DE4436517C1 - Verfahren zum Erzeugen von Fettsäure-Methylester oder Fettsäure-Äthylester und Glycerin durch Umesterung von Öl oder Fett - Google Patents
Verfahren zum Erzeugen von Fettsäure-Methylester oder Fettsäure-Äthylester und Glycerin durch Umesterung von Öl oder FettInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umsetzen von Öl
oder Fett mit Methanol oder Äthanol und einem alkalischen
Katalysator in flüssiger Phase zu den Produkten
Fettsäure-Methylester oder Fettsäure-Äthylester und
Glycerin, die getrennt gewonnen werden, in einer oder
mehreren Umsetzungsstufen, wobei jede Umsetzungsstufe
eine Mischzone und einen Abscheider zum Abtrennen einer
leichten, esterreichen Phase und einer schweren,
glycerinreichen Phase aufweist, wobei der Mischzone der
ersten Umsetzungsstufe Öl oder Fett sowie Methanol oder
Äthanol und alkalischer Katalysator zugeführt werden und
aus der in der ersten Umsetzungsstufe gewonnenen
glycerinreichen Phase Glycerin abgetrennt wird. Als
Ausgangsmaterial wird zumeist ein pflanzliches Öl oder
Fett verwendet, doch ist auch ein fließfähiges
tierisches Öl oder Fett nicht ausgeschlossen.
Ein solches Verfahren ist aus EP-A-0 523 767 (dazu
korrespondiert DE-A-41 23 928) bekannt. Als Katalysator
verwendet man hierbei bevorzugt Natriummethylat, das aber
relativ teuer ist. Wenn man statt dessen NaOH oder KOH
als Katalysator in die Mischzonen der Umsetzungsstufen
gibt, werden störende Mengen an Nebenprodukten,
insbesondere Seifen, gebildet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, beim eingangs
genannten Verfahren möglichst kostengünstig zu arbeiten
und dabei einen Katalysator zu verwenden, der praktisch
nicht zu Verlusten durch Verseifung führt. Gleichzeitig
soll das aus EP-A-0 523 767 bekannte Verfahren
weiterentwickelt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe beim eingangs genannten
Verfahren dadurch gelöst, daß man aus der Umsetzung
gewonnenes Glycerin mit Alkalihydroxid mischt und eine
alkalische, wasserhaltige Lösung erzeugt, die Glycerin
und Alkalihydroxid im molaren Verhältnis von 1 : 5 bis
10 : 1 enthält, daß man Wasser aus der alkalischen Lösung
entfernt, wobei Mono-Alkali-Glycerat gebildet wird, und
die glycerathaltige Lösung in mindestens eine Mischzone
leitet, wobei der gesamte Katalysatorbedarf der Umsetzung
zu 50 bis 100% gedeckt wird. Als Alkalihydroxid
verwendet man üblicherweise NaOH oder KOH.
In großtechnischen Anlagen arbeitet man in den meisten
Fällen mit zwei oder drei Umsetzungsstufen, wie das
bereits auch aus EP-A-0 523 767 bekannt ist. Die Menge
des insgesamt den verschiedenen Umsetzungsstufen
zugeführten Methanols und Äthanols liegt im Bereich vom
1- bis 3fachen der stöchiometrisch notwendigen Menge.
Wenn man mit zwei Umsetzungsstufen arbeitet, ist es
zweckmäßig, der Mischzone der ersten Umsetzungsstufe 20
bis 60% des gesamten Methanols oder Äthanols zuzuführen.
Den Rest des Methanols oder Äthanols gibt man in die
Mischzone der zweiten Umsetzungsstufe.
Zur Herstellung der den Katalysator enthaltenden Lösung
verwendet man aus der Umsetzung gewonnenes Glycerin und
NaOH oder KOH, so daß dieser Katalysator ersichtlich auf
sehr kostengünstige Weise erzeugt wird. Dieses im
verfahren anfallende Glycerin wird mit einer Menge an
Alkalihydroxid gemischt, die üblicherweise 0,1 bis 1,0
Gew.-% der Menge des umzusetzenden Öls oder Fettes
entspricht. Auf diese Weise kann mindestens 50% und
vorzugsweise mindestens 80% des gesamten
Katalysatorbedarfs der Umsetzung durch die im Verfahren
erzeugte glycerathaltige Lösung gedeckt werden.
