DE563047C - Geraet zur Anzeige der dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage und der Fahrtrichtung ueber Grund fuer Luft- und Wasserfahrzeuge mit Kreiselpendel - Google Patents

Geraet zur Anzeige der dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage und der Fahrtrichtung ueber Grund fuer Luft- und Wasserfahrzeuge mit Kreiselpendel

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DE563047C
DE563047C DE1930B0017230 DEB0017230D DE563047C DE 563047 C DE563047 C DE 563047C DE 1930B0017230 DE1930B0017230 DE 1930B0017230 DE B0017230 D DEB0017230 D DE B0017230D DE 563047 C DE563047 C DE 563047C
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02Rotary gyroscopes
    • G01C19/44Rotary gyroscopes for indicating the vertical

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Description

  • Gerät zur Anzeige der dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage und der Fahrtrichtung über Grund für Luft- und Wasserfahrzeuge mit Kreiselpendel Gegenstand der Erfindung ist ein Gerät zur Anzeige der :dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage iznd der Fahrtrichtung über Grund für Luft- und Wasserfahrzeuge mit Kreiselpendel. Das Gerät bildet also gleichzeitig einen Wendezeiger und einen Querneigung smesser.
  • Es sind Geräte in Gestalt eines Kreiselpendels zur Anzeige der Quer- und Längsneigung sowie zur Anzeige der Fahrtrichtung über Grund bekannt. Bei diesen bekannten Geräten ist nur ein Kreisel mit drei Freiheitsgraden vorgesehen, dessen Rotationsachse quer zur Flugrichtung so gelagert ist, daß Quer- und Längsneigung sowie die Fahrtrichtung je für sich unabhängig voneinander angezeigt werden. Es ist für derartige Kreiselinstrumente auch bereits vorgeschlagen, auf die vertikale Präzessionsachse Gegenmomente wirken zu lassen, die durch die beginnende Präzession der Kreiselachse gegenüber dem Flugzeug eingeleitet werden. Während bei den genannten Geräten jedoch sowohl beim Geradeausflug als auch in der Kurve das wahre Lot angezeigt wird, soll beim Gegenstand der Erfindung durch die besondere Verbindung zweier Kreisel nur beim Geradeausflug das wahre Lot, beim Kurvenflug dagegen das Scheinlot angezeigt werden. Dem Fahrzeugführer soll also die dem jeweiligenFahrtzustand, Geradeaus- oder Kurvenfahrt, entsprechende Sollage des Flugzeugs kenntlich gemacht werden, wie dies bereits durch die Vereinigung eines Kreiselpendels mit einem gewöhnlichen physischen Pendel oder einer Wasserwaage erreicht ist.
  • Das Gerät nach der Erfindung- ist gekennzeichnet durch zwei Kreisel mit waagerechter Drehachse, von denen der eine die Pendellage bestimmende, im Pendel selbst gelagerte Kreisel bei zwei Präzessionsfreiheitsgraden in bekannter Weise eine quer zur Fahrtrichtung liegende Drehachse und. eine vertikale Präzessiorisachse gegenüber dem Pendel hat und in seinen Präzessionsausschlägen entsprechend der Präzessionsgeschwindigkeit gedämpft ist, während der zweite Kreisel bei beliebiger Richtung seiner Drehachse nur eine horizontale Präzessionsachse hat und mit einer Schaltvorrichtung verbunden ist, die gestattet, auf die Präzessionsachse des ersten Kreisels ein Korrekturmoment in bezug auf die Querlage des Gerätes auszuüben.
