DE69200046T2 - Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan durch Oxychlorierung von Ethylen mittels Kohlenstofftetrachlorid. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan durch Oxychlorierung von Ethylen mittels Kohlenstofftetrachlorid.

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Description

  • Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit einem Syntheseverfahren für 1,2- Dichlorethan durch Oxychlorierung von Ethylen mit Tetrachlorkohlenstoff. Durch die Chlorierung von Ethylen wird 1,2-Dichlorethan (D12) erhalten, aus dem durch einfache Pyrolyse Vinylchlorid (VC) und Chlorwasserstoffsäure (HCl) erhalten werden. HCl wird zur Herstellung von D12 gemäß der folgenden Oxychlorierungsreaktion rückgeführt:
  • (1) 2 C&sub2;H&sub4; + O&sub2; + 4 HCl -> 2 C&sub2;H&sub4;Cl&sub2; + 2 H&sub2;O
  • Diese Oxychlorierungsreaktion erlaubt die Veredelung des in der HCl enthaltenen Chlors.
  • Diese Verfahren sind in ULLMANN'S ENCYCLOPEDIA OF CHEMICAL INDUSTRY; 5. Auflage, Vol. A6, Seiten 263 - 270 und 283 - 291 beschrieben.
  • Ein Ziel der Erfindung ist die Veredelung des in dem CCl&sub4; enthaltenen Chlors. Tatsächlich wird im Verlauf der Synthese von Chlormethanen unausweichlich eine zu große Menge CCl&sub4; hergestellt. Die Anmelderin hat auf diese Weise festgestellt, daß dieses CCl&sub4; als Chlorquelle bei einer Oxychlorierungsreaktion von Ethylen verwendet werden kann, d.h., daß ein Gemisch aus CCl&sub4;, C&sub2;H&sub4; und O&sub2; (oder Luft) über einen Oxychlorierungskatalysator geleitet werden kann und D12 und geringe Mengen seiner höheren Homologen wie Tri- und Tetrachlorethan hergestellt werden können.
  • In FR-PS 2260551 wird die Oxychlorierung von schweren, chlorhaltigen Rückständen beschrieben, d.h. die Reaktion dieser Rückstände aus Ethylen - und Sauerstoff, durch die Perchlorethylen, Trichlorethan, Tetrachlorethan und D12 hergestellt werden können.
  • In der Patentanmeldung ZA-PS 71-5781, veröffentlicht am 27. März 1972, ist ein Oxychlorierungsverfahren von Ethylen zur Herstellung eines Gemisches aus Perchlorethylen und Trichlorethylen beschrieben.
  • Gemäß diesem Stand der Technik werden Ethylen, Sauerstoff und Chlor über einen Fließbett-Katalysator auf der Grundlage von Kupferchlorid auf einem porösen Träger bei einer Temperatur zwischen 410 und 440 ºC geleitet. Die Reaktion verläuft in Gegenwart von Tetrachlorkohlenstoff, der aus der Rückführung von aus dem Fließbett austretenden Produkten entstammt. Die aus dem Fließbett austretenden Produkte werden gekühlt, um Perchlorethylen, Trichlorethylen und Tetrachlorkohlenstoff zu kondensieren. Der letztere (CCl&sub4;) wird mit dem Einspeisegas (C&sub2;H&sub4;, Cl&sub2;, Luft) vermischt und somit in das Fließbett rückgeführt. Perchlorethylen und Trichlorethylen stellen wenigstens 50 Mol-% der chlorierten Produkte am Austritt aus dem Fließbett dar. Die CCl&sub4;-Menge ist konstant, sie erhöht sich nicht. Ihre Konzentration überschreitet 10 Mol-% im Verhältnis zu den organischen Komponenten am Eingang des Fließbettes nicht, was einigen Prozent im Verhältnis zu der Gesamtmenge der Gase am Eingang entspricht. Die Menge des als Cl&sub2; vorliegenden Chlors beträgt zwischen 40 und 75 % der chlorierten Reaktanden am Eingang des Fließbettes, ungefähr 2 bis 8 % liegen