DE545447C - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Gussstuecken durch Schleuderguss - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Gussstuecken durch Schleuderguss

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DE545447C DEM113032D DEM0113032D DE545447C DE 545447 C DE545447 C DE 545447C DE M113032 D DEM113032 D DE M113032D DE M0113032 D DEM0113032 D DE M0113032D DE 545447 C DE545447 C DE 545447C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D13/00Centrifugal casting; Casting by using centrifugal force

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Forging (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Gußstücken durch Schleuderguß Allgemein bekannt ist die Veredelung von Metallen durch Warmverformung, sei es durch Pressen, Ziehen oder Schmieden. Dieser Veredelungsprozeß durch Druckeinwirkung führt neben einer Verdichtung zu Kornverfeinerung, Erhöhung der Dehnung, Zähigkeit und Festigkeit. Die Schmiedbarkeit eines JMetalles setzt einen gewissen, bildsamen Zustand voraus, in dem die Metallteilchen gegeneinander eine begrenzte Verschieblichkeit besitzen, ohne -daß der Zusammenhang zwischen Nachbarteilchen aufgehoben wird. Einige ,Metalle sind bereits in kaltem Zustande bildsam oder duktil, andere sind es innerhalb eines großen Temperaturintervalls (Stahl zwischen 6oo und i25o°), und wieder andere sind es nur in einem ganz engen Temperaturbereich, so daß sie aus dem Schmelzfluß in äußerst kurzer Zeit in den unbildsamen, erstarrten Zustand übergehen.
  • Es ist praktisch unmöglich, ein Metall mit engem Duktilitätsbereich mit den üblichen Mitteln warm zu verformen. Entweder ist (las Metall bei der Schlag- oder Druckeinwirkung noch zu warm und daher flüssig, so (laß es unter dein Schlage auseinanderspritzt bzw. nach der 1?imvirl:ung wie eine andere Flüssigkeit in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt, .oller aber es ist schon zu fest und geht dann zu Bruch. Aber selbst gesetzt den Fall, die Einwirkung erfolgte in dein Augenblick, in (lein die mittlere Temperatur des Metalls seinem bilds<unen Zustand entspricht, so sind (lie Außenschichten des Metallkörpers kälter als die inneren; entweder findet also eine Zertrümmerung der Schale statt, oder aber der Schlag trifft iin Inneren noch auf flüssiges Metall.
  • Die Erfindung weist nun einen Weg, wie man auch diese Metalle, Metallegierungen und andere Substanzen mit engem Duktilitätsbereich warm verformen kann. Sie bedient sich dazu eines Gießverfahrens, bei dein die vergossenen Metalle während der Durchschreitung des engen Temperaturintervalls, in dem sie bildsam sind, der Einwirkung starker Zentrifugalkräfte unterworfen werden. Dabei ist erfindungsgemäß eine Reihe von Maßnahmen zu beobachten, die für die Erfindung charakteristisch sind: i. Das Metall muß zunächst geschmolzen werden. Iin Augenblick des Vergießens darf die Temperatur der Schmelze nur wenig über dein Schmelzpunkt liegen, da nur hierdurch die Gewähr gegeben ist, daß sofort nach erfolgtem Guß praktisch gleichzeitig für alle Schichten des Gußkörpers die obere Temperaturgrenze des Bildsamkeitsbereiches erreicht wird. Würde die Schmelze stark überhitzt vergossen werden, so würden sich die Schichten an den Formwandungen oller -kernen schnell abkühlen, während der innere Teil noch flüssig bliebe. Die Verfestigung der Schale würfle also längst beendet sein, ehe die des flüssigen Teiles beginnt. Die Folge wäre ein Abschermoinent des inneren Teiles von (leg Schale, das zur völligen Trennung von Schale und innerem Gul.akörper führen könnte. a. Die Notwendigkeit, eine wenig; über den Schmelzpunkt erhitzte Schmelze unter Vermei(lung vorzeitiger Erstarrung auf denn Wege in die Form zu vergießen, setzt voraus, (laß (las Vergießen mit großer Geschwindigkeit erfolgt. Dazu sind wiederum Schleuderkräfte ganz besonders geeignet.
