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Einrichtung zur Starkstromübertragung von Wechselstromenergie zwischen
ein- oder mehrphasigen Stromkreisen Im Gegensatz zum Gleichstrom bietet Wechselstrom
die Möglichkeit, einem Stromkreis Energie zu entnehmen, ohne daß eine unmittelbar
leitende Verbindung zwischen Speise- und Nutzstromkreis erforderlich ist. Zu diesem
Zweck wurden bisher zwei Mittel benutzt, nämlich die elektromagnetische und die
elektrostatische Kopplung- der beiden Stromkreise. Während die elektromagnetische
Kopplung in der Form von eisengefüllten Transformatoren in der Elektrotechnik die
weiteste- Verbreitung gefunden. hat, blieb das Anwendungsgebiet der elektrostatischenKopplung
auf Stromkreise beschränkt, bei denen es sich um die Versorgung von kleinen Abnehmern
oder um Energieabgabe beispielsweise für Instrumente, Signalapparate, Nachrichtenübertragung
u. dggl. handelte. Die bisher bekannten elektrostatischen Einrichtungen sind auf
die Verwendung einer Schaltung angewiesen, bei welcher der Verbraucherkreis mit
der Kopplungskapazität in Reihe geschaltet ist, so daß die Spannung des Verbraucherkreises
bei Belastungsänderungen größeren Spannungsschwankungen ausgesetzt 'ist, wenn man
nicht besondere Regelungseinrichtungen zur Konstanthaltung der Spannung durch veränderliche
Blind- oder Wirkwiderstände vorsieht. Diese Spannungsregelung -wird noch dadurch
erschwert; daß alle spannungsführenden Teile der Einrichtung meist stark streuen
und in betrÄchtlichem Umfang Nebenströme bilden, die sich mit den Belastungsschwankungen
dauernd ändern und dadurch- eine weitere Störungsquelle für die Aufrechterhaltung
konstanter-Spannung bilden. Eine Umkehrbarkeit der Energieübertragung, die eine
wesentliche Voraussetzung für jede moderne Starkstromeinrichtung zur Energieübertragung
bildet, scheidet bei dieser Kopplungsart. aus und ist, soweit bekannt, bis jetzt
bei der bescbränkten Verwendungsmöglichkeit der bisherigen Einrichtungen naturgemäß
auch prinzipiell nicht gefordert worden. -Die Einrichtung kann aber unbeschränkt,
ähnlich wie ein eisengefüllter Transformator, zur Übertragung von Wechselstromenergie
verwendet werden, ohne daß eine unmittelbar leitende Verbindung zwischen Speise-
und Nutzstromkreis erforderlich ist. Die Energieübertragung ist bei der Erfindung
praktisch weder an besonders hohe Netzspannungen noch besonders große Kapazitäten
gebunden. Es sind keine veränderlichen Widerstände oder ähnliche, eine Verstellung
während des Betriebes benötigende oder auf Sättigungserscheinungen beruhende Regelungseinrichtungen
erforderlich, um die Nutzspannung bei veränderlicher Belastung
konstant
zu halten, vielmehr stellt die Konstanz der übertragenden Spannung unter allen Belastungsverhältnissen
in demselben Maße eine ebenso grundsätzliche Eigenschaft der Erfindung dar, wie
dies beispielsweise für einen eisengefüllten Transformator zutrifft. Sie gestattet
auch ohne weiteres, d. h. ohne besondere Schaltungen oder irgendwelchen äußeren
Eingriff, die Umkehrbarkeit der Energieübertragung zwischen den Stromkreisen, für
die ein Energieaustausch gefordert wird.
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Diese Aufgabe wird weder durch elektromagnetische noch durch elektrostatische
Kopplung, sondern mit Hilfe von auf Netzfrequenz abgestimmten oder näherungsweise
abgestimmten elektrischen Schwingungsgebilden gelöst. Die Lösung beruht also auf
einer Kombination von elektromagnetischen und elektrostatischen Eigenschaften der
Elektrizität, und zwar auf einer Kombination, die ganz bestimmten physikalischen
Gesetzmäßigkeiten folgt.
