängen und multipliziert mit 100. 6 stellt
eine Matrix dar, die die paarweise vorhandenen Identitäten zwischen
den so abgeglichenen Superfamilien-Sequenzen darstellt. Unter Verwendung
derartiger Prinzipien ist vorgesehen, dass die hOP-1 und TGF-β2 Strukturen
entweder alleine oder in Kombination für ein Homologiemodellieren
von anderen Proteinen verwendet werden können, die zu der TGF-β-Superfamilie
gehören,
deren dreidimensionale Strukturen bisher nicht bestimmt wurden (Siehe
beispielsweise die anderen Mitglieder der in 6 aufgelisteten
der TGF-β-Superfamilie).
Es ist vorgesehen, dass derartige Modelle bei der Gestaltung von
Morphogen-Analogen für
bestimmte Kandidaten- bzw.
Test-Morphogene von Interesse nützlich
sein können,
wobei sich jedoch zur Einfachheit die hier folgende Offenbarung
spezifisch auf die Gestaltung, Identifikation und Herstellung von Morphogen-Analogen
von hOP-1 bezieht.
-
3 zeigt
ebenfalls basierend auf einer Analyse der 2,8 Å Auflösungsstruktur einen Vergleich
von Interketten-Kontaktresten bzw. kontaktierenden Resten in OP-1
und TGF-β2.
Die Reste wurden als Kontaktreste bezeichnet, falls der Abstand
zwischen den Zentren von mindestens einem Nicht-Wasserstoffatom
von jeder Seitenkette geringer war als die Summe deren Van der Waals-Radien
plus 1,1 Å.
Trotz des geringen Niveaus einer Sequenzidentität zwischen OP-1 und TGF-β2 sind die
Interkettenkontakte zwischen Resten in der Ferse von einer Kette
und Resten in Finger-1 und Finger-2 von der anderen Kette gut konserviert.
-
Bei
ausführlicher
Inspektion bzw. Untersuchung der 2,8 Å Auflösungsstruktur von hOP-1 ist
die Finger-1 Region von hOP-1 ein anti-paralleles β-Faltblatt,
das eine dreizehn Reste umfassende Omega-Schleife (Phe 47-Glu 60)
(2) beinhaltet. Der Strukturabgleich der OP-1 und
TGF-β2 Sequenzen
in 3 ordnet zwei Lücken in der Omega-Schleife.
Die erste Lücke
stellt eine Deletion in hOP-1 dar, die mit Arg 26 in der α2 Helix von
TGF-β2 abgleicht.
Diese Deletion führt
verglichen mit TGF-β2
zu einer engeren, nicht-α-helikalen Windung
in OP-1. Die zweite Lücke
entspricht der Insertion von Gln 53 in OP-1, die zu dem Ergebnis
führt, dass
sowohl Gln 53 als auch Asp 54 Seitenketten in das Lösungsmittel
gerichtet werden. Verglichen mit der entsprechenden Region in TGF-β2 liegt lediglich
Lys 31 mit dem Lösungsmittel
in Kontakt. Diese Unterschiede in der Konformation der Omega-Schleife führen ebenfalls
dazu, dass das konservierte Prolin (Pro 59) vielmehr eine trans
Konformation in hOP-1 annimmt als eine cis wie in TGF-β2. Die Konformation
der Omega-Schleife orientiert
sechs nicht-polare Reste, so dass sie zu einer für Lösungsmittel unzugänglichen
Grenzfläche
mit Finger-2 beiträgt.
Von diesen sechs sind vier aromatisch (Phe 47, Trp 55, Tyr 62 and
Tyr 65), und zwei sind aliphatisch (Ile 56 und Ile 57). Insgesamt
ordnet die Konformation des Rückgrats
der Omega-Schleife fünf
polare Reste (Arg 48, Asp 49, Gln 53, Asp 54, und Glu 60) in Kontakt
mit dem Lösungsmittel.
Die netto Oberflächenladung
in dieser Region beträgt –2, wohingegen
die für
TGF-β2 (5) +2 beträgt.
-
Gemäß der 2,8 Å Struktur
ist die einzige α-Helix
in dem Monomer zwischen dem dritten und dem fünften Cystein (Cys 71 und Cys
104) lokalisiert. Diese Helix, die sich für dreieinhalb Windungen von
Rest Thr 82 bis zu Ile 94 erstreckt, ist amphipatisch und beinhaltet
eine Anzahl hydrophober Reste, die in dem Dimer den Kontakt mit
Resten von Finger-1 und Finger-2 des anderen Monomers (3)
herstellen. Mehrere hydrophile Reste (Thr 82, His 84, und Gln 88)
bilden eine Wand einer internen Lösungsmitteltasche nahe der
zweifachen Achse des Dimers, während
andere (Asn 83, His 92, und Asn 95) mit dem externen Lösungsmittel
in Kontakt stehen. Die Konformation der Schleife, die von dem C-terminalen Ende
der Helix zurück
zu dem Cysteinknoten führt
ist in OP-1 und TGF-β2 ähnlich.
Im Vergleich ist die Schleife an dem N-terminalen Ende der Helix
3 Reste länger
in Op-1, was zu einer unterschiedlichen Faltung als in TGF-β2 führt. Es
wird angenommen, dass in dieser Schleife von OP-1 an dem Asn 80
ein N-verbundener Zuckerrest angebracht vorliegt, wobei jedoch keine derartige
entsprechende Glycosylierungsstelle in TGF-β2 vorkommt. Diese Schleife ist
ferner in OP-1 nicht geladen, wohingegen sie in TGF-β2 geladen
ist.
-
Entsprechend
der 2,8 Å Struktur
liegt der Finger-2 als das zweite anti-parallele β-Faltblatt
in OP-1 (2) vor. Die Polypeptidkette
kehrt die Richtung zwischen den Segmenten 136 und 137 durch eine
3:5 Drehung bzw. Windung (Sibanda et al., (1991) Methods in Enzymol.
202:59-82) um, die bei Rest Asp 118 beginnt und an Rest Asn 122
endet. Dagegen weist TGF-β2
in dieser Schleife einen Rest weniger auf und nimmt eine 2:2 Windung
(Sibanda et al., (1991), supra) an. Die Reste Arg 129 bis Val 132,
die zwischen den Segmenten 137 und 138 lokalisiert sind, bilden
ein Peptidbrücke,
die das C-terminale Ende von Strang 135 kreuzt und in der antiparallelen
Struktur des Finger-2 eine 180° Verdrehung
erzeugt. Eine ähnliche
Struktur wird in anderen Cysteinknoten-Wachstumsfaktoren beobachtet,
wobei jedoch die Peptidbrückenlänge variiert
(McDonald et al. (1991) Nature 354:411-414). In dem Monomer macht
Finger-2 durch Beitragen der aromatischen Reste Tyr 116, Phe 117
und Tyr 128 mit Finger-1 Intra-Ketten-Kontakt, und die aliphatischen
Reste Val 114, Leu 115, Val 123, Met 131 und Val 133 mit einer einem
Lösungsmittel
unzugänglichen
Grenzfläche.
OP-1 und TGF-β2
unterscheiden sich durch drei Ladungen in der Finger-2-Windung,
Op-1 weist zwei negative Ladungen auf, während TGF-β2 eine positive Ladung aufweist.
In der Region zwischen der Windung und der Peptidbrücke weist OP-1
eine Nettoladung von +3 auf, während
TGF-β2 neutral
ist (5).
-
Der
N-Terminus von jeder monomeren Untereinheit ist angenommener Weise
hoch mobil und wurde in der 2,8 Å Auflösungsstruktur von hOP-1 nicht
aufgelöst.
Die N-terminale Region kann ohne die biologische Aktivität zu beeinflussen
deletiert werden, und folglich ist vorgesehen, dass dieser Bereich
von reifen hOP-1 entfernt und durch andere Protein- oder Peptidsequenzen,
wie beispielsweise Antikörpern,
ersetzt werden kann und/oder radiomarkierte Bindungsstellen, um
das Targetting auf einen bestimmten Lokus in vivo zu ver stärken oder
zur Verwendung bei in vivo Abbildungsexperimenten. Außerdem kann
die N-terminale
Region durch ein Ionen chelatierenden Motiv (beispielsweise His6) ersetzt werden, um in Affinitätsreinigungsschemata verwendet
zu werden, oder mit Proteinen oder Peptiden ersetzt werden, um die
Löslichkeit
in wässrigen
Lösungsmitteln
zu erhöhen.
-
IV. Strukturelle Eigenschaften des hOP-1
Dimers
-
4 zeigt Stereobandverfolgungs-Zeichnungen,
die das Peptidrückgrat
des hOP-1-Dimerkomplexes, basierend auf der 2,8 Å Struktur darstellen. Die
zwei Monomer-Untereinheiten in dem Dimerkomplex sind symmetrisch
orientiert, so dass die Fersenregion von einer Untereinheit die
Fingerregionen der anderen Untereinheit kontaktieren, wobei die
Knotenregionen der verbundenen Untereinheiten den Kern des Moleküls bilden.
Das vierte Cystein bildet eine Inter-Ketten-Disulfidbindung mit
dessen Gegenstück
an der zweiten Kette, wodurch die Ketten an der Mitte der Handflächen äquivalent
verbunden sind. Das so gebildete Dimer ist ein ellipsenförmiges (Zigarren-förmiges)
Molekül,
wenn es von der Oberseite gesehen, die zweifache Symmetrieachse
zwischen den Untereinheiten (4) abwärts gesehen
wird. Seitlich betrachtet ähnelt
das Molekül
einer gebogenen "Zigarre', da die zwei Untereinheiten
mit einem geringfügigen
Winkel relativ zu einander orientiert (4B) sind.
-
Wie
in 4 gezeigt, ist jedes der Strukturelemente,
die gemeinsam die nativen Monomeruntereinheiten des Dimers festlegen,
mit 43, 43', 44, 44', 45, 45', 46 und 46' markiert, worin
die Elemente 43, 44, 45 und 46 durch
eine Untereinheit definiert sind und wobei die Elemente 43', 44', 45' und 46' zu der anderen
Untereinheit gehören.
Insbesondere bezeichnen 43 und 43' die Finger-1-Regionen, 44 und 44' die Fersen-Regionen, 45 und 45' die Finger-2-Regionen und 46 und 46' bezeichnen
die Disulfidbindungen, die das erste und fünfte konservierte Cystein von
jeder Untereinheit verbindet, um die Knoten ähnliche Struktur zu bilden.
Aus 4 kann ersehen werden, dass die
Fersenregion von einer Untereinheit, beispielsweise 44,
und die Finger-1 und Finger-2-Regionen, beispielsweise 43' beziehungsweise 45', von der anderen
Untereinheit miteinander interagieren. Es wird angenommen, dass
diese drei Elemente miteinander kooperieren, um eine Struktur zu
definieren, die mit der den Liganden bindenden interaktiven Oberfläche des
Erkennungsrezeptors bzw. des spezifischen Rezeptors interagiert.
-
Die
helikale Achse wird als die Linie definiert, die von den alpha Kohlenstoffen
in der helikalen Region äquidistant
ist. Eine Sequenz von vier Punkten ist erforderlich, um den Öffnungswinkel
zwischen den Achsen des Helices in dem Dimer zu definieren. Die
zwei Innenpunkte wurden so gewählt,
dass sie an den helikalen Achsen benachbart zu dem a-Kohlenstoff von jeweils
Rest His 84 in OP-1 oder His 58 in TGF-β2 liegen. Die zwei äußeren Punkte
wurden so gewählt,
dass sie auf deren entsprechenden helikalen Achsen liegen, wobei jedoch
deren Lage beliebig ist. Um den Winkel zwischen den Helices zu erfassen,
wurden die ersten zwei Punkte, die zum Festlegen des Öffnungswinkel
verwendet wurden, translatiert, um so die inneren Punkte zu überlagern.
Die sich ergebenden drei Punkte definieren den Winkel.
-
Ein
Hauptunterschied zwischen den OP-1 und TGF-β2 Dimeren besteht in der relativen
Orientierung der Helices in der Fersen-Region. Der Winkel zwischen
den Achsen der Helices in der Fersen-Region von OP-1 beträgt 43°, was 10° größer ist
als der für
TGF-β2 erfasste.
Der erfasste Öffnungswinkel
zwischen den Helices beträgt –20° für OP-1,
was 14° mehr
negativ als für
TGF-β2 ist.
Trotz dieser Unterschiede in der helikalen Orientierung, sind die
gleichen Reste-Positionen der Helix und Finger am Erzeugen der Kontakte
der Interketten beteiligt, wie durch die schraffierten Reste in 3 gezeigt
wird.
-
A. Unterschiede bei dem hOP-1 Dimer bezüglich den
individuellen Monomeruntereinheiten
-
Während der
Dimerisierung der Monomer-Untereinheiten werden mehrere Aminosäuren an
der Oberfläche
von jeder Monomer-Untereinheit in dem hOP-1-Dimer verborgen beziehungsweise
begraben. 8 hebt, wie von der 2,8 Å Struktur
bestimmt wurde, die Unterschiede in der Oberflächenzugänglichkeit von bestimmten Aminosäureresten,
die in der hOP-1 Monomer-Untereinheit lokalisiert sind relativ zu
solchen in dem hOP-1 Dimer hervor.
-
Es
wurde unter Verwendung von ACCESS (Version 2.1) mit einer 1,4 Å Sonde
(Lee et al., (1971) J. Mol. Biol. 55:379-400) ein Verlust eines
nicht-polaren Oberflächenbereichs
während
der Dimerisierung berechnet. Ein nicht-polarer Oberflächenbereich
ist als der Beitrag/die Kontribution zu der gesamten zugänglichen Oberfläche von
Kohlenstoff- und Schwefelatomen definiert. Der Erfassungsalgorithmus
in ACCESS für
den Oberflächenbereich
schneidet die Struktur in 0,25 Å Scheiben
orthogonal zu der Z-Achse. Als Folge sind die Ergebnisse empfindlich
gegenüber
der Orientierung einer Struktur relativ zu der Z-Achse (Lee et al.,
(1971) supra). Um diese Wirkung zu minimieren wurden drei orthogonale
und eine intermediäre
Orientierung von jeder Struktur berechnet. Die Ergebnisse dieser
Berechnungen wurden kombiniert, indem für jedes nicht-polare Atom der
größte zugängliche
Bereich angenommen wurde, der unter den vier Orientierungen erfasst
wurde. Die hier für
TGF-β2 berichteten
Werte wurden unter Verwendung von Koordinaten von dem Eintrag 2TG1
(Daopn et al., (1992) Supra) und dem Eintrag 1TFG (Schlunegger et
al. (1992) supra) berechnet, die von der Januar 1994-Freigabe der
Protein-Datenbank (Bernstein et al. (1977) J. Mol. Biol. 112:535-542)
am Nationalen Labor von Brookhaven erhalten wurden.
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In 8 bezeichnet
die mit "Rest" betitelte Säule eine
Aminosäure
von Interesse. Die mit "Monomer %
Bereich" betitelte
Säule bezeichnet
den prozentualen Anteil, der an der Oberfläche des hOP-1 Monomers ausgesetzten
Aminosäure,
die mit "Dimer %
Bereich" betitelte
Säule bezeichnet
den prozentualen Anteil der auf der Oberfläche des hOP-1-Dimers ausgesetzten
Aminosäure,
und die mit "versteckt
% Bereich" betitelte Säule bezeichnet
die Menge an Oberflächenbereich
für jede
Aminosäure,
die auf Dimerisierung von jeder Monomeruntereinheit verloren geht,
um das hOP-1 Dimer zu erzeugen. Diese Analyse zeigt Aminosäuren, die während der
Dimerisierung begraben werden und folglich wahrscheinlich an der
Grenzfläche
der zwei Monomer-Untereinheiten lokalisiert sind. Beispielsweise
werden 70.75% des Oberflächengebiets
von His 84 bei einer Dimerisierung verborgen. Eine Revision der
Struktur von dimerem hOP-1 zeigt, das His 84 an der Grenzfläche zwischen
den zwei Monomeren lokalisiert ist.
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B. Elektrostatischen Lösungspotentiale auf der Oberfläche von
OP-1 und TGF-β2
-
Die
elektrostatischen Lösungspotentiale,
die die Op-1 und TGF-β2
(1TFG) (Schlunegger et al. (1992) supra) Dimere umgeben, wurden
unter Verwendung von DELPHI (Gilson et al., (1987) Nature 330:84-86,
und Nicholls et al., (1991) J. Comput. Chem. 12:435-445) (Biosym
Technologies, Inc., San Diego, CA)) berechnet. Die Berechnungen
wurden unter Verwendung einer Dielektrizitätskonstante eines Lösungsmittels
von 80, einem Lösungsmittelradius von
1,4 Å,
einer Innenstärke
von 0,145 M und einem Innenradius von 2,0 Å ausgeführt. Das Innere des Proteins
wurde unter Verwendung einer Dieletrizitätskonstanten von 2,0 modelliert.
Es wurden Formalladungen verwendet und wie folgt verteilt: Atome
OD1 und OD2 von Asp wurden jeweils –0,5 geladen, Atome OE1 und
OE2 von Glu wurden jeweils –0.5
geladen, Atome NDI und NE2 von His wurden jeweils 0.25, Atom NZ
von Lys wurde +1.0 geladen, Atome NH1 und NH2 von Arg wurden +0.5
geladen und Atom OXT der C-terminalen
Carboxylgruppe wurde –1.0
geladen.
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Die
Unterschiede in der Ladungsverteilung auf der Oberfläche von
OP-1 und TGF-β2
können
durch Vergleich der Farbverteilungen von 5B beziehungsweise
5C beobachtet werden. Oberflächenregionen, die
ein elektrostatisches Potential von –3kT oder weniger aufweisen
sind in rot gezeigt, während
Oberflächenbereiche
von +3kT oder größer in blau
gezeigt sind. Neutrale Regionen sind in grün oder gold gezeigt, um den, in 5A gezeigten,
Rückgratbändern zu
entsprechen. Wie in den folgenden Abschnitt erwähnt, können die Unterschiede im elektrostatischen
Potential auf der Oberfläche
von OP-1 und TGF-β2
eine wichtige Rolle in den spezifischen Wechselwirkungen der Mitglieder
der TGF-β-Superfamilie mit
deren Erkennungsrezeptoren spielen.
-
C. Rezeptorbindedomäne
-
Ohne
an eine Theorie gebunden zu sein, ist, wie aus der Aminosäuresequenz
von hOP-1 bestimmt wurde, wenn sie mit anderen Mitgliedern der TGF-β-Superfamilie
(Siehe 3) abgeglichen wird, vorgesehen, dass die Rezeptorbindungsregionen
von hOP-1 Aminosäuren
umfassen, die sowohl Lösungsmittel
zugänglich sind
als auch an Positionen der heterogenen Zusammensetzung liegen. Unterschiedliche
Strukturmerkmale in hOP-1, ähnlich
wie TGF-β2, treten
hauptsächlich
in den äußeren Schleifen
von Finger-1 und Finger-2 auf, den Schleifen, die an die Helixregion
grenzen, und den Resten in der N-terminalen Domäne, die dem ersten Cystein
des Cysteinknotens vorangehen. Diese Regionen sind einem Lösungsmittel
zugänglich.
