DE4436096C2 - Klinkenschaltwerk zum Antrieb einer Verstellvorrichtungen für einen Fahrzeugsitz - Google Patents

Klinkenschaltwerk zum Antrieb einer Verstellvorrichtungen für einen Fahrzeugsitz

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Description

Die Erfindung betrifft ein Klinkenschaltwerk zum Antrieb einer Verstellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, das die Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruches 1 aufweist.
Bei den bekannten Klinkenschaltwerken dieser Art ist die Klinke am Schalthebel angelenkt und derart federbelastet, daß sie durch die Federkraft in Anlage an den eine Sägezahnform aufweisenden Zähnen des Abtriebsrades bleibt. Da mit einem derartigen Klinkenschaltwerk das Abtriebsrad nur in der einen Drehrichtung angetrieben werden kann, muß dann, wenn ein Antrieb in beiden Drehrichtungen verlangt wird, ein zweiter Zahnkranz oder ein zweites Abtriebsrad und eine zweite Klinke vorgesehen werden, was den Aufwand und den Platzbedarf wesentlich vergrößert. Nachteilig ist ferner, daß das Abtriebsrad jeweils nur um einen oder mehrere Zähne, also nicht stufenlos, gedreht werden kann. Schließlich ist auch vielfach das Geräusch störend, das beim Einfallen der Klinke in die Zahnlücken entsteht. Für den Antrieb von Verstellvorrichtungen für Kraftfahrzeugsitze haben deshalb Klinkenschaltwerke bisher keinen Eingang gefunden.
Durch die DE 31 15 942 A1 ist ein Klinkenschaltwerk zum Antrieb eines in einen Gelenkbeschlag integrierten Taumelgetriebes bekannt mit einem hin- und herbewegbaren Schalthebel und eine von diesem bewegbare Klinke, die mit einem Zahnkranz zusammenwirkt. Bei dieser vorbekannten Lösung ist jedoch eine Getriebeverbindung zwischen dem Schalthebel und der Klinke nicht vorhanden. Die Klinke ist vielmehr unmittelbar vom Schalthebel bewegbar, und zwar in Umfangsrichtung des Zahnkranzes, damit sie von einer Anlageplatte freigegeben wird. Wenn die Klinke dabei auf einen Zahn des Zahnrades trifft, kommt sie nicht in Eingriff mit dem Zahnkranz, weil mittels des Schalthebels keine zwangsläufige Einfallbewegung bewirkt werden kann. Auch wird bei der bekannten Lösung nicht im Anfangsbereich der Rückhubbewegung des Schalthebels die Klinke aus dem Zahnkranz zwangsläufig ausgehoben.
Durch die DE 37 15 726 C2 ist ein Klinkenschaltwerk bekannt mit zwei Klinken, welche von Flachteilen gebildet werden und starr mit einem Handhebel verbunden sind. Bei der bekannten Lösung wird, wenn einer der beiden Zähne der Klinke in Anlage an den Kopf einer der Zähne des Zahnrades kommt, diese gegenseitige Lage erhalten. Eine Getriebeverbindung zwischen Schalthebel und Klinke mittels eines Mitnehmerelementes ist nicht vorgesehen. Vielmehr ist eine starre Verbindung der Klinke mit dem Handhebel gegeben und eine Steuerung der Klinkenbewegung er­ folgt über einen Zwangsführungsnocken.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrun­ de, ein Klinkenschaltwerk zu schaffen, daß einen stufenlosen Antrieb der Ver­ stellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz ermöglicht und einen einfachen, raumsparenden Aufbau hat. Diese Aufgabe löst ein Klinkenschaltwerk mit den Merkmalen des Patentanspruches 1.
