DE4424007A1 - Freileitungsseile - Google Patents
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Landscapes
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Description
Die Erfindung betrifft ein Freileitungsseil, insbesondere für
Hochspannungsfreileitungen, mit einem aus Aluminiumdrähten ge
bildeten Leiter und einem aus Carbonfasern gebildeten Tragele
ment.
Freileitungen werden seit langem mit Freileitungsseilen aus Kup
ferdrähten oder aus Verbundseilen, die aus Aluminium- und Stahl
drähten gefertigt sind, gebaut. Die Verwendung von Kupferseilen
ist aufgrund des hohen Gewichtes und des höheren Preises im Ver
gleich mit Aluminium weitgehend auf den Niederspannungsbereich
beschränkt, wobei der bessere Leitwert gegenüber Aluminium sich
als vorteilhaft erweist. Bei gleicher elektrischer Leitfähigkeit
wird der Querschnitt eines Aluminiumseils größer.
Bei großen Abspannweiten kommen überwiegend Aluminium-Stahl-Ver
bundseile zum Einsatz, wobei durch die Stahlseele die mechani
sche Festigkeit des Verbundseiles erhöht wird.
Allerdings weisen Stahl-Aluminium-Verbundseile einen großen
Durchhang zwischen zwei Abspannpunkten auf wegen des erheblichen
Gewichtes der Stahlseele, die relativ schwer ist. Ein weiterer
Nachteil besteht darin, daß wegen der unzureichenden Schwin
gungsfestigkeit des Stahls dessen maximale Zugfestigkeit nicht
voll genutzt werden kann.
Als Alternative sind Verbundseile mit Aluminium als Leiter und
mit Carbonfasern (Kohlenstoffasern) als Tragelement vorgeschla
gen worden. Mit solchen Seilen läßt sich bei gleichem Matabstand
ein wesentlich geringerer Durchdrang erzielen. Hier sind aller
dings als bislang ungelöstes Problem die unterschiedlichen Dehn
grenzen (Al 0,1%; C 1,2%) bei der elastischen Dehnung sowie
unterschiedlich große thermisch induzierte Dehnung der beiden
Werkstoffe zu verzeichnen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es daher Aufgabe der
Erfindung, ein Freileitungsseil der eingangs genannten Art an
zugeben, das den unterschiedlichen thermischen und elastischen
Dehnungskennwerten Rechnung trägt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Dementsprechend ist vor
gesehen, daß der Leiter und das Tragelement koaxial zueinander,
derart angeordnet sind, daß ein Drahtkreis aus Leiterdrähten ge
bildet ist und daß der Drahtkreisradius der Al-Leiter sich unter
Zug verringern kann. Mit anderen Worten ist vorgesehen, daß
wahlweise der Leiter oder das Tragelement eine Hüllstruktur bil
den, die das innenangeordnete Tragelement bzw. den Leiter
vollumfänglich umfaßt, wobei die einzelnen Leiterdrähte einen
gewissen Abstand voneinander haben, der sich unter Zug verrin
gert.
Dazu ist vorgesehen, daß der Leiter aus Einzelseilen besteht,
die mit einer ersten Schlaghöhe (h₁) verseilt sind, und daß das
Tragelement aus Carbonfaserdrähten gebildet ist, die mit einer
zweiten Schlaghöhe (h₂) verseilt sind, die viel größer ist als
die Schlaghöhe (h₁).
Hierdurch wird erreicht, daß bei den erfindungsgemäß aus unter
schiedlichem Werkstoffen zusammengesetzten Verbundseilen die aus
dem unterschiedlichen Dehnungsverhalten resultierenden Formände
rungen, insbesondere Längenänderungen, ohne schädliche Auswir
kungen auf die Funktion und Betriebssicherheit aufgefangen wer
den.
