DE608570C - Verfahren zur Herstellung hochglaenzender, flaechiger Gebilde - Google Patents
Verfahren zur Herstellung hochglaenzender, flaechiger GebildeInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B05D—PROCESSES FOR APPLYING FLUENT MATERIALS TO SURFACES, IN GENERAL
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Description
- Verfahren zur Herstellung hochglänzender, flächiger Gebilde Es ist bekannt; flächenartige Gebilde, wie Papier, Karton u: dgl., mit einer unverwischbaren, wasserdichten Schicht zu überziehen, indem man durchscheinende oder halbdurchscheinende Blätter aus Pyroxylin oder aus ähnlichen Stoffen unter Druck und Wärme auf die Unterlage äufpreßt. Um hierbei einen der Haupteffekte des Kaschierens, nämlich den auffallenden Hochglanz des kaschierten Gebildes direkt ohne eine nachträgliche Behandlung zu erhalten, hielt man es bisher für unerläßlich, Blätter bzw. Folien mit hochglänzender Oberfläche zu verwenden. Man ging hierbei von der Überlegung aus, daß der hohe Glanz des kaschierten Gebildes in erster Linie durch den Hochglanz der angewandten Folie und weniger durch die polierte Metallplatte der - Presse bedingt sei, und man glaubte, daß eine direkte gute Hochglanzkaschierung nur bei Verwendung solcher Hochglanzfolien möglich sei.
- Es wurde nun gefunden, daß man zu vorzüglichen, mit Hochglanz kaschierten Gebilden gelangen kann, wenn man eine durch Gießen auf das matte nackte Metallband der Gießmaschine erzeugte matte Cellulosederivat-, insbesondere Celluloseacetatfolie, der zweckmäßig Weichmachungsmittel zugefügt sind, bei einer die Folie erweichenden Temperatur mit dem flächigen Gebilde vereinigt.
- Das Mattieren von Cellulosederivatfolien ist an sich bekannt. Man hat derartige mattierte Folien bisher zur Herstellung von hochglänzend kaschierten Folien nicht benutzt, weil man es für- unerläßlich hielt, Folien mit hochglänzenden Oberflächen zu verwenden, wenn man einen der Haupteffekte des Kaschierens, nämlich den auffallenden Hochglanz des kaschierten Gebildes, erhalten wollte.
- Auch aus diesem Grunde ist es daher als ein großer Vorteil anzusehen, daß man für diese Zwecke direkt Mattfolien verwenden kann, die man durch Gießen, Aufstreichen o. dgl. einer Cellulosederivatlösung auf das matte nackte Metallband einer Gießmaschine erhält. Eine solche Folie hat die Strukturoberfläche des Metall-, z. B. Kupferbandes, angenommen und besitzt daher eine Unmenge feiner und feinster Vertiefungen und Erhöhungen, Rillen, Buckel u. dgL, und hat demzufolge ein mehr oder weniger mattes Aussehen. Die Herstellung einer solchen Folie ist natürlich viel einfacher und leichter auszuführen als diejenige einer beiderseitig hochglanzpolierten Folie; auch läßt sich jene viel leichter von der Gießunterlage, beispielsweise vom Kupferband, abheben. Die Präparation der Gießunterlage bei der Herstellung von Hochglanzfolien ist bekanntlich sehr schwierig und kann nur von Spezialarbeitern einwandfrei durchgeführt werden. Sodann sind präparierte Gießunterlagen sehr empfindlich und führen während des Gießens des Films sehr oft zu Störungen, beispielsweise durch Rissigwerden oder andere von außen kommende Beschädigungen, wodurch jedesmal die Arbeit mit der Gießmaschine eingestellt werden muß. Oft sind diesbezüglich sogar tagelange Reparaturen erforderlich. Matte Folien oder Folien mit Mattglanz sind infolgedessen billiger in der Herstellung und im Gebrauch.
- Ein weiterer Vorteil des vorliegenden neuen Verfahrens liegt darin, daß eine auf unpräparierter Gießunterlage gegossene Mattfolie sich viel leichter kaschieren läßt, indem sich die matte Folienoberfläche mit dem zu kaschierenden Gegenstand rascher verbindet und trotzdem eine schöne Politur zwischen hochglanzpolierten Metallplatten bekommt. Demzufolge tritt, verglichen mit der Hochglanzfolie, schon bei geringerem Druck eine Verbindung mit dem zu kaschierenden Gegenstand ein, und zwar in dem Moment, wo die aus der Fläche der Mattfolie herausragenden kleinen Erhöhungen, z. B. Buckel und Zäpfchen, mit dem zu kaschierenden Gegenstand in Berührung kommen. Diese Erhöhungen dringen nun in die Rillen und Vertiefungen. des Kaschiergegenstandes ein und verzinken und verzahnen sich mit dessen Oberfläche, noch bevor die Hauptfläche der Kaschierfolie mit dem Gegenstand unter höherem Drucke steht. Es tritt demnach eine viel innigere und tiefere Verbindung zwischen Mattfolie und Kaschiergegenstand ein, als wenn zum Kaschieren eine Folie mit glatter Oberfläche verwendet wird.