Dadurch, daß die Klinke mittels des Schalthebels im Anfangsbereich von dessen Schwenkbewegung zwangsläufig in Eingriff mit dem Zahnkranz des Abtriebsrades gebracht wird, kann der Zahn der Klinke auch dann in Eingriff mit dem Zahnkranz gebracht werden, wenn er zunächst nicht auf eine der Zahnlücken des Zahnkranzes ausgerichtet ist. Daher kann das Abtriebsrad nicht nur um den Winkel eines Zahnes des Zahnkranzes oder ein Mehrfaches dieses Winkels, sondern auch stufenlos, gedreht werden. Rastgeräusche treten nicht auf, weil die Klinke durch eine Bewegung des Schalthebels in Eingriff mit der Verzahnung gebracht sowie aus dieser ausgehoben wird und nicht über die Zähne der Verzahnung gleitet. Vorteilhaft ist ferner, daß wegen der formschlüssigen Übertragung des Antriebsdreh­ momentes vom Schalthebel auf das Antriebsrad das erfindungsgemäße Schaltwerk unempfindlich gegen Schmutz ist. Hinzu kommt eine Unempfindlichkeit gegen Toleranzen der einzelnen Bauteile und ein geringer Raumbedarf.
Für eine wahlweise Drehbewegung des Abtriebrades in der einen oder anderen Drehrichtung ist keine zweite Klinke erforderlich, wenn man, wie dies bei einer bevorzugten Ausführungsform der Fall ist, die Klinke mit zwei in deren beide Schwenkrichtungen gegen den Zahnkranz weisenden Verzahnungen versieht, von denen die eine bei einer Bewegung des Schalthebels aus einer Mittelstellung heraus in die eine Richtung und die andere bei einer Bewegung des Schalthebels aus der Mittelstellung heraus in die entgegengesetzte Richtung mit dem Zahnkranz in Eingriff kommt.
Die zwangsläufige Bewegung der Klinke in ihre wirksame Stellung mittels des Schalthebels läßt sich in einfacher Weise dann realisieren, wenn ein Mitneh­ merelement die Klinke im Abstand von ihrer Schwenkachse sowie derjenigen des Schalt­ hebels mit diesem kuppelt. Ist hierbei das Mitnehmerelement zwischen den Schwenkachsen des Schalthebels und der Klinke angeordnet, dann führt die Klinke zunächst eine der Schwenk­ bewegung des Schalthebels entgegengesetzte Schwenkbewegung aus, bis sie in Eingriff mit der Verzahnung ist. Erst dann überträgt sie das Drehmoment des Schalthebels auf das Ab­ triebsrad. Das Mitnehmerelement wird vorteilhafterweise durch einen am einen der miteinander gekuppelten Teile vorgesehenen, zu den Schwenkachsen parallelen Zapfen gebildet, der in Ein­ griff ist mit einem Langloch im anderen Teil.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Klinke am einen und der Schalthebel am anderen Arm eines doppelarmigen Schwenkhebels angelenkt, der schwenkbar auf einer das Ab­ triebsrad tragenden Abtriebswelle gelagert ist. Die Anlenk­ stelle des Schalthebels definiert die Achse, um die der Schalthebel geschwenkt wird, bis die Klinke vollständig in Eingriff ist mit der Verzahnung des Abtriebsrades. Hierdurch wird in einfacher Weise erreicht, daß im Anfangsbereich der Schwenkbewegung des Schalthebels nur die Klinke in die Ein­ griffstellung geschwenkt wird und der doppelarmige Hebel erst anschließend vom Schalthebel mitgenommen wird, wobei dann auch die Klinke zusammen mit ihrer Anlenkstelle auf einer Kreisbahn um die Drehachse des Abtriebsrades bewegt wird und dabei auf dieses formschlüssig das Antriebsdrehmoment überträgt.
Der doppelarmige Schwenkhebel kann zwei diametral zu seiner Schwenkachse angeordnete Zapfen aufweisen, die in je einem zur Drehachse des Abtriebsrades konzentrischen Schlitz geführt sind, wodurch der Schwenkbereich des Schalthebels begrenzt wird. Vorteilhafterweise dienen diese beiden Zapfen der Anlen­ kung des Schalthebels und der Klinke am doppelarmigen Schwenk­ hebel.
