DE45891C - Verfahren zur Herstellung eines dünneren Rohres aus einem dickeren vollen Arbeitsstücke nach dem unter Nr. 34617 patentirten Walzverfahren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines dünneren Rohres aus einem dickeren vollen Arbeitsstücke nach dem unter Nr. 34617 patentirten WalzverfahrenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21B—ROLLING OF METAL
- B21B19/00—Tube-rolling by rollers arranged outside the work and having their axes not perpendicular to the axis of the work
- B21B19/02—Tube-rolling by rollers arranged outside the work and having their axes not perpendicular to the axis of the work the axes of the rollers being arranged essentially diagonally to the axis of the work, e.g. "cross" tube-rolling ; Diescher mills, Stiefel disc piercers or Stiefel rotary piercers
- B21B19/04—Rolling basic material of solid, i.e. non-hollow, structure; Piercing, e.g. rotary piercing mills
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Dieses Verfahren bezweckt die Herstellung von Röhren aus massiven Metallen vermittelst
äufserer Verminderung, verbunden mit einem gleichzeitigen Uebertreiben des Metallstückes
über eine stumpfe Stange (oder Dorn), ohne dafs es nöthig wäre,, in letztere irgend welche
Maschinenkraft einzuleiten.
Während massive Metallstücke dem Eindringen durch Maschinenkraft vorgetriebener, dabei
gleichzeitig rotirender oder nicht rotirender spitzer Dorne einen sehr bedeutenden Widerstand
entgegensetzen, was eine bedeutende Beanspruchung des Domes zur Folge hat und damit die Grenze der dabei möglichen Production
auf ein sehr geringes Mafs herunterdrückt, ändert sich dies Verhältnifs vollkommen,
wenn man gleichzeitig das Metall durch Schrägwalzen aufsen vermindert, dadurch eine Compression
der äufseren Schichten herbeiführt und innen eine stumpfe Stange oder einen beliebig
geformten Dorn in das innen aufgelockerte Werkstück eintreten läfst. Die Einleitung von
Maschinenkraft in die Stange oder den Dorn wird dadurch vollkommen überflüssig gemacht und
daher kann im Gegensatz zu allen bisherigen Methoden anstatt des durch Maschinenkraft getriebenen,
vielfach sogar noch mit Gewinden versehenen Dornes hier eine nicht von Maschinenkraft
bewegte innere Schleppwalze oder einfache stumpfe Stange benutzt werden.
Läfst man ein .Metallstück zwischen Walzen, deren Arbeitsflächen entgegengesetzte Bewegung
haben und deren Achsen etwas schräg zu einander liegen, rotiren und sich gleichzeitig einem
engeren Punkte zwischen den Wälzen zu bewegen, ähnlich wie dies in Fig. 1 bis 4 der
beiliegenden Zeichnung gezeigt ist, so läfst sich, falls durch irgend eine Kraft das Metall verhindert
ist, dem Zuge der Walzenoberflächen entsprechend ihrer starken Schrägstellung zu
folgen, erreichen, dafs sich die äufseren Schichten des Werkstückes eine Strecke weit über die
mittleren überziehen, während die mittleren Partien des Werkstückes zurückbleiben, nicht
entsprechend gestreckt werden. Auf diese Weise läfst sich ein Stück Rohr bilden, das
am hinteren Ende geschlossen bleibt. Sobald die Scheerfestigkeit der von den Walzen oder
durch die Reibung an den Walzen gefafsten Theile des Werkstückes geringer ist als die
Biegefestigkeit des inneren, durch erstere nicht berührten Theiles, so scheert sich das äufsere,
aufsen vorwärts gezogene Material gleichsam von dem durch die Cohäsion mit dem noch
massiven Werkstückstheil zusammengehaltenen inneren Materialkern nach und nach ab. Weil
dies unter' Luftabschlufs und warm geschieht, bleibt das Material zusammenhängend und ganz.
Durch den Zug der Walzen rückt das massive Werkstück in demselben Mafse selbstthätig
nach, wie durch die Walzen frisches Material in Rohrform abgeführt wird, bis das ganze
Werkstück, ausgenommen den letzten Theil, in Rohrform übergeführt ist. Je besser die
Verhältnisse getroffen sind, ein um so gröfserer Theil des Werkstückes wird als Rohr abgeführt.
