DE4313778A1 - Schraubenspannvorrichtung - Google Patents

Schraubenspannvorrichtung

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DE4313778A1
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Siegfried Heiermann
Horst Westerfeld
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Description

Die Erfindung betrifft eine Schraubenspannvorrichtung für die Deckelverschraubung an Reaktordruckbehältern, mit min­ destens einer an einem Tragelement angeordneten Spannzylinder­ vorrichtung zum axialen Dehnen der in Gewindebohrungen des Reaktordruckbehälters eingeschraubten Schraubenbolzen, wobei die Spannzylindervorrichtung über ein Koppelelement mit dem aus der Gewindebohrung herausragenden Schraubenbolzenkopf kraftübertragend koppelbar ist, und mit einem Mutterndreh­ antrieb zum Festdrehen der Deckelmutter bei axial gedehn­ tem Schraubenbolzen.
Eine derartige Schraubenspannvorrichtung ist beispielsweise aus der DE-OS 22 43 045 bekannt, bei der das Tragelement ein sich über den Umfang des Behälterdeckels erstreckender Trag­ ring ist, an dem eine Vielzahl von Spannzylindervorrichtun­ gen für alle in Gewindebohrungen des Reaktordruckbehälters eingeschraubte Schraubenbolzen angeordnet sind. Die Schrau­ benbolzenköpfe weisen bei dieser bekannten Vorrichtung Ril­ len auf, in die das Koppelelement bildende Kuppelbacken form­ schlüssig eingreifen. Jedem Schraubenbolzen ist weiterhin ein Mutterndrehantrieb zugeordnet, der umfangsseitig am Tragring angeordnet ist und dessen Abtriebsritzel durch eine Querboh­ rung im Tragring an eine an der jeweiligen Deckelmutter an­ geordnete Verzahnung anstellbar ist.
Jede Spannzylindervorrichtung hat weiterhin einen oder meh­ rere Hubzylinder, die sich am Tragring abstützen und deren Kolben bei Druckmittelbeaufschlagung die am Schraubenbolzen angekoppelten Kuppelbacken anheben und so den Bolzen dehnen, wonach die Deckelmutter mittels des Mutterndrehantriebs ge­ löst bzw. festgezogen werden kann.
Aus der US-PS 3 844 533 ist eine gattungsgemäße Schrauben­ spannvorrichtung bekannt, die lediglich eine Spannzylinder­ vorrichtung auf einem einen Schraubenbolzen umgebenden Trag­ fuß aufweist. Diese Schraubenspannvorrichtung kann zum Span­ nen der verschiedenen Schraubenbolzen am Druckbehälter je­ weils von einem zu einem nächsten Schraubenbolzen umgesetzt werden.
Die bekannten Schraubenspannvorrichtungen haben den Nachteil, daß nicht sichergestellt ist, daß die einzelnen, am Umfang des Behälterflansches angeordneten Schraubenbolzen alle gleichmäßig gedehnt werden, da die einzelnen Schraubenbol­ zen zum Dehnen um einen bestimmten Betrag gegebenenfalls unterschiedlich große Spanndrücke in den Hubzylindern er­ fordern. Eine gleichmäßige Dehnung aller Schraubenbolzen ist jedoch Voraussetzung dafür, daß alle auf den Schrau­ benbolzen festgedrehten Deckelmuttern eine gleichmäßig hohe Anpreßkraft auf den Deckel ausüben und so die Dichtheit des Reaktordruckbehälters sicherstellen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schraubenspannvorrichtung der genannten Art so auszubilden, daß eine gleichmäßige Deh­ nung aller am Druckbehälter angeordneter Schraubenbolzen sicher gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß die Schraubenspannvorrichtung in Zuordnung zu der Spannzylinder­ vorrichtung eine die Schraubenbolzendehnung messende Dehnungs­ meßvorrichtung aufweist, die als Meßwertgeber einen die durch die Schraubenbolzendehnung bewirkte Lageveränderung des Schraubenbolzenkopfes abtastenden Meßfühler aufweist und über eine Meßwertübertragung mit einer Anzeige- und/oder Steuer­ vorrichtung gekoppelt ist.
Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß die tatsächliche Dehnung eines jeden Schraubenbolzens von der Dehnungsmeß­ vorrichtung gemessen werden kann und der gemessene Wert an einer Anzeigevorrichtung sichtbar gemacht bzw. von einer Steuervorrichtung zum Steuern weiterer Betriebsabläufe ver­ arbeitet werden kann. So kann z. B. bei Erreichen einer vor­ eingestellten Soll-Dehnung die Zufuhr von Druckmittel zur Spannzylindervorrichtung unterbrochen und der Mutterndreh­ antrieb zum Fest- oder Losdrehen der Deckelmutter einge­ schaltet werden.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Dehnungsmeßvorrichtung aus einem elektrische Wegmeßsignale liefernden Wegmeßgeber, vorzugsweise in Gestalt eines Linearpotentiometers, besteht. Ein derartiger Wegmeßgeber setzt die gemessenen Dehnungen des Schraubenbolzens in elektrische Signale um, die dann leicht an die Anzeige- und/oder Steuervorrichtung geleitet werden können. Dabei ist es besonders zweckmäßig, als Weg­ meßgeber ein Linearpotentiometer zu verwenden, das preiswert und einfach im Aufbau ist. Ein derartiges Linearpotentiometer ändert bei der Aufnahme von Dehnungen seinen inneren Wider­ stand. Diese Widerstandsänderung ist leicht meßbar und ein Maß für den Betrag, um den der Schraubenbolzen gedehnt wurde. Der Wegmeßgeber kann aber beispielsweise auch ein induktiver oder ein optoelektronischer Wegmesser sein.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Dehnungsmeßvorrichtung aus einem axial oberhalb des Schraubenbolzens angeordneten, zur Dehnungsmessung gegen den Schraubenbolzenkopf anstell­ baren Meßkopf besteht. Eine derartige Anordnung ist platz­ sparend und ermöglicht sehr genaue Dehnungsmessungen, da die Messung direkt am Schraubenbolzen erfolgt.
Dabei ist es von Vorteil, wenn der an einem Meßkopfträger angeordnete Meßkopf ein in Axialrichtung federelastisch ab­ gestütztes, in seiner Meßposition am Schraubenbolzenkopf dessen Lageveränderung gegen die Federrückstellkraft fol­ gendes Meßglied aufweist. Durch die Federrückstellkraft ist dabei sichergestellt, daß das Meßglied immer fest am Schraubenbolzen anliegt und Meßfehler dadurch vermieden wer­ den.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist in einer Axialbohrung des Schraubenbolzens eine in dessen Fußbereich abgestützte, vom Meßkopf abgetastete Meßstange angeordnet, wobei der Meßkopf die Relativverschiebung zwi­ schen der starren Meßstange und dem sich dehnenden Schrau­ benbolzen abgreift. Durch die Meßstange, die beim Spannen des Schraubenbolzens nicht gedehnt wird, hat der Meßkopf ein Referenzglied, mit dem die Dehnungsmeßvorrichtung vor dem Spannen des Schraubenbolzens besonders leicht kalibriert werden kann. Zur Messung der Dehnung wird die Relativver­ schiebung zwischen dem gespannten Schraubenbolzen und der gegenüber dem Schraubenbolzen starren Meßstange abgetastet.
Es ist zweckmäßig, wenn sich auf dem oberen Ende der Meß­ stange eine im Schraubenbolzenkopf axial verschiebliche, von einer Feder gegen die Meßstange gedrückte Meßstangen­ verlängerung abstützt, gegen die der Meßkopf mit dem Meß­ fühler anstellbar ist. Dadurch wird sichergestellt, daß die Meßstange immer fest am Fußbereich des Schraubenbolzens an­ liegt. Dabei ist die Meßstangenverlängerung und die Feder im Schraubenbolzenkopf leicht zugänglich und gegebenenfalls austauschbar.