Vor allem dann, wenn ein Antrieb des Abtriebsrades in beiden Drehrichtungen möglich ist und deshalb der Schalthebel von einer Mittelstellung aus in die eine oder andere Richtung geschwenkt werden muß, ist eine Feder vorteilhaft, welche den Schalthebel in seiner Ausgangsstellung zu halten sucht. Vorzugsweise hält eine vorgespannte Feder den Schwenkhebel so lange in seiner Ausgangsstellung, bis die Klinke vollständig in Eingriff mit der Verzahnung des Abtriebsrades ist, und stellt ihn nach einer Mitnahme durch den Schalthebel wieder in die Ausgangslage zurück. Auch die Klinke wird mittels einer Feder in die Ausgangslage zurückgestellt. Bei dieser Feder kann es sich um diejenige handeln, welche den Schalthebel in der Ausgangs- oder Mittelstellung zu halten sucht.
Im folgenden ist die Erfindung anhand von zwei in der Zeich­ nung dargestellten Ausführungsbeispielen im einzelnen erläu­ tert. Es zeigen
Fig. 1 eine unvollständige Stirnansicht des ersten Ausfüh­ rungsbeispiels bei einer Lage des Schalthebels in der Mittelstellung,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 eine unvollständige Stirnansicht des ersten Ausfüh­ rungsbeispiels bei einer Lage des Schalthebels am Ende des Anfangsbereiches,
Fig. 4 eine unvollständige Stirnansicht des ersten Ausfüh­ rungsbeispiel bei einer Lage des Schalthebels am einen Ende des Schwenkbereiches,
Fig. 5 eine unvollständige Stirnansicht des ersten Ausfüh­ rungsbeispiels bei einer Lage des Schwenkhebels am anderen Ende des Schwenkbereiches,
Fig. 6 eine Stirnansicht entsprechend Fig. 1 des zweiten Ausführungsbeispiels,
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 6.
Ein Klinkenschaltwerk zum Antrieb einer Verstellvorrichtung eines Kraftfahrzeugsitzes, beispielsweise der Verstellvorrich­ tung für die Neigungseinstellung der Rückenlehne, weist ein als glockenförmiges Hohlrad ausgebildetes Abtriebsrad 1 auf, das drehfest auf einer Abtriebswelle 2 angeordnet ist und mit einer Innenverzahnung 3 versehen ist. Der Drehantrieb des Abtriebsrades 1 erfolgt mittels eines manuell betätigbaren, drehbar gelagerten Schalthebels 4, der in beiden Drehrich­ tungen schwenkbar ist, wie dies durch den Doppelpfeil 5 ange­ deutet ist.
Zwischen dem drehbar gelagerten Endabschnitt des Schalthebels 4 und dem Abtriebsrad 1 ist eine Klinke 6 angeordnet, die um einen zur Abtriebswelle 2 parallelen Anlenkzapfen 7 schwenkbar ist. Wie beispielsweise Fig. 1 zeigt, befindet sich der Anlenk­ zapfen 7 radial außerhalb des Abtriebsrades 1 und des drehbar gelagerten Endabschnittes des Schalthebels 4.
Zwischen dem Anlenkzapfen 7 und der Abtriebswelle 2 ist die Klinke 6 mit einem zum Anlenkzapfen 7 parallelen Mitnehmer­ zapfen 8 versehen, der in ein radial bezüglich der Abtriebs­ welle 2 verlaufendes Langloch 9 des Schalthebels 4 eingreift, und zwar in Schwenkrichtung des Schalthebels 4 spielfrei. Ein in Schwenkrichtung der Klinke 6 in dieser verlaufender Schlitz 10 und ein auf letzteren ausgerichteter, in Schwenkrichtung des Schalthebels 4 in diesem verlaufender Schlitz 13 gestattet den Durchtritt der Abtriebswelle 2 durch die Klinke 6 und den Schalthebel 4, ohne deren Schwenkbarkeit zu behindern.
