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Zusammenfassung
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Es
werden neue Impfstoffe zur Verwendung als immunotherapeutische Mittel
bei der Behandlung von Krebs beschrieben. Whole-Cell-Impfstoffe
der ersten Generation waren auf traditionelle Methodiken in der
Kultur und Produktion der autologen oder allogenen Impfstoffe auf
Zellbasis angewiesen, wobei autologe Tumorzellen oder immortalisierte
allogene Tumorzelllinien unter statischen zweidimensionalen (2D)
Kulturbedingungen kultiviert wurden. Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Co-Kulturtechnik, die zu wesentlichen Verbesserungen des Phänotyps von
Zelllinien hin zu einem in-vivo-artigerem Phänotyp führt, was in einem Impfstoff
resultiert, der eine realistischere phänotypische Repräsentation
eines In-vivo-Tumors reflektiert. Wir beschreiben alternative Kulturtechniken,
die ein wesentliches Scale-up sowie Verarbeitungsvorteile bieten
und darüber
hinaus die Aktivität
des Whole-Cell-Impfstoffs
erheblich verbessern. Ferner haben die mit den verschiedenen Co-Kulturtechniken
hergestellten Impfstoffe gegenüber
Einzelzell-Suspensionsimpfstoffen weitere Vorteile in Bezug darauf,
wie sie dem Immunsystem präsentiert
werden, was zu einer besseren Leistung bei der Behandlung der Krankheit
führt.
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Hintergrund der Erfindung
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In
der Technik ist es bekannt, dass kanzeröse Zellen zahlreiche Mutationen,
qualitative und quantitative, räumliche
und zeitliche, im Vergleich zu ihren nichtmalignen, nichtkanzerösen Gegenstücken enthalten und
dass in bestimmten Abschnitten im Laufe des Tumorwachstums und der
Ausbreitung ein Teil der kanzerösen
Zellen vom Immunsystem des Wirts als anomal erkannt werden kann.
Krebszellen exprimieren bestimmte tumorspezifische Antigene (TSA)
und tumorassoziierte Antigene (TAA), die als Marker oder Targets
für das Immunsystem
dienen können.
Dies hatte weltweit zahlreiche Forschungsbemühungen hinsichtlich der Entwicklung
von Immunotherapien zur Folge, die die Kraft des Immunsystems nutzen
und sie auf die Bekämpfung der
Krebszellen richten, mit dem Ziel, diese aberranten Zellen wenigstens
bis zu einem Grad zu beseitigen, der nicht lebensbedrohend ist (Review
in Maraveyas, A. & Dalgleish,
A. G. 1977 Active immunotherapy for solid tumours in vaccine design
in The Role of Cytokine Networks, Hrsg. Gregoriadis et al., Plenum
Press, New York, Seiten 129–145;
Morton, D. L. und Ravindranath, M. H. 1996 Current concepts concerning
melanoma vaccines in Tumor Immunology – Immunotherapy and Cancer
Vaccines, Hrsg. Dalgleish, A. G. and Browning, M., Cambridge University
Press, Seiten 241–268.
Weitere Einzelheiten sind auch in anderen Dokumenten dieser Publikationen
enthalten).
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Tumore
haben die bemerkenswerte Fähigkeit,
dem Immunsystem in vielfältiger
Weise entgegenzuwirken, wie zum Beispiel durch: Hinabregulation
der Expression potenzieller Targetproteine; Mutation potenzieller Targetproteine;
Hinabregulation der Oberflächenexpression
von Rezeptoren und anderen Proteinen; Hinabregulation der MHC Klasse
I und II Expression, wodurch eine direkte Präsentation von TAA- oder TSA-Peptiden nicht
zugelassen wird; Hinabregulation von Costimulationsmolekülen, die
zu einer unvollständigen
Stimulation von T-Zellen führt,
die in Anergie resultiert; Abstoßen von selektiven, nicht repräsentativen
Membranteilen, die als Lockmittel für das Immunsystem wirken; Abstoßen selektiver
Membranteile, um das Immunsystem zu anergisieren; Sekretion von
Inhibitionsmolekülen;
Induktion von T-Zelltod; und viele andere. Es ist klar, dass die phänotypische
und genetische Heterogenität
und Plastizität
von Tumoren im Körper
in gewissem Maße
mit immunotherapeutischen Strategien abgestimmt werden muss, die
in ähnlicher
Weise Heterogenität
oder Mehrwertigkeit beinhalten. Die Verwendung von ganzen Krebszellen
oder Rohderivaten davon als Krebsimmunotherapien kann als analog
zur Verwendung von ganzen inaktivierten oder abgeschwächten Viren
als Impfstoffe gegen Viruserkrankungen angesehen werden. Die potenziellen
Vorzüge
sind:
- (a) ganze Zellen enthalten eine große Auswahl
von Antigenen und bieten ein antigenes Profil von ausreichender
Heterogenität,
um dem der Läsionen
wie oben beschrieben zu entsprechen;
- (b) durch die Mehrwertigkeit (d. h. multiple Antigene enthaltend)
wird das Risiko einer immunologischen Flucht verringert (die Wahrscheinlichkeit,
dass Krebszellen durch Mutation alle diese Antigene „verlieren", ist gering); und
- (c) Impfstoffe auf Zellbasis beinhalten TSA und TAA, die als
solche noch identifiziert werden müssen; es ist möglich, wenn
nicht sogar wahrscheinlich, dass derzeit nicht identifizierte Antigene
klinisch relevanter sein können
als die relativ geringe Zahl von bekannten TSA/TAA.
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Impfstoffe
auf Zellbasis fallen in zwei Kategorien. Die erste, auf der Basis
autologer Zellen, beinhaltet das Entnehmen einer Biopsie von einem
Patienten, In-vitro-Kultivieren
von Tumorzellen, Modifizieren der Zellen durch Transfektion und/oder
andere Mittel, Bestrahlen der Zellen, um sie replikationsunfähig zu machen, und
dann das Injizieren der Zellen zurück in denselben Patienten als
Impfstoff. Diesem Ansatz wurde zwar im Laufe des vergangenen Jahrzehnts
viel Beachtung geschenkt, doch ist es immer offensichtlicher geworden, dass
diese individuell zugeschnittene Therapie aus verschiedenen Gründen naturgemäß unpraktisch
ist. Der Ansatz ist zeitaufwendig (oft übertrifft die Entwicklungszeit
für die
Herstellung klinischer Impfstoffdosen die Lebenserwartungen des
Patienten), teuer, und anhand des „maßgeschneiderten" Produkts kann kein
standardisiertes Produkt spezifiziert werden (nur das Verfahren,
nicht das Produkt, kann standardisiert und somit optimiert und qualitätskontrolliert
werden). Ferner weist die zur Herstellung des autologen Impfstoffs
verwendete Tumorbiopsie bestimmte Wachstumseigenschaften, Interaktionen
und Kommunikationen mit umliegendem Gewebe auf, die sie in gewissem
Maße einzigartig
machen. Dies spielt auf einen potenziell signifikanten Nachteil
der Verwendung autologer Zellen für die Immunotherapie an: eine
Biopsie, die die Initialzellen liefert, repräsentiert einen immunologischen
Schnappschuss des Tumors in der jeweiligen Umgebung, zu dem jeweiligen Zeitpunkt,
was als langfristige phänotypische
Repräsentation
für einen
Impfstoff mit anhaltender Aktivität, der während des gesamten Verlaufs
der Krankheit verabreicht werden kann, ungeeignet ist.
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Der
zweite Impfstofftyp auf Zellbasis beinhaltet die Verwendung allogener
Zellen, die genetisch (und somit immunologisch) auf die Patienten
fehlabgestimmt sind. Allogene Zellen profitieren von den gleichen
Vorzügen
der Mehrwertigkeit wie autologe Zellen. Darüber hinaus hat dieser Ansatz
nicht die Nachteile in Verbindung mit der Entwicklungszeit und den
Kosten autologer Ansätze,
da allogene Zellimpfstoffe auf immortalisierte Zelllinien gestützt werden
können,
die unbegrenzt in vitro [sic] kultivierbar sind. Ebenso bietet der
allogene Ansatz die Möglichkeit,
Kombinationen von Zelltypen zu verwenden, die dem Erkrankungsprofil
eines Individuums möglicherweise
hinsichtlich Stadium der Krankheit, Ort der Läsion und potenzieller Resistenz
gegen andere Therapien entsprechen oder es vorhersehen können.
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Bisherige
humane klinische Studien unter Anwendung von Whole-Cell-Ansätzen stützten sich
auf das Wachstum und die Produktion von Zellen in traditionellen
2D-Kultursystemen – Zellen,
die in statischen Kunststoffflaschen in Inkubatoren, mit oder ohne
atmosphärische
CO2-Anreicherung, wuchsen (hierin als „2D"-Kultur bezeichnet).
Die Zellen wachsen nur in zwei Dimensionen als flache Monolayer
oder als Schicht von Zellen, die an dem Kunststoff- oder Glasgefäß anhaften.
Das Zellwachstum wird gewöhnlich
bei Konfluenz kontaktgehemmt und Versuche, die Zellen über diesen
Punkt hinaus wachsen zu lassen, führen gewöhnlich zum Verlust der Kultur.
Das Wachstum von Zellen in 2D-Kultur
ist auf die serielle Passage von Zellen angewiesen, bei der die
Zellen wiederholt vom Nährsubstrat
entfernt und einem strengen Zyklus aus Zentrifugation, Wäsche und Manipulation
in Suspension ausgesetzt werden. Die Zellen werden wachsen gelassen
und dann mit mechanische Mitteln oder eine Behandlung mit Trypsin
geerntet, um die Zellen aus dem Nährsubstrat zu entfernen. Die Wirkung
von Trypsin, anderen proteolytischen Enzymen oder anderen Agenzien,
die für
den Zweck verwendet werden, besteht darin, dass die Bindung der
Zellen am Flaschensubstrat aufgebrochen wird. Durch eine proteolytische
Behandlung werden zwangsläufig
einige Proteinmoleküle
von der Oberfläche
der Zellen entfernt, was in einem Verlust potenzieller Epitope resultieren
kann, die den Empfänger
dazu befähigen,
eine humorale oder zellgestützte
Immunantwort auf den Tumor zu erzeugen. Durch die Proteolyse können zum
Beispiel MHC-I Moleküle
entfernt werden, die Peptide in direkter Weise T-Zellen von Patienten präsentieren
könnten, oder
Adhäsionsmoleküle, die
Costimulationsaktivität
zur direkten Präsentation
bieten. Alternativ können
durch die Proteolyse aberrant exprimierte TAA oder TSA einfach entfernt
werden, die, wenn sie über
ein Cross-Priming oder einen anderen Weg verarbeitet werden, ebenfalls
zu einer Anti-Tumor-Antwort beitragen könnten. Ferner gibt es relativ
wenig Gelegenheiten zur Manipulation des Zellphänotyps, da zum Erzielen der
notwendigen Zellquantität
eine Reihe von Passagen unter standardmäßigen Wachstumsbedingungen
erforderlich sind und Versuche, die Zellen in einen gestressten
oder apoptotischen oder nekrotischen oder anderweitig geänderten
Phänotyp
vor der Ernte zu lenken, in erheblichen Verlusten fragiler Zellen
bei der Ernte resultieren, wodurch die Möglichkeit der Herstellung eines
Impfstoffs in einem praktischen Umfang unterminiert wird.
