DE6606034U - Schiff mit wulstbug - Google Patents
Schiff mit wulstbugInfo
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Description
ScMff mit Wulstbug
Die Erfindung betrifft eine Wulst bug - Konstraktion, die eine Verbesserung bekannter Wulstbugfonaen insbesondere bei Konstruktionstiefgang
bedeutet.
Bugformen mit in irgendeiner Weise wulstartig ausgebildeten
Linien sollen durch Abbau der unvermeidlichen Niveauänderungen der Wasseroberfläche den Wellenwiderstand des Schiffes ver—
ringern; um Einsparungen an Leistung und Brennstoff oder eine entsprechend höhere Schiffsgeschwindigkeit zu erzielen.
Als ungewollte Nebenwirkung des Wulstes kann auch eine Beein—
flussung des Zähigkeit sbedingt en Widerstandsanteils eintreten, und zwar sowohl eine Verschlechterung ( infolge Ablösung
am Wulst körper), als auch eine Verbesserung ( durch Verringerung der Ablösung bei sehr völligen Vorschiffsformen),
Weitere mögliche Nebenwirkungen eines Bugwulstes sind z. B. eine Beeinflussung der Spritzerbildung am Vorsteven und des
See&angsverhaltens.
Hinsichtlich der Wirksamkeit bzw. Zweckmäßigkeit eines Bugwulstes waren in der Vergangenheit folgende Regeln allgemein
anerkannt:
1.) daß der Wulstkörper tief unter der Konstruktionswasserlinie
angeordnet werden müsse ( tropfenförmiger Querschnitt in der Nähe des vorderen Lotes, vergl. z. B. [l], [2J \% [Q [6],
2.) daß lohnende Verbesserungen im allgemeinen nur für die
Ballastfahrt ( vergl. z. B. [6] ) und
3.) nur bei relativ großem Geschwindigkeits-Längenverhältnis
erreichbar seien ( vergl. z. B. [l] , [2] , [3] , [4J , [5] , [6] , ).
Diese Regeln sind jedoch nur bedingt als physikalische Gesetzmäßigkeiten
anzusehen, weswegen es durchaus möglich ist, den Bereich einer lohnenden Anwendung des Bugwulstes zu erweitern«
Bekanntlich ist das hinsichtlich des Geschwindigkeit-Längen-Verhältnisses in den letzten Jahren bereits geschehen : Die modernen
überlangen Pracht-und Tankschiffe werden fast ausnahmslos mit WuIstbug gebaut, und es ist bekannt, daß hierdurch
in vielen Fällen trotz der im allgemeinen relativ zur Länge kleinen Geschwindigkeit wenigstens in der Ballastfahrt beachtliche
Verbesserungen erreicht worden sind. Diese Tatsache dürfte zum Teil dadurch zu erklären sein, daß diese Schiffe wegen ihrer
großen Völligkeit und Breite bereits bei einer kleineren Froude'zahl " overpowered " fahren ( d.h. im Bereich des steileren
Anstiegs der Widerstandskurve, wo der Wellenwiderstand einen wesentlichen Teil des Gesamtwiderstandes ausmacht ), zum Teil aber
vermutlich dadurch, daß die bei sehr völligen Vorschiffslinien am Schiffsboden auftretende Ablösung der Strömung durch
ricn Thtmml α+ ττοηγιϊτιπΌΤ»+ mrordori VoTin ( iröT»erT ΓθΠ ^
Was die beiden zuerst genannten Regeln betrifft, so bedingen sie sich gegenseitig ; Je tiefer der Wulstkörper unterhalb der KWL
angeordnet wird, desto kleiner sind die von ihm in Höhe der KWL erzeugten Druckänderungen und infolgedessen auch sein Einfluß
auf das resultierende Wellensystem. Aus diesem Grunde muß ein tief getauchter Wulst, um den Wellenwiderstand bei Konstruktionstief—
gang wirksam verbessern zu können, eine Größe haben, die aus anderen Gründen ( Strömungsablösung, hydrodynamische Stöße im
Seegang ) undiskutabel ist.
Es kann allerdings auch vorkommen, daß die Widerstandsverbesserung
durch einen tief unter der KWL angeordneten Wulst bei Konstruktionstiefgang größer ißt als bei Ballasttiefgang ( vergl. f5] ).