Der Anlenkzapfen 7 verbindet gelenkig die Klinke 6 mit dem einen Arm eines doppelarmigen Schwenkhebels 11, der neben der der Klinke 6 abgewandten Seite des Schalthebels 4 drehbar auf der Abtriebswelle 2 gelagert und gegen eine Verschiebung auf der Abtriebswelle 2 in axialer Richtung gesichert ist. Ein diametral zum Anlenkzapfen 7 angeordneter und wie dieser parallel zur Abtriebswelle 2 verlaufender Lagerbolzen 12 dient der schwenkbaren Lagerung des Schalthebels 4 und ist wie der Anlenkzapfen 7 fest mit dem doppelarmigen Schwenkhebel 11 verbunden.
Der Anlenkzapfen 7 und der Lagerbolzen 12 greifen je in einen zur Abtriebswelle 2 konzentrischen Schlitz 14 ein. Diese beiden Schlitze 14 sind in einem Halter 15 vorgesehen, welcher das Schaltwerk trägt.
Wie die Fig. 1 bis 4 zeigen, weist die Klinke 6 an dem mit dem Schlitz 10 für den Durchtritt der Abtriebswelle 2 versehe­ nen Endabschnitt zwei einander gegenüberliegend angeordnete, vom Schlitz 10 wegweisende Zähne 16 auf, die gleich ausgebil­ det und auf die Innenverzahnung 3 ausgerichtet sind. Die Zähne 16 sind deshalb wie der auf dem Anlenkzapfen 7 gelagerte Endabschnitt aus der Ebene des übrigen Teils der Klinke 6 heraus in axialer Richtung der Abtriebswelle 2 versetzt. Hierzu können beispielsweise die beiden Endabschnitte doppelt gegenüber dem sich anschließenden Mittelabschnitt abgekröpft sein.
Wenn die Abtriebswelle 2 beispielsweise im Uhrzeigersinn bei einer Blickrichtung gemäß Fig. 1 gedreht werden soll, wird der Schalthebel 4 im gleichen Drehsinne zunächst um den Lager­ bolzen 12 geschwenkt, weil eine vorgespannte, nicht darge­ stellte Feder den Schwenkhebel 11 in dessen in Fig. 1 darge­ stellten Ausgangslage zu halten sucht. Während dieser anfäng­ lichen Schenkbewegung um den Lagerbolzen 12 wird über den Mitnehmerzapfen 8 die Klinke 6 um den Anlenkzapfen 7 entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt, bis der im Ausführungsbeispiel nach unten weisende Zahn 16 vollständig in Eingriff mit einer der Zahnlücken der Innenverzahnung 3 ist. Nur wenn der Zahn 16 auf einen der Zähne der Innenverzahnung auftrifft, werden die Klinke 6, der Schalthebel 11 und der Schalthebel 4 zunächst so weit in Schwenkrichtung des Schalthebels 4 um die Abtriebs­ welle 2 gedreht, bis der Zahn 16 den Grund der Zahnlücke erreicht hat, wie dies Fig. 3 zeigt. Deshalb wird in dem Anfangsbereich der Schwenkbewegung des Schalthebels 4 das Abtriebsrad 1 nicht gedreht. Erst bei der weiteren Schwenkbewegung des Schalthebels 4 im Uhrzeigersinn um die Abtriebswelle 2 wird, wie Fig. 3 zeigt, das Abtriebsrad 1 von der Klinke 6 mitgenommen. Dabei bewegt sich der sich in Eingriff mit der Innenverzahnung 3 befindende Zahn 16 auf einer zur Abtriebswelle 2 konzentrischen Bahn, was bedeutet, daß die Schwenkbewegung des Schalthebels 4 formschlüssig über die Klinke 6 auf das Abtriebsrad 1 übertragen wird. Bei dieser Schwenkbewegung des Schalthebels 4 bewegen sich der Anlenkzapfen 7 und der Lagerbolzen 12 in den Schlitzen 14. Der Schwenkbereich des Schalthebels 4 wird durch die Schlitze 14 begrenzt.
