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Hintergrund
der Erfindung
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Die
Protein-Tyrosinphosphatase (PTP) Familie der Enzyme besteht aus
mehr als 500 strukturell unterschiedlichen Proteinen, die gemeinsam
die hoch konservierte, 250 Aminosäuren umfassende katalytische PTP-Domäne aufweisen,
wobei jedoch beträchtliche
Unterschiede in ihren nicht-katalytischen Segmenten (Charbonneau
and Tonks, Annu. Rev. Cell Biol. 8 (1992), 463–493; Tonks, Semin. Cell Biol.
4 (1993), 373–453) auftreten.
Diese strukturelle Vielfalt reflektiert wahrscheinlich die Vielfalt
der physiologischen Aufgaben, beziehungsweise Rollen einzelner Mitglieder
der PTP-Familien, von denen in bestimmten Fällen gezeigt werden konnte,
dass sie beim Wachstum, der Entwicklung und der Differenzierung
spezifische Funktionen aufweisen (Desai et al., Cell 84 (1996),
599–609;
Kishihara et al., Cell 74 (1993), 143–156; Perkins et al., Cell
70 36 (1992), 225-2; Pingel and Thomas, Cell 58 (1989), 1055–1065; Schultz
et al., Cell 73 (1993), 1445–1454).
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Obwohl
unlängst
mit Untersuchungen weiter umfangreiche Information hinsichtlich
der Struktur, Expression und Regulation von PTPs erlangt wurden,
bleibt die Beschaffenheit der am Tyrosin phosphorylierten Substrate,
durch welche die PTPs ihre Wirkung ausüben/ausführen, zu bestimmen. Untersuchungen
mit einer begrenzten Anzahl an synthetischen Phosphopeptid-Substraten
zeigten bei der Substratselektivität unterschiedlicher PTPs gewisse
Unterschiede (Cho et al., Protein Sci. 2 (1993), 977–984; Dechert
et al., Eur. J. Biochem. 231 (1995), 673–681), wobei sie Präferenzen
für bestimmte
Aminosäurereste
an besonderen Positionen um den phosphorylierten Tyrosinrest zeigten
(Ruzzene et al., Eur. J. Biochem. 211 (1993), 289–295; Zhang
et al., Biochemistry 33 (1994), 2285–2290). Dies weist daraufhin,
dass PTPs in vitro einen bestimmten Grad an Substratselektivität zeigen,
obwohl die physiologische Relevanz der verwendeten Substrate in
diesen Untersuchungen unklar ist.
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In
Protein Science, Vol, No.1 Jan 1996, 5–12 wird offenbart, dass an
dem Reaktionsmechanismus von Protein-Tyrosinphosphatasen (PTPasen)
und doppelt spezifischen Protein phosphatasen wahrscheinlich ein katalytischer
Asparaginsäurerest
beteiligt ist. Die Asparaginsäure
383 wird unter Verwendung von Sequenzangleichung, struktureller
Information und ortsspezifischer Mutagenese als ein möglicher
Kandidat für
die katalytische Säure
in der Cdc25A Proteinphosphatase des Menschen, beschrieben. Eine
D383N Mutante zeigte eine 150-fach Verringerung in Kcat,
mit einem mehr als verdoppelten Km. Unter
Verwendung einer Analyse mit Sequenz-Homologien, die auf der Ausrichtung
katalytischer Reste und sekundärer
Strukturelemente basierte, wird ein dreidimensionales Modell der
Cdc25-Kernregion
präsentiert
wobei eine allgemeiner Aufbau der Proteinphosphatase-Kernregion
vorgeschlagen wird, die das Schleifenmotiv HCXXXXXR der aktiven
Stelle und den katalytischen Asparaginsäurerest umfasst.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Substratspezifität
von Protein-Tyrosinphosphatasen (PTPs) wurde, wie hier beschrieben,
unter Verwendung eines neuen Substrat-Binde-/-Einfang-Versuchs/-Ansatzes
untersucht, bei dem mutierte oder veränderte Formen der menschlichen
PTPs, die ebenfalls als Substrat-bindende PTPs bezeichnet werden, verwendet
wurden, um ein oder mehrere Substrate der PTP zu binden (einzufangen).
Bindung der Substrat-bindenden PTP mit einem Substrat der PTP führte zu
der Bildung eines Komplexes, der einfach beobachtet, und falls erwünscht, isoliert
und charakterisiert werden kann. Die mutierten Formen der PTPs weisen
im Vergleich zu der Wildtyp-PTP eine attenuierte katalytische Aktivität auf (fehlende
katalytische Aktivität
oder verringerte katalytische Aktivität), wobei sie jedoch die Fähigkeit
beibehalten, am Tyrosin phosphoryliertes Substrat(e) der Wildtyp-PTP
zu binden.
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Die
erfindungsgemäßen Verfahren
werden speziell hier in Bezug auf die Phosphatasen PTP1B und PTP-PEST
beispielhaft dargestellt, wobei jedoch klar sein sollte, dass die
Erfindung nicht auf diese spezifischen PTPs beschränkt ist,
sondern bei allen Mitgliedern der PTP-Familie eingesetzt werden
kann. Um mögliche
Substrate von PTP1B und PTP-PEST zu identifizieren, wurden mutierte
(d.h. veränderte
oder Substrat-bindende) Formen von PTP1B und PTP-PEST erzeugt, deren
katalytische Wirkung verringert war, wobei sie jedoch die Fähigkeit
zur Substratbindung beibehielten. Diese PTP-Mutanten assoziierten
sich in stabilen Komplexen mit Proteinen, die durch Immunblotting
als p210 bcr:abl beziehungsweise p130cas identifiziert
wurden. Diese Assoziationen wurden in Lysaten einiger Zelllinien
und in transfizierten COS-Zellen beobachtet, was darauf hinweist,
dass p210 bcr:abl und p130cas die hauptsächlich physiologisch
relevanten Substrate für PTP1B
und PTP-PEST darstellen. Diese Ergebnisse liefern die erste Darstellung
von PTPs, die in vivo eine inhärent
begrenzte Substratspezifität
aufweisen. Die zur Identifizierung von p210 bcr:abl und p130cas als spezifische Substrate für PTP1B
beziehungsweise PTP-PEST verwendeten Verfahren, sind allgemein auf
alle Mitglieder der PTP-Familie anwendbar, von denen gegenwärtig ungefähr 500 beschrieben
wurden und dazu verwendet werden können, die physiologioschen
Substrate anderer Mitgliedern der PTP-Familie zu bestimmen.
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Eine
Ausführungsform
betrifft neue PTP-Mutanten, in denen der invariante Aspartatrest
durch eine Aminosäure
ersetzt wurde, die keine signifikante Änderung des Km des
Enzyms hervorruft, die jedoch zu einer Verringerung im Kcat auf weniger als 1 pro Minute (weniger
als 1 min–1)
führt.
Diese PTPs behalten die Fähigkeit bei,
mit deren am Tyrosin phosphorylierten Substraten einen Komplex zu
bilden oder daran zu binden, wobei sie jedoch katalytisch geschwächt sind.
In einer Ausführungsform
betrifft die Erfindung die Phosphatase PTP1B, in der der invariante
Aspartatrest bei Position 181 durch Alanin (D181A) ersetzt ist.
In einer anderen Ausführungsform
betrifft die Erfindung die Phosphatase PTP-PEST, in der der invariante Aspartatrest
bei Position 199 mit einem Alanin (D199A) ersetzt wurde. Eine andere
Ausführungsform
der Erfindung betrifft eine PTP-PEST Phosphatase, in der der Cysteinrest
bei Position 231 mit einem Serin (C231S) ersetzt wurde. Die Erfindung
betrifft ebenfalls andere Mutanten oder Substrat einfangende (substrate
trapping) PTPs, in denen der invariante Aspartatrest durch einen
anderen Aminosäurerest
ersetzt ist oder dazu verändert
wird, wie beispielsweise Alanin. Der invariante Aspartatrest kann
in anderen PTPs durch Ausrichtung der PTP-Nukleotidsequenz mit der
Nukleotidsequenz einer PTP identifiziert werden, für die die
Stelle des invarianten Aspartatrestes bekannt ist.
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Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Identifizieren eines
am Tyrosin phosphorylierten Substrats eines Tyrosinphosphatase-Proteins.
Gemäß einer
erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird ein am Tyrosin phosphoryliertes Protein von Interesse mit einer
oder mehreren PTP(s) kombiniert, in denen der invariante Aspartatrest
durch eine Aminosäure
ersetzt wurde, die keine signifikante Änderung des Km des
Enzyms hervorruft, jedoch zu einer Verringerung beim Kcat auf
weniger als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1)
führt,
wobei die Anwesenheit oder Abwesenheit eines Komplexes zwischen
dem Protein und den PTP(s) bestimmt wird. Eine Anwesenheit eines
Komplexes in der Kombination zeigt an, dass das am Tyrosin phosphorylierte
Protein ein Substrat der PTP ist. Die PTP DA-Mutante bildet mit
deren Substrat einen Komplex oder bindet daran, wobei dieses jedoch
nicht dephosphoryliert wird (oder führt dies sehr langsam aus),
wodurch der Komplex zu verzeichnen ist und wahlweise isoliert und
identifiziert werden kann. In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung wird der invariante Aspartatrest durch einen Alaninrest
(eine PTP DA Mutation oder Änderung)
ersetzt.
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In
einer alternativen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird eine PTP von Interesse, in der der
invariante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt wird, die keine
signifikante Änderung
des Km des Enzyms bewirt, die jedoch zu
einer Verringerung im Kcat auf weniger als
1 pro Minute (weniger als 1 min–1)
führt, mit
einem oder mehreren am Tyrosin phosphoryliert en Proteinen kombiniert,
wobei die Anwesenheit oder Abwesenheit eines Komplexes zwischen
der Kombination anzeigt, dass das am Tyrosin phosphoryliert e Protein ein
Substrat der PTP ist. Die PTP DA-Mutante bindet oder bildet mit
deren Substrat einen Komplex, wobei es jedoch nicht dephosphoryliert
(oder es sehr langsam ausführt)
wird, wodurch der Komplex beobachtet und wahlweise isoliert und
identifiziert werden kann. In einer Ausführungsform der Erfindung wird
der invariante Aspartatrest durch einen Alaninrest (eine PTP DA-Mutante
oder Änderung)
ersetzt.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Identifizieren
eines am Tyrosin phosphorylierten Substrats eines Tyrosinphosphatase-Proteins,
wobei mehr als ein am Tyrosin phosphoryliertes Protein von Interesse
mit mehr als einer PTP von Interesse kombiniert wird, in der der
invariante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt wird, die keine
signifikante Änderung
des Km des Enzyms hervorruft, die jedoch
zu einer Verringerung im Kcat auf weniger
als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1) führt (so wird beispielsweise
der invariante Aspartatrest durch einen Alaninrest ersetzt). In
der Kombination gebildete Komplexe können isoliert und die Komponenten,
PTP und Substrat, können
identifiziert werden.
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Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Reduzierung der Aktivität eines
am Tyrosin phosphorylierten Proteins, welches umfasst, Verabreichen
an einen Säuger
einer PTP, in der der invariante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt
wurde, die keine signifikante Änderung
des Km des Enzyms hervorruft, die jedoch
zu einer Verringerung im Kcat auf weniger
als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1) (beispielsweise wird der invariante
Aspartatrest durch einen Alaninrest ersetzt) führt, und die eine Komplex mit
dem am Tyrosin phosphorylierten Protein bildet. Die PTP-Mutante
bindet an das phosphorylierte Protein ohne es zu dephosphorylieren,
wodurch die Aktivität
des Proteins gehemmt wird und dessen stromabwärts Wirkungen verringert werden.
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Die
Erfindung betrifft beispielsweise ein Verfahren zur Verringerung
der transformierenden Wirkungen von Oncogenen, die mit p130cas, einem Substrat von PTP-PEST, assoziiert
sind, umfassend, Verabreichen von Wildtyp PTP-PEST oder PTP-PEST,
in dem der invariante Aspartatrest durch einen Alaninrest ersetzt
wurde, an einen Säuger.
Wildtyp PTP-PEST bindet und dephosphoryliert p130cas,
wodurch dessen stromabwärts
Wirkungen negativ reguliert werden. DA-Mutanten von PTP-PEST binden
p130cas, wobei sie es jedoch nicht dephosphorylieren
(oder dephosphorylieren es mit einer verringerten Geschwindigkeit),
wobei das Substrat in dem Komplex mit der Substrat-fangenden Form
von PTP-PEST gefesselt ist und seine stromabwärts Wirkungen nicht ausführen kann.
