DE4338340A1 - Vorrichtung zur Auftriebserzeugung - Google Patents

Vorrichtung zur Auftriebserzeugung

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    • B63G8/00Underwater vessels, e.g. submarines; Equipment specially adapted therefor
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  • Mechanical Engineering (AREA)
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  • Feeding, Discharge, Calcimining, Fusing, And Gas-Generation Devices (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Auftriebs­ erzeugung für Unterwasserfahrzeuge, insbesondere für Unterseeboote, die eine Gaserzeugungsanlage sowie mindestens einen von der Gaserzeugungsanlage gespeisten Ballasttank aufweist.
Derartige Vorrichtungen werden verwendet, um ein Auf­ tauchen des Unterseebootes beziehungsweise eine Ver­ ringerung der Tauchtiefe zur ermöglichen. Bei einem Tauchvorgang werden Ballasttanks mit Wasser geflutet, um die Auftriebskräfte für die einer jeweiligen Tauch­ tiefe zugeordneten Druckverhältnisse zu kompensieren. Bei einem Auftauchen müssen dann die in den Ballast­ tanks bevorrateten Wassermengen ganz oder teilweise durch eine Gasfüllung verdrängt werden.
Grundsätzlich ist es beispielsweise denkbar, kompri­ mierte Gase mitzuführen, die für eine Speisung der Ballasttanks geeignet dekomprimiert werden. Aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse im Bereich eines Unterseebootes sowie der sich einstellenden Gewichts­ relation resultiert hieraus jedoch ein schlechter Wirkungsgrad.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu kon­ struieren , daß die Bereitstellung der erforderlichen Gasmenge mit einer kompakten Anordnung sowie mit einem günstigen Volumen-Gewichts-Verhältnis realisiert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Gaserzeugungsanlage einen Sauerstofftank, einen Ammoniaktank sowie eine Reaktionskammer umfaßt, die Reaktionskammer mit einem Brenner zu Verbrennung eines Ammoniak- Sauerstoff-Gemisches versehen ist und daß die Reaktionskammer eine Einspeisung für thermisch in Stickstoff und Wasserstoff zu zersetzendes Ammoniak aufweist.
Durch den Brenner werden innerhalb der Reaktionskammer die für eine thermische Zersetzung des Ammoniaks in seine Stickstoff- und Wasserstoffbestandteile erforder­ lichen Temperaturbedingungen bereitgestellt. Durch die Verbrennung eines Teiles des eingespeisten Ammoniak­ gases wird eine Bereitstellung eines separaten Energie­ trägers vermieden. Aufgrund der molekularen Zusammen­ setzung des Ammoniaks ist es möglich, aus einer ver­ gleichsweise geringen Masse ein großes resultierendes Gasvolumen bereitzustellen. Die jeweils vorgesehenen Temperaturbedingungen innerhalb der Reaktionskammer können durch das Mischungsverhältnis des zugeführten Ammoniakgases und des zugeführten Sauerstoffes eingestellt werden. Hierbei wird ausgenutzt, daß die Verbrennung des Ammoniaks exotherm verläuft, die ther­ mische Aufspaltung in Stickstoff und Wasserstoff hin­ gegen eine endotherme Reaktion darstellt. Durch eine Vorgabe der Massenverhältnisse von Sauerstoff und Ammoniak kann beispielsweise gerade soviel Sauerstoff zugeführt werden, daß durch die Verbrennung des hierfür vorgesehenen Anteiles des Ammoniaks gerade soviel Energie erzeugt wird, daß eine nahezu vollständige thermische Aufspaltung des verbleibenden Anteiles des Ammoniaks erzielt wird.
Eine Verringerung der im Bereich des Brenners zu erzeu­ genden Energie kann dadurch realisiert werden, daß in die Reaktionskammer ein Wärmeaustauscher zur Vorwärmung des thermisch zu zersetzenden Ammoniaks integriert ist.
Optimale Betriebsbedingungen lassen sich dadurch ein­ stellen, daß ein Mischungsverhältnis von Sauerstoff und Ammoniak zur Aufrechterhaltung einer Temperatur von etwa 650° Celsius vorgesehen ist.