-3-
660603^30.7.70
t ι ί * t * * t « β
Diese Tatsache widerspricht jedoch nicht der obigen Darstellung der physikalischen Zusammenhänge, sondern sie beweist nur, daß
die Widerstandserhöhung infolge Ablösung bei unzweckmäßiger Form des Wulstkörpers u.U. größer sein kann als die Verbesserung
des Wellenwiderstandes.
Grundsätzlich folgt aus der in "ATäschnitt 1 angedeuteten Wirkungsweise
des Bugwulstes, daß die Voraussetzrungen für eine wirksame Beeinflussung des Wellenbildes bzw. für eine Verbesserung des
Wellenwiderstandes umso günstiger sind, je dichter unter der
jeweiligen Schwimmwasserlinie der Yfulst angeordnet ist. Die Erfahrung hat sogar gezeigt, daß ein teilweises Austauchen des
Wulstkörpers bei Fahrtgeschwindigkeit Null zumindest nicht nachteilig
zu sein braucht ( vergl. z.B. [7} , £8f, [li| ).
Auf Grund dieser Tatsachen liegt die Schlußfolgerung nahe, daß auch bei Konstruktionstiefgang wesentliche Verbesserungen des
Wellen-, und bei Vermeidung von Strömungsablösung auch des Gesaintwiderständes
erreichbar sein müssen, wenn der Wulstkörper dichter als bisher üblich unter der KWL angeordnet wird. So sind
denn auch Untersuchungen durchgeführt worden, um den Einfluß der Tauchtiefe auf die Wirkungsweise eines im Bereich der
Schwimmwasserlinie angeordneten Wulstes zu untersuchen ( vergl.[V]).
Im Ergebnis dieser Untersuchungen wird ein mit seiner Symmetrieachse etwa is Höhe der KWL etwas geneigt angeordneter Spindelwulst
( stromlinienförmiger Rotationskörper ) verwendet.
Außerdem ist in diesem Zusammenhang der sogenannte "Maierform
SV-Bugw zu erwähnen ( vergl. [sQ, bei dem der Schwerpunkt der
Quer sennit tsflache im vorderen Lot oberhalb des halben Konstruktionstiefgangs
liegt. Da dieser charakteristische Querschnitt sich nach oben bis zur KWL und nach unten V-förmig bis
zur Basis erstreckt, ergibt sich eine typische Bugkontur etwa in der Form eines stilisierten "S" ( ähnlich einer Sigrune),
was diesem Wulst seinen Namen gegeben hat.
Diese beiden zuletzt genannten Wulstformen bzw. —Anordnungen
stellen bereits eine Erweiterung des Anwendungsbereiches von
Bugwulsten gegenüber den eingangs erwähnten traditionellen
Regeln 1 und 2 dar. Es werden jedoch in beiden Fällen noch gewisse Nachteile traditioneller Wulstkonstruktionen beibehalten.
Diese !Nachteile und geeignete Maßnahmen zu ihrer Beseitigung v/erden im folgenden beschrieben.
Die Nachteile des Wasserlinien-Wulstes ( vergl. \τ} ) sind der
völlige Verzicht auf eine günstige Beeinflussung des Wellensystems bei kleineren Tiefgängen und seine durch die Spindelform
bedingte Helgung zur Strömungsabiσsung.
Die Hachteile des Haierform SV-Bugs ( vergl. [Sj ) sind ebenfalls
der Verzicht auf eine optimale Auslegung des Wulstes auch für Ballasttiefgänge ( da wegen der Festlegung auf die erwähnte
typische Stevenkontur und auf einen im unteren Teil V~förmigen
Wulstquerschnitt eine gleichzeitige Anpassung dieses Wulstes an verschiedene Schwimmwasserlinien eines Schiffes, nicht möglich
ist ) und außerdem die Tatsache, daß dieser Wulst auch für Konstruktionstiefgang noch nicht die optimale Lösung
sein kann.
