DE4328228A1 - Verfahren zur Herstellung von Pyrazol und dessen Derivaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Pyrazol und dessen DerivatenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Pyrazol und dessen Derivaten der Formel I
in der die Reste R¹, R², R³ und R⁴ für Wasserstoff, Halogen,
Nitro, Carboxyl, Sulfonyl oder C-organische Reste stehen, aus
alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindungen der Formel II
und Hydrazin oder Hydrazinderivaten der Formel III
H₂N-NHR⁴ III
Aus der EP-A 402 722 ist die Herstellung von Pyrazol und dessen
Derivaten aus alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindungen und
Hydrazin oder Hydrazinderivaten bekannt. In dem dort beschrie
benen Verfahren wird entweder Pyrazol in oder eine Carbonyl
verbindung und ein Hydrazinderivat in einer Mischung von Schwe
felsäure und Jod oder einer Jod oder Jodwasserstoff freisetzenden
Verbindung in situ zum gewünschten Pyrazol umgesetzt. Die Ausbeu
ten liegen nach den beschriebenen Beispielen im Mittel um 78%
bezogen auf das eingesetzte Hydrazinderivat.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, Pyrazol und
dessen Derivate in einfacher Weise mit besseren Ausbeuten und in
einer höheren Reinheit herzustellen.
Demgemäß wurde ein Verfahren zur Herstellung von Pyrazol und
dessen Derivaten der Formel I
in der die Reste R¹, R², R³ und R⁴ für Wasserstoff, Halogen,
Nitro, Carboxyl, Sulfonyl oder C-organische Reste stehen, aus
alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindungen der Formel II
und Hydrazin oder Hydrazinderivaten der Formel III
H₂N-NHR⁴ III
gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man zunächst
ohne zusätzliches Verdünnungsmittel eine alpha,beta-ungesättigte
Carbonylverbindung der Formel II mit Hydrazin oder einem
Hydrazinderivat der Formel III umsetzt und die dabei erhaltene
Reaktionsmischung in einem weiteren Reaktionsschritt mit einer
Mischung aus Schwefelsäure und Jod oder einer Jod oder Jodwasser
stoff freisetzenden Verbindung umsetzt.
Bei diesem Verfahren wird zunächst eine alpha,beta-ungesättigte
Carbonylverbindung II mit Hydrazin oder einem Hydrazinderivat III
gemischt wobei während der Zumischung die Temperatur im Reakti
onsmedium bei 0°C bis 100°C, vorzugsweise 10°C bis 70°C, insbeson
dere 20°C bis 50°C, gehalten wird. Da die Umsetzung von alpha,be
ta-ungesättigten Carbonylverbindungen II mit Hydrazin oder einem
Hydrazinderivat III exotherm verläuft, kann es bei der Zumischung
notwendig sein, die Reaktionsmischung zu kühlen. Bei der Vermi
schung ist es unerheblich, welchen der Reaktionspartner man vor
legt oder ob man die Ausgangsstoffe gleichzeitig aber getrennt in
das Reaktionsvolumen einbringt. Zur Vervollständigung der Vermi
schung wird nach beendeter Zugabe üblicherweise noch 10 Minuten
bis 60 Minuten bei der Mischungstemperatur nachgerührt.
Nach den bisherigen Erkenntnissen haben längere Nachrührzeiten
keinen wesentlichen Einfluß auf die Vervollständigung der Umset
zung.
Die Ausgangsstoffe werden im allgemeinen in etwa stöchiometris
chen Mengen miteinander umgesetzt, wobei das Verhältnis von
Carbonylverbindung II zu Hydrazinderivat III üblicherweise 1 : 0,65
mol bis 1 : 1,25 mol beträgt. Ein anderes Verhältnis der Reaktions
partner beeinflußt den Ablauf der Umsetzung nicht wesentlich ist
jedoch aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht sinnvoll.
Hydrazin oder das Hydrazinderivat III können sowohl in Form der
Hydrate oder der freien Basen als auch in Form von entsprechenden
Hydrazoniumsalzen für das vorliegende Verfahren verwendet werden.