  • Der Korrekturkreisel kann außenhalb des Pendels und im Pendel selbst gelagert sein. Im letzten Falle ist es zweckmäßig, seine Drehachse quer zur Fahrtrichtung zu legen. Das hat den Vorteil, daß man die Präzessionsdrücke dieses Kreisels bei Drehungen des Fahrzeuges um die Hochachse je nach seinem. Drehsinn zu dem Zentrifugalmoment der Drehungen auf das Pendel addieren oder von diesem subtrahieren kann, um entsprechende Wirkungen zu'erzielen. Die Dämpfung der Präzessionsausschläge des Hauptkreisels erfolgt vorzugsweise mit Hilfe einer Anschlaggabel, die mit einer in an sich bekannter Weise entsprechend der Präzessionsgeschwindigkeit wirkenden Dämpfungsvorrichtung, z. B. einer Flüssigkeits-, Luft- oder Wirbelstromdämpfung, gekuppelt ist und in .die ein Arm der Präzessionsachse des -Hauptkreisels mit Spiel eingreift. Eine derartige Anordnung gestattet dem Hauptkreisel in gewissen Grenzen freie Präzession und dämpft'die darüber hinausgehenden Präzessionen proportional ihrer Geschwindigkeit. Der in die Dämpfungsgabel greifende Anschlagarm auf der Präzessionsachse des Hauptkreisels bildet gleichzeitig den Richtungsanzeiger für die Fahrtrüber Grund, den Wendezeiger, und kann-als- Schaltorgan-für automatische Steuerung des Fahrzeuges benutzt werden.
  • Um das Gerät als Anzeiger für die Fahrtrichtung über Grund benutzen zu können, ist eine Vorrichtung vorgesehen, die.- gestattet, in an sich -bekannter Weise zum Ausgleich des Einflusses der Erdrotation ein einstellbares Drehmoment auf die Präzessionsachse des Hauptkreisels auszuüben. Das Drehmoment wird zweckmäßig durch eine Drehspule in einem magnetischen Felde erzeugt. Dabei können im gleichen Magnetfeld Spulen -angeordnet sein, die von dem Korrekturkreisel geschaltet werden, so daß also mit :der gleichen Vorrichtung auch das Korrekturmoment auf den Kreisel ausgeübt werden kann.
  • Auf der Zeichnung ist ein Gerät nach der Erfindung in . Fig. z .. in -einem Ausführungsbeispiel schaubildlich- dargestellt.
  • Fig.2 ist ein Schaltungsschema für die Vorrichtung zum Ausüben des Korrekturmomentes auf den Hauptkreisel.
  • Angenommen, das Gerät nach der- Erfindung diene als Hilfsgerät zur_Flugzeugsteuerung, dann bezeichnet der Pfeil i in Fig. i die Flugrichtung. Ein Rahmen 2 ist um eine waagerechte, in der Flugrichtung liegende Achse 3 drehbar im Flugzeug aufgehängt. In dem- Rahmen sind ein Hauptkreisel 4 und ein Korrekturkreisel 5 gelagert. Beide Kreisel haben eine waagerechte; quer zur Flugrichtung liegende Drehachse 6 und 7.' Der Hauptkreisel 4 hat außerdem eine lotrechte Präzessionsachse8,. so daß er im ganzen zwei Präzessionsfreiheitsgrade, einen Freiheitsgrad um diese Achse und einen Freiheitsgrad um die Pendelachse 3 -hat.
  • Auf der Präzessionsachse 8- sitzt ein Arm -9 mit Anschlagstift io, der in die Aussparung einer Gabel i i hineinragt. Am äußeren Ende der Gabel ii greift eine Rückführfeder i2 an, die die .Gabel in der Mittellage zu halten sucht und an einem KonSOI 13 -am Rahmeng befestigt ist. Ferner ist die Gabel i i mit einer Dämpfungsvorrichtung 14 verbunden,-die nur von außen gesehen dargestellt und irr, Ausführungsbeispiel als Flüssigkeitsbremse gedacht ist.
  • Der Korrekturkreisel 5 hat nur eine waagerechte, in Flugrichtung liegende Präzessionsachse 15 im Rahmen 2. Auf der Achse 15 sitzt ein Kontaktarm 16, der mit ruhenden Kontakten 17 zusammenarbeitet. Anschläge 18 begrenzen den Ausschlag des Kontaktarmes 16 und damit den Präzessionsaus.schlag des Korrekturkreisels 5. -Außerdem. ist unmittelbar mit der Präzessionsachse 15 eine Dämpfungsvorrichtung i9 verbunden, die ebenso wie die Dämpfungsvorriohtung 14 ausgebildet sein kann. Die. Verbindung der Dämpfungsvorrichtung 19 mit- dem Kreisel 5 kann auch in derselben Weise wie die Verbindung zwischen dem Hauptkreisel 4 und seiner Dämpfungsvorrichtung ausgebildet sein (9 bis 13).