In sowohl dimeren OP-1 als auch TGf-β2 Strukturen bilden die Spitze
von Finger-2 und die Omega-Schleife von Finger-1 von der ersten
Kette, und das C-terminale Ende der α-Helix in der Ferse der anderen
Kette einen zusammenhängenden/Rücken von
ungeführ
40 Å Länge und
15 Å Weite
(5A). Es ist vorgesehen, dass dieser Rücken die primären strukturellen
Merkmale beinhaltet, die mit dem Erkennungsrezeptor interagieren,
und dass sich die Bindungsspezifität zwischen unterschiedlichen
Mitgliedern der TGF-β-Superfamilie von
den konformativen und elektrostatischen Variationen der Oberfläche dieses
Rückens
ableitet.
-
Unterschiede
in der Konformation der Omega-Schleife des Fingers-1 die den Mittelabschnitt
des Rückens
bildet, und in dem Ende von Finger-2, der ein Ende des Rückens bildet,
sind bekannt. Es gibt jedoch hervorstechende Unterschiede in der
Oberflächenladung
des Rückens
von hOP-1 relativ zu TGF-β2
(siehe 5B und 5C). In
hOP-1 sind die Enden der Fingerregionen negativ geladen, wohingegen
in TGF-β2 die
Enden der Fingerregionen positiv geladen sind. Dies führt zu einer
Netto-Ladung von –4
für die
Rezeptorbindungsrücken
von hOP-1 gegenüber
+3 für
TGF-β2.
Umgekehrt ist der β-Strang,
der an der Windung von Finger-2 (β2, 2)
lokalisiert ist, in OP-1 positiv geladen, wohingegen er in TGF-β2 negativ
geladen ist (5B und 5C). Diese
Eigenschaften bzw. Merkmale legen nahe, dass die elektrostatische
Ladungsverteilung bei den spezifischen Interaktionen der Mitglieder
der TGf-β-Superfamilie
mit deren Erkennungsrezeptoren ein wichtige Rolle spielen.
-
9 fasst
die Aminosäurereste
zusammen, von denen gemäß der 2,8 Å Struktur
abgenommen wird, dass sie den Rücken
bilden und ebenfalls anzeigen, ob jeder Aminosäurerest in der Ferse, den Finger-1-
oder Finger-2-Domänen
angeordnet vorliegt. 9 stellt eine Liste von Aminosäureresten
bereit, von denen angenommen wird, dass sie mindestens teilweise,
wenn nicht die gesamte Rezeptorbindungsdomäne von hOP-1 bilden.
-
V. Gestaltung von Morphogen-Analogen
-
Obwohl
vorgesehen ist, dass die Gestaltung bzw. das Design von Morphogen-Analogen
durch herkömmliche
Modellierungsverfahren vom Kugel- und Stabtyp unterstützt werden
kann, ist vorgesehen, dass die Fähigkeit
Morphogen-Analoge zu gestalten unter Verwendung moderner Computer
gestützter
Modellierungs- und Gestaltungs-Verfahren signifikant verbessert
wird.
-
Es
ist vorgesehen, dass die Gestaltung von Morphogen-Analogen, wie
nachfolgend ausführlich
besprochen, unter Verwendung herkömmlicher molekularer Modellierungscomputer
oder Arbeitsplatzrechner unterstützt
wird, die gewerblich von beispielsweise Silicon Graphics, Inc.,
oder Evans and Sutherland Computer Corp., erhältlich sind, die gleichfalls
herkömmliche
Computermodellierungsprogramme beispielsweise INSIGHTII, DISCOVER
und DELPHI anwenden, die im Handel von Biosym, Technologies Inc.,
erhältlich
und QUANTA, und CHARMM von Molecular Simulations, Inc., im Handel
erhältlich
sind.
-
Weiterhin
ist klar, dass ein beliebiges Computersystem mit den, in 10 dargelegten, gesamten Eigenschaften bei der
Durchführung/Praxis
der vorliegenden Erfindung nützlich
sein kann. Insbesondere ist 10 eine
schematische Darstellung eines gewöhnlichen Computers am Arbeitsplatz,
der miteinander in elektrischer Verbindung (100), beispielsweise über einen
internen Bus oder externes Netzwerk, einen Prozessor (101),
einen RAM (102), einen ROM (103), einem Terminal
bzw. Anschluss (104) und wahlweise eine externe Speichereinrichtung,
beispielsweise eine Diskette, CD ROM oder Magnetband (105)
aufweist.
-
Es
ist vorgesehen, dass die Koordinaten verwendet werden können, um
nicht nur eine Basis zum Umbauen bzw. konstruieren von hOP-1-Dimeren
unter Verwendung beispielsweise Ort spezifischer Mutageneseverfahren
bereitzustellen, um beispielsweise die Löslichkeit und/oder Stabilität des aktiven
hOP-1-Dimers in physiologischen Puffer zu erhöhen, sondern ebenfalls um einen
Ausgangspunkt für
die de novo Gestaltung und Herstellung von Peptiden oder anderen
kleinen Molekülen
bereitzustellen, die die biologische Aktivität von hOP-1 nachahmen. Nachfolgend
sind erläuternde
Beispiele dargelegt, die die Nützlichkeit
von hOP-1 Atom-Koordinaten bei der Gestaltung von Morphogen-Analogen
zeigen, wobei jedoch klar sein sollte, dass die nachfolgenden Beispiele
erläuternd
und in keiner Weise beschränkend
gemeint sind.
-
A. Umbau von hOP-1 Dimeren
-
In
einer Ausführungsform
ermöglicht
die Verfügbarkeit
der Atom-Koordinaten für
hOP-1 dem Fachmann theoretische Aminosäureersetzungen auszuführen und
durch Berechnung im voraus zum tatsächlichen Ausführen und
Testen des Test-Moleküls
in einem Labormaßstab,
ob eine bestimmte Aminosäureersetzung die
Packung des OP-1-Dimers zerstört
und ob es wahrscheinlich ist, dass ein Morphogen-Analog stabiler und/oder
löslicher
als das Matrizen-OP-1-Molekül ist. Derartige
Verfahren helfen dem Fachmann nicht-entwicklungsfähige beziehungsweise
unbrauchbare Ersetzungen zu beseitigen und die Bemühungen auf
aussichtsreiche Test-Analoge zu fokussieren.
-
(i) Erhöhen der Stabilität von hOP-1
Dimeren (ausschließlich
für veranschauliche
Zwecke)
-
Es
ist vorgesehen, dass der Fachmann im Besitz der Atom-Koordinaten,
die hOP-1 definieren, kovalente und/oder nicht-kovalente Interaktionen
von zusätzlichen
Inter- oder Intra-Ketten in das hOP-1-Dimer einfügen kann, um das Dimer durch
Verhinderung von Dissoziation oder Entfalten jeder Monomer-Untereinheit
zu stabilisieren. Bevorzugte konstruierte bzw. umgebaute kovalente
Interaktionen umfassen beispielsweise konstruierte Disulfidbindungen,
und bevorzugte konstruierte nicht-kovalente Interaktionen umfassen
beispielsweise Wasserstoffbindungen, Salzbrücken und hydrophobe Wechselwirkungen.
-
Um
beispielsweise zusätzliche
Disulfidbindungen einzufügen
kann der Fachmann Stellen identifizieren, die für das Einfügen eines Paars von Cystein-Aminosäureresten
geeignet sind, indem Standard Molekular-Modellierungs-Programme,
beispielsweise INSIGHT, DISCOVER, CHARMM und QUANTA verwendet werden.
Ein anderes Programm, das beim Identifizieren von Paaren von Aminosäuren als
mögliche
Stellen zum Einfügen
stabilisierender Disulfidbindungen nützlich ist, wird in
US-P-4,908,773 beschrieben.
-
Der
Fachmann, der beispielsweise das INSIGHT-Programm verwendet, kann
auf Paare von Aminosäuren
durchmustern, bei denen der Abstand zwischen den Cβ-Atomen von
jeder Aminosäure
in dem Bereich von ungefähr
3,0 bis ungefähr
5,0, oder noch bevorzugter ungefähr
3,5 bis ungefähr
4,5 Å getrennt
beträgt. Für diesen
Zweck werden an dem Computer zuerst Glycine, die keine Cβ-Cβ Bindung
aufweisen zu Alaninen umgewandelt. Der mögliche Bereich von Cβ-Cβ Abstanden
in einer Disulfidbindung liegt bei 3,1 bis 4,6 Å, wobei jedoch Trennungen
außerhalb
dieses Bereichs durch kleine Verschiebungen in die Nachbaratome
angepasst werden können.
Das Aufsuchen von Cβ anstelle
von Cα-Abständen gewährleistet
sowohl einen angemessenen Abstand als auch eine genaue Orientierung
von der Cα-Cβ Bindung.
Die Wirkungen eines Hinzufügens
einer derartigen zusätzlichen
Verbindung an eine Proteinstruktur wird durch Mutieren der zwei Test-Reste
an Cys bestimmt; Drehen von jedem neuen Cys um die Cα-Cβ Bindung,
um die zwei γ Schwefel so
nahe wie möglich
bis innerhalb 2 Å zu
bringen; Erzeugen eines Disulfids zwischen den γ Schwefeln; und Energie minimieren
der struktureller Regionen innerhalb 5 Å der Disulfidbindung. Eine
beliebige Verformung der Struktur, die durch Einfügen der
zusätzlichen
Disulfidbindung bewirkt wird, wird durch Inspektion aufgedeckt,
falls die minimierte, mutierte Modellstruktur auf die native Struktur überlagert
wird.
-
Es
ist vorgesehen, dass die Einfügung
zusätzlicher
Verbindungen die Löslichkeit
dadurch verbessern wird, dass ein vorübergehendes Aussetzen von einer
nicht-polaren Grenzfläche
oder begrabenen Resten verhindert wird. 11A listet
basierend auf der 2,8 Å Struktur
Aminosäurereste
auf, die zu Cysteinresten mutiert werden können, um zusätzliche
Inter-Kettendisulfidbindungen,
basierend auf den vorstehend erwähnten
Auswahlkriterien, einzufügen.
Für Bezugszwecke
umfasst Tabelle 11A ebenfalls die Länge der natürlich vorkommenden Inter-Ketten-Disulfidverbindung
im Wildtyp hOP-1, das heißt
die Disulfidverbindung die Cys 103 von einer Monomer-Untereinheit
mit dem Gegenstück
Cys 103 der anderen Monomer-Untereinheit verbindet.
-
Ein
bevorzugtes Paar von Resten, das zur Modifikation geeignet ist,
umfasst den Rest an Position 83 der einen Kette und den Rest an
Position 130 der anderen Kette. Es ist vorgesehen, dass die zusätzliche
Inter-Kettenverbindung die dimere Struktur durch Verbinden des N-terminalen
Endes der Fersenhelix der ersten Untereinheit mit der Mitte der
Finger-2 Region in der zweiten Untereinheit stabilisiert. Eine Disulfidbindung
zwischen Position 82 an einer Kette und Position 130 der anderen
Kette ist geometrisch durchführbar
beziehungsweise plausibel, wobei jedoch dessen Modifikation eine
geeignete Glycosylierung hemmen kann, da Thr 82 Teil der NAT-Glycosylierungsstelle
in OP-1 ist.
-
11B fasst Aminosäurereste zusammen, die zu Cysteinresten
mutiert werden können, um
zusätzliche
Intra-Ketten-Disulfidbindungen basierend auf den vorstehend ausgeführten Auswahlkriterien
einzuführen.
Wie vorher angemerkt, umfasst die mögliche Rezeptor-Bindungsregion
mindestens zwei körperlich
proximal, jedoch sequentiell getrennte Regionen, namentlich die
Spitze von Finger-1 und Finger-2. Es ist vorgesehen, dass die strukturelle
Integrität
des möglichen
Rezeptorbindungsrückens
durch Konstruieren einer Intra-Ketten-Disulfidverbindung zwischen Resten von
Finger 1 und Finger-2 stabilisiert werden kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform
kann der Rest an Position 58 in Finger 1 über Disulfid mit dem Rest an
Position 114 in Finger-2 gebunden sein. Es ist vorgesehen, dass
eine Verbindung zwischen den Resten an Position 58 und 115 ebenfalls
entwicklungsfähig
bzw. plausibel sein würde,
wobei dies jedoch die Disulfidbindung näher an die mögliche Rezeptorbindungsregion
an Finger-2 bewegen würde.
Eine Verbindung zwischen Positionen 65 und 133 ist ebenfalls möglich, wobei
jedoch diese nahe an der Knotenregion von jeder Kette angeordnet wäre und folglich
eine geringe Wirkung auf ein Stabilisieren der möglichen Rezeptorbindungsregionen
an den Spitzen von Finger-1 und Finger-2 aufweisen kann. Außerdem könnte die
Nähe einer
derartigen Verbindung zu den Disulfidbindungen in der Knotenregion
die genaue Ausbildung jener Strukturen beeinträchtigen.
-
Bezüglich von
nicht-kovalenter Interaktionen ist vorgesehen, dass die strukturelle
Stabilität
des hOP-1-Dimers durch Erhöhen
einer Inter-Ketten-Wasserstoffverbindung verstärkt werden kann.
-
Das
elektrostatische Potential (aufgrund anderer Ladungen in einem Protein)
in der Region einer geladenen Restes beeinflusst den pK-Wert dieses
Restes. Da die pK-Werte von sowohl Histidin als auch der N-terminale
primären
Aminogruppe nahezu neutral sind, kann es möglich sein, dass deren pK-Werte
durch die Anordnung von Ladungen an der Oberfläche des Moleküls modifiziert
werden. Es ist vorgesehen, dass das begrabene His an Position His
84 in hOP-1 behilflich ist die Struktur des Dimers durch Teilnahme
an Wasserstoffbindungen mit Rückgrat-Carbonylgruppen
von Resten Ala 64 und Tyr 65 der anderen Kette zu stabilisieren.
Dementsprechend ist vorgesehen, dass das Einfügen von Oberflächenladungen
diese Wirkung erhöhen kann
und dadurch die Struktur des Moleküls stabilisiert wird. Mutieren
von Tyr 65 oder Val 132 zu Asp kann weiterhin beispielsweise die
Car bonylbindungen der Aminosäurereste
an Position 64 und 65 polarisieren als auch den pK-Wert von His 84 erhöhen. Der
pK-Wert von His 84 kann weiterhin durch Ersetzen von Resten Tyr 44,
Ala63 oder Asn 110 durch ein Asp beeinflusst werden., Es ist vorgesehen,
dass die bevorzugte Modifikation für diesen Zweck Tyr 65 → Asp 65
ist.
-
Unter
Verwendung der gleichen grundlegenden Prinzipien kann der Fachmann
auf ähnliche
Weise Paare von Aminosäuren
identifizieren, deren Ersetzung das Einfügen einer Inter-Ketten Salzbrücke, internen Wasserstoffbindung
oder hydrophobe Wechselwirkungen fördert. Derartige Bestimmungen
liegen innerhalb des Umfangs eines Fachmann auf dem Gebiet des molekularen
Modellierens.
-
Sobald
ein Paar Zielaminosäuren
identifiziert wurden, kann die auf den Ort gerichtete Ersetzung
dieser Zielaminosäuren
mit den wünschenswerten
Ersetzungen durch die Verwendung herkömmlicher ortsspezifischer Mutageneseverfahren
gefördert
werden, beispielsweise durch Kassetten-Mutagenese oder Oligonukleotid
gerichtete Mutagenese. Derartige Verfahren sind sorgfältig im
Stand der Technik dokumentiert und werden folglich hier nicht ausgeführt. Die
Wirkung der ortsspezifischen Ersetzungen auf die Stabilität von so
erhaltenem modifizierten hOP-1-Dimeren oder Muteinen kann nach Herstellung
und Reinigung unter Verwendung von im Stand der Technik wohl bekannten
Standardverfahren erfasst werden, beispielsweise Cirkulardichroismus,
analytische Zentrifugation, differenzielle Scanningkalorimetrie,
Fluoreszenz oder andere spektroskopische Verfahren.
-
(ii) Erhöhen der Wasserlöslichkeit
des hOP-1 Dimers (für
veranschauliche Zwecke)
-
OP-1
weist eine begrenzte Löslichkeit
in wässrigen
Lösungsmitteln
auf. Es ist jedoch vorgesehen, dass durch Verwendung der hOP-1 Atom-Kordinaten
der Fachmann Aminosäuren
an der Lösungsmittel
zugänglichen
Oberfläche
des Dimers ersetzen kann, wodurch die dielektrischen Eigenschaften
von dimerem hOP-1 erhöht
werden. Beispielsweise können
die Lösungsmittel
zugänglichen
Hydrophoben Aminosäurereste,
wie beispielsweise Glycin, Alanin, Valin, Leucin und Isoleucin durch
mehr polare Reste wie beispielsweise Lysin, Arginin, Histidin, Aspartat,
Asparagin, Glutamat und Glutamin ersetzt werden.
-
Die
Lösungsmittel
zugänglichen
Aminosäuren
können
unter Verwendung eines Computerprogramms, wie beispielsweise ACCESS
(Version 2.1) unter Verwendung einer 1,4 Å Sonde (Lee et al., (1972)
supra) identifiziert werden. In 7,
sind die Aminosäurereste
eingekastelt, die mindestens 20 % von deren Seitenkettenbereichen
aufweisen, die Lösungsmittel
ausgesetzt sind. Werden Oberflächenreste
modifiziert, dann ist wichtig keine neuen Epitope zu erzeugen, die
als Nicht-Wirt erkannt werden, insbesondere wenn die hOP-1-Analoge als injizierbare
Moleküle
verwendet werden sollen. Es wird angenommen, dass Aminosäureseitenketten,
die durch ein 10 Å Kugelsonde
gesehen werden wahrscheinlich Teil der Oberflächenepitope sind. Ein Fachmann
kann ACCESS mit einer 10 Å Kugelsonde
verwenden, um mögliche
Epitope zu identifizieren, wobei jedoch dieser Vorgang manuell unter
Verwendung eine Graphikpackung, wie beispielsweise INSIGHTII ausgeführt werden
kann. In 8 sind so identifizierte Restseitenketten
als mögliche
Epitope hervorgehoben. Restpositionen, die Kandidaten beziehungsweise
Tests zur Modifikation darstellen, um so die Löslichkeit des Dimers zu verbessern
sind hervorgehoben. Bevorzugte Test-Aminosäuren zur Ersetzung umfassen
beispielsweise Ala 63, Ala 72, Ala 81, Ala 111, und Ala 135, Ile
86, Ile 112, Tyr52, Tyr 65 und Tyr 128.