- Während es beim Kaschieren mit Hochglanzfolien leicht vorkommt, daß, die kaschierten Gebilde stellenweise nicht miteinander verbunden sind, bietet die Verwendung von Mattfolien gemäß der vorliegenden Erfindung den weiteren Vorteil, fehlerlose Kaschierungen ohne Schwierigkeiten zu liefern, indem hier Differenzen in der Stärke der Folie oder des zu kaschierenden Materials eine viel geringere Rolle spielen, da infolge der. matten Oberfläche der Kaschierfolie, die an sich, wie erwähnt, als eine von vielen Erhöhungen und Vertiefungen, z. B. Rillen und Buckeln, durchsetzte Fläche vorzustellen hat, ein Ausgleich der Stärkedifferenzen in weiten Grenzen möglich ist. Man kommt also gegenüber der glatten Folie mit weniger Druck aus, was natürlich ein nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil ist.
- Zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens können an Stelle der vorstehend erwähnten Folien aus Celluloseacetat auch ein-oder beiderseitig matte Folien aus anderen Cellulosederivaten, insbesondere Celluloseestern oder -äthern, verwendet werden.
- Das neue Verfahren kann zum Kaschieren von Gegenständen aller Art, z. B. flächenartiger Gebilde, wie Papier, Karton u. dgl., insbesondere auch von Druckschriften, Plakaten, Zeichnungen, Landkarten, Einbänden (von Büchern, Broschüren usw.), Photographien, gedruckten farbigen oder nichtfarbigen Bildern, Prospekten für Reklame usw., Verwendung finden. Auch Folien, z. B. aus Metall, wie Alüminium oder Zinn, oder aus regenerierter Cellulose oder Cellulosederivaten oder z. B. Platten aus Glas, Kunstharzen oder beliebigen anderen Stoffen, beispielsweise auch Gewebe oder andere Textilerzeugnisse, können mit Hilfe von Mattfolien gemäß der Erfindung kaschiert werden. Die zu kaschierenden Gebilde und ebenso auch die Mattfolien selbst können gewünschtenfalls mit Klebemitteln, insbesondere auch mit thermoplastischen Haftmitteln überzogen sein. Die Mattfolien der erwähnten Art können im allgemeinen überall da, wo zum Kaschieren oder Aufkleben bisher Glanzfolien angewendet wurden, gebraucht werden.
- Z. B. sei erwähnt, daß das Kaschieren mit Mattfolien auch bei der. Herstellung von splitterfreiem Verbundglas angewendet werden kann. Hierbei ist es von Vorteil, matte, beispielsweise durch fitzen oder durch das Sandstrahlgebläse mattgemachte Glasscheiben zu verwenden, d. h. mit den Mattfolien bzw. durch diese miteinander zu verbinden. Es wird hierdurch eine besonders innige Vereinigung erreicht.
- Durch Aufeinanderkaschieren mehrerer matter Cellulosederivatfolien oder von solchen Mattfolien zusammen mit Glanzfolien, die alle aus dem gleichen Cellulosederivat, z. B. Celluloseacetat, oder aus verschiedenen Cellulosederivaten bestehen können, lassen sich dicke Folien (Verbundfolien) und Platten herstellen. Selbstverständlich können hierbei auch Folien aus anderen Stoffen, beispielsweise zur Verstärkung dienende Einlagen, wie Textilgewebe, Geflechte, Drahtnetze u. dgl., oder zur Verzierung dienende, beispielsweise gefärbte oder gemusterte Folien, Gewebe u. dgl., auf die Verbundfolien oder Platten aufkaschiert bzw. in dieselben eingebettet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung hochglänzender, flächiger Gebilde durch Vereinigen von Cellulosederivatfolien mit anderen flächigen Gebilden, insbesondere Papier, unter Anwendung von Druck und Hitze, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch Gießen auf das nackte Metallband der Gießmaschine erzeugte matte C ellulosederivatfolie, der zweckmäßig Weichmachungsmittel zugefügt sind, bei einer die Folie erweichenden Temperatur mit dem flächigen Gebilde vereinigt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH608570X | 1931-07-14 |
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| Publication Number | Publication Date |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL79104D Expired DE608570C (de) | 1931-07-14 | 1931-08-15 | Verfahren zur Herstellung hochglaenzender, flaechiger Gebilde |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE608570C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1007170B (de) * | 1956-06-01 | 1957-04-25 | Stoeckel & Sohn K G | Verfahren zum Kolorieren von Fotografien |
-
1931
- 1931-08-15 DE DEL79104D patent/DE608570C/de not_active Expired
Cited By (1)
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