Zur Ausnutzung des der Tauchtiefe entsprechenden Wasser-Umgebungsdruckes des Unterseebootes wird vorgeschlagen, daß der Ammoniaktank als flexibler Aus­ gleichsbehälter ausgebildet ist.
Zum Ausgleich von innerhalb von Zuführleitungen und Aggregaten auftretenden Druckverlusten wird vorge­ schlagen, daß zur Förderung des Ammoniaks eine Pumpe vorgesehen ist.
Zur Bereitstellung eines ausreichenden Druckniveaus für den Sauerstoff wird vorgeschlagen, daß zur Förderung des Sauerstoffs eine Pumpe vorgesehen ist.
Zur Überführung des in der Regel flüssig gelagerten Sauerstoff es in den gasförmigen Zustand wird vorge­ schlagen, daß der Sauerstoff einem Verdampf er zugeführt wird.
Zur Ermöglichung eines einfachen Anfahrvorganges wird vorgeschlagen, daß im Bereich des Brenners eine Pilot­ zündflamme angeordnet ist.
Eine Bereitstellung eines langen Strömungsweges des zu zersetzenden Ammoniakgases durch die Reaktionskammer und damit ein hoher Wirkungsgrad wird dadurch reali­ siert, daß im Bereich der Reaktionskammer mindestens eine Leiteinrichtung zur Führung des zu zersetzenden Gases angeordnet ist.
Zur Berücksichtigung unterschiedlicher Mengenanforde­ rungen in unterschiedlichen Betriebszuständen wird vor­ geschlagen, daß die Pumpe für das Ammoniak von einem Bypass überbrückt ist.
Eine zweckmäßige und für den Ausgleich von Funktions­ störungen geeignete Anordnung wird dadurch bereitge­ stellt, daß im Bereich von Schmalseiten eines Lade­ raumes des Unterseebootes jeweils zwei Gaserzeugungsan­ lagen angeordnet sind, die jeweils unterschiedliche Ballasttanks speisen.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Er­ findung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 ein Prinzipschaltbild zur Veranschaulichung der wesentlichen Vorrichtungskomponenten und
Fig. 2 eine teilweise Darstellung eines Horizontal­ schnittes durch ein Unterseeboot, in dem vier Gaserzeugungsanlagen angeordnet sind.
Die Vorrichtung zur Auftriebserzeugung im Bereich eines Unterseebootes (1) besteht aus mindestens einer Gaser­ zeugungsanlage (2) sowie mindestens einem Ballasttank (3). Die Gaserzeugungsanlage (2) besteht aus einem Sauerstofftank (4), einem Ammoniaktank (5) sowie einer Reaktionskammer (6). Gemäß der Ausführungsform in Fig. 1 ist vorgesehen, an den Sauerstofftank (4) und den Ammoniaktank (5) vier Reaktionskammern (6) anzu­ schließen, von denen eine zeichnerisch dargestellt ist. Der Ammoniaktank (5) ist als ein flexibler Austreib­ behälter (Bladder) ausgebildet, der in einem Außentank (7) angeordnet ist, der einen Durchlaß zur Verbindung mit Umgebungswasser aufweist und hierdurch den jeweils vorliegenden Umgebungsdruck in seinen Innenraum ein­ leiten kann.
Zur Förderung des Ammoniaks ist eine Pumpe (8) vorge­ sehen, die von einem Bypass (9) zur Rückführung von überschüssigem Ammoniak in den Ammoniaktank (5) über­ brückt ist. Zur Vorgabe einer definierten Flußrichtung ist im Bereich des Bypasses (9) ein Rückschlagventil (10) angeordnet.
Der Pumpe (8) ist ein Ventil (11) nachgeschaltet, das die Pumpe (8) mit der Reaktionskammer (6) verbindet. Über eine Mehrzahl von Ventilen (11) ist es möglich, eine Mehrzahl von Reaktionskammern (6) parallel zu ver­ sorgen.