Man kann der Zugfestigkeit des massiven Materialkernes zu Hülfe kommen, indem_ man
bei y (Fig. 3, 4 und f)[ einen äufseren Widerstand
einschaltet. -.Man : erreicht dies sehr einfach dadurch \ dafs, man gegenüber den mittleren
Partien des Werkstückes, welche an sich schon die- Neigung haben, zurückzubleiben,
eine stumpfe Stange placirt, welche an dem Zurückweichen in der Achsrichtung verhindert
ist. Diese verhindert alsdann die mittleren Partien des Werkstückes, mit den äufseren
Partien mitzugehen, und es kann bei geeigneter äufserer Verdünnung und dadurch hervorgerufener
Compression das Ueberziehen so weit getrieben werden, dafs der ganze massive Block sich über die Stange herüberzieht, so
dafs alsdann das ganze Werkstück, auch einschliefslich des letzten Endes, als Rohr die
Walze verläfst.
Dies Zurückhalten des Werkstückes gegenüber dem Zug der Walzenoberflächen wird
z. B. erreicht, wenn die Walzenoberflächen bei starker Verdrehung der Achsen so stark geneigt
stehen, dafs sie das Werkstück auf kurzem Wege verdünnen und der dadurch gebildete
Konus zwischen dem noch nicht gewalzten Theile und dem fertig gewalzten Theile des
Werkstückes ein steiler ist, wie es z. B. Fig. 1 und 5 darstellen.
Anstatt durch die Steilheit des durch die Walzenoberflächen zwischen dem unbearbeiteten
und dem fertig bearbeiteten Werkstück hervorgerufenen Konus kann das Material auch auf
andere Weise gegenüber der Walzenbewegung relativ zurückgehalten werden, z. B. durch entsprechende
zurücklaufende Kalibrirung, z. B. durch Schraubenkaliber (s. Fig. 1), die auf den
Walzenoberflächen angebracht sind und bei der Drehbewegung der Walzen scheinbar rückwärts laufen; oder aber das Werkstück
kann beim Eintritt langsam, nach dem Austritt zu rasch bewegt werden, z. B. durch die in
dem D. R. P.' No. 34617 beschriebenen Vorwärtsstreckwulste oder dadurch, dafs zwei hinter
einander angebrachte selbstständige Walzenpaare, von denen das hinterste eine steilere
Excentricität hat wie das vordere, das Material am Austrittsende rascher vorwärts bewegen als
am Eintrittsende.
Aufser dieser ersten Neigung kommt der Möglichkeit, das Material über eine Stange
zu schieben, noch eine zweite Neigung zu Hülfe. Es tritt nämlich aufser der oben erwähnten
Reaction des Ueberziehens des äufseren Materials und Zurückbleibens des inneren beim
Schräg- und Querwalzen auch eine Verdichtung der Oberfläche ein, ähnlich wie Hammerschläge
auf beschränkte Tiefe eine Verdichtung der Oberfläche herbeiführen. Da nun aufserdem
die Oberfläche gestreckt wird bezw. durch die äufsere Compression die Neigung hat, sich
zu strecken, um wieder in die natürliche Moleculaiiage zurückzukehren, das Material aber
naturgemäfs verhindert ist, diese Ausdehnung nach der Innenseite des gewölbeartig zusammengedrängten
Ringes auszuüben, weil infolge einer gröfseren Annäherung der Molecule an
den Mittelpunkt des Werkstückes anstatt der erstrebten Auflockerung eine weitere Compression
der inneren Molecule erfolgen würde, so kann der comprimirte Ring seine allseitige
Compression nur dadurch vermindern, dafs er seinen Durchmesser vergröfsert. Infolge dessen
müssen die inneren Partien, wo keinerlei Compression stattgefunden hat und welche durch
die Cohäsion mit den äufseren comprimirten Partien zusammenhängen, auch durch diese
Cohäsion veranlafst werden, der radial nach aufsen gerichteten Bewegung der äufseren Partien
sich anzuschliefsen, wodurch Zugspannungen und Auflockerungen im Innern entstehen. Es
wird dadurch entweder der Widerstand vermindert, welchen ohne diese äufsere Compression
massive Metallstücke dem Eindringen eines Domes in ihren Mittelpunkt entgegensetzen,
oder aber es wird dem Material erleichtert, sich während des Walzens über eine Stange oder einen Dorn hinüberzuschieben.