In ähnlicher
Weise betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Verringern der Ausbildung
von Signal-Komplexen, die mit p130cas assoziiert
sind, insbesondere solchen Signal-Komplexen, die mitogene Wege indizieren,
welches umfasst, Verabreichen von Wildtyp PTP-PEST oder PTP-PEST,
in dem der invariante Aspartatrest durch einen Alaninrest ersetzt
wird, an einen Säuger.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls Assays zum Identifizieren
von Mitteln, die die Wechselwirkung zwischen einer PTP und deren
phosphorylierten Substrat ändern,
beispielsweise erhöhen
oder hemmen. Mittel, die durch diese Assays identifiziert wurden,
können
Agonisten (beispielsweise Mittel, die die Aktivität der PTP
fördern
oder erhöhen)
oder Antagonisten (beispielsweise Mittel, die die Aktivität der PTP
hemmen oder mindern) einer PTP-Aktivität sein. Die Mittel können eine
endogene physiologische Substanz oder natürliche oder synthetische Arzneimittel,
einschließlich
kleiner organischer Moleküle,
sein.
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Das
am Tyrosin phosphorylierte Substrat eines PTP kann durch die hier
beschriebenen Verfahren identifiziert werden. Ein Enzymaktivitäts-Assay,
bei dem die Wildtyp-PTP verwendet wird, kann in der Anwesenheit
eines zu testenden Mittels ausgeführt werden, wobei die sich
ergebende Rate einer Enzymaktivität mit der Rate einer Enzymaktivität in der
Abwesenheit des zu testenden Mittels verglichen werden kann. Eine
Verminderung der Enzymaktivität
in der Anwesenheit des zu testenden Mittels zeigt an, dass das Mittel
die Wechselwirkung zwischen der PTP und deren Substrat hemmt. Umgekehrt
zeigt eine Erhöhung
beziehungsweise Anstieg in der Enzymaktivität in der Anwesenheit des zu testenden
Mittels an, dass das Mittel die Wechselwirkung zwischen der PTP
und deren Substrat fördert/verstärkt.
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Alternativ
kann der Assay unter Verwendung der PTP-Mutanten in Anwesenheit
eines zu testenden Mittels ausgeführt werden, wobei das sich
ergebende Maß einer
Bindung der PTP-Mutanten an deren Substrat mit dem Maß einer
Bindung in der Abwesenheit des zu testenden Mittels verglichen werden
kann. Eine Verminderung des Maßes
einer Bindung in der Anwesenheit des zu testenden Mittels zeigt
an, dass das Mittel die Wechselwirkung zwischen der PTP und deren
Substrat hemmt. Dagegen zeigt ein Anstieg des Maßes einer Bindung in der Anwesenheit
des zu testenden Mittels an, dass das Mittel die Wechselwirkung
zwischen der PTP und deren Substrat fördert.
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Folglich
sind die hier beschriebenen Zusammensetzungen und Verfahren bei
der Identifizierung der am Tyrosin phosphorylierten Substrate von
Mitgliedern der PTP-Familie von Phosphatasen als auch bei der Regulierung
der Aktivität
von identifizierten Substraten nützlich.
Die hier beschriebenen Zusammensetzungen und Verfahren sind weiter
zum Identifizieren von am Tyrosin phosphorylierten Proteinen nützlich,
die auf eine bestimmte Erkrankung oder Störung bezogen sind, und auf
Verfahren zum Durchmustern für
Modulatoren, die die PTP/Substrat-Wechselwirkung zur Verwendung
bei therapeutischen Anwendungen, fördern oder hemmen.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Die 1A–1E zeigen
eine Mehrfachsequenzausrichtung der katalytischen Domänen von
PTPs (SEQ ID NO: 1-35). Eukaryotische PTPS des Zytosols und Domäne 1 von
PTPs werden in einer Gruppe, Domäne
2 der RPTPs werden in einer zweiten Gruppe und die Yersinia PTP
in einer dritten Gruppe kombiniert. Die invarianten Reste, die unter
allen drei Gruppen geteilt werden, sind in Kleinbuchstaben gezeigt.
Invariante und hoch konservierte Reste innerhalb einer Gruppe sind
kursiv beziehungsweise fett angegeben. Innerhalb der Yersinia PTP
Sequenz werden die Reste kursiv beziehungsweise fett angegeben,
die zwischen den Sequenzen der cytosolischen und RPTP-Domäne entweder
invariant oder hoch konserviert sind. Die Position der Reste von
PTP1B, die mit dem Peptid wechselwirken, werden mit einem kleinen
Pfeilkopf angezeigt, und die Reste-Numerierung am unteren Rand der
Ausrichtung entspricht der für
PTP1B.
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2 zeigt
die Vmax und Km für verschiedene
PTP1B-Mutanten auf RCML.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Die
PTP-Familie der Enzyme enthält
ein gemeinsames, evolutionär
konserviertes Segment von ungefähr
250 Aminosäuren,
das als die katalytische PTP-Domäne
bekannt ist. Innerhalb dieser konservierten Domäne befindet sich eine einzigartiges
Signatursequenzmotiv, [I/V]HCXAGXXR[S/T]G/SEQ ID NO: 36), das unter
allen PTPs invariant vorliegt. Der Cyteinrest in diesem Motiv ist
in den Mitgliedern der Familie invariant und für die Katalyse wesentlich.
Er funktioniert als ein Nukleophil, das den Phosphatrest des eintretenden
Substrates angreift. Falls der Cyteinrest durch ortsspezifische
Mutagenese zu einem Serin (CS-Mutanten) oder einem Alanin (CA-Mutanten)
verändert
wurde, dann ist die sich ergebende PTP katalytisch geschwächt, wobei sie
jedoch die Fähigkeit
beibehält,
deren Substrat in vitro zumindest zu komplexieren oder zu binden.
Diese Ergebnisse wurden in Bezug zu MKP-1, einem Mitglied der PTP-Familie
(Sun et al., Cell 75:487–493
(1993)), als auch mit anderen PTPs bestätigt. Obwohl jedoch diese CS-Mutanten
im allgemeinen Phosphotyrosyl-Substrate in vitro binden können, können in
vielen Fällen
keine derartigen Komplexe isoliert werden. Daher werden die CS-Mutanten
auf deren Anwendbarkeit beschränkt
und können
nicht dazu verwendet werden, um alle Kombinationen von PTPs und
Substraten zu isolieren.
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Es
wurden unlängst
die Kristallstrukturen von PTP1B alleine (Barford, et al. Science
263 (1994), 1397–1404)
und im Komplex mit einem ein Phosphotyrosin enthaltenden Peptid
(Jia et al., Science 268 (1995), 1754–1758) bestimmt. Diese Strukturen
zeigen 27 (Siebenundzwanzig) invariante Reste (Barford et al., 1994), von
denen einer ein Aspartatrest ist. Dieser Aspartatrest liegt invariant über den
katalytischen Domänen
der Mitglieder der PTP-Familie.
Das heißt,
falls die Aminosäuresequenzen
der Mitglieder der PTP-Familie ausgerichtet werden, dann liegt der
Aspartatrest in jedem PTP an der entsprechenden Stelle, obwohl die
Positionsnummern aufgrund der für
eine maximale Ausrichtung erforderlichen Verschiebungen (siehe die
Figur (von Barford et al., Nature Struc. Biol. 2 (1995), 1043–1053) für eine Ausrichtung
von verschiedenen PTP-Sequenzen) unterschiedlich sein können. Sequenzen,
für die
die Ausrichtung noch nicht veröffentlicht
wurde, können mit
anderen bekannten PTP-Sequenzen, beispielsweise unter Verwendung
verfügbarer
Computer-Software, wie
beispielsweise GENEWORKS, einfach ausgerichtet werden.
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Folglich
können
andere als die hier spezifisch beschriebenen PTP-Mutanten einfach
durch Ausrichten der Aminosäuresequenz
der katalytischen Domäne
der PTP mit den hier beschriebenen, Identifizieren des invarianten
Aspartatrests und Ändern
des Rests durch ortsspezifische Mutagenese, einfach hergestellt
werden. Obwohl die hier beschriebenen spezifischen Beispiele von
PTP-Mutanten Aspartat zu Alanin Mutanten (DA-Mutanten) sind, ist
klar, dass die Erfindung nicht auf Änderungen von Aspartat zu Alanin
beschränkt
ist. Der invariante Aspartatrest kann beispielsweise durch ortsspezifische
Mutagenese, zu jeder beliebigen Aminosäure verändert werden, die keine signifikante Änderung
des Km des Enzyms bewirkt, die jedoch zu
einer Verringerung im Kcat auf weniger als
1 pro Minute (weniger als 1 min–1)
führt.
Der invariante Aspartatrest kann beispielsweise zu einem Alanin,
Valin, Leucin, Isoleucin, Prolin, Phenylalanin, Tryptophan, Methionin,
Glycin, Serin, Threonin, Cystein, Tyrosin, Asparagin, Glutamin,
Lysin, Arginin oder Histidine verändert oder mutiert werden.
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Wie
hier beschrieben, wurden mit Pervanadat behandelte Zellen als eine
opulente Quelle von am Tyrosin phosphoryliertem Protein verwendet,
um die Substratspezifität
von PTP-PEST zu untersuchen. PTP-PEST ist eine im Zytosol befindliche
PTP mit 88 kDa (Charest et al., Biochem. J. 308 (1995), 425–432; den
Hertog et al., Biochem. Biophys. Res. Commun. 184 (1992), 1241–1249; Takekawa
et al., Biochem. Biophys. Res. Commun. 189 (1992), 1223–1230; Yang
et al., J. Biol. Chem. 268 (1993), 6622–6628; Yang et al., J. Biol.
Chem. 268 (1993), 17650), das in Säugetiergeweben (Yi et al.,
Blood 78 (1991), 2222–2228)
ubiquitär exprimiert
wird, und hohe spezifische Aktivität zeigt, wenn es unter Verwendung
künstlicher
am Tyrosin phosphorylierten Substraten (Garton and Tonks, EMBO J.
13 (1994), 3763–3771)
in vitro getestet wird. Es wurde vorher gezeigt, dass in vivo und
in vitro PTP-PEST
einer Regulation über
eine Phosphorylierung von Ser 39 ausgesetzt ist. Diese Modifikation
wird durch sowohl Proteinkinase C (PKC) als auch Proteinkinase A
(PKA) katalysiert, und führt
als Konsequenz eines Anstiegs des Km der
Dephosphorylierungsreaktion (Garton and Tonks, EMBO J. 13 (1994),
3763–3771)
zu einer verringerten Enzymaktivität. Es erscheint möglich, dass
weitere regulatorische Mechanismen für PTP-PEST vorhanden sind, da von diesem Enzym
erwartet würde,
dass es einen beträchtlichen
negativen Einfluß auf
den am Tyrosin phosphorylierten Zustand von cytosolischen Substraten
der Tyrosin-Kinasen ausübt.
Eine Möglichkeit
besteht darin, dass dieser Einfluß durch die Substratspezifität von PTP-PEST
beschränkt
sein kann.
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Die
Substratspezifität
von PTP1B wurde unter Verwendung der gleichen für PTP-PEST ausgeführten Verfahren untersucht,
mit der Maßgabe,
dass die Zellen nicht mit Pervanadat behandelt wurden. Es wurde
eine Kombination von in vitro Dephosphorylierungs- und Substrat-Einfang-Experimenten
verwendet, um die Substrat-Wechselwirkungen
von PTP1B und PTP-PEST zu untersuchen. Die hier ausgeführten Substrat-Einfang-Verfahren
sind aufgrund des geteilten invarianten Aspartatrestes auf eine
beliebige PTP allgemein anwendbar, und sollten sich daher bei einem
Abgrenzen beziehungsweise einem Skizzieren der Substratpräferenz anderer
Mitglieder der PTP-Familie nützlich
erweisen. Insbesondere wird die Verwendung von mutierten, katalytisch
beeinträchtigten
PTPs, um dadurch potentielle Substrate zu isolieren wird die Identifikation
physiologisch wichtiger Substrate für einzelne PTPs stark fördern, was
dazu führt,
dass das Rollenverständnis
dieser Enzyme bei der Regulation zellulärer Vorgänge verbessert wird.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung betrifft neue PTPs, in denen der invariante Aspartatrest
durch eine Aminosäure
ersetzt wird, die keine signifikante Änderung des Km des
Enzyms hervorruft, die jedoch zu einer Verringerung im Kcat auf weniger als 1 pro Minute (weniger
als 1 min–1)
führt.
Diese PTPs behalten die Fähigkeit
einen Komplex mit deren am Tyrosin phosphorylierten Substraten zu
bilden oder daran zu binden, wobei sie jedoch geringer katalytisch
aktiv sind. Wie hier definiert, soll "geschwächte beziehungsweise verringerte" Aktivität bedeuten,
dass die Phosphatase einen ähnlichen
Km zu dem der Wildtyp-Phosphatase beibehält, wobei sie jedoch ein Vmax aufweist, das durch einen Faktor von
mindestens 104 relativ zu dem Wildtyp-Enzym,
verringert ist. Dies umfasst eine katalytische Aktivität, die entweder
relativ zu der Wildtyp-PTP verringert oder aufgehoben beziehungsweise
beseitigt ist. Der invariante Aspartatrest kann beispielsweise zu
einem Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Proline, Phenylalanin, Tryptophan,
Methionin, Glycin, Serin, Threonin, Cystein, Tyrosin, Asparagin,
Glutamin, Lysin, Arginin oder Histidine verändert oder mutiert werden.