In jeder beliebigen Schwenkstellung des Schalthebels 4 kann dessen Schwenkung beendet werden, weshalb das Antriebsrad 1 stufenlos gedreht werden kann. Der maximale Schwenkwinkel des Schalthebels 4 um die Abtriebswelle 2 ist durch die Schlitze 14 vorzugsweise auf einen Winkel begrenzt, der ganzzahlig durch den Tei­ lungswinkel der Innenverzahnung 3 teilbar ist.
Bei der von einer nicht dargestellten Feder unterstützten Rückführung des Schalt­ hebels 4 in die in Fig. 1 dargestellte Ausgangsstellung nimmt zunächst der doppel­ armige Schwenkhebel 11 nicht an dieser entgegengesetzten Schwenkbewegung teil. Vielmehr wird während dieses anfänglichen Rückhubes des Schalthebels 4 nur die Klinke 6 aus der Innenverzahnung 3 vollständig ausgehoben. Erst dann werden der doppelarmige Schwenkhebel 11 durch eine nicht dargestellte, vorgespannte Rück­ stellfeder und die Klinke 6 vom Schalthebel 4 in die in Fig. 1 dargestellte Ausgangsstellung zurückgeschwenkt.
Wird der Schalthebel 4 aus der Ausgangsstellung heraus entgegen dem Uhrzeiger­ sinn bei einer Blickrichtung gemäß Fig. 1 beispielsweise in die in Fig. 5 dargestellte Stellung geschwenkt, wird zunächst der nach oben weisende Zahn 16 der Klinke 6 in Eingriff mit der Innenverzahnung 3 gebracht. Dann erst wird der doppelarmige Schwenkhebel 11 und zusammen mit ihm der sich in Eingriff mit der Innenverzahnung 3 befindende Zahn um die Abtriebswelle 2 geschwenkt. Auch hier kann man in jeder Schwenklage des Schalthebels 4 dessen Schwenkbewegung beenden und die Klinke 6 in die Ausgangsstellung zurückführen, weshalb auch in dieser Drehrichtung ein stufenloser Antrieb der Abtriebswelle 2 möglich ist.
Wenn die mittels des Klinkenschaltwerkes anzutreibende Ver­ stellvorrichtung ständig belastet und nicht selbsthemmend ist, ist es erforderlich, das Klinkenschaltwerk über ein Gesperre oder eine Bremse mit der Verstellvorrichtung zu kuppeln, weil das Klinkenschaltwerk zu einer solchen Sicherung nicht in der Lage ist. Im Ausführungsbeispiel ist deshalb die Abtriebswelle 2 mit einem in beiden Drehrichtungen wirksamen und nur durch eine Drehung der Abtriebswelle 2 lösbaren Gesperre 17 gekup­ pelt.
Das in den Fig. 6 und 7 dargestellte zweite Ausführungsbei­ spiel eines erfindungsgemäßen Klinkenschaltwerkes zum Antrieb einer Verstellvorrichtung eines Kraftfahrzeugsitzes unter­ scheidet sich im wesentlichen von dem ersten Ausführungsbei­ spiel nur dadurch, daß der Zahnkranz, mit dem die Klinke zusammenwirkt, durch eine Außenverzahnung des Abtriebsrades gebildet ist. Daher sind sich entsprechende Teile des zweiten Ausführungsbeispiels mit um 100 größeren Bezugszahlen als diejenigen des ersten Ausführungsbeispiels gekennzeichnet.
Das drehfest mit der Abtriebswelle 102 verbundene Abtriebsrad 101 ist mit der Außenverzahnung 103 versehen. Die in derselben Ebene wie das Abtriebsrad 101 liegende Klinke 106 weist einen das Abtriebsrad 101 im Abstand umfassenden Endabschnitt 106′ auf, der an den in Schwenkrichtung der Klinke 106 einander gegenüberliegenden Bereichen mit je einer an die Außenver­ zahnung 103 angepaßten Innenverzahnung 116 versehen ist, die im Ausführungsbeispiel aus je einem Zahn bestehen. Selbstver­ ständlich könnte auch eine andere Zähnezahl vorgesehen sein, was auch für das erste Ausführungsbeispiel gilt.
