DE654251C - Verbrennungskammer fuer Brennkraftmaschinen - Google Patents

Verbrennungskammer fuer Brennkraftmaschinen

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DE654251C
DE654251C DEG91490D DEG0091490D DE654251C DE 654251 C DE654251 C DE 654251C DE G91490 D DEG91490 D DE G91490D DE G0091490 D DEG0091490 D DE G0091490D DE 654251 C DE654251 C DE 654251C
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combustion
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Description

  • Verbrennungskammer für Brennkraftmaschinen Die Erfindung betrifft eine Verbrennungskammer von Brennkraftmaschinen, die ein hohes Kompressionsverhältnis zuläßt, ohne daß Klopfen erfolgt.
  • Der Wärmefluß zwischen der Wand der Verbrennungskammer einer Brennkraftmaschine und den in der Kammer eingeschlossenen Gasen kann infolge des periodischen Anwachsens und Abfallens der Gastemperatur während des Betriebes in zwei Komponenten zerlegt werden, von denen die eine im folgenden die stetige Komponente und die andere die periodische Komponente genannt werden soll. Als stetige Komponente des Wärmeflusses ist der Teil der Wärme bezeichnet, der während eines gegebenen kleinen Zeitraumes die Wand der Kammer durchdringt und das Kühlmittel auf der anderen Seite der Wand erreicht. Der übrigbleibende Teil der Wärme, der von der Wand während eines Teiles des Arbeitsspieles absorbiert und während eines anderen Teiles des Arbeitsspieles wieder an die Gase innerhalb der Kammer abgegeben wird, stellt die periodische Komponente dar.
  • Die Wand der Verbrennungskammer muß bekanntlich gekühlt werden, um die Temperatur innerhalb der Kammer so tief zu halten, daß keine vorzeitige Zündung des eingespritzten Brennstoffes stattfindet. Da die durch die Kühlung abgeführte Wärmemenge nicht in mechanische Arbeit umgesetzt wird, wird dadurch der thermische Wirkungsgrad der Maschine verschlechtert. Aus diesem Grunde muß die durch Kühlung abgeführte Wärinemenge so niedrig wie möglich gehalten werden.
  • Nach der Zündung und während des Fortschreitens der Verbrennung wächst die Temperatur des unverbrannten Gases vor der Flamme außerordentlich schnell an, wobei das Gas eine Temperatur erreichen kann, bei der es sich plötzlich von selbst entzündet. Auf diese Weise entsteht das sogenannte Klopfen, das besonders bei hoher Kompression auftritt. Um das Klopfen zu verhindern, muß nach der Zündung derjenige Teil des unverbrannten Gases, der zuletzt verbrannt wird, so kühl wie möglich gehalten werden.
  • Zwischen den beiden aus dem Obigen sich ergebenden einander entgegengesetzten Bedingungen kann man einen Ausgleich dadurch erzielen, daß man die stetige Komponente der von der Wandung aufgenommenen Wärme so klein wie möglich hält und die periodische Komponente in der Weise regelt, daß der Wärmefluß während des letzten Teiles der Verbrennungsreaktion in der Kammer am größten ist. Die Erfindung ergibt eine Lösung der gekennzeichneten Aufgabe und ge- stattet, c'.ie Dompression zu vergrößern, ohne' daß Klopfen eintritt.
  • Die Erfindung besteht darin, daß der Zylinderkopf, in dem sich die Verbrennungskammer befindet, mit einer Wandung versehen wird, die aus verschiedenen Materialien derart zusammengesetzt ist, daß die gesamte Wärmemenge, die an die Wandung von dem ersten oder Hauptteil des verbrennenden Gases abgegeben wird, relativ vermindert wird, während die Wärmemenge, die an die Wandung von dein letzten Teil des unverbrannten Gases während des letzten Teiles der Reaktion abgegeben wird, relativ vergrößert wird. Der Hauptteil der Wandung der Verbrennungskammer in dem Zylinderkopf wird daher vorzugsweise aus einer Eisenlegierung, beispielsweise Stahl, hergestellt und relativ dünn ausgeführt, soweit sie die Kammer von der Kühlflüssigkeit trennt, und verbunden mit einer Schicht aus Kupfer oder einem ähnlich geeigneten Material von hoher Leitfähigkeit. Dieser Teil ist so angeordnet, daß er sich in Berührung mit dem zuletzt verbrennenden Teile des Gases befindet.
  • In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise dargestellt.