Ein Begleitproblem bei der erfindungsgemäßen Konstruktion des
Freileitungsseiles kann daraus resultieren, daß wegen der unter
schiedlichen Dehnung des innenliegenden Tragelements gegenüber
dem außen befindlichen Leiter sich dieser stärker längt, was
mangels eines Längenausgleichs zum örtlichen Aufbauchen oder zur
Aufkorbung führt. Der Begriff Aufkorbung beruht auf dem korbähn
lichen Aussehen des örtlich aufgebauchten Leiters. Die ver
schiedenen bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung unter
scheiden sich auch in der Art und Weise, wie eine solche Aufkor
bung vermieden wird.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch ge
kennzeichnet, daß das Tragelement als zentrale Seele vorgesehen
ist, die vom Leiter konzentrisch im variablem Abstand umfaßt
ist, das heißt, daß der Leiter das zentrale Tragelement vorzugs
weise schraubenförmig umfaßt.
Um eine Aufkorbung zu vermeiden, ist in weiterer Verbesserung
der Erfindung vorgesehen, daß der Leiter abschnittsweise mit dem
Tragelement längsgekoppelt ist. Dabei kann die Längskoppelung
des Leiters mit dem Tragelement durch abschnittweises enges
Schlagen des Leiters, das heißt ohne Spalt, um das Tragelement
vorgesehen sein.
Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor,
daß das Tragelement und der Leiter als Hohlseil ausgebildet
sind.
Dabei kann das Tragelement als innenliegendes Hohlseil ausgebil
det sein, welches von dem außenliegenden Leiter umfaßt ist. Als
Alternative hierzu kann es jedoch auch günstig sein, daß der
Leiter als innenliegendes Hohlseil ausgebildet ist, welches von
dem außenliegenden Tragelement umfaßt ist.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekenn
zeichnet, daß der Leiter mehrlagig ausgebildet ist, wobei in be
vorzugter Weise der innenliegende Leiter eine erste Lage bildet,
die vom Tragelement umfaßt ist, und das Tragelement von einer
zweiten außenliegenden Lage des Leiters umfaßt ist.
Um auch bei dieser Konstruktionsvariante die bereits erwähnte
Aufkorbung zu vermeiden, ist vorteilhafterweise das Tragelement
zwischen der innenliegenden ersten Lage des Leiters und der
außenliegenden zweiten Lage über die ganze Seillänge einge
klemmt.
Bei der Ausführungsform mit außenliegendem Tragelement besteht
eine Möglichkeit, eine Längskoppelung zu bewirken, das heißt,
die aufgrund des unterschiedlichen Dehnungsverhaltens des Werk
stoffs für den Leiter und des Werkstoffs für das Tragelement
entstehenden Längenänderungen zu kompensieren, darin, das Trag
element bzw. die hierzu verwendeten Carbonfaser-Drähte und die
Leiterdrähte mit unterschiedlicher Schlaghöhe zu verseilen. Da
bei wird für die Carbonfaser-Drähte eine wesentlich größere
Schlaghöhe als für die Einzeldrähte des Leiters vorgesehen.
Hierdurch wird ein Unterdruck der Tragelemente auf die Leiter
seile bewirkt, der verhindert, daß sich Tragelement und Leiter
gegenseitig in Längsrichtung verschieben.
Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Ver
besserungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Anhand eines in der schematischen Zeichnung dargestellten Aus
führungsbeispieles der Erfindung sollen die Erfindung, vorteil
hafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung näher er
läutert und beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1: einen Querschnitt durch ein Freileitungsseil mit zen
tralem Tragelement,
Fig. 2: einen Längsschnitt durch ein Seil gemäß Fig. 1 mit eine
Längskoppelungsstelle,
Fig. 3: einen Querschnitt durch ein als Hohlseil ausgebildetes
Freileitungsseil mit zweilagigem Leiter und zwischen
gefügtem Tragelement,
Fig. 4: einen Querschnitt durch ein als Hohlseil ausgebildetes
Freileitungsseil mit außenliegendem Tragelement.