Die zuletzt genannte Behauptung kann wie folgt aus allgemeinen
theoretischen Überlegungen abgeleitet werden, die ihrerseits durch die in[7j veröffentlichten Widerstandsmessungen und
Strömungsbildei* für eisen bei verschiedenen Tauchtiefen geschleppten
Rotationskörper bestätigt werden : tleht sas. voh der Tatsache aus, daS die Bugwelle des Schiffes
die Wirkung der ( durch die Fahrgeschwindigkeit ) am Bug erzeugten
positiven Strömungsdrücke ist, so wird klar, daß ein Bugwulst seinen Zweck — die möglichst weitgehende Beseitigung
der Bugwelle oder vielmehr der von ihr verursachten freien Wellen — dadurch erfüllt, daß diese Überdrücke durch ein entsprechendes
eigenes ünterdruckfeld mehr oder weniger ausgeglichen werden. Die Wirkung des Wulstes ist streng genommen
nur optimal, wenn dieser Druckausgleich so vollständig ist, daß das resultierende ( Bug - ) Wellensystem verschwindet.
Da das praktisch nicht möglich ist, kann man einen Wulst näherungsweise als optimal bezeichnen, wenn die von ihm erzeugten
Unterdrücke die gleiche Größe haben wie die Überdrücke des
··· fctlk* · * a
111
wulstlosen Schiffes ( unter Voraussetzung einer entsprechenden
: Anordnung des Wulstes in Schiffslängsrichtung ). Berücksichtigt
man noch, daß die Wellenbildung überwiegend von den Strömungs—
drücken in der Sähe der Wasseroberfläche abhängig ist, so folgt weiter, daß die von dem Wulst in Höhe der Schwimmwasserlinie
. erzeugten Unterdrücke möglichst die gleiche Größe haben sollten wie die dort vom Schiff erzeugten Überdrücke.
\ Da die an einem Körper entstehenden Strömungsdrücke eine Folge der
Impulsumlenkung der ( Potential—) Strömung sind, ist offenbar die
Größe der Überdrücke am Bug und damit die Höhe der Bugwelle des ( wulstlosen ) Schiffes nach den obigen Überlegungen bei gegebener
Geschwindigkeit durch den Eintrittswinkel der Schwimmwasserlinie bestimmt, der wiederum linear mit deren Breite am Ort der
Bugwelle zusammenhängt.
Die zur Erzeugung eines etwa gleich großen Unterdruckgebietes erforderliche Breite der Schwimmwasserlinie des ( ohne Schiff
fahrenden ) Wulstkörpers kann wegen der größeren Krümmung seiner WandstroElinien kleiner sein, wird aber auf jeden fall noch
\ einen wesentlichen Prozentsatz der Breite der Schwimmwasserlinie
! des Schiffes am Ort der Bugwelle ausmachen, weil einer Krümmung der Wulstseiten zwecks Erhöhung des Unterdruckes durch die Ab—
[ lösungsneigung einer solchen Strömung praktisch sehr enge
Grenzen gesetzt sinde
Es ergibt sich somit als notwendige Yoratissetzimg füj? eine \ia
Sinne von S. 4·) optimale Wulstwirkung, daß der Wulstkörper in der jeweiligen Schwimmwasserlinie eine ( im Verhältnis zur Breite
der Schwimmwasserlinie des Schiffes am Ort der Bugwelle wesent-
! liehe ) endliche Breite haben muß. Da das für den Maierfona SV=Bug
bei Eonstruktionstiefgang nicht zutrifft, kann er nicht optimal
sein, womit die Behauptung von S. £ bewiesen ist.
Praktisch kann die Wahl der Breite des ¥ulstkörpers in der KWL
( und in den unteren Wasserlinien ) nicht allein nach den oben
dargelegten Gesichtspunkten des Wellenwiderstandes erfolgen, sondern es muß auf die Notwendigkeit einer Vermeidung von
-6-
Strönrungsablösung und Spritzwasser bildung Rücksicht genommen |
werden. I
Die neigung zur Spritzwasserbildxmg am Vorsteven ist bekannt- j
lieh umso geringer je kleiner der Winkel ist, unter dein die j
obersten Wasserschichten der Bugwelle auf den Steven auftreffen. Unter diesem Gesichtspunkt ist offenbar für den Konstruktionstiefgang ein Bugwulst am günstigsten, der etwa bis zur Höhe der
Bugwelle des wulstlosen Schiffes über die KWL hinaufreicht, da
in diesem Fall das Wasser der vom Wulst nach vorn verschobenen Bugwelle zumindest teilweise seitlich abfließen kann, bevor
es sich am senkrechten Teil des Stevens aufstaut. Da die Spritzwasserbildung ebenfalls mit einem Y/iderstand verbunden ist, bedeutet
ihre Vermeidung bzw. Abschwächung nicht nur. ein besseres Seeverhalten sondern auch eine weitere Leistungseinsparung.