  • Auf der Präzessionsachse 8 des Ilauptkreisel.s 4 sitzt ein Anker 2o in einem Magnetfeld 21 -mit zwei Spulenpaaren 22 und 23. Das Spulenpaar 22 dient zum Ausgleich des Einflusses der Erdrotation, das Spulenpaar 23 wird von dem Korrekturkreisel 5 geschaltet; vergleiche das Schaltungsschema Fig.2, in welchem die gleichen Bezugszeichen wie in Fig. i verwendet sind. -Außerdem ist noch in Fig. 2 schematisch ein Schiebekontakt 24 dargestellt, der gestattet, die Stromstärken in den Spulen 22 zu verändern.
  • Das beschriebene Geriet wirkt in folgender Weise: Bei Geradeausfliig hängt das von dem Rahinen 2, den Kreiseln 4 und 5 und den übrigen beschriebenen Teilen gebildete Pendel senkrecht in Richtung der,Erdschwere. Weicht das Flugzeug ungewollt, entweder durch eine Drehung oder durch eine Seitenverschiebung von der Fahrtrichtung über Grund ab, so entsteht ein Beschleunigungsmoment auf das Pendel. Dieses Moment veranlaßt eine Präzession des Kreisels 4 um die Achse B. Ist die Abweichung von der Fahrt über Grund mit einer Drehung verbunden, so präzediert auch -der Krei'se1 5 und übt;- da beim Ausführungsbeispiel beide -Kreisel gegenläufig rotieren, sobald der Arm 16 gegen die Anschläge 18 stößt, ein Drehmoment auf das Pendele aus, das sich zu dem Beschleunigungsdruck auf das Pendel addiert. -Bei diesen Präzessionen zeigt die Bewegeng des Armes 9 dem Piloten die Abweichung von der Fahrt über Grund nach ihrer .Richtung und innerhalb, der durch die Gabel j .i gegebenen Bewegungsfreiheit auch nach der Größe .an, da ja der Einfluß der Erdrotation ausgeglichen ist.
  • Hängt beim Geradeausflug aüs_irgendeinem Grunde das Pendel schief, so erfolgt ein Drehmoment auf das Pendel durch seine Abweichung aus der Schwererichtung. Dieses Drehmoment hat eine Präzession des Kreisels 4 zur Folge. Diese Präzession des Kreisels 4 hat dann aber,@wenn der Pilot nach der Anzeige des Armes 9 steuert, oder wenn das Flugzeug durch eine selbsttätige Steuerung betätigt wird, zur Folge, daß das Flugzeug in eine entsprechende ganz flache Kurve geht. Durch diese Drehung des Flugzeuges jedoch kommt der Kreisel 5 zur Präzession und schaltet ein Korrekturmoment ein, welches das Pendel selbsttätig in die Lotlage drückt. Das Korrekturmoment ist in der Größenordnung so klein gewählt, daß es die Lagerreibung der Präzessionsachse 8 nur .gering übersteigt.
  • Witd das Flugzeug absichtlich in eine Kurve gelegt, so bringt das Fliehkraftbeschleunigungsmoment auf das Pendel zusammen mit dein Präzessionsmoment des Kreisels 5 den Arm 9 mit seinem Zapfen io sehr rasch zum Anschlag an der Gabel ii. Damit wird die Präzessionsfreiheit um die Achse 8 des Hauptkreisels eingeschränkt und das Pendel gibt dem kombinierten Druck der Fliehkraftbeschleunigung und des Präzessionsdruckes des Kreisels 5 jetzt nach und stellt sich auf die Resultierende aus Schwerkraft und Fliehkraft ein. Gleichzeitig ist der Arm 9 so weit abgewandert, daß der Pilot aus seiner .Stellung den Kurvenzustand` deutlich erkennen kann.
  • Da der Arm 9 und somit der Hauptkreisel4 in der Gabel ii eine gewisse Bewegungsfreiheit hat, so bleibt bei Geradeausflug das Pendel so lange im wahren Lot stehen, bis der Arm 9 an der Gabel i i anschlägt. Infolgedessen hat der Pilot für den Geradeausfltig jederzeit die Möglichkeit, sein Flugzeug nach dem Pendel auf das wahre Lot einzustellen, ohne daß ihm die Möglichkeit genommen ist, Kursabweichungen zu erkennen. Bei Kurvenflug dagegen stellt sich das Pendel infolge der Hemmung der Präzession des Kreisels 4 durch die Gabel i i auf das der Kurve entsprechende Scheinlot ein, so daß der Pilot wieder die Möglichkeit hat, das Flugzeug auch in der Kurve in die dem Flugzustand entsprechende richtige Lage einzustellen; wobei jedoch wiederum die Abweichung des Armes 9 ihm den Kurvenflug kenntlich macht. Beim Kurvenflug spielen die Korrekturmomente des Kreisels 5 keine Rolle, weil sie gegenüber den aus den Beschleunigungsdrükken folgenden Momenten vernachlässigt werden können.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: -1. Gerät zur Anzeige der dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage und der Fahrtrichtung über Grund für Luft- und Wasserfahrzeuge in Gestalt eines Kreiselpendels, gekennzeichnet durch zwei Kreisel (4, 5) mit waagerechter Drehachse, von denen der eine die Pendellage bestimmende, im Pendel selbst gelagerte Kreisel (4) in bekannter Weise eine quer zur Fahrtrichtung liegende Drehachse (6) und eine vertikale Präzessionsachse (8) gegenüber dem Pendel hat und in seinen Präzessionsausschlägen entsprechend der Präzessionsgeschwindigkeit gedämpft ist, während der zweite Kreisel (5) bei beliebiger Richtung seiner Dreh-, achse (7) nur eine horizontale Präzessionsachse (15) hat und mit einer Schaltvorrichtung (16, 17) verbunden ist, die gestattet auf die Präzessionsachse (8) des ersten Kreisels ein Korrekturmoment in bezug auf die Querlage des Fährzeuges auszuüben.
  2. 2. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kreisel (5) ebenfalls im Pendel (2) gelagert ist.
  3. 3. Gerät nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (7) des Kreisels (5) quer zur Fahrtrichtung liegt.
  4. 4. Gerät nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung einer an sich bekannten auf die Präzessionsachse -wirkenden Dämpfungsvorrichtung (14), diese eine Anschlaggabel (ii) hat, in die ein mit der lotrechten Präzessionsachse (8) des Kreisels (4) verbundener Anschlag (io) mit Spiel eingreift. -5. -Gerät nach Anspruch i bis 4, gekennzeichnet durch eine Rückführfeder (12) für die Dämpfungsgabel (i i), so daß die vertikale Präzessionsach.se in an sich belaannt.er Weise federnd gefesselt wird. 6. Gerät nach Anspruch i bis 5, gekennzeichnet durch eine an sich bekannte, z. B. elektromagnetische einstellbare, ein Drehmoment auf die Präzessionsachse (8) des Kreisels (4) ausübende Vorrichtung (2o bis 22) zum Ausgleich des Einflusses der Erdrotation: 7. Gerät nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (2o bis 22) zum Ausgleich des Einflusses der Erdrotation gleichzeitig zur Ausübung des durch den Kreisel (5) gesteuerten Korrekturmomentes dient, z. B. mittels Feldspulen (23).
DE1930B0017230 1930-07-17 1930-07-17 Geraet zur Anzeige der dem Bewegungszustand entsprechenden Querlage und der Fahrtrichtung ueber Grund fuer Luft- und Wasserfahrzeuge mit Kreiselpendel Expired DE563047C (de)

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