-
Sobald
Lösungsmittel
zugängliche
hydrophobe oder nicht-polare Aminosäuren identifiziert wurden (siehe 9),
können
diese Aminosäuren
dann über
einen Computer theoretisch durch mehr polare Aminosäuren ersetzt
werden. Die Wirkung der Aminosäureersetzungen
beziehungsweise -austausche auf die elektrostatischen Potentiale
der Lösung,
die das modifizierte hOP-1-Dimer umgeben, als auch die freie Energie
des Dimers können
unter Verwendung des DELPHI-Programms (Gilson et al., (1987) supra),
Nicholls et al., (1991) supra) berechnet werden. Bevorzugte Aminosäuresubstitutionen
erniedrigen die freie Energie des hOP-1-Dimers ohne mögliche antigene
Stellen einzuführen.
Wie vorstehend erwähnt,
können
derartige antigene Stellen durch Implementierung eines Computerprogramms
wie ACCESS (Version 2.1) unter Verwendung einer 10 Å Sonde
nachgewiesen werden. Außerdem
ist vorgesehen, dass bevorzugte Oberflächenreste, die zur Ersetzung
geeignet sind nicht an der Rezeptorbindungsdomäne beteiligt sind.
-
Die
erhaltenen Test beziehungsweise Kandidaten-Morphogen-Analoge können unter
Ver- Wendung herkömmlicher
ortsgerichteter Mutageneseverfahren hergestellt werden und die Wirkung
der ortsgerichteten Modifikation auf die Löslichkeit des hOP-1-Dimers
kann beispielsweise durch Vergleich des Verteilungskoeffizienten
oder der "Aussalzungseigenschaften" des modifizierten
hOP-1-Dimers gegenüber
dem nativen hOP-1-Dimer erfasst werden. Siehe beispielsweise Scofes
(1987) in Protein Purification: Principles and Practice, 2nd Edition
(Springer-Verlag) und Englard et al., (1990) Methods in Enzymology
182: 285-300.
-
(iii) Konstruieren von Glycosylierungsstellen
(lediglich für
Erläuterungszwecke)
-
Zusätzlich zum
Ersetzen einzelner Lösungsmittel
zugänglicher
Aminosäurereste
mit einem mehr polaren oder hydrophoben Aminosäurerest können ein oder mehrere Lösungsmittel
zugängliche
Aminosäurereste
ersetzt werden, um so eine neue eukaryotische Glycosylierungsstelle
zu erzeugen oder alternativ zu beseitigen oder eine vorhandene Glycosylierungsstelle
zu verändern.
Glycosylierungsstellen sind wohl bekannt und sorgfältig im
Stand der Technik beschrieben. Hinzufügen einer neuen Glycosylierungsstelle
oder Änderung
einer vorhandenen Stelle kann zu der Addition einer oder mehrerer
Glycosylgruppen, beispielsweise N-Acetylsialinsäure führen, die die Löslichkeit
des Morphogen-Analogs erhöhen
kann. Wie hier beschrieben können derartige
Stellen durch ortsgerichtete Mutageneseverfahren eingefügt werden,
die im Stand der Technik wohl bekannt sind. Vorzugsweise erzeugen
derartige Stellen keine neuen antigenen Determinanten (obwohl diese für kurz dauernde
therapeutische Verwendungen toleriert werden können). Bezugnahme auf Tabelle
8 identifiziert, basierend auf der 2,8 Å Struktur, Oberflächen zugängliche
Aminosäurereste,
die wahrscheinlich nicht Teil eines antigenen Epitops sind und die
als Kandidaten zum Einfüngen
einer zusätzlichen
Glycosylierungsstelle verwendet werden können.
-
B. Konstruieren kleiner Moleküle basierend
auf der hOP-1-Struktur
-
Die
Verfügbarkeit
von Atom-Koordinaten für
hOP-1 ermöglicht
dem Fachmann kleine Moleküle,
beispielsweise Peptide zu gestalten, die die biologische Aktivität von hOP-1
nachahmen.
-
(i) Peptide
-
Nachdem
bestimmt wurde, welche Aminosäurereste
zu der Rezeptorbindungsdomäne
(Supra) beitragen, besteht für
den Fachmann die Möglichkeit
synthetische Peptide zu gestalten, die Aminosäuresequenzen aufweisen, die
ein vorgewähltes
Rezeptorbindungsmotiv festlegen. Ein für das Gestalten von möglichen
biologisch aktiven Peptidomimetika nützliches Computerprogramm ist
in
US-P-5,331,573 beschrieben.
-
Zusätzlich zum
Wählen
einer erwünschten
Aminosäuresequenz
kann der Fachmann unter Verwendung von standardmäßigen molekularen Modellierungs-Softwarepaketen,
infra, spezifische Peptide gestalten, die beispielsweise zusätzliche
Aminosäuren
wie Cystein aufweisen, die an vorgewählten Positionen lokalisiert sind,
um eine Zyklisierung des Peptids von Interesse zu fördern. Eine
Oxidation des zusätzlichen
Cysteinreste führt
zu einer Zyklisierung des Peptids, wodurch das Peptid in eine Konformation
eingeschränkt
wird/beschränkt
wird, die die Konformation der entsprechenden Aminosäuresequenz
in nativem hOP-1 nachahmt. Es ist vorhergesehen, dass beliebige
standardmäßige kovalente
Bindungen, beispielsweise Disulfidbindungen, die gewöhnlich zum
Zyklisieren synthetischer Peptide verwendet werden, in der Durchführung der
vorliegenden Erfindung nützlich – sein können. Eine
alternative Zyklisierungschemie wird in der
PCT/WO95/01800 erläutert.
-
Derartige
Peptide können
synthetisiert und auf OP-1 ähnliche
Aktivität
unter Verwendung eines beliebigen der nachfolgend beschriebenen
Standardprotokolle durchmustert werden.
-
(vi) Herstellung von Morphogen-Analogen
-
Wie
vorstehend erwähnt,
können
die Morphogen-Analoge der Erfindung modifizierte dimere hOP-1-Proteine
oder kleine Moleküle,
beispielsweise Peptide umfassen. Es ist vorgesehen, dass beliebige
geeignete Verfahren zum Herstellen eines vorgewählten Morphogen-Analogs verwendet
werden können.
Beispielsweise können
derartige Verfahren, Verfahren einer biologischen Herstellung aus
geeigneten Wirtszellen oder eine synthetische Herstellung unter
Verwendung der synthetischen organischen Chemie umfassen, sind jedoch
nicht darauf beschränkt.
-
Dimere
modifizierte hOP-1-Proteine oder auf hOP-1 basierende Peptide können beispiels weise
unter Verwendung von im Stand der Technik wohl bekannten und sorgfältig dokumentierten,
herkömmlichen DNA-Rekombinationsverfahren
hergestellt werden. Unter diesen Umständen können die Proteine oder Peptide
durch die Präparation
von Nukleinsäuresequenzen
hergestellt werden, die die entsprechenden Protein- oder Peptidsequenzen
kodieren, wonach die erhaltene Nukleinsäure in einer geeigneten Wirtszelle
exprimiert werden kann. Beispielhaft können die Proteine und Peptide
durch die Anordnung von synthetischen Nukleotidsequenzen und/oder
durch 'Verbinden
von DNA-Restriktionsfragmenten erzeugt werden, um ein synthetisches
DNA-Molekül
zu erzeugen. Die DNA-Moleküle werden
anschließend
in ein Expressionsvehikel, beispielsweise ein Expressionsplasmid,
ligiert und in eine geeignete Wirtszelle, beispielsweise E. coli,
transfiziert. Das durch das DNA-Moleküle kodierte Protein wird dann
exprimiert, gereinigt, falls erforderlich gefaltet, in vitro auf
eine Bindungsaktivität
mit einem OP-1 Rezeptor getestet und anschließend getestet, um zu beurteilen,
ob das Morphogen-Analog eine hOP-1-ähnliche biologische Aktivität induziert
oder stimuliert.
-
Die
Verfahren zum Manipulieren, Vermehren und Rekombinieren von DNA,
die die Aminosäuresequenzen
von Interesse kodieren, sind allgemein im Stand der Technik wohl
bekannt und werden folglich hier nicht ausführlich beschrieben. Die Verfahren
zum Identifizieren und Isolieren von hOP-1 und deren Erkennungsrezeptoren
kodierenden Gene sind ebenfalls wohl verstanden und werden in der
Patent- und anderer Literatur beschrieben.
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Kurz,
die Konstruktion von DNAs, die die hier offenbarten biosynthetischen
Konstrukte kodieren, wird unter Verwendung bekannter Verfahren ausgeführt, die
die Verwendung verschiedener Restriktionsenzyme einbeziehen, die
die DNA sequenzspezifisch schneiden, um glatte Enden oder kohäsive Enden
zu erzeugen, DNA-Ligasen, Verfahren, die eine enzymatische Addition
von klebrige beziehungsweise versetzte Enden an glatt beendeter
DNA ermöglichen,
Konstruktion von synthetischen DNAs durch Anordnung von kurzen oder mittellangen
Oligonukleotiden, cDNA-Syntheseverfahren, Polymerase-Ketten-Reaktion
(PCR)-Verfahren zum Vermehren geeigneter Nukleinsäuresequenzen
aus Bibliotheken und synthetische Sonden zum Isolieren von OP-1-Genen
oder Genen, die andere Mitglieder der TGF-β-Superfamilie als auch deren
Erkennungsrezeptoren kodieren. Es werden verschiedene Promotorsequenzen
von Bakterien, Säugern
oder Insekten, um ein paar zu nennen, und andere regulatorische
DNA-Sequenzen verwendet, um eine Expression zu vollbringen, und
unterschiedliche Wirtszelltypen sind ebenfalls bekannt und verfügbar. Herkömmliche
Transfektionsverfahren und ebenso herkömmliche Verfahren zum Klonieren
und Subklonieren von DNA sind bei der Durchführung dieser Erfindung nützlich und
dem Fachmann bekannt. Es können
verschiedene Typen von Vektoren, wie Plasmide und Viren, einschließlich tierischer
Viren und Bakteriophagen verwendet werden. Die Vektoren können unterschiedliche
Markergene ausnutzen, die einer erfolgreich transfizierten Zelle
eine nachweisbare beziehungsweise erfassbare phänotypische Eigenschaft verleihen,
die zur Identifikation verwendet werden kann, welcher von einer
Familie von Klonen die rekombinante DNA des Vektors erfolgreich
eingebaut aufweist.
-
Ein
Verfahren DNA zu erhalten, die die hier offenbarten biosynthetischen
Konstrukte kodiert, besteht darin synthetische Oligonukleotide anzuordnen,
die in einem herkömmlichen,
automatisierten Oligonukleotid-Synthesizer hergestellt werden, gefolgt
durch Ligation mit geeigneten Ligasen. Beispielsweise können überlappende,
komplementäre
DNA-Fragmente unter
Verwendung der Phosphoramidit-Chemie synthetisiert werden, wobei
Endsegmente nicht phosphoryliert bleiben, um eine Polymerisation
während
einer Ligation zu vermeiden. Ein Ende der synthetischen DNA verbleibt
mit einem "klebrigen
Ende", das der Wirkungsstelle
einer bestimmten Restriktionsendonuklease entspricht, und wobei
das andere Ende mit einem Ende verbleibt, das der Wirkungsstelle
einer anderen Restriktionsendonuklease entspricht. Die komplementären DNA-Fragmente
werden miteinander ligiert, um ein synthetisches DNA-Konstrukt zu
erzeugen.
-
Nachdem
das geeignete DNA-Molekül
synthetisiert wurde, kann es in einen Expressionsvektor eingebaut
und zur Proteinexpression in eine geeignete Wirtszelle transfiziert
werden. Nützliche
prokaryotische Wirtszellen umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf,
E. coli und B. subtilis. Nützliche
eukaryotische Wirtszellen umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf,
Hefezellen, Insektenzellen, Myelomzellen, Fibroblasten 3T3-Zellen,
Affennieren oder COS-Zellen,
Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO), Lungenepithelzellen
des Nerzes, menschliche Vorhautfibroblastenzellen, Glioblastomzellen
des Menschen und Teratocar cinomzellen. Alternativ können die
Gene in einem Zellfreien System, wie beispielsweise dem Retikulozyten-Lysatsystem
des Kaninchens exprimiert werden.
-
Der
Vektor kann zusätzlich
unterschiedliche Sequenzen umfassen, um eine korrekte Expression
des rekombinanten Proteins zu fördern,
einschließlich
Transkriptions-Promotor- und Terminations-Sequenzen, Enhancer-Sequenzen,
vorzugsweise Sequenzen der Ribosomenbindungsstelle, vorzugsweise
mRNA Leader-Sequenzen, vorzugsweise Protein prozessierende Sequenzen,
vorzugsweise Signalsequenzen für
eine Proteinsekretion und dergleichen. Die DNA-Sequenz, die das
Gen von Interesse kodiert, kann ebenfalls manipuliert werden, um
mögliche
hemmende Sequenzen zu entfernen oder um eine unerwünschte Bildung
von Sekundärstrukturen
zu minimieren. Die morphogenen Proteinanaloge können ebenfalls als Fusionsproteine exprimiert
werden. Nachdem die Proteine translatiert wurden, können sie
aus den Zellen selbst gereinigt oder aus dem Kulturmedium gewonnen
werden und anschließend
an einer spezifischen Proteasestelle, falls so erwünscht, gespalten
werden.
-
Falls
das Gen beispielsweise in E. coli exprimiert werden soll, wird es
in einen geeigneten Expressionsvektor kloniert. Dies kann durch
Positionieren des konstruierten Gens stromabwärts einer Promotorsequenz,
wie beispielsweise Trp oder Tac, und/oder einem Gen, das für ein Leaderpeptid,
wie das Fragment B von Protein A (FB), kodiert, erreicht werden.
Während
der Expression reichern sich die erhaltenen Fusionsproteine in refraktilen
Körperchen
im Zytoplasma der Zellen an und können nach Zerstörung der
Zellen mit Hilfe einer French-Presse oder Ultraschall geerntet werden.
Die isolierten refraktilen Körperchen
werden dann aufgeschlossen und die exprimierten Proteine werden
durch Verfahren, die bereits bei zahlreichen anderen rekombinanten
Proteinen eingeführt
wurden, gefaltet und die Leadersequenz abgespalten, falls erforderlich.
-
Eine
Expression der konstruierten Gene in eukaryotischen Zellen erfordert
Zellen und Zelllinien, die einfach zu transfizieren sind, die Fähigkeit
aufweisen die Fremd-DNA mit einer nicht rearrangierten Sequenz stabil
zu halten und die die nötigen
zellulären
Komponenten für
eine effiziente Transkription, Translation, post-translationale
Modifikation und Sekretion des Proteins aufweisen. Außerdem ist
ein geeigneter Vektor notwendig, der das Gen von Interesse trägt. Eine
DNA-Vektorgestaltung für
eine Transfektion in Säugetierzellen
sollte geeignete Sequenzen umfassen, um eine Expression des Gens
von Interesse, wie hier beschrieben, zu födern, einschließlich geeigneter
Transkriptionsinitiations-, Terminations- und Enhancer-Sequenzen,
als auch Sequenzen, die die Translationseffizienz erhöhen, wie
beispielsweise die Kozak-Konsensus-Sequenz. Bevorzugte DNA-Vektoren umfassen
ebenfalls ein Markergen und Mittel zum Vermehren der Kopienanzahl des
Gens von Interesse. Eine ausführliche Übersicht über den
Stand der Technik zur Herstellung von Fremd-Proteinen in Säugetierzellen,
einschließlich
nützlicher
Zellen, fordernder Sequenzen für
eine Proteinexpression, Markergenen, und Genvermehrungsverfahren
ist in Bendig (1988) Genetic Engineering 7:91-127 offenbart.
-
Die
am besten charakterisierten Transkriptionspromotoren zur Expression
eines Fremdgens in einer bestimmten Säugetierzelle sind der SV40
frühe Promotor,
der Adenvirus-Promotor (AdMLP), der Metallothionein-I-Promotor der
Maus (mMT-I), die lange terminale Wiederholung (LTR) des Rous-sarcoma-Virus
(RSV), die lange terminale Wiederholung des Mammatumorvirus der
Maus (MMTV-LTR) und der hauptsächliche
intermediär
frühe Promotor
des Zytomegalie-Virus des Menschen (hCMV). Die DNA-Sequenzen für alle diese Promotoren
sind im Stand der Technik bekannt und im Handel erhältlich.
-
Die
Verwendung eines auswählbaren
DHFR-Gens in einer dhfr– Zelllinie stellt ein
wohl charakterisiertes Verfahren dar, das bei der Vermehrung von
Genen in Säugetierzellsystemen
nützlich
ist. Kurz, das DHFR-Gen wird auf dem Vektor bereitgestellt, der
das Gen von Interesse trägt,
und wobei die Zugabe steigender Konzentrationen des zytotoxischen
Arzneimittels Methotrexat, das durch DHFR metabolisiert wird, zu
einer Vermehrung der Kopienzahl des DHFR-Gens führt, als auch der des assoziierten
Gens von Interesse. DHFR als ein wählbares, vermehrbares Markergen
in transfizierten Ovarialzelllinien des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen)
ist besonders gut im Stand der Technik charakterisiert. Andere nützliche
vermehrbare Markergene schließen
die Adenosin-Deaminase (ADA) und die Glutamin-Synthetase (GS) Gene
ein.
-
Die
Wahl von Zellen/Zelllinien ist ebenfalls bedeutsam und ist von den
Anforderungen des Experimentators abhängig. COS-Zellen stellen hohe
Spiegel/Pegel von vorübergehender
beziehungsweise transienten Genexpression bereit, wobei sie ein
nützliches
Mittel zum schnellen Durchmustern der biosynthetischen Konstrukte
der Erfindung bereitstellen. Die COS-Zellen werden gewöhnlich mit
einem Simian-Virus 40 (SV40) Vektor transfiziert, der das Gen von
Interesse trägt.
Die transfizierten COS-Zellen sterben schließlich, wodurch die Langzeitproduktion
des erwünschten
Proteinprodukts verhindert wird, wobei es jedoch ein nützliches
Verfahren zum Testen vorläufiger
Analoge auf eine Bindungsaktivität
bereitstellt.
-
Die
unterschiedlichen Zellen, Zelllinien und DNA-Sequenzen, die für eine Expression
der Einzelketten-Konstrukte der Erfindung in Säugetierzellen verwendet werden
können,
sind im Stand der Technik wohl charakterisiert und einfach verfügbar. Andere
Promotoren, selektionierbare beziehungsweise wählbare Marker, Genvermehrungsverfahren
und Zellen können
ebenfalls verwendet werden, um die Proteine dieser Erfindung zu
exprimieren. Besondere Einzelheiten der Transfektion, Expression
und Reinigung von rekombinanten Proteinen sind im Stand der Technik
gut dokumentiert und werden vom Fachmann verstanden. Weitere Einzelheiten über verschiedene
technische Gesichtspunkte von jedem der Schritte, die bei der rekombinanten Herstellung
von Fremdgenen in Säugetierzellexpressionssystemen
verwendet werden, können
in einer Anzahl von Fach-, Lehr- und Laborhandbüchern, wie Ausubel et al.,
ed., Current Protocols in Molecular Biology, John Wiley & Sons, New York,
(1989), gefunden werden..