als HCl vor und der Rest sind organische Chlorverbindungen (darunter CCl&sub4;). Das Atomverhältnis von Sauerstoff zu Kohlenstoff am Eingang des Fließbettes beträgt zwischen 0,85 und 2. Die Bilanz dieser Reaktion ist demnach die Erzeugung von Perchlorethylen und Trichlorethylen durch Umsetzung von Ethylen, Chlor (Cl&sub2;) und Sauerstoff. Die vorliegende Erfindung unterscheidet sich sehr von diesem Verfahren, da hierbei D12 und in geringeren Mengen dessen höhere Homologe durch Umsetzen von Ethylen, CCl&sub4; und Sauerstoff hergestellt werden. Das Ziel der Erfindung ist demnach die Durchführung der Reaktion:
  • (2) CCl&sub4; + 2 C&sub2;H&sub4; + O&sub2; -> 2 C&sub2;H&sub4;Cl&sub2; + CO&sub2;
  • Die vorliegende Erfindung ist ein Syntheseverfahren für 1,2-Dichlorethan, dadurch gekennzeichnet, daß Tetrachlorkohlenstoff, Ethylen und Sauerstoff mit einem Oxychlorierungskatalysator bei einer zur Bildung von 1,2-Dichlorethan ausreichenden Temperatur in Kontakt gebracht werden und das 1,2-Dichlorethan dann von den Reaktionsprodukten abgetrennt wird.
  • Die Reaktion wird unter normalen Oxychlorierungsbedingungen im Festbett oder Fließbett mit einem beliebigen Katalysator auf der Grundlage von Aluminium, magnesiumhaltiger Kieselerde und Atapulgit durchgeführt, wobei der Katalysator Kupfer enthält, aber auch die üblichen Zusätze wie Kalium, Magnesium oder Seltene Erden enthalten kann.
  • Verwendbare Katalysatoren sind zum Beispiel in den Patentschriften FR 1 555 518, FR 2 260 551, FR 2 063 365, FR 2 213 259, FR 2 141 452, EP 255 156, EP 257 561 und EP 176 432 beschrieben.
  • Diese Katalysatoren bestehen im allgemeinen aus Kupferchlorid, das auf Aluminium mit einer spezifischen Oberfläche zwischen 50 und 450 m²/g und einer Korngröße zwischen 20 und 200 um aufgebracht ist. Die Menge an Kupferchlorid, bezogen auf Kupfer, kann zwischen 3 und 12 % der Gesamtmasse des Katalysators betragen.
  • Es können außerdem Katalysatoren verwendet werden, die aus einem Gemisch der zuvor genannten Katalysatoren und einer inerten Substanz wie Sand bestehen. Solche Katalysatoren sind in FR 2 242 143 und EP 377 364 beschrieben.
  • Diese Katalysatoren werden alle im Fließbett verwendet, der Erfindungsbereich wird jedoch nicht verlassen, wenn die Katalyse im Festbett durchgeführt wird.
  • Die Reaktionstemperatur beträgt zwischen 220 und 450 ºC, da die Notwendigkeit bekannt ist, bei einer Temperatur zu arbeiten, bei der die Umsetzung von CCl&sub4; nicht bei an C1 oxychlorierten Derivaten zum Stillstand kommt. Der angewendete Druck liegt zwischen Atmosphärendruck und den üblichen Grenzen für ein derartiges Verfahren, d.h. unterhalb von 10 bar.
  • Die Reaktion wird in Gegenwart von Sauerstoff durchgeführt, der am häufigsten in Form von Luft vorliegt.
  • Der Erfindungsbereich wird durch Zugabe von Chlorwasserstoffsäure nicht verlassen. Die Menge an Chlorwasserstoffsäure und Tetrachlorkohlenstoff können beliebig sein, d.h. die Reaktion gemäß der Erfindung liegt zwischen den beiden Reaktionsgleichungen (1) und (2).
  • Luftdurchsatz (Sauerstoffdurchsatz) und Ethylendurchsatz werden so eingestellt, daß eine nahezu vollständige Umsetzung von Ethylen erreicht wird und das HCl am Austritt nicht mehr vorliegt. Diese Einstellung ist dem Fachmann auf dem Gebiet der Oxychlorierung bekannt.