Sofern Salze eingesetzt werden, die sich im Umsetzungsmedium
nicht lösen, können durch ungenügende Vermischung Ausbeuteverlu
ste auftreten. Bevorzugt verwendet man Hydrate oder die feien Ba
sen der Hydrazinderivate III.
Das Verfahren beruht auf dem Prinzip, daß zunächst durch Umset
zung von Hydrazinen mit α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen die
entsprechenden Pyrazoline und Folgeprodukte gebildet werden. Die
destillative Aufarbeitung nach Entfernung des Reaktionswassers
liefert nur mäßige Ausbeuten, da neben den Pyrazolinen Nebenpro
dukte vorliegen, die durch Addition der Pyrazoline an die Aus
gangscarbonylverbindungen entstehen und die ihrerseits mit den
Hydrazinen Hydrazone und Azine bilden können.
Die so gewonnene Reaktionsmischung wird ohne weitere Aufarbeitung
anschließend mit einer Mischung aus Schwefelsäure und Jod oder
einer Jod oder Jodwasserstoff freisetzenden Verbindung umgesetzt.
Hierbei geht man üblicherweise analog zu den Angaben aus der
EP-A 402 722 vor, d. h. eine Mischung aus Schwefelsäure und Jod
bzw. eine Jod oder Jodwasserstoff freisetzende Verbindung wird
auf 50°C bis 250°C, vorzugsweise 70°C bis 200°C, insbesondere
100°C bis 180°C, erhitzt und bei dieser Temperatur mit der Reakti
onsmischung aus der ersten Stufe versetzt.
Es ist auch möglich, die in der ersten Stufe erhaltene Reaktions
mischung bei niedrigeren Temperaturen, beispielsweise 10 bis 30°C
in die Mischung aus Schwefelsäure und Jod oder einer Jod oder
Jodwasserstoff freisetzenden Verbindung einzutragen. Aus
verfahrenstechnischen Überlegungen heraus ist es jedoch vorteil
haft die Zugabe bei höherer Temperatur durchzuführen, da sich bei
der Vermischung Salze bilden und die Reaktionsmischung schlechter
gerührt werden kann. Bei welcher Temperatur die Zugabe erfolgt,
hat nach bisherigen Erkenntnissen keinen Einfluß auf die Ausbeute
der Umsetzung.
Diese zweite Stufe gehorcht wahrscheinlich im wesentlichen dem
gleichen Prinzip wie die in der EP-A 402 722 beschriebene Umset
zung. Dementsprechend verwendet man im allgemeinen Schwefelsäure
in einer Konzentration von nicht weniger als 30 Gew.-%. Üblicher
weise wird 40 bis 99 Gew.-%ige Schwefelsäure, vorzugsweise 45 bis
95 Gew.-%ige Schwefelsäure, verwendet.
Die Menge an eingesetztem Jod oder der Jod oder Jodwasserstoff
freisetzenden Verbindung bei dieser Umsetzung beträgt im allge
meinen 0,01 bis 10 mol-%, vorzugsweise 0,05 bis 5 mol-%, insbe
sondere 0,1 bis 2 mol-%, bezogen auf das Hydrazin bzw. das Hydra
zinderivat III.
Neben Jod und Jodwasserstoff eignen sich als Jod oder Jodwasser
stoff freisetzende Verbindungen beispielsweise auch Alkalimetall-
und Erdalkalimetalljodide wie Lithiumjodid, Natriumjodid, Kalium
jodid, Cäsiumjodid, Magnesiumjodid und Calziumjodid sowie son
stige Metalljodide; es können grundsätzlich alle Jod- oder Jod
wasserstoffverbindungen eingesetzt werden, die in der Lage sind
unter den Reaktionsbedingungen Jod oder Jodwasserstoff frei zu
setzen. Hierzu zählen beispielsweise auch andere anorganische
Jodverbindungen wie Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder andere
Metallhypojodide, -jodite, -jodate und -perjodate oder organische
Jodverbindungen, beispielsweise Alkyljodide wie Methyljodid.