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Im wesentlichen wird diese Lösung dadurch erreicht, daß der Nutzstromkreis
(Sekundärstromkreis) nicht unmittelbar, sondern über ein abgestimmtes oder nahezu
abgestimmtes elektrisches Reihenschlußschwingungsgebilde (Hauptschwingungskreis)
an die Leitungen des Speisestromkreises (Primärstromkreis) angeschlossen wird.
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Es wird die Größe der kapazitiven und induktiven Widerstände des Reihenschlußhauptschwingungskreises
für die Netzfrequenz aufeinander abgestimmt, so daß die Sekundärstromkreise, welche
in Reihe mit dem Hauptschwingungskreis liegen, unter allen Belastungsverhältnissen
eine Klemmenspannung aufweisen, die gleich ist der Primärspannung und lediglich
von dieser abhängt, da der Widerstand des auf Reihenschlußabstimmung geschalteten
Hauptschwingungskreises gleich Null ist. Dabei sind der Einfachheit halber die Wirkkomponenten
des Schwingungskreiswiderstandes vernachlässigt, die gegenüber der Blindkomponente
meist völlig bedeutungslos sind und die Wirkungsweise der Einrichtung praktisch
kaum beeinflussen.
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Bemerkt sei, daß Reihenschlußschwingungskreise bereits für verschiedene
Zwecke bekannt sind. Man benutzte sie beispielsweise zur Herstellung von Schwingungen
bestimmter Frequenz, z. B. von der Frequenz der höheren Harmonischen eines Transformators
mit Dreieckschaltung, an -welche die Schwingungskreise angeschlossen -wurden, oder
zur Entnahme konstanten Stromes aus einem Netz konstanter Spannung.
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Ferner ist auch bereits eine Einrichtung zur Entnahme von Starkstromenergie
konstanter Spannung aus Hochspannungsnetzen bekannt, bei der zur Regelung des Potentials
des Kopplungsleiters parallel oder in Reihe zum Verbraucherkreis Induktivitäten
oder Kapazitäten geschaltet werden. Bei dieser bekannten Einrichtung ist aber nicht
zur Aufgabe gemacht, daß die in Reihe zum Verbraucher geschaltete, aus Kapazitäten
und Induktivitäten bestehende Reihenschaltung in bezug auf die Netzfrequenz ein
Schwingungsgebilde darstellen soll.
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Weiterhin ist vorgeschlagen worden, zur selbsttätigen Konstanthaltung
der Spannung des Verbraucherkreises bei wechselnder Belastung in den Verbraucherkreis
in Reihe mit dem Verbraucher eine ungesättigte Drossel und parallel zum Verbraucher
eine gesättigte Drossel einzuschalten.
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Demgegenüber besteht die Erfindung darin, daß bei der zur Wechselstromübertragung
in beliebiger Richtung dienenden Einrichtung zu den durch die Streukapazität oder
Streüinduktivität hervorgerufenen Stromkreisen, die im Nebenschluß zu der in Reihe
mit dein Verbraucher liegenden, auf Netzfrequenz abgestimmten Reihenschaltung von
käpazitiven und induktiven Widerständen (Hauptschwingungskreis) verlaufen, einzeln
oder gruppenweise oder insgesamt entsprechend bemessene Widerstände entgegengesetzten
Vorzeichens parallel geschaltet sind, so daß den Nebenströmen ein praktisch unendlich
großer Widerstand entgegengesetzt ist.
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Abb. i und ia stellen ein Beispiel für eine einphasige Schaltanordnung
des Hauptschwingungskreises dar. cä und b bedeuten Hin- und Rückleitung des Primärstromkreises.
Längs dieser sind für eine passende Länge die Kopplungsleiter d und e (im folgenden
auch Elektroden genannt) geführt. Die Kopplungsleiter bilden mit den Hauptleitungen
Kondensatoren von den Kapazitäten Cl. und C2. Diese Kapazitätswerte sind in der
Abb. ia durch die gestrichelt eingezeichneten Kondensatoren veranschaulicht. Gegeneinander
können die Kopplungsleiter d und e die Kapazität C3 aufweisen. In der mehr schematischen
Abb. i sind die Kopp= lungsleiter d und e im Schnitt dargestellt und die Hauptleitungen
a und b nochmals im Schnitt neben den Elektroden d und e dargestellt
und mit d und b' bezeichnet. Zwischen den Elektroden d und
e liegen die zur Abstimmung dienenden Induktivitäten Li und L2 sowie der
Sekundärstromkreis T, der in dem Beispiel als Transformator gezeichnet ist und demnach
gleichzeitig eine beliebige Spannungsumformung auf die Gebrauchsspannung E2 gestattet.