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Die
neuen hier beschriebenen PTPs, in denen der invariante Aspartatrest
durch eine Aminosäure
ersetzt wird, die keine signifikante Änderung des Km des Enzyms hervorruft,
die jedoch zu einer Verringerung im Kcat auf
weniger als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1) führt, kann
ebenfalls andere Mutationen, insbesondere jene umfassen, die ein
Stabilisieren des PTP/Substrat-Komplexes unterstützen. Eine Mutation des (Serin/Threonin)-Restes
in dem Signaturmotiv beispielsweise zu einem Alaninrest ändert den
die Geschwindigkeit bestimmenden Schritt der Phosphorylierungsreaktion
von der Bildung des Übergangszustands
bis zu dem Abbau des Übergangszustands,
wodurch der PTP/Substrat-Komplex stabilisiert wird. Derartige Mutationen
können
mit der Ersetzung des invarianten Aspartatrestes vorteilhaft kombiniert
werden, insbesondere indem ein Stabilisieren des Komplexes unterstützt und
die Beobachtung und Isolation des Komplexes gefördert wird.
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PTPs,
die zur Verwendung in der Erfindung geeignet sind umfassen ein beliebiges
PTP, das einen invarianten Aspartatrest in einer entsprechend Position
aufweist. Wie hier definiert, ist eine Phosphatase ein Mitglied
der PTP-Familie, falls sie das Signaturmotiv [I/V]HCXAGXXR[S/T]G
(SEQ ID NO: 36) beinhaltet. Doppelt spezifische PTPs, das heißt PTPs,
die sowohl phosphoryliertes Tyrosin als auch phosphoryliertes Serin
oder Threonin dephosphorylieren, sind ebenfalls für eine Verwendung
in der Erfindung geeignet. Geeignete PTPs umfassen, sind jedoch
nicht beschränkt
auf PTP1B, PTP-PEST, PTP, MKP-1, DEP-1, PTPμ, PTPX1, PTPX10 und PTPH1.
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In
einer Ausführungsform
betrifft die Erfindung die Phosphatase PTP1B, in der der Aspartatrest
bei Position 181 durch Alanin (D181A) ersetzt vorliegt. In einer
anderen Ausführungsform
betrifft die Erfindung die Phosphatase PTP-PEST, in der der invariante
Aspartatrest bei Position 199 durch ein Alanin (D199A) ersetzt vorliegt.
Eine andere Ausführungsform
der Erfindung betrifft eine PTP-PEST-Phosphatase, in der der Cysteinrest
bei Position 231 durch ein Serin (C231S) ersetzt vorliegt.
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Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Identifizieren eines
am Tyrosin phosphorylierten Proteins, das ein Substrat eines besonderen
Tyrosinphosphatase-Proteins ist. Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird ein am Tyrosin phosphoryliertes Protein von Interesse mit mindestens
einer PTP kombiniert, in der der invariante Aspartatrest durch eine
Aminosäure
ersetzt wird, die keine signifikante Änderung des Km des
Enzyms hervorruft, die jedoch zu einer Verringerung im Kcat auf weniger als 1 pro Minute (weniger als
1 min–1)
führt (beispielsweise
einen Alaninrest), und wobei die Anwesenheit oder Abwesenheit eines
Komplexes zwischen dem Protein und der PTP bestimmt wird. Eine Anwesenheit
eines Komplexes in der Kombination zeigt an, dass das am Tyrosin phosphorylierte
Protein ein Substrat der PTP ist. Die PTP DA-Mutante (Substrat-Einfang-Mutante) bindet deren
Substrat oder komplexiert damit, wobei es dieses jedoch nicht dephosphoryliert
(oder es sehr langsam ausführt),
wodurch der Komplex isoliert und identifiziert werden kann.
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Das
phosphorylierte Protein/PTP-Komplex kann, wie in der US-P-5,352,660
von Pawson beschrieben, durch herkömmliche Isolationsverfahren,
einschließlich
Aussalzen, Chromatographie, Elektrophorese, Gelfiltration, Fraktionierung,
Absorption, Polyamidgel-Elektrophorese,
Agglutination oder Kombinationen davon isoliert werden. Weiterhin
können
Antikörper
gegen die PTP oder das phosphorylierte Protein als auch markierte PTPs
und/oder markierte phosphorylierte Substrate verwendet werden, um
die Bestimmung der Anwesenheit des Protein/PTP Komplexes zu fördern. Das
PTP oder das phosphorylierte Protein können mit verschiedenen Enzymen,
fluoreszenten Materialien, lumineszenten Materialien und radioaktiven
Materialien markiert werden. Beispiele geeigneter Enzyme umfassen,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, Meerrettichperoxidase, Biotin, alkalische Phosphatase, β-Galactosidase
und Acetylcholinesterase. Beispiele geeigneter fluoreszenter Materialien
umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, Umbelliferon,
Fluorescein, Fluoresceinisothiacyanate, Rhodamin, Dichlorotriazinylaminfluorescein,
Dansylchlorid und Phycoerythrin. Geeignete lumineszente Materialien
umfassen Luminol, und geeignetes radioaktives Material umfasst radioaktiven
Phosphor 32P, Iod I125,
I131 oder Tritium.
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Die
Erfindung betrifft alternativ ein Verfahren zum Identifizieren eines
am Tyrosin phosphorylierten Proteins, das ein Substrat einer PTP
ist, umfassend, Kombinieren einer PTP von Interesse, in der der
invariante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt ist, die keine
signifikante Änderung
des Km des Enzyms hervorruft, die jedoch zu einer Verringerung im
Kcat auf weniger als 1 pro Minute (weniger
als 1 min–1)
(beispielsweise einen Alaninrest) mit mindestens einem am Tyrosin
phosphoryliertes Protein führt,
wodurch eine Kombination erzeugt wird, und wobei die Anwesenheit
oder eine Abwesenheit eines Komplexes in der Kombination zwischen
einem am Tyrosin phosphorylierten Protein und der PTP anzeigt, dass
das am Tyrosin phosphorylierte Protein ein Substrat der PTP ist.
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Die
erfindungsgemäßen Substrat-Einfang-PTPs
können
weiter anstelle der Wildtyp-PTPs
verwendet werden, um Phosphotyrosyl-Peptid-Bibliotheken für Peptide
zu durchmustern, die, wie in Songyang et al. (Nature 373 (1995),
536–539;
Cell 72 (1993), 767– 778)
beschrieben, an die PTP binden. Peptide, die von derartigen Peptidbibliotheken
isoliert wurden, können
bewertet werden, um zu bestimmen, ob am Tyrosin phosphorylierte
Proteine, die diese Peptide beinhalten in der Natur vorkommen.
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Ein
beliebiges, am Tyrosin phosphoryliertes Protein ist als ein mögliches
Substrat in der vorliegenden Erfindung geeignet. Am Tyrosin phosphorylierte
Proteine sind im Stand der Technik wohlbekannt. Spezifische Beispiele
geeigneter Substrate umfassen ohne Beschränkung p130cas,
den EGF-Rezeptor, p210 bcr:abl, MAP-Kinase und den Insulin-Rezeptor.
Von besonderem Interesse sind am Tyrosin phosphorylierte Proteine, die
mit einer Erkrankung oder Störung
in einem Säugetier
in Zusammenhang gebracht wurden.
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Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Verringern der Aktivität eines
am Tyrosin phosphorylierten Proteins, umfassend, Verabreichen einer
PTP, in der der inavriante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt
wird, die keine signifikante Änderung
des Km des Enzyms hervorruft, die jedoch
zu einer Verringerung im Kcat auf weniger
als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1) (beispielsweise einen Alaninrest)
führt,
und die mit dem am Tyrosin phosphorylierten Protein einen Komplex
bildet. Die PTP DA-Mutante bindet das phosphorylierte Protein ohne
es zu dephosphorylieren (oder bewirkt eine Dephosphorylierung bei
einer sehr verringerten Geschwindigkeit), wodurch die Aktivität des Proteins
gehemmt und dessen stromabwärts
Wirkungen verringert werden. Wie hier verwendet, umfasst "verringern" sowohl eine Verringerung
als auch eine vollständige
Aufhebung, beispielsweise von einer oder mehrerer Aktivitäten oder
Funktionen des phosphorylierten Proteins.
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Die
Erfindung betrifft beispielsweise ein Verfahren zum Verringern der
transformierenden Wirkungen von Oncogenen, die mit p130cas,
einem Substrat von PTP-PEST, assoziiert ist, umfassend, Verabreichen
von Wildtyp PTP-PEST oder PTP-PEST, in dem der invariante Aspartatrest
durch einen Alaninrest ersetzt wurde. Die Wildtyp PTP-PEST bindet
und dephosphoryliert p130cas, wodurch dessen
stromabwärts
Wirkungen negativ reguliert werden. DA-Mutanten von PTP-PEST binden,
dephosphorylieren jedoch nicht p130cas (oder
führen dies
bei einer stark verringerten Geschwindigkeit aus), wobei das Substrat
somit in dem Komplex mit der Substrat-Einfang Form von PTP-PEST
gefesselt wird und wobei es nicht dessen stromabwärts Wirkungen
ausführen
kann. Auf ähnliche
Weise betrifft die Erfindung ein Verfahren einer Verringerung der
Bildung von Signalkomplexen, die mit p130cas assoziiert
sind, insbesondere jene Signalkomplexe, die mitogene Wege induzieren, um fassend,
Verabreichen von Wildtyp PTP-PEST oder PTP-PEST, in dem der invariante
Aspartatrest durch einen Alaninrest ersetzt wird. Die PTP bindet
and und/oder dephosphoryliert p130cas, wodurch
die stromabwärts
auftretenden Wirkungen von p130cas negativ
reguliert werden, wobei die Bildung von Signalkomplexen, die mit
p130cas assoziiert sind, verringert werden.
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Die
erfindungsgemäßen Substrat-Einfang-PTP-Mutanten
können
in nahezu jeder Anwendung anstelle von oder zusätzlich zu einer entsprechenden
Wildtyp-PTP verwendet werden. Die Vorteile einer derartigen Verwendung
liegt beispielsweise in der Fähigkeit
des Wildtyp-Enzyms die Aktivität
dessen am Tyrosin phosphoryliertem Substrat zu verringern ohne schädliche zytotoxische
Wirkungen zu induzieren, die gewöhnlich
mit der Verabreichung oder Überexpression
der Wildtyp-PTP beobachtet wird. Die Erfindung betrifft daher ebenfalls
ein Verfahren zum Verringern der zytotoxischen Wirkungen, die mit
einer Verabreichung oder Überexpression
von Wildtyp-PTPs assoziiert sind. Beispielsweise wurde gezeigt,
dass CS-Mutanten von MKP-1 die gleiche funktionelle Wirkung aufweisen,
wie Wildtyp MKP-1 ohne dass mögliche
schädliche
Nebenwirkungen hervorgerufen werden. Folglich können, die hier beschriebenen
PTPs, in denen der invariante Aspartatrest durch eine Aminosäure ersetzt
wird, die keine signifikante Änderung
des Km des Enzyms hervorruft, die jedoch
in einer Verringerung im Kcat auf weniger
als 1 pro Minute (weniger als 1 min–1) führt(beispielsweise einen Alaninrest),
in zahlreichen Anwendungen anstelle des entsprechenden Wildtypenzyms
verwendet werden. Wie hier verwendet, ist ein "entsprechendes" Enzym Eines, das das gleiche ist, wie
die PTP-Mutante (beispielsweise PTP-PEST und PTP-PEST D199A) oder
Eines, das verschieden ist von der PTP-Mutante, das jedoch das gleiche
Substrat erkennt wie die PTP-Mutante.
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Die
hier beschriebenen PTP-Mutanten können weiter therapeutisch verwendet
werden, um die Aktivität
eines am Tyrosin phosphorylierten Proteins durch beispielsweise
ein Gentherapieverfahren zu verringern, bei dem die hier beschriebene
PTP-Mutante, oder ein funktioneller Bereich davon, der die Fähigkeit
behalten hat, an ihr am Tyrosin phosphoryliertes Protein zu binden,
in die Person eingebracht wird, und in dem die PTP-Mutante exprimiert
wird. Die PTP-Mutante ersetzt das Wildtyp-Enzym, das normal hergestellt
wird entweder teilweise oder vollständig, oder konkurriert mit
der Wildtyp-PTP um Bindung an die Substrate. So kann beispielsweise
ein spezifisches, am Tyrosin phosphoryliertes Protein identifiziert
werden, das mit einer besonderen Erkrankung oder Störung (beispielsweise
als eine Protein-Tyrosin-Kinase) in Zusammenhang steht. Es kann
mindestens eine PTP durch die hier beschriebenen Verfahren identifiziert
werden, die dahingehend wirkt, das ausgewählte, am Tyrosin phosphorylierte
Protein zu dephosphorylieren. Die Wildtyp oder die mutante Form
der PTP können
einer Person, die eine Behandlung braucht, verabreicht werden, um
das am Tyrosin phosphorylierte Substrat einzubinden (zu fesseln)
oder zu binden, wodurch die Funktion des phosphorylierten Proteins
gehemmt oder verringert wird. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die PTP-Mutante anstelle des Wildtyp-Enzyms verabreicht, um
die zytotoxischen Wirkungen zu verringern, die mit einer Überexpression des
Wildtyp-Enzyms assoziiert sind. Es sind Verfahren für eine Gentherapie
im Stand der Technik (siehe US-P-5,399,346 von Anderson et al.))
bekannt, und sie können
durch Verfahren modifiziert werden, die im Stand der Technik bekannt
sind, um die spezifische Mutante und die Wildtyp-PTPs der vorliegenden
Erfindung geeignet zu exprimieren.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiter Assays zum Identifizieren
von Mitteln, die die Wechselwirkung zwischen einer PTP und ihrem
phosphorylierten Substrat ändert,
beispielsweise verstärkt
oder erhöht.