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Die
bisher beschriebenen Krebsimpfstoffe auf Zellbasis basieren auf
Folgendem: i) Populationen von Primärkulturen autologer Tumorzellen;
ii) einzelne Populationen allogener immortalisierter Tumorzelllinien;
iii) Kombinationen von drei oder vier allogenen immortalisierten
Zelllinien und iv) genetisch modifizierte Fibroblasten in Kombination
mit Tumorzellen.
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Ein
Beispiel für
frühere
Ansätze
wird in der WO/99 19462 beschrieben. Diese Anmeldung offenbart einen
Whole-Cell-Krebsimpfstoff,
bei dem die malignen Zellen mit anderen nichtmalignen Zellen kultiviert
werden. Dies führt
zu einem Impfstoff, in dem die nichtmalignen Zellen eine verstärkte Cytokinsekretion
und Expression von Costimulationsmolekülen aufweisen, wodurch der
Whole-Cell-Impfstoff
wirksamer wird.
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt Kulturverfahren für die Großproduktion
von Impfstoffen; die Phänotypeinstellung
etablierter Zelllinien; Co-Kulturtechniken;
spezifische Zusammensetzungen immortalisierter Tumorzelllinien und
immortalisierter nichtmaligner Zellen; Zusammensetzungen, die immortalisierte
Tumorzellen und autologe nichtmaligne Zellen umfassen; Verarbeitungsverfahren
zur Herstellung der Impfstoffe; analytische Techniken zur Beurteilung
der Phänotypeinstellung
und neuer Zusammensetzungen, die in Standardmodellen der Tumorprävention
und Therapie eine erhöhte
Immunogenität
aufweisen. Darüber
hinaus beschreibt die vorliegende Erfindung eine neue Strategie,
die die Immunantwort nicht nur auf den Tumor selbst, sondern auch
auf die lokale Tumorumgebung und die nichtmalignen Zellen, die diese
Umgebung darstellen, abzielt.
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Beschreibung
der Erfindung
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Es
ist allgemein bekannt, dass die unmittelbare lokale Tumorumgebung äußerst immunsuppressiv
ist, wo alle Aspekte der Immunkontrolle gehemmt werden, von der
Hemmung der T-Zell-
und antigen-präsentierenden
Zell-(APC)-Migration bis zur Hemmung der APC-Maturation und Induktion
von T-Zell-Anergie.
Viele der immunsuppressiven Aktivitäten, die in der unmittelbaren
lokalen Tumorumgebung zu finden sind, werden durch lösliche Faktoren
vermittelt, die von den Tumorzellen freigesetzt werden, wie IL-10
und TGFβ.
In der Literatur gibt es zahlreiche Berichte über die Wirkungen von Tumorzellen
auf angrenzende nichtmaligne Zellen, ob es sich dabei nun um Epithelzellen,
Stromafibroblasten, Endothelzellen oder irgendeinen anderen relevanten
Zelltyp handelt. An einen Tumor angrenzende Zellen werden dazu gebracht,
erhöhte
Konzentrationen von Rezeptoren oder anderen Proteinen zu sekretieren
oder zu exprimieren (z. B. Tumour and stromal expression of matrix
metalloproteinases and their role in tumour progression, Review
von H. C. Crawford in Invasion Metastasis, (1994), 14, S. 234–245; Expression
of uPA and its receptor by both neoplastic and stromal cells during xenograft
invasion, Int. J. Cancer, (1994), 57, S. 553–560; Vitronectin in colorectal
adenocarcinoma, synthesis by stromal cells in culture, Experimental
Cell Research (1994), 214, S. 303–312; Invasive tumours induce c-ets1
transcription factor expression in adjacent stroma, Biol. Cell.
(1995), 84, S. 53–61;
Tumour cell and connective tissue cell interactions in human colorectal
adenocarcinoma, Am. J. Pathology (1997), 151, S. 479–493; CD40
antigen is expressed in endothelial cells and tumour cells in Kaposi's sarcoma, Am. J.
Pathology (1996), 148, S. 1387–1397;
Strometysin is overexpressed by stromal elements in primary non-small
cell lung cancers and is regulated by retinoic acid in pulmonary
fibroblasts, Cancer Research, (1995), 55, S. 4120–4126; Increased
expression of epidermal growth factor receptor in non-malignant
epithelium adjacent to head and neck carcinomas, Oral Diseases,
(1998), 4, S. 4–8).
Die an einen Tumor angrenzenden nichtmalignen Zellen sind gegenüber entfernt
gelegenen nichtmalignen Zellen aberrant, da sie dazu gebracht werden, Proteine
zu exprimieren, die von entfernt gelegenen Gegenstücken nicht
exprimiert werden; dies wird in einem qualitativ und/oder quantitativ
modifizierten Spektrum von Peptiden reflektiert, die auf den MHC-I
Molekülen der
neben dem Tumor liegenden Zellen dargestellt werden, die von dem
Immunsystem als aberrant erkannt werden können. Folglich zielt diese
Ausgestaltung in ähnlicher
Weise wie Strategien auf der Basis von Anti-Angiogenese neben dem Tumor selbst auf
die lokale Tumormikroumgebung ab.
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Diese
Ausgestaltung beschreibt die Herstellung eines Mischzellimpfstoffs,
wobei Tumorzelllinien in engem Kontakt zu einer nichtmalignen Komponente
wachsen gelassen werden. Das Wachstum dieses Mischzellimpfstoffs
kann durch eine Reihe von Mitteln erreicht werden, wie zum Beispiel
durch Co-Kultur in 2D-Flaschen, Wachstum in Transwell-Inserts, wobei
sich konditioniertes Medium auf die Tumorlinie auswirkt, oder Wachstum
in einem 3D-Mischkultursystem. Wesentliche Vorteile eines Mischkulturansatzes
bestehen gemäß der Literatur
darin, dass in vielen Fällen
ein Zell-Zell-Kontakt
erforderlich ist, um reziproke phänotypische Änderungen sowohl in Tumor-
als auch Nichttumorkomponenten hervorzurufen (z. B. Fibroblast mediated
differentiation in human breast carcinoma cells (MCF-7) grown as
nodules in vitro, Int. J. Cancer., (1994), 56, S. 731–735; Regulation
of collagenase-3 expression in human breast carcinoma is mediated
by stromal-epithelial cell interactions, Cancer Research (1997),
57, S. 4882–4888;
Co-culture of human breast adenocarcinoma MCF-7 cells and human
dermal fibroblasts enhances the production of matrix metalloproteinases
1,2 and 3 in fibroblasts, Brit. J. Cancer, (1995), 71, S. 1039–1045).
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt die Verwendung einer 3D-Mikroschwerkraftkultur
für das
Wachstum signifikanter Mengen von Tumorzellen und co-kultivierten
Zellen zur Verwendung als Impfstoff. Wir haben gefunden, dass in
einem 3D-Mikroschwerkraftgefäß mit einem
Fassungsvermögen
von 50 ml die gleiche Biomassenproduktion wie in 30 T175 Flaschen
erreicht werden kann. Durch die Verwendung eines 500 ml 3D-Mikroschwerkraftgefäß können wir
die gleiche Impfstoffproduktion von Säugetiertumorzelllinien erreichen
wie bei der Kultivierung von 300 T175 Flaschen oder dreißig 1700
cm2 Rollerflaschen.
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Eine
weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht die Verwendung
einer 3D-Co-Kultur zum Erreichen eines Mischzellimpfstoffs vor,
der eine immortalisierte Tumorzelllinie in Kombination mit einer
immortalisierten oder nichtimmortalisierten, nichtmalignen Zelllinie
wie Epithelzellen, Stromafibroblasten, Knochenstromazellen, Endothelzellen,
Palisadenzellen oder irgendeinem anderen immortalisierten oder nichtimmortalisierten,
nichtmalignen Zelltyp umfasst. Von besonderem Interesse sind Zellen
der neuroendokrinen Linie, von denen angenommen wird, dass sie eine
parakrine Funktion haben, die möglicherweise
den Fortschritt der Tumorentwicklung von der Hyperplasie zu neoplastischen
zu metastatischen Phänotypen
lenkt. In der Literatur sind zwei immortalisierte neuroendokrine
Tumorlinien bekannt, die prostatisch abgeleitete lungenmetastatische
neuroendokrine Linie CRL5813 (NCI-H660) und die kolorektale neuroendokrine
Linie COLO320DMF, die beide neuroendokrine Faktoren wie Nebenschilddrüsenhormon,
Bombesin usw. sekretieren. Die Kulturen können mit zwei oder mehr Zelltypen,
die von unabhängigen
2D-Kulturflaschen entnommen werden, co-geimpft werden, oder die
Kultur kann sequentiell geimpft werden, zum Beispiel zuerst mit
einem Stromafibroblasten und dann etwa ein oder zwei Tage später mit
einer Tumorzelllinie.
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Ein
weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein direktes Verfahren
zur Formulierung von Zellen, die von 3D-Mikroschwerkraftkultur geerntet werden,
ohne dass eine Behandlung der Zellen mit Trypsin erforderlich wäre. Dieses
Verfahren hat daher den Vorteil, dass der Zellertrag nach der Ernte
wesentlich erhöht
ist, wohingegen es bei traditionell gewachsenen 2D-Kulturen zu erheblichen
Verlusten im Laufe der Trypsinisierung, Neutralisierung, Wäsche und
Formulierung kommt. Als Sphäroide
geerntete Zellen sind gewöhnlich
wesentlich robuster bei der Handhabung und Wäsche und führen folglich zu erhöhten Ausbeuten.
