DE563122C - Elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von Wasser - Google Patents
Elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von WasserInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
3. NOVEMBER 1932
3. NOVEMBER 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVi: 563 KLASSE 12i GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Juni 1929 ab
Die Erfindung betrifft eine elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von
Wasser, deren Elektroden mit Durchbrechungen versehen und auf der der Gegenelektrode
gegenüberstehenden Seite ganz oder teilweise isoliert sind. Nach der Erfindung sollen
beide Elektroden oder eine davon, um gleichzeitig als Diaphragma zu wirken, mit Durchbrechungen
durchsetzt sein, deren Gesamtfläche möglichst groß ist, deren Einzelquerschnitte
aber möglichst klein sind.
Man kennt Elektroden für diesen Zweck mit Isolierung auf der Rückseite sowie
Durchbrechungen, die aber nicht derart gestaltet waren, daß zugleich eine Wirkung als
Diaphragma erreicht wurde. Es fehlte an der technischen Regel, die Durchbrechungen
so zu gestalten, daß die einzelnen Durchbrechungen möglichst klein, die Gesamtfläche
der Durchbrechungen aber möglichst groß ist. Man kennt ferner die Verwendung von
Zwischenwänden als Diaphragma, die zwar teilweise durchlocht waren, jedoch in anderer
Weise und zu anderem Zweck, und die keineswegs als Elektroden arbeiteten, also nicht
als stromführende Teile anzusprechen waren, wie die Diaphragmenelektroden gemäß der
Erfindung. Es wurde daher auch nicht der wesentliche Vorteil des Erfindungsgegen-Standes
erreicht, daß das Erfordernis eines besonderen Raumes für das Diaphragma fortfällt durch Ausbildung beider Elektroden
oder nur der Anode oder Kathode zugleich auch als Diaphragma.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann die Elektrode für die Zelle nach
der Erfindung so hergestellt sein, daß das Grundmetall die Form eines sehr dünnen
Netzes, Gewebes, fein gelochten Bleches oder galvanisch, hergestellten^ fein gelochten Abzuges
hat. Auf dieses Grundmetall wird die isolierende Schicht (Lackschicht) oder auch
eine Metallschicht, die eine höhere Polarisationsspannung wie das Grundmetall hat (z. B.
eine andere Metallschicht, Oxydschicht) auf- 4S
getragen. Hierbei muß dfe Differenz der Polarisationsspannung des Grundmetalls und
des Überzuges größer sein als der Spannungsabfall des Stromes auf dem Wege von der
Rückseite der einen Elektrode durch die Durchbrechungen auf die Rückseite der zweiten
Elektrode. Dadurch wird erreicht, daß der Strom immer auf der Rückseite arbeitet.
Der Spannungsabfall ist für eine bestimmte Stromstärke um so kleiner, je dünner die
Elektrode samt Überzug und je größer der Querschnitt der vielen einzelnen Unterbrechungen
ist.
Sehr zweckmäßig ist es auch, wenn die Durchbrechungen in der Ansicht Formen
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Hans Niederreither in München.
geometrischer Figuren zeigen, beispielsweise kreisförmige, quadratische, längliche usw.
Die Anfertigung der Elektrode aus sehr dünnen Blechen, z. B. aus galvanischen Nie-,
derschlägen hergestellten, mit unendlich vielen Löchern versehenen Blechen, oder au?
Netzen bringt den weiteren Vorteil, Elektroden aus edleren Metallen verwenden zu
können.
ίο Weil der Querschnitt eines solchen dünnen
Elektrodenbleches zur Einleitung des Stromes zu klein ist, auch wenn man den ganzen Umfangsrand
verwenden würde; werden zur Übertragung des Stromes auf die Ekktroden
bei Parallelschaltung besondere Bleche aus unedlem Metall mit Überzug aus edlem Metall angewendet, die an mehreren· Stellen
mit der Elektrode in Kontakt stehen und dadurch den Strom gleichmäßig auf die Elekao
trodenfläche verteilen.