Mittel, die durch diese Assays identifiziert wurden können Agonisten
(beispielsweise Mittel, die die Aktivität der PTP verstärken oder
erhöhen)
oder Antagonisten (beispielsweise Mittel, die die Aktivität der PTP
hemmen oder verringern) einer PTP-Aktivität sein. Das Mittel kann eine
endogene physiologische Substanz sein oder kann ein natürliches
oder synthetisches Arzneimittel, einschließlich kleiner organischer Moleküle sein.
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So
kann beispielsweise das am Tyrosin phosphorylierte Substrat einer
PTP durch hier beschriebene Verfahren identifiziert werden. Ein
Assays auf Enzymaktivität,
der die Wildtyp-PTP verwendet, kann in der Anwesenheit eines zu
testenden Mittels ausgeführt
werden, wobei der sich ergebende Betrag einer Enzymaktivität mit dem
Betrag einer Enzymaktivität
in der Abwesenheit des zu testenden Mittels verglichen werden kann. Assays
auf Enzymaktivität
sind im Stand der Technik bekannt, beispielsweise Assays einer PTP-Aktivität, die ein
am Tyrosin phosphorylierten 32P-markierten Substrats verwenden,
werden in Flint et al. (EMBO J. 12:1937–1946 (1993) beschrieben. Eine
Verringerung bei der Enzymaktivität in der Anwesenheit des zu
testenden Mittels zeigt, dass das Mittel die Wechselwirkung zwischen
der PTP und dessen Substrat hemmt. Umgekehrt zeigt eine Erhöhung bei
der Enzymaktivität
in der Anwesenheit des zu testenden Mittels, dass das Mittel die
Wechselwirkung zwischen der PTP und dessen Substrat verstärkt.
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Alternativ
kann ein kompetitiver Bindungsassay, bei dem der die PTP-Mutante
in der Anwesenheit eines zu testenden Mittels verwendet wird, ausgeführt werden,
wobei das sich ergebende Ausmaß einer
Bindung der PTP-Mutante an deren Substrat mit dem Ausmaß einer
Bindung in der Abwesenheit des zu testenden Mittels verglichen werden
kann. Kompetitive BindungsAssays sind im Stand der Technik bekannt
beispielsweise, beschreibt die US-P-5,352,660 von Pawson, Verfahren, die
zur Verwendung in dieser Erfindung geeignet sind. Eine Verringerung
des Ausmaßes
einer Bindung in der Anwesenheit des zu testenden Mittels zeigt,
dass das Mittel die Wechselwirkung zwischen der PTP und deren Substrat
hemmt. Umgekehrt zeigt eine Erhöhung des
Ausmaßes
einer Bindung in der Anwesenheit des zu testenden Mittels, dass
das Mittel die Wechselwirkung zwischen der PTP und deren Substrat
verstärkt.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung können
am Tyrosin phosphorylierte Peptide, die mit mutierten PTPs aus Peptidbibliotheken
durch die Verfahren von Songyang et al. (Nature 373 (1995), 536–539; Cell
72 (1993), 767–778)
identifiziert wurden, hier anstelle des vollständig am Tyrosin phosphorylierten
Proteins in kompetitiven Bindungsassays verwendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiter pharmazeutische Zusammensetzungen,
die eine PTP enthalten, in der der invariante Aspartatrest durch
eine Aminosäure
ersetzt ist, die keine signifikante Änderung des Km des
Enzyms hervorruft, die jedoch zu einer Verringerung im Kcat auf weniger als 1 pro Minute (weniger
als 1 min–1)
führt (beispielsweise
einen Alaninrest). Die erfindungsgemäße PTP kann beispielsweise
mit einem physiologisch verträglichen
Medium formuliert sein, um eine pharmazeutische Zusammensetzung
herzustellen. Das bestimmte physiologische Medium kann umfassen,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, gepufferte Salzlösung,
Polyole (beispielsweise Glycerol, Propylenglycol, flüssiges Polyethylenglycol)
und Dextroselösungen.
Die optimale Konzentration des (der) aktiven Bestandteils (e) in
dem gewählten
Medium kann, gemäß einem
medizinischen Chemiker bekannten Verfahren, empirisch bestimmt werden,
und werden von der erwünschten
endgültigen
pharmazeutischen Zusammensetzung abhängig sein. Verfahren zum Einführen exogener
PTPs an den Behandlungsort umfasst, ist jedoch nicht beschränkt auf intradermal,
intramuskulär,
intraperitoneal, intravenös,
subkutan, oral und intranasal. Andere geeignete Verfahren einer
Einführung
können ebenfalls
wiederaufladbare oder biologisch abbaubare Einrichtungen und langsam
freisetzende polymere Einrichtungen umfassen. Die pharmazeutischen
Zusammensetzungen dieser Erfindung können ebenfalls als Teil einer
Kombinationstherapie mit anderen Mitteln verabreicht werden.
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Die
folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung
und sind nicht dazu gedacht, den Umfang dieser Erfindung zu beschränken. Die
Lehren aller hier zitierten Dokumente werden hier durch Bezugnahme
in ihrer Gesamtheit aufgenommen.
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Beispiele
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Material und Methoden
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Im
Folgenden werden die Materialien und Methoden, die hier in der Arbeit
verwendet wurden, beschrieben.
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Erzeugung, Expression
und Aufreinigung der PTP-Mutantenproteine
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Es
wurden unter Verwendung des Muta-GeneTM invitro
Mutagenese-Kits (Bio-Rad, Richmond, CA) durch ortsspezifische Mutagenese
Punktmutationen in die katalytischen Domänen von PTP-PEST (D199A, C231S)
und PTP1B (D181A, C231S) eingeführt.
Die Regionen, die die erforderlich Punktmutation beinhalteten, wurden
dann mit gegen die Wildtyp-Sequenz innerhalb geeigneter Expressionsvektoren
ausgetauscht, wobei die ersetzten mutierten Regionen in deren Gesamtheit
sequenziert wurden, um die Abwesenheit zusätzlicher Mutationen zu überprüfen.
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Unter
Verwendung eines rekombinanten Baculovirus (BaculoGoldTM, Pharmingen,
San Diego, CA) wurden Volllängen-PTP-PEST-Proteine
(Wildtyp und Mutanten-Proteine, die entweder Asp 199 zu Ala oder Cys
231 zu Ser Mutationen beinhalteten) in Sf9-Zellen exprimiert und
wie in Garton and Tonks (EMBO J. 13 (1984), 3763–3771) beschrieben gereinigt.
Es wurden ebenfalls verkürzte
Formen des Wildtyps und Mutanten-PTP-PEST-Proteine, die die Aminosäurereste
1-305 von PTP-PEST umfassen, in E. coli als Fusionsproteine von
GST exprimiert, folgend auf ein Subklonieren von PTPT-PEST-DNA im
Leseraster stromabwärts
von GST in pGEX-Vektoren (Pharmacia Biotech Inc., Uppsala, Schweden).
25 ml von mit dem geeigneten Vektor transformierten E. coli wurden
bis zur Log-Phase (OD600 ungefähr 0,5)
gezüchtet.
Die Fusionsproteinexpression wurde dann durch Zugabe von 0,2 mM
Isopropyl-1-thio-b-D-galactopyranosid ausgelöst, und die Zellen wurden für 2–4 Stunden
bei 30°C
gezüchtet.
Die Zellen wurden durch Zentrifugation geerntet, mit 50 mg/ml Lysozym
in 3 ml Puffer inkubiert, der 50 mM Tri-HCl, pH-Wert 7,4, 5mM EDTA,
1 mM PMSF, 1 mM Benzamidin, 5 mg/ml Leupeptin, 5 mg/ml Aprotinin,
0,1 % TritonX-100 und 150 mM NaCl beinhaltet, anschließend durch Ultraschall
(3 × 10s)
lysiert. Nach Entfernen unlöslichen
Materials durch Zentrifugation (20 Minuten bei 300.00 × g) wurden
die Fusionsproteine durch Inkubation für 30 Min. bei 4°C mit 100
ml Glutathion-Sepharose-Kügelchen
(Pharmacia Biotech Inc., Uppsala, Schweden) isoliert, und die Kügelchen
wurden dann durch Zentrifugation gesammelt und dreimal mit Puffer
A (20 mM Tris-HCl,
pH-Wert 7,4, 1 mM EDTA, 1 mM Benzamidin, 1 mg/ml Leupeptin, 1 mg/ml
Aprotinin, 10 % Glycerol, 1 % TritonX-100 und 100 mM NaCl) gewaschen.
Dieses Verfahren ergab im Wesentlichen ein homogenes Fusionsprotein
mit einer Konzentration von 1 mg Protein/ml Glutathion-Sepharose-Kügelchen.
Die PTP1B-Proteine (Wildtyp und mutante Formen), die die Aminosäuren 1–321 umfassen,
wurden in E. coli exprimiert und, wie durch Barford et al. (J. Mol.
Biol. 239 (1994), 726–730) beschrieben,
bis zur Homogenität
gereinigt.
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Zellkultur, Transfektion,
Präparation
von Lysaten und Fraktionierung
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HeLa
und COs-Zellen wurden in Dulbecco's modifiziertem Eagle's Medium (DMEM) gezüchtet, das
5 % fötales
Rinderserum (FBS) beinhaltete; Wi38, C2C12 und MvLu-Zellen wurden
in DMEM gezüchtet,
das 10 % FBS beinhaltete, 293-Zellen wurden in DMEM gezüchtet, das
10 % Kälberserum
beinhaltete, MCF10A-Zellen wurden in 50 % DMEM, 50 % Ham's F-12 gezüchtet, das
5 % Pferdeserum, 20 ng/ml epidermalen Wachstumsfaktor, 10 mg/ml
Insulin, 0,5 mg/ml Hydrocortison und 0,25 mg/ml Fungizon beinhaltete.
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Alle
Medien beinhalteten Penicillin und Streptomycin mit 100 E/ml beziehungsweise
100 mg/ml, und alle Zellen wurden bei 37°C gezüchtet. Es wurde eine Calciumphosphat
vermittelte Transfektion verwendet, um cDNA, die Wildtyp und mutante
PTP-PEST-Proteine
codiert, in COS-Zellen einzuführen.
Diese wurden durch PTP-PEST cDNA codiert, die in dem Plasmid PMT2
subkloniert wurde, dessen Expression durch einen Adenovirus späten Haupt-Promotor
angetrieben wurde. Für
die Transfektion wurden 20 mg DNA für jede 10 cm Platte mit Zellen
verwendet. Der Expressionsgrad der PTP-PEST-Konstrukte war in allen
Fällen ähnlich.
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Vor
der Zelllyse wurden die 70–90
% konfluenten Zellkulturen für
30 Minuten mit 0,1 mM Pervanadat (20 ml einer frischen Lösung, die
50 mM Natriummetavanadat (NaVO3) und 50 mM H2O2 beinhaltete, wurde zu 10 ml Medium zugegeben)
behandelt. Die Behandlung der Zellen mit H2O2 und Vanadat führt wahrscheinlich aufgrund
einer Hemmung intrazellulärer
PTPs durch Vanadat zu einem/einer synergistischen Anstieg/Erhöhung im
Phosphotyrosingehalt. Es wurde unlängst vorgeschlagen, dass, wenn
verglichen zu Vanadat selbst dieser Synergismus zwischen H2O2 und Vanadat sich
aus der verbesserten Akkumulation des sich ergebenden oxidierten
Vanadats (Pervanadat) innerhalb der Zellen ergibt (Heffetz etal.,
J. Biol. Chem. 265 (1990), 2896–2902).
Es ist wichtig anzumerken, dass während der Präparation
der Zelllysate eine Verdünnung
auftritt, so dass die hemmende Wirkung von Vanadat auf die PTP-Wirkung
verloren geht. Die Pervanadatbehandlung führte in allen Zelltypen zu
dem Auftreten von mindestens 50 prominenten Phosphotyrosin-Proteinbanden, während unbehandelte
Zellen nahezu nicht nachweisbare Mengen von Phosphotyrosin (Daten
nicht gezeigt) aufwiesen.