Die Abstimmung erfolgt in der Weise, daß die Summe der induktiven Widerstände (WL
_-__ WL, -{- WL,) gleich oder
angenähert gleich ist der Summe
der kapazitiven Widerstände (wc = wc, -f- wc,). Nimmt man der Einfachheit halber
den Transformator als verlustlos und sein Übersetzungsverhältnis i : i an, so erhält
man unter Vernachlässigung der Kapazität C3 bei einem Nutzwiderstand im Sekundärkreis
von w2 die Beziehung
da i2 # w2 - E2, so folgt E2 - Ei, d. h. die Spannung E2 ist von w2, der
Belastung, unabhängig und gleich der Spannung des die Energie liefernden Systems.
Naturgemäß wird an der Einrichtung nichts geändert, wenn man an Stelle von zwei
Induktivitäten 'eine einzige Induktivität von gleichem Widerstand wählt oder hierzu
die Induktivität des Transformators tizitverwendet oder die Induktivität auf der
Sekundärseite des Transformators anordnet oder die Lage der Induktivitäten L1 und
L2 mit der Lage C1 und C2 vertauscht oder irgendeine andere bekannte Schaltung wählt,
durch welche die gleiche Wirkung erzielt wird. Auch ist es grundsätzlich ohne Bedeutung;
in welcher Ausführung die Kopplungskapazitäten hergestellt sind, ob zu diesem Zweck
besondere Kapazitäten (Abb. i b) - eingebaut oder wie bei Kabeln und Freileitungen
die Kapazität zwischen zwei parallel zueinander . verlegten Leitungen verwendet
öder die ohnehin vorhandene Kapazität von Durchführungsisolatoren oder anderen Apparaten
ausgenutzt wird. Stets beruht dabei die Konstanthaltung der Spannung, wie dargelegt
wurde, darauf, daß der Spannungsabfall in der Kapazität durch einen gleich großen,
aber entgegengerichteten Spannungsabfall in der Induktivität des Reihenschlußschwingungskreises
ausgeglichen wird, daß sich letzterer also wie ein widerstandsloser Leiter bzw.
wie ein unmittelbarer Kontakt verhält.
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Im Gegensatz zu dem Hauptschwingungskreis werden die Nebenschwingungskreise
in Nebenschlußäbstimmung geschaltet, d. h. zu jeder Nebenschluß- oder Streukomponente
der Kapazität wird eine Induktivität von der Größe parallel geschaltet, daß jeweils
der Kapazitätswiderstand gleich oder angenähert gleich ist dem Widerstand: der Induktivität,
wobei wieder die Wirkkomponenten der Einfachheit halber. vernachlässigt werden mögen.
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Während Abb. i und Abb. ib eine Schaltung zeigen, bei der die kapazitive
Streuung vernachlässigt werden durfte, stellt Abb.2 ein Beispiel dar, welches eine
Berücksichtigung der Streukapazität zwischen den Elektroden d und e verlangt,
weil deren Wert C3 im Verhältnis zu den übrigen Teil-,viderständen der Anordnung
annahmegemäß eine beträchtliche Größe besitzen möge.
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Eine einfache Rechnung ergibt folgende Abhängigkeit zwischen der Sekundärspannung
E2 und der Sekundärbelastung w2, sofern die Wirkung der Streukapazität nicht beseitigt
wird.
Erfindungsgemäß wird nun die Streukapazität durch Parallelschaltung einer Induktivität
von gleichem Widerstand wie der Widerstand der Streukapazität unwirksam gemacht.
Wie oben gezeigt wurde, ist der zusammengesetzte Widerstand eines derartigen Schwingungskreises
mit Nebenschltißabstimmung-ca:, d. h. zwischen den Elektroden d und
e findet, abgesehen von der vernachlässigbaren Wirkstromkomponente; ein unmittelbarer
Stromübergang nidht mehr statt. Schaltbild Abb.2 ist damit auf das Schaltbild Abb.
i zurückgeführt, und man hat es daher wie bei diesem nur noch mit dem reinen, streuungslosen
Hauptschwingungskreis zu tun. Auch die vorstehende Gleichung ergibt, wenn wc3 _--
oo gesetzt wird, für die Sekundärspannung E2:= Ei, mithin Konstanz der Sekundärspannung
und ihre Unabhängigkeit mit Bezug auf Belastungsänderungen.