Üblicherweise wird nur während der Anfahrphase des
Verfahrens, wenn noch kein Glycerin produziert ist, mit
fremderzeugtem Katalysator, z. B. Na-Methylat, gearbeitet.
Die voll in Betrieb befindliche Anlage ist
dann in der Lage, unter Zugabe von NaOH oder KOH im
Verfahren selbst die glycerathaltige Lösung zu erzeugen,
die im wesentlichen aus Glycerin und Mono-Alkali-Glycerat
besteht und den gesamten Katalysatorbedarf decken kann.
Zu jeder Umsetzungsstufe gehört eine Mischzone, wobei
diese Mischzone z. B. durch einen Rührbehälter oder auch
durch mehrere, aufeinanderfolgende Rührbehälter gebildet
sein kann.
Ausgestaltungsmöglichkeiten des Verfahrens mit zwei
Umsetzungsstufen werden mit Hilfe der Zeichnung
erläutert. Hierbei wird Methanol als Alkohol verwendet,
doch kann das Verfahren in gleicher Weise auch mit
Äthanol zur Erzeugung von Äthylester durchgeführt werden.
Die erste Umsetzungsstufe weist den Mischreaktor (11) und
den Schwerkraftabscheider (12) auf, zur zweiten
Umsetzungsstufe gehören der Mischreaktor (21) und der
Schwerkraftabscheider (22). Das zu behandelnde Öl oder
Fett fließt durch die Leitung (1) in den
Mischreaktor (11). Dem Reaktor (11) führt man ferner
durch die Leitung (2) weitgehend wasserfreies Methanol
sowie durch die Leitung (3) eine glycerathaltige
Katalysator-Lösung zu. In der Leitung (7) wird schwere,
glycerinhaltige Phase aus der zweiten Umsetzungsstufe in
die erste Umsetzungsstufe zurückgeführt.
Als Schwerkraftabscheider kommen z. B. Faserbettabscheider
in Frage, die an sich bekannt und in "Filtration &
Separation" (September/Oktober 1990), Seiten 360 bis 363,
beschrieben sind.
Im Reaktor (11) erfolgt eine intensive Durchmischung mit
Hilfe einer Rühreinrichtung (5). Das flüssige Produkt der
Umsetzung im Reaktor (11) wird durch die Leitung (8) dem
Abscheider (12) aufgegeben, aus dem man in der
Leitung (10) eine leichte, esterreiche Phase abzieht.
Getrennt davon wird in der Leitung (15) eine schwere,
glycerinreiche Phase abgeleitet. Zusammen mit der
esterreichen Phase der Leitung (10) gibt man dem
Reaktor (21) durch die Leitung (4) Methanol auf. Einen
Teil der Katalysatorlösung der Leitung (3) kann man bei
Bedarf in der gestrichelt eingezeichneten Leitung (9)
abzweigen und sie über die Leitung (10) in die zweite
Umsetzungsstufe führen.
Die Temperaturen in den Reaktoren (11) und (21) sind
ungefähr gleich, sie liegen im Reaktor (11) üblicherweise
im Bereich von 50 bis 90°C und im Reaktor (21) im Bereich
von 30 bis 80°C.
Das flüssige Produkt des Reaktors (21) wird in der
Leitung (23) zum Abscheider (22) geführt, wobei die
schwere, glycerinreiche Phase in der Leitung (7)
abgezogen wird. Die leichte, esterreiche Phase gelangt in
der Leitung (26) zu einem Extraktor (27), dem man durch
die Leitung (28) Wasser zuführt.
Im Extraktor (27) mischt man Wasser mit der esterreichen
Phase, dabei nimmt das Wasser die wasserlöslichen
Substanzen, vor allem Methanol und Glycerin, auf und
zerstört den Katalysator. Das im Extraktor (27) erzeugte
Gemisch führt man durch die Leitung (29) zu einer
Zentrifuge (30), aus der man durch die Leitung (31)
Fettsäure-Methylester mit geringem Wassergehalt abzieht.