  • 3. Ferner muß die Zentrifugalbeschleunigung in der sehr kurzen Zeit, die bei (leg Abkühlung von (leg Schmelztemperatur auf die obere Grenze des Duktilitätsintervalls verstreicht, Werte annehmen, bei denen eine gründliche Verformung gesichert ist. Das ist aber praktisch nur möglich, wenn die er-, forderliche hohe Zentrifugalbeschleunigung schon kurz vor dem Vergießen, also während (ges Schmelzvorganges herrscht, dieser mithin wenigstens in seinem .letzten Stadium unter Einwirkung der maximalen Zentrifugalhesclileunigung verläuft.
  • 4.. Um eine zuverlässige Warmverformung (ges Gußkörpers zu erzielen, müssen Zentrifugalkräfte angewendet werden, (nie die Fließgrenze des Gußkörpers bei den Temperaturen des Bildsamkeitsbereichs überschreiten.
  • Zur Orientierung über (nie Größenordnung der erforderlichen Zentrifugalgeschwindigkeiten möge eine kurze Berechnung dienen. Im Bereich (leg Schmiedbarkeit liegt die Fließgrenze für Stahl etwa bei 5 bis 1a kg/mm=, und zwar ist sie um so niedriger, je höher die Schmiedetemperatur ist. In der gleichen Ordnung darf die Fließgrenze von Messing, etwa 8 kg@mm= bei 70o bis 75o°, angenommen werden. Erheblich höhere Fließgrenzen itn Duktilitätsbereich besitzen die Schwermetalle Wolfram und Moly bdän, geringere Werte, z. ß. Gußeisen. Wenn auch gerade für solche 'Materialien, die einen engen Bildsamkeitsbereich besitzen, wegen der Schwierigkeit der Festigkeitsmessung innerhalb des Bildsamkeitsbereichs nur mangelhafte Angaben über die Fließgrenze vorliegen. darf (fiese doch allgemein für Metalle und Legierungen als. zwischen 0,3 und etwa So kgl(Inun angenommen werden. Je nach der Art des Gußmaterials sind demnach Zentrifugaldrücke von etwa 5oo l:g@cin'= bis io tlcm= erforderlich, um eine zuverlässige Warmverforniting zu erhalten. Rechnet in.-in (las Gewicht (ges Gußkörpers zu i kg und nimmt man (nie Gießforen in i in Abstand vom Drehpunkt (leg Zentrifuge an, so ergibt sich unter Beriicksiclitigtuig, daß die geschleuderte 'lasse (g die Erdbeschleunigung) beträgt, eine erforderliche Zentrifugalbeschleunigung von 5oo g bis io ooo g oller rund 5ooo bis ioo ooo m/Selc=. Aus (leg Gleichung: Zentriftigalbeschleunigung gleich 4 # z= # 11- 2. r errechnet sich (tann für (las vorliegende Beispiel eine sekundliche Drehzahl der Zentrifuge von etwa io bis 5o, einer minutlichen Umdrehungszahl von 6oo bis 3000 Per. entsprechend.
  • .Als typisches Beispiel für ein 'Metall mit engem Duktilitätsbereich sei (las tinschrniedbare Gußeisen angeführt, das bei Erhitzung vom starren Zustande scheinbar unmittelbar dünnflüssig wird, ohne einen teigigen Zwischenzustand durchlaufen zu haben. Tatsächlich ist auch bei Gußeisen ein Duktilitätsintervall vorhanden, das je nach (lein Gehalt an Kohlenstoff und Silicium wenige Grade bis zu etwa ioo° umfaßt. Es bedarf keiner Ausführungen, (laß es mit den üblichen Methoden nicht-möglich ist, ein derartiges Metall einer Warmverformung zu unterwerfen, während dies nach dem vorliegenden Verfahren ohne weiteres geschehen kann. Von den zahlreichen sonstigen Anwendungen des vorliegenden Verfahrens sei noch (nie Herstellung von hochlegierten Schneid-Z, erwählt, (nie im allgemeinen utn so schlechter schmiedbar sind, je höher ihr Gehalt an zusätzlichen Legierungsmetallen, wie Chrom, Wolfram, Moh-bdän tisw., ist. Nach vorliegendem Verfahren ist es möglich, mit den Zusätzen noch wesentlich 'über den bisher als Grenzwert für die Schmiedbarkeit angesehenen Gehalt hinauszugehen und damit in erhöhtem Maße von den Vorzügen der Legierungszusätze Gebrauch zu machen, ohne auf die Warmverformung verzichten zu müssen.