Die oben erläuterten Vorteile eines bei Fahrtgeschwindigkeit Null
nicht vollständig untergetauchten Bugwulstes wirken sich naturgemäß umso stärker aus, je völliger bzw. stumpfer die jeweilige
Schwimmwasserlinie des Schiffes ist. Aus diesem Grunde ergibt eine optimale Auslegung des Wulstes für Konstruktionstiefgang
selbst dann die größten durchschnittlichen Einsparungen, wenn eine besondere Anpassung der Wulstform im unteren Tiefgangsbereich
an die Form der Ballast-Wasserlinie nicht vorgenommen wird, Tatsächlich aber sollen nach der vorliegenden Anmeldung die Abmessungen
und Anordnung der Querschnittsflächen des Wulstkörpers für alle wichtigen Schwimmlagen des Schiffes ( möglichst )
optimal ausgelegt werden.
Da sich wegen der sehr unterschiedlichen Form und Geschwindigkeit
der Schiffe bei einer derartigen Auslegung für die verschiedenen Schwimmlagen notwendigerweise ebenfalls sehr unterschiedliche
Abmessungen und Anordnungen der Wulstflächen ergeben, kann die neue Wulstform offenbar nicht durch zahlenmäßige Angaben über
bestimmte charakteristische Abmessungen oder Flächen ( etwa wie in £ll] oder durch Festlegung auf eine bestimmte Form der
Stevenkontur oder der Querschnittsfläche im vorderen Lot ( wie
·' : :·.ί ti
in £δ] definiert werden.
Direi Beispiele für mögliche Ausführungen der Stevenkonirur des
neuen Bugwulstes werden in den beigefügten Skizzen gezeigt:
Pig. 1 Stevenkontur für Schiffe mit geringen Tie fgangsunterschie den
Pig.2u.3 Stevenkonturen für Schiffe mit größeren Tiefgangsunterschieden
bei unterschiedlicher Spantform
Auf eine Darstellung von Ausfuhrungsbeispielen für die Querschnitt
sform wird aus den oben genannten Gründen verzichtet, zumal sie weitgehend durch di« Stevenkontur bestimmt ist.
Charakteristische Merkmale der hiermit zum Patent angemeldeten Bugform rsit einem unterhalb der KWL das vordere Lot hinausragenden
Wulst sind erstens, daß der Wulstkörper sich bis über die KWL nach oben erstreckt und zweitens, daß die Stevenkontur
und die Querschnittsform des Wulstes in Abhängigkeit von der Entwurfsgeschwindigkeit und der Schiffsform gleichzeitig für
alle wichtigen Schwimmlagen des Schiffes ausgelegt wird.
Alle in Fig. 1 eingezeichneten Abmessungen a, b, c und d sind also wesentlich größer als Null, können aber im übrigen wegen
des 2. Merkmals zahlenmäßig nicht festgelegt werden.
Claims (1)
- Anspruch :Schiff mit einem unterhalb der Konstruktionswasserlinie bis über das vordere Lot nach vorn hinausragenden "Sulstbug, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Wulstkörper bis über die Konstruktionswasserlinie derart nach oben erstreckt, daß der hinterste Punkt des über der Konstruktionswasserlinie liegenden Steventeils hinter dem vorderen Lot und um ein Maß b, dessen obere Grenze etwa der Eöhe der Bugwelle des wulstlosen Schiffes entspricht, oberhalb der Konstruktionswasserlinie liegt»'l ist die zuletz» eingereidite; sie weicht von der Wortfoswng tier
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19676606034 DE6606034U (de) | 1967-06-14 | 1967-06-14 | Schiff mit wulstbug |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19676606034 DE6606034U (de) | 1967-06-14 | 1967-06-14 | Schiff mit wulstbug |
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|---|---|
| DE6606034U true DE6606034U (de) | 1970-07-30 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19676606034 Expired DE6606034U (de) | 1967-06-14 | 1967-06-14 | Schiff mit wulstbug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6606034U (de) |
-
1967
- 1967-06-14 DE DE19676606034 patent/DE6606034U/de not_active Expired
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