DE67804C - Verfahren zur Vertilgung von Insecten - Google Patents

Verfahren zur Vertilgung von Insecten

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DE67804C
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DENDAT67804D
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C. STRZEMCKA, Erzherzoglicher Forstrath, in Teschen, Böhmen, und G. A. LOIBL in Ratibor
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N59/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing elements or inorganic compounds
    • A01N59/06Aluminium; Calcium; Magnesium; Compounds thereof
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A43FOOTWEAR
    • A43DMACHINES, TOOLS, EQUIPMENT OR METHODS FOR MANUFACTURING OR REPAIRING FOOTWEAR
    • A43D43/00Machines for making stitch lips, or other preparatory treatment of soles or insoles before fixing same
    • A43D43/02Machines for making stitch lips, or other preparatory treatment of soles or insoles before fixing same for making stitch lips by cutting

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Description

KAISERLICHES
ΡΑΤΕΝΤΑΜΤΛ^
Die grofsen Verheerungen, welche die »Nonne« (Liparis monacha) in den Nadelforsten Baierns, Preufsens und Oesterreichs neuerlich angerichtet hat, gaben die Veranlassung, Mittel und Wege zur Vertilgung dieses Insektes ausfindig zu machen. Dabei wurden nur solche Mafsnahmen in Betracht gezogen, welche die Vertilgung im Grofsen ermöglichen, ohne das Gedeihen der Pflanzen zu beeinträchtigen oder unverhältnifsmäfsige Kosten zu verursachen.
Gestützt auf diesbezüglich gemachte Beobachtungen dürfte die vorliegende Erfindung ein sehr wirksames und praktisch verwendbares Mittel zur Vertilgung der »Nonne«, sowie auch vieler anderer, der Land- und Forstwirthschaft schädlichen Insekten bieten.
Nachdem, wie bekannt, aufser der Nonne noch eine grofse Anzahl schädlicher Insekten im Raupenstadium durch Abfressen der Blätter und Nadeln der Gewächse ihr Vernichtungswerk betreiben, so kann ihrer Entwickelung dadurch indirect vorgebeugt werden, dafs man ihnen die Ernährung unmöglich macht. Dieser Zweck wird dadurch erreicht, dafs man Kalkhydrat in Staubform mittelst eines nachstehend beschriebenen Apparates auf die von den Schädlingen befallenen Gewächse bringt.
Das Kalkhydrat, welches durch diesen Apparat in Form einer Staubwolke unter Beobachtung des herrschenden Windstriches emporgetrieben wird, kann in jeder beliebigen Richtung auf Entfernungen bis zu 1 km und darüber fortgetrieben werden, vertheilt sich in der Atmosphäre und bedeckt die Baumkronen, die Baumschäfte, ja es dringt selbst in die feinsten Ritzen der Baumrinde ein. Die auf diese Weise gebildete Kalkstaubschicht überzieht alle Blätter und Nadeln, macht dieselben daher für die Raupen ungeniefsbar und tödtet dieselben nicht nur indirect durch Verhungern, sondern höchstwahrscheinlich auch direct durch das Eindringen in ihre Athmungsorgane.
Die in der atmosphärischen Luft enthaltene Kohlensäure verwandelt das Kalkhydrat in kohlensauren Kalk, in welcher Form derselbe für die Pflanzen nicht nur vollkommen unschädlich ist, sondern durch die atmosphärischen Niederschläge abgewaschen wird, zuBoden fällt und als Düngemittel vortheilhaft wirkt.
Wie bei so vielen der Bodencultur schädlichen Insekten, ist es auch bei der Reblaus das in überraschender Menge vorkommende Auftreten, welches alle Bemühungen der Menschen zu nichte machte, ja schliefslich die Weinbauern nöthigte, den Weinstock auszureifsen und den Boden durch scharfe Desinfectionsmittel für mehrere Jahre unfähig zu machen, organisches Leben zu tragen.
Da nun die Vermehrung der Reblaus dadurch vor sich geht, dafs die an den Wurzelfasern des Weinstockes sitzenden sogen. »Reblausammen« sich durch sechs bis acht auf einander folgende gleichartige Generationen vermehren, aus deren letzten Brüten die geflügelten »Ammen« entstehen, deren weitere Nachkommenschaft in einem Sommer bis auf die ungeheure Zahl von 30 Millionen anzuwachsen
vermag, so kann man den verheerenden Wirkungen der Reblaus nur dadurch einen Einhalt bieten, dafs man ihre zahlreiche Vermehrung hindert.
Dieses kann am besten in der Weise erreicht werden, dafs man die geflügelten Ammen vernichtet, da sodann dem Entstehen der weiteren, in so überaus grofsen Massen auftretenden Generation vorgebeugt wird. Da die geflügelten Ammen ihren Aufenthalt am Weinstock zwischen dessen Zweigen und Blättern haben, sich daselbst festsetzen und ihre Eier legen, wird ihrer Weiterverbreitung nur dadurch vorgebeugt, dafs man den Weinstock, sowie dessen Zweige, Ranken und Blätter, jeden Weinstock einzeln für sich, mit dem später beschriebenen Gaserzeuger derart behandelt bezw. dessen Gase auf die Gewächse einwirken läfst, dafs das ausströmende ■ Gift in Gasform in die· Athmungsorgane der Insekten dringt, die Ansaugung seitens der letzteren nachläfst und eine Betäubung der Insekten eintritt.