In Fig. 1 ist der Querschnitt durch ein Freileitungsseil 10 ge
zeigt, das aus einem aus Carbonfasern gebildeten Tragelement 12
und einem Leiter 14 zusammengesetzt ist, der von einzelnen aus
verseilten Aluminiumdrähten gebildeten Einzelseilen 15, 16 be
steht. Das Tragelement 12 besteht aus Carbonfasern, die zu Car
bonfaser-Drähten verseilt sind und die Seele des Freileitungs
seiles 10 bilden, während der Leiter 14 von zwei Lagen 17, 18
unterschiedlich dicker Einzelseile 15 und 16 gebildet ist.
Wie in der Darstellung gemäß Fig. 1 gut zu erkennen ist, sind
die beiden Lagen 17, 18 der Einzelseile 15, 16 eng aneinander
liegend angeordnet, während zwischen der inneren Lage 17 der
Einzelseile 16 des Leiters 14 und dem Tragelement 12 ein Zwi
schenraum 19 vorgesehen ist. Durch die Verseilung der Al-Leiter
drähte 15, 16 mit einer Schlaghöhe h, wobei h vorzugsweise zwi
schen 0,1 m und 10 m liegt, kann daher eine Längung des Leiters
14 ohne Dehnung des Al erfolgen.
Unter Schlaghöhe ist hier entsprechend der Steigung bei Gewinden
der axiale Abstand zu verstehen, welcher für eine Windung er
reicht wird, das heißt, je kleiner die Schlaghöhe um so geringer
ist die Steigung, mit der sich das außenliegende Leiterseil um
den innenliegenden Kern windet.
Entsprechend einer Ausführungsform der Erfindung kann es vor
teilhaft sein, den Zwischenraum 19 zwischen dem Leiter 14 und
dem Tragelement 12 nur in bestimmten Abschnitten vorzusehen, die
jeweils durch eine sogenannte Längskoppelungsstelle 11 begrenzt
sind, die in der Darstellung gemäß Fig. 2 gezeigt ist. Hierdurch
wird eine sogenannte Aufkorbung des Leiters 14 verhindert, bei
der der Leiter 14 sich infolge unterschiedlicher Längenänderung
örtlich aufbaucht.
Die Längskoppelungsstellen 11 werden dadurch gebildet, daß an
diesen Stelle der Leiter 14 mit engem Schlag um die vom Tragele
ment 12 gebildete Leitungsseele verseilt wird.
In Fig. 3 ist ein als Hohlseil ausgebildetes Freileitungsseil 20
im Querschnitt gezeigt, das ein einlagiges Tragelement 22 und
einen aus zwei Lagen 27, 28 von Einzelseilen 25, 26 gebildeten
Leiter 24 aufweist, wobei die innenbefindliche Lage 27 einen
zentralen Hohlraum 29 begrenzt.
Das Tragelement 22 ist bei dieser Ausführungsform zwischen der
inneren Lage 27 und der äußeren Lage 28 des Leiters 24 einge
klemmt, so daß ein inniger Kontakt zwischen dem Tragelement 22
und dem Leiter 24 besteht. Durch die Verseilung des Al-Leiters
mit einer Schlaghöhe h, kann die Längung des Leiters wieder ohne
Dehnung des Al erfolgen. Der Kontakt zwischen Tragelement 22 und
Leiter 24 verhindert eine gegenseitige Verschiebung in Längs
richtung und damit eine Aufkorbung des Leiters.
In Fig. 4 schließlich ist eine dritte Ausführungsform für ein
ebenfalls als Hohlseil ausgebildetes Freileitungsseil 30 gemäß
der Erfindung dargestellt, bei welchem ein einlagiges Tragele
ment 32 die Außenlage bildet und den einlagig aus Einzelseilen
36 gebildeten Leiter 34 umschließt. In diesem Fall begrenzt der
Leiter ebenfalls einen zentralen Hohlraum 39, der bei Zug Raum
für eine Radiusverminderung bietet.
Eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Freileitungsseils kann
darin bestehen, daß das aus einzelnen Carbonfasern zusammenge
setzte Tragelement 22 oder 32 aus gegeneinander gerichteten Car
bonfaser-Drähten gebildet ist, ähnlich einem Netz, das im Fall
der Ausführung entsprechend Fig. 3 die innenliegende Lage 27 des
Leiters 24 umschließt und gleichzeitig für die äußere Lage 28
eine ausreichende Abstützung gewährleistet.