-
Alternativ
können
Morphogen-Analoge, die kleine Moleküle sind, die gewöhnlich bis
zu 50 Aminosäuren
lang sind, unter Verwendung von Standard-Festphasen-Peptidsyntheseverfahren
synthetisiert werden, beispielsweise, Verfahren, die denen in Merrifield
(1963) J. Am. Chem. Soc. 85:2149 beschriebenen ähnlich sind. Während einer
Synthese werden beispielsweise N-α geschützte Aminosäuren mit
geschützten
Seitenketten schrittweise an eine wachsende Polypeptidkette angefügt, die
durch deren C-terminales Ende an einen unlöslichen polymeren Träger, beispielsweise
Polystyren-Kügelchen,
verbunden ist. Die Peptide werden durch Verbinden einer Aminogruppe
einer N-α entschützten Aminosäure an eine α-Carboxygruppe
einer N-α geschützten Aminosäure synthetisiert,
die durch Reagieren mit einem Reagenz, wie Dicyclohexylcarbodiimid,
aktiviert wurde. Die Anfügung
einer freien Aminogruppe an das aktivierte Carboxyl führt zur
Bildung einer Peptidbindung. Die am häufigsten verwendeten N-α Schutzgruppen
umfassen Boc, das säureempfindlich
und Fmoc, das basenempfindlich ist.
-
Kurz,
die C-terminale N-α geschützte Aminosäure wird
zuerst an die Polystyren-Kügelchen
angebracht. Dann wird die N-α-Schutzgruppe
entfernt. Die entschützte α-Aminogruppe
wird an die aktivierte α-Carboxylatgruppe
der nächsten
N-α geschützten Aminosäure gekoppelt.
Der Vorgang wird solange wiederholt bis das erwünschte Peptid synthetisiert
ist. Die erhaltenen Peptide werden von dem unlöslichen Trägerpolymer gespalten und die
Aminosäureseitenketten
werden entschützt.
Längere
Peptide, die beispielsweise größer als ungefähr 50 Aminosäuren in
der Länge
sind, werden gewöhnlich
durch Kondensation von geschützten
Peptidfragmenten abgeleitet. Einzelheiten einer geeigneten Chemie,
Harzen, Schutzgruppen, geschützten
Aminosäuren
und Reagenzien sind im Stand der Technik wohl bekannt und werden
somit hier nicht ausführlich
erläutert.
Siehe beispielsweise Atherton et al. (1963) Solid Phase Peptide
Synthesis: A Practical Approach (IRL Press,), und Bodanszky (1993)
Peptide Chemistry; A Practical Textbook, 2. Auflage Ed, Springer
Verlag, und Fields et al. (1990) Int. J. Peptide Protein Res. 35:161-214,
wobei deren Offenbarungen durch Bezugnahme hierin aufgenommen sind.
-
Eine
Reinigung des erhaltenen Peptids wird unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren, wie beispielsweise einer präparativen HPLC, beispielsweise
Gelpermeation, Verteilungs- und/oder
Innenaustausch-Chromatographie erreicht. Die Wahl von geeigneten
Matrizes und Puffer ist im Stand der Technik wohl bekannt und wird
somit hier nicht ausführlich
beschrieben.
-
VII. Durchmustern nach Bindung und biologischer
Aktivität
-
Als
ersten Schritt bei einer Bestimmung ob ein Morphogen-Analog eine
OP-1 ähnliche
biologische Aktivität
induziert, kann der Fachmann einen standardmäßigen Liganden-Rezeptor-Assay verwenden,
um zu bestimmen, ob das Morphogen-Analog vorzugsweise an OP-1 Rezeptor
bindet. Der Fachmann wird für
standardmäßige Rezeptor-Liganden-Assays
beispielsweise auf Legerski et al. (1992) Biochem. Biophys. Res.
Comm. 183: 672-679; Frakar et al. (1978) Biochem. Biophys. Res.
Comm. 80:849-857; Chio et al. (1990) Nature 343: 266-269; Dahlman
et al. (1988) Biochem 27:1813-1817; Strader et al. (1989) J. Biol.
Chem.264:13572-13578; und D'Dowd
et al. (1988) J. Biol. Chem. 263: 15985-15992, hingewiesen.
-
Bei
einem gewöhnlichen
Liganden/Rezeptor-Eindungs-Assay, der bei der Durchführung dieser
Erfindung nützlich
ist, wird gereinigtes OP-1 mit einer bekannten, quantifizierbaren
Affinität
für einen
vorgewählten OP-1-Rezeptor
(siehe beispielsweise Ten Dijke et. al (1994) Science 264:101-103,
dessen Offenbarung hier durch Bezugnahme aufgenommen ist) mit einem
erfassbaren Rest, beispielsweise einer radioaktiven Markierung,
einer chromogenen Markierung oder einer fluorogenen Markierung markiert.
Aliquots von gereinigtem Rezeptor, Fragmenten der Rezeptorbindungsdomäne, oder
Zellen, die den Rezeptor von Interesse auf deren Oberfläche exprimieren,
werden mit markierten OP-1 in der Anwesenheit verschiedener Konzentrationen
des nicht-markierten Morphogen-Analogs inkubiert. Die relative Bindungsaffinität des Morphogen-Analogs
kann dadurch erfasst werden, dass die Fähigkeit des Kandidaten (nicht-markiertes
Morphogen-Analog) die Bindung von markiertem OP-1 an dem Rezeptor
zu hemmen, quantifiziert wird. Bei Ausführen des Assays werden der Rezeptor
und das OP-1 mit festen Konzentrationen in der Anwesenheit und Abwesenheit
von nicht-markiertem Morphogen-Analog inkubiert. Die Empfindlichkeit
kann durch Vorinkubieren des Rezeptors mit dem Test-Morphogen-Analog
vor der Zugabe von markiertem OP-1 erhöht werden. Nachdem der markierte
Konkurrent zugegeben wurde, wird für eine adäquate Konkurrenten-Bindung
ausreichend Zeit gegeben, und wobei anschließend freies und gebundenes
markiertes OP-1 von einander getrennt, und das eine oder das andere
erfasst werden.
-
Bei
der Durchführung
der Durchmusterungsprozesse nützliche
Markierungen umfassen radioaktive Markierungen (beispielsweise 125I, 131I, 111In oder 77Br),
chromogene Markierungen, spektroskopische Markierungen (wie beispielsweise
solche in Haughland (1994) "Handbook
of Fluorescent and Research Chemicals 5 ed" by Molecular Probes, Inc., Eugene,
OR) oder konjugierte Enzyme, die hohe Umsatzraten aufweisen, beispielsweise
Meerrettich-Peroxidase,
alkalische Phosphatase oder β-Galactosidase,
die in Kombination mit chemilumineszenten oder fluorogenen Substraten
verwendet werden können.
-
Die
biologische Aktivität,
namentlich die Agonisten- oder Antagonisten-Eigenschaften des sich
ergebenden Morphogen-Analogs können
anschließend
unter Verwendung beliebig herkömmlicher
in vivo und in vitro Assays charakterisiert werden, die dazu entwickelt
wurden die biologische Aktivität
von OP-1 zu erfassen. Verschiedene spezifische Assays, von denen
angenommen wird bei der Durchführung
der Erfindung nützlich zu
sein, werden nachfolgend ausführlich
in Beispiel 1 dargelegt.
-
Weiterhin
sollte klar sein, dass viele der Standard-OP-1-Assays automatisiert
sein können,
wodurch das Durchmustern einer großen Anzahl von Morphogen-Analogen
gleichzeitig gefördert
wird. Derartige Automationsverfahren liegen auf dem Niveau der Fertigkeit
des Fachgebiets der Arzneimitteldurchmusterung und werden somit
hier nicht ausgeführt.
-
Folgend
auf die Identifikation von nützlichen
Morphogen-Analogen kann das Morphogen-Analog in gewerblich nützlichen
Mengen (beispielsweise ohne Begrenzung, Gramm- und Kilogrammmengen)
hergestellt werden, beispielsweise durch Herstellen von Zelllinien,
die die Morphogen-Analoge von Interesse exprimieren oder durch Herstellen
synthetischer Peptide, die die geeignete Aminosäuresequenz festlegen. Es ist
jedoch klar, dass herkömmliche
Verfahren zur Herstellung der geeigneten Zelllinien und zum Herstellen
synthetischer Peptide wohl bekannt und sorgfältig im Stand der Technik dokumentiert
sind, und somit hier nicht ausführlich ausgeführt werden.
-
VIII. Formulierung und biologische Aktivität (lediglich
zu Erläuterungszwecken)
-
Morphogen-Analoge,
einschließlich
OP-1-Analogen, können
zur Verabreichung an einen Säuger,
vorzugsweise einen dafür
bedürftigen
Menschen, als Teil einer pharmazeutischen Zusammensetzung formuliert werden.
Die Zusammensetzung kann durch ein beliebiges Mittel, beispielsweise
parenteral, oral oder lokal verabreicht werden. Die Zusammensetzung
umfasst vorzugsweise eine wässrige
Lösung,
mit der das zu verabreichende Morphogen-Analog lokal durch Injektion an eine
erwünschte
Gewebestelle, oder systemisch intravenös, subkutan, intramuskulär, intraorbital,
ophthalmisch, intraventrikulär,
intracranial, intracap sular, intraspinal, intracisternal, intraperitoneal,
buccal, rektal, vaginal, intranasal verabreicht wird oder durch
Verabreichung eines Aerosols. Die Lösung ist vorzugsweise physiologisch
verträglich,
so dass eine Verabreichung davon an einen Säuger das normale Elektrolyt-
und Flüssigkeitsvolumengleichgewicht
nicht nachteilig beeinflusst. Die wässrige Lösung kann folglich beispielsweise
normale physiologische Salzlösung
(0,9 % NaCl, 0,15 M), pH-Wert 7-7,4 umfassen.
-
Nützliche
Lösungen
für eine
orale oder parenterale Verabreichung können durch ein beliebiges im Fachgebiet
der Pharmazie wohl bekanntes Verfahren hergestellt werden, die beispielsweise
in "Remington's Pharmaceutical
Sciences" (Gennaro,
A., ed., Mack Pub., 1990) beschrieben werden. Formulierungen können, beispielsweise,
Polyalkylenglycole umfassen, wie beispielsweise Polyethylenglycol, Öle pflanzlichen
Ursprungs, hydrierte Naphthalin und dergleichen. Formulierungen
zur direkten Verabreichung können
insbesondere Glycerol und andere Zusammensetzungen hoher Viskosität beinhalten.
Biologisch verträgliche,
vorzugsweise biologisch resorbierbare Polymere einschließlich beispielsweise
Hyaluronsäure,
Kollagen, Tricalciumphosphat, Polybutyrat, Polylactid, Polyglycolid
und Lactid/Glycolid-Ko-Polymere können nützliche Arzneimittelträger sein,
um das Morphogen-Analog
in vivo kontrolliert freizusetzen.
-
Andere
potentiell nützliche
Zuführungs-
beziehungsweise Abgabesysteme für
die vorliegenden Analoge, können
Ethylenvinylacetat-Kopolymer-Teilchen, Osmosepumpen, implantierbare
Infusionssysteme und Liposomen umfassen. Formulierungen für eine Inhalationsverabreichung
können
als Arzneimittelträger,
beispielsweise Lactose beinhalten, oder können wässrige Lösungen sein, die beispielsweise
Polyoxyethylen-9-laurylether, Glycocholat oder Desoxycholat beinhalten,
oder ölige
Lösungen
zur Verabreichung in der Form von Nasentropfen oder als ein intranasal
aufzubringenden Gel.
-
Alternativ
können
die Morphogen-Analoge, einschließlich OP-1-Analogen, die wie
hier beschrieben, identifiziert wurden, oral verabreicht werden.
Flüssige
Formulierungen von Morphogen-Analogen können, beispielsweise, gemäß von Standardverfahren,
wie beispielsweise solchen in "Remington's Pharmaceutical
Sciences" (supra)
beschriebenen, hergestellt werden. Derartige flüssige Formulierungen können zu
einem Getränk
oder einer anderen Nahrungsmittelergänzung zur Verabreichung zugegeben
werden. Eine orale Verabreichung kann ebenfalls unter Verwendung
von Aerosolen dieser flüssigen
Formulierungen erreicht werden. Alternativ können feste beziehungsweise
solide Formulierungen, die unter Verwendung von im Fachgebiet anerkannten
Emulgatoren hergestellt werden, in Tabletten, Kapseln oder Pastillen
angefertigt werden, die zur oralen Verabreichung geeignet sind.
-
Wahlweise
können
Analoge in Zusammensetzungen formuliert sein, die Mittel zur verstärkten beziehungsweise
erhöhten
Aufnahme des Analogs durch das erwünschte Gewebe umfassen. Tetracyclin
und Diphosphonate (Bisphosphonate) sind, beispielsweise bekannt
an Knochenmaterial binden zu können,
insbesondere an Zonen eines Knochenumbaus, falls sie systemisch
in einem Säuger
bereitgestellt werden. Dementsprechend können derartige Komponenten
verwendet werden, um eine Zuführung
des vorliegenden Analogs zu Knochengewebe zu erhöhen. Alternativ kann, ein Antikörper oder
ein Bereich davon, der spezifisch an eine zugängliche Substanz, bindet, die
mit dem erwünschten
Zielgewebe spezifisch assoziiert ist, beispielsweise ein Zelloberflächenantigen,
ebenfalls verwendet werden. Falls erwünscht, können derartige spezifischen Zielmoleküle an das
vorliegende Analog, beispielsweise durch chemisches Vernetzen oder
unter Verwendung von Standardverfahren der Gentechnik kovalent gebunden
werden, um beispielsweise eine säureempfindliche Bindung,
wie eine Asp-Pro-Verbindung zu erzeugen. Es können nützliche Zielmoleküle, beispielsweise
gemäß den Lehren
von
US-5,091,513 gestaltet
werden.
-
Es
ist vorgesehen, dass ebenfalls mehrere Morphogen-Analoge die höchsten Aktivitätsgrade
in vivo zeigen können,
falls sie mit Trägermatrices,
d.h. unlöslichen
Polymermatrices kombiniert werden. Siehe beispielsweise
US-P-5,266,683 .
Gegenwärtig
bevorzugte Trägermatrices
sind in der Beschaffenheit xenogen, allogen oder autogen. Es ist
jedoch vorgesehen, dass synthetische Materialien, die Polymilchsäure, Polyglycolsäure, Polybuttersäure, Derivate
und Kopolymere davon umfassen ebenfalls verwendet werden können, um geeignete
Trägermatrices
zu erzeugen. Bevorzugte synthetische und natürlich abgeleitete Matrixmaterialien, deren
Herstellung, der Verfahren zur deren Formulierung mit Morphogen-Analogen
der Erfindung, und Verfahren zur Verabreichung sind im Stand der Technik
wohl bekannt und werden somit hier nicht ausführlich ausgeführt. Siehe
beispielsweise
US-P-5,266,683 .
-
Die
vorliegenden Analoge können
noch weiterhin dem dafür
bedürftigen
Säuger
entweder alleine oder in Kombination mit einer anderen Substanz
verabreicht werden, die eine vorteilhafte Wirkung auf eine Morphogenese
beziehungsweise Gestaltbildung von Gewebe aufweist. Beispiele derartiger
Substanzen (hier Co-Faktoren) umfassen Substanzen, die die Gewebereparatur
und -Regeneration fördern
und/oder Entzündung
hemmen. Beispiele nützlicher
Co-Faktoren zum Stimulieren eines Knochenwachstums in osteoporotischen
Individuen umfassen, beispielsweise, sind jedoch nicht beschränkt auf
Vitamin D3, Calcitonin, Prostaglandine, Parathormon beziehungsweise
Nebenschilddrüsenhormon,
Dexamethason, Östrogen
und IGF-I oder IGF-II. Nützliche
Co-Faktoren für
eine Nervengewebereparatur und -Regeneration können Nervenwachstumsfaktoren
umfassen. Andere nützliche
Co-Faktoren umfassen Symptom lindernde Co-Faktoren, einschließlich Antiseptika,
Antibiotika, Antivirale und Anti-Pilzmittel, Analgentika und Anästhetika.
-
Analoge
werden vorzugsweise in pharmazeutischen Zusammensetzungen durch
Beimengung mit pharmazeutisch verträglichen, nicht toxischen Arzneimittelträgern und
Trägern
formuliert. Wie vorstehend angemerkt, können derartige Zusammensetzungen
für eine
systemische, beispielsweise parenterale Verabreichung, insbesondere
in der Form von flüssigen
Lösungen
oder Suspensionen, für
eine orale Verabreichung insbesondere in der Form von Tabletten
oder Kapseln, oder intranasal, insbesondere in der Form von Pulvern, Nasentropfen
oder Aerosolen hergestellt werden. Wird eine Adhäsion an einer Gewebeoberfläche erwünscht, dann
kann die Zusammensetzung ein Fibrinogen-Thrombin-Dispergiermittel oder ein anderes biologisches Haftmittel
umfassen, wie beispielsweise eines, das in PCT
US91/09275 offenbart ist, welche Offenbarung durch
Bezugnahme hier aufgenommen ist. Die Zusammensetzung kann dann lackiert,
gesprüht
beziehungsweise besprüht
oder auf andere Weise der erwünschten
Gewebeoberfläche
aufgebracht werden.
-
Die
Zusammensetzungen können
für eine
parenterale oder orale Verabreichung an Menschen oder andere Säugertiere
in therapeutisch wirksamen Mengen formuliert werden, bei spielsweise
Mengen, die dem Zielgewebe geeignete Konzentrationen des Morphogen-Analogs für eine ausreichende
Zeit bereitstellen, um die erwünschte
Wirkung zu induzieren. Vorzugsweise lindern oder milder die vorliegenden
Zusammensetzungen die Bedürftigkeit
des Säugertiers
nach einer Morphogen assoziierten biologischen Antwort, wie beispielsweise
einer Erhaltung einer gewebespezifischen Funktion oder Wiederherstellung
eines gewebespezifischen Phänotyps
bei seneszenten Geweben (beispielsweise osteopenem Knochengewebe).