  • Vorteilhafterweise werden die Anteile an CCl&sub4; und Ethylen so gewählt, daß das CCl&sub4;/C&sub2;H&sub4;-Molverhältnis zwischen 0,4 und 1,6 beträgt.
  • Wird die Reaktion in Gegenwart von HCl durchgeführt, bezeichnet "CCl&sub4;" im CCl&sub4;/C&sub2;H&sub4;-Verhältnis die Summe der Molzahl von CCl&sub4; und einem Viertel der Molzahl von HCl.
  • Vorzugsweise werden die Anteile an Sauerstoff und Ethylen so gewählt, daß das O&sub2;/C&sub2;H&sub4;-Molverhältnis zwischen 3 und 10 beträgt, wobei O&sub2; als Luft berechnet wird. Dieses bedeutet, daß ein Verhältnis von 5 ein Mol Sauerstoff zu einem Mol Ethylen bezeichnet.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird Wasserdampf zu dem Reaktionsgemisch am Eingang des Katalysatorbettes gegeben. Dieses bedeutet, daß sich das Reaktionsgemisch aus C&sub2;H&sub4;, O&sub2; (Luft), CCl&sub4; (möglicherweise mit HCl) und H&sub2;O zusammensetzt.
  • Die Wassermenge kann beliebig sein und bis zu 2,5 Mol pro Mol CCl&sub4; am Eingang des Katalysatorbettes betragen.
  • Am Ausgang des Katalysatorbettes werden die Produkte mit dem Fachmann auf dem Gebiet der Oxychlorierung bekannten Hilfsmitteln wiedergewonnen, nämlich die Kühlung zur Kondensierung der weniger flüchtigen Produkte und deren Trennung von nichtumgesetzten Gasen, anschließend eine oder mehrere Destillationen.
  • Es wurde versucht, den Einfluß des Wassers dadurch zu erklären, daß der Tetrachlorkohlenstoff gemäß Reaktion (3):
  • (3) CCl&sub4; + 2 H&sub2;O -> 4 HCl + CO&sub2;
  • hydrolysiert wird und die so gebildete HCl gemäß der üblichen Reaktion (1):
  • (1) 2 C&sub2;H&sub4; + O&sub2; + 4 HCl -> 2 C&sub2;H&sub4;Cl&sub2; + 2 H&sub2;O
  • reagiert.
  • In den folgenden Beispielen sind als entsprechend dem Verhältnis von Katalysatorvolumen (erhöht, wenn es sich um eine Oxychlorierung im Fließbett handelt) zu Durchsatz der Reaktanden am Eingang des Bettes bei der Reaktortemperatur definierten Verweilzeiten diejenigen, die normalerweise bei einer Oxychlorierung verwendet werden.
  • Beispiel 1
  • In einen Glasreaktor mit einem Durchmesser von 24 mm, jedoch mit einer Querschnittsfläche von 4,2412 cm² (abzüglich des durchgängigen Heizelements) und einer Höhe von 1 Meter, über dem ein Expansionsgefäß angebracht ist, werden 160 g eines magnesiumhaltigen Kieselsäurekatalysators (spezifische Oberfläche 80 m²/g) gegeben, der mit 3,5 % Kupfer imprägniert worden ist und Kalium in einem K/Cu-Atomverhältnis von 0,6 und 2,1 % Seltene Erden enthält. Dieser Katalysator ist in der FR 2 125 748 beschrieben, deren Offenbarung in die vorliegende Patentanmeldung miteingeschlossen wird. Mikrokügelchen eines Kieselsäsurehydrogels werden mit Magnesiumchloridlösung imprägniert und danach calciniert, dann wird das erhaltene Pulver mit Kupferchlond imprägniert. Durch ein Regelsystem wird das Bett bei 340 ºC gehalten und es werden:
  • Luft mit 1303,1 mmol/Stunde
  • H&sub2;O mit 307,0 mmol/Stunde
  • CCl&sub4; mit 194,3 mmol/Stunde
  • C&sub2;H&sub4; mit 152,0 mmol/Stunde
  • eingeleitet.