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Die
Zellen wurden in Puffer A lysiert, der 5 mM Iodessigsäure zur
irreversiblen Hemmung zellulärer PTPs
beinhaltete. Nach Inkubation bei 4°C für 30 Minuten wurden 10 mM DTT
zugegeben, um jegliche nicht reagierte Iodessigsäure zu inaktivieren. Unlösliches
Material wurde anschließend
durch Zentrifugation für
20 Minuten bei 300.000 × g
entfernt. Die erhaltenen Lysate waren bezüglich deren Phosphotyrosingehalts
während
einer Langzeitlagerung (mehrere Monate) bei –70°C und während ausgedehnter (mindestens
20 Stunden) Inkubation bei 4°C
in der Abwesenheit exogen zugegebener PTPs stabil.
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Die
mit Pervanadat behandelten HeLa-Zelllysate wurden durch eine Anionenaustauschchromatographie
unter Verwendung einer Mono Q FPLC Säule (Pharmacia) fraktioniert.
Die Probe (50 mg Gesamtprotein mit 3 mg/ml in Puffer A) wurde vor
dem Laden/Aufbringen in drei Volumen Puffer B (20 mM Tris-HCl, pH-Wert 7,4,
1 mM EDTA, 1 mM Benzamidin, 1 mg/ml Leupeptin, 1 mg/ml Aprotinin
und 0,1 % Triton X-100) verdünnt. Die
Proteine wurden mit einer Flussrate von 1 ml/min mit einem linearen
Gradienten von 0–0,5
M NaCl in Puffer B über
20 Fraktionen (1 ml Fraktionsvolumen), gefolgt durch einen zweiten
Gradienten von 0,5–1,0
M NaCl n Puffer B über
5 Fraktionen eluiert. Es wurden entsprechend eines Immunblottings
mit Anti-Phosphotyrosin Phosphotyrosin beinhaltende Proteine wurden
in den Fraktionen 7–21
erfasst. Es wurden für PTPT1B
die gleichen Verfahren ausgeführt,
ausgenommen, dass die Zellen nicht mit Pervanadat behandelt wurden.
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Dephosphorylierungsreaktion
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Die
Lysate von HeLa-Zellen, die mit Pervanadat behandelt wurden (1–2 mg Protein/ml),
die am Tyrosin phosphorylierte Proteine enthielten, wurden in Anwesenheit
oder Abwesenheit gereinigter aktivier PTPs mit einer Konzentration
von 2 nM auf Eis inkubiert. Die Dephosphorylierung wurden durch
Entnehmen von Aliquots (30 mg Protein) in SDS-PAGE Proben-Puffer gestoppt, und das
Ausmaß der
Dephosphorylierung wurde durch Immunblotting unter Verwendung des
monoklonalen Antikörpers
G104 erfaßt.
Es wurden, wie durch Flint et al. (EMBO J. 12 (1993), 1937–1946) beschrieben,
Assays einer PTP-Aktivität unter
Verwendung von am Tyrosin phosphorylierten 32P-markiertem
RCM-Lysozym als
Substrat ausgeführt.
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Antikörper und
Immunblotting
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Der
monoklonale Antikörper
AG25 gegen PTP-PEST wurde gegen von Baculovirus exprimiertes gereinigtes
Volllängen
PTP-PEST gezüchtet.
Der monoklonale Anti-Phosphotyrosin-Antikörper G104
wurde unter Verwendung von Phosphotyrosin, Alanin und Glycin als
Antigen in einem 1:1:1 Verhältnis
erzeugt, polymerisiert in der Anwesenheit von Keyhole-Hämocyanin
der Napfschnecke mit 1-Ethyl-3-(3'-dimethylaminopropyl)-carbodiimid, einem
Verfahren, das ursprünglich
in Kamps and Sefton (Oncogene 2:305–315 (1988)) beschrieben wurde.
Der p130cas monoklonale Antikörper war
von Transduction Laboratories (Lexington, Ky). Der monoklonale Antikörper FG6,
der gegen PTP1B gerichtet ist, wurde durch Dr. David Hill (Calbiochem
Oncogen Research Products, Cambridge, MA) bereitgestellt. Die Sichtbarmachung
der Proteine durch Immunblotting wurde durch verstärkte Chemilumineszenz
(ECL) unter Verwendung von mit HRP konjugierten sekundären Antikörpern (Amersham
Life Science Inc., Arlington Heights, I1) und dem SuperSignalTM CL-HRP Substrat-System (Pierce) erreicht.
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Immunpräzipitation
und Substrat-Einfangen
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Aus
transfizierten COS-Zellen wurde eine Immunpräzipitation von PTP-PEST ausgeführt, nachdem der
monoklonale Antikörper
AG25 an die Protein A-Sepharose-Kügelchen
(Pharmacia Biotech Inc., Uppsala, Schweden) unter Verwendung des
Vernetzungsmittels Mittels Dimethylpimelimidat (Schneider et al.,
J. Biol. Chem. 257:10766–10769
(1982)) kovalent gekoppelt war. Zuerst wurde der Antikörper an
die Protein A-Sepharose mit einer Konzentration von 1 mg/ml Kügelchen-Volumen
gebunden, wobei anschließend
nicht gebundenes Material durch drei Waschgänge mit 0,2 M Natriumborat,
pH-Wert 9, entfernt wurde. Die kovalente Kopplung wurde durch eine
Inkubation bei Raumtemperatur für
30 Minuten in Anwesenheit von 20 mM Dimethylpimelimidat in 0,2 M
Natriumborat, pH-Wert 9, erreicht. Die Kügelchen wurden anschließend für 1 Stunde mit
einem Überschuß von 0,2
M Ethanolamin, ph-Wert 8, inkubiert, um nicht umgesetztes Vernetzungsmittel zu
blockieren, worauf dreimal mit PBS vor der Lagerung bei 4°C gewaschen
wurde. 10 ml der AG25 Kügelchen wurden
verwendet, um transfiziertes PTP-PEST
aus Lysaten zu präzipitieren,
die ungefähr
0,375 mg Protein enthielten.
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Substrat-Einfangen
wurde unter Verwendung verschiedener PTP-Affinitätsmatrizen ausgeführt. Bei der
Volllängen
PTP-PEST Matrize wurden kovalent gekoppelte AG25-Protein A-Sepharose Kügelchen
verwendet, an die von Baculovirus exprimiertes PTP-PEST Protein
gebunden war. Es wurden Aliquots (10 ml) von AG25 Kügelchen
für 2 Stunden
bei 4°C
in 100 ml Puffer A in Anwesenheit von 5 mg gereinigtem PTP-PEST (Wildtyp
oder Mutante Form) inkubiert, worauf anschließend nicht gebundenes PTP-PEST
durch dreimaliges Waschen mit 1 ml Puffer A entfernt wurde. Die
so erhaltenen PTP-PEST-AG25-Protein
A-Sepharose-Kügelchen
beinhalteten ungefähr
2 mg PTP-PEST pro 10 ml Aliquot. Substrat-Einfangen wurde auch mit
Glutathion-Sepharose-Kügelchen
ausgeführt,
an die von Baculovirus exprimierte GST Fusionsproteine, das die
katalytische Domäne
von PTP-PEST enthielt, gebunden waren.
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Das
PTP1B wurde ebenfalls bei Substrat-Einfang-Experimenten eingesetzt.
In diesem Fall wurde der monoklonale Antikörper FG6 vorher an die Protein-A-Sepharose
in der Abwesenheit des Vernetzungsmittels (2 mg Antikörper/10
ml Kügelchen)
gekoppelt, anschließend
wurden die gereinigten PTP1B-Proteine im Überschuß zugegeben und bei 4°C für 2 Stunden
inkubiert. Nach Entfernung von nicht gebundenem PTP1B enthielten
10 ml Kügelchen
ungefähr
2 mg PTP1B.
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Mit
Pervanadat behandelte Zelllysate oder Säulenfraktionen wurden bei Substrat-Einfang-Experimenten
als Quelle von Phosphotyrosin enthaltenden Proteinen verwendet.
So wurden allgemein Lysate, die 0,25–0,5 mg Protein in 0,5 ml Puffer
A (einschließlich
5 mM Iodessigsäure,
10 mM DTT) beinhalteten, bei 4°C für 2 Stunden
in der Anwesenheit von 10 ml einer Affinitätsmatrix inkubiert, die ungefähr 2 mg
des geeigneten PTP-Proteins enthielt. Nicht gebundenes Protein wurde
anschließend
durch dreimaliges Waschen mit 1 ml Puffer A aus der Probe entfernt,
wobei gebundenes Material durch Zugabe von 50 ml SDS-PAGE Proben-Puffer
gefolgt durch Erhitzen bei 95°C
für 5 Minuten
gesammelt wurde, wobei die an die Kügelchen gebundenen Proteine
anschließend
durch SDS-PAGE, gefolgt von Immunblotting analysiert wurden.
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Ergebnisse
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Das
Nachfolgende führt
die Ergebnisse der hier beschriebenen Arbeit aus, die wie vorstehend
beschrieben ausgeführt
wurde.
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PTP1B und p210 bcr:abl
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Chronisch
myeloische Leukämie
ist eine klonale Störung
der hämatopoietische
Stammzelle, in der das c-Abl Proto-Oncogen auf Chromosom 9, das
eine PTK codiert, mit dem bcr-Gen auf Chromosom 2 verbunden wird.
Dies führt
zu der Erzeugung eines bcr.abl Fusionsproteins, p210 bcr:abl, in
dem die PTK-Aktivität
relativ zu der von c-Abl erhöht
ist. Gegenwärtig
verfügbare
Daten zeigen, dass diese zytogenetische Abnormität das primäre und einzige ursächliche
Ereignis bei der CML darstellt. Die Expression von p210 bcr:abl
erzeugt ein abnormes Muster der Tyrosinphosphorylierung, die zu
der fehlerhaften Reifung der hämatopoietischen Stammzelle
führt,
die für
die CML charakteristisch ist.
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Die
Expression von PTP1B-mRNA und -Protein ist als Konsequenz der p210
bcr:abl Expression in Rat1-, Mo7- und BaF3-Zellen erhöht. Änderungen
der PTP1B-Aktivität,
die proportional zu der Änderung
beim Enzymprotein waren, wurden ebenfalls beobachtet. Diese Änderungen
sind für
PTP1B spezifisch und werden nicht bei dem nahen verwandten Homolog
(65 % Identität)
TC-PTP oder in anderen getesteten PTPs, einschließlich SHP-1,
SHP-2 und PTP-PEST, gesehen. Der Anstieg der Expression von PTP1B
wurde ebenfalls in Ph+ B- lymphoiden Zellen, die aus einem CML-Patienten
abgeleitet waren, relativ zu Ph-Zellen
aus dem gleichen Patienten beobachtet.
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Die Änderungen
in PTP1B-Pegeln wurden spezifisch durch p210 bcr:abl hervorgerufen
und wurden nicht in Zellen beobachtet, die andere PTKs einschließlich v-abl,
v-src oder andere Oncoproteine, wie beispielsweise myc exprimieren.
Die PTK-Aktivität
von p210 war für
den Anstieg der Expression von PTP1B erforderlich, da die Expression
einer inaktiven Lysin zu Arginin mutanten-Form von p210 bcr:abl
in Ratl-Zellen die PTP1B-Spiegel nicht ändert. Der Anstieg in den PTP1B-Pegeln
stellt eine schnelle Antwort auf die Induktion von p210 bcr:abl.
Werden BaF3-Zellen, die eine Temperatur-empfindliche Mutanten-Form
von p210 bcr:abl exprimieren, auf die erlaubte beziehungsweise tolerierte
Temperatur für
die PTK umgeschaltet, dann wurden innerhalb 12–24 Stunden übereinstimmend
mit dem Auftreten der aktiven Form des Proteins ansteigende PTP1B-Pegel
beobachtet. Diese Daten zeigen, dass die Änderung der PTP1B-Pegel eine
relativ schnelle Antwort auf das Anftreten von p210 bcr:abl darstellt,
als vielmehr eine langfristige Antwort der Zelle.
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Bei
transienten Co-Transfektionsexperimenten in COS-Zellen dephosphoryliert
PTP1B p210 bcr:abl, jedoch nicht v-abl. Wurde die PTP1B D181A-Mutante
als ein GST-Fusionsprotein
exprimiert, gereinigt und mit Lysaten von Mo7-p210-Zellen (die p210
bcr:abl überexprimieren)
inkubiert, dann wurde ein Komplex der PTP-Mutanten und p210 bcr:abl
isoliert. Dagegen band am Tyrosin phosphoryliertes c-abl, das ebenfalls
in dem Lysat vorhanden ist, nicht an die PTP-Mutante. Die Wechselwirkung
zwischen PTP1B D181A und p210 bcr-abl wurde durch Vanadat blockiert,
was nahe legt, dass die Wechselwirkung die aktive Stelle des PTP
einbezog.
