DE607635C - Vorrichtung zur Anzeige in der Luft auftretender schaedlicher Gase - Google Patents
Vorrichtung zur Anzeige in der Luft auftretender schaedlicher GaseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Anzeige des Vorhandenseins insbesondere
explosiver Gas-Luft-Gemische, wie schlagender Wetter, durch ein elektrisches Läutewerk o. dgl.
Es sind Anzeigevorrichtungen insbesondere für schlagende Wetter bekannt, bei
denen über einer Flamme eine durch deren Verbrennungswärme beeinflußte Meßvorrichtung,
ζ. B. ein Thermometer, angeordnet ist, die als Schalter des Signalstromkreises dient.
Diese Vorrichtungen sind so ausgebildet, daß durch die beim Eindringen schlagender Wetter
eintretende Vergrößerung der Flamme der Signalstromkreis geschlossen wird. Abgesehen
davon, daß eine größere Flamme, die hierbei erforderlich ist, nicht sehr empfindlich
und daher nicht zum Nachweis kleinerer Mengen unerwünschter Gase imstande ist,
ao wird diese Wirkung von vornherein durch Störungen verschiedenster Art benachteiligt,
wenn nicht ganz ausgeschlossen. Das dauernde Brennen einer Flamme führt z. B. naturgemäß zur Verkrustung des Brenners
und damit zu einer Verkleinerung der Flamme. Wenn jetzt beim Eindringen schädlicher
Gase, wie schlagender Wetter, die beabsichtigte Vergrößerung der Flamme vielleicht
noch eintritt, so reicht sie doch nicht mehr hin, die notwendige Wärmesteigerung
für das Ansprechen der Signaleinrichtung zu erzeugen. Erlischt aber, was sehr leicht möglich
ist, die Flamme, z. B. infolge einer Explosion des Gasgemisches im Flammenraum, oder treten Störungen oder Unterbrechungen
in der Gaszüleitung selbst oder eine Verschmutzung der Siebwand, durch die die Außenluft eintreten soll, ein, so ist die Wirkung
der Sicherheitsvorrichtung ebenfalls in Frage gestellt, wenn nicht ganz ausgeschlossen.
Die bekannte Vorrichtung meldet also alle die Störungen nicht, die an ihr selbst
auftreten, und infolgedessen ist man auf ihre sorgsamste Überwachung angewiesen.
Es ist ferner bereits früher, vor der Entwicklung dieser selbsttätigen Anzeigevorrichtungen,
der Vorschlag gemacht worden, innerhalb der Grubenlampe neben einer elektrischen
Lichtquelle noch eine schwache Flamme anzuordnen, die bei Eindringen ungünstig zusammengesetzter Außenluft zum
Erlöschen kommt, um so den Augenblick der Gefahr anzuzeigen. Jedoch war man bei dieser
bekannten Vorrichtung auf die subjektive Beobachtung durch das menschliche Auge angewiesen, und dabei überstrahlte noch die
helle elektrische Lichtquelle die kleine Flamme, so daß ihre Beobachtung erschwert
war. Trotzdem diese Vorrichtung bekannt war, ist man später bewußt den zuerst geschilderten
grundsätzlich anderen Weg unter Benutzung einer größeren Flamme gegangen,
von dem bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung mit dem Vorteile abgegangen wird,
daß nicht nur der Sicherheitsgrad erhöht, sondern auch das Anwendungsgebiet einer
S solchen Vorrichtung wesentlich vergrößert wird.
Bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung wird in der bekannten Weise eine kleine
Flamme benutzt, zu deren Erzeugung ein jo sehr fein regulierbarer Brenner herangezogen
wird, und nach der Erfindung oberhalb der Flamme eine Wärmemeßvorrichtung angeordnet,
die beim Erlöschen der kleinen Flamme einen elektrischen Signalstromkreis schließt.
Eine solche Flamme reagiert infolge ihrer Empfindlichkeit bereits auf geringfügige Änderungen
der Zusammensetzung der sie umgebenden Luft. Daher soll bei der neuen Vorrichtung
die Außenluft nur durch in bekannter Weise mit Drahtnetzblenden abgedeckte öffnungen
so geringer Abmessungen eintreten können, daß der in der eindringenden Luft enthaltene Sauerstoff der kleinen Flamme
gerade zu brennen erlaubt, Änderungen in der Zusammensetzung aber das Erlöschen der
Flamme herbeiführen. Diese Empfindlichkeit der Flamme läßt sich auch durch weitere
technische Mittel noch besonders steigern, indem man z. B. über dem Brennerraum einen
kleinen Abzugsschacht anordnet, in dem das eine Ende der Wärmemeßvorrichtung untergebracht
ist, und indem man etwa in Höhe des Brenners eine weitere kleine Öffnung derart vorsieht, daß der durch den Schacht abziehende
Verbrennungsgasstrom mit Sicherheit neue Außenluft aus dem Aufstellungsraum gerade in den Bereich der Flamme
nachfördert, mit dem Ziele also, daß die Flamme unmittelbar durch das eintretende
Gasgemisch beeinflußt wird.
Erwähnt zu werden verdient besonders der durch die Erfindung erreichte Vorteil, daß
diese Vorrichtung auch anzeigt, wenn sie reparaturbedürftig wird, wenn also z. B.
durch Verstopfen des Brenners oder der Eintrittsöffnung für die Raumluft oder durch
Brennstoffmangel o. dgl. die Flamme so klein geworden ist, daß die von ihr abgegebene
Hitze nicht mehr hinreicht, den Wärmeschalter in seiner den Signalstromkreis außer
Tätigkeit setzenden Lage zu halten. Die Flamme muß also gar nicht unbedingt erlöschen.
