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Visiervorrichtung für Heliographen mit zwei Visiereinrichtungen Die
Erfindung betrifft eine Visiervorrichtung für Heliographen. Die bekanntesfe- Vorrichtung
dieser Art ist der sogenannte Visierarm, welcher in einiger Entfernung von einem
Spiegel eine Visierscheibe mit einer ausgestanzten Marke - meist ein Kreuz - trägt.
Dieser Spiegel, der dazu dient, die Sonnenstrahlen nach der Gegenstation zu reflektieren,
ist bis auf eine Stelle in seiner Mitte versilbert. Zum Visieren schaut man durch
die unversilberte Mitte des Spiegels nach der Empfangsstation und bringt die obenerwähnte
Visierscheibe so in die Blickrichtung, daß das Bild der Gegenstation genau in den
Schnittpunkt des Kreuzes zu liegen kommt. Nun wird die dem Spiegel zugekehrte Seite
der Visierscheibe durch eine !Markenplatte abgedeckt, welche umklappbar am Visierarm
angeordnet ist und auf welcher auf der dem Spiegel zugekehrten., Seite ein Kreuz
aufgetragen ist, dessen Schnittpunkt sich mit dem - Schnittpunkt des dahinterliegenden
ausgestanzten Kreuzes der Visierscheibe deckt. Der Spiegel wird dann so lange verstellt,
bis auf der von den vom Spiegel reflektierten Sonnenstrahlen erhellten Markenplatte
ein dunkler Fleck sichtbar wird, nämlich der Schatten der unversilberten Stelle
der Spiegelmitte. Stellt man den Spiegel nun so ein, daß der dunkle Fleck genau
auf die Kreuzmarke der Markenplatte zu liegen kommt, so ist das vbm Spiegel aus.
gesandte Strahlenbündel genau auf- die Gegenstation gerichtet.
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Da nun die Sonne ihren Standort ständig ändert, ist es erforderlich,
den Spiegel häufig nachzustellen, damit der Schatten der Spiegelmitte stets mit
der Einstellmarke zusammenfällt, das ausgesandte Strahlenbündel also auf die Gegenstation
gerichtet ist.
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Diese Visiervorrichtung ist wohl brauchbar, wenn die Stationen nicht
weit von-einander entfernt sind. Sind die Geräte jedoch in großer Entfernung - etwa
ro bis 2o km -voneinander aufgestellt, so .genügt eine solche Visiervorrichtung
nicht mehr, weil die anvisier`te Gegenstation mit bloßem Auge dann nicht mehr sichtbar
ist. Hier ist vielmehr ein Fernrohr nötig, um den Spiegel genau einstellen zu können.
Zum Schutz gegen die Sonne wird. das Fernrohrobjektiv zweckmäßig mit einem Lichtschutzrohr
versehen, welches zugleich als Träger< für einen Tripelstreifen dient. Der Tripel@treifen.
ist .ein prismatischer Glaskörper, der vor dem Spiegel und dem Fernrohr angeordnet
ist und dazu dient; Parallelität zwischen der Blickrichtung und dem vom Spiegel.
ausgesandten Strahlenbündel herbeizuführen und zu diesem Zweck einen geringen Teil
der .vom Spiegel reflektierten Strahlen so zweimal um 9o° ,bricht, daß dieses Strahlenbündel
in das Gesichtsfeld des Fernrohres gelangt -und im Fernrohr als Sonnenbild sichtbar
wird. Um
den Heliographen nun mittels dieser Vorrichtung einzustellen,
wird zunächst die im Fernrohr vorgesehene Marke (Strichkreuz) auf die Gegenstation
gerichtet. Sodann wird der Spiegel s8 lange verstellt, bis das vom Tripelstreifen
in das Gesichtsfeld des Fernrohres gebrachte Sonnenbild genau im Kreuzungspunkt
der Marke liegt, der Spiegel somit also auf die Gegenstation ,eingestellt ist. Die
Einstellung des Spiegels sowie die ständige Nachstellung desselben - entsprechend
dem jeweiligen Stand der Sonne - ist jedoch mit einer solchen Vorrichtung recht
unbequem.