Ein weiterer Vorteil ist es, wenn der Meßkopf ein sich gegen den Schraubenbolzenkopf von oben abstützendes, gegenüber dem stehenden Meßfühler gegen die Rückstellkraft einer Federvor­ richtung axial anhebbares Kopfstück aufweist. Das Kopfstück ist zweckmäßig etwa topfförmig ausgebildet und umgreift in der Meßposition mit seinem Topfmantel das obere Ende des Schraubenbolzenkopfes mit Führungsspiel, wobei es innen­ seitig eine, vorzugsweise von mehreren axialen Stützfüßen gebildete, sich auf dem Stirnende des Schraubenbolzenkopfes abstützende Stützauflage aufweist. Dabei ist es weiter vor­ teilhaft, wenn der Meßfühler mittig im Kopfstück und gegen­ über diesem am Meßkopfträger feststehend angeordnet ist. Der Meßkopf kann dann exakt auf den Schraubenbolzenkopf aufge­ setzt werden, wobei er durch den Topfmantel des Kopfstücks eine axiale Führung erhält. Durch die Federvorrichtung ist sichergestellt, daß sich der Meßkopf immer fest an den Schrau­ benbolzenkopf anlegt und sich dabei mit den Stützfüßen an der Stirnseite des Bolzenkopfes abstützt.
Der Meßkopfträger besteht zweckmäßig aus einem axialen Trä­ gerrohr, durch das eine der Meßwertübertragung dienende elektrische Leitungsverbindung hindurchgeführt ist. Die die Dehnungsmeßvorrichtung mit der Anzeige- und/oder Steuer­ vorrichtung verbindenden Leitungsverbindungen sind in dem Trägerrohr geschützt und können nicht beschädigt werden.
Es ist vorteilhaft, wenn der Schraubenbolzenkopf aus einem mit dem oberen Ende des Schraubenbolzens zug- und drehfest verbundenen Adapterstück besteht, das als Kupplungsstück für den Kupplungsanschluß an einem den Schraubenbolzen in die Gewindebohrung eindrehenden bzw. aus dieser herausdrehenden Schraubendrehgerät ausgebildet ist. Dabei ist die Meßstan­ genverlängerung zweckmäßig mit ihrer Feder in einer Axial­ bohrung des lösbar am Schraubenbolzen angeschlossenen Adapter­ stücks angeordnet. Das Adapterstück erlaubt somit sowohl den Anschluß eines Schraubendrehgeräts wie auch einer erfindungs­ gemäßen Dehnungsmeßvorrichtung. Das mit einem Innenmehrkant auf das Schraubenbolzenende drehschlüssig aufgesteckte Adapterstück ist zweckmäßig durch eine seine Axialbohrung durchgreifende, die Meßstangenverlängerung nebst Feder auf­ nehmende Gewindehülse am Schraubenbolzen festgelegt, die mit ihrem Gewindeende in die die Meßstange aufnehmende Axial­ bohrung des Schraubenbolzens eingeschraubt ist und an dem oberen Ende einen das Adapterstück übergreifenden Kragen od. dgl. aufweist. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß das Adapterstück besonders einfach und schnell am Schrauben­ bolzen befestigt werden kann oder von diesem wieder lösbar ist, wenn dies z. B. zu Reparaturzwecken oder zum Austauschen der Meßstange oder der Meßstangenverlängerung notwendig sein sollte.
Die Dehnungsmeßvorrichtung ist zweckmäßig mit dem am Meß­ kopfträger angeordneten Meßkopf in einer den Schraubenbol­ zen aufnehmenden, axialen Durchführungsöffnung des zur Schraubenbolzendehnung auf dem Deckel des Reaktordruck­ behälters absetzbaren Tragelements angeordnet. Dabei ist es vorteilhaft, wenn das die hydraulische Spannzylinder­ vorrichtung mit dem Schraubenbolzen koppelbare Koppel­ element aus einer auf ein Gewinde am Schraubenbolzenende aufschraubbaren Greifmutter besteht, in deren Inneren sich der Meßkopf unterhalb eines Drehantriebs für die Greifmut­ ter und oberhalb des Mutterndrehantriebs für die Deckel­ mutter befindet. Der Meßkopf ist dann von der Greifmutter vollständig umgeben und dadurch vor äußeren Einflüssen ge­ schützt.