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Wir
offenbaren außerdem
einen verbesserten Phänotyp
eines Krebsimpfstoffs infolge des Wachstums als Sphäroide in
3D-Mikroschwerkraftkultur und insbesondere co-kultivierter Zellen, die in 3D-Mikroschwerkraftkultur
wachsen. Zellen, die in 2D-Kultur wachsen, haben wenig Ähnlichkeit
mit In-vivo-Tumorzellen. Die Monolayers von 2D gewachsenen Zellen
haben ein einheitliches Pflastersteinaussehen, werden kontaktgehemmt,
wachsen unter Bedingungen mit optimaler Gas- und Nährstoffzufuhr
und haften direkt am Kunststoff- oder Glasgefäß an, in dem sie wachsen. Wir
haben gefunden, dass Zellen und insbesondere Co-Kulturen von zwei
oder mehr verschiedenen Zelltypen, die unter 3D-Mikroschwerkraftbedingungen
wachsen gelassen werden, in einer Weise wachsen, die dem In-vivo-Wachstum
von Tumorzellen weit ähnlicher
ist, Einzelzelltypen und Mischzelltypen, die direkt in die Mikroschwerkraftkammer
geimpft werden, Sphäroide
bilden, die eine Außenlage
haben, die optimal mit Gas und Nährstoffen
versorgt wird; eine Innenlage aufweisen, die in gewissem Maße gas-
und nährstoffverarmt
und geringfügig
apoptotisch ist; nicht an Kunststoff oder Glas, sondern an anderen
Zellen und irgendeiner von solchen Zellen sekretierten extrazellulären Matrix
anhaften; und die eine Mikroumgebung innerhalb des Sphäroids aufrechterhalten,
die Wachstumsfaktoren und andere para- und autokrine Sekretionen
festhalten kann, die ansonsten von dem Medium ausgewaschen würden. Diese
Art von Phänotyp
ist für
eine Zelllinie von Vorteil, die zur Verwendung als Tumorimpfstoff
wachsen gelassen wird, um eine Reaktion auf einen vorhandenen Tumor
hervorzurufen.
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Analytische
Techniken wie Immunhistochemie, Durchflusszytometrie, zweidimensionale
Elektrophorese, Kreuzimmunoelektrophorese, Western-Blotting, DNA-Hybridisierung, fluoreszierende
In-situ-Hybridisierung und andere Techniken haben wesentliche Verlagerungen
beim Phänotyp
etablierter Zelllinien aufgedeckt, die in einer wesentlich verstärkten Immunogenität resultieren.
Eine weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
einer gemischten 3D-Mikroschwerkraftkultur, die nichtmaligne Zelllinien
einschließt,
um den Phänotyp
von Zelllinien zu verbessern, die bisher nicht in gemischter 3D-Kultur
wachsen gelassen wurden.
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Eine
weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung betrifft eine verstärkte Immunogenität, die sich aus
der Verwendung nichtmaligner Zellen in Kombination mit Tumorzelllinien
ergibt, die sich aus einer direkten Präsentation von Peptiden auf
den MHC-I Molekülen
der nichtmalignen Zelllinie ergeben, insbesondere dann, wenn die
nichtmaligne Zelllinie auf den Empfänger abgestimmt oder teilweise
abgestimmt ist. Die Peptide können
von den Tumorzelllinien während
des Wachstums, der Verarbeitung und Bestrahlung der 3D-Zellmasse freigesetzt
werden, oder sie können
während
der anfänglichen
Interaktion von Makrophagen und dendritischen Zellen zum Zeitpunkt
der Injektion freigesetzt werden.
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Eine
separate Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
von Peptidextrakten und anderen subzellulären Fraktionen, die von Zellen
und Co-Kulturen von Zellen stammen, die unter nicht standardgemäßen Bedingungen
wachsen. Dazu gehören
Zellen, die auf Rollerflaschen, Mikroträgern, Polyesterfaserscheiben
wachsen, 3D-Kultur auf nichtadhärenten
Flaschen und 3D-Kultur
unter Mikroschwerkraftbedingungen. Die von den Zellen abgeleiteten
subzellulären
Fraktionen oder Peptidfraktionen bieten die Möglichkeit, die aktive Komponente
eines bestimmten Impfstoffs wesentlich zu erhöhen. Dieser Aspekt der Erfindung ermöglicht außerdem eine
weitere Fraktionierung der subzellulären Fraktionen oder Peptide,
um die Wirksubstanzen auszuwählen
und die Impfstoffzusammensetzung bei Bedarf zu vereinfachen.
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Eine
weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung betrifft die Produktion,
Zusammensetzung und Verwendung eines gemischten autologen/allogenen
Zellimpfstoffs, umfassend autologe nichtmaligne Zellen, die einem
geplanten Empfänger
des in Kultur mit einer allogenen immortalisierten Tumorzelllinie
gewachsenen Impfstoffs entnommen wurden. Die autologen nichtmalignen
Zellen haben nichtmaligne Konzentrationen von MHC-I und somit die
Fähigkeit,
in Zusammenhang mit autologen MHC-I Peptide zu präsentieren,
die von lysierten, zerstörten
oder apoptotischen Tumorzellen freigesetzt werden, mit denen sie
wachsen gelassen wurden.
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Beschreibung der Zeichnungen
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1 zeigt eine PSA-Expressionsanalyse
(PCR) von Prostatazelllinien, die in Co-Kultur mit Knochenmarkstromazellen
wachsen gelassen wurden.
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2 zeigt einen Vergleich
der Impfstoffwirksamkeit von in vitro gewachsenen K1735 Zellen und
in vivo gewachsenen K1735 Zellen in einem Modell eines B16.F10 Mausmelanoms.
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3 zeigt eine humane CD4
T-Zell-Proliferationsreaktion
auf Lysate einer Co-Kultur von DU-145 und NHBSF.
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4 zeigt eine humane CD8
T-Zell-Proliferationsreaktion
auf Lysate einer Co-Kultur von DU-145 und NHBSF.
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5 zeigt Überlebenskurven einer Therapiestudie
mit Ratten unter Verwendung von PA3 und PA3/YPEN/BMS Co-Kulturen, die in
2D-Kultur wachsen gelassen wurden.
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6 zeigt die Vergleichswirksamkeit
von 2D gewachsenen PA3 und PA3/YPEN/BMS Co-Kulturen in Schutzstudien
mit Ratten.
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7 zeigt die Vergleichswirksamkeit
von 3D gewachsenen PA3 und PA3/YPEN/BMS Co-Kulturen in Schutzstudien
mit Ratten.
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Beispiele
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Wachstum einer Mausmelanomzelllinie
mit einer immortalisierten Fibroblastenlinie in 3D-Kultur
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Die
Mausmelanomzelllinie K1735 wurde mit der Mausfibroblastenzelllinie
3T3 in einem Verhältnis
von 1 : 1 wachsen gelassen. Die 3T3 Zellen wurden zu 5 × 106 Zellen in eine 50-ml-Kassette für ein Mikroschwerkraftinstrument (Synthecon)
geimpft und 2 Tage lang in DMEM 2% fötalem Kälberserum, 10 mM Glutamin wachsen
gelassen. Es erfolgte eine weitere Einsaat von 5 × 106 Zellen von jeder K1735 in die 50-ml-Drehkassette
(Synthecon), und die Kultur wurde weitere 6–9 Tage lang inokuliert. Die
resultierenden Sphäroiden
wurden geerntet und durch leichtes Zentrifugieren in DMEM am Tag
8–11 gewaschen
und für
weitere Analysen genommen.
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Ein
Vergleich wurde zwischen den 3D co-kultivierten 3T3/K1735 und einem
Gemisch aus 3T3 und K1735 Zellen angestellt, die in separaten 2D-Kulturen
wuchsen und nach der Ernte vermischt wurden. Die Zellen wurden trypsinisiert
und das Gemisch aus Zellen von 2D- und 3D-Kulturen wurde hinsichtlich
des Apoptosegrads durch Annexin- und Propidiumiodidfärbung und
außerdem
hinsichtlich der phänotypischen
Expression verschiedener Marker analysiert. Eine weitere Analyse
kleiner immunogener Peptide, die durch das Verfahren von Nair et
al (1997 Eur. J. Immunol. 27, S. 589–597) extrahiert wurden, fand
unter Anwendung von Surface Enhanced Laser Desorption Ionisation
(SELDI) Massenspektrometrie statt. Die 3D co-kultivierten Fibroblasten
und Melanomzellen erzeugten ein wesentlich komplexeres Muster von
Peptiden, von denen einige für das
Co-Kultursystem einzigartig sind.
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Wachstum einer humanen
Prostatatumorzelllinie mit einer humanen nichtmalignen Prostataepithelzelllinie
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Die
humane Prostataepitheltumorzelllinie NIH1542 wurde mit der nichtmalignen
humanen Prostataepithellinie PNT2-C2 in einem Verhältnis von
1 : 1 in einem 3D-Mikroschwerkraftkulturgefäß (Synthecon)
wachsen gelassen. Die Zelllinien wurden jeweils zu 5 × 106 Zellen co-inokuliert und in KSFM 6–11 Tage
lang kultiviert, bis sich eine wesentliche Biomasse von Sphäroiden angesammelt
hatte. Die Zellmasse wurde geerntet und in serumfreiem Medium gewaschen
und dann trypsinisiert, um die Probe für die Analyse zu präparieren.
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Ein
Vergleich wurde zwischen den 3D co-kultivierten NIH-1542/PNT2-C2
und einem Gemisch aus NIH-1542 und PNT2-C2 Zellen angestellt, die in separaten
2D-Kulturen wachsen gelassen und nach der Ernte vermischt wurden.
Die Zellen wurden trypsinisiert und das Gemisch aus Zellen von 2D-
und 3D-Kulturen wurde auf Apoptosegrad durch Annexin- und Propidiumiodidfärbung und
außerdem
auf phänotypische
Expression verschiedener Marker analysiert. Eine weitere Analyse
kleiner immunogener Peptide, die durch das Verfahren von Nair et
al (1997 Eur. J. Immunol. 27, S. 589–597) extrahiert wurden, fand
unter Anwendung von Surface Enhanced Laser Desorption Ionisation
(SELDI) Massenspektrometrie statt. Die 3D co-kultivierten Fibroblasten und
Melanomzellen erzeugten ein wesentlich komplexeres Muster von Peptiden,
von denen einige für
das Co-Kultursystem einzigartig sind.