Im folgenden seien einige Beispiele aufgezeichnet und zugleich der besondere Vorteil
erwähnt:
Abb. ι zeigt die Anwendung der Diaphragrnenelektroden
bei Hintereinanderschaltung, sogenannte Bipolarelektroden. Die Bleche a
mit Ansätzen b sind die Stromzuführungsbleche für die Anoden A und Kathoden K.
Die Überzüge oder Isolationen/ versperren dem Strom den Weg auf die Vorderseite der
Elektroden.
Abb. 2 zeigt die Anwendung einer Diaphragmenelektrode,
und zwar der Anode A bei Hintereinanderschaltung. Die Kathode K ist hier nicht durchbrochen, sondern als volles
Blech ausgebildet. Diese Anordnung genügt für die Gasreinheiten zu manchen Zwecken.
Statt der Anode kann man die Kathode als Diaphragmenelektrode ausbilden.
Die Wahl, ob man beide Elektroden oder nur die Kathode oder allein die Anode als
Diaphragmenelektrode ausbildet, wird für jeden Einzelfall auf Grund von Überlegungen
in bezug auf Billigkeit, Gasreinheit, Differenzen der Polarisationsspannungen, Elektrolytströmungen
und Wärmeabfuhr getroffen.
Abb. 3 zeigt die Anordnung bei Parallelschaltung. Die Stromzuführungsbleche a mit
den Ansatzblechen b übertragen den Strom nach beiden Selten entweder zu den Diaphragmenanoden
A oder zu den Diaphragmenkathoden Jf. Da auf beiden Seiten der Stromzuführungsbleche
die gleichen Gase entstehen, können die Stromzuführungsbleche Öffnungen besitzen; man kann daher die Ansätze & aus
ihnen schneiden und aufbiegen (vgl. auch Abb. 5).
Abb. 4 zeigt die Anordnung von nur einer
Diaphragmenelektrode, und zwar der Kathode Jl bei Parallelschaltung. Auch diese
Anordnung genügt, wie zu Abb. 2 ausgeführt wurde, in verschiedenen Fällen, gestaltet jedoch
den Anlagepreis billiger.
Statt der Kathode kann man die Anode als Diaphragmenelektrode ausbilden. Die Wahl
erfolgt nach den Gesichtspunkten, die zu Abb. 2 dargelegt wurden.
Die bei den verschiedenen Anordnungen notwendigen Stromzuführungsbleche können
verschiedene Formen besitzen. Die Abb. 5 und 6 zeigen Beispiele. Diese Stromzuführungsbleche
α können aus Wellblechen a" oder ebenen Blechen a' bestehen, die in geringen
Abständen angeschweißte oder aufgebogene Leisten b tragen, von denen aus die Diaphragmenelektrode
mit Strom versorgt wird. Die Wellen oder Leisten dieser Bleche sollen einen so geringen Abstand voneinander haben,
daß der Strom in der Diaphragmenelektrode nur einen kurzen Weg zur arbeitenden Stelle
zurückzulegen hat.
Man kann auch die Stromzuführungsbleche a, Wellen und Leisten zu der Diaphragmenelektrode
so anordnen, daß sie Kanäle von dreieckigem, viereckigem oder rechteckigem Querschnitt bilden, welche der mit
Gas durchsetzte Elektrolyt durchströmt.
Vorteile aller dieser Anordnungen: Wegfallen des Asbestdiaphragmas, das nur für
niedrige Temperaturen beständig ist und durch die Gasströmung zerfasert wird, und
hoher elektrischer Wirkungsgrad auch bei hohen Stromstärken durch Verkleinerung des
Abstandes.
Der elektrische Wirkungsgrad wird weiter verbessert durch die Anordnung möglichst
zahlreicher Durchbrechungen von möglichst geringem Durchmesser, durch die der mittlere
Weg des Stromes im Elektrolyt verringert wird, wie aus Abb. 7 ersichtlich. Dort ist der
Stromweg von der Rückseite c der einen Elektrode durch die Durchbrechungen e nach der
Rückseite der zweiten Elektrode gezeigt.
Die Stromzuführungsbleche, Wellen und Leisten vergrößern bei hoher Stromstärke
durch Mitarbeiten die Kapazität.