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Abb. 3 und q. stellen die gleichen Schaltungen wie Abb. i und 2 dar,
lediglich mit dem Unterschied; daß in diesen Fällen neben der Streukapazität C3
zwischen den Elektroden d und e auch deren Streukapazitäten C4 und C5 nach
Erde annahmegemäß so beträchtliche Werte erreichen mögen, daß ihre die Konstanz
der Spannung beeinträchtigende Wirkung ebenfalls durch Nebenschlußabstimmung beseitigt
werden inuß. In Abb. 3 sind demnach die Induktivitäten L4 und L5 vorgesehen, deren
Widerstände den der Streukapazitäten C4 und C5 entsprechen. Abb. q. unterscheidet
sich dadurch von Abb. 3, daß hierbei die drei Induktivitäten L3, L4 und L5 zu einer
einzigen Induktivität vereinigt worden sind. Hierbei ist angenommen worden, was
z. B. bei normal verlegten Freileitungen auch ohne unmittelbare Erdung des neutralen
Punktes im Primärstromkreis praktisch zutrifft, daß die Leitungen a und
b gleiches, wenn auch entgegengesetztes Potential gegen Erde besitzen. In
diesem Fall ist der induktive Widerstand WL, zu bemessen nach der Gleichung
Abb. g zeigt ein Beispiel für eine Drehstromschaltung. Die Hauptschwingungskreise
werden
durch die Kapazitäten C", Cb, und C,, und die Induktivitäten
La, Lb und L, gebildet. Als störende Streukapazitäten sind angenommen die
Kapazitäten C,_ Cb, und C,., der Elektroden d e f gegen Erde
und die Kapazitäten CQb, Cb, Cd, zwischen den Elektroden d e f. Die Nebenschlußabstimmung
der Streukapazitäten wird durch die Induktivitäten L"b, Lb, und La, bewirkt, die
zwischen den Elektroden liegen. Die Induktivitäten können naturgemäß anstatt in
Dreieck auch in Stern oder nach irgendeiner anderen bekannten Schaltung, sei es
unmittelbar oder mittelbar über Transformatoren geschaltet sein. Erfindungsgemäß
kommt es wie bei allen übrigen auch bei dieser Schaltung darauf an, daß die Streukapazitäten
in dem nach den jeweiligen Verhältnissen erwünschten Umfang durch Nebenschlußabstimmung
unwirksam gemacht werden.
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Abb. y zeigt ein Beispiel für eine einpolige Energieentnahme aus einem
Einphasennetz und Abb. 8 aus einem Primärnetz mit geerdetem Mittelpunkt, welches
als Zweiphasennetz anzusprechen ist. Einrichtung und Wirkungsweise sind nach dem
Vorhergehenden ohne weitere Erklärungen verständlich. Bei größeren Primärnetzen,
in denen die einzelnen Leiter eine erhebliche Kapazität gegen Erde besitzen, ist
diese Schaltung auch ohne Mittelpunkterdung anwendbar, sofern die Energieentnahme
sich auf Mengen beschränkt, durch welche die Spannung der zur Energieentnahme benutzten
Phase gegen Erde nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Es ist leicht zu erkennen,
daß die einpolige Energieentnahme gemäß Abb. 7 auch bei einem normalen Drehstrom
möglich ist. Wird beispielsweise die Elektrode d unsymmetrisch zu den drei Leitungen
oder bei Doppelsystemen zu den sechs Leitungen angebracht, so kann man sich die
drei bzw. sechs Leitungen in ihrer Wirkung auf die Elektrode als eine Phase eines
Einfachsystems nach Abb.7 vorstellen, so daß grundsätzlich wieder die gleiche Anordnung
wie in Abb. 7 hergestellt ist.