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Nach
transienter Coexpression in COS-Zellen bildete PTP1B D181A mit p210
bcr:abl einen Komplex. Vorläufige
Daten zeigen, dass die Y177F Mutenten-Form von p210 bcr:abl nicht
mit PTP1B D181A interagiert, was darauf hinweist, dass dieser Tyrosinrest
in p210 bcr:abl in vivo phosphoryliert wird, und von dem gezeigt wurde,
dass er als eine Andockstelle für
GRB2 dient. Eine direkte Wechselwirkung des pTyr in p210 bcr:abl und
der SH2-Domäne
in GRB2 ist für
die transformierende Aktivität
der PTK wesentlich. Die Wechselwirkung von PTP1B D181A mit p210
bcr:abl beeinträchtigt
die Assoziation der PTK mit GRB2. Zusammengefasst, legen diese Ergebnisse
nahe, dass p210 bcr:abl ein physiologisches Substrat der Oncoprotein
PTK in vivo darstellt. Das Vmax, Km und Kcat der PTP1B-Mutanten
in Richtung RCML, werden in 2 gezeigt.
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PTP1B und der EGF-Rezeptor
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Die
Expression von PTP1B D181A in COS-Zellen führt zu erhöhter Phosphorylierung von Tyrosylresten
in einem 180 kDa Protein und in Proteinen von 120 und 70 kDa. Wird
ein GST-PTP1B D181A Fusionsprotein in COS-Zellen exprimiert und
an Glutathion-Sepharose
präzipitiert,
dann werden das 180 kDa und kleinere Mengen von p120 und p70 copräzipitiert.
Das p180 Protein wurde durch Immunblotting als der epidermale Wachstum- Faktor(EGF)-Rezeptor
identifiziert. Die Identität
der p120 und p70 Proteine is unklar, wobei jedoch das letztere weder
src, p62 oder Paxillin ist.
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Die
Expression von PTP1B D181A in COS-Zellen induziert eine Tyrosinphosphorylierung
des EGF-Rezeptors in der Abwesenheit dessen Liganden EGF, was darauf
hindeutet, dass die PTP-Mutante deren Wirkungen in der intakten
Zelle ausübt
und nicht nach der Lyse. Die äquivalente
D199A PTP-PEST-Mutante interagiert nicht mit dem EGF-rezeptor, was
auf die Spezifität
dieser Substratwechselwirkung hindeutet.
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Für die Wechselwirkung
mit PTP1B D181A ist eine Auto-Phosphorylierung des EGF-Rezeptors erforderlich.
Mutanten des Rezeptors, die entweder Kinase-Tot sind oder in denen
die Auto-Phosphorylierungsstellen entfernt wurden, interagieren
nicht mit PTP1B D181A. In v-src-exprimierenden Zellen wurde eine
Fülle von am
Tyrosin phosphorylierten Proteinen beobachtet, wobei jedoch eine
Phosphorylierung des EGF-Rezeptors nicht nachgewiesen wurde. Unter
diesen Bedingungen wurde von PTP1B D181A hauptsächlich ein am Tyrosin phosphoryliertes
70 kDa Protein gebunden.
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Als
ein Ergebnis dieser Arbeit tritt hervor, dass PTP1B den von EGF
induzierten Signalweg, möglicherweise
einschließlich
der Wege zahlreicher Krankheiten, einschließlich Brustkrebs, modulieren
kann.
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Bevorzugte Dephosphorylierung
eines 130 kDA Phosphotyrosin enthaltenden Proteins durch PTP-PEST
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Aliquots
von Pervanadat-behandelten HeLa Zelllysaten wurden auf Eis inkubiert,
wobei 50–100
verschiedene Phosphotyrosin enthaltende Proteine erhalten wurden,
wie es unter Verwendung des monoklonalen Anti-Phosphotyrosin Antikörpers G104
durch Immunoblotten des Zelllysats bestimmt wurde, um die Substratspezifität von PTP-PEST
in vitro festzustellen. Gereinigtes Volllängen PTP-PEST (unter Verwendung
von rekombinanten Baculovirus in Sf9 Zellen exprimiert), PTP-PEST
katalytische Domäne,
oder PTP1B katalytische Domäne
(37 kDa Form) wurde anschließend
zu dem Lysat hinzugegeben und Aliquots wurden zu verschiedenen Zeitpunkten
für eine
Analyse mittels SDS-PAGE entfernt, gefolgt von Anti-Phosphotyrosin
Immunoblotten.
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Überraschenderweise
wurde eine bedeutende 130 kDa Anti-Phosphotyrosin Bande (p130) durch PTP-PEST
innerhalb von 10 Minuten selektiv dephosphorylisiert, wohingegen
die Intensität
all der anderen Banden selbst nach 60 Minuten Inkubation mit PTP-PEST
im Wesentlichen unverändert
war. Lange Inkubationen mit höheren
Konzentrationen an PTP-PEST
(größer als
100-fach) führten
zu der vollständigen
Entfernung aller Phosphotyrosinbanden von dem Lysat. Bei all den
getesteten Bedingungen wurde allerdings p130 gefunden schneller
als alle anderen vorliegenden Banden dephosphorylisiert zu werden.
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Die
selektive Dephosphorylierung von p130 durch PTP-PEST wurde ebenso
unter Verwendung einer trunkierten Form der Phosphatase (Aminosäurereste
1–305)
beobachtet, welche im Wesentlichen ausschließlich die katalytische Domäne des Enzyms
enthielt. Dieses Ergebnis legt nahe, dass die beachtliche Substratbevorzugung,
welche durch PTP-PEST in dieser Analyse gezeigt wird, eine inhärente Eigenschaft
der Phosphatase katalytischen Domäne ist, wohingegen die C-terminalen
500 Aminosäurereste
eine wenig unterscheidbare Wirkung auf die Substratspezifizität des Enzyms
aufweisen.
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Die
Spezifizität
der Wechselwirkung zwischen PTP-PEST und p130 wurde unter Verwendung
der katalytischen Domäne
von PTP1B (Aminosäurereste
1–321)
in Dephosphorylisierungsreaktionen behandelt. Falls bei einer ähnlichen
molaren Konzentration zu jener hinzugegeben, welche für PTP-PEST
verwendet wurde, wurde von PTP1B gefunden (innerhalb von 15 Minuten)
die meisten der Phosphotyrosin enthaltenden Proteine vollständig und
schnell zu dephosphorylieren, welche in dem Pervanadat-behandelten
HeLa Lysat vorliegen. Darüber
hinaus war der zeitliche Verlauf einer Dephosphorylierung von p130
nicht signifikant schneller als jener der anderen Phosphotyrosinbanden,
welche durch PTP1B dephosphoryliert wurden. Es sollte allerdings
angemerkt werden, dass diese in vitro Dephosphorylierungsergebnisse
für die
Substratspezifität
von PTP1B in vivo aus mehreren Gründen nicht wahrhaftig illustrativ
sind. Zuerst wurde ausschließlich
die isolierte katalytische Untereinheit in diesem bestimmten Versuch
verwendet. Darüber
hinaus kann eine in vivo Substratspezifität aufgrund der intrazellulären Verteilung
sowohl dem PTP als auch den möglichen
Substraten ziemlich verschieden sein. Das heißt, dass bei in vitro Dephosphorylierungsversuchen
Substrate verwendet werden können,
welche durch das PTP dephosphoryliert werden können, zu welchen es allerdings
keinen Zugang in vivo aufweist. Das Phänomen einer unterschiedlichen
Substratspezifität
in Abhängigkeit
von verschiedenen physiologischen Zusammenhängen wird durch einen Vergleich
dieser Daten mit der vorstehend beschriebenen in vivo PTP1B Arbeit
illustriert, worin PTP1B eine Spezifizität für ausschließlich drei Proteine zeigte.
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Identifikation von Phosphotyrosin
enthaltenden p130 Protein als p130cas durch
Substratfangen(trapping)
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Pervanadat-behandeltes
HeLa-Zelllysat wurde mittels Anionen Austausch Chromatographie fraktioniert
und Aliquots der Fraktionen wurden durch SDS-PAGE analysiert, gefolgt
durch Immunoblotten mit Anti-Phosphotyrosin oder Anti-p130cas Antikörpern.
Aliquots von allen analysierten Proben wurden anschließend mit
einer Affinitätsmatriz
inkubiert, welche ein Substrat fangende PTP-PEST Mutante enthielt,
umfassend Volllängen
PTP-PEST, in welchen Asp199 zu Alanin (D199A) geändert ist, gebunden an kovalent
gebundene Protein A-Sepharose/Antikörper (AG25) Kügelchen.
Mit PTP-PEST assoziierte Proteine wurde anschließend durch SDS-PAGE analysiert,
gefolgt von Immunoblotten mit Anti-Phosphotyrosin oder Anit-p130cas Antikörpern.
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Anti-Phosphotyrosin
Immunoblotten der Säulenfraktionen
zeigte, dass die p130 Phosphotyrosinbande als ein einzelner Peak
in Fraktionen 11–14
(ungefähr
0,3 M NaCl) eluierte. Aufgrund der Menge bzw. Häufigkeit von Tyrosinphosphoryliertem
p130 in HeLa Lysaten, erschien es wahrscheinlich, dass p130 ein
zuvor identifiziertes Phosphotyrosinenthaltendes 130 kDa Protein
darstellt. Mehrere mögliche
Kandidaten wurden in der Literatur identifiziert, einschließlich der
fokalen Adhäsionskinase
p125FAK, ras-GAP, gp130 und p130cas. Von diesen Kandidaten wurden p130cas als eine besonders bedeutende Phosphotyrosinbande
in einer großen
Varietät von
Systemen identifiziert, einschließlich v-crk (Mayer and Hanafusa,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 87 (1990) 2638–2642; Mayer et al., Nature,
332 (1988) 272–275)
und src (Kanner et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 87 (1990) 3328–3332; Reynolds
et al., Mol. Cell. Biol., 9 (1989) 3951–3958) transformierte Fibroblasten,
Integrinmediierte Zelladhäsion
(Nojima et al., J. Biol. Chem., 270 (1995) 15398–15402; Petch et al., J. Cell
Science, 108 (1195) 1371–1379;
Vuori und Ruoslahti, J. Biol. Chem., 270 (1995) 22259–22262)
und PDGF stimulierte 3T3 Zellen (Rankin und Rozengurt, J. Biol.
Chem., 269 (1994) 704–710).
-
Daher
wurde durch Immunoblotten der Mono Q Fraktionen unter Verwendung
eines Antikörpers
gegen p130cas die Möglichkeit getestet, das die
p130 Phosphotyrosinbande p130cas entspricht.
Die 130 kDa Bande, welche p130cas entspricht,
eluierte in den gleichen Fraktionen wie die p130 Tyrosinphosphorylierte
Bande und zeigte ein ähnlich
scheinendes Molekulargewicht, was nahelegt, dass sie das gleiche
Protein darstellen könnten.
Darüber hinaus
wurde von p130cas gefunden, welches von
diesen Fraktionen Immunopräziptiert
wurde, auf Tyrosinreste phosphoryliert zu sein.
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Eine
Mutantenform von PTP-PEST (D199A) wurde mittels stellengerichteter
Mutagenese erzeugt, und das Mutantenenzym wurde gereinigt, gefolgt
einer Expression unter Verwendung von rekombinantem Baculovirus.
Falls unter Verwendung von Tyrosinphosphoryliertem RCM-Lysozym Substrat
geprüft,
zeigte das gereinigte Mutantenenzym eine spezifische Aktivität auf, welche
ungefähr
10,000fach geringer als jene des Wildtypenzyms war (Garton und Tonks,
unveröffentlichte
Daten). Dieses gereinigte Protein wurde an eine Affinitätsmatriz
gebunden, welche einen anti-PTP-PEST monoklonalen Antikörper (AG25)
umfasste, welcher an Protein A-Sepharose Kügelchen kovalent gebunden war,
und anschließend
mit jeder der Mono Q Fraktionen inkubiert wurde. Nach 45 Minuten
Inkubation wurden mit der Mutanten-PTP-PEST assoziierte Proteine
durch Zentrifugation gesammelt, die Kügelchen wurden gewaschen und
SDS-PAGE Probenbuffer wurde hinzugegeben. Assoziierte Proteine wurden
anschließend
durch Immunoblotten unter Verwendung des monoklonalen Anti-Phosphotyrosin
Antikörpers
G104 analysiert.
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Von
dem Mutant-PTP-PEST Protein wurde gefunden, mit einem einzelnen
Phosphotyrosin enthaltenden Protein zu assoziieren, wobei das Molekulargewicht
(130 kDa) und Mono Q Elutionsstelle (Fraktionen 11–14) davon
mit jenen von p130cas übereinstimmten. Immunoblotten
der PTP-PEST assoziierten Proteine unter Verwendung des p130cas Antikörpers
zeigte, dass das 130 kDa Tyrosinphosphorylierte Protein, welches durch
das Mutant-PTP-PEST gefangen ist, in der Tat p130cas ist.
Diese Daten unterstützen
weiterhin die Annahme, dass p130cas ein
möglicherweise
physiologisch bedeutendes Substrat für PTP-PEST darstellt.