Infolge einer vereinigten Wirkung beider Reactionen: 1. des Voreilens der durch den
Zug der Walzen vorwärts getriebenen äufseren Materialschichten gegenüber den durch die
Cohäsion" mit dem massiven unbearbeiteten Werkstück zurückgehaltenen inneren Partien,
2. der beim Schrägwalzen bei äufserer Verminderung im Innern eintretenden Ungleichheit in
der Dichtigkeit der peripheralen gegenüber den inneren Materialschichten, ist man im Stande,
fast alle Metalle aus dem massiven Zustande vermittelst gleichzeitiger äufserer Verminderung
durch Schrägwalzen und gleichzeitigen oder unmittelbar nachfolgenden Ueberschiebens über
einen Dorn Röhren zu erzeugen. Es ist nicht absolut nöthig, dafs beide Reactionen bei Ausführung
des Processes verbunden werden, indefs ist unter allen Umständen zur Ausführung des
vorstehenden Processes nothwendig, dafs gleichzeitig oder unmittelbar vorher mit dem Schieben
über eine Stange eine Verminderung der äufseren Dimensionen des Werkstückes eintrete.
Die zum Zurückhalten der inneren Materialschichten angewendeten Stangen können vorn
vollkommen stumpf sein (s. Fig. 3), ein Zeichen, dafs dieselben nicht die Ursache der Lochbildung
sind, sondern nur die Neigung zum Rohrförmigwerden, welche durch die äufsere
Bearbeitung hervorgerufen wird, einigermafsen unterstützen. Die stumpfe Stange unterstützt
die Neigung der centralen Partien des Werkstückes, sich ohne Zerreifsung des Innern durch
die Cohäsion von den äufseren Metallschichten, welche durch die Reibung der Walzenoberflächen
nach vorn getrieben werden, mitnehmen
zu lassen. Wenn auch die Möglichkeit der Anwendung einer stumpfen Stange am klarsten
das Princip beleuchtet, dafs es nicht die Arbeit der Stange sein kann, welche das Rohr erzeugt,
so ist es doch selbstverständlich bei der praktischen Ausführung nicht principiell erforderlich,
dafs die Stange vorn ganz stumpf ist; sie kann αμαι rundlich oder angespitzt öder
zugeschärft sein, ähnlich wie dies Fig. 4 und 5 veranschaulichen.
Fig. 3 zeigt eine zwischen den Walzen A befindliche Stange C, welche an einer Verschiebung
in der Achsrichtung verhindert ist und über welche sich der vorher massive Block
als Rohr unter Rotation hinüberschiebt. Je stärker dieselbe zugespitzt ist, um so mehr
kommt der oben beschriebenen Reaction des Zurückhaltens der inneren Materialschichten
eine Nebenreaction des Dornes zu Hülfe, das massive Material zu spalten; indefs wird auch
hier in den Dorn keine Maschinenkraft eingeführt, und das Loch entsteht durch die durch
. die äufserlich wirkende Walzarbeit hervorgerufene Auflockerung des Innern bezw. vermöge
der durch die äufsere Walzarbeit hervorgerufenen Tendenz des. massiven Metalls, sich
rohrförmig anzuordnen. Ob der Dorn still steht oder, durch die Rotationsbewegung des
Werkstückes mitgenommen, ebenfalls rotirt oder eine andere Bewegung hat, ist für den Procefs
von keiner principiellen Bedeutung, da der Procefs von Statten geht ebensowohl mit stillstehendem
wie mit rotirendem Dorn. Es wird auch hier in dem Vorigen ganz analoger Weise die Neigung des Werkstückes, durch äufsere
Bearbeitung rohrförmig zu werden, benutzt, um den Widerstand zu vermindern, welchen
sonst massive Metalle dem Ueberschieben über einen in der Achrichtung nicht zurückweichenden
Dorn entgegensetzen, sowie um den Verschleifs der Stange entsprechend zu vermindern.
Diese Neigung zum Hohlwerden entsteht immer, wenn aufsen die Dimension durch
Schrägwalzen vermindert und gleichzeitig das Material über einen Dorn geschoben wird.