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Es sind auch Fälle denkbar, in denen die Streuwirkung durch die Teilkapazitäten
zwischen Elektrode und Primärleitung hervorgerufen wird. Um hierbei die Streuwirkung
zu beseitigen, ohne die zur Abstimmung erforderliche Induktivität mit der Primärleitung
zu verbinden, wird erfindungsgemäß in dem kapazitiven Schwerpunkt des Systems eine
neutrale Elektrode angebracht, die beispielsweise, sofern die übrigen Kopplungselektroden
aus Leitungen bestehen, ebenfalls als Leitung ausgebildet werden kann. Unter kapazitivem
Schwerpunkt wird bei punktförmiger Anordnung der Elektroden, beispielsweise Schnittfläche
durch die Leitungen einer Freileitungsanordnung senkrecht zur Leitungsrichtung,
ein Punkt verstanden, welcher von den Elektroden statisch so induziert wird, daß
er nach außen hin spannungslos erscheint und demgemäß beispielsweise mit Erde verbunden
werden darf, ohne daß ein Stromübergang erfolgt. Naturgemäß geht der Schwerpunkt
bei leiterförmigen Gebilden in eine Linie und unter Umständen auch in eine Fläche
über, so daß die neutrale Elektrode auch dementsprechend auszubilden ist. Zur Beseitigung
der Streuwirkung zwischen einer Kopplungselektrode und einem Primärleiter wird erfindungsgemäß
die Abstimmungsinduktivität zwischen Elektrode und neutralem Leiter geschaltet,
so daß der Anschluß der Induktivität an die Primärleitung überflüssig wird.
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In Abb. 5 und 6 sind Beispiele einer derartigen Anordnung mit neutraler
Elektrode gezeigt. Zwischen den Elektroden d bzw. e und den Primärleitern
a.' bzw. b' sind die Streukapazitäten C6 und C? angenommen, so daß
bei der symmetrischen Lage derselben in bezug auf die Neutrale 0 auf die Teilstücke
zwischen Elektrode bzw. Leiter und der Neutralen die Kapazitäten 2c" und zc entfallen.
Die Abstimmungsinduktivitäten Le und L7 (Abb. 5) sind daher so zu bemessen, daß
ihr Widerstand dem Widerstand von 2(@, bzw. 2c, entspricht. Es ist ohne weiteres
zu erkennen, daß mit dieser Anordnung der kapazitive Stromübergang zwischen
d und b' bzw. e und d' unterbrochen und demgemäß die Streuwirkung
selbst beseitigt ist. Abb.6 stellt die gleiche Ausführung wie Abb. 5 dar, lediglich
mit dem Unterschied, daß hierbei die drei Induktivitäten für die Nebenschlußabstimmung
in einer einzigen Induktivität zusammengefaßt sind.
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Mit den angedeuteten Beispielen ist naturgemäß die Zahl der möglichen
Schaltungen keineswegs erschöpft. Man kann je nach den vorliegenden Verhältnissen
die Abgleichung sowohl des Hauptschwingungskreises wie auch der Nebenschwingungskreise
unter Anwendung der bekannten Schaltweisen in verschiedener Weise durchführen, sei
es, indem man die Stromkreise einzeln abgleicht oder sie unterteilt oder zusammenfaßt,
sei es, daß man die Abgleichung auf der Primär- oder Sekundärseite oder in einer
Zwischenstufe vornimmt. Ebenso wird dadurch nichts an dem Erfindungsgedanken geändert,
daß man zur Erhöhung der Spannungskonstanz, die ebenso wie bei einem normalen Transformator
in geringem Umfang durch die inneren Widerstände und durch eine restliche Fehlabstimmung
beeinträchtigt wird, ebenso wie bei Transformatoren Regeleinrichtungen zuschaltet
oder daß man an Stelle von stationären
Kapazitäten und - "Induktiv
itäten regelbare oder sogar maschinelle Einrichtungen vorsieht wie Synchronmotoren
oder ähnliche biekannte Anordnungen, welche sowohl kapazitiven- wie induktiven Strom
herzugeben imstande sind und daher physikalisch die gleichen Eigenschaften besitzen
wie die gewöhnlichen Kapazitäten und Induktivitäten und solche ersetzen können,
sofern sie auf den gleichen Blindwiderstand eingestellt werdev:.