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Wachstum einer
humanen Prostatatumorzelllinie mit einer humanen prostatisch abgeleiteten
neuroendokrinen Lungenmetastasezelllinie
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Die
humane Prostata-Epitheltumorlinie NIH1542 wurde mit der humanen
neuroendokrinen Prostata-Epithellinie CRL-5813 in einem Verhältnis von 1 : 1 in einem 3D-Mikroschwerkraftkulturgefäß (Synthecon) wachsen
gelassen. Die Zelllinien wurden jeweils zu 5 × 106 Zellen
co-inokuliert und
in KSFM 6–11
Tage lang wachsen gelassen, bis sich eine wesentliche Biomasse von
Sphäroiden
angesammelt hatte. Parallel wurden zwei separate 2D-Kulturen eingesät und auf
nahezu Konfluenz wachsen gelassen. Die Zellen wurden trypsinisiert
und das Gemisch aus Zellen von 2D und 3D Co-Kultur wurde auf Apoptosegrad
durch Annexin- und Propidiumiodidfärbung und außerdem auf
phänotypische
Expression verschiedener Marker analysiert. Eine weitere Analyse
kleiner immunogener Peptide, die durch das Verfahren von Nair et
al (1997 Eur. J. Immunol. 27, S. 589–597) extrahiert wurden, fand
unter Anwendung von Surface Enhanced Laser Desorption Ionisation (SELDI)
Massenspektrometrie statt. Die 3D co-kultivierten Epithel- und neuroendokrinen
Zellen erzeugten ein wesentlich komplexeres Muster von Peptiden
als die gemischten 2D gewachsenen Zellen, von denen einige für das Co-Kultursystem einzigartig
sind.
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Herstellung eines Impfstoffs,
umfassend eine Mausmelanomzelllinie mit einer immortalisierten Fibroblastenlinie
in 3D-Kultur
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Die
Mausmelanomzelllinie K1735 wurde mit der Mausfibroblastenzelllinie
3T3 in einem Verhältnis
von 1 : 1 wachsen gelassen. Die 3T3 Zellen wurden zu 5 × 106 Zellen in eine 50-ml-Kassette für ein Mikroschwerkraftinstrument
(Synthecon) geimpft und 2 Tage lang in DMEM 2% fötalem Kälberserum, 10 mM Glutamin wachsen
gelassen. Es erfolgte eine weitere Einsaat von 5 × 106 Zellen von jeder K1735 in die 50-ml-Drehkassette
(Synthecon), und die Kultur wurde weitere 6–9 Tage inokuliert.
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Die
Zellen wurden 7–14
Tage lang wachsen gelassen, wobei Zwischenmedium und Wachstumsfaktor nachgefüllt wurden.
Bei der Ernte wurde die Kassette in ein Zentrifugengefäß entleert
und leicht zentrifugiert, um die Biomasse zu pelletieren. Die sichtbaren
und nicht sichtbaren Sphäroide
wurden dreimal in PBS oder anderem inertem Medium gewaschen, bei
50–300
Gy bestrahlt und dann entweder direkt im Schutzexperiment verwendet
oder in einem angemessenen Gefriergemisch (10% DMSO in Hanks) formuliert
und auf der Basis der Zellzahl, bestimmt durch Trypsinisierung und
Zählen,
oder auf einer Protein- oder Nucleinsäurebasis aliquotiert. Es war
keine Trypsinisierung erforderlich, um die Impfstoffzellen aus dem
Kulturgefäß zu entfernen, so
dass wertvolle TAA und TSA zurückgehalten
wurden, die eine Anti-Tumor-Reaktion im Empfängersäugetier hervorrufen. Ferner
können
die Sphäroide
infolge ihrer Größe wesentlich
leichter geerntet werden, so dass eine weniger aggressive Zentrifugation,
wie sie normalerweise für
individuelle Zellen erforderlich ist, notwendig ist, was zu einer
wesentlichen Steigerung der gewonnenen Zellmasse führt.
-
Eine
Aliquote von co-kultivierten Sphäroiden
(1–10 × 106 Zellen) wurde in einem Standardmodell des allogenen
Tumorschutzes im B16F10 Tumormodell verwendet.
-
Gruppen
von 8 C57/B6 Mäusen
wurden mit 1–10 × 106 K1735/3T3 Sphäroiden immunisiert und mit
in 2D-Flaschen wachsen gelassenen K1735 Zellen verglichen, bestrahlt
bei 150 Gy, an T-10 Tagen. Die Mäuse wurden
dann am Tag 0 mit 5 × 105 lebenden B16F10 Zellen in Kontakt gebracht
und auf Tumorwachstum überwacht.
-
PSA-Expression in Prostatazelllinien,
die alleine und in Co-Kultur mit normalen Knochenmarkstromazellen wachsen
gelassen wurden
-
Methodik
-
Zellkultur
-
Die
Zelllinien ONYCAP-1, ONYCAP-23, P4E6 und SHMAC-4 wurden zu 1 × 106 Zellen auf konfluente Monolayers von NHBMSC
Zellen in T175 Kulturflaschen geimpft. Co-Kulturen wurden 2 Tage
lang mit Keratinozytenwachstumsmedium gehalten, das mit 5% fötalem Kälberserum
angereichert war. Zellen wurden durch Abschaben von der Oberfläche des
Kunststoffs geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
Zelllinien
mit der Bezeichnung Onycap 1 und Onycap 23 wurden am 28. März 2000
im Rahmen des Budapester Vertrags mit den jeweiligen Beitrittsnummern
00032802 und 00032801 bei der ECACC hinterlegt.
-
RNA-Extraktion
-
Eine
doppelte Extraktion wurde unter Verwendung von TRI REAGENT (Sigma
Nr. T9424) durchgeführt.
Das Reagens wurde direkt zu den gewaschenen Zellpellets gegeben;
man ließ die
Proben 5 Minuten lang stehen, bevor Chloroform zugegeben wurde.
Die Proben wurden verwirbelt und weitere 10 Minuten lang bei Raumtemperatur
stehen gelassen und dann bei 12.000 g 15 Minuten lang zentrifugiert.
-
Die
obere wässrige
Phase wurde in ein frisches Röhrchen übertragen,
eine weitere Aliquote TRI REAGENT wurde zugegeben und die obigen
Schritte wurden für
die Zweitstufenextraktion wiederholt. Die wässrige Phase wurde wieder in
ein frisches Röhrchen übertragen
und die RNA mit Isopropanol präzipitiert. RNA-Pellets
wurden mit 75% Ethanol gewaschen, getrocknet und in TE-Puffer resuspendiert.
-
DNase-Behandlung
-
Eine
Aliquote von jeder RNA-Probe wurde mit Desoxyribonuclease I (Life
Technologies Nr. 18068-015) behandelt, um zu gewährleisten, dass keine Verunreinigung
mit genomischer DNA vorlag. Die Reaktionen wurden 15 Minuten lang
bei Raumtemperatur inkubiert, anschließend wurde die DNase durch
die Zugabe von 25 mM EDTA inaktiviert und 10 Minuten lang auf 65°C erwärmt.
-
Umkehrtranskription
-
Eine
Umkehrtranskription wurde mit dem First Strand cDNA Synthesis Kit
für RT-PCR
(AMV) von Boehringer Mannheim (Nr. 1 483 188) durchgeführt. Die
Reaktionen wurden 10 Minuten lang bei 25°C und dann 1 Stunde lang bei
42°C inkubiert.
Das AMV-Enzym wurde durch 5-minütiges
Erhitzen auf 99°C
denaturiert und anschließend
wurde die Reaktion auf 4°C
abgekühlt.
-
PCR
-
PCR-Primer
wurden von veröffentlichten
Sequenzen entworfen. Eine Verifizierung der cDNA-Integrität wurde
durch PCR-Amplifikation unter Verwendung von GapdH Haushalts-Primern
erreicht. Amplifikationsreaktionen mit dem externen Primersatz fanden
unter Anwendung des Thermocycler-Programms (1) statt. Der intern
verschachtelte PCR-Satz wurde gemäß dem nachfolgenden Programm
(2) laufen gelassen.
| (1)
95°C 3 min | (2)
95°C 3 min |
| 95°C 45 sec κ | 95°C 45 sec κ |
| 57°C 45 sec
} 30 Zyklen | 60°C 45 sec
} 30 Zyklen |
| 72°C 45 sec μ | 72°C 45 sec μ |
| 72°C 5 min | 72°C 5 min |
-
Positive
Kontrollen beinhalteten cDNA von LnCAP. Negative Kontrollen beinhalteten
kein cDNA-Template.
-
Tabelle
der Tumorantigen-PCR-Primersätze
-
Ergebnisse
-
Die
PCR-Proben wurden paarweise laufen gelassen. Die Prostatazellen
alleine, dann die gleichen Zellen in Co-Kultur mit NHBMSC, gefolgt von NHBMSC
alleine, anschließend
eine positive und negative Kontrolle, 1.
-
In
3 von 4 Prostatazellen, die alleine wachsen gelassen wurden, wurde
keine PSA-Expression nachgewiesen, allerdings brachte von allen
Zelllinien, die in Co-Kultur mit NHBMSC wuchsen, isolierte cDNA
eine Bande bei 200 bp nach 2 PCR-Amplifikationsrunden hervor, was
auf eine Hinaufregulation von PSA infolge der Co-Kultur mit Knochenmarkstromazellen
schließen
lässt.
-
Antigenexpression in Prostatazelllinien,
die alleine und in Co-Kultur mit normalen Knochenmarkstromazellen wachsen
gelassen wurden
-
Methodik
-
Zellkultur
-
Die
Zelllinie ONYCAP-23 wurde zu 1 × 106 Zellen auf konfluente Monolayers von NHBMSC
Zellen in T175 Kulturflaschen geimpft. Co-Kulturen wurden 2 Tage
lang mit Keratinozytenwachstumsmedium gehalten, das mit 5% fötalem Kälberserum
angereichert war. Zellen wurden durch Abschaben von der Oberfläche des Kunststoffs
geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
RNA-Extraktion
-
Eine
doppelte Extraktion wurde mit TRI REAGENT (Sigma Nr. T9424) durchgeführt. Das
Reagens wurde direkt zu den gewaschenen Zellpellets gegeben und
man ließ die
Proben 5 Minuten lang stehen, bevor Chloroform zugegeben wurde.
Die Proben wurden verwirbelt und weitere 10 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen
gelassen und dann bei 12.000 g 15 Minuten lang zentrifugiert.
-
Die
obere wässrige
Phase wurde in ein frisches Röhrchen übertragen,
eine weitere Aliquote TRI REAGENT wurde zugegeben und die obigen
Schritte wurden für
die Zweitstufenextraktion wiederholt. Die wässrige Phase wurde wieder in
ein frisches Röhrchen übertragen
und die RNA mit Isopropanol präzipitiert. RNA-Pellets
wurden mit 75% Ethanol gewaschen, getrocknet und in TE-Puffer resuspendiert.