Erreicht die Neigung zum Hohlwerden eine gewisse Gröfse, so sucht der Dorn nach einem
kurzen *Wege des Werkstückes die Mitte desselben bezw. die Rotationsachse, auch wenn er
Anfangs absichtlich nicht der Mitte des' rotirenden und zugleich fortschreitenden Werkstückes
gegenübergestellt worden war und selbst wenn ohne Dorn noch kein Loch entstehen würde.
Läfst mari ein langes rotirendes Werkstück sich zwischen den Walzen bis zu seiner Mitte auf
einen ihm gegenübergestellten Dorn aufschieben, unterbricht dann den Procefs, nimmt das
ehea»und sich zwischen
ι beiden Seiten ange-
Werkstück aus dem Vv
das andere Ende voranj
den Walzen über die St
sich die dergestalt vo
fangenen Höhlungen ii
der Mitte, auch wenn der Dorn an beiden Seiten beliebig aufserhalb der Mittellinie des Werkstückes gestanden hatte und dadurch an beiden Rohrenden die Wandstärke ungleich war. Dies ist ein Beweis dafür, dafs auch bei den längsten Röhren die Wandstärke, abgesehen von den Anfangsenden, immer gleichmäfsig werden mufs. Es lassen sich daher auch lange Röhren mit ringsum gleicher Wandstärke nach dem angegebenen Verfahren herstellen.
das andere Ende voranj
den Walzen über die St
sich die dergestalt vo
fangenen Höhlungen ii
der Mitte, auch wenn der Dorn an beiden Seiten beliebig aufserhalb der Mittellinie des Werkstückes gestanden hatte und dadurch an beiden Rohrenden die Wandstärke ungleich war. Dies ist ein Beweis dafür, dafs auch bei den längsten Röhren die Wandstärke, abgesehen von den Anfangsenden, immer gleichmäfsig werden mufs. Es lassen sich daher auch lange Röhren mit ringsum gleicher Wandstärke nach dem angegebenen Verfahren herstellen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:'ι . Die Abänderung des durch D. R. P. No. 34617 geschützten Verfahrens bei Herstellung rohrartiger Körper, darin bestehend, dafs das massive, auf geeignete Temperatur gebrachte metallene Werkstück der schräg walzenden und streckenden Wirkung zweier oder mehrerer Walzen unterworfen wird, deren Arbeitsflächen entlang der Berührungslinie am Werkstück gegen einander geneigt und deren Achsen in solcher Weise in verschiedenen Ebenen gegen einander angeordnet sind, dafs sie sich einander nicht schneiden und dafs die Arbeitsflächen der Walzen die entgegengesetzten Seiten des Arbeitsstückes unter Rotation und Fortschreitung derselben in schräger Richtung so angreifen, dafs bei Verdünnung der äufseren Dimension des Werkstückes die äufseren Metalltheile gegen die inneren verschoben werden und das Rohr bilden, während die inneren Metalltheile entweder durch die Cohäsion mit den noch zurückliegenden Theilen des Werkstückes oder durch eine Druckstange zurückgehalten werden, welche mit dem einen Ende in einem Gestell ruht und dadurch an einer Verschiebung in ihrer Achsenrichtung verhindert wird, während sie mit dem anderen Ende so weit zwischen die Walzen hineinragt, dafs ihr freies Ende gegen den massiven mittleren Theil des Werkstückes stöfst.
- 2. Die Benutzung des unter 1. gekennzeichneten Verfahrens dazu, um durch die Auflockerung der inneren oder Verdichtung der äufseren Theile den Dorn nach der Rotationsachse des Arbeitsstückes hin zu treiben und also Röhren von völlig gleichmäfser Wandstärke zu erzielen?Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45891C true DE45891C (de) |
Family
ID=321034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45891D Expired - Lifetime DE45891C (de) | Verfahren zur Herstellung eines dünneren Rohres aus einem dickeren vollen Arbeitsstücke nach dem unter Nr. 34617 patentirten Walzverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45891C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE747926C (de) * | 1936-10-02 | 1944-10-20 | Schraegwalzwerk |
-
0
- DE DENDAT45891D patent/DE45891C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE747926C (de) * | 1936-10-02 | 1944-10-20 | Schraegwalzwerk |
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