Die Klinke 106 weist, abweichend von der Klinke 6 des ersten Ausführungsbeispiels, eine Lasche 106′′ auf, die sich von dem schwenkbar auf den Anlenkzapfen 107 gelagerten Endabschnitt der Klinke 106 radial nach innen, also zur Abtriebswelle 102 hin, erstreckt und, wie Fig. 7 zeigt, zu dem mit dem Langloch 109 versehenen Endabschnitt des Schalthebels 104 hin doppelt abgekröpft ist, weil aus dieser Lasche 106′′ der in das Lang­ loch 109 eingreifende Mitnehmerzapfen 108 herausgedrückt ist. Der vorstehend erwähnte Endabschnitt des Schalthebels 104, der schwenkbar auf dem Lagerbolzen 112 gelagert ist, liegt, wie Fig. 7 zeigt, wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel zwischen dem Abtriebsrad 101 und der Klinke 106 einerseits und dem Schwenkhebel 111 andererseits, der drehbar auf der Abtriebs­ welle 102 gelagert ist und an dem der Anlenkzapfen 107 sowie der Lagerzapfen 112 festgelegt sind.
Soll das Abtriebsrad 101, das drehfest auf der Abtriebswelle 102 angeordnet ist, beispielsweise im Uhrzeigersinn bei einer Blickrichtung gemäß Fig. 6 gedreht werden, dann wird der Schalthebel 104 in diesem Drehsinne bewegt. Wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel hat diese Bewegung zunächst nur eine Schwenkbewegung um den Lagerbolzen 112 zur Folge, weil eine vorgespannte Feder den doppelarmigen, drehbar auf der Ab­ triebswelle 102 gelagerten Schwenkhebel 111 in der in Fig. 6 dargestellten Ausgangslage zu halten sucht. Diese anfängliche Schwenkbewegung des Schalthebels 104 bewirkt über das Langloch 109 und den Mitnehmerzapfen 108 eine Schwenkbewegung der Klinke 106 um den Anlenkzapfen 107 im entgegengesetzten Schwenksinn, bis der Zahn 116 vollständig in Eingriff ist mit der Außenverzahnung 103 des Abtriebsrades 101. Erst danach bewirkt eine weitere Schwenkbewegung des Schalthebels 104 eine formschlüssige Drehbewegung des Abtriebsrades 101.
Innerhalb des durch die Schlitze 114 begrenzten Schwenkberei­ ches des Schalthebels 104 ist eine stufenlose Drehbewegung des Abtriebsrades 101 möglich, weil die Schwenkbewegung des Schalthebels 104 jederzeit beendet werden kann. Wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel hat die Bewegung des Schalthebels 104 zurück in die Ausgangslage zunächst nur zur Folge, daß die Klinke 106 außer Eingriff mit der Verzahnung 103 kommt, weil der Schalthebel 104 anfänglich die Klinke 106 zwangsläufig gegensinnig schwenkt, bis sie aus der Verzahnung des Abtriebs­ rades 101 vollständig ausgehoben ist.
Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Ausführungen zu dem ersten Ausführungsbeispiel Bezug genommen, weil insoweit zu diesem und insbesondere zu seiner Funktionsweise keine Unter­ schiede bestehen.
An das Klinkenschaltwerk ist auf der Seite des Abtriebsrades 101 eine Schlingfederbremse 117 angebaut, die ein Drehen der Abtriebswelle 102 von der anzutreibenden Verstellvorrichtung aus in beiden Drehrichtungen verhindert, jedoch durch ein Drehen des Abtriebsrades 101 mittels der Klinke 106 gelöst wird. Statt dieser Schlingfederbremse 117 könnte natürlich auch ein Gesperre wie dasjenige des ersten Ausführungsbei­ spiels vorgesehen sein, da beide äquivalent sind.