-
DNase-Behandlung
-
Eine
Aliquote von jeder RNA-Probe wurde mit Desoxyribonuclease I (Life
Technologies Nr. 18068-015) behandelt, um zu gewährleisten, dass keine Verunreinigung
mit genomischer DNA vorlag. Die Reaktionen wurden 15 Minuten lang
bei Raumtemperatur inkubiert, anschließend wurde die DNase durch
die Zugabe von 25 mM EDTA inaktiviert und 10 Minuten lang auf 65°C erwärmt.
-
Umkehrtranskription
-
Eine
Umkehrtranskription wurde mit dem First Strand cDNA Synthesis Kit
für RT-PCR
(AMV) von Boehringer Mannheim (Nr. 1 483 188) durchgeführt. Die
Reaktionen wurden 10 Minuten lang bei 25°C und dann 1 Stunde lang bei
42°C inkubiert.
Das AMV-Enzym wurde durch 5-minütiges
Erhitzen auf 99°C
denaturiert und anschließend
wurde die Reaktion auf 4°C
abgekühlt.
-
PCR
-
PSA
PCR-Primer wurden von den nachfolgend tabellarisch aufgeführten veröffentlichten
Sequenzen entworfen. Eine Verifizierung der cDNA-Integrität wurde
durch PCR-Amplifikation
unter Verwendung von GapdH Haushalts-Primern erreicht. Amplifikationsreaktionen
mit dem externen Primersatz fanden unter Anwendung des Thermocycler- Programms (1) statt.
Der intern verschachtelte PCR-Satz wurde gemäß dem nachfolgenden Programm
(2) laufen gelassen.
| (1)
95°C 3 min | (2)
95°C 3 min |
| 95°C 45 sec κ | 95°C 45 sec κ |
| 57°C 45 sec
} 30 Zyklen | 60°C 45 sec
} 30 Zyklen |
| 72°C 45 sec μ | 72°C 45 sec μ |
| 72°C 5 min | 72°C 5 min |
-
-
Androgenrezeptor,
Hyaluronsäurerezeptor
und MMP-9 PCR-Primer
wurden von den nachfolgend tabellarisch dargestellten veröffentlichten
Sequenzen entworfen. Eine Verifizierung der cDNA-Integrität wurde durch
PCR-Amplifikation
unter Verwendung von GapdH Haushalts-Primern erreicht. Amplifikationsreaktionen mit
dem externen Primersatz fanden unter Anwendung des nachfolgenden
Thermocycler-Programms (1) statt und wurden auf dem Thermocycler
laufen gelassen. Antigen-Primersätze
Androgenrezeptor
| Vorwärtsprimer | GTC
CAA GAC CTA CCG AGG AG |
| Rückwärtsprimer | CTG
CTG TTG CTG AAG GAG TT |
MMP-9
| Vorwärtsprimer | AGA
ACC AAT CTC ACC GAC A |
| Rückwärtsprimer | AGG
GAC CAC AAC TCG TCA T |
Hyaluronsäurerezeptor
| Vorwärtsprimer | CTG
GGT TGG AGA TGG ATT C |
| Rückwärtsprimer | CAA
AGA AGA GGA GAG CAA GC |
-
Amplifikationsbedingungen
-
Ergebnisse
-
Die
PCR-Proben wurden paarweise auf Agarosegelen laufen gelassen. Die
Prostatazellen wurden alleine und dann in Co-Kultur mit NHBMSC wachsen
gelassen.
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 enthalten, in der + auf die Anwesenheit
eines relevanten PCR-Produkts bei der erwarteten relativen Molekülmasse und – auf die
Abwesenheit eines relevanten PCR-Produkts hindeutet. Die Co-Kultur
von Onycap-23 mit NHBSC führte
eindeutig zur Expression von mRNA für signifikante Prostata- und
Metastasenantigene, wohingegen basale NHBSC und Onycap23 keines
dieser signifikanten Antigene hervorbrachten.
-
In-vivo-Tumorwachstum
ergibt einen wirksameren Impfstoff
-
Das
In-vivo-Wachstum eines Tumors ruft eine massive Stromareaktion hervor,
wodurch angrenzendes Gewebe, einschließlich Epithelzellen, Stromafibroblasten,
Blutgefäßendothelzellen,
in die Tumormasse wächst.
In der Literatur gibt es reichlich Beweise dafür, dass von einem Tumor hervorgerufenes
Stroma eine aberrante Expression von Proteinen als Reaktion auf
die Tumorzellen aufweist.
-
In
diesem Beispiel untersuchen wir die Möglichkeit der Verwendung eines
in situ gewachsenen Tumors mit zugehörigem Stroma, um zu bestimmen,
ob der Einschluss von Stromazellen in einen Impfstoff, ob Epithel,
Fibroblast oder Endothel, einen Vorteil gegenüber Tumorzellen alleine bietet.
-
Wir
verglichen in vitro gewachsene K1735 Mausmelanomzellen mit K1735,
die in der syngenen C3H-Wirtsmaus
wuchsen, in einem Modell einer Impftherapie gegen einen B16.F10
Melanomtumor.
-
K1735
(P25) Zellen wurden in RPMI 1640 Medium wachsen gelassen, das mit
10% FCS und 2 mM L-Glutamin angereichert war, trypsinisiert, bei
100 Gy bestrahlt und in 10% DMSO in RPMI bei einer Zelldichte von
5 × 106 Zellen/ml vor der Tieftemperaturkonservierung
bei –180°C formuliert.
-
Ein
in einer C3H Maus gewachsener K1735 Tumor wurde exzidiert und in
kleine Stücke
geschnitten und anschließend
durch ein 70-μm-Netz
gedrückt,
bei 100 Gy bestrahlt und in 10% DMSO in RPMI bei einer Zelldichte
von 5 × 106 Zellen/ml formuliert und dann bei –180°C tieftemperaturkonserviert.
-
B16.F10
Mausmelanomklon G10 wurde in RPMI 1640 Medium wachsen gelassen,
das mit 10% FCS und 2 mM L-Glutamin angereichert war, trypsinisiert
und zum Inokulieren von Gruppen von 5 C57BL6 Mäusen in einer lebensfähigen Dosis
von 1 × 104 Zellen in 200 μl Medium verwendet. Drei Tage
nach dem Kontakt mit lebensfähigem
Tumor wurde den Mäusen
1 × 106 von in vitro gewachsenen K1735 oder in
vivo gewachsenem Tumor verabreicht oder PBS-injizierte Mäuse und
anschließend
bei drei weiteren Gelegenheiten am Tag 6, 10 und 13 nach dem Tumorkontakt
[sic]. Tumorvolumen und Überleben
wurden in einem Abstand von drei Tagen beurteilt (eine Tötung erfolgte,
wenn der Tumor 15 × 15
mm erreichte), beginnend bei Tag 11 nach dem Tumorkontakt.
-
Ergebnisse
-
Es
wurde eine bedeutende Überlebenszunahme
mit geringerer Tumorwachstumsgeschwindigkeit in der Gruppe, die
eine Impfung mit in vivo gewachsenen K1735 erhalten hatte, im Vergleich
zu in vitro gewachsenen K1735 beobachtet (2). Die Anzahl der zum Impfen verwendeten
in vivo gewachsenen K1735 Zellen war auch wesentlich geringer, da
der Impfstoff auf der Basis der Gesamtzahl und nicht spezifisch
auf der Basis der K1735-Zahl formuliert wurde. Da wir eine massive
Stromabeteitigung in in vitro gewachsenen Zellen beobachten, wird
die tatsächliche
Zahl von K1735 Zellen in der für
den Impfstoff hergestellten Tumorzellsuspension folglich relativ
gering sein, so dass die signifikante Erhöhung der Impfstoffwirksamkeit
den Nichttumor-Stromazellen zuzuschreiben ist, die die K1735 Melanomzellen
begleiten.
-
Humane Prostatazellen,
die auf Prostatastromafibroblasten wachsen, weisen eine veränderte Genexpression auf
-
Methodik
-
Zellkultur
-
Die
Zelllinie DU145 wurde zu 1 × 106 Zellen auf konfluente Monolayers von normalen
humanen Prostatastromafibroblasten (NHPSF) in T175 Kulturflaschen
geimpft. Co-Kulturen wurden 2 Tage lang mit MEM-Medium aufrechterhalten,
das mit 10% FCS und 2 mM L-Glutamin angereichert war. Zellen wurden durch
Abschaben von der Oberfläche
des Kunststoffs geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
Normale
humane Prostatastromafibroblasten (NHPSF) wurden auf Konfluenz in
einer T175 Flasche in MEM-Medium wachsen gelassen, das mit 10% FCS
und 2 mM L-Glutamin angereichert war. Zellen wurden durch Abschaben
von der Oberfläche
des Kunststoffs geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
Die
Zelllinie DU145 wurde zu 1 × 106 Zellen in T175 Flaschen geimpft und in
MEM-Medium wachsen gelassen, das mit 10% FCS und 2 mM L-Glutamin
angereichert war, und auf Konfluenz wachsen gelassen. Die Zellen
wurden durch Abschaben von der Oberfläche des Kunststoffs geerntet
und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
RNA-Extraktion
-
Eine
doppelte Extraktion wurde mit TRI REAGENT (Sigma Nr. T9424) durchgeführt. Das
Reagens wurde direkt zu den gewaschenen Zellpellets gegeben und
man ließ die
Proben 5 Minuten lang stehen, bevor Chloroform zugegeben wurde.
Proben wurden verwirbelt und weitere 10 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen
gelassen und dann bei 12.000 g 15 Minuten lang zentrifugiert.
-
Die
obere wässrige
Phase wurde in ein frisches Röhrchen übertragen,
eine weitere Aliquote TRI REAGENT wurde zugegeben und die obigen
Schritte wurden für
die Zweitstufenextraktion wiederholt. Die wässrige Phase wurde wieder in
ein frisches Röhrchen übertragen
und die RNA mit Isopropanol präzipitiert. RNA-Pellets
wurden mit 75% Ethanol gewaschen, getrocknet und in TE-Puffer resuspendiert.
-
DNase-Behandlung
-
Eine
Aliquote von jeder RNA-Probe wurde mit Desoxyribonuclease I (Life
Technologies Nr. 18068-015) behandelt, um zu gewährleisten, dass keine Verunreinigung
mit genomischer DNA vorlag. Die Reaktionen wurden 15 Minuten lang
bei Raumtemperatur inkubiert, anschließend wurde die DNase durch
die Zugabe von 25 mM EDTA inaktiviert und 10 Minuten lang auf 65°C erwärmt.
-
DNA-Array-Sondierung
-
Markierte
cDNA wurde zum Sondieren einer Clontech AtlasTM Array
(Human Cancer Array II) gemäß dem Herstellerprotokoll
für Hybridisierung
und Wäsche
verwendet. Bilder wurden mit einem Phosphor Imager aufgezeichnet,
und aufgezeichnete Dateien wurden mit der Clontech Atlas ImageTM Software analysiert.
