DE545448C - Vorrichtung zur Durchfuehrung des Gussverfahrens - Google Patents
Vorrichtung zur Durchfuehrung des GussverfahrensInfo
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Description
- Vorrichtung zur Durchführung des Gußverfahrens Das Patent 541 997 betrifft eine Vorrichtung zur Ausübung des Gußv erfahrens nach Patent 525 225, nach dein aus einer in Umlauf versetzten Trommel das geschmolzene Gußmetall durch eine Entnahmevorrichtung i n tangentialer Richtung entnommen und unter Anwendung der kinetischen Energie der 1_"mlaufsgeschwindigkeit feststehenden Gußformen zugeführt wird.
- Die vorliegende Erfindung bringt einige weitere Verbesserungen zur Durchführung dieses Verfahrens.
- Es hat sich gezeigt, daß die Aufeinanderfolge der einzelnenGüsse sich dadurch wesentlich beschleunigen läßt, daß die Kokille in einem Winkel zum Entnahmerohr angeordnet wird, und der vom Entnahmerohr zur Kokille führende Verbindungskanal durch einen Schieber oder eine ähnliche Vorrichtung verschlossen werden kann. Wenn mit der Be-«-egung dieses Absperrschiebers in gleichem "Zeitmali - was zweckinäßigerweise durch eine mechanische Verkopphing erfolgt - die Entnahmevorrichtung aus ihrer Einlaufstel-Iung gebracht wird, so dient dieser Abschlußschieber gleichzeitig dazu, etwa in dem Entnahmerohr haftenbleibende Metallteile in die Schmelzzone zurückzustoßen. Zweckmäßig ist es dabei, den Querschnitt des Entnahmerohres dergestalt abzustufen, daß das etwa in dein etigleren oberen Teil anhaftende Gußinaterial beim Zurückstoßen innerhalb der Erweiterung keine Reibung an den Wänden findet. Zugleich erfolgt durch die infolge der Verengung auftretende Bremsung des Metallstromes eine weitere Verdichtung des Materials vor Eintritt in die Kokille.
- Es ist fernerhin zweckmäßig, den Zugangskanal vom Entnahmerohr zur Kokille in seinem Querschnitt so auszugestalten, ,daß dessen engste Stelle unmittelbar am Entnahmerohr liegt und sich von dort aus konisch bis auf den Querschnitt der Kokillenö ffnung erweitert. Hierdurch ist es möglich, den Füllraum der Kokille sehr dicht an das Entnahmerohr heranzubringen.
- Es ist bereits eine Gießmaschine bekannt, bei der in .einem Druckzylinder zwei auch als Schieber wirkende Kolben verwendet werden. Diese Steuerung hat zur Folge, daß das zwischen den Kolben befindliche Metall unter Druck gesetzt wird, der ein schnelles Einströmen in die Formen bewirkt.
- Im Gegensatz hierzu hat der Steuerschieher nach vorliegender Erfindung nicht die Aufgabe, das Gußinetall unter Druck zu setzen. Der Druck wird bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform vielmehr aus der kinetischen Energie des umlaufenden Metallbades gewonnen. Das Einpressen des Gußmetalls unter Verwendung der bekannten Vorrichtung mittels zweier Kolben bietet insbesondere den Nachteil, daß beim Rückströmen des Metallüberschusses aus dem Druckzylinder in das Metallbad die beiden Kolben miteinander in Berührung kommen, wodurch bei dem hohen Druck eine starke mechanische Beanspruchung der Kolben und des Kolbengestänges der Maschine unvermeidlich ist, ganz abgesehen davon, daß auch zwischen den sich berührenden Kolbenflächen Metallreste haften bleiben können, die allmählich eineVerstärkung der Kolben und damit eine Verringerung des freien Zvlin.derraumes herbeiiühren. Vor allem aber gestattet diese bekannte Konstruktion es nicht, im Zvlinder erstarrte Metallreste mechanisch durch den Kolben zu lösen und dadurch in das Metallbad zurückzubefördern, wie dieses bei der Konstruktion nach der Erfindung vorgesehen ist, da die Kolben des Druckzylinders im Winkel zu den Ein- und Au.sströmöffnungen laufen. Etwa erstarrte Reste werden durch die Kolben nicht in die Ausströmöffnung befördert, sondern vielmehr durch die aufeinanderwirkenden beiden Kolben zwischen diesen eingepreßt und im Gegensatz zur Erfindung im Zylinder festgeklemmt. Das Auftreten derartiger erstarrter Metallreste ist unvermeidbar, und führt, da bei der bekannten Gießvorrichtung die Maschine auseinandergenommen werden muß, zu unerwünschten, zeitraubenden und kostspieligen Betriebsunterbrechungen.
- Zur weiteren Abkürzung des einzelnen Gußvorganges können die Kokillen auf einem Support angebracht werden, vermittels dessen sie an den kurzen Zulaufkanal herangeführt und genügend festgepreßt werden können, so daß jede mechanische Verbindung in Fortfall kommen kann. Beim Abziehen der Kokille wird der kurze Angußkegel gleichfalls mit entfernt, so daß ein Putzen der Maschine vermieden wird.
- Das Entnahmerohr kann so ausgebildet werden, daß es ständig im Metallbade verbleibt, wobei seine Durchbohrung zunächst geradlinig, dann Über eine Krümmung in eine zur Umlaufrichtung tangential liegende Einlauföffnung führt.