  • Die Höhe des auf diese Weise erzeugten Fließbettes beträgt 77 cm und die Verweilzeit liegt bei 12 Sekunden.
  • Das den Reaktor verlassende Gas wird auf 18 ºC gekühlt und ergibt 22,9 g einer organischen Flüssigkeit mit der folgenden Zusammensetzung in Gew.%: Dichlorethylen Trichlorethylen (Tri) Perchlorethylen (Per) Teträchlorethan AS Tetrachlorethan Pentachlorethan Hexachlorethan AS = asymmetrisch S = symmetrisch
  • Das nach der Kondensation austretende Gas von 31,27 NLiter enthält 9,2 Volumen-% CO&sub2; und 12 Volumen-% Sauerstoff. Bei einer Temperatur von 18 ºC ist es frei von Ethylen und an Lösungsmittel gesättigt.
  • Die Umsatzrate von CCl&sub4; beträgt 50 % und die von Ethylen 99,8 %.
  • Beispiel 2
  • Der gleiche wie in Beispiel 1 beschriebene Reaktor wird verwendet, ist aber zusätzlich mit üblicherweise industriell verwendeten on-line-Meßinstrumenten für die die Oxychlorierungsreaktoren verlassenden Gase ausgerüstet. Die Reaktanden: Luft, Chlorwasserstoffsäure, Ethylen und Tetrachlorkohlenstoff werden über den gleichen wie in Beispiel 1 beschriebenen Katalysator geleitet. Die Verfahrensbedingungen, Temperatur, Verweilzeit, Durchsatz der Reaktanden am Eintritt, sowie der Durchsatz der überschüssigen Reaktanden am Austritt und die gebildeten Produkte sind in der Tabelle im Anhang unter der Überschrift Beispiel 2 angegeben. Die Umsatzrate von CCl&sub4; beträgt 47 %, diejenige von Ethylen 99,8 % und diejenige von Sauerstoff 79,7 %.
  • Beispiele 3 und 4
  • Mit der in Beispiel 1 beschriebenen Apparatur, die durch die in Beispiel 2 genannten analytischen Instrumente ergänzt wurde, werden zwei weitere Untersuchungen durchgeführt, deren Verfahrensbedingungen, Durchsatz der Reaktanden am Eintritt, sowie der Durchsatz der überschüssigen Reaktanden am Austritt und die gebildeten Produkte in der Tabelle im Anhang unter der Überschrift Beispiele 3 und 4 angegeben sind.
  • Als nicht erfindungsgemäßes Beispiel werden über den gleichen Katalysator wie in Beispiel 1 bei einer Temperatur von 340 ºC die folgenden Durchsätze geleitet: Luft mit 1303 mmol/h, CCl&sub4; mit 182 mmol/h, H&sub2;O mit 394 mmol/h; bei einer Verweilzeit von 11 Sekunden wurde ein CCl&sub4;-Umsatz von 39 % festgestellt. Anhang Beispiel Reaktortemperatur Verweilzeit in sec. Durchsatz beim Eintritt in mmol/h Luft Di + niedriger Penta CO&sub2; gesamt CCl&sub4; (analytisch) Umsatzrate

Claims (7)

1. Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan, dadurch gekennzeichnet, daß man Tetrachlorkohlenstoff, Ethylen und Sauerstoff mit einem Oxychlorierungskatalysator bei einer genügend hohen Temperatur zur Herstellung von 1,2 Dichlorethan in Berührung bringt und dann dieses letztere aus den Reaktionsprodukten abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Oxychlorierungskatalysator in einem Fließbett eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Chlorwasserstoffsäure zu den Ausgangsstoffen hinzu fügt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionstemperatur zwischen 220 und 450ºC liegt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasserdampf zu der Reaktionsmischung vor dem Oxychlorierungskatalysator zufügt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das molare Verhältnis Tetrachlorkohlenstoff (darin gegebenenfalls enthaltend Chlorwasserstoffsäure, bezogen auf CCl&sub4;) zu Ethylen zwischen 0,4 und 1,6 liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das molare Verhältnis O&sub2;/C&sub2;H&sub4; (O&sub2; bezogen auf Luft) zwischen 3 und 10 liegt.
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