Es hat sich gezeigt, daß für die Dehydrierungsreaktion bzw. die
Oxidation des Jodids zu Jod die für die entsprechende Umsetzung
optimale Temperatur von der Konzentration Schwefelsäure abhängt.
Je geringer die Schwefelsäure konzentriert ist, umso höhere Um
setzungstemperaturen sind notwendig. Es empfiehlt sich daher
während der Umsetzung das Reaktionswasser und das durch die Ver
wendung von Hydraten eingebrachte Wasser abzudestillieren um die
Reaktionstemperatur niedrig zu halten.
Das der Reaktion entzogene Wasser enthält einen großen Teil des
zugegebenen Jodids als Jod und Jodwasserstoff, welches nach Re
duktion bzw. Neutralisation mit z. B. Natriumhydrogensulfit zu
rückgewonnen werden kann.
Nach beendeter Umsetzung läßt man das Reaktionsgemisch abkühlen,
wobei das Pyrazolderivat im allgemeinen als Schwefelsäuresalz
kristallisiert.
Zur Freisetzung des Pyrazols neutralisiert man das Reaktionsge
misch und extrahiert die neutrale Mischung mit einem inerten
organischen, nicht mit Wasser mischbaren Lösungsmittel. Die
organische Phase wird anschließend in üblicher Weise getrocknet
und aufgearbeitet. Man erhält auf diese Weise Roh-Pyrazole in
einer Reinheit von 85 bis 90%, die durch einmalige Destillation
auf einen Gehalt von 99% gereinigt werden können.
Das vorstehende Verfahren eignet sich zur Herstellung von Pyrazol
und dessen Derivaten der allgemeinen Formel I
in der die Reste R¹, R², R³ und R⁴ unabhängig voneinander für
Wasserstoff, Halogen, Nitro, Carboxyl, Sulfonyl oder C-organische
Reste stehen.
Unter Halogen sind hierbei insbesondere Fluor, Chlor und Brom zu
verstehen.
Als geeignete C-organische Reste sind zu nennen:
Alkylgruppen, welche geradkettig oder verzweigt sein können, bei spielsweise C₁-C₁₀-Alkyl, vorzugsweise C₁-C₈-Alkyl, insbesondere C₁-C₆-Alkyl, wobei diese Reste ihrerseits durch Heteroatome wie Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel unterbrochen sein können und Substituenten aus der folgenden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl;
Cycloalkylgruppen oder Bicycloalkylgruppen, beispielsweise C₃-C₆-Cycloalkyl oder C₁-C₁₀-Bicycloalkyl, wobei diese Reste ihrerseits durch Heteroatome wie Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel unterbrochen sein können und Substituenten aus der fol genden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Alkyl, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl;
Arylgruppen oder Hetarylgruppen wie Phenyl, Naphthyl und Pyridyl, wobei diese Reste ihrerseits Substituenten aus der folgenden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Alkyl, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl.
Alkylgruppen, welche geradkettig oder verzweigt sein können, bei spielsweise C₁-C₁₀-Alkyl, vorzugsweise C₁-C₈-Alkyl, insbesondere C₁-C₆-Alkyl, wobei diese Reste ihrerseits durch Heteroatome wie Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel unterbrochen sein können und Substituenten aus der folgenden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl;
Cycloalkylgruppen oder Bicycloalkylgruppen, beispielsweise C₃-C₆-Cycloalkyl oder C₁-C₁₀-Bicycloalkyl, wobei diese Reste ihrerseits durch Heteroatome wie Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel unterbrochen sein können und Substituenten aus der fol genden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Alkyl, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl;
Arylgruppen oder Hetarylgruppen wie Phenyl, Naphthyl und Pyridyl, wobei diese Reste ihrerseits Substituenten aus der folgenden Gruppe tragen können: Nitro, Carboxyl, Sulfonyl, Halogen, Alkyl, Cycloalkyl, Bicycloalkyl, Aryl und Hetaryl.