In der Leitung (35) fällt eine wäßrige Phase an, die
Methanol und Glycerin enthält und praktisch frei von
Methylester ist. Diese wäßrige Phase gibt man zusammen
mit der glycerinreichen Phase der Leitung (15) durch die
Leitung (15a) einer Rektifikationskolonne (16) auf. Aus
der Kolonne (16) gewinnt man über Kopf weitgehend
wasserfreies Methanol, das man in der Leitung (17)
abzieht und durch die Leitung (3) in den Reaktor (11)
zurückführt.
Aus dem Sumpf der Kolonne (16) zieht man in der
Leitung (18) rohes Glycerin ab. Einen Teilstrom dieses
Glycerins gibt man durch die Leitung (35) einem
Lösebehälter (36) auf, dem man durch die Leitung (37)
auch NaOH (oder KOH) zuführt. Das Alkalihydroxid wird im
Behälter (36) unter Rühren gelöst. Dabei wird ein Teil
des Glycerins zu Mono-Natrium-Glycerat und Wasser
umgesetzt. Abweichend von der Zeichnung kann man auch
einen Teilstrom der glycerinreichen Phase der
Leitung (15) in den Behälter (36) leiten.
In der Leitung (39) zieht man eine alkalische Lösung ab,
die Glycerin und Na-Hydroxid im molaren Verhältnis von
1 : 5 bis 10 : 1 enthält. Durch das Entfernen von Wasser
erzeugt man das Mono-Natrium-Glycerat, und zwar entsteht
pro Mol Alkalihydroxid 1 Mol Mono-Natrium-Glycerat. In
der Zeichnung ist hierfür ein Fallfilmverdampfer (40)
vorgesehen, der einen Ausdampfbehälter (41), eine
Kreislaufleitung (42), einen Erhitzer (43) und eine
Abzugsleitung (44) für Wasserdampf besitzt. Weitgehend
entwässerte Lösung zieht man in der Leitung (3) ab, der
Wassergehalt dieser Lösung liegt bei höchstens 0,5 Gew.-%
und vorzugsweise bei höchstens 0,1 Gew.-%. Da das Wasser
zur Seifenbildung in den Reaktoren (11) und (21) führt,
wird man Wert auf die Erzeugung einer möglichst
wasserfreien Lösung in der Leitung (3) legen.
Die Entwässerung der alkalischen Lösung der Leitung (39)
kann auch auf eine andere, an sich bekannte Weise
erfolgen, z. B. durch Sprühtrocknung oder mit Hilfe eines
Molekularsiebs.
Im Labormaßstab wird in Analogie zur Zeichnung mit zwei
Umsetzungsstufen gearbeitet, d. h. mit zwei
Rührbehältern (11) und (21), in denen die Temperatur auf
60°C gehalten ist. Die Schwerkraftabscheider (12) und
(22) sind Absetzbehälter, und an die Stelle der
Kolonne (16) und des Fallfilmverdampfers (40) tritt
jeweils ein Rotationsverdampfer. Auf die Leitungen (4),
(9), (17) und (35) wird verzichtet. Man verwendet in
allen Beispielen entsäuertes, entschleimtes und
getrocknetes Rapsöl, das in einer Menge von 2,5 kg/h
durch die Leitung (1) in den Rührbehälter (11) gegeben
wird, zusammen mit 0,54 kg/h Methanol durch die
Leitung (2).
Im Rührbehälter (36) wird aus Glycerin und KOH im
Gewichtsverhältnis von 4 : 1 eine Katalysatorlösung
hergestellt, die man in einer Menge von 0,1 kg/h durch
die Leitung (3) in den Rührbehälter (11) leitet und die
ein molares Verhältnis Glycerin : Mono-Kalium-Glycerat
von 2,4 : 1 sowie einen Wassergehalt von 0,2 Gew.-%
aufweist. In der Leitung (29) fällt Methylester an, in
welchem 5,5 Gew.-% Methanol, 0,8 Gew.-% freies Glycerin
und 0,1 Gew.-% gebundenes Glycerin (Mono-, Di- und
Triglyceride) gelöst sind. Die Glycerinphase in der
Leitung (15) enthält 81,1 Gew.-% Glycerin, 12,7 Gew.-%
Methanol, 4,4 Gew.-% K-Ionen, 0,1 Gew.-% Wasser und
1,7 Gew.-% Seifen.