-
Es
wird dem Fachmann klar sein, dass die Konzentration der Verbindungen,
die in einer therapeutischen Zusammensetzung beschrieben werden,
von einer Anzahl von Faktoren, einschließlich der Dosierung des zu
verabreichenden Arzneimittels abhängig sein wird, den chemischen
Eigenschaften (beispielsweise Hydrophobizität) der angewendeten Verbindungen
und der Verabreichungsroute. Die bevorzugte Dosierung eines zu verabreichenden
Arzneimittels wird ebenfalls wahrscheinlich von derartigen Variablen,
wie dem Typ und dem Ausmaß einer
Erkrankung, des Gewebeverlustes oder Defekts, dem gesamten Gesundheitsstatus
des bestimmten Patienten abhängig
sein, der relativen biologischen Wirksamkeit der gewählten Verbindung,
von der Formulierung der Verbindung, der Gegenwart und dem Typ von
Arzneimittelträgern
in der Formulierung, und der Verabreichungsroute abhängig sein.
Allgemein gesagt, können
die therapeutischen Moleküle
dieser Erfindung einem Individuum bereitgestellt werden, wobei gewöhnliche
Dosisbereiche von ungeführ
10 ng/kg bis ungefähr
1 g/kg Körpergewicht
pro Tag liegen, mit einem bevorzugten Dosisbereich von ungefähr 0,1 mg/kg bis
ungeführ
100 mg/kg Körpergewicht.
-
IX. Beispiele
-
Die
Praxis beziehungsweise Durchführung
der Erfindung wird aus den folgenden Beispielen, die hier lediglich
zu Erläuterungszwecken
dargestellt werden, besser verstanden, und sollten nicht als die
Erfindung in irgendeiner Weise beschränkend angesehen werden.
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Beispiel 1 (vergleichend). Einfügen von
Inter-Kettendisulfidbindungen zur Stabilisierung des hOP-1-Dimers
(lediglich für
Erläuterungszwecke)
-
Wie
unter Abschnitt V.A. (i) ausgeführt,
wird vorgesehen, dass das Einfügen
von einem oder mehreren zusätzlichen
Inter-Ketten-Disulfiden das hOP-1-Dimer weiterhin stabilisieren
kann. Das Einfügen
zusätzlicher Inter-Kettendisulfidbindungen
wird hier beschrieben.
-
Es
wird, wie in Ozkaynak et al., (1990) Supra beschrieben, ein Sma
I-Bam HI-Fragment der menschlichen OP-1 cDNA, in einen Bluescript
KS+ (erhältlich
von Stratagene Cloning Systems, La Jolla, CA) kloniert, der vorher
mit Eco RV und Bam HI gespalten wurde. Auf eine Transformation in
E. coli, wurden die erhaltenen Kolonien durch einen Blau-Weiß Selektionsvorgang
durchmustert, worin die erwünschten
Kolonien, die die OP-1 cDNA beinhalten, blau waren. Der korrekte
Klon kann durch Restriktionsscreening identifiziert werden, um die
folgenden erwarteten Restriktionsfragmente zu erhalten.
| Restriktionsenzym | Fragmentgröße (bp) |
| Eco
RI | 84,
789, 3425 |
| Xho
I | 161,
1223, 2914 |
| Sac
II | 97,
650, 3551 |
-
Um
zwei zusätzliche
Inter-Ketten-Disulfidbrücken
einzufügen,
wird eine Doppel-Cystein-Mutante
hergestellt, die die Ersetzungen von Asn 83 zu Cys und Asn 130 zu
Cys beinhaltet. Die Cystein-Mutante kann durch ortsspezifisch gerichtete
Mutagenese unter Verwendung von synthetischen Oligonukleotiden und
entweder PCR oder den ortsspezifisch gerichteten Mutageneseverfahren
hergestellt werden, siehe beispielsweise Kunkel et al., (1985) Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 822: 488, Kunkel et al., (1985) Meth. Enzymol.
154: 367 und
US-P-4,873,192 .
Keine Mutation bewirkte eine Leserahmenverschiebung und folglich
zeigten E. coli, die mit Mutageneseprodukten transformiert waren
und weiße
Kolonien ergaben, einen Fehler in der Sequenz an. Die Anwesenheit
einer geeigneten Mutation wird durch eine herkömmliche Didesoxy-Sequenzierung
verifiziert.
-
Anschließend werden
unter Verwendung geeigneter Oligonukleotide durch Oligonukleotid
gerichtete Mutagenese Linker in die N- und C-Termini des Mutantengens
eingefügt.
Ein bevorzugter N-terminaler Linker fügt eine einzigartige Not I-Stelle
ein und ein bevorzugter C-terminaler Linker fügt an dem Ende des Muteingens
ein nicht zu unterdrückendes
Stopp- Codon TAA,
gefolgt durch eine einzigartige Bgl II-Stelle (AGATCT) ein. Jedes
der erhaltenen mutierten Gene wird aus dem Klonierungsvektor durch
die Restriktionsenzyme Nde I und Bgl II ausgeschnitten, isoliert,
und unabhängig
in einen pET-Vektor (New England Biolabs, Beverly, MA) ligiert,
der vorher mit Nde I und Bam HI gespalten wurde. Die Ligationsprodukte
wurden dann in E. coli transformiert und die Transformanden, die
das jeweilige, individuell mutierte Protein beinhalteten und exprimierten, wurden
identifiziert.
-
Die
Expression des Doppel-Cystein beinhaltenden mutierten Analogs wird
nach der Expression von T7 RNA-Polymerase (initiiert durch Infektion
mit λCE6
Phagen) induziert. Während
der Expression wird das mutierte Analog als Einschlusskörperchen
hergestellt, die von der Zellpaste geerntet werden. Anschließend wird
das mutierte Protein in 6 M Guanidin-HCl, 0,2 M Tris-HCl, pH-Wert 8,2 und
0,1 M 2-Mercaptoethanol gelöst,
und das Gemisch wurde gegen 6 M Harnstoff, 2,5 mM Tris-HCl, pH-Wert
7,5 und 1 mM EDTA erschöpfend dialysiert.
Es wurde 2-Mercaptoethanol bis zu einer Endkonzentration von 0,1
M zugegeben und die Lösung wurde
bei Raumtemperatur inkubiert. Das Gemisch wurde erschöpfend gegen
einen Puffer dialysiert, der 2,5 mM Tris-HCl, pH-Wert 7,5 und 1
mM EDTA beinhaltete. Durch Affinitätschromatographie auf einer
Säule,
die mit auf der Oberfläche
immobilisiertem OP-1-Rezeptor gepackt war, wurde gefaltetes mutiertes
Protein gereinigt. Nicht gebundenes Material wurde, wie vorstehend
beschrieben, durch Waschen entfernt und das spezifische am OP-1-Rezeptor
bindende Material eluiert.
-
Nach
der Reinigung wird die Stabilisierungswirkung der zusätzlichen
Bindung durch Fluoreszenzpolarisation bestimmt. Die Rotations- beziehungsweise
Drehrate eines Morphogen-Analogs
(Muteins) und natürlichem
hOP-1 werden, beispielsweise unter Verwendung eines Fluoreszenzspektrometers,
das für
Fluoreszenzanisotropie (Photon Technology International) modifiziert
ist, als eine Funktion von der Temperatur bestimmt. Es wird erwartet,
dass das Mutein-Dimer eine geringere Drehungsrate bis zu einer höheren Temperatur als
das natürliche
hOP-1 zeigen wird, wodurch angezeigt wird, dass das Mutein-Dimer
wie ein Dimer bleibt und bis zu einer höheren Temperatur stabiler als
das Wild-Typ-Protein ist.
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Die
biologische Aktivität
des erhaltenen mutierten Proteins oder Muteins kann unter Verwendung
beliebiger Bioassays, die bis heute zur Bestimmung der biologischen
Aktivität
entwickelt wurden, getestet werden. Verschiedene derartiger beispielhafter
Assays werden nachfolgend beschrieben. Die folgenden Assays werden
zur Erleichterung eines Testens dargestellt. Spezifische in vivo
Assays zum Testen der Wirksamkeit eines morphogenen Proteins oder
Analogs in einer Anwendung zum Reparieren oder Regenerieren geschädigten Knochen-,
Leber-, Nieren-, oder Nervengewebes, peridontalen Gewebes, einschließlich Cementum und/oder
peridontalem Ligament, gastrointestinalen und renalen Geweben, und
durch Immunzellen vermittelte Gewebeschädigungen, werden in den öffentlich
verfügbaren
Dokumenten, wie beispielsweise
EP
0 575 555 ,
WO93/04692 ,
WO93/05751 ,
WO/06399 ,
WO94/03200 ;
WO94/06449 und
WO94/06420 . Der Fachmann kann ein
Analog mit einem beliebigen dieser Assays ohne übermäßiges Experimentieren testen.
-
A. Mitogene Wirkung auf Osteoblasten von
Ratten und Menschen
-
Das
folgende Beispiel stellt einen gewöhnlichen Assay dar, der beim
Bestimmen nützlich
ist, ob ein OP-1-Morphogen-Analog in vitro eine Vermehrung von Osteoblasten
induziert. Es wird beabsichtigt, dass in diesem und allen anderen
Beispielen Osteoblastenkulturen verwendet werden, wobei vorzugsweise
angereicherte primäre
Kulturen von Osteoblasten der Ratte verwendet werden. Obwohl diese
Kulturen dahingehend heterogen sind, dass sich die einzelnen Zellen
auf unterschiedlichen Differenzierungsstadien befinden, wird angenommen,
dass die Kultur den Metabolismus und die Funktion von Osteoblasten
in vivo akkurater widerspiegeln als Osteoblastenkulturen, die von
etablierten Zelllinien erhalten wurden. Wenn nicht anderweitig angezeigt,
sind alle angegebenen Chemikalien standardisierte, im Handel erhältliche
Reagenzien, die von einer Vielzahl von Quellen einschließlich Sigma
Chemicals, Co., St. Louis, Calbiochem, Corp., San Diego und Aldrich
Chemicals Co., Milwaukee einfach erhalten werden.
-
Kurz,
angereicherte primäre
Osteoblastenkulturen von der Ratte wurden durch einen aufeinanderfolgenden
Kollagenaseverdau von Calvaria von neugeborenen Ratten (beispielsweise
von 1-2 Tage alten Tieren, Long-Evans-Stamm, Charles River Laborstories,
Wilmington, MA) Standardverfahren folgend, erhalten, wie beispielsweise
Wong et al., (1975) Proc Natl. Acad. Sci. USA 72:3167-3171. Einzelzellsuspensionen
von Rattenosteoblasten wurden dann auf einer Mehrfach-Lochplatte
(beispielsweise einer 24-Lochplatte mit einer Konzentration von
50.000 Osteoblasten pro Loch) in Alpha MEM (modifiziertem Eagle's Medium, Gibco,
Inc., N.Y.) ausplattiert, das 10 % FBS (fötales Rinderserum), L-Glutamin
und Penicillin/Streptomycin beinhaltete. Die Zellen wurden für 24 Stunden
bei 37°C
inkubiert, zu welchem Zeitpunkt das Wachstumsmedium durch Alpha
MEM ersetzt wurde, das 1 % FBS beinhaltete und die Zellen wurden
für weitere
24 Stunden inkubiert, so dass sich die Zellen zum Zeitpunkt des
Experiments in von Serum entzogenem Wachstumsmedium befanden.
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Die
kultivierten Zellen wurden in vier Gruppen aufgeteilt: 1) Löcher, die
beispielsweise 0,1, 1,0, 10,0, 40,0 und 80,0 ng des Op-1 Morphogen-Analogs
(Muteins) erhielten, (2) Löcher,
die 0,1, 1,0, 10,0 und 40,0 ng von Wildtyp OP-1 erhielten, (3) Löcher, die
0,1, 1,0, 10,0 und 40,0 ng von TGF-β erhielten und (4) die Kontrollgruppe,
die keine Wachstumsfaktoren erhielt. Die Zellen wurden dann für weitere
18 Stunden inkubiert, wonach die Löcher mit 2 mCi/Loch mit 3H-Thymidin gepulst und für weitere sechs Stunden inkubiert
wurden. Die überschüssige Markierung
wurde dann mit einer kalten Lösung
von 0,15 M NaCl weggewaschen, wobei dann jedem Loch 250 μl einer 10
% Trichloressigsäure
zugegeben wurde, und die Löcher
wurden für
30 Minuten bei Raumtemperatur inkubiert. Die Zellen wurden dann
dreimal mit kaltem destilliertem Wasser gewaschen, und durch Zugabe
von 250 μl
einer 1 % Natriumdodecylsulfat (SDS) -Lösung für einen Zeitraum von 30 Minuten bei
37°C lysiert.
Das erhaltene Zelllysat wurde unter Verwendung eines Standardmittels
geerntet und der 3H-Thymdin-Einbau in zelluläre DNA wurde
durch Flüssig-Scintillation
als eine Anzeige der mitogenen Aktivität der Zellen bestimmt. Bei
dem Experiment wird beabsichtigt, dass das OP-1-Morphogen-Analog-Konstrukt (Mutein), ähnlich wie
natürliches
OP-1, den 3H-Thyidin-Einbau in DNA stimulieren
wird, wobei dadurch die Zellvermehrung von Osteoblasten gefördert wird.
Dagegen wird erwartet, dass die Wirkung von TGF-β vorübergehend ist und bi-phasisch
verläuft.
Weiterhin wird erwartet, dass bei höheren Konzentrationen TGF-β keine signifikante
Wirkung auf die Zellvermehrung von Osteoblasten aufweisen wird.
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Die
in vitro Wirkung eines OP-1-Morphogen-Analogs auf die Vermehrung
von Osteoblasten kann ebenfalls unter Verwendung von primären Osteoblasten
des Menschen (erhalten aus Knochengewebe eines normalen erwachsenen
Patienten und wie vorstehend beschrieben, präpariert werden) und an von
einem Osteosarkom abgeleiteten Zelllinie bewertet werden.
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B. Stimulation von Vorläuferzellen
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Das
folgende Beispiel wurde entwickelt, um die Fähigkeit von OP-1-Morphogen-Analogen
zu zeigen, die die Vermehrung von mesenchymalen Vorläuferzellen
stimulieren werden. Nützliche
naive Stammzellen umfassen pluripotente Stammzellen, die aus dem
Knochenmark oder dem Nabelschnurblut unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren (siehe beispielsweise Fardji et al., Vox Sang 55 (3) 133-138
oder Broxmeyer et al., Proc Natl. Acad. Sci. USA 86:3828-3832) isoliert
werden können,
als auch naiven Stammzellen, die aus dem Blut erhalten werden. Alternativ
können
embryonale Zellen (beispielsweise von einer kultivierten mesodermalen
Zelllinie) verwendet werden.
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Ein
anderes Verfahren, um Vorläuferzellen
zu erhalten und zum Bestimmen der Fähigkeit von OP-1 Morphogen-Analogen
die Zellvermehrung zu stimulieren, besteht darin, Vorläuferzellen
von einer in vivo Quelle einzufangen. Beispielsweise kann ein biologisch
verträgliches
Matrixmaterial, das den Influx migratorischer beziehungsweise wandernder
Vorläuferzellen
ermöglichen
kann, an einer in vivo Stelle lange genug implantiert sein, um den
Influx von wandernden Vorläuferzellen
zu gestatten. Beispielsweise kann eine vom Knochen abgeleitete,
Guanidin extrahierte Matrix, die wie beispielsweise im Sampath et
al., (1983) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 80:6591-6595 oder
US-P-4,975,526 offenbart,
formuliert ist, in eine Ratte, im Wesentlichen dem Verfahren von
Sampath et al., folgend, an einer subkutanen Stelle implantiert
werden. Nach drei Tagen wird das Implantat entfernt und die mit
der Matrix assoziierten Vorläuferzellen
werden dispergiert und kultiviert.
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Die
erhaltenen Vorläuferzellen
werden jedoch dann in vitro mit dem Test OP-1 Morphogen-Analog unter Standardzellkulturbedingungen,
beispielsweise jenen nachfolgend beschriebenen, inkubiert. In der
Abwesenheit externer Stimuli, vermehren sich die Vorläuferzellen
selbst nicht oder in Kultur lediglich minimal.
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Vorläuferzellen,
die jedoch in der Anwesenheit eines biologisch aktiven OP-1-Morphogen- Analogs, ähnlich OP-1,
kultiviert werden, werden sich vermehren. Das Zellwachstum kann
optisch oder spektrophotometrisch unter Verwendung von im Stand
der Technik bekannten Standardverfahren bestimmt werden.
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C. Durch Morphogen induzierte Zelldifferenzierung
-
Ebenfalls
können
zahlreiche Assays verwendet werden, um eine auf OP-1 basierendem
Morphogen-Analog induzierte zelluläre Differenzierung zu bestimmen.
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(1) Differenzierung eines embryonalen
Mesenchyms
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Wie
bei natürlichem
OP-1 ist vorgesehen, dass das OP-1 Morphogen-Analog (Mutein) die
Zelldifferenzierung induzieren kann. Die Fähigkeit von Morphogen-Analogen
die Zelldifferenzierung zu induzieren, kann durch Kultivieren früher mesenchymaler
Zellen in der Anwesenheit von OP-1 Morphogen-Analog gezeigt werden,
wobei anschließend
die Histologie der kultivierten Zellen durch Färbung mit Toluidin-Blau unter
Verwendung von Standard-Zellkultur- und Zellfarbungsverfahren, die
im Stand der Technik wohl bekannt sind, untersucht wird. Es ist
bekannt, dass beispielsweise Mesenchymzellen der Ratte, die dazu
bestimmt sind Manibular-Knochen zu werden nicht fortfahren zu differenzieren,
falls sie von den darüber
liegenden Epithelzellen an Stufe 11 getrennt werden und in vitro
unter Standard Gewebekulturbedingungen, beispielsweise in einem
chemisch definierten, Serumfreien Medium kultiviert werden, das
beispielsweise 67 % DMEM (Dulbecco's modifiziertes Eagle's Medium), 22 % F-12
Medium, 10 mM Hepes pH-Wert 7, 2 mM Glutamin, 50 mg/ml Transferrin, 25
mg/ml Insulin, Spurenelemente, 2 mg/ml Rinderserumalbumin, das an
Oleinsäure
gekoppelt ist, mit HAT (0,1 M Hypoxanthin, 10 mM Aminopterin, 12
mM Thymidin) beinhaltet. Werden diese gleichen Zelle jedoch im Kontakt
mit dem darüber
liegenden Endoderm für
einen zusätzlichen
Tag belassen, zu welchem Zeitpunkt sie Stufe 12 Zellen werden, dann
werden sie in vitro selbst fortfahren zu differenzieren, um Chondrozyten
zu bilden. Eine weitere Differenzierung in Osteoblasten und schließlich in
Mandibular-Zellen erfordert eine geeignete lokale Umgebung, beispielsweise
eine vaskularisierte Umgebung.
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Es
wird erwartet, dass, wie bei natürlichem
OP-1 Stufe 11-Mesenchymzellen, die in vitro in der Anwesenheit von
OP-1 Morphogen-Analog (Mutein), mit beispielsweise 10-100 ng/ml kultiviert
werden, fortfahren werden sich in vitro zu differenzieren, um Chondrozyten
zu bilden, gerade wie sie fortfahren in vitro zu differenzieren,
falls sie mit den Zellprodukten kultiviert werden, die von der darüber liegenden
endodermalen Zellen geerntet werden. Dieses Experiment kann mit
unterschiedlichen mesenchymalen Zellen ausgeführt werden, um die Zelldifferenzierungsfähigkeit
von OP-1 Morphogen-Analog in unterschiedlichen Geweben zu zeigen.