Die Spannzylindervorrichtung besteht vorzugsweise aus einem die Greifmutter umschließenden, gegen das Tragelement abge­ stützten Ringzylinder mit Ringkolben. Derartige Ringzylinder sind platzsparend und ermöglichen außerdem eine genau zen­ trische und momentenfreie Krafteinleitung in den Spannbol­ zen.
Es ist vorteilhaft, wenn das den Meßkopfträger bildende Trägerrohr oben aus der Durchführungsöffnung des Trag­ elements herausragt und am oberen Ende mit dem Tragelement oder einer dieses tragenden Aufhängung verbunden ist. Das Tragelement und die Dehnungsmeßvorrichtung sind dann zu einer Einheit verbunden und können gemeinsam am Schrauben­ bolzen ausgerichtet werden.
Das auf dem Deckel absetzbare Tragelement ist zweckmäßig ring- oder ringsegmentförmig ausgestaltet und weist auf dem Teilkreisumfang der Schraubenbolzen mehrere Spannzylinder­ vorrichtungen mit zugeordneten Dehnungsmeßvorrichtungen auf. Dadurch können gleichzeitig mehrere auf dem Teilkreis ange­ ordnete Schraubenbolzen gespannt werden und ihre Längsdeh­ nung beim Spannen gemessen werden.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist eine Steuereinheit vorgesehen, mit der die Spannzylindervor­ richtung(en) und/oder die Mutterdrehvorrichtung(en) nach Maßgabe der gemessenen Schraubendehnungen steuerbar ist bzw. sind. Mit einer solchen Steuereinheit kann beispielsweise die Zufuhr von Druckmittel zu den Spannzylindern unterbrochen werden, wenn ein zuvor eingestellter Sollwert für die Dehnung der Schraubenbolzen erreicht ist. Die Steuereinheit kann auch die Mutterdrehantriebe für die Deckelmuttern bei Erreichen des Soll-Dehnungswerts zum Zu- bzw. Losdrehen der Deckel­ muttern betätigen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung an einem Bei­ spiel näher erläutert ist. Es zeigt:
Fig. 1 eine Übersichtsdarstellung mit mehreren auf einem Druckbehälterflansch angeordne­ ten Schraubenspannvorrichtungen nach der Erfindung;
Fig. 2 eine Spannzylindervorrichtung der erfindungs­ gemäßen Schraubenspannvorrichtung mit der Dehnungsmeßvorrichtung in einem Längsschnitt;
Fig. 3 einen Schraubenbolzen mit einer daran ange­ stellten Dehnungsmeßvorrichtung nach der Er­ findung, ebenfalls in einem Längsschnitt.
In der Zeichnung bezeichnet 10 einen Reaktordruckbehälter, auf dessen oberen Rand 11 ein Druckbehälterdeckel 12 an seinem Flansch mit einer Vielzahl von in Gewindebohrungen des Reaktordruckbehälters 10 eingeschraubten Schraubenbol­ zen 14 befestigt ist, die in Fig. 1 nur durch ihre Mittel­ linien 15 angedeutet sind. Auf den Flansch 13 sind drei Schraubenspannvorrichtungen 16 aufgesetzt, die im gleichen Teilungsabstand voneinander über dem Deckelumfang angeord­ net sind. Oberhalb des Behälterdeckels 12 ist konzentrisch mit diesem eine kreisförmige Ringschiene 17 angeordnet, auf der Laufkatzen 18 zum Anheben und Versetzen der Schrauben­ spannvorrichtungen 16 verfahrbar sind.
Die Schraubenspannvorrichtungen 16 sind über Leitungsverbin­ dungen 19 mit einer Steuereinheit 20 verbunden, die zum Steuern der einzelnen Arbeitsvorgänge beim Spannen der