  • Abgesehen davon, daß (las vorliegende Verfahren überhaupt erst (nie Warmverforinun- von 'Metallen mit engem Bildsamkeitsbereich ermöglicht, ist ein weiterer Vorzug in der Art gegeben, wie die Verformung unter der Einwirkung von Schleuderkräften vor sich geht. Bekanntlich beruht die Verfestigung durch Schmieden und Pressen auf der Ausbildung von Druck- oder Rutschkegeln, die sich von der Druckseite einerseits und der Auflagefläche (Amboß) andererseits aus in dem Werkstück ausbilden. Diese Verfestigungskörper nehmen, wie schon der Ausdruck Kegel besagt, ihrem Querschnitt nach von (leg Druck- bzw. Auflagefläche nach dem Inneren des Körpers zu ab, so (laß die beeindruckten Oberflächenschichten stets stärker verfestigt sind als das Innere (ges Werkstücks. Min Gegensatz dazu wirken Zentrifugalkräfte Leicht von außen auf (gen geschleuderten Körper ein, sondern beeinflussen wie eine vervielfachte Schwerkraft jedes einzelne Iaementarteilchen (ges Gußl<iirl)ers, so daß die Verfestigung sich praktisch lioniogen über die gesamte Körpermasse erstreckt.
  • Dieser Vorteil (leg homogenen Verfestigung durch Schleuderkräfte ist schon früher zur Warmformgebung von Metallen benutzt wor- den, jedoch nur solcher Metalle, die an sich ein weites Duktilitä tsintervall besitzen. Die Nichtbeachtung der oben angeführten Maßnahmen i bis 3 ließ die Anwendung auch für Metalle mit engem Duktilitätsbereich nicht zu.
  • Im übrigen sind Schleuderverfahren an sich schon vielfach für Gießzwecke vorgeschlagen worden, und zwar einmal, um eine Trennung spezifisch verschieden schwerer Substanzen, z. B. des :Metalls von der Schlacke, und Gaseinschlüssen zu fördern, und ferner, um das Ausfließen vor allem schwer schmelzender Metalle in komplizierte Formen zu sichern. Man benötigte und benutzte dazu Schleuderkräfte, die zwar ein Vielfaches der Eigenschwere der Gußkörper ausmachten, die aber nicht entfernt auch mir die Größenordnung der für den vorliegenden Zweck benötigten Drehkräfte erreichten. Dabei ließ man die Zentrifuge meist erst nach Abschluß der Schmelzperiode an, so daß die Schmelze . längst in die Formen vergossen und wenigstens teilweise bis zum unbildsainen Zustand erstarrt war, bevor die Schleuderkräfte eine nennenswerte Stärke erreicht hatten. Infolge Nichtbeachtung der einen oder anderen der oben-enannten .Maßnahmen, die nur in ihrer erfindungsgemäßen Zusammenwirkung eine Warmverformung von Stoffen mit engem Bildsamkeitsbereich verbürgen, konnten daher die bisherigen Verfahren den Zweck der vorliegenden Erfindung nicht erfüllen.