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Ein
anderes Beispiel einer durch ein Morphogen induzierten Zelldifferenzierung
kann die Fähigkeit
von OP-1 Morphogen-Analogen die Osteoblastendifferenzierung in vitro
zu induzieren zeigen, indem primäre
Osteoblastenkulturen oder Osteoblasten ähnliche Zelllinien verwendet
werden, und wobei auf zahlreiche Knochenzellmarker getestet wird,
die für
den differenzierten Osteoblastentyp spezifische Marker darstellen,
beispielsweise alkalische Phosphataseaktivität, Parathormon vermittelte
zyklische AMP (cAMP)-Produktion, Osteocalcinsynthese und erhöhte Mineralisierungsraten.
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(2) Induktion einer alkalischen Phosphataseaktivität in Osteoblasten
-
Es
werden in Serum-freiem Medium kultivierte Osteoblasten in einem
Konzentrationsbereich von OP-1 Morphogen-Analog, beispielsweise
0,1, 1,0, 10,0, 40,0 oder 80,0 ng OP-1 Morphogen-Analog/ml Medium
inkubiert, oder mit einem ähnlichen
Konzentrationsbereich von natürlichem
OP-1 oder TGF-β.
Nach 72 Stunden einer Inkubation wurde die Zellschicht mit 0,5 ml
einer 1 %Triton X-100-Lösung
extrahiert. Das erhaltene Zellextrakt wird zentrifugiert und 100
ml des Extrakts werden zu 90 ml von Para-Nitrophenylphosphat (PNPP)/Glyceringemisch
zugegeben und für
30 Minuten in einem 37°C
Wasserbad inkubiert, wobei die Reaktion mit 100 ml NaOH gestoppt
wurde. Die Proben durchlaufen dann ein Plattenlesegerät (beispielsweise
Dynatech MR700-Plattenlesegerät,
wobei die Absorption bei 400 nm unter Verwendung von p-Nitrophenol
als Standard erfasst wurde), um die Anwesenheit und Menge von alkalischer
Phosphataseaktivität
zu bestimmen. Die Proteinkonzentrationen werden durch die Bio-Rad-Methode
bestimmt. Die alkalische Phosphataseaktivität wird in Einheiten/mg Protein
berechnet, wobei 1 Einheit = 1 nmol p-Nitrophenol pro 30 Minuten
bei 37°C
freisetzt.
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Es
wird vorgesehen, dass das OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich zu
natürlichem
OP-1, die Produktion von alkalischer Phosphatase in Osteoblasten
stimulieren wird, wodurch das Wachstum und die Expression des differenzierten
Phänotyps
der Osteoblasten gefördert
wird. Der Langzeiteffekt von OP-1 Morphogen-Analog auf die Produktion
von alkalischer Phosphatase durch Osteoblasten der Ratte kann wie
folgt gezeigt werden.
-
Es
werden Rattenosteoblasten präpariert
und, wie vorstehend beschrieben in Mehrfachloch-Platten kultiviert. In diesem Beispiel
werden sechs Sätze
von 24 Lochplatten mit 50.000 Rattenosteoblasten pro Loch ausplattiert.
Die Löcher
in jeder Platte, präpariert
wie vorstehend beschrieben, werden dann in drei Gruppen ausgeteilt:
(1) solche die beispielsweise 1 ng von OP-1 Morphogen-Analog pro
ml Medium erhalten, (2) solche die 40 ng von OP-1 Morphogen-Analog
pro ml Medium erhalten und (3) solche die 80 ng von OP-1 Morphogen-Analog
pro ml Medium erhalten. Jede Platte wird dann für unterschiedliche Zeiten:
0 Stunden (Kontrollzeit), 24 Stunden, 48 Stunden, 96 Stunden, 120
Stunden und 144 Stunden inkubiert. Nach jeder Inkubationsperiode
wurde die Zellschicht mit 0,5 ml einer 1 % Triton-X-100-Lösung extrahiert.
Der so erhaltene Zellextrakt wird zentrifugiert und die alkalische
Phosphataseaktivität
wird unter Verwendung von para-Nitrosophenylphosphate (PNPP), wie
vorstehend bestimmt. Es wird vorgesehen, dass OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich wie
natürliches
OP-1, die Produktion von alkalischer Phosphatase in Osteoblasten
in einer Dosis abhängigen
Weise so stimuliert, dass ansteigende Dosen von OP-1 Morphogen-Analog den Spiegel
einer alkalischen Phosphataseproduktion weiterhin erhöhen wird.
Außerdem
wird vorgesehen, dass die durch OP-1 Morphogen-Analog stimulierten
erhöhten
Spiegel von alkalischer Phosphatase in den behandelten Osteoblasten
für eine
ausgedehnte Zeitperiode anhalten werden.
-
(3) Induktion von PTH vermitteltem cAMP
-
Dieses
Experiment ist so gestaltet, um die Wirkung von OP-1 Morphogen-Analog
auf die von Parathormon vermittelte cAMP-Produktion in vitro in
Rattenosteoblasten zu testen. Kurz, Rattenosteoblasten werden präpariert
und wie, vorstehend beschrieben in einer Mehrfach-Lochplatte kultiviert.
Die kultivierten Zellen werden dann in vier Gruppen aufgeteilt:
(1) Löcher,
die beispielsweise 1,0, 10,0 und 40,0 ng OP-1Morphogen-Analog/ml Medium
erhalten, (2) Löcher,
die beispielsweise natürliches
OP-1 mit gleichen Konzentrationsbereichen erhalten, (3) Löcher, die
beispielsweise TGF-β mit
gleichen Konzentrationsbereichen erhalten, und (4) eine Kontrollgruppe,
die keine Wachstumsfaktoren erhält.
Die Platte wird dann für
weitere 72 Stunden inkubiert. Am Ende der 72 Stunden werden die
Zellen für
20 Minuten mit Medium behandelt, das 0,5 % Rinderserumalbumin (BSA)
und 1 mM 3-Isobutyl-1-methylxanthin beinhaltet, gefolgt durch die
Zugabe für
10 Minuten von menschlichem rekombinantem Parathormon (hPTH), Sigma,
St. Louis) in die Hälfte
der Löcher
mit einer Konzentration von 200 ng/ml. Die Zellschicht von jedem
Loch wird dann mit 0,5 ml einer Triton-X-100-Lösung extrahiert. Die Spiegel
von cAMP werden dann unter Verwendung eines Radioimmunassay-Kits
(beispielsweise Amersham, Arlington Heights, Illinois) bestimmt.
Es ist vorgesehen, dass OP-1 Morphogen-Analog alleine, ähnlich wie OP-1 eine Zunahme in
der durch PTH vermittelten cAMP-Antwort stimulieren wird, wodurch
das Wachstum und die Expression des differenzierten Phänotyps der
Osteoblasten gefördert
wird.
-
(4) Induktion einer Osteocalcinbildung
-
Osteocalcin
ist ein Knochen-spezifisches Protein, das durch Osteoblasten synthetisiert
wird, das in vivo bei der Rate in der Knochenmineralisierung eine
wesentliche Rolle spielt. Zirkulierende Serumspiegel von Osteocalcin
werden als ein Marker für
die Osteoblastenaktivität
und die Knochenbildung in vivo verwendet. Die Induktion einer Osteocalcinbildung
kann in angereicherten Osteoblastenkulturen verwendet werden, um
eine Wirksamkeit von OP-1 Morphogen-Analog in vitro zu zeigen.
-
Rattenosteoblasten
werden präpariert
und, wie vorstehen beschrieben, in einer Mehrfach-Lochplatte kultiviert.
In diesem Experiment wird das Medium mit 10 % FBS ergänzt und
an Tag 2 werden die Zellen mit frischem Medium gefüttert, das
mit frischem 10 mM β-Glycerophosphat (Sigma,
Inc.,) ergänzt
ist. Beginnend an Tag 5 und danach zweimal wöchentlich wurden Zellen mit
einem kompletten Mineralisations-Medium gefüttert, das alle vorstehenden
Komponenten plus L(+)-Ascorbat mit einer Endkonzentration von 50
mg/ml Medium beinhaltete. OP-1 Morphogen-Analog wird dann zu den
Löchern
unmittelbar, beispielsweise, in 50 % Acetonitril (oder 50 % Ethanol)
zugegeben, das mit mehr als 5 ml Morphogen-Analog/ml Medium 0,1
Trifluoressigsäure (TFA)
beinhaltet. Kontrolllöcher
erhielten lediglich Lösungsmittelvehikel.
Die Zellen wurden dann erneut gefüttert und die konditionierte
Mediumprobe wurde 1:1 in Standardpuffer eines Radioimmunoassays
verdünnt,
der standardisierte Proteasehemmstoffe beinhaltete und bei –20°C gelagert
wurde bis er auf Osteocalcin gestestet wurde. Eine Osteocalcinsynthese
wird durch einen Standard-Radioimmunoassay
erfasst, bei dem ein im Handel erhältlicher Osteocalcin spezifischer
Antikörper
verwendet wird.
-
Die
Mineralisation wird an Langzeitkulturen (13 Tag) unter Verwendung
einer modifizierten von Kossa-Färbetechnik
an fixierten Zellschichten bestimmt: Die Zellen werden in frischem
4 % Paraformaldehyd bei 23°C
für 10
Mm. fixiert, gefolgt von einer Spülung mit kalten 0,9 % NaCl.
Die fixierten Zellen werden dann für die endogene alkalische Phosphatase
bei pH-Wert 9,5
für 10
Min. unter Verwendung eines im Handel erhältlichen Kits (Sigma, Inc.,)
gefärbt.
Violett gefärbte
Zellen werden anschließend
mit Methanol dehydriert und luftgetrocknet. Nach 30 Min. Inkubation
in 3 % AgNO3 in der Dunkelheit, werden die
Proben mit H2O gespült und für 30 Sek. 254 nm UV-Licht exponiert,
um die schwarzen silbergefärbten
Phosphatknötchen
zu entwickeln. Es wurden individuell mineralisierte Fokusse (mindestens
200 mm in der Größe) unter
einem Präpariermikroskop
gezählt
und als Knötchen/Kultur
ausgedrückt.
-
Es
ist vorgesehen, das OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich zu natürlichem
OP-1, eine Osteocalcinsynthese in Osteoblastenkulturen stimulieren
wird. Weiterhin wird vorgesehen, dass die erhöhte Osteocalcinsynthese als
Antwort auf ein OP-1 Morphogen-Analog dosisabhängig sein wird, wodurch eine
wesentliche Zunahme über
den basalen Spiegel nach 13 Tagen Inkubation gezeigt wird. Eine
verstärkte
Osteocalcinsynthese kann ebenfalls durch Erfassen der erhöhten Osteocalcin
mRNA Botschaft (20-facher Anstieg) unter Verwendung einer spezifischen
Sonde von Ratten-Osteocalcin bestätigt werden. Außerdem entspricht,
wie durch die Erscheinungsform mineralisierter Knötchen bestimmt
wurde, der Anstieg der Osteocalcinsynthese der erhöhten Mineralisation
in Langzeitkulturen von Osteoblasten. Es ist ebenfalls vorgesehen,
dass OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich
wie natürliches
OP-1, verglichen zu unbehandelten Kontrollen die anfängliche
Mineralisationsrate wesentlich erhöhen wird.
-
(5) Morphogen induzierte CAM-Expression
-
Die
Mitglieder der BMP/OP-Familie (siehe 6) induzieren
eine Expression von CAM, insbesondere als Teil von deren Morphogenese
eine N-CAM-Expression (siehe gleichzeitig anhängige U.S.S.N. 922,813). CAMs
sind morphoregulatorische Moleküle,
die in allen Geweben als ein wesentlicher Schritt in der Gewebeentwicklung
identifiziert wurden. N-CAMs,
die mindestens 3 Isoformen (N-CAM-180, N-CAM-140 und N-CAM-120,
worin "180", "140" und "120" das offenbare Molekulargewicht
der Isoformen anzeigt, das durch SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese
ermittelt wurde) umfassen, werden zumindest vorübergehend in sich entwickelnden
Geweben und dauerhaft im Nervengewebe exprimiert. Sowohl N-CAM-180
als auch N-CAM-140 Isoformen werden in sowohl sich entwickelndem
als auch erwachsenem Gewebe exprimiert. Die N-CAM-120-Isoform wird
lediglich in erwachsenem Gewebe aufgefunden. Ein anderes neurales
CAM ist L1.
-
Die
Fähigkeit
von auf OP-1 basierenden Morphogen-Analogen die CAM-Expression zu
stimulieren, kann unter Verwendung des folgenden Protokolls unter
Verwendung von NG108-15-Zellen gezeigt werden. NG108-15 ist eine
transformierte Hybridzelllinie (Neuroblastom x Gliom, American Type
Culture Collection (ATCC), Rockville, MD), die eine Morphologie
zeigt, die transformierten embryonalen Neuronen charakteristisch
ist. Wie in Beispiel D nachfolgend beschrieben wird, zeigen unbehandelte
NG108-15 Zellen eine Fibroblasten- oder minimal differenzierte Morphologie
und exprimieren lediglich die 180 und 140 Isoformen von N-CAM, die
normaler Weise mit einer sich entwickelnden Zelle assoziiert sind.
Folgend auf eine Behandlung mit Mitgliedern der vg/dpp-Untergruppe
zeigten diese Zellen eine Morphologie, die erwachsenen Neuronen charakteristisch
ist und erhöhte
Spiegel von allen drei N-CAM Isoformen exprimieren.
-
In
diesem Beispiel werden die NG108-15 Zellen mr 4 Tage in der Anwesenheit
von ansteigenden Konzentrationen von entweder OP-1 Morphogen-Analog
oder natürlichem
OP-1 unter Verwendung
von standardisierten Kulturverfahren kultiviert, und Standard-Western-Blots wurden für die gesamten
Zellextrakten ausgeführt.
Die N-CAM Isoformen werden mit einem Antikörper, mAb H28.123, der von
Sigma Chemicals Co., St. Louis erhältlich ist, der mit allen drei
Isoformen kreuzreagiert, erfasst, wobei die unterschiedlichen Isoformen durch
deren unterschiedlichen Mobilitäten
auf einem Elektrophoresegel unterschieden werden. Kontroll-NG108-15
Zellen (unbehandelt) exprimieren sowohl die 140 kDa und die 180
kDA Isoformen, jedoch, wie durch Western-Blot-Analysen unter Verwendung
von bis zu 100 mg Protein bestimmt wurde, nicht die 120 kDa. Es
ist vorgesehen, dass die Behandlung von NG108-15-Zellen mit OP-1
Morphogen-Analog, ähnlich
natürlichem
OP-1, zu einem dosisabhängigen
Anstieg bei der Expression der 180 kDa und 140 kDa Isoformen, als auch
der Induktion der 120 kDA Isoform fahren kann. Zusätzlich wird
vorgesehen, dass die durch OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich natürlichem
OP-1 induzierte CAM-Expression mit der durch Histologie bestimmten Zellaggregation
korreliert werden kann.
-
(D) Durch OP-1 Morphogen-Analog induzierte
Entdifferenzierung eines transformierten Phänotyps
-
Es
ist vorgesehen, dass das OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich zu natürlichem
OP-1, ebenfalls eine Re- beziehungsweise Entdifferenzierung von
transformierten Zellen auf eine Morphologie induziert, die für nicht
transformierte Zellen charakteristisch ist. Die unten bereitgestellten
Beispiele beschreiben eine durch Morphogen induzierte Entdifferenzierung
einer transformierten menschlichen Zelllinie von neuronalem Ursprung
(NG108-15), als auch von Neuroblastomzellen (NIE-115) der Maus und
embryonalen Carcinomzellen des Menschen auf eine nicht transformierten
Zellen charakteristische Morphologie.
-
Wie
vorstehend beschrieben, ist NG108-15 eine transformierte Hydribzelllinie,
die durch Fusion von Neuroblastom- x Gliomzellen (erhalten von ATCC,
Rockville, MD) erzeugt wurde, und eine Morphologie zeigt, die transformierten
embryonalen Neuronen charakteristisch ist, beispielsweise eine Fibroblastenmorphologie aufweisen.
Insbesondere, weisen die Zellen polygonale Zellkörper auf, kurze, dornähnliche
Ausläufer
beziehungsweise Fortsätze
und machen mehrere Kontakte zu benachbarten Zellen. Eine Inkubation
von NG108-15 Zellen, die in einem chemisch definierten Serum-freien
Medium mit 0,1 bis 300 ng/ml eines Morphogen-Analogs oder natürlichem
OP-1 für
vier Stunden kultiviert werden, induzieren eine geordnete, dosisabhängige Änderung
in der Zellmorphologie.
-
Beispielsweise
werden NG108-15 Zellen auf mit Polylysin beschichteten 6-Lochplatten
subkultiviert. Jedes Loch beinhaltet 40-50.000 Zellen in 2,5 ml
eines chemisch definierten Mediums. Am dritten Tag werden 2,5 ml
eines OP-1 Morphogen-Analogs oder natürlichem OP-1 in 60 % Ethanol,
beinhaltend 0,025 % Trichloressigsäure jedem Loch zugegeben. Das
Medium wird täglich
mit neuen Aliquots von Morphogen gewechselt. Es ist vorgesehen,
dass OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich
OP-1, eine dosisabhängige
Entdifferenzierung der transformierten Zellen, einschließlich einer
Rundung des Somas, einem Anstieg in der Phasen-Helligkeit, Erweiterung der kurzen Neuritfortsätze und
anderen signifikanten Änderungen
in der zellulären
Ultrastruktur induzieren kann. Nach mehreren Tagen ist ebenfalls
vorgesehen, dass behandelte Zellen beginnen können epitheloide Lagen beziehungsweise
Schichten zu bilden, die, wie durch optische Inspektion mit dem
Mikroskop bestimmt, dann in hohem Maße gepackte, mehrfach geschichtete
Aggregate werden.
-
Außerdem wird
vorgesehen, dass die Entdifferenzierung ohne irgendwelche assoziierten Änderungen in
der DNA-Synthese, Zellteilung, oder Zelllebensfähigkeit beziehungsweise -Viabilität vorkommen
kann, was es unwahrscheinlich macht, dass die morphologischen Änderungen
zu der Zelldifferenzierung sekundär sind oder eine toxische Wirkung
des Morphogens darstellen. Zusätzlich
wird vorgesehen, dass die durch das Morphogen-Analog induzierte
Entdifferenzierung nicht die Zellteilung hemmt, wie durch 3H-Thymidinaufnahme bestimmt wurde, unähnlich anderen
Molekülen
wie Butyrat, DMSO, Retinolsäure
oder Forskolin, von denen gezeigt wurde, das sie die Differenzierung
von transformierten Zellen in analogen Experimenten stimulierten. Folglich
wird vorgesehen, dass das OP-1 Morphogen-Analog, ähnlich zu
natürlichem
OP-1, die Zellstabilität und
-viabilität
nach Induktion einer Entdifferenzierung aufrechterhalten kann.