-
Ergebnisse
-
Durch
Ausgleichen der zum Sondieren der DNA-Arrays verwendeten cDNA-Mengen
konnten wir die Genexpression in der Co-Kultur beurteilen und sie
mit der entsprechenden Genexpression in den individuellen Zelllinien
vergleichen. Chung et al stellten im Rahmen von Beobachtungen von
Morphologie und Wachstumsrate fest, dass mit Prostatafibroblasten
co-kultivierte Prostatatumorzelllinien tatsächlich inhibiert und unter Kontrolle
gehalten wurden. In Tabelle 2 ist erkennbar, dass viele Gene infolge
eines Wachstums auf prostatastämmigen
Stromafibroblasten hinabreguliert werden, dass aber zusätzlich eine
geringe Zahl hinauf reguliert wird (Tabelle 3).
-
Diese
Methodik lässt
die Identifizierung von Genen zu, die durch das Wachstum von Tumorzelllinien auf
Stromazellen von verschiedenen Organkompartimenten hinauf- oder
hinabreguliert werden. Durch Wählen von
Tumorzelllinien mit unterschiedlichem Invasivitätsgrad oder metastatischem
Potenzial in Kombination mit Stromazellen wie Prostatafibroblasten,
Knochenstromafibroblasten oder Endothelzellen können signifikante Gene identifiziert
werden, die infolge des engen Kontakts zwischen Tumor und Stromazelle
temporär
und räumlich
exprimiert werden, und somit Antigene identifiziert werden, die
folglich bedeutsame und lebensfähige potenzielle
Ziele für
die Immuntherapie oder andere therapeutische Strategien sind.
-
Humane Prostatazellen,
die auf Knochenstromafibroblasten wachsen, weisen eine veränderte Genexpression auf
-
Methodik
-
Zellkultur
-
Die
Zelllinie DU145 wurde zu 1 × 106 Zellen auf konfluente Monolayers von normalen
humanen Knochenstromafibroblasten (NHBSF) in T175 Kulturflaschen
geimpft. Co-Kulturen wurden 2 Tage lang mit MEM-Medium gehalten,
das mit 10% FCS und 2 mM L-Glutamin angereichert war. Zellen wurden
durch Abschaben von der Oberfläche
des Kunststoffs geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
Normale
humane Knochenstromafibroblasten (NHBSF) wurden auf Konfluenz in
einer T175 Flasche in MEM-Medium wachsen gelassen, das mit 10% FCS
und 2 mM L-Glutamin angereichert war. Zellen wurden durch Abschaben
von der Oberfläche
des Kunststoffs geerntet und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
Die
Zelllinie DU145 wurde zu 1 × 106 Zellen in T175 Flaschen geimpft und in
MEM-Medium wachsen gelassen, das mit 10% FCS und 2 mM L-Glutamin
angereichert war, und auf Konfluenz wachsen gelassen. Die Zellen
wurden durch Abschaben von der Oberfläche des Kunststoffs geerntet
und vor der RNA-Extraktion in Hank's balanzierter Salzlösung gewaschen.
-
RNA-Extraktion
-
Eine
doppelte Extraktion wurde mit TRI REAGENT (Sigma Nr. T9424) durchgeführt. Das
Reagens wurde direkt zu den gewaschenen Zellpellets gegeben und
man ließ die
Proben 5 Minuten lang stehen, bevor Chloroform zugegeben wurde.
Die Proben wurden verwirbelt und weitere 10 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen
gelassen und dann bei 12.000 g 15 Minuten lang zentrifugiert.
-
Die
obere wässrige
Phase wurde in ein frisches Röhrchen übertragen,
eine weitere Aliquote TRI REAGENT wurde zugegeben und die obigen
Schritte wurden für
die Zweitstufenextraktion wiederholt. Die wässrige Phase wurde wieder in
ein frisches Röhrchen übertragen
und die RNA mit Isopropanol präzipitiert. RNA-Pellets
wurden mit 75% Ethanol gewaschen, getrocknet und in TE-Puffer resuspendiert.
-
DNase-Behandlung
-
Eine
Aliquote von jeder RNA-Probe wurde mit Desoxyribonuclease I (Life
Technologies Nr. 18068-015) behandelt, um zu gewährleisten, dass keine Verunreinigung
mit genomischer DNA vorlag. Die Reaktionen wurden 15 Minuten lang
bei Raumtemperatur inkubiert, anschließend wurde die DNase durch
die Zugabe von 25 mM EDTA inaktiviert und 10 Minuten lang auf 65°C erwärmt.
-
Umkehrtranskription
-
Eine
Umkehrtranskription wurde mit dem First Strand cDNA Synthesis Kit
für RT-PCR
(AMV) von Boehringer Mannheim (Nr. 1 483 188) durchgeführt. Die
Reaktionen wurden 10 Minuten lang bei 25°C und dann 1 Stunde lang bei
42°C inkubiert.
Das AMV-Enzym wurde durch 5-minütiges
Erhitzen auf 99°C
denaturiert und anschließend
wurde die Reaktion auf 4°C
abgekühlt.
32P oder 33P Desoxynucleotide wurden zum Markieren der cDNA für eine anschließende Sondierung
der Arrays verwendet. RNA von DU145 und NHBSF Kulturen wurden zu
gleichen Anteilen vermischt, und es wurde die gleiche RNA-Menge
in der Umkehrtranskription wie für
die Co-Kultur-RNA
verwendet.
-
DNA-Array-Sondierung
-
Markierte
cDNA wurde zum Sondieren einer Clontech AtlasTM Array
(Human Cancer Array II) gemäß dem Herstellerprotokoll
für Hybridisierung
und Wäsche
verwendet. Bilder wurden mit einem Phosphor Imager aufgezeichnet,
und aufgezeichnete Dateien wurden mit der Clontech Atlas ImageTM Software analysiert.
-
Ergebnisse
-
Durch
Ausgleichen der zum Sondieren der DNA-Arrays verwendeten cDNA-Mengen
konnten wir die Genexpression in der Co-Kultur beurteilen und sie
mit der entsprechenden Genexpression in den individuellen Zelllinien
vergleichen, indem cDNA-Proben von den individuellen Prostatatumorzellen
und NHBSF vermischt wurden. Chung et al stellten im Rahmen von Beobeachtungen
von Morphologie und Wachstumsrate fest, dass Prostatatumorzelllinien,
die mit Prostatafibroblasten co-kultiviert waren, tatsächlich inhibiert
und unter Kontrolle gehalten wurden. Tabelle 4 zeigt, dass viele
Gene infolge eines Wachstums auf prostatastämmigen Stromafibroblasten hinabreguliert
werden, dass aber zusätzlich
eine geringe Zahl hinaufreguliert wird (Tab. 5).
-
Diese
Methodik lässt
die Identifizierung von Genen zu, die durch das Wachstum von Tumorzelllinien auf
Stromazellen von verschiedenen Organkompartimenten hinauf- oder
hinabreguliert werden. Durch Wählen von
Tumorzelllinien mit unterschiedlichem Invasivitätsgrad oder metastatischem
Potenzial in Kombination mit Stromazellen wie Prostatafibroblasten,
Knochenstromafibroblasten oder Endothelzellen können signifikante Gene identifiziert
werden, die infolge des engen Kontakts zwischen Tumor und Stromazelle
temporär
und räumlich
exprimiert werden, und somit Antigene identifiziert werden, die
folglich bedeutsame und lebensfähige potenzielle
Ziele für
die Immuntherapie oder andere therapeutische Strategien sind.
-
Humane T-Zell-Proliferationsreaktion
auf Lysate von Co-Kulturen
von DU-145 und NHBSF
-
Methodik
-
Wir
führten
einen Proliferationstest an T-Zellen im Anschluss an eine Stimulation
mit Lysaten der Prostatazelllinien durch, um zu ermitteln, ob es
bei Patienten, die mit Prostatazelllinien geimpft wurden, zu einer spezifischen
Expansion von T-Zell-Populationen kommt, die Antigene erkennen,
die von den impfenden Zelllinien und außerdem einer Co-Kultur von
DU-145 und NHBSF stammen. Vollblut wurde bei jeder Konsultation der
Klinik extrahiert und in dem nachfolgend beschriebenen Proliferationstest
auf der Basis von BrdU (Bromdesoxyuridin) verwendet:
-
BrdU-Proliferationsverfahren
bei Patienten
Reagenzien
-
Verfahren
-
- 1) 1 ml Blut mit 9 ml RPMI + 2 mM L-gln + PS
+ 50 μM
2-Me verdünnen.
Kein Serum zugeben. Über
Nacht bei 37°C
stehen lassen.
- 2) Am nächsten
Morgen 450 μl
verdünntes
Blut in die Wells einer 48-Well-Platte aliquotieren und 50 μl Stimulatorlysat
zugeben. Das Lysat wird durch Gefrieren-Auftauen von Tumorzellen
(2 × 106 Zelläquivalente/ml) × 3 in Flüssigstickstoff
gewonnen, wobei anschließend
gefrorene Aliquoten bis zu ihrem Gebrauch gelagert werden.
- 3) Zellen 5 Tage lang bei 37°C
kultivieren.
- 4) Am Abend des 5. Tages 50 μl
BrdU zu 30 μg/ml
geben.
- 5) 100 μl
jeder Probe in eine 96-Well-Platte mit rundem Boden aliquotieren.
- 6) Platte schleudern und Überstand
verwerfen.
- 7) Rote Blutzellen mit 100 μl
Pharmlyse 5 Minuten lang bei Raumtemperatur lysieren.
- 8) Zweimal mit 50 μl
Cytofix waschen.
- 9) Schleudern und Überstand
durch Wegschnippen entfernen.
- 10) Mit 100 μl
Perm Wash 10 Minuten lang bei Raumtemperatur permeabilisieren.
- 11) 30 μl
Antikörpergemisch
zugeben, das Antikörper
in der korrekten Verdünnung
beinhaltet und mit Perm-wash aufgefüllt wurde.
- 12) 30 Minuten lang im Dunkeln bei Raumtemperatur inkubieren.
- 13) Einmal waschen und in 100 μl 2% Paraformaldehyd resuspendieren.
- 14) Dies zu 400 μl
FACSFlow in zur Analyse bereiten Cluster-Röhrchen geben.
- 15) Analyse auf FACScan mit 3000 gespeicherten torgesteuerten
CD3 Ereignissen.