Die Reaktionskammer (6) ist mit einem Brenner (12) ver­ sehen, der mit einer Pilotzündflamme (13) versehen ist, der über eine Vorwärmeinrichtung (14) Ammoniak zur Ausbildung einer Pilotflamme zugeführt wird. Darüber hinaus weist der Brenner (12) eine Brennstoffzuführung (15) auf, über die der Hauptanteil des zu verbrennenden Ammoniaks zugeführt wird. Des weiteren weist der Brenner (12) eine Einspeisung (16) für thermisch zu zer­ setzendes Ammoniak auf. Im Bereich von Zuführungen (17, 18) für die Pilotzündung (13) und die Einspeisung (16) sind Ventile (19, 20) angeordnet, die von einem Motor (21) betätigbar sind, der an eine Regelung (22) angeschlossen ist, die mit einem Massenstromsensor (23) im Bereich der Zuführung (17) für die Einspeisung (16) versehen ist.
Der Sauerstofftank (4) ist über eine Pumpe (24) mit einem Verdampfer (25) verbunden. Die Fördermenge der Pumpe (24) wird von einem Motor (26) vorgegeben, der mit einer Regelung (27) verbunden ist, die eine Förder­ leistung in Abhängigkeit von einer jeweiligen Tauch­ tiefe des Unterseebootes (1) vorgibt. Der Verdampfer (25) ist mit einer Heizeinrichtung (28) versehen, die von einer Energieversorgung (29) gespeist wird, die mit einer Regelung (30) verbunden ist. Der Verdampfer (25) ist über ein Ventil (31) an die Reaktionskammer ange­ schlossen. Über eine Parallelschaltung von Ventilen (31) ist eine Ansteuerung mehrerer Reaktionskammern (6) möglich.
Zur Verbrennung des der Pilotzündflamme (13) zugeführten Ammoniakanteiles ist eine spezielle Sauerstoffzuführleitung (32) vorgesehen. Zur Verbrennung des Hauptanteiles an Ammoniak ist eine Sauerstoffeinspeisung (33) in den Brenner (12) integriert. Das verbrannte Ammoniak durchströmt gemeinsam mit dem thermisch zu zersetzenden Ammoniak die Reaktionskammer (6) und wird dabei von Leiteinrichtungen (34) verwirbelt. Nach dem Passieren der Leiteinrichtungen (34) wird das Gasgemisch einem Wärmeaustauscher (35) zugeführt, in dessen Bereich das thermisch zu zersetzende Ammoniak vorgewärmt wird.
Eine kompakte Ausführungsform kann insbesondere dadurch bereitgestellt werden, daß der Wärmeaustauscher (35) als Einbauteil in die Reaktionskammer (6) hineinragt und radial von den Leiteinrichtungen (34) umgeben ist. Das Gasgemisch durchströmt die Reaktionskammer (6) im Bereich der Leiteinrichtungen (34) zunächst in einer Längsrichtung (36) und wird anschließend entgegen der Längsrichtung (36) in einen Zuführkanal (37) geleitet, der seinerseits in den Wärmetauscher (35) einmündet. Im Bereich des Wärmetauschers (35) ist dann wieder eine Strömungsrichtung des Gasgemisches in Längsrichtung (36) vorgesehen und das aufzuwärmende und thermisch zu zersetzende Ammoniak durchströmt den Wärmeaustauscher (35) entgegen der Längsrichtung (36).
Über Auslaßventile (38) erfolgt eine Speisung der Ballasttanks (3) mit den Verbrennungs- und den Zersetzungsgasen.
Mit Hilfe der Gaserzeugungsanlage (2) ist es beispiels­ weise möglich, für ein Unterseeboot (1) mit einem zu­ sätzlichen Auftrieb von etwa 150 t bei einer maximalen Arbeitstiefe von etwa 1000 Metern zu versehen. Insbe­ sondere ist daran gedacht, gemäß der Ausführungsform in Fig. 2 ein Unterseeboot (1) mit einem Laderaum (39) mit vier Gaserzeugungsanlagen (2) zu versehen, die jeweils im Bereich von Schmalseiten (40, 41) des Laderaumes (39) angeordnet sind. Jeder der Gaserzeugungsanlagen (2) sind Ballasttanks (3) zugeordnet.
Die durchzogene Leitungsführung entspricht einem Normalbetrieb, während die gepunktet eingezeichnete Leitungsführung einem Notbetrieb bei einem Ausfall einer der Gaserzeugungsanlagen (2) entspricht. Eine entsprechende Vorgabe der Leitungsführungen erfolgt mit Hilfe von 3-Wege-Ventilen (42).