-
Das
hier beschriebene Morphogen würde
folglich nützliche
therapeutische Mittel zur Behandlung von Neoplasien und neoplastischen
Läsionen
des Nervensystems bereitstellen, insbesondere bei der Behandlung von
Neuroblastomen, einschließlich
Retinoblastomen und Gliomen.
-
E. Erhaltung des Phänotyps
-
OP-1
Morphogen-Analoge, ähnlich
natürlichem
OP-1, können
verwendet werden, um einen differenzierten Phänotyp einer Zelle aufrechtzuerhalten.
Diese Anwendung ist besonders nützlich,
um die fortdauernde Expression eines Phänotyps in seneszenten oder
ruhenden Zellen zu induzieren.
-
(1) In vitro Model für eine phänotypische Erhaltung
-
Die
Fähigkeit
von Morphogenen den Phänotyp
zu erhalten, ist einfach zu bestimmen. Eine Anzahl von differenzierten
Zellen wird nach mehreren Passagen in vitro unter Standard-Gewebebedingungen
seneszent oder ruhend, wie im Stand der Technik (beispielsweise
Culture of Animal Cells: A Manual of Basic Techniques, C.R. Freshney,
ed., Wiley 1987) beschrieben. Falls diese Zellen jedoch in vitro
in Assoziation mit einem Morphogen, wie OP-1, kultiviert werden, dann werden die
Zellen dazu stimuliert die Expression von deren Phänotyp durch
mehrere Passagen zu erhalten. Die alkalische Phosphataseaktivität von kultivierten
Osteoblasten, wie beispielsweise kultivierten Osteosarkomzellen
und Calvaria-Zellen,
ist beispielsweise nach mehreren Passagen in vitro verringert. Falls
die Zellen jedoch in der Anwesenheit von OP-1 kultiviert werden,
dann wird die alkalische Phosphataseaktivität über ausgedehnte Zeitspannen
erhalten. In ähnlicher
Weise wird ebenfalls die phänotypische
Expression von Myozyten in der Anwesenheit eines Morphogens erhalten.
In dem Experiment werden, wie in Beispiel A beschrieben, Osteoblasten
kultiviert. Die Zellen werden in Gruppen aufgeteilt, mit verschiednen
Konzentrationen von entweder OP-1 Morphogen-Analog oder natürlichem
OP-1 (beispielsweise 0-300 ng/ml) inkubiert und mehrere Male (beispielsweise
3-5-mal) unter Verwendung von Standardverfahren passagiert. Die
passagierten Zellen werden dann, wie in Beispiel C beschrieben,
als ein Anzeichen einer differenzierten metabolischen Zellfunktion
auf alkalische Phosphataseaktivität getestet. Es ist vorgesehen,
dass in der Abwesenheit von OP-1 Morphogen-Analog kultivierte Osteoblasten
verglichen zu mit OP-1 Morphogen-Analog oder mit natürlichem
OP-1 behandelten Zellen eine verringerte alkalische Phosphataseaktivität aufweisen
können.
-
(2) In Vivo-Modell einer phänotypische
Erhaltung
-
Die
Fähigkeit
der phänotypischen
Erhaltung kann ebenfalls unter Verwendung eines standardisierten Rattenmodells
für Osteoporose
in vivo gezeigt werden. Weibliche Long Evans Ratten (Charles River
Laborstories, Wilmington, MA) wurden scheinoperiert oder unter Verwendung
chirurgischer Verfahren die Eierstöcke entfernt, um einen osteoporotischen
Zustand zu erzeugen, der von einer verringerten Östrogenproduktion herrührt. Nach
dem chirurgischen Eingriff, beispielsweise 200 Tage nach der Entfernung
der Eierstöcke,
wird den Ratten systemisch Phosphat gepufferte Salzlösung (PBS)
oder Morphogen (beispielsweise OP-1 Morphogen-Analog oder natürliches
OP-1, 1-100 mg) für
21 Tage (beispielsweise durch tägliche
Injektion in die Schwanzvene) bereitgestellt. Die Ratten wurden
dann geopfert und die Serumspiegel der alkalischen Phosphatase,
die Serumspiegel von Calcium und die Serumspiegel von Osteocalcin
wurden unter Verwendung von darin und vorstehend beschriebenen Standardverfahren
bestimmt. Es ist vorgesehen, dass die mit OP-1 Morphogen-Analog
behandelten Ratten, ähnlich
wie die mit OP-1 behandelten Ratten erhöhte Spiegel von Osteocalcin
und alkalischer Phosphataseaktivität zeigen können. Es ist vorgesehen, dass
ebenfalls eine Histomorphometrieanalyse an dem Schienbeinknochen
in mit OP-1 Morphogen-Analog behandelten Tieren verglichen mit unbehandelten,
Eierstock entfernten Ratten, eine verbesserte Knochenmasse zeigen
können.
-
F. Vermehrung von Vorläuferzell-Populationen
-
Vorläuferzellen
können
stimuliert werden, um sich in vivo oder ex vivo zu vermehren. Es
ist vorgesehen, dass Zellen in vivo durch Injektion stimuliert werden
können
oder auf andere Weise, die eine sterile Präparation, die das OP-1 Morphogen-Analog
beinhaltet, in dem Individuum bereitstellt. Beispielsweise kann
die hämatopoietische
pluripotente Stammzellpopulation in einem Individuum durch Injektion
dazu stimuliert werden sich zu vermehren oder auf eine andere Weise,
die dem Knochenmark des Individuums eine geeignete Konzentration
von OP-1 Morphogen-Analog bereitstellt.
-
Vorläuferzellen
können
ex vivo durch Inkontaktbringen von der zu erweiternden Population
der Vorläuferzellen
mit einem aktiven OP-1 Morphogen-Analog unter sterilen Bedingungen
bei einer Konzentration und für
eine Zeit, die geeignet ist die Vermehrung der Zellen zu stimulieren.
Geeignete Konzentrationen und Stimulationszeiten können empirisch
bestimmt werden, wobei im Wesentlichen dem vorstehend in Beispiel
A beschriebenen Verfahren gefolgt wird. Es ist vorgesehen, dass
eine Konzentration eines OP-1 Morphogen-Analogs zwischen ungefähr 0,1-100
ng/ml und eine Stimulationsperiode von ungefähr 10 Minuten bis ungefähr 72 Stunden,
oder mehr beträgt,
wobei allgemein ungefähr
24 Stunden gewöhnlich
ausreichend sein sollten, um eine Zellpopulation von ungefähr 104 bis 106 Zellen
zu stimulieren. Die stimulierten Zellen können anschließend dem
Individuum, wie zum Beispiel durch Injektion der Zellen, an einem
geeigneten in vivo Locus bereitgestellt werden. Geeignete biologisch
verträgliche
Vorläuferzellen
können
durch ein beliebiges der im Stand der Technik oder hier vorstehend
beschriebenen Verfahren erhalten werden.
-
G. Regeneration von geschädigtem oder
erkranktem Gewebe
-
Es
ist vorgesehen, dass die OP-1 Morphogen-Analoge dazu verwendet werden
können,
um erkranktes oder geschädigtes
Säugetiergewebe
zu reparieren. Das zu reparierende Gewebe wird vorzugsweise zuerst
beurteilt, wobei übermäßig nekrotisches
oder beeinträchtigendes
beziehungsweise störendes
Narbengewebe, wie erforderlich, beispielsweise durch Ablation beziehungsweise
Entfernung oder durch chirurgische, chemische oder andere auf dem
medizinischen Fachgebiet bekannten Verfahren, entfernt wird.
-
Ein
OP-1 Morphogen-Analog kann dann dem Gewebelocus als Teil einer sterilen,
biologisch verträglichen
Zusammensetzung, entweder durch chirurgische Implantation oder Injektion
unmittelbar bereitgestellt werden. Das Morphogen-Analog kann ebenfalls
systemisch, durch orale oder parenterale Verabreichung bereitgestellt
werden. Alternativ kann dem Gewebe eine sterile, biologisch verträgliche Zusammensetzung
bereitgestellt werden, die Vorläuferzellen
beinhaltet, die durch morphogenetisch aktives OP-1 Morphogen-Analog
stimuliert wurden. Das an dem Locus vorhandene Gewebe, ob erkrankt
oder beschädigt,
stellt eine geeignete Matrix bereit, um die Vermehrung und gewebespezifische
Differenzierung von Vorläuferzellen
zu ermöglichen.
Außerdem
stellt ein geschädigter
oder erkrankter Gewebelocus, insbesondere, einer der durch chirurgische
Mittel weiter angegriffen wurde, eine morphogenetisch permissive
Umgebung bereit. Eine systemische Bereitstellung eines OP-1 Morphogen-Analogs
kann für
bestimmte Anwendungen (beispielsweise bei der Behandlung von Osteoporose
und anderen Erkrankungen des Umgestaltungszyklus des Knochens) ausreichend sein.
-
Unter
bestimmten Umständen,
insbesondere, bei denen eine Gewebeschädigung großflächig beziehungsweise ausgedehnt
ist, kann das Gewebe nicht dazu fähig sein eine ausreichende
Matrix für
einen Zellinflux und eine Vermehrung bereitstellen zu können. In
diesen Fällen
kann es erforderlich sein durch das OP-1 Morphogen-Analog stimulierte
Vorläuferzellen,
dem Gewebelocus in Assoziation mit einem geeigneten biologisch verträglichen,
formulierten Matrix bereitzustellen, die durch irgendeines der nachfolgend
beschriebenen Mittel hergestellt wird. Die Matrix ist vorzugsweise
in vivo biologisch abbaubar. Die Matrix kann ebenfalls gewebespezifisch
sein und/oder poröse
Teilchen mit Dimensionen innerhalb des Bereichs von 70-850 μm, am meisten
bevorzugt 150-420 μm,
umfassen.
-
Ein
OP-1 Morphogen-Analog kann ebenfalls dazu verwendet werden eine
durch eine Immun/Entzündungsantwort
vermittelte Gewebeschädigung
und Narbengewebebildung anschließend an eine Verletzung verhindern
oder im Wesentlichen hemmen zu können.
Ein Op-1 Morphogen-Analog kann einem neuerlich verletzten Gewebelocus
bereitgestellt werden, um an dem Locus eine Gewebemorphogenese zu
induzieren, was die Aggregation von wandernden Fibroblasten in nicht
differenziertes Bindegewebe verhindern kann. Vorzugsweise kann das
OP-1 Morphogen-Analog als eine sterile pharmazeutische Präparation
bereitgestellt werden, die innerhalb von fünf Stunden der Verletzung in
den Gewebelocus injiziert wird. Ist eine Immun/Entzündungsantwort
nicht zu vermeiden oder absichtlich als Teil von, beispielsweise,
einer chirurgischen oder anderen aggressiven klinischen Therapie,
induziert, kann ein OP-1 Morphogen-Analog, vorzugsweise dem Patienten
vorbeugend vor oder gleichzeitig mit der Therapie bereitgestellt
werden.
-
Nachfolgend
wird ein Protokoll zum Aufzeigen beschrieben, ob ein OP-1 Morphogen-Analog im Knochen
eine Gewebemorphogenese induziert.
-
(1) OP-1 Morphogen-Analog induziert eine
Knochenmorphogenese
-
Ein
besonders nützliches
Modellsystem des Säugetiergewebes
zum Darstellen und Evaluieren der morphogenetischen Aktivität eines
Morphogen-Analogs besteht in dem endochondralen Knochengewebemorphogenesemodell,
das im Stand der Technik und beispielsweise in dem
US-P-4,968,590 beschrieben
ist. Die Fähigkeit
eine endochondrale Knochenbildung zu induzieren, umfasst die Fähigkeit
eine Vermehrung und Differenzierung von Vorläuferzellen in Chondroblasten
und Osteoblasten zu induzieren, die Fähigkeit eine Knorpelmatrixbildung,
eine Knorpelkalzifizierung und einen Knochenumbau zu induzieren
und die Fähigkeit
eine Bildung einer geeigneten vaskulären Versorgung und eine hämatopoietische
Knochenmarksdifferenzierung zu induzieren.
-
Die
lokale Umgebung, in der das morphogene Material angeordnet wird,
ist für
die Gewebemorphogenese wichtig. Wie hier verwendet, wird "lokale Umgebung" so verstanden, dass
sie die strukturelle Gewebematrix und die das Gewebe umgebende Umgebung
umfasst. Beispielsweise erfordern die durch Morphogene stimulierten
Zellen zusätzlich
zu dem Erfordernis eines geeigneten Ankersubstrats für die Vermehrung
Signale, um deren gewebespezifische Differenzierung zu leiten. Diese
Signale sind für
verschiedene Gewebe unterschiedlich und können Zelloberflächenmarker
umfassen. Außerdem
erfordert die Vaskularisierung eines neuen Gewebes eine lokale Umgebung,
die die Vaskularisierung unterstützt.
-
Das
Nachfolgende wird verschiedene Verfahren darlegen, um von OP-1 Morphogen-Analogen und OP-1
Morphogen-Analog beinhaltenden Zusammensetzungen die morphogene
Nützlichkeit
in vivo zu beurteilen. Die Zusammensetzungen können injiziert oder in einen
Säuger
chirurgisch implantiert werden, wobei einer beliebigen Anzahl von
im Stand der Technik wohl bekannten Verfahren gefolgt werden kann.
Beispielsweise können
chirurgische Implantatiosassays ausgeführt werden, die im Wesentlichen
dem Verfahren von Sampath et a1., (1983) Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 80:6591-6595 und
US-P-4,968,590 folgen.
-
Es
wird eine histologische Aufteilung beziehungsweise Schnittdarstellung
und Färbung
bevorzugt, um das Ausmaß einer
Morphogenese in vivo zu bestimmen, insbesondere bei Verfahren der
Gewebereparatur. Ausgeschnittene Implantate werden in Bouins-Lösung fixiert,
eingebettet in Paraffin und in 6-8 μm Schnitte geschnitten. Eine
Färbung
mit Toluidin-Blau oder Hämatoxilin/Eosin
zeigt deutlich die ultimative Entwicklung des neuen Gewebes. Zwölf-Tage-Implantate
sind gewöhnlich
ausreichend, um zu bestimmen, ob die Implantate neu induziertes
Gewebe beinhalten.
-
Erfolgreiche
Implantate zeigen eine kontrollierte Entwicklung beziehungsweise
Folge durch die Stadien einer induzierten Gewebeentwicklung, die
einem gestattet die sich ereignenden gewebespezifischen Ereignisse
zu identifizieren und zu folgen. Beispielsweise, bei der endochondrialen
Knochenbildung umfassen die Stadien: (1) Leukozyten an Tag eins,
(2) mesenchymale Zellwanderung und Vermehrung an Tagen zwei und drei,
(3) Chondrozyten-Erscheinung
beziehungsweise -Auftreten an Tagen fünf und sechs, (4) Bildung einer Knorpelmatrix
an Tag sieben, (5) Knorpelkalzifizierung an Tag acht, (6) vaskuläre Invasion,
Auftreten von Osteoblasten und Bildung von neuem Knochen an Tagen
neun und zehn, (7) Auftreten von Osteoklastenzellen und der Beginn
des Knochenumbaus und Auflösung
der implantierten Matrix an Tagen zwölf bis achtzehn, und (8) hämatopoietische
Knochenmarksdifferenzierung in den erhaltenen Knöchelchen an Tag einundzwanzig.
-
Zusätzlich zu
einer histologischen Beurteilung können biologische Marker als
Marker für
eine Gewebemorphogenese verwendet werden. Nützliche Marker umfassen gewebespezifische
Enzyme, deren Aktivitäten
nach Homogenisierung des Implantats getestet (beispielsweise spektrophotometrisch)
werden können. Diese
Assays können
zur Quantifizierung nützlich
sein und um schnell eine Beurteilung der Gewebebildung zu erhalten,
nachdem die Implantate aus dem Tier entfernt wurden. Beispielsweise
kann die alkalische Phosphataseaktivität als ein Marker für die Osteogenese
verwendet werden.
-
Dem
Einbau von systemisch bereitgestelltem OP-1-Morphogen-Analog kann
unter Verwendung markierten Proteins (beispielsweise radioaktiv
markiert) verfolgt und dessen Lokalisation in dem neuen Gewebe bestimmt,
und/oder dessen Auftreten von dem zirkulatorischen System unter
Verwendung eines standardisierten Protokolls und Pulse-Chase-Verfahren überwacht
werden. Ein OP-1 Morphogen-Analog kann ebenfalls mit einem gewebespezifischen
molekularen Etikett beziehungsweise Tag versehen sein, dessen Aufnahme überwacht
und mit der bereitgestellten Konzentration des OP-1-Morphogen-Analogs korreliert
werden kann. Beispielhaft führt
eine Eierstockentfernung in weiblichen Ratten zu einer verringerten
alkalischen Phosphataseaktivität,
wodurch die Ratten gegenüber Osteoporose
(wie in Beispiel E beschrieben) prädisponiert sind. Falls den
weiblichen Ratten nun OP-1-Morphogen-Analog bereitgestellt wird,
dann kann eine Verringerung der systemischen Calciumkonzentration
beobachtet werden, die mit der Anwesenheit des bereitgestellten
OP-1-Morphogen-Analogs korreliert wird, wobei was erwartet wird,
dass es mit erhöhter
alkalische Phosphataseaktivität einhergeht.
-
Beispiel 2 (vergleichend). Verstärkung der
Löslichkeit
von einem HOP-1-Dimer (lediglich für Erläuterungszwecke)
-
Wie
in Abschnitt V.A.(ii) Supra beschrieben, wird vorgesehen, dass die
Löslichkeit
des hOP-1-Dimers durch
ein Ersetzen von hydrophoben Aminosäureresten mit mehr polaren
oder hydrophilen Aminosäureresten erhöht werden
kann, die an der Lösungsmittel
zugänglichen
Oberfläche
von dem hOIP-1-Dimer lokalisiert sind. Dieses Beispiel stellt eine
Beschreibung eines derartigen Ansatzes bereit.
-
Wie
in Ozkaynak et al., (1990) supra, beschrieben, wird ein Sma I-Bam
HI Fragment der menschlichen OP-1 cDNA in einen Vektor kloniert,
um ein Plasmid zu erzeugen, das ähnlich
dem in
PCT/US94/12063 pW24 genannten
Plasmid ist, deren Offenbarung hier durch Bezugnahme aufgenommen
ist. Das pW24-Plasmid beinhaltet OP-1 cDNA, die unter der Transkriptionskontrolle
des CMV (Zytomegalie-Virus) unmittelbar frühen Promotors steht. Der gewählte Marker
auf pW24 ist ein Neomycingen, das eine Resistenz gegenüber dem
zytostatischen Arzneimittel G418 bereitstellt. Bei dem pW24-Plasmid
wird ebenfalls ein Ursprung der Replikation (ori) von SV40 verwendet.