-
6-Well-Platte
zur Stimulation
-
96-Well-Platte
für Antikörperfärbung
-
Legende
-
- A
- IgG1-FITC (5 μl) IgG1-PE
(5 μl) IgG1-PerCP
(5 μl) 15 μl MoAb +
15 μl
- D
- BrdU-FITC (5 μl) CD4-PE
(5 μl) CD3-PerCP
(5 μl) 15 μl MoAB +
15 μl
- E
- BrdU-FITC (5 μl) CD8-PE
(5 μl) CD3-PerCP
(5 μl) 15 μl MoAb +
15 μl
- 15
- NIH1542-CP3TX
- Ln
- LnCap
- D
- Du145
- Pn
- PNT2
- Con
- ConA Lektin (positive
Kontrolle)
- Null
- Keine Stimulation
-
Ergebnisse
-
Die
Ergebnisse der Proliferationstests sind in [sic] dargestellt, wo
ein Proliferationsindex für
CD4 (3) oder CD8 (4) positive T-Zellen gegenüber den
verschiedenen Zelllysaten graphisch dargestellt ist, wobei der Proliferationsindex
durch Dividieren durch den prozentualen Anteil von T-Zellen abgeleitet
wird, die durch die Nichtlysatkontrolle proliferieren.
-
Die
Ergebnisse sind für
die Patienten mit der Nummer 1, 2, 3 und 4 dargestellt, die eine
Reihe von Impfungen mit humanen Prostatazelllinien, PNT-2, NIH1542,
DU145 und LnCap in einem klinischen Versuch zur Beurteilung der
Sicherheit und Immunogenität
dieser Zelllinien erhalten haben. Die Ergebnisse werden so für die Zelllysate
NIH1542, LnCap, DU145, PNT-2 und außerdem für eine Co-Kultur von DU145
und NHBSF Zellen gegeben, dass in jedem Proliferationstest das gleiche
Zellzahläquivalent
verwendet wird. In dieser heterogenen Population von Patienten,
die mit einer Vielfalt von Zelllinien geimpft wurden, ist die Feststellung
interessant, dass das co-kultivierte Lysat bei 3 von 4 Patienten
zu einer wesentlichen Verbesserung der CD4 und CD8 Proliferationsreaktion
geführt
hat. Dies ist ein Hinweis darauf, dass in Co-Kultur ein repräsentativeres Spektrum
von Antigenen produziert wird als in der Monokultur von DU-145 alleine.
-
2D-Co-Kultur der Prostatatumorlinie
mit Knochenstromazellen und Endothelzellen erhöht die Impfstoffwirksamkeit
-
Die
Ratten-PA3-Prostatatumorlinie ist ein relativ schwaches allogenes
Immungen in der mit autologen MatLyLu-Prostatazellen in Kontakt gebrachten
Kopenhagen-Ratte. Wir haben PA3-Ratten-Prostatatumorzellen, die
in T185 Flaschen wuchsen, mit PA3-Zellen, co-kultiviert mit Knochenstromafibroblasten
und YPEN Endothelzellen in T185 Flaschen, als Impfstoff in einem
Schutzmodell verglichen.
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PA3 Klon 1 2D
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PA3
Klon 1 Zellen (1 × 106) wurden in eine T175 Gewebekulturflasche
in 35 ml RPMI 1640 Kulturmedium geimpft, das mit 10% FCS/2 mM Glutamin
angereichert war. Man ließ die
Zellen unter Bedingungen mit 37°C/5%
CO2 bis zur Konfluenz wachsen. Konfluente
Zellen wurden geerntet durch Waschen der Monolayer mit 10 ml Hank's Puffersalzlösung und
anschließend
mit 5 ml Trypsin/EDTA-Lösung, um
die Zellen aus der Flasche zu entfernen. Nachdem alle Zellen von
der Flaschenoberfläche
abgehoben waren, wurde die Trypsinreaktion durch die Zugabe von
5 ml FCS unterbrochen. 10 ml der Zellsuspension wurden in einem
50-ml-Röhrchen aufgefangen
und bei 18.000 UPM 3 Minuten lang zentrifugiert. Das resultierende
Pellet wurde in 10 ml PBS resuspendiert und auf Eis gelagert, bevor
es bestrahlt wurde.
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PA3/YPEN 2D Co-Kultur
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PA3
Klon 1 Zellen (1 × 105) und YPEN Zellen (1 × 105)
wurden gleichzeitig in eine T75 Gewebekulturflasche geimpft, die
15 ml RPMI 1640 Kulturmedium enthielt, das mit 10% FCS/2 mM Glutamin
angereichert war. Die Zellen wurden bis zur Konfluenz wachsen gelassen,
durch Zellabschabung geerntet, durch 3-minütige Zentrifugation bei 18.000
UPM pelletiert und in 10 ml PBS resuspendiert. Die Zellen wurden
vor der Bestrahlung auf Eis gelagert.
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PA3/YPEN/RBMS 2D Co-Kultur
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PA3
Klon 1 Zellen (1 × 105), YPEN Zellen (1 × 105)
und RBMS (1 × 105) wurden gleichzeitig in eine T75 Gewebekulturflasche
geimpft, die 15 ml RPMI 1640 Kulturmedium enthielt, das mit 10%
FCS/2 mM Glutamin angereichert war. Die Zellen wurden bis zur Konfluenz
wachsen gelassen, durch Zellabschabung geerntet, durch 3-minütige Zentrifugation
bei 18.000 UPM pelletiert und in 10 ml PBS resuspendiert. Die Zellen
wurden vor der Bestrahlung auf Eis gelagert.
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PA3/RBMS 2D Co-Kultur
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PA3
Klon 1 Zellen (1 × 105) und (1 × 105)
RBMS wurden gleichzeitig in eine T75 Gewebekulturflasche geimpft,
die 15 ml RPMI 1640 Kulturmedium enthielt, das mit 10% FCS/2 mM
Glutamin angereichert war. Die Zellen wurden bis zur Konfluenz wachsen
gelassen, durch Zellabschabung geerntet, durch 3-minütige Zentrifugation
bei 18.000 UPM pelletiert und in 10 ml PBS resuspendiert. Die Zellen
wurden vor der Bestrahlung einmal gelagert.
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Bestrahlung
und Zellzählung
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Röhrchen,
die Zellsuspensionen enthielten, wurden mit 6 × 25 Gy (insgesamt 150 Gy)
bestrahlt. Anschließend
fand an jeder Probe eine Zellzählung
mit einem Hämozytometer
statt. Kurz, 10 μl
von jeder Zellsuspension wurden mit 90 μl Trypanblau vermischt und etwa
10 μl wurden
unter das Deckglas des Hämozytometers
gegeben. Eine Zellzählung
fand mit einer Objektivlinse (20 ×) statt. Jede Zellsuspension
wurde dann 3 Minuten lang bei 18.000 UPM zentrifugiert. Das resultierende
Pellet wurde in Impfstoff-Gefriermedium (RPMI 1640/8% FCS/8% DMSO)
zu 5 × 106 Zellen je ml Gefriermedium resuspendiert.
Suspensionen wurden dann in Gefrierphiolen zu 1,2 ml pro Phiole
aliquotiert; die Phiolen wurden dann über Nacht in einen Gefrierapparat (–80°C) gegeben,
bevor sie in Flüssigstickstoff
gelagert wurden.
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Injektionsprotokoll (Impfstoff)
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Die
entsprechenden Phiolen wurden aus der Flüssigstickstofflagerung genommen
und aufgetaut; 0,2 ml der Phiole wurden in die rasierte rechte,
hintere Flanke einer Kopenhagen-Ratte injiziert. 1 Phiole reicht
für die
Injektion bei 5 Tieren aus (1 Versuchsgruppe). Das Injektionssystem
für Schutz
und Therapie ist unten aufgeführt.
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Kultur der „Kontakt"-Tumorzelllinie
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Das
für diese
Experimente verwendete Kontaktmaterial ist die Zelllinie Mat-Ly-Lu
(Wildtyp)
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Mat-Ly-Lu-Zellen
(1 × 106) wurden in eine T175 Gewebekulturflasche
in 35 ml RPMI 1640 Kulturmedium geimpft, das mit 10% FCS/2 mM Glutamin
angereichert war. Man ließ die
Zellen unter Bedingungen mit 37°C/5%
CO2 bis zur Konfluenz wachsen. Konfluente
Zellen wurden geerntet durch Waschen der Monolayer mit 10 ml Hank's Puffersalzlösung und
anschließend
mit 5 ml Trypsin/EDTA-Lösung, um
die Zellen aus der Flasche zu entfernen. Nachdem alle Zellen von
der Flaschenoberfläche
abgehoben waren, wurde die Trypsinreaktion durch die Zugabe von
5 ml FCS unterbrochen. 10 ml der Zellsuspension wurden in einem
50-ml-Röhrchen aufgefangen
und bei 18.000 UPM 3 Minuten lang zentrifugiert. Das resultierende
Pellet wurde in 10 ml PBS resuspendiert und auf Eis gelagert. Eine
Zellzählung
fand wie oben beschrieben statt, die Zellsuspension wurde auf 5 × 105 je ml eingestellt und in Kryophiolen zu
1,2 ml je Phiole atiquotiert. Die Phiolen wurden dann vor der Injektion
auf Eis aufbewahrt.
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Injektionsprotokoll (Kontakt)
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Bestrahlte
Mat-Ly-Lu-Zellen (0,2 ml) wurden in die rasierte linke Hinterflanke
einer Kopenhagen-Ratte injiziert. 1 Phiole reicht für die Injektion
bei 5 Tieren aus (1 Versuchsgruppe). Nachfolgend ist das Injektionssystem
für Schutz
und Therapie aufgeführt.
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Messkriterien beim Tier
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Die
Tumordimensionen wurden mit Greifzirkeln gemessen, wobei für jeden
Tumor zwei Messungen – in
Längs-
und Querrichtung – vorgenommen
wurden. Diese Werte wurden miteinander multipliziert, um einen Hinweis
auf die Tumorgröße zu erhalten.
25 mm wurden als Tötungsgröße festgelegt,
so dass jeder Tumor, der die Größe bei einer
der beiden messbaren Dimensionen erreichte, durch die Einwirkung
einer zunehmenden CO2-Konzentration und
zervikale Dislokation getötet
wurde [sic]. Anschließend
wurden Tötungskurven
generiert.
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Ergebnisse
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Die
Ergebnisse des Vergleichs von 2D gewachsenen Co-Kulturen im Ratten-Therapiemodell, das
ein äußerst aggressives
Arbeitsmodell ist, sind in 5 dargestellt.