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Bestimmen der strukturellen
Eigenschaften von PTP-PEST, welches in die spezifische Wechselwirkung
mit Tyrosinphosphoryliertem p130cas eingebunden
ist
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Die
Wechselwirkung zwischen p130cas und PTP-PEST
wurde weiterhin in Substrat Fang Versuchen unter Verwendung verschiedener
gereinigter Formen von PTP-PEST untersucht, um Proteine von Pervanadat-behandelten
HeLa Lysaten zu präzipitieren.
Mehrere Affinitätsmatrizen
wurden mit Pervanadat-behandelten HeLa Zelllysat inkubiert und Proteine,
welche mit den Kügelchen
assoziiert sind, wurden durch SDS-PAGE analysiert, gefolgt durch
Immunoblotten mit Anti-Phosphotyrosin oder Anti-p130cas Antikörpern.
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Von
der Wildtyp Volllängen
Phosphatase wurde gefunden, keine stabile Assoziation mit Tyrosinphosphoryliertem
p130cas zu bilden, wohingegen sowohl das
PTP-PEST (D199A) Mutantenprotein als auch eine Mutante, welche den
aktiven Stelle Cysteinrest (C231S) nicht aufwies, p130cas von
dem Lysat spezifisch präziptierte.
Die Unfähigkeit
der Wildtyp Phosphatase Tyrosinphosphoryliertes p130cas zu
präziptieren,
widerspiegelt vermutlich die transiente Beschaffenheit der gewöhnlichen
Wechselwirkung zwischen PTP-PEST und Tyrosinphosphorylierte p130cas wieder, auf welche wahrscheinlich geschlossen
werden kann, sobald p130cas durch PTP-PEST
dephosphoryliert ist.
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Da
die C-terminalen 500 Aminosäuren
von PTP-PEST mehrere Prolinreiche Bereiche umfassen, welche an src
Homologie-3 (SH3) Domäne
Bindesequenzen erinnern, erschien es plausibel, dass die Spezifizität der Wechselwirkung
zwischen PTP-PEST und p130cas zu einem gewissen
Grad von einer Assoziierung dieser Segmente mit der SH3 Domäne von p130cas abhängen
könnte.
Der mögliche
Beitrag des C-terminalen Segments von PTP-PEST in der beobachteten
spezifischen Wechselwirkung von PTP-PEST mit p130cas wurde
daher im weiteren Substrat Fangversuchen unter Verwendung von GST
Fusionsproteinen behandelt, welche die katalytische Domäne von PTP-PEST
sowohl in Wildtyp als auch Mutant (D199A) Formen alleine enthielten. Die
Mutant-katalytische Domäne
von PTP-PEST fusioniert an GST wurde gefunden die p130cas Phosphotyrosinbande
spezifisch zu präzipitieren,
wohingegen sowohl das Wildtypfusionsprotein als auch GST alleine p130cas nicht präzipitierten. Die spezifische
Wechselwirkung zwischen PTP-PEST und p130cas,
welche in diesen Versuchen beobachtet wurde, scheint daher eine
intrinsische Eigenschaft der katalytischen Domäne von PTP-PEST zu sein, welche
der beobachteten Vorliebe der aktiven PTP-PEST katalytischen Domäne für eine Dephosphorylierung
von p130cas in vitro nacheifert.
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Spezifizität einer
Wechselwirkung zwischen Mutant-PTP-PEST und am Tyrosin phosphoryliertem
p130cas
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Hinsichtlich
der relativen Menge von am Tyrosin phosphoryliertem p130cas in dem Pervanadat-behandelten HeLa-Zelllysat,
wurde die Möglichkeit,
dass das beobachtete selektive Binden von PTP-PEST inaktiven Mutant-Proteinen
an p130cas Substrat gerichtet (was die Menge
dieses potentiellen Substrats relativ zu anderen Phosphotyrosin
enthaltenden Proteinen reflektiert, welche in dem Lysat vorliegen)
eher als enzymgerichtet war (was eine wirkliche Substratbevorzugung
von PTP-PEST reflektiert) in Betracht gezogen; wobei diese Möglichkeit
auf zwei Arten in Betracht gezogen wurde. Zuerst wurden inaktive
Mutantformen der katalytischen Domäne von PTP1B verwendet, um
potentielle Substrate für
dieses Enzym von den Pervanadat-behandelten HeLa-Zelllysaten zu
fangen. Es wurde wiederum gefunden, dass die Wildtyp Phosphatase
zu einer stabilen Wechselwirkung mit irgendeinem Phosphotyrosin
enthaltendem Protein nicht in der Lage war, wohingegen Mutantvarianten
der PTP1B Phosphatasedomäne
(welche Cys oder Asp Mutationen analog zu jenen umfassten, welche
vorstehend für
PTP-PEST beschrieben wurden) mit vielen Tyrosinphosphoryliertem
Proteinen assoziiert waren. Dies war besonders für die Asparaginsäure Mutante
von PTP1B (D181A) offensichtlich, von welcher es schien, im Wesentlichen
alle Phosphotyrosin enthaltenden Proteine von dem Lysat mit ähnlicher Effizienz
zu präziptieren.
Diese Daten unterstreichen die spezifische Beschaffenheit der Wechselwirkung
zwischen PTP-PEST und p130cas, welche eine
Eigenschaft zu sein scheint, welche der PTP-PEST katalytischen Domäne eher
als eine Eigenschaft eigen ist, welche von allen PTP katalytischen
Domänen
geteilt wird.
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Die
Spezifizität
der Wechselwirkung zwischen PTP-PEST und p130cas wurde
weiterhin folgend einer Pervanadat-Behandlung von mehreren verschiedenen
Zelllinien (Wi38, 293, COS, MCF10A, C2C12, MvLu) behandelt, was
eine verschiedene Anordnung von Tyrosinphosphorylierten Proteinen
in jedem Fall ergab; die erhaltenen Lysate wurden mit SDS-PAGE analysiert,
gefolgt von Anti-Phosphotyrosin Immunoblotten. Aliquots wurden mit
PTP-PEST (D199A) Affinitätsmatriz
oder Kontrollmatriz inkubiert, und mit PTP-PEST assoziierende Tyrosinphosphorylierte
Proteine wurden durch SDS-PAGE und Immunoblotten mit Anti-Phosphotyrosin oder
Anti-p130cas Antikörpern wie vorstehend beschrieben
analysiert.
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In
jedem Fall präziptierte
das D199A Mutant-PTP-PEST Protein eine einzelne breite Phosphotyrosinbande
mit einem ersichtlichen Molekulargewicht zwischen 120 und 150 kDa
in verschiedenen Zelllinien, wohingegen die Affinitätsmatriz
alleine kein Phosphotyrosin enthaltendes Protein präziptierte.
Immunoblotten der Präziptate
mit einem p130cas Antikörper zeigte, dass das Protein,
welches von allen Zelllysaten präziptierte, p130cas entspricht; wobei die beobachtete Molekulargewichtsvariation
zwischen verschiedenen Zelllinien vermutlich entweder Speziesunterschiede
in dem Molekulargewicht von p130cas oder
eine Expression verschieden alternativ gespleißter Formen widerspiegelt (Sakai
et al., EMBO J., 13 (1994) 3748–3756).
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Die
relative Menge von Tyrosinphosphoryliertem p130cas in
den PTP-PEST Präziptaten
schien näherungsweise
mit der Menge von p130cas Protein in den
Lysaten (Daten nicht gezeigt) zu korrelieren.
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Ohne
Berücksichtigung
der Menge an Tyrosinphosphoryliertem p130cas in
den Lysaten war überraschenderweise
p130cas ausnahmslos das ausschließliche Phosphotyrosin
enthaltende Protein in den Präzipitaten,
sogar in 293 Zellen Lysaten, welche sehr wenig p130cas Protein
enthielten, welche aber eine große Varietät von anderen häufig Tyrosinphosphorylierten
Proteinen zeigten. Ähnlich
dazu trat keine sichtbare Phosphorylierung in irgendeiner Phosphotyrosinbande
auf (Garton und Tonks, nicht veröffentlichte
Daten), falls Lysate von pervanadat behandelten 293 Zellen (welche
Tyrosinphosphoryliertes p130cas in Mengen
enthalten, welche durch Anti-Phosphotyrosin Immunoblotten des Lysats
nicht nachweisbar sind), mit aktivem PTP-PEST inkubiert wurden.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Affinität von PTP-PEST für p130cas wesentlich größer als für irgendein anderes vorliegendes
Substrat ist und betont weiterhin die bemerkenswerte Substrat Selektivität von PTP-PEST
für p130cas.
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Vanadat-Inhibierung von
am Tyrosin phosphorylierter p130cas Assoziation
mit Mutant-PTP-PEST
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Eine
beständige
Beobachtung dieser Arbeit war, dass, im Gegensatz zu dem inaktiven
Mutant-PTP-PEST, das Wildtyp Enzym nicht in einen stabilen Komplex
mit am Tyrosin phosphoryliertem p130cas assoziierte,
was nahe legt, dass die beobachtete Assoziation auf eine aktive
Stelle gerichtet ist. Um diese Möglichkeit
zu untersuchen wurde Mutant-PTP-PEST
(D199A) mit dem PTP-Inhibitor Vanadat zu verschiedenen Konzentrationen
vor einer Zugabe von Pervandat behandelten HeLa Zelllysat inkubiert.
Das Ausmaß einer
Assoziation von p130cas mit PTP-PEST wurde
anschließend
analysiert. PTP-PEST Affinitätsmatriz,
welche Volllängen
PTP-PEST (D199A) umfasste, welches an kovalent gebundene Protein
A-Sepharose/Antikörper (AG25)
Kügelchen
gebunden war, wurde für
10 Minuten auf Eis in der Anwesenheit von verschiedenen Konzentrationen
von Natriumorthovanadat inkubiert. Die Proben wurden anschließend mit
Aliquots des Pervanadat behandelten HeLa Zellen Lysats inkubiert;
assoziierte Proteine wurden durch SDS-PAGE und Immunoblotten mit
Anti-Phosphotyrosin oder Anti-p130cas Antikörpern analysiert.
Die Aktivität
des Wildtyp PTP-PEST wurde ebenso unter den gleichen Bedingungen
bestimmt, wobei Tyrosinphosphoryliertes 32P
markiertes RCM-Lysozym als Substrat verwendet wurde.
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Von
der Assoziation wurde gefunden durch Vanadat wirksam unterbrochen
zu werden, mit einer Konzentrationsabhängigkeit ähnlich zu einer Vanadat Inhibierung
des Wildtyps PTP-PEST, wobei eine vollständige Unterbrechung bei 10mM
Vanadat beobachtet wird. Da eine PTP Inhibierung durch Vanadat vermutlich
von einer direkten Wechselwirkung von Vanadat mit dem aktiven Stellen
Cysteinrest des Enzyms (Denu et al., Proc. Natl. Acad. Sci., USA
93 (1996) 2493–2498)
herrührt,
stützt
dieses Ergebnis die Hypothese, dass die stabile Assoziierung von
Mutant-PTP-PEST mit Tyrosinphosphoryliertem p130cas durch
direkte Wechselwirkungen zwischen aktiven Stellenresten in PTP-PEST,
insbesondere der aktive Seiten Cysteinrest und Phosphotyrosin Reste
in p130cas, mediiert wird.
-
Assoziation von endogenem
p130cas mit transfiziertem Mutant-PTP-PEST
in COS Zellen
-
Die
vorliegend beschriebene Arbeit legt nachhaltig nahe, dass p130cas ein mögliches,
physiologisch bedeutendes Substrat für PTP-PEST darstellt. Um festzustellen,
ob PTP-PEST mit p130cas in intakten Zellen wechselwirkt,
wurden COS Zellen mit Plasmiden transfiziert, welche Wildtyp oder
Mutantformen von PTP-PEST (D199A oder C215S) kodieren. Die Zellen
wurden 30 Minuten vor einer Lyse mit Pervanadat behandelt, PTP-PEST
Proteine wurden Immunopräzipitiert,
und assoziierte Tyrosinphosphorylierte Proteine wurden durch Anti-Phosphotyrosin
Immunoblotten der erhaltenen Präzipitate
analysiert. Lysate wurden ebenso mit kovalent gebundenen Protein
A-Sepharose/Anti-PTP-PEST (AG25) Kügelchen inkubiert und assoziierte Proteine
wurden durch SDS-PAGE und Immunoblotten mit Anti-Phosphotyrosin Antikörper analysiert.
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Unter
diesen Bedingungen war die p130cas entsprechende
Phosphotyrosin enthaltende Bande wiederum als einzige befähigt mit
dem C231S PTP-PEST Protein zu assoziieren, was anzeigt, das p130cas durch PTP-PEST als ein Substrat in einem
intrazellulären
Zusammenhang in der Anwesenheit einer großen Anzahl von alternativ möglichen
Substraten spezifisch ausgewählt
werden kann. Weder die Wildtyp noch die D199A Form von PTP-PEST
konnte eine stabile Wechselwirkung mit Tyrosinphosphoryliertem p130cas in mit Pervanadat-behandelten COS Zellen
eingehen.