Dieser Umstand macht die Vorrichtung auch geeignet für den Nachweis' anderer in der Raumluft enthaltener SGhädtlicher
oder unerwünschter, auch nicht brennbarer Gase, z. B. von Kohlendioxyd, die eine
solche kleine, empfindliche Flamme zum Nachlassen oder Erlöschen bringen, ohne daß
6a eine Explosion im Flammenraume eintritt. Um die Empfindlichkeit der Flamme noch zu
steigern und sie insbesondere auch für die eben erwähnten Zwecke jederzeit schnell
brauchbar zu machen, wird vorgeschlagen, den Durchmesser der Öffnung, durch die die
Raumluft in den Flammenraum eintritt, durch auswechselbare Formstücke veränderlich
zu machen. Dem gleichen Zwecke dient die Maßnahme, am Anschlußstutzen des Brenners
zwei Hähne hintereinander anzuordnen, von denen der eine zur Feinregulierung der
Flamme, der andere zum vollständigen Abstellen dient.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Abb. ι zeigt eine Stirnansicht der Anordnung,
Abb. 2 einen senkrechten Querschnitt dazu. Das Gehäuse 1 ist so bemessen, daß in den
Hohlraum 5 gerade nur die zum Brennen einer kleinen Flamme A eines Gasbrenners 4
nötige Luft durch die mit einem Drahtnetz 13' versehene Öffnung 13 oder durch andere in
zweckentsprechender Weise durchgebildete Öffnungen einströmen kann. Die Verbrennungsprodukte
der Flamme A treten durch die gleichfalls mit einem Drahtnetz 3' versehene
Öffnung 3, an welche das Abzugsrohr 6 anschließt, nach oben aus. Die Luft bzw. das luftartige Gemisch des Raumes, in
welchem die Vorrichtung aufgestellt ist, kann somit infolge der Öffnungen 13, 13', 3, 3' frei
durch den Hohlraum 5 des Körpers 1 hindurchströmen, ohne daß im Falle des Vorhandenseins
explosiver Gemische die Flamme die Entzündung des explosiven Gemisches im Räume außerhalb der Vorrichtung hervorrufen
kann.
In dem oberen Teil 6 des Körpers 1, welcher den Abzug der Verbrennungsprodukte
unterstützt und Bohrungen 14 besitzt, befindet sich die Kugel 7 einer als Schalter
benutzten Meßvorrichtung aus Metall o. dgl., die mit einer elektrisch nicht leitenden Flüssigkeit
gefüllt ist. Diese Kugel 7 weist einen Rohrfortsatz 8 mit einer Kapillarbohrung auf, in welcher, an die nichtleitende Flüssigkeit
anschließend, sich Quecksilber 15 befindet, welches den mittleren Teil 8' des Rohres
8 ausfüllt, während der Endteil 9, der eine zweite Kugel ψ besitzt, wieder mit
irgendeiner nichtleitenden Flüssigkeit gefüllt ist.
An geeigneten Stellen der-Meßvorrichtung, und zwar in der Nähe der Quecksilbersäule
ι ζ, sind zwei metallische Kontakte ι ο, 11 angeordnet,
an welche die beiden Pole des elektrischen Alarmstromkreises 12 angeschlossen
sind, der durch ein elektrisches Element oder eine sonstige Stromquelle gespeist wird. Der
Körper 1 ist durch einen Träger 16 auf einer
Unterlage 17 befestigt.
Der Brenner 4 ist am Ende eines Stutzens 18 zum Anschluß an die Brennstoff zuleitung
angebracht und mit zwei Hähnen 20, 21 versehen, von denen der eine zur Feinregulierung
der Flamme dient.
Das Flämmchen A brennt immer, und daher drückt das in der Kugel 7 enthaltene
flüssige Mittel vermöge seiner Ausdehnung auf das Quecksilber 15, so daß es den Kontakt
10 verläßt und dadurch den elektrischen Stromkreis 12 öffnet. Wenn das Flämmchen
A aber erlischt, z. B. durch Explosion brennbarer Gasbestandteile oder durch Sauerstoffmangel,
so schließt sich der Stromkreis selbsttätig infolge des Zusammenziehens der thermometrischen Flüssigkeit und bringt dadurch
die Alarmmittel zur Wirkung.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zur Anzeige in der Luft auftretender schädlicher Gase, bei welcher eine kleine Flamme durch diese zum Erlöschen gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der Flamme eine Wärmemeßvorrichtung angeordnet ist, die beim Erlöschen der Flamme einen elektrischen Signalstromkreis schließt.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über dem kleinen den Brenner bergenden Räume (5) ein Abzugsrohr (6) angeordnet ist, in dem das eine Ende der Wärmemeßvorrichtung untergebracht ist, und etwa in Höhe des Brenners (4) eine weitere kleine Öffnung (1S) !3') derart vorgesehen ist, daß der abziehende Gasstrom neue Außenluft aus dem Auf stellungsraume in den Bereich der Flamme (A) nachfordert.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlußstutzen (18) des Brenners zwei Hähne (20, 21) o. dgl. aufweist, von denen der eine zur Feinregulierung der Flamme dient.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Lufteintrittsöffnung (13) durch auswechselbare Formstücke veränderlich gestaltet ist.Hierzu r Blatt Zeichnungen
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