Es wird der frühe
SV40 Promotor verwendet, um die Transkription des Markergens, Neomycin,
anzutreiben.
-
Anschließend wird
durch ortsspezifisch gerichtete Mutagenese das Alanin an Position
63 zu einem Serin mutiert, indem beispielsweise synthetische Oligonukleotide
und entweder PCR oder die ortsspezifisch gerichteten Mutageneseverfahren
verwendet werden. Siehe beispielsweise Kunkel et al., (1985) Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 822:488, Kunkel et al., (1985) Meth. Enzymol.
154:367 und
US-P-4,873,192 .
Die erhaltene Mutation wird durch Didesoxy-Sequenzierung bestätigt.
-
Es
wurden zwei zusätzliche
Vektoren entwickelt, die bei einem Dreifach-Transfektionsverfahren
zusammen mit pW24 verwendet werden, um eine OP-1-Expression zu erhöhen. Einer
der Vektoren verwendet das E1A-Gen des Adenovirus unter dem VA1-Gen
als Translationsstimulation für
das Gen DHFR-Gen. Bei dem anderen Vektor wird das E1A-Gen unter
der Kontrolle des Thymidinkinase-Promotors als einen trans-aktivierender
Transkriptionsaktivator verwendet. Beide zusätzliche Vektoren, bekannt als
pH1130 und pH1176, als auch bevorzugte Transfektions- und Durchmusterungsverfahren
werden in der
PCT/US94/12063 beschrieben.
-
Kurz,
Dreifach-Transfektionen werden unter Verwendung des Calcium-Phosphat-Co-Präzipitations-Verfahrens
ausgeführt.
CHO-Zellen werden in αMEM
kultiviert, das 5 % oder 10 % fötales
Rinderserum (FBS), nicht essentielle Aminosäuren, Glutamin und Antibiotika,
Penicillin und Streptomycin beinhaltet. Es werden stabile Transfektionen
an Zelllinien ausgeführt,
indem 1-2×106 Zellen in einer 9 cm Petrischale ausgesät werden.
Nach einer Inkubationszeit von bis zu 24 Stunden, wird jede Petrischale
mit 10-30 μg
gesamter Vektor-DNA
in äquimolaren
Mengen durch die Calcium-Phosphat-Co-Präzipitation, gefolgt durch einen
Glycerol-Lagerhaltung nach Standardverfahren. Die Zellen werden
bei 37°C
in Wachstumsmedium für
24 Stunden inkubiert, anschließend
in Selektionsmedium überführt. Alle
Kulturen werden ein oder zweimal wöchentlich mit frischem Selektionsmedium
gefüttert.
Nach 10-21 Tagen werden resistente Kolonien gepickt und auf eine
Proteinproduktion getestet.
-
Ungefär 30 individuelle
Klone wurden gewählt,
in eine 24-Loch-Petrischale überführt und
konnten in einem Serum enthaltenden Medium bis zur Konfluenz wachsen.
Das konditionierte Medium von allen überlebenden Klonen wird unter
Verwendung eines Standard-ELISA (Enzymimmuntest) oder Western-Blot
auf eine Proteinproduktion durchmustert. Die Methodologien für diese
Assayprotokolle als auch zum Erzeugen von Antikörpern, um in diesen Assays
verwendet zu werden, sind im Stand der Technik (siehe beispielsweise
Ausubel, supra) gut beschrieben.
-
Unter
derartigen Bedingungen wirken die VA1- und E1A-Gene gewöhnlich synergistisch, um
eine OP-1 Expression in nicht vermehrten transformierten CHO-Zellen
zu erhöhen.
Test-Zelllinien,
die durch das Durchmusterungsprotokoll identifiziert wurden, werden
dann auf 100 mm Petrischalen mit einer Zelldichte von entweder 50
oder 100 Zellen pro Platte und mit einer höheren Arzneimittelkonzentration
(beispielsweise 10 μm)
ausgesät.
-
Nach
10-21 Tagen des Wachstums werden die Klone unter Verwendung von
Klonierungszylindern und Standardverfahren isoliert, und in 24-Lochplatten
kultiviert. Anschließend
werden die Klone durch Western-Immoblots unter Verwendung von Standardverfahren
auf eine OP-1 Expression durchmustert, wobei die OP-1-Expressionsspiegel
mit den Elternlinien verglichen wurden. Testzellen, die eine höhere Proteinproduktion
als Zellen von Elternlinien zeigen, werden dann ersetzt und in der
Anwesenheit einer immer noch höheren Arzneimittelkonzentration
(beispielsweise 5-20 μm)
gezüchtet.
Allgemein sind nicht mehr als 2-3 Runden dieser "Vermehrungs"-Klonierungsschritte erforderlich, um
Zelllinien mit höherer
Proteinproduktion zu erzielen. Nützliche
stark produzierende Zelllinien können
weiter subkloniert werden, um eine Homogenität von Zelllinien und eine Produktstabilität zu verbessern.
-
Ein
gegenwärtig
bevorzugtes Verfahren einer großtechnischen
Proteinproduktion, beispielsweise mindestens 2 Liter, besteht in
einer Suspensionskultur der Wirtszellen, Ovarialzellen des chinesischen
Hamsters (CHO). CHO-Zellen bevorzugen eine Anheftung, wobei sie
jedoch dazu angepasst werden können
in Kultur im Suspensionsmodus zu wachsen. Die Zellen werden mit
einer Trypsinbehandlung von der Kulturschale gelöst, in Wachstumsmedium überführt, das
10 % FBS beinhaltet und vollständig
suspendiert, um eine Einzelzellsuspension zu erzeugen. Die Einzelzellsuspension
wird in eine Spinner-Flasche eingefügt und in einem befeuchteten
Inkubator bei 37°C,
95 % Luft, 5 % CO2 angeordnet. Über einen
Zeitraum werden die Zellen in Medium mit abnehmenden Serumkonzentrationen
subkultiviert.
-
Insbesondere
werden die angepassten Zellen in eine 3L Spinner-Flasche mit einer
anfänglichen
Dichte lebender Zellen von ungefähr
2×105 Zellen/ml eingefügt. Das bevorzugte Kulturmedium
ist DMEM/F-12 (1:1) (Gibco, New York), das mit 2 % FBS ergänzt war,
wobei eine Bewegung beziehungsweise Agitation von ungefähr 50-60
Upm, mit einem Schaufellaufrad, bevorzugt ist. Nach 7 Tagen wurden
die Kulturmedien geerntet, bei 1500 Upm zentrifugiert und die geklärten konditionierten
Medien wurden bei 4°C
gelagert.
-
Ein
repräsentatives
Reinigungsschema zum Reinigen vom rekombinaritem morphogenem Protein schließt drei
Chromatographieschritte (S-Sepharose, Phenyl-Sepharose und C-18
HPLC) ein und wird in der
PCT/US94/12063 beschrieben.
Kulturmedien, die Morphogen-Analog
beinhalten, werden auf 6 M Harnstoff, 0,05 M NaCl, 13 mM Hepes,
pH-Wert 7,0 verdünnt
und auf eine S-Sepharose-Säule
geladen, die als ein starker Kationenaustauscher wirkt. Die Säule wird
anschließend
mit zwei Salz-Flutionen entwickelt. Bei der ersten Flution wird
eine Lösung
verwendet, die 0,1 M NaCl beinhaltet, wobei bei der zweiten Flution
ein Puffer verwendet wird, der 6 M Harnstoff, 0,3 M NaCl, 20 mM
Hepes, pH-Wert 7,0 beinhaltet.
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Es
wird Ammoniumsulfat zu der 0,3 M NaCl-Fraktion gegeben, um eine
Lösung
zu erhalten, die 6 M Harnstoff, 1 M (NH4)2SO4, 0,3 M NaCl,
20 mM Hepes, pH-Wert 7,0, beinhaltet. Anschließend wird die Probe in der
Gegenwart von 1 M (NH4)2SO4 auf die Phenyl-Sepharose-Säule geladen. Anschließend wird
die Säule
mit zwei Elutionsschritten entwickelt, bei denen abnehmende Konzentrationen
von Ammoniumsulfat verwendet werden. Bei der ersten Flution wird
0,6M (NH4)2SO4 verwendet und bei der zweiten Flution wird
ein Puffer mit 6 M Harnstoff, 0,3 M NaCl, 20 mM Hepes, pH-Wert 7,0
verwendet. Das von der zweiten Flution geerntete Material wird gegen
Wasser dialysiert, gefolgt durch 30 % Acetonitril (0,1 % TFA), und
wird dann auf eine C-18 Umkehrphasen-HPLC-Säule aufgetragen.
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Die
erhöhte
Löslichkeit
des erhaltenen Morphogen-Analogs wird durch Vergleichen des Verteilungskoeffizienten
des Ala 63 > Ser 63
Muteins gegen das Wildtyp hOP-1-Dimer erfasst. Es wird erwartet,
dass das Ala 63 > Ser
63 Mutein eine höhere
Löslichkeit
aufweist als das native hOP-1. Es wird erwartet, dass zusätzliche
Muteine mit mehreren hydrophoben zu hydrophilien Substitutionen
erzeugt und unter Verwendung der in diesem Beispiel beschriebenen
Protokolle charakterisiert werden können. Die biologische Aktivität der erhaltenen
Morphogen-Analoge kann unter Verwendung eines oder mehrerer der
in Beispiel 1 beschriebenen Aktivitäts-Assays für OP-1 bestimmt werden.
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Beispiel 3 (vergleichend). Biologische
Aktivität
von Finger 1-, Finger 2- und Fersen-Peptiden (lediglich für Erläuterungszwecke)
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Die
auf hOP-1 basierenden Peptide, die in diesem Beispiel beschrieben
werden, wurden vorher hergestellt und charakterisiert, um die dreidimensionale
Struktur von hOP-1 zu bestimmen. Diese Peptide wirken entweder agonistisch
oder antagonistisch auf die biologische Aktivität von hOP-1. Es wird erwartet,
dass weitere Veredelungen, die auf der Kristallstruktur von hOP-1
basieren, beispielsweise die Wahl von mehr geeigneten Stellen zum
Zyklisieren von Peptiden, was das Peptid in einer Konformation ein-/beschränkt, die
die Form der entsprechenden Region in hOP-1 näher nachahmt, dazu verwendet
werden, um die agonistischen oder antagonistischen Eigenschaften
derartiger auf hOP-1 basierenden Peptiden zu erhöhen.
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Alle
in den folgenden Experimenten verwendeten Peptide als auch deren
Beziehungen zu der reifen hOP-1 Aminosäuresequenz werden in 12 gezeigt. Die auf Finger-1 basierenden Peptide
werden als F1-2 bezeichnet, die auf der Ferse basierende Peptide
werden als H-1, H-n2
und H-c2 bezeichnet, wobei die auf Finger-2 basierenden Peptide
als F2-2, und F2-3 bezeichnet werden. Mögliche Intra-Peptid-Disulfidverbindungen
werden für
jedes Peptid gezeigt. Alle Peptide wurden an einem Standard-Peptidsynthesizer
gemäß den Anweisungen
des Herstellers synthetisiert. Die Peptide wurden entschützt, durch
Oxidation zyklisiert und anschließend vor einer Verwendung von
einem Harz gespalten.
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In
einer ersten Reihe von Experimenten wurden zunehmende Konzentrationen
der Peptide F2-2 (
13A), F2-3 (
13B), Hn-2 (
13C)
und Hc-2 (
13D) zu ROS-Zellen entweder
alleine oder in Kombination mit 40,0 ng/ml von löslichem OP-1 (gefüllte Balken)
gegeben und wobei deren Wirkung auf die alkalische Phosphataseaktivität erfasst
wurde. Lösliches
OP-1 ist die Form von OP-1, in der die Pro-Domäne immer noch an dem reifen
Protein von OP-1 (siehe
WO94/03600 )
angefügt
vorliegt. Eine basale Aktivität
von alkalischer Phosphatase wird durch die Linie angezeigt und stellt
die alkalische Phosphataseaktivität von Zellen dar, die in der
Abwesenheit von sowohl löslichem
OP-1 als auch Peptid inkubiert wurden.
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In 13A scheint das Peptid F2-2 bei einer Konzentration
von ungefähr
60 μM den
basalen alkalischen Phosphataseaktivitätsgrad zu verdoppeln, wobei
in der Anwesenheit von löslichem
OP-1 die Aktivität der
alkalischen Phosphatase um ungefähr
20 % relativ zu löslichem
OP-1 alleine ansteigt. In 13B scheint das
Peptid F2-3 bei einer Konzentration von ungefähr 0,01 μM den basalen Aktivitätsgrad der
alkalischen Phosphatase zu erhöhen
und wobei die Anwesenheit von löslichem
OP-1 die Aktivität
der alkalischen Phosphatase um ungefähr 20 % relativ zu löslichem
OP-1 alleine erhöht.
Dementsprechend erscheinen beide Peptide F2-2 und F2-3 in dem alkalische
Phosphataseassay als schwache OP-1 Agonisten zu wirken.
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In 13C zeigt das Peptid H-n2 entweder alleine oder
in Kombination mit löslichem
OP-1 einen geringen oder keinen Effekt auf die alkalische Phosphataseaktivität. In 13D erscheint das Peptid H-c2 bei Konzentrationen
größer als
ungefähr
5 μM die
Aktivität
von löslichem
OP-1 zu antagonisieren.
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In
einer zweiten Reihe von Experimenten wurde die Fähigkeit von nicht markiertem
löslichem
OP-1 und nicht markierten Peptiden F1-2, F2-2, F2-3, H-n2 und H-c2
erfasst das mit 125I markierte lösliche OP-1
von ROS-Zellmembranen zu verdrängen.
Die Aktivitäten
der Peptide F2-2 und F2-3 relativ zu löslichem OP-1 werden in 14A gezeigt und die Aktivitäten der Peptide F1-2, H-n2
und H-c2 relativ zu löslichem
OP-1 werden in 14B gezeigt. Plasmamembranen
von ROS-Zellen, die mit OP-1-Rezeptoren angereichert waren, wurden
für 20
Std. bei 4°C
mit 125I markiertem Rislichem OP-1 und nicht
markiertem Peptid inkubiert. Mit Rezeptor gebundenes Material wurde
von nicht-gebundenem Material durch Zentrifugation bei 39,500xg
abgetrennt. Das erhaltene Pellet wurde geerntet und mit 50 mM Hepes-Puffer,
pH-Wert 7,4 beinhaltend 5 mM MgCl2 und 1
mM CaCl2, gewaschen. Die im Pellet zurückgehaltene
Radioaktivität
wurde durch einen Gammazähler
bestimmt.
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In 14A konkurriert das lösliche Peptid F2-2 (gefüllte Kreise)
mit löslichem
OP-1 mit einer wirksamen Dosis50 (ED50) von ungeführ 1 μM, wobei es jedoch lösliches
OP-1 nicht vollständig
verdrängen
kann ED50 stellt die Konzentration von Peptid
dar, um eine halb-maximale
Verdrängung
von markiertem löslichem
OP-1 zu erzeugen. Das Peptid F2-3 (gefüllte Dreiecke) konkurriert
mit und kann lösliches
OP-1 mit einer ED50 von ungefähr 5 μM vollständig verdrängen. In 14B scheinen alle, Peptid F1-2 (gefüllte Kasten),
Peptid H-n2 (offene Diamanten) und Peptid H-c2 (offene Kreise) eine
geringe oder keine Fähigkeit
zu zeigen iodiniertes lösliches
OP-1 von ROS-Zellmembranen zu verdrängen.
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Obwohl
die Peptidexperimente vielversprechend erscheinen, wird vorgesehen,
dass eine Auflösung der
hOP-1-Struktur dem Fachmann ermöglicht,
beschränkte
Peptide zu gestalten, die die Rezeptorbindungsdomänen von
menschlichem OP-1 näher
beziehungsweise stärker
nachahmen und die eine hOP-1 vermittelte biologische Wirkung wirksamer
agonisieren oder antagonisieren.
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Beispiel 4. Beseitigung einer Bindungsstelle
an der Oberfläche
von OP-1
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Ein
eine Protease aufkehrendes beziehungsweise beseitigendes Protein, α-2 Makroglobulin,
von dem bekannt ist, dass es im Serum Proteine bindet und sie zur
Ausscheidung aus dem Körper
zur Niere zielrichtet. Wie hier beschrieben, wurden α-2's-Interaktionsstellen
an dem OP-1 Protein kartiert. Dementsprechend kann unter Verwendung
der hier bereitgestellten Datenbanken und strukturellen Information
ein Analog von OP-1 gestaltet werden, das ein oder mehrere α-2-Makroglobulin
Interaktionsstellen beseitigt und ein Analog bereitstellen, das
eine erhöhte
biologische Verfügbarkeit
in dem Körper
aufweist. Diese gleiche Strategie kann zur Identifizierung und/oder
Beseitigung von Interaktionsstellen für andere Bindungsproteine an
der OP-1-Oberfläche
angewendet werden.
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A. Identifizieren von α-2 Makroglobulin-Bindungsstellen
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Es
wurde festgestellt, dass OP-1 in einem Standard-Konkurrenz-Bindungsassay,
unter Verwendung von immobilisiertem, im Handel erhältlichen α-2-Makroglobulin
und markiertem und nicht markiertem OP-1-Protein spezifisch wechselwirkt.
Verkürztes
reifes OP-1, worin die ersten 22 Aminosäuren von der reifen Form von
OP-1 in einem standardisierten Trypsinverdau abgespalten wurden,
band α-2
mit einer 10-fach geringeren Affinität, was anzeigt, dass der N-terminale
Bereich des reifen Proteins an der Bindung beteiligt ist. Dieser
N-terminale Bereich des Proteins, der nicht Teil der Proteinstruktur
ist, liegt positiv geladen vor und ist in Lösung wahrscheinlich hoch flexibel.
Beseitigung dieser Sequenz beeinflusst die OP-1-Aktivität nicht.
Zwei zyklisierte Peptide der gesamten oder eines Teilbereichs der
Fersenregion, H-n2 und H1 (Cys7l-Pro102, worin Pro102 zu
einem Cystein verändert
wurde, um eine Disulfidbindung zwischen den zwei Cysteinen zu gestatten) konkurrieren
ebenfalls um Bindung, während
die Peptide zu den Fingerregionen (F2-2, F2-3) nicht konkurrieren.
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Es
wurde festgestellt, dass α-2-Makroglobulin
die Fähigkeit
von OP-1 die alkalische Phosphataseaktivität in einem ROS-Zellassay zu
stimulieren nicht beeinflusst wird. Dementsprechend scheint eine α-2 Makroglobulinbindung
die OP-1 Rezeptorbindung nicht sterisch zu hemmen.
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B. Gestaltung eines modifizierten OP-1-Analogs
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