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Das
Binden von sowohl Wildtyp als auch D199A PTP-PEST an Tyrosinphosphoryliertes
p130cas unter diesen Bedingungen ist sehr
wahrscheinlich durch die Anwesenheit von Pervanadat verhindert,
welches an den aktiven Stellen Cysteinrest von PTP-PEST gebunden
ist (Denu et al., Proc. Natl. Acad. Sci., USA 93 (1996) 2493–2498),
was das Binden von Phosphotyrosin Resten von p130cas wirksam
ausschließt.
Die Befähigung des
C231S Mutant-PTP-PEST
in einen stabilen Komplex mit p130cas in
der Anwesenheit von Pervanadat zu assoziieren, legt nahe, dass dieses
Mutantenprotein durch Pervanadat größtenteils nicht beeinträchtigt wird, was
anzeigt, dass der gewöhnliche
Inhibierungsmodus von PTPs durch Vanadationen von direkten Wechselwirkungen
zwischen Vandadat und dem Thiolatanion des PTP aktiven Stelle Cysteinrests
kritisch abhängt.
Diese Beobachtungen stützen
daher weiterhin das Vorliegen einer exklusiven Wechselwirkung zwischen PTP-PEST
und p130cas, welches gänzlich auf die aktive Stelle
gerichtet zu sein scheint und daher die wirkliche, inhärente, hoch
beschränkte
Substrat Bevorzugung von PTP-PEST für p130cas widerspiegelt.
-
Die
hier beschriebenen Ergebnisse implizieren p130cas als
ein physiologisch relevantes Substrat für PTP-PEST. Darüber hinaus
legt die beobachtete Stringenz und Ausschließlichkeit der Wechselwirkung
zwischen PTP-PEST und p130cas in einer großen Varietät von Zelllinien
nahe, dass p130cas ein Substrat einzigartig hoher
Affinität
für PTP-PEST
sein kann, obgleich die Möglichkeit,
dass andere wesentliche PTP-PEST Substrate existieren können, derzeit
nicht ausgeschlossen werden kann. Es ist insbesondere unklar, ob
Pervanadat behandelte Zellen ein komplettes Spektrum aller möglichen
Tyrosinphosphorylierten Protein zeigen; in der Tat scheint dies
unwahrscheinlich, da eine Behandlung mit Pervanadat vermutlich nur
in einer Zunahme bei einer Tyrosin phosphorylierung von Proteinen
führt,
welche zu einem gewissen Grad konstitutiv phosphoryliert sind, welche
allerdings für
gewöhnlich
in der Zelle schnell dephosphoryliert werden. Mögliche Substrate, welche von Pervanadat
behandelten Zellen fehlen, umfassen daher vermutlich Substrate von
Protein Tyrosin Kinasen (PTKs), welche für gewöhnlich in einem inaktiven Zustand
vorliegen, wie beispielsweise Ligand-stimulierte Rezeptor PTKs und
die jüngst
beschriebene Kalzium regulierte Kinase PYK2 (Lev et al., Nature
376 (1995) 737–745). Ohne
Berücksichtigung
dieser Betrachtungen zeigt die Befähigung von PTP-PEST p130cas ausschließlich als ein Substrat von
Lysaten von mehreren verschiedenen Zelllinien auszuwählen, welche
eine kombinierte Gesamtheit von zumindest 100 verschiedenen möglichen
Substraten enthalten (wobei viele von denen vermutlich Multipel-Phosphorylierungsstellen
enthalten), eindeutig, dass die Substratspezifität von PTP-PEST hoch beschränkt ist.
-
Viele
intrazelluläre
PTPs sind in ihrer Substrat Verfügbarkeit
aufgrund einer starken Beschränkung
in einer bestimmten subzellullaren Lokalisierung begrenzt; Beispiel
umfassen PTP1B, welches an dem cytoplasmatischen Äußeren des
endoplasmatischen Reticulums (Frangioni et al., Cell 68 (1992) 545–560) lokalisiert ist,
und TCTPT, welches weder nuklear (Tillmann et al., Mol. Cell. Biol.,
14 (1994) 3030–3040)
oder an dem endoplasmatischen Reticulum lokalisiert vorliegt, in
Abhängigkeit
von welcher alternativ gespleißten
Form exprimiert wird (Lorenzen et al., J. Cell. Biol. 131 (1995)
631–643).
Alternativ dazu scheinen bestimmte PTPs hoch reguliert zu sein,
was eine Aktivierung benötigt
bevor eine nennenswerte Aktivität
gezeigt werden kann. Beispielsweise zeigen die SH2 Domänen enthaltenen
PTPs, SHP1 und SHP2, eine relativ geringe Aktivität in vitro,
wobei sie allerdings durch mehrere Mechanismen, einschließlich einer
C-terminalen Trunkation (Zhao et al., J. Biol. Chem., 268 (1993)
2816–2820),
durch Zugabe von bestimmten Phospholipiden (Zhao et al., Proc. Natl.
Acad. Sci. USa, 90 (1993) 4251–4255)
oder SH2 Domänen
mit Binden von geeigneten Phosphotyrosin enthaltenden Peptiden (Lechleider
et al., J. Biol. Chem., 268 (1993) 21478–21481), beträchtlich
aktiviert werden können.
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PTP-PEST
weist jedoch eine hohe spezifische Aktivität in vitro auf (35.000 E/mg),
und ist überwiegend (90
%–95 %)
ein lösliches
PTP in Zellen (Garton und Tonks, nicht veröffentlichte Daten); grundsätzlich kann
es daher auf irgendein Substrat wirken, welches dem Cytoplasma zugänglich ist.
Diese Zugänglichkeit
kann die Notwendigkeit von PTP-PEST
teilweise unterstreichen eine inhärent beschränkte Substratspezifität aufzuweisen.
Das Aufzeigen, dass Mutant-PTP-PEST mit p130cas in
einem intrazellulären
Zusammenhang in der Anwesenheit von vielen anderen Tyrosinphosphorylierten
Proteinen ausschließlich
assoziieren kann, ist eine Anzeige, dass die enge Substratspezifität des Enzyms
zu einem PTP-PEST führen
kann, das einen geringfügigen Einfluss
auf den Phosphorylierungszustand der Mehrheit von Tyrosinphosphorylierten
Proteine in der Zelle aufweist, obgleich jene Substrate zum großen Teil
PTP-PEST zugänglich
sind.
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Die
Rolle von p130cas in zellulärer Transformation
durch v-crk und c-src Onkogene ist unklar, obgleich eine allgemeine
Korrelation zwischen dem Niveau einer Tyrosin Phosphorylierung von
p130cas und dem Grad einer Transformation
in Zellen besteht, welche verschiedene Formen von crk oder src exprimieren
(Kanner et al., EMBO J., 10 (1991) 1689–1698; Mayer und Hanafusa,
J. Virol., 64 (1990) 3581–3589).
Darüber
hinaus wurde eine erhöhte
Tyrosin Phosphorylierung von p130cas ebenso
in Zellen beobachtet, welche durch c-Ha-ras und durch Ornithin-Decarboxylase Überexpression
transformiert sind (Auvinen et al., Mol. Cell. Biol., 15 (1995) 6513–6525).
Eine Expression von p130cas in diesen Zellen
kodierender antisense cDNA führt
zu einer teilweisen Umkehr bzw. Rückartung des transformierten
Phänotyps.
Diese Beobachtungen legen nahe, dass eine fehlerhafte Tyrosinphosphorylierung
von p130cas eine gemeinsame Eigenschaft
von Zellen ist, welche durch mehrere ungleiche Mechanismen transformiert
werden, und dass p130cas für eine vollständige Manifestation des
transformierten Zustands erforderlich sein kann. Dephosphorylierung
von p130cas durch PTP-PEST stellt daher
einen möglicherweise
wichtigen regulatorischen Mechanismus für ein Entgegenwirken der transformierenden
Wirkungen vieler Onkogene dar.
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Tyrosin-Phosphorylierng
von p130cas wurde in Fibroblasten nach Integrin
vermittelter zell-Adhäsion
an extrazelluläre
Matrixproteine beobachtet (Nojima et al., J. Biol. Chem. 270 (1995),
15398–15402;
Petch et al., J. Cell Science 108 (1995), 1371–1379; Vuori and Ruoslahti,
J. Biol. Chem. 270 (1995), 22259–22262). Unter diesen Bedingungen,
unter Verwendung eines Antikörpers
(4F), der hauptsächlich
am Tyrosin-phosphoryliertes p130cas erkennt,
(Kanner et al., EMBO J. 10 (1991), 1689–1698; Petch et al., J. Cell
Science 108 (1995), 1371–1379)
wurde gezeigt, dass phosphoryliertes p130 an fokalen Adhäsionen lokalisiert
ist (Petch et al., J. Cell Science 108 (1995), 1371–1379),
während
Fraktionierungsstudien zeigten, dass die normale zelluläre Lokalisierung
der Hauptmenge des nicht phosphorylierten p130 das Cytosol ist (Sakai
et al., EMBO J. 13 (1994), 3748–3756).
Darüber
hinaus wird das am Tyrosin-phosphorylierte p130 in crk-transformieren
Fibroblasten nur in unlöslichen
Fraktionen aufgefunden (Sakai et al., EMBO J.13 (1994), 3748–3756),
was darauf hindeutet, dass die Zell-Adhäsions- und Transformations-vermittelte
Phosphorylierung von p130cas mit der Umverteilung des
Proteins aus dem Zytosol zu fokalen Adhäsionen assoziiert ist.
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Es
ist wahrscheinlich, dass die Umverteilung des am Tyrosin-phosphorylierten
p130 durch dessen Assoziierung mit FAK betrieben wird, das aufgrund
seiner C-terminalen fokalen Adhäsions-Zieldomäne konstitutiv
mit fokalen Adhäsionen
assoziiert ist (Hildebrand et al., J. Cell Biol. 123 (1993), 993–1005; Schaller
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89 (1992), 5192-5196). Die Sequestrierung
des am Tyrosin-phosphorylierten p130cas in
fokalen Adhäsionen
in transformierten Zellen und auch nach einer Integrin-vermittelten
Zell-Adhäsion weist
stark darauf hin, dass p130cas eine Rolle
bei Signalisierungsabläufen
in diesem Bereich der Zelle wahrnimmt. Eine Konsequenz der Umverteilung
von am Tyrosinphosphorylierte p130cas besteht
wahrscheinlich darin, dass zusätzlich
zu der Lokalisierung von p130cas in einem
Bereich der Zelle mit starker Tyrosinkinase-Aktivität, das phosphorylierte
Protein für
zytosolische Phosphatase PTP-PEST relativ unzugänglich ist. Dies eröffnet die
Möglichkeit,
dass die Rolle von PTP-PEST bei der Dephosphorylierung von p130cas darin bestehen kann, dass eine unzweckmäßige Tyrosin-Phosphorylierung
des cytosolischen p130cas-Pools verhindert
wird, so dass die Bildung von Signal-Komplexen, die sich um am Tyrosin-phosphoryliertes
p130cas anordnen, an nicht-geeigneten zellulären Orten
verhindert wird.
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Mehrere
mitogene Faktoren stimulieren stark eine Phosphorylierung von p130
cas am Tyrosin. Diese Mittel wirken durch
heterotrimere, mit G-Protein gekoppelte Rezeptoren, wie Lysophosphatidsäure (Seufferlein and
Rozengurt, J. Biol. Chem. 269 (1994), 9345–9351), Bradykinin (Leeb-Lundberg
et al., J. Biol. Chem. 269 (1994), 24328–24344), und Bombesin (Zachary
et al., J. Biol. Chem. 267 (1992), 19031–19034), sowie Wachstumsfaktoren,
die Rezeptor-Tyrosinkinasen aktivieren, d.h. PDGF (Rankin and Rozengurt,
J. Biol. Chem. 269 (1994), 704–710),
EGF und NGF (Ribon and Saltiel, J. Biol. Chem. 271 (1996), 7375–7380).
Diese Beobachtungen suggerieren eine Beteiligung von p130
cas bei den mitogenen Signalwegen, welche
wahrscheinlich einen Aufbau von Signalkomplexen beinhalten, die
auf am Tyrosin-phosphorylierten p130
cas beruhen.
Die Identitäten
der in diesen Komplexen vorhandenen Proteine ist nicht bekannt,
beinhalten jedoch wahrscheinlich SH2-Domänen enthaltende Adaptor-Proteine,
wie crk (Ribon und Saltiel, J. Biol. Chem. 271 (1996), 7375–7380),
und deren assoziierte Proteine (Feller et al., Oncogene 10 (1995),
1465–1473;
Hasegawa et al., Mol. Cell. Biol. 16 (1996), 1770–1776; Knudsen
et al., J. Biol. Chem. 269 (1994), 32781–32787; Matsuda et al., Mol.
Cell. Biol. 14 (1994), 5495–5500;
Tanaka et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91 (1994), 3443–3447). Tyrosin-Phosphorylierung
und Tyrosin-Dephosphorylierung
von p130
cas spielt daher möglicherweise
eine zentrale Rolle bei der Regulierung der Bildung derartiger Komplexe,
was stromabwärts
auftretende Vorfälle
bei der mitogenen Signalübertragung
beeinflußt. SEQUENCE
LISTING