Claims (12)

1. Klinkenschaltwerk zum Antrieb einer Verstellvorrichtung für einen Fahrzeugsitz, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, mit einem hin- und herschwenkbaren Schalthebel und einer von diesem bewegbaren Klinke, die mit einem Zahnkranz eines Abtriebsrades zusammenwirkt, gekenn­ zeichnet durch eine Getriebeverbindung zwischen dem Schalthebel (4; 104) und der Klinke (6; 106) mittels eines Mitnehmerelementes (8; 108), das die Klinke (6; 106) im Abstand von ihrer Schwenkachse sowie derjenigen des Schalthebels (4; 104) mit diesem kuppelt und in einem Anfangsbereich der Schwenkbewegung des Schalthebels (4; 104) die Klinke (6; 106) zwangsläufig in Eingriff mit dem Zahnkranz (3; 103) bringt und erst bei der weiteren Schwenkbewegung des Schalthebels (4; 104) die Klinke (6; 106) auf einer Bahn um die Drehachse des Abtriebsrades (1; 101) unter formschlüssiger Mitnahme desselben bewegt sowie im An­ fangsbereich der Rückhubbewegung des Schalthebels (4; 104) die Klinke (6; 106) aus dem Zahnkranz (3; 103) zwangsläufig aushebt.
2. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klinke (6; 106) für eine wahlweise Drehbewegung des Abtriebsrades (1; 101) in der einen oder anderen Drehrichtung in entgegengesetzte Richtungen weisende Zähne (16; 116) aufweist, von denen der eine bei einer Bewegung des Schalthebels (4; 104) aus einer Mittelstellung heraus in die eine Richtung und der andere bei einer Bewegung des Schalthebels (4; 104) aus der Mittelstellung heraus in die entgegengesetzte Richtung mit dem Zahnkranz (3; 103) in Eingriff kommt.
3. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnkranz durch eine Innenverzahnung (3) das die Form eines Hohlrades aufweisenden Abtriebsrades (1) gebildet ist.
4. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnkranz durch eine Außenverzahnung (103) des Abtriebsrades (101) gebildet ist und die Klinke (106) einen das Abtriebsrad (101) umfassenden Abschnitt (106′) aufweist, der in den in der Klinkenschwenkrichtung einander gegenüberliegenden Bereichen mit je einer an die Außenverzahnung (103) angepaßten Innenverzahnung (116) versehen ist.
5. Klinkenschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse des Schalthebels (4; 104) mit der Drehachse des Abtriebsrades (1; 101) fluchtet oder parallel zu ihr angeordnet ist.
6. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnehmerelement (8; 108) zwischen den Schwenkachsen des Schalthebels (4; 104) und der Klinke (6; 106) angeordnet ist.
7. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnehmerelement ein am Schalthebel (4; 104) oder an der Klinke (6; 106) vorgesehener, zu den Schwenkachsen paralleler Zapfen (8; 108) ist, der mit einem Langloch (9; 109) in der Klinke (6; 106) oder im Schalthebel (4; 104) in Eingriff ist.
8. Klinkenschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Klinke (6; 106) mit dem einen und der Schalthebel (4; 104) mit dem anderen Arm eines doppelarmigen Schwenkhebels (11; 111) schwenkbar verbunden ist, der drehbar auf der Abtriebswelle (2; 102) gelagert ist.
9. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der doppelarmige Schwenkhebel (11; 111) zwei diametral zu seiner Schwenkachse angeordnete Zapfen (7, 12; 107, 112) aufweist, die in je einem zur Schwenkachse des Schalthebels (4; 104) konzentrischen Schlitz (14; 114) geführt sind, welche den Schwenkbereich des Schalthebels (4; 104) begrenzen.
10. Klinkenschaltwerk nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die beiden Zapfen (7, 12; 107, 112) den Schalthebel (4; 104) und die Klinke (6; 106) mit dem doppelarmigen Schwenkhebel (11; 111) schwenkbar verbinden.
11. Klinkenschaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ge­ kennzeichnet durch wenigstens eine den Schalthebel (4; 104) in seiner Ausgangsstellung zu halten suchende Feder.
12. Klinkenschaltwerk nach einem der Ansprüche 8 bis 11, gekennzeichnet durch wenigstens eine den Schwenkhebel (11; 111) in seiner Ausgangsstellung zu halten suchenden Feder.
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