  • Fig. i ist ein Teilschnitt durch den Zylinderkopf einer Brennkraftmaschine parallel zur Zylinderachse.
  • Fig. 2 ist eine teilweise Ansicht von unten auf den Zylinderkopf einer mehrzylindrigen Maschine.
  • Fig. 3 ist eine teilweise schaubildliche Ansicht des Dachteiles aus Metall, in dem der Verbrennungsraum bzw. die Verbrennungsräume angeordnet sind.
  • Fig. 4 ist ein Schnitt durch eine etwas abgeänderte Ausbildungsform des Dachteiles. Fig. 5 ist eine graphische Darstellung zur E4läuterung der Wirkungsweise der Erfindung.
  • Fig. 6 zeigt einen abgeänderten Kolben gemäß der Erfindung.
  • In der Zeichnung bedeutet io einen Zylinderblock, der einen oder mehr Zylinder 12, ferner'Einlaßleitungen fü'r das Brennstoff-Luft-Gemisch und Auslaßleitungen, von denen eine, 14, durch ein Ventil 22 gesteuert wird, und die üblichen Leitungen 16 für die Kühlflüssigkeit besitzt. In dem Zylinder 12 bewegt sich der Kolben 2o, der in Fig. i bei seinem Kompress.ionshube nahe seiner Endlage gezeigt hat, wobei die Ventile geschlossen sind.
  • Gemäß der Erfindung ist der Zylinderkopf zusammengesetzt aus einem kräftigen äußeren Hauptteil 24 und einem inneren Teil 30, der zwischen dem äußeren Teil und dem eigentfichen Zylinderkopf angeordnet ist. Der :.äußere Teil 24 kann aus irgendeinem geeig-'xIaeten Material, vorzugsweise aus Gußeisen, bestehen und mit geeigneten Rippen 26 und `Durchlässen 28 für die Kühlflüssigkeit versehen sein. In dem inneren Teil 3o des Zylinderkopfes sind entsprechend der Anzahl der Zylinder eine oder mehrere Verbrennungskammern vorgesehen, die durch ein Preßverfahren aus geschmiedetem Blech, vorzugsweise aus einer Eisenlegierung, z. B. Stahl, hergestellt sind, daß nach der Pressung eng mit einer Schicht aus einem Stoff von höherer Wärmeleitfähigkeit verbunden ist, ,vie iv eher unten näher beschrieben werden soll. Der innere Teil 30 ist durch die genannten Rippen oder Streben 26 verstärkt. Er besitzt in der gezeigten Ausführungsform einen Teil 34, in dem die Zündkerze 35 eingeschraubt ist. Der Teil 34 kann mit dem inneren Teil 3o durch Schweißung verbunden sein. Er ist durch eine Öffnung 36 des äußeren Teiles a4 nach außen geführt und mit einem Flansch 4o versehen, der unter Zwischenschaltung einer geeigneten Dichtung 37 durch eine Mutter 38, die auf den Teil 3.1. aufgeschraubt ist, an den äußeren Teil 24 gedrückt wird. Der Rücken des genannten inneren Blechteiles 30 ist bei der dargestellten Ausführungsform in direktem Kontakt mit dem Kühlwasser, abgesehen von den Stellen, wo die Rippen 26 und der Teil 34 gegen das Blech anliegen. Der Teil 3o kann durch Schweißung oder auf andere Weise mit dem äußeren Teil 24 verbunden sein. Er kann aber auch nur durch Bolzen 42 und Muttern 44, welche den ganzen Zylinderkopf mit dein Block io derart verbinden, daß der Teil 30 zwischen die innere Fläche des äußeren Teiles 24 und die Endfläche des Blocke io zu liegen kommt, gehalten werden. Zwischen dem Ende des Blockes io und dem inneren Teil 30 des Zylinderkopfes kann, wenn erforderlich, eine Dichtung 46 angeordnet werden.
  • Bei der dargestellten Verbrennungskammer befinden sich in dein Boden der Kammer Ventilöffnungen, die durch den Zylinderblock an einer Seite des Zylinders gehen. Eine oder mehrere Zündstellen sind in der Nachbarschaft der Ventile vorgesehen. Das Dach der Verbrennungskammer erstreckt sich über den Zylinder hinweg und kommt in der oberen Totpunktlage des Kolbens nahe an die Kolbenfläche heran, und zwar besonders an der Seite des Zylinders, die am weitesten von der Zündstelle entfernt ist, so daß ein niedriger Raum von im Verhältnis zu seinem Volumen großer Oberfläche in dem Teil der Kammer gebildet wird, die am weitesten von der Zündstelle entfernt ist, in dem sich also der Teil des Brennstoff-Luft-Gemisches befindet, der zuletzt entzündet -,iv-d.