Beispiel 1 wird wiederholt, es wird jedoch auf die
Katalysatorlösung der Leitung (3) verzichtet und
statt dessen dem Rührbehälter (11) pro Stunde 20 g KOH,
das in Methanol gelöst ist, zugeführt. In dem als Produkt
erzeugten, in der Leitung (29) anfallenden Methylester
sind 5,5 Gew.-% Methanol, 0,8 Gew.-% freies Glycerin und
0,1 Gew.-% gebundenes Glycerin gelöst. Die Glycerinphase
der Leitung (15) enthält 60 Gew.-% Glycerin, 19,7 Gew.-%
Methanol, 1,6 Gew.-% KOH, 1,0 Gew.-% Wasser und
17,7 Gew.-% Seifen. Die Seifenbildung entspricht einem
Ölverlust von 2,6 Gew.-%.
Die Arbeitsweise des Beispiels 2 wird so abgewandelt, daß
man dem Rührbehälter (11) nunmehr als Katalysator pro
Stunde 20 g KOH zuführt, das man im Methanol der
Leitung (2) löst. Diese Lösung wird vor dem Einleiten in
den Rührbehälter (11) zum Trocknen über ein Molekularsieb
geleitet. Im Methylester der Leitung (29) sind nunmehr
7,5 Gew.-% Methanol, 0,5 Gew.-% freies Glycerin und
0,16 Gew.-% gebundenes Glycerin gelöst. Die Glycerinphase
der Leitung (15) besteht aus 80,8 Gew.-% Glycerin,
11,9 Gew.-% Methanol, 4,1 Gew.-% K-Ionen, 0,2 Gew.-%
Wasser und 3,0 Gew.-% Seifen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Umsetzen von Öl oder Fett mit Methanol
oder Äthanol und einem alkalischen Katalysator in
flüssiger Phase zu den Produkten Fettsäure-Methylester
oder Fettsäure-Äthylester und Glycerin, die getrennt
gewonnen werden, in einer oder mehreren
Umsetzungsstufen, wobei jede Umsetzungsstufe eine
Mischzone und einen Abscheider zum Abtrennen einer
leichten, esterreichen Phase und einer schweren,
glycerinreichen Phase aufweist, wobei der Mischzone
der ersten Umsetzungsstufe Öl oder Fett sowie Methanol
oder Äthanol und alkalischer Katalysator zugeführt
werden und aus der in der ersten Umsetzungsstufe
gewonnenen glycerinreichen Phase Glycerin abgetrennt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß man aus der
Umsetzung gewonnenes Glycerin mit Alkalihydroxid
mischt und eine alkalische, wasserhaltige Lösung
erzeugt, die Glycerin und Alkalihydroxid im molaren
Verhältnis von 1 : 5 bis 10 : 1 enthält, daß man
Wasser aus der alkalischen Lösung entfernt, wobei
Mono-Alkali-Glycerat gebildet wird, und die
glycerathaltige Lösung in mindestens eine Mischzone
leitet, wobei der gesamte Katalysatorbedarf der
Umsetzung zu 50 bis 100% gedeckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man aus der Umsetzung gewonnenes Glycerin mit einer
Menge an Alkalihydroxid mischt, die 0,1 bis 1,0 Gew.-%
der Menge des umzusetzenden Öls oder Fettes
entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die glycerathaltige Lösung, die
man in mindestens eine Mischzone leitet, höchstens
0,5 Gew.-% Wasser enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte
Katalysatorbedarf der Umsetzung des Öls oder Fettes zu
mindestens 80% durch die glycerathaltige Lösung
gedeckt wird.
Priority Applications (4)
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| 8100 | Publication of patent without earlier publication of application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| 8330 | Complete renunciation |