Sofort nach diesem Vorgange werden die Weinstöcke mittelst Kalkhydrats in Staubform, aus dem Staubapparat kommend, derart bearbeitet, dafs die Staubtheilchen selbst in die feinsten Fugen der Rinde gelangen und der Weinstock mehrere Millimeter hoch mit diesem Kalkhydrat umstäubt wird. Die durch das aus dem Gaserzeuger ausströmende Gas betäubten Rebläuse verlieren nun durch das Kalkhydrat, das in so feiner Vertheilung auf den Weinstock aufgetragen wurde, vollends ihren Halt, können sich nicht mehr ansaugen, finden keine Nahrung mehr, ihre Athmungswerkzeuge verstopfen sich und der Tod tritt ein.
Das den Weinstock umhüllende Kalkhydrat wird in seiner feinen Vertheilung durch die in der Atmosphäre vorhandene Kohlensäure in kohlensauren Kalk umgewandelt, und ist in dieser Form, einmal vom Regen abgewaschen, das vorzüglichste Mittel, den Boden zu düngen, wächst ja doch der beste Wein auf kalkigem Boden. Das Kalkhydrat kann ferner in dieser Mehlform in jeder Vegetationsperiode des Weinstocks unbeschadet auf denselben und so oft es erforderlich ist aufgetragen werden.
Die Herstellung des Kalkhydrats geschieht in der bekannten Weise, indem man den gebrannten Kalk in möglichst gleichförmigen Stücken in gemauerten Schoppen auf dem Boden ausbreitet und mit Wasser besprengt.
Hat die Entwickelung der Wasserdünste nachgelassen, so werden die Kalkstücke mit eisernen Rechen gewendet, nochmals und je nach Erfordernifs mit Wasser besprengt, bis der Kalk ohne Wasserüberschufs zerfallen ist; man schaufelt ihn sodann in Haufen, damit er besser durcharbeitet, und läfst abkühlen. Nach 24 Stunden wird das Kalkhydrat gesiebt, da es nur in Mehlform in der feinsten Vertheilung zur Anwendung gebracht werden kann, sodann in Säcke oder Fässer gepackt und zur Verbrauchsstelle gebracht.
Der Zerstäubungsapparat, welcher im Wald oder im Weinberg zur Anwendung kommt, besteht aus einem auf fahrbarem Gestell ruhenden geschlossenen Gehäuse, in welchem ein Ventilator angeordnet ist, und einem Einfülltrichter mit Rührwerk.
Das Rührwerk hat den Zweck, das in den Trichter eingeführte Kalkhydrat in das Gehäuse zu drängen.
Der Apparat wird durch eine Kurbel in Betrieb gesetzt. Das Gehäuse mündet in eine Ausflugöffnung, welche rund ist und an welcher ein Transportschlauch befestigt wird. Der Transportschlauch ist von solcher Länge, dafs das Kalkhydrat je nach Bedürfnifs in die Höhe und auf die höchsten Gipfel der Bäume oder tief in den Wald, den Weinberg hinauf oder in, das Feld getrieben werden kann.
Der Schlauch, der demzufolge aus mehreren Theilen, jeder von ca. 5 m, zusammengesetzt wird, ist aus dichter Leinwand gefertigt und durch eingenähte Ringe aus starkem Eisendraht verstärkt. Das freie Ende des Schlauches hat zwei Handhaben, damit dasselbe entweder in die Weite getragen oder mittelst Stangen, die an den Enden Haken haben, gehoben werden kann.
Die Bauart des Zerstäubungsapparates und die fahrbare Einrichtung desselben macht es möglich, dafs derselbe überall hingebrächt und leicht in Function gesetzt werden kann.
Durch Umdrehung der Kurbel wird das Rührwerk. und gleichzeitig der Ventilator bethätigt. Durch das Rührwerk wird das eingefüllte Kalkhydrat vor das Ausblasrohr des Ventilators gebracht, wodurch dasselbe von dem durch den Ventilator erzeugten Luftstrom erfafst und durch den Schlauch hindurch nach aufsen in Form eines Staubstrahles getrieben wird.
Die beiliegende Zeichnung stellt den zur Verwendung kommenden Gaserzeuger dar; derselbe besteht aus zwei aus Kupferblech getriebenen, in einander steckenden Gefäfsen ρ und p1, welche sich in die Rohre r r1 fortsetzen, die sich bei ο schneiden, so dafs das Rohr r1 von pl in das von ρ hineinragt.
Das Gefäfs ρ wird mit Spiritus gefüllt, während in das Gefäfs p1 Salzsäure und Braunstein als Chlorentwickler eingefüllt werden. Die beiden Gefäfsepp1 sind in ein Blechgehäuse q eingeschlossen, auf dessen Boden eine gewöhnliche Heizlampe (Petroleumlampe) s placirt ist, welche, angezündet, die beiden Geiäkepp1 mit ihrem Inhalt gleichzeitig erhitzt.
■ Durch die Erhitzung der beiden Gefäfse findet in denselben eine rapide Verdampfung