Die Co-Kultur von PA3-Zellen mit YPEN und RBMS Zellen resultierte
in einem wirksameren Impfstoff als PA3 Zellen alleine. Es ist wichtig
zu verstehen, dass der Impfstoff in diesem Experiment auf der Basis
der gesamten Zellzahl verabreicht wurde, was bedeutet, dass die
tatsächliche
Menge von PA3-Zellen in der Co-Kultur wesentlich geringer war als
bei den PA3-Zellen alleine, so dass die Hypothese belegt wird, dass
die Co-Kultur in einem relevanteren Antigenrepertoire als PA3-Zellen
alleine resultiert.
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Im
Ratten-Schutzmodell sind die Ergebnisse gleichermaßen beeindruckend
(6). Zunächst bieten die
2D gewachsenen PA3-Zellen ein geringes Maß an Schutz. Die Co-Kulturen
von PA3 mit YPEN und PA3 mit RBMS bieten ebenfalls ein geringes
Maß an
Schutz, allerdings wird die Zahl der PA3-Zellen in den Co-Kulturen
reduziert, da der Impfstoff auf der Basis der gesamten Zellzahl
verabreicht wird. Dies trifft vor allem für die PA3/YPEN-Co-Kultur zu;
die PA3-Komponente wird stark reduziert, da die YPEN noch aggressiver
wachsen als die PA3-Zellen alleine. Die Co-Kultur aus PA3, YPEN und RBMS weist
eine wesentliche Verbesserung der Impfstoffwirksamkeit auf, die
anhand einer deutlichen Zunahme des Überlebensvorteils bei Ratten
erkennbar ist, die mit diesem co-kultivierten Impfstoff geimpft
wurden.
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3D Co-Kultur der Prostatatumorlinie
mit Knochenstromazellen und Endothelzellen erhöht die Impfstoffwirksamkeit
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Die
Ratten-PA3-Prostatatumorlinie ist ein relativ schwaches allogenes
Immungen in der mit autologen MatLyLu-Prostatazellen in Kontakt gebrachten
Kopenhagen-Ratte. Wir haben PA3-Ratten-Prostatatumorzellen, die
in 3D-Mikroschwerkraftkultur
wuchsen und PA3-Zellen, co-kultiviert
mit Knochenstromafibroblasten und YPEN Endothelzellen in 3D-Mikroschwerkraftkultur,
als Impfstoff in einem Ratten-Therapie- und Schutzmodell verglichen.
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Wachstum von PA3-Zellen
in 3D-Kultur
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Die
Rollerkassette wurde über
den Schraubdeckel mit 35 ml Kulturmedium (RPMI 1640 10% FCS/2 mM
Glutamin) gefüllt;
dazu wurden 6 × 106 Zellen suspendiert 6 ml Kulturmedium gegeben
[sic]. Die Rollerkassette wurde dann mit ~10 ml Kulturmedium vollständig (etwa
50 ml) aufgefüllt
und der Schraubdeckel wurde wieder aufgesetzt. Eine 20-ml-Spritze,
die mit einem 20-μm-Filter
ausgestattet war, wurde auf das Auslassventil der Rollerkassette
aufgeschraubt. Eine zweite 20-ml-Spritze, die mit einem 20 μm ausgestattet
war, wurde mit Kulturmedium gefüllt
und auf das Einlassventil der Rollerkassette geschraubt. Beide Ventile
an der Kassette wurden geöffnet
und Druck wurde auf die Einlassspritze aufgebracht, um restliche
Luftbläschen
aus dem Inneren der Kassette zu drängen. Nachdem alle Luftbläschen entfernt
waren, wurden beide Ventile geschlossen, restliches Kulturmedium
wurde abgesaugt und die Ventile wurden mit Stopfen verschlossen.
Die Rollerkassetten wurden an der Rollervorrichtung befestigt und
bei 37°C/5%
CO2 und 16 UPM gedreht. Man ließ die Kulturen
3–4 Tage
lang weiter bestehen; anschließend
wurden sie geerntet, indem der Deckel auf der Rollerkassette abgeschraubt
und der Inhalt in ein 50-ml-Röhrchen
gegossen wurde. Die Zellen wurden dreimal durch Zentrifugation und
Resuspension gewaschen und vor der Bestrahlung auf Eis gelagert.
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Wachstum von 3D Co-Kulturen
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Die
gleiche Wachstumsmethodik wurde angewendet, um Co-Kulturen von PA3/YPEN,
PA3/RBMS und PA3/YPEN/RBMS in 3D-Mikroschwerkraft
zu erzeugen. Die gesamte Einsaat in die 3D-Kassette wurde bei 6 × 106 Zellen gehalten (3 × 106 Zellen/Zelltyp
für zwei
Zelltypen oder 2 × 106 Zellen/Zelltyp für drei Zelltypen). Wachstum
und Ernte der Co-Kulturen entsprechen der Beschreibung im vorherigen
Abschnitt.
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Bestrahlung/Zellzählung
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Röhrchen,
die Zellsuspensionen enthielten, wurden mit 6 × 25 Gy (insgesamt 150 Gy)
bestrahlt. Anschließend
fand an jeder Probe eine Zellzählung
mit einem Hämozytometer
statt. Kurz, 10 μl
von jeder Zellsuspension wurden mit 90 μl Trypanblau vermischt und etwa
10 μl wurden
unter das Deckglas des Hämozytometers
gegeben. Eine Zellzählung
fand mit einer Objektivlinse (20 ×) statt. Jede Zellsuspension
wurde dann 3 Minuten lang bei 18.000 UPM zentrifugiert. Das resultierende
Pellet wurde in Impfstoff-Gefriermedium (RPMI 1640/8% FCS/8% DMSO)
zu 5 × 106 Zellen je ml Gefriermedium resuspendiert.
Suspensionen wurden dann in Gefrierphiolen zu 1,2 ml pro Phiole
aliquotiert; die Phiolen wurden dann über Nacht in einen Gefrierapparat (–80°C) gegeben,
bevor sie in Flüssigstickstoff
gelagert wurden.
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Injektionsprotokoll (Impfstoff)
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Die
entsprechenden Ampullen wurden aus der Flüssigstickstofflagerung genommen
und aufgetaut, und 0,2 ml der Phiole wurden in die rasierte rechte
Hinterflanke einer Kopenhagen-Ratte injiziert. 1 Phiole reicht für die Injektion
bei 5 Tieren aus (1 Versuchsgruppe). Nachfolgend ist das Injektionssystem
für Schutz und
Therapie aufgeführt.
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Kultur von „Kontakt"-Tumorzelllinie
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Das
für diese
Experimente verwendete Kontaktmaterial ist die Zelllinie Mat-Ly-Lu
(Wildtyp). Mat-Ly-Lu-Zellen (1 × 106) wurden in eine T175 Gewebekulturflasche
in 35 ml RPMI 1640 Kulturmedium geimpft, das mit 10% FCS/2 mM Glutamin
angereichert war. Man ließ die
Zellen unter Bedingungen mit 37°C/5% CO2 bis zur Konfluenz wachsen. Konfluente Zellen
wurden geerntet durch Waschen der Monolayer mit 10 ml Hank's Puffersalzlösung und
anschließend
mit 5 ml Trypsin/EDTA-Lösung,
um die Zellen aus der Flasche zu entfernen. Nachdem alle Zellen
von der Flaschenoberfläche
abgehoben waren, wurde die Trypsinreaktion durch die Zugabe von
5 ml FCS unterbrochen. 10 ml der Zellsuspension wurden in einem
50-ml-Röhrchen
aufgefangen und bei 18.000 UPM 3 Minuten lang zentrifugiert. Das
resultierende Pellet wurde in 10 ml PBS resuspendiert und auf Eis
gelagert. Eine Zellzählung
fand wie oben beschrieben statt, die Zellsuspension wurde auf 5 × 105 je ml eingestellt und in Kryophiolen zu
1,2 ml je Phiole aliquotiert. Die Phiolen wurden dann vor der Injektion
auf Eis aufbewahrt.
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Injektionsprotokoll (Kontakt)
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Mat-Ly-Lu-Zellen,
die wie im vorherigen Abschnitt hergestellt wurden (0,2 ml), wurden
in die rasierte linke Hinterflanke einer Kopenhagen-Ratte injiziert.
1 Phiole reicht für
die Injektion bei 5 Tieren aus (1 Versuchsgruppe). Nachfolgend ist
das Injektionssystem für
Schutz und Therapie aufgeführt.
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Messkriterien beim Tier
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Die
Tumordimensionen wurden mit Greifzirkeln gemessen, wobei für jeden
Tumor zwei Messungen – in
Längs-
und Querrichtung – vorgenommen
wurden. Diese Werte wurden miteinander multipliziert, um einen Hinweis
auf die Tumorgröße zu erhalten.
25 mm wurden als Tötungsgröße festgelegt,
so dass jeder Tumor, der die Größe bei einer
der beiden messbaren Dimensionen erreichte, durch die Einwirkung
einer zunehmenden CO2-Konzentration und
zervikal Dislokation getötet
wurde. Anschließend
wurden Tötungskurven
generiert.
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Ergebnisse
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Die
Ergebnisse des Vergleichs von 3D gewachsenen Impfstoffen sind in 7 dargestellt. Die 3D gewachsenen
PA3-Zellen bieten ein gutes Maß an
Schutz gegenüber
der Vehikelkontrolle. Die 3D-Co-Kultur von PA3 mit YPEN bietet überhaupt
keinen Schutz und reflektiert möglicherweise
die Reduzierung von PA3-Zellen, wie zuvor erwähnt. PA3-Zellen mit RBMS bieten
ebenfalls ein gutes Maß an
Schutz, obwohl der Anteil von PA3 im Vergleich zum Impfstoff mit
PA3 alleine reduziert wird. Die Co-Kultur von PA3/YPEN und RBMS
bietet einen etwas besseren Schutz als der PA3-Impfstoff, obwohl
der PA3-Beitrag aufgrund der Einsaatkonzentration in der 3D-Kultur
wahrscheinlich dreimal geringer ist. Dies lässt darauf schließen, dass
die Zell-Co-Kultur in einem verbesserten Repertoire von Antigenen
resultiert, die den Tumor in situ eher reflektieren, obwohl der
Impfstoff allogen ist.
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Tabelle
1
PCR-Analyse von Prostatazellen, die mit Knochenmarkstromazellen
co-kultiviert wurden
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Tabelle
2 Hinabregulierte Gene in DU-145/NHPSF Co-Kultur
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Tabelle
3 Hinaufregulierte Gene in DU-145/NHPSF Co-Kultur
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Tabelle
4 Hinabregulierte Gene in DU-145/NHBSF Co-Kultur
Spot-Intensität und Verhältnis
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Tabelle
5 Hinaufregulierte Gene in DU-145/NHBSF Co-Kultur
Spot-Intensität und Verhältnis
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