Im Falle der dritten Ausführungsform gemäß Fig. 4 hält das
"netzförmig" ausgestaltete Tragelement 32 den innen befindlichen
Leiter 34 wie ein Strumpf und nimmt hierbei die anfallenden
Kräfte auf, ohne diese auf den Leiter 34 abzutragen.
Claims (13)
1. Freileitungsseil (10, 20, 30), insbesondere für
Hochspannungsfreileitungen, mit einem aus Aluminiumdrähten ge
bildeten Leiter (14, 24, 34) und einem aus Carbonfasern gebilde
ten Tragelement (12, 22, 32), dadurch gekennzeichnet, daß der
Leiter (14, 24, 34) und das Tragelement (12, 22, 32) koaxial zu
einander, derart angeordnet sind, daß ein Drahtkreis aus den
Leiterdrähten gebildet ist und daß sich der Drahtkreisradius der
Leiterdrähte (17, 18, 27, 28, 36) unter Zug verringert.
2. Seil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Leiter (14, 24, 34) aus Einzelseilen (15, 16, 25, 26, 36) be
steht, die mit einer ersten Schlaghöhe (h₁) verseilt sind, und
daß das Tragelement (12, 22, 32) aus Carbonfaserdrähten gebildet
ist, die mit einer zweiten Schlaghöhe (h₂) verseilt sind, die
viel größer als die Schlaghöhe h₁ ist.
3. Seil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Tragelement (12) als zentrale Seele vorgesehen ist, die vom Lei
ter (14) konzentrisch mit variablem Abstand (19) umfaßt ist.
4. Seil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Leiter (14) das zentrale Tragelement (12) schraubenför
mig umfaßt.
5. Seil nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Aufkorbung des Leiters (14) vermieden ist, indem der
Leiter (14) abschnittweise mit dem Tragelement (12) längsgekop
pelt ist.
6. Seil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Längskoppelung des Leiters (14) mit dem Tragelement (12) durch
abschnittweises Schlagen des Leiters (14) ohne Spalt um das
Tragelement (12) vorgesehen ist.
7. Seil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Tragelement (22, 32) und der Leiter (24, 34) als Hohl
seil ausgebildet sind.
8. Seil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Tragelement (22, 32) als innenliegendes Hohlseil ausgebildet
ist, welches von dem außenliegenden Leiter (24, 34) umfaßt ist.
9. Seil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Leiter (24, 34) als innenliegendes Hohlseil ausgebildet ist,
welches von dem außenliegenden Tragelement (22, 32) umfaßt ist.
10. Seil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Leiter (14, 24, 34) mehrlagig ausgebildet
ist.
11. Seil nach Anspruch 7 und 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der innenliegende Leiter (24) eine erste Lage (27) bildet,
die vom Tragelement (22) umfaßt ist, und daß das Tragelement
(22) von einer zweiten außenliegenden Lage (28) des Leiters (24)
umfaßt ist.
12. Seil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Vermeidung einer Aufkorbung das Tragelement (22) zwischen der
innenliegenden ersten Lage (27) des Leiters (24) und der außen
liegenden zweiten Lage (28) über die ganze Seillänge eingeklemmt
ist.
13. Seil nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß zur Vermeidung einer Aufkorbung das Tragele
ment (32) und der Leiter (34) längsgekoppelt sind durch ein Ver
seilen des Tragelements (32) mit einer Schlaghöhe h₂, die viel
größer ist als die Schlaghöhe h₁, mit der die Al-Leiter verseilt
sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944424007 DE4424007A1 (de) | 1994-07-08 | 1994-07-08 | Freileitungsseile |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944424007 DE4424007A1 (de) | 1994-07-08 | 1994-07-08 | Freileitungsseile |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4424007A1 true DE4424007A1 (de) | 1996-01-11 |
Family
ID=6522579
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19944424007 Ceased DE4424007A1 (de) | 1994-07-08 | 1994-07-08 | Freileitungsseile |
Country Status (1)
| Country | Link |
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