Eine besonders wirksame thermische Zerlegung des Ammoniaks kann dadurch realisiert werden, daß ein Ein­ spritzen des zu zerlegenden Ammoniaks in die Flammgase des Brenners (12) erfolgt. Bei der Verbrennung des Ammoniaks entsteht Stickstoff und Wasser. Zur Bereit­ stellung einer ausreichenden Menge an verdampftem Sauerstoff ist es zweckmäßig, den Verdampfer (25) mit einer Wärmeleistung von etwa 500 kW auszustatten. Die Verbrennung im Bereich des Brenners (12) erfolgt zweck­ mäßigerweise mit einer stöchiometrischen Mischung der Gase, um eine stabile Verbrennung zu gewährleisten. Für die Dimsensionierung der Vorwärmeinrichtung (14) im Bereich der Pilotzündung (13) ist eine Wärmeleistung von etwa 1 kW ausreichend. Hierdurch wird das Ammoniak auf eine Temperatur oberhalb der Zündtemperatur er­ wärmt.
Durch die Regelbarkeit der Menge von zugeführtem Sauer­ stoff und von zugeführtem Ammoniak ist es möglich, eine stufenlose Anpassung der Durchsatzmengen an die je­ weilige Arbeitstauchtiefe vorzunehmen. Unabhängig von der Tauchtiefe wird das Temperaturniveau im Bereich des Brenners (12) und der Reaktionskammer (6) durch das Massenstromverhältnis der zugeführten Stoffe festge­ legt. Insbesondere ist an ein Temperaturniveau von 650° Celsius gedacht. Die Pilotflamme im Bereich der Pilot­ zündung (13) kann nach einem Erreichen der Nenntempe­ ratur im Bereich des Brenners (12) und der Reaktions­ kammer (6) abgeschaltet werden. Als Sauerstofftank (4) kann ein bordeigener LOX-Tank verwendet werden.

Claims (11)

1. Vorrichtung zur Auftriebserzeugung für Unterwasserfahrzeuge, insbesondere für Untersee­ boote, die eine Gaserzeugungsanlage sowie mindes­ tens einen von der Gaserzeugungsanlage gespeisten Ballasttank aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Gaserzeugungsanlage (2) einen Sauerstofftank (4), einen Ammoniaktank (5) sowie eine Reaktions­ kammer (6) umfaßt, die Reaktionskammer (6) mit einem Brenner (12) zur Verbrennung eines Ammoniak- Sauerstoff-Gemisches versehen ist und daß die Reaktionskammer (6) eine Einspeisung für thermisch in Stickstoff und Wasserstoff zu zersetzendes Ammoniak aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­ net, daß in die Reaktionskammer (6) ein Wärmeaus­ tauscher (35) zur Vorwärmung des thermisch zu zer­ setzenden Ammoniaks integriert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß ein Mischungsverhältnis von Sauer­ stoff und Ammoniak zur Aufrechterhaltung einer Tem­ peratur von etwa 650° Celsius vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da­ durch gekennzeichnet, daß der Ammoniaktank (5) als flexibler Ausgleichsbehälter ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­ durch gekennzeichnet, daß zur Förderung des Ammoniaks eine Pumpe (8) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß zur Förderung des Sauer­ stoffs eine Pumpe (24) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da­ durch gekennzeichnet, daß der Sauerstoff einem Ver­ dampfer (25) zugeführt wird.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da­ durch gekennzeichnet, daß im Bereich des Brenners (12) eine Pilotzündflamme (13) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da­ durch gekennzeichnet, daß im Bereich der Reaktions­ kammer (6) mindestens eine Leiteinrichtung (34) zur Führung des zu zersetzenden Gases angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da­ durch gekennzeichnet, daß die Pumpe (8) für das Ammoniak von einem Bypass (9) überbrückt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, da­ durch gekennzeichnet, daß im Bereich von Schmal­ seiten (40, 41) eines Laderaumes (39) des Untersee­ bootes (1) jeweils zwei Gaserzeugungsanlagen (2) angeordnet sind, die jeweils unterschiedliche Ballasttanks (3) speisen.
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