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Bei der Übertragung zwischen einem Mehrphasennetz und einem Einphasenstromkreis
bzw. umgekehrt kann der Hauptschwingungskreis zwischen zwei Phasen oder, wie die
Abb. S veranschaulicht, zwischen eine Phase und Erde bzw. neutralen Punkt geschaltet
werden. Es ist auch möglich, mehrere Einphasenschwingungskreise zwischen denselben
oder zwischen verschiedenen Phasen bzw. zwischen derselben Phase und Erde oder zwischen
verschiedenen Phasen und Erde anzuordnen und die Nutzspannung dieser Schwingungsstromkreise
den jeweiligen Zwecken entsprechend unmittelbar oder mittelbar, beispielsweise über
Transformatoren, zu einem ein- oder mehrphasigen Stromkreis zu kombinieren, wofür
Schaltungen bekannt sind. Die Richtung der Nutzspannung kann durch bekannte Mittel
beliebig so eingestellt werden, daß sie gegenüber den Spannungsrichtungen des Primärstromkreises
einen bestimmten Winkel einnimmt. -Dies kann insbesondere für Meßzwecke ausgenutzt
werden, bei denen die Phasenverschiebung eine Rolle spielt.
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Alle derartigen auf Bekanntem fußenden Abweichungen von den in den
Abbildungen dargestellten Beispielen ändern nichts an dem Prinzip der Erfindung,
welches in der Verwendung von abgeglichenen oder angenähert abgeglichenen Schwingungskreisen
besteht.
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Es ist eingangs hervorgehoben worden, daß die Einrichtung unabhängig
von der Größe der für die Schwingungskreise verwandten Kapazitäten und Induktivitäten
die Übertragung beliebiger Energiemengen gestattet. Theoretisch ist dies ohne weiteres
richtig, solange die im allgemeinen geringen inneren Verluste der Einrichtung vernachlässigt
werden. Praktisch scheitert jedoch .diese Möglichkeit an der Tatsache, daß bei übermäßiger
Energieübertragung mit Kapazitäten und Induktivitäten -von großem Widerstand die
Klemmenspannung derselben einzeln trotz konstanter Betriebsspannung auf der Primar-und
Sekundärseite derartig hohe Werte annimmt, daß Überschläge und Beschädigungen der
Kapazitäten und Induktivitäten eintreten können. Beträgt beispielsweise der kapazitive
und demnach auch der induktive Widerstand eines Hauptscl-iwingungskreises i ooo
Ohm, so - würde deren Klemmenspannung bei einer Stromübertragung von i Amp. iooo
Volt, dagegen bei ioöo Amp. bereits i -Million Volt betragen, eine Spannung, der
die meisten Apparate auch bei kurzzeitiger Beanspruchung erliegen würden. Sind die
Kapazitäten und Induktivitäten für eine betriebsmäßige Klemmenspannungsb'eanspruchung
von ioo kV ausgelegt, so darf die Einrichtung nur bis zu ioo Amp. belastet werden,
unabhängig von der Betriebsspannung im primären und sekundären Netz.
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Um zu verhindern, daß das Schwingungsgebilde durch Überlastungen oder
durch Kurzschluß gefährlichen Spazinungsbeanspruchungen ausgesetzt wird, werden
entweder alle oder einzelne Schwingungsgebilde erfindungsgemäß so ausgebildet, daß
bei Überschreitung der zulässigen Spannungsgrenze selbsttätig eine Verstimmung der
Schwingungskreise einsetzt und damit die Energieübertragung entweder vollkommen
unterbrochen oder wesentlich eingeschränkt wird. Diese Anordnung bietet gleichzeitig
den Vorteil, daß keine wesentlichen Überlastungen vorkommen und daß die Wirkungen
von Kurzschlüssen beispielsweise auf der Sekundärseite wenig oder gar nicht auf
das Primärnetz übertragen werden. Um die Verstimmung der Schwingungsgebilde bei
Überschreitung einer bestimmten Spannung hervorzurufen, sind ohne weiteres alle
bisher bekannten -Mittel zu verwenden. Erwähnt sei insbesondere die Verwendung von
eisengefüllten Drosselspulen als Induktivitäten, deren Widerstand bekanntlich schnell
abnimmt, sobald die Sättigung des Eisens bis zum Knie der Magnetisierungskurve gesteigert
ist. Die Verstimmung des Hauptschwingungskreises . ist gleichbedeutend mit einem
schnellen Anstieg des inneren Widerstandes der Einrichtung und einem entsprechend
schnellen Abfall der Nutzspannung, wodurch Überlastung und unzulässige Überspannungen
mit Sicherheit verhindert werden.