Insbesondere eignet sich das vorliegende Verfahren zur Herstel
lung von Pyrazolderivaten, bei denen mindestens einer der Reste R¹
bis R⁴ nicht Wasserstoff bedeutet.
Pyrazol und dessen Derivate finden beispielsweise Anwendung als
Zwischenprodukte zur Herstellung von pharmakologisch wirksamen
Verbindungen, Pflanzenschutzwirkstoffen oder auch Farbstoffen.
Zu 115 g (2,3 mol) Hydrazinhydrat wurden 169,1 g (2,415
mol) Crotonaldehyd gegeben, wobei die Temperatur durch
Kühlung bei 30°C gehalten wurde. Nach Beendigung der
Zugabe wurde die Mischung weitere 30 min. bei 25°C bis
30°C gerührt.
Eine Mischung aus 720,8 g (5,06 mol) 68,8%iger
Schwefelsäure und 0,76 g (5,1 mmol) Natriumjodid wurden
auf 155°C erwärmt und bei dieser Temperatur mit der unter
1.a erhaltenen Mischung versetzt. Während der Zugabe und
weitere 30 min. nach Ende der Zugabe wurde Wasser ab
destilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung auf 70°C zur Ver
dünnung der Mischung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 bis 9 eingestellt.
Bei dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des
Produktes als Öl an und kann durch Decantieren abgetrennt
werden. Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit
Isobutanol und anschließende destillative Aufarbeitung
der gesammelten organischen Phasen erhielt man 172,5 g
3-Methylpyrazol (90,55% bezogen auf das eingesetzte
Hydrazinhydrat) von 99%iger Reinheit (HPLC-Bestimmung).
Kp.: 88°C/10 mbar.
Kp.: 88°C/10 mbar.
Zu 115 g (2,3 mol) Hydrazinhydrat wurden 177,1 g
(2,53 mol) Methacrolein gegeben, wobei die Temperatur
durch Kühlung bei 30°C gehalten wurde. Nach Beendigung
der Zugabe wurde die Mischung weitere 30 min. bei 25°C
bis 30°C gerührt.
Eine Mischung aus 720,8 g (5,06 mol) 68,8%iger
Schwefelsäure und 1,00 g (6,7 mmol) Natriumjodid wurden
auf 155°C erwärmt und bei dieser Temperatur mit der unter
1.a erhaltenen Mischung versetzt. Während der Zugabe und
weitere 30 min nach Ende der Zugabe wurde Wasser ab
destilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung auf 50°C zur Verdün
nung der Mischung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 eingestellt. Bei
dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Produktes
als Öl an und kann durch Decantieren abgetrennt werden.
Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Isobutanol und
anschließende destillative Aufarbeitung der gesammelten
organischen Phasen erhielt man 170,5 g 4-Methylpyrazol
(89,52% bezogen auf das eingesetzte Hydrazinhydrat) von
99,2%iger Reinheit (HPLC-Bestimmung).
Kp.: 82°C/7 mbar.
Kp.: 82°C/7 mbar.
Zu 15,6 g (0,25 mol) Hydrazinhydrat 80% wurden 22,1 g
(0,2625 mol) trans-2,3-Dimethylacrolein gegeben, wobei
die Temperatur durch Kühlung bei 30°C gehalten wurde.
Nach Beendigung der Zugabe wurde die Mischung weitere
30 min. bei 25°C bis 30°C gerührt.
Eine Mischung aus 74,2 g (0,52 mol) 68,8%iger Schwefel
säure und 0,5 g (3,3 mmol) Natriumjodid wurde auf 155°C
erwärmt und bei dieser Temperatur mit der unter 3.a
erhaltenen Mischung versetzt. Während der Zugabe und
weitere 30 min. nach Ende der Zugabe wurde Wasser ab
destilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung auf 50°C zur Ver
dünnung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 eingestellt. Bei
dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Produktes
als Öl an, der durch dekantieren abgetrennt werden
konnte. Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Iso
butanol und anschließende destillative Aufarbeitung der
gesammelten organischen Phasen erhielt man 21,4 g
3,4-Dimethylpyrazol (88,4% bezogen auf das eingesetzte
Hydrazinhydrat) von 99,2%iger Reinheit.