  • Die für eine kräftige Verformung nötigen Schleuderkräfte stellen naturgemäß sowohl an die konstruktive Ausgestaltung der gesamten Anlage als auch an die Festigkeit der verwendeten Werkstoffe für die Arme der Zentrifuge, des Schmelzofens und schließlich der Formen erhebliche Anforderungen. Besonders die Zentrifugenarme müssen aus bestem Stahl oder Duraluminium hergestellt sein, um die schwere Schwungmasse des Ofens und die Formen ohne Verbiegen oder gar Zerreißen zu tragen. Die Ofenanlage wird dann einfach, wenn man die Formen in den Bodenteil des Ofens hinein verlegt. Dies ist jedoch nur'möglich für verhältnismäßig kleine, einfache Formen, da sonst auch der Ofen unnötig weit gehalten werden muß. Im allgemeinen ist die Trennung von Ofen und Formen vorteilhafter, da dann die Auswechslung der Formen einfacher ist. In diesem Falle ist an der Ofenseite, die den Fornien zugekehrt ist, eine Verschlußvorriclitung angebracht, die im Augenblick des Gusses sich entweder selbsttätig öffnet oder durch besondere Maßnahmen von außen her betätigt wird. Verli:i!triisrniiliig einfach läßt sich eine selbsttätige Absperrvorrichtung dadurch ausbilden, tlaß nian die konisch sich verjüngende Öffnung des Ofens nach der Forrnenseite verschließt mit einem Blech oder einem kurzen Stopfen aus einem Material, das sich bei der erforderlichen Gießtemperatur in der Schmelze löst und so die Öffnung freigibt. Vorgeschlagen sind bereits Verschlüsse dieser Art, die aus dem gleichen Metall bestehen wie die Schmelze selbst und bei Erhitzung auf die Schmelztemperatur gleichzeitig oder kurz nach dem Ofengut schmelzen und dabei die Ausflußöffnung freigeben. Als neu sei ein ähnlicher Stopfen beschrieben, dessen Entfernung bei Erreichung einer bestimmten Temperatur auf grundsätzliche andere Weise erfolgt. Er besteht aus einem Metall bzw. einer Legierung, die sich während des Schmelzprozesses allmählich mit dem Schmelzgut legiert und dadurch zur Freiabe der Ofenöffnung führt. Dies Verschlußniaterial kann an sich einen erheblich höheren Schmelzpunkt besitzen als die Schmelze. Z. B. kann ein Wolfram- oder Tantalblech als Abschluß eines mit Stahl beschickten Ofens dienen. Das Wolframblech löst sich trotz seines hohen Schmelzpunktes durch Legieren in der Schmelze. Diese Verschlußöffnung durch Legieren hat vor der bekannten durch Schmelzen den Vorteil voraus, daß eine verfrühte Freigabe der Öffnung so gut wie ausgeschlossen ist, weil der eigentliche Legierungsv organg kräftig erst einsetzt, wenn das Ofengut flüssig geworden ist, hingegen ein kompakter Verschlußkörper bekanntlich leichter wegschmilzt als ein gleichartiges, aber weniger dichtes Ofengut. Ein Durchschmelzen des Verschlusses vor Verflüssigung des Ofengutes ist daher leicht möglich.
  • Für das vorliegende Verfahren ist besonders vorteilhaft eine Heizung mit elektrischem Strom, gleichgültig, ob es sich um die Speisung eines Widerstands-, Induktions-oder Licbtbogenofens handelt. In allen Fällen muß die Stromerzeugung unabhängig von der Drehbewegung des Ofens gesichert sein. Sie erfolgt mit den üblichen ilIitteln der Elektrotechnik zur Übertragung elektrischer Energie auf rotierende Verbrauchsanlagen.

Claims (2)

  1. PATENTAXT SPRÜCAR i. Verfahren zum Herstellen von Gußstücken durch Schleuderguß aus Metallen und Legierungen mit engem Bildsanikeitsbereich, dadurch gekennzeichnet, claß die Temperatur der Schmelze im Augenblick des Vergießens wenig über ihrem Schnielzpunkt liegt und daß die Schmelze vorn Beginn der Schmelzung bis zum unbildsanien I?rstarren in den Gießformen der Einwirkung von Zentrifugalkräften solcher Stärke unterworfen wird, daß diese die Fließgrenze des Gußmaterials bei den Temperaturen , des ßildsamkeitsbereichs überschreiten.
  2. 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch r mit einem den Gußraum vorn Schmelzraum trennenden Verschluß aus einem beim Gießen in die Schmelze eingehenden Material, dadurch gekennzeichnet,' daß der Verschluß aus einem Material besteht, das einen höheren Schmelzpunkt besitzt als das Schmelzgut und sich in diesem durch Legieren bei der Gießtemperatur derart löst, daß die Verbindung zwischen Ofen und Formen hergestellt wird.
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