  • Eine Schicht So aus einem Metall von hoher Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise Kupfer, ist durch Schweißung oder auf andere Weise mit dem Tai13o, der aus einem eisenhaltigen Metall besteht, eng verbunden. Die Schicht 50 ist von beträchtlicher Dicke und hat eine große Wärmeabsorptäonsfähigkeit. Sie liegt über einem Teil des Kolbens, der am Ende des Kompressions- und de,s Auspuffhubes nahe an sie herankommt, und ist in Kontakt "mit dem letzten Teil des zu verbrennenden Brennstoff-Luft-Gemisches.
  • Obgleich der Zweck der Erfindung am besten durch eine Kupferschicht 5o in dem Dache der Verbrennungskammer erfüllt wird, kann auch, wie in Fig. 6 angegeben ist, eine Kupferschicht 52 auf die Vorderfläche des Kolbens 2o aufgebracht sein. Gegebenenfalls können sowohl an dem Dache der Verbrennungskammer als auch auf der Vorderfläche des Kolbens Kupferschichten vorgesehen werden.
  • Die Dicke des inneren Teiles 3o, der den Hauptteil des Daches der Verbrennungskammer bildet, ist derart gewählt, daß die Kühlung gerade groß genug ist, um eine vorzeitige Zündung zu verhindern, ohne daß der volumetrische Wirkungsgrad zu sehr verschlechtert wird, und außerdem innerhalb der Kammer die richtige Wärmebilanz zu sichern.
  • Fig.4 zeigt eine leichte Abänderung des inneren Teiles eines Zylinderkopfes gemäß der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform kann der Teil 3o' ein Guß- oder Schmiedestück sein, das eine Schulter 3 r bzw. eine Aussparung aufweist, in die die Kupferschicht 5o gerade paßt, so daß ein glattes Dach für die Verbrennungskammer auch an der Stelle entsteht, wo der Eisen- oder Stahlteil 30' in die Kupferschicht 5o übergeht.
  • Fig. 5 stellt graphisch die Wirkung einer Verbrennungskammer nach der Erfindung auf die Temperatur des letzten Teiles des zu verbrennenden Brennstoff-Luft-Gemisches während eines Arbeitsspieles eines Viertaktmotors im Vergleich mit der Wirkung der üblichen gußeisern@en Wandung der Verbrennungskammer dar. Die graphische Darstellung ist das Ergebnis einer Reihe sorgfältiger Untersuchungen unter schweren Betriebsbedingungen.
  • In der Fig. 5 gibt die Kurve A, deren Anfang dem Ende des Ansaughubes entspricht, das Steigen der Temperatur des eingeführten frischen Gasgemisches an. Kurz bevor der Kolben in seine obere Totpunktlage gekommen ist, setzt die Verbrennung im Punkte A1 ein. Das Brennstoff-Luft-Gemisch hat in diesem Punkte eine Temperatur von ungefähr 98o° F (527° C) erreicht. Darauf steigt die Temperatur des brennenden und des verbrannten Gases sehr rasch an und erreicht eine höchste Temperatur von annähernd 3900° F (2 150' C), ehe der Kolben seinen Arbeitshub halb vollendet hat, und fällt dann gemäß der Kurve B schnell ab.
  • Die Kurve C zeigt das Anwachsen des Druckes innerhalb der Kammer in. Kilogramm für ein Quadratzentimeter an. Das Ansteigen erfolgt zunächst allmählich bis zu dem Punkte, wo die Zündung erfolgt, also vor der oberen Totpunktlage des Kolbens. Der Druck steigt dann steil an und erreicht einen maximalen Betrag von 26 kg für ein Quadratzentimeter, wenn die Kurbelwelle sich um etwa 4o° über die obere Totpunktlage beim Arbeitshub gedreht hat und ehe die Temperatur des brennenden Gases den höchsten Wert erreicht hat. Während des Restes des Arbeitshubes fällt dann der Druck wieder schnell ab.
  • Die horizontale Linie D zeigt die kritische Temperatur des unverbrannten Gasgemisches an, d. h. diejenige Temperatur, bei der es sich von selbst entzündet. Diese Temperatur liegt etwas oberhalb r4oo° F (760° C).