Kp.: 96°C/10 mbar.
Kp.: 96°C/10 mbar.
Zu 92 g (2 mol) Methylhydrazin wurden 147 g (2,1 mol)
Crotonaldehyd gegeben, wobei die Temperatur durch Kühlung
bei 30°C gehalten wurde. Nach Beendigung der Zugabe wurde
die Mischung weitere 30 min bei 25°C bis 30°C gerührt.
Eine Mischung aus 626,7 g (4,4 mol) 68,8%iger Schwefel
säure und 0,66 g (4,4 mmol) Natriumjodid wurde auf 155°C
erwärmt und bei dieser Temperatur mit der unter 4.a
erhaltenen Mischung versetzt. Während der Zugabe und
weitere 30 min. nach Ende der Zugabe wurde Wasser ab
destilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung auf 70°C zur Ver
dünnung der Mischung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 bis 9 eingestellt.
Bei dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Pro
duktes als Öl an, der durch dekantieren abgetrennt werden
konnte. Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Iso
butanol und anschließende destillative Aufarbeitung der
gesammelten organischen Phasen erhielt man 167,8 g
1,5-Dimethylpyrazol (86,7% bezogen auf das eingesetzte
Methylhydrazin) von 99,2%iger Reinheit.
Kp.: 157°C/1013 mbar.
Kp.: 157°C/1013 mbar.
Zu 125 g (2,0 mol) Hydrazinhydrat 80% wurden 147 g
(2,1 mol) Crotonaldehyd gegeben, wobei die Temperatur
durch Kühlung bei 30°C gehalten wurde. Nach Beendigung
der Zugabe wurde die Mischung weitere 30 min. bei 25°C
bis 30°C gerührt.
Eine Mischung aus 449,2 g (4,4 mol) 95%iger Schwefel
säure und 0,66 g (4,4 mmol) Natriumjodid wurden bei 25°C
mit der unter 5.a erhaltenen Mischung versetzt, wobei die
Temperatur durch Kühlung bei 25°C gehalten wurde. An
schließend wurde das Reaktionsgemisch mit 45 min. auf
125°C gebracht und 60 min. bei 125°C gehalten. Während
des Aufheizens und während der Nachrührzeit wurde Wasser
abdestilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung auf 70°C zur Verdün
nung der Mischung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 10%iger Na
tronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 bis 9 eingestellt.
Bei dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Pro
duktes als Öl an, der durch dekantieren abgetrennt werden
konnte. Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Iso
butanol und anschließende destillative Aufarbeitung der
gesammelten organischen Phasen erhielt man 143,4 g
3-Methylpyrazol (87% bezogen auf das eingesetzte
Hydrazinhydrat) von 99,5%iger Reinheit.
Kp.: 88°C/1013 mbar.
Kp.: 88°C/1013 mbar.
A.1 Umsetzung von Crotonaldehyd und Hydrazinhydrat
Zu 62,5 g (1,0 mol) Hydrazinhydrat 80% wurden 73,5 g
(1,05 mol) Crotonaldehyd gegeben, wobei die Temperatur
durch Kühlung bei 30°C gehalten wurde. Nach Beendigung
der Zugabe wurde die Mischung weitere 30 min. bei 25°C
bis 30°C gerührt.
A.2 Umsetzung zu 3-Methylpyrazol
Eine Mischung aus 313,6 g (2,2 mol) 68,8%iger Schwefel
säure und 0,33 g (2,2 mmol) Natriumjodid wurden auf 155°C
erwärmt und bei dieser Temperatur mit der unter 1.a
erhaltenen Mischung versetzt. Während der Zugabe und
weitere 30 min. nach Ende der Zugabe wurde Wasser ab
destilliert. Das hierbei abgetrennte Wasser wurde nach
dem Abkühlen der Reaktionsmischung wieder zugegeben.
Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 eingestellt. Bei
dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Produktes
als Öl an und kann durch Decantieren abgetrennt werden.
Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Isobutanol und
anschließende destillative Aufarbeitung der gesammelten
organischen Phasen erhielt man 73,4 g 3-Methylpyrazol (89%
bezogen auf das eingesetzte Hydrazinhydrat) von
99,5%iger Reinheit (HPLC-Bestimmung).
Kp.: 88°C/10 mbar.
Kp.: 88°C/10 mbar.
B.1 Eine Mischung aus 313,6 g (2,2 mol) 68,8%iger Schwefel
säure und 0,33 g (2,2 mmol) Natriumjodid wurden auf 155°C
erwärmt und bei dieser Temperatur gleichzeitig mit 62,5 g
(1 mol) Hydrazinhydrat 80% und 73,6 g (1,05 mol) Croto
naldehyd versetzt. Während der Zugabe und weitere 30 min.
nach Ende der Zugabe wurde Wasser abdestilliert. Das
hierbei abgetrennte Wasser wurde nach dem Abkühlen der
Reaktionsmischung auf 50°C zur Verdünnung der Mischung
wieder zugegeben.
B.2 Die verdünnte Reaktionsmischung wurde mit 15%iger
Natronlauge auf einen pH-Wert von 8,5 eingestellt. Bei
dieser Neutralisation fiel ein großer Teil des Produktes
als Öl an, das durch Decantieren abgetrennt werden
konnte. Durch Extraktion der wäßrigen Phase mit Iso
butanol und anschließende destillative Aufarbeitung der
gesammelten organischen Phasen erhielt man 62,4 g
3-Methylpyrazol (75,7% bezogen auf das eingesetzte
Hydrazinhydrat) von 99,5%iger Reinheit.
Kp.: 88°C/10 mbar.
Kp.: 88°C/10 mbar.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Pyrazol und dessen Derivaten
der Formel I
in der die Reste R¹, R², R³ und R⁴ für Wasserstoff, Halogen,
Nitro, Carboxyl, Sulfonyl oder C-organische Reste stehen, aus
alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindungen der Formel II
und Hydrazin oder Hydrazinderivaten der Formel IIIH₂N-NHR⁴ IIIdadurch gekennzeichnet, daß man zunächst ohne zusätzliches
Verdünnungsmittel eine alpha,beta-ungesättigte Carbonyl
verbindung der Formel II mit Hydrazin oder einem Hydrazin
derivat der Formel III umsetzt und die dabei erhaltene Re
aktionsmischung in einem weiteren Reaktionsschritt mit einer
Mischung aus Schwefelsäure und Jod oder einer Jod oder Jod
wasserstoff freisetzenden Verbindung umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
die Umsetzung der alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindung
der Formel II mit Hydrazin oder einem Hydrazinderivat der
Formel III bei Temperaturen von 0°C bis 100°C durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 40
bis 99 Gew.-%ige Schwefelsäure verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
0,01 bis 10 mol-% an Jod oder einer Jod oder Jodwasserstoff
freisetzenden Verbindung bezogen auf das Hydrazin bzw. das
Hydrazinderivat der Formel III verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
die aus der Umsetzung der alpha,beta-ungesättigten Carbonyl
verbindung der Formel II mit Hydrazin oder einem Hydrazin
derivat der Formel III gewonnenen Reaktionsmischung bei
Temperaturen 50°C bis 250°C mit einer Mischung aus Schwefel
säure und Jod oder einer Jod oder Jodwasserstoff freisetzen
den Verbindung umsetzt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
während der Umsetzung der aus der Umsetzung der alpha,beta-
ungesättigten Carbonylverbindung der Formel II mit Hydrazin
oder einem Hydrazinderivat der Formel III gewonnenen Reak
tionsmischung mit einer Mischung aus Schwefelsäure und Jod
oder einer Jod oder Jodwasserstoff freisetzenden Verbindung
das in der Mischung enthaltene Reaktionswasser entfernt.
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