Ausführungsbeispiel
Man schlägt in einem Bade auf die gerasterte Matrize eine dünne Schicht Nickel
nieder, wobei man darauf zu achten hat, daß der Abzug nicht so stark wird, daß sich einzelne
Löcher zusetzen. Die Anzahl der Löcher wird vorteilhaft zwischen 4 und 36 Millionen
pro ι m2 gewählt,
Der Niederschlag wird dann vorsichtig von der Matrize abgezogen und auf der, einen
Seite mit einer Isolierschicht versehen, indem man eine dünne Lackschicht aufspritzt oder
den Abzug in ein Bad hängt, in welchem auf der nichtisolierten Fläche dann ein Oxydniederschlag
aufgebracht wird.
Claims (1)
- Patentansprüche:ι. Elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von Wasser, deren Elektroden mit Durchbrechungen versehen und auf der der Gegenelektrode gegenüberstehenden Seite ganz oder teilweise isoliert sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Zahl der Durchbrechungen, deren Einzelquerschnitte möglichst klein sind, zu der Gesamtfläche der Elektrode so gewählt wird, daß die Elektrode gleichzeitig als Diaphragma wirkt, derart, daß ein besonderes Diaphragma in Fortfall kommen kann.■2. Elektrode für die Zelle nach Anspruch I. dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmetall die Form eines sehr dünnen Netzes, Gewebes, fein gelochten Bleches oder galvanisch hergestellten,, fein gelochten Abzuges hat, auf das der ganz oder teilweise isolierende Überzug (Lackschicht, Oxydschicht, Metallschicht usw.) aufgetragen ist.3. Elektrode für die Zelle nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrechungen in der Ansicht Formen geometrischer Figuren zeigen, beispielsweise kreisförmige, quadratische, längliehe usw.4. Elektrode für die Zelle nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei den verwendeten Stromstärken die Differenz der Polarisationsspannung des Grundmetalls und des andersartigen Überzuges mit höherer Polarisationsspannung (Metalle, Oxydschicht) größer ist als der Spannungsabfall des Stromes auf 1 dem Wege von der Rückseite (c) der einen ! Elektrode durch die Durchbrechungen (α) 4·ο : auf die Rückseite Ul) der zweiten Elek- ; trode,! 5. Elektrode nach Anspruch 1, gekenn-i zeichnet durch die Ausbildung der Anode j (A), Kathode (A') oder beider als Diaj phragmenelektrode bei Hintereinander-, j Parallel- oder gruppenweiser Hinterein-I anderschaltung. ·\ 6. Elektrode nach Anspruch 1, gekenn-j zeichnet durch den Diaphragmenelektrodt'n 1 (A, K) zugeordnete eigene Stromzufühj rungsbleche (a) zur Zuführung des Stroi nies.! 7. Elektrode nach Anspruch 1, dadurchj gekennzeichnet, daß die Stromzuführungsj bleche (a) aus Wellblechen (a") oder ebenen Blechen (a) bestehen, die in geringen Abständen angeschweißte oder aufgebogene Leisten (b) tragen, von denen aus die Diaphragmen elektrode mit Strom versorgt wird.8. Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellen oder Leisten einen so geringen Abstand voneinander haben, daß der Strom in der Diaphragmenelektrode nur einen kurzen Weg zur arbeitenden Stelle zurückzulegen hat.9. Elektrode nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch solche Anordnung der .Stromzuführungsbleche (α). Wellen und Leisten zu der Diaphragmenelektrode, daß sie Kanäle von dreieckigem, viereckigem oder rechteckigem Querschnitt bilden, welche der mit Gas durchsetzte Elektrolvt durchströmt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM110907D DE563122C (de) | 1929-06-30 | 1929-06-30 | Elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von Wasser |
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|---|---|
| DE563122C true DE563122C (de) | 1932-11-03 |
Family
ID=7327109
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEM110907D Expired DE563122C (de) | 1929-06-30 | 1929-06-30 | Elektrolytische Zelle, insbesondere zur Druckelektrolyse von Wasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE563122C (de) |
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1929
- 1929-06-30 DE DEM110907D patent/DE563122C/de not_active Expired
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