  • Die gestrichelte Linie A2 zeigt das Anwachsen der Temperatur des unverbrannten Gases nach der Zündung an, wenn es sich in Berührung mit der üblichen Wandung der Verbrennungskammer aus Gußeisen befindet. Die gestrichelte Linie A3 zeigt das Anwachsen der Temperatur des unverbrannten Gases an, wenn es sich in Berührung mit einer zusammengesetzten Wandung gemäß der Erfindung befindet, deren Form jedoch dieselbe ist wie die der gußeisernen Wandung. Wie man sieht, erreicht die Linie A3 die Linie D beim höchsten Druck noch nicht.
  • Da also während der Verbrennung die Temperatur des letzten Teiles des unverbrannten Gases in einer Verbrennungskammer mit zusammengesetzter Wand gemäß der Erfindung die kritische Temperatur beim höchsten Druck nicht erreicht, ist es offenbar, daß mit einer derartigen Verbrennungskammer höhere Kompressionsdrücke benutzt werden können, ohne daß Klopfen auftritt, als mit Verbrennungskammern derselben Form, die mit den üblichen eisernen Wandungen ausgerüstet sind.
  • Die Arbeitsweise der Verbrennungskammer nach der Erfindung ist im übrigen die übliche. Das Gasgemisch wird durch einen Zündfunken entzündet und dann durch den Kolben komprimiert. Die Verbrennung beginnt und breitet sich von dem Zündpunkt nach allen Richtungen aus, wobei die Explosionswelle im allgemeinen kugelförmige Gestalt hat. Der Teil des unverbrannten Brennstoffes, der zuletzt entzündet wird, befindet sich daher in der größten Entfernung von dem Punkte, an dem die Zündung eingesetzt hat. Bei der dargestellten Verbrennungskammer befindet sich daher der Teil des unverbrannten Gases, der zuletzt von der Flamme erreicht wird, oberhalb des Kolbens in Berührung mit der Kupferschicht, die eine hohe Wärmeabsorption besitzt. Das Kupfer entzieht dem mit ihm in Berührung stehenden Gase Wärme und gibt die Wärme, wenn die Temperatur oberhalb der Kammer unter die Temperatur des Kupfers gefallen ist, wieder an die Gase in der Kammer ab, so daß, bis zu einem gewissen Grade die Wärmeverluste wiederaufgehoben werden, die sollst durch die Kammerwandungen abgeleitet und in dem Kühlmedium zerstreut werden. Die Wandung 3o aus Eisen oder Stahl, die hinter der Kupferschicht 5o liegt, verzögert die Wärmeübertragung von dem Kupfer auf das Kühlmedium, so daß ein großer Teil der Wärme in dem Kupfer aufgespeichert wird, bis die Temperatur des Gases so weit gesunken ist, daß der Wärmefluß in der Wandung sich umkehrt und ein Teil der Wärme, die vorübergehend, um Klopfen zu verhindern, abgeführt war, dem Gase wieder zugeführt wird. Die Biegsamkeit des relativ dünnen Metalldaches der Verbrennungskammer nach der Erfindung, seine Benutzung zum Steuern der Kühlung und seine Elastizität sind weitere Faktoren, die zu dein Wärmeausgleich durch die zusammengesetzte Wand hinzukommen und die eine höhere Kompression als die üblichen gußeisernen Verbrennungskammern zulassen, ohne daß Klopfen eintritt.

Claims (1)

  1. PATENT Al\T spRÜciir: i. Verbrennungskammer für gemischverdichtende Brennkraftmaschinen mit Fremdzündung, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile der Wandung der Kammer, in deren Nachbarschaft der von der Zündwelle zuletzt entflammte Gemischteil sich befindet, einebessereWärmeleitfähiglceit besitzen als der übrige Teil der Wandung. a. Verbrennungskammer nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß auf die den zuletzt zu entflammenden Gasmengen benachbarten Wan.clungsteile ein Wärme gut leitender, wärmespeichernder Werkstoff (50), z. B. Kupfer, aufgebracht ist. 3. Verbrennungskammer nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärme gut leitende Werkstoff in die Wandung des Zylinderkopfes eingelassen ist (Fig.4). 4. Verbrennungskammer nach An= spruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Kolbenbodens oder ein Teil der Oberfläche mit einem wärmespeichernden Werkstoff von hoher Wärmeleitfähigkeit bedeckt ist.
DEG91490D 1934-11-05 1935-11-06 Verbrennungskammer fuer Brennkraftmaschinen Expired DE654251C (de)

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