Claims (1)

  1. und Gasentwickelung statt. Das Chlorgas entweicht mit Spannung aus Gefäfsj?1, wird vom Spiritusdampf' aus dem Kolben ρ mitgerissen und das Gemisch tritt bei r2 aus.
    Der Spiritusdampf darf sich nicht entzünden; die gemeinschaftlichen Gase und Dämpfe verursachen beim Bestreichen des Weinstockes eine sofortige Lähmung der Insekten; dieselben fallen entweder gleich oder später beim Auftragen des Kalkhydrats zu Boden und gehen zu Grunde.
    Paten τ-Ansprüche:
    i. Verfahren zur Vertilgung von Insekten auf Bäumen und Sträuchern, insbesondere auf Weinstöcken, bestehend in dem Einhüllen solcher Pflanzen in eine künstlich erzeugte Wolke von Staub aus Kalkhydratpulver.
    Eine für Rebstöcke bestimmte Aenderung des in Anspruch i. gekennzeichneten Verfahrens, wobei dem Einstäuben ein Bespritzen mit einem Gemisch von Chlorgas und Spiritusdampf voraufgeht.
    Zum Bespritzen mit dem Gasgemisch nach Anspruch 2. ein Apparat mit zwei in einander befindlichen Gefäfsen Λ und pj, die über einer Heizflamme (s) in einer Hülle (q) angeordnet sind und deren Abgangsrohre (r und r1) sich so vereinigen, dafs der heftig ausblasende Spiritusdampf injectorartig das Chlorgas mit sich reifst.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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