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Man hat deshalb vorgeschlagen, den Heliographen mit beiden Visiervorrichtungen
auszurüsten und die Einstellung und Nachstellung des Heliographen folgendermaßen
vorzunehmen.
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Zunächst wird die Gegenstation mit dem Fernrohr anvisiert; worauf
der Visierarm gleichfalls auf die Gegenstation .eingerichtet wird, soweit dies mit
dem bloßen Auge möglich ist. Nun wird die Visiermarke durch die Markenplatte abgedeckt
und der Spiegel so lange gedreht, bis der Schatten der urversilberten Spiegelmitte
genau auf die Mitte des Kreuzes zu liegen kommt. Ist der Visierarm richtig eingestellt
worden, so muß, wenn man durch das Fernrohr sieht, das Sonnenbild genau in der Mitte
des Strichkreuzes sichtbar sein. Ist dies nicht der Fall, so muß die Lage des Visierarmes
und damit auch die des Spiegels entsprechend geändert werden. Die Nachstellung des
Spiegels entsprechend der Veränderng des Sonnenstandes erfolgt dann unter- Beobachtung
der Lage des dunklen Fleckes auf dem Kreuz der Markenplatte. Auf diese Weise ist
die Nachstellung des Spiegels natürlich erheblich bequemer durchzuführen, als wenn
der Heliögraph nur mit dem Visierfernrohr ausgerüstet ist, denn in diesem Fall muß
während der Verstellung des Spiegels die Lage des Sonnenbildes im Fernrohr beobachtet
werden.
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Nun hat aber das beschriebene Visierverfahren u. a. den Nachteil,
daß beide Vorrichtungen für sich eingestellt werden müssen, was natürlich recht
umständlich ist und eine erhebliche Zeit in Anspruch nimmt.
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Die Erfindung schlägt deshalb vor, beide Vorrichtungen so zur koppeln,
daß bei der Einstellung der einen zugleich die andere in die richtige Lage gebracht
wird. Dies .ist ohne weiteres möglich, wenn man beiden Vorrichtungen eine gemeinsame
Drehachse gibt, diese Drehachse mit der horizontalen Drehachse des Spiegels ineine
gemeinsame Ebene legt und mit der vertikalen Drehachse .des Spiegels schneiden läßt.
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In den Abb. i und a ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgedankens
in Draufsicht und Seitenansicht schematisch dargestellt. Mit ,a ist der Spiegel
bezeichnet, mit b
das Visierfernrohr, welches mit dem Visierarm c fest verbunden
ist. Das freie Ende dieses Armes trägt die Visierscheibe d mit der ausgestanzten
Marke ,e. Die Markenplatte/, auf welche, wie oben beschrieben, ein Kreuz aufgetragen
ist, ist umklappbar an dem Arm c befestigt. Dieser Arm trägt ferner den Tripelstreifen
g. Wie aus den Abbildungen ersichtlich ist, schneidet die gemeinsame Drehachsen
die vertikale Drehachse i des Spiegels und liegt mit der horizontalen Drehachse
k desselben in einer Ebene. Die optische Achse l des Fernrohres verläuft parallel
mit der Verbindungslinie tn von der Spiegelmitte zur Mitte der Visiermarke e.
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Um den Heliographen mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung einzustellen,
wird zunächst die Gegenstation durch das Fernrohr anvisiert, wobei von selbst der
mit dem Fernrohr verbundene Visierarm c in die richtige Lage gebracht wird. Sodann
wird der Spiegel so lange um seine beiden Achsen i und k gedreht, bis der Schälten
der Spiegelmitte sich mit der Einstellmarke der Markenplatte deckt. Eine Nachstellung
des Visierarmes ist dann nicht mehr erforderlich, da dieser, wie schon erwähnt,
bei der Einstellung des Fernrohres von selbst genau eingestellt wurde. «Daraus-
ergibt sich aber als weiterer Vorteil, daß der Tripelstreifen unter Umständen ganz
wegfallen kann denn eine Kontrolle der -Einstellung des Visierarmes ist nicht mehr
nötig, da ja der letztere, nicht mehr unabhängig vorn Fernrohr verstellt werden
kann.