- Für die praktische Durchführung des Erfindungsgedankens ist es wesentlich, den Baustoff des Entnahmerohres so auszuwählen, daß einmal die Temperaturen des Schmelzbades nicht die mechanischen Eigenschaften des Entnahmerohres aufheben oder herabmindern, und andererseits eine Reaktion zwischen den Schmelzmetallen und dem Baustoff des Rohres ausgeschlossen ist. Bei Kupferlegierungen hat sich Korund als geeignet erwiesen. Bei basisch reagierenden Schmelzflüssen empfiehlt sich die Verwendung eines mehr sauer reagierenden Baustoffes, bei einem sauer reagierenden Schmelzfluß ein sich in der Hauptsache umgekehrt verhaltendes Material. Als geeignet wurden beispielsweise festgestellt: Aluminiumoxyd, Magnesiumoxyd, Berylliumoxyd, Zirkonox_vd, Thoriumoxyd.
- Die Füllstellung wird durch eine Drehung um die Mittelachse herbeigeführt. Diese Drehung kann in unmittelbare mechanische Verbindung mit der Bewegung des Absperrschiebers dergestalt gebracht werden, daß mit dem Übergang des Schiebers in die Sperrstellung das Entnahmerohr so gedreht wird. daß die Entnahmeöffnung ein Eintreten des umlaufenden Schmelzbades nicht gestattet. Diese beiden Vorgänge können schließlich auch in eine zweite zwangsläufige Verbindung mit der Bewegung des Kokillensupports gebracht werden, so daß nach Abschließen des Eingußkonus durch den Schieber die Kokille abgezogen und gegebenenfalls auch geöffnet wird. Diese Bewegungen können von Hand, aber auch, etwa durch Kuppelung mit einem Motor, selbsttätig erfolgen, so daß ein vollständiger Gußautomat vorliegt.
- In der Zeichnung ist die erfindungsgemäße Vorrichtung beispielsweise dargestellt, ohne sie damit ausschließlich auf diese Ausführungsform zu beschränken; es sollen vielmehr auch alle anderweitigen, nicht dargestellten, zur Durchführung des Erfindungsgedankens dienenden Maßnahmen unter den Schutzbereich dieser Erfindung fallen.
- a. ist eine in waagerechter Ebene umlaufende, zur Aufnahme des Gußmetalls dienende Trommel, deren Antrieb nicht dargestellt ist. Auf einem Montagetisch b sind die feststehenden, zur Durchführung des Gußv organges dienenden Vorrichtungen angebracht. c ist das Entnahmerohr, welches bei d die tangential zur Umlaufbewegung der Trommel gerichtete Öffnung aufweist. In dem oberen Teil des Entnahmerohres läuft der Absperrschieber e, der beim Niedergehen den konischen Einlaufkanal f abschließt und etwa anhaftende Metallteilchen in das Entnahmerohr bis zur Schmelzzone zurückstößt. Zu diesem "Zweck weist die Seele des Entnahmerohres bei g eine Profilerweiterung auf. Auf einem Support lt ist die Kokille i beweglich angeordnet. Das Entnahmerohr c wird durch den Hebel k um die Längsachse gedreht. Zu diesem Zweck ist an seinem oberen Teil außenliegend eine schraubenförmig gewundene ut L angebracht, in der ein Dorn des Hebels läuft.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCI3R: i. Vorrichtung zur Durchführung des Gußverfahrens nach Patent 541 997 mit einem den Forinenabschlußbewirkenden Steuerschieber, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerschieber gleichachsig zum Entnahmerohr angeordnet ist, aus dem ei nach Abschluß des Formeintrittskanals, der im Winkel an das Entnahmerohr anschließt, etwa anhaftende Metallreste in die Schleudertrommel zurückbefördert. .
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Nähe des Isokilleneintrittskanals gelegene, den Steuerschieber führende Teil des Entnahmerohres gegenüber seinem sonstigen Ouerschnitt verengt ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch i und z finit in die Leerlaufstellung schwenkbarem Entnahmerohr, dadurch gekennzeichnet, daß das geradlinig gestaltete Entnahmerohr am unteren Ende in eine zur Umlaufrichtung tangential gerichtete Krümmung übergeht, und durch Wahl solcher Baustoffe, die von den Temperaturen und chemischen Einwirkungen der Schmelzbäder nicht angegriffen «-erden, ständig im Schmelzbad belassen «-erden kann. 4.. Vorrichtung nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung des Entnahmerohres in Füllstellung und umgekehrt kraftschlüssig in Übereinstimmung mit der Bewegung des Absperrschiebers in Füll- und Abschlußstellung erfolgt. j. Vorrichtung nach Anspruch i bis ,4, unter Verwendung einer bei der Hin- und Rückbewegung zum Eingußkanal sich selbsttätig öffnenden und schließenden Form, dadurch gekennzeichnet, daß mit der zwangsläufig übereinstimmenden Bewegung des Entnahmerohres und des Absperrschiebers auch das Heran- und Wegführen der Gußformen zwangsläufig erfolgt.
Priority Applications (1)
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| DE545448C true DE545448C (de) | 1932-02-29 |
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| DEP62269D Expired DE545448C (de) | 1931-02-10 | 1931-02-10 | Vorrichtung zur Durchfuehrung des Gussverfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE545448C (de) |
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1931
- 1931-02-10 DE DEP62269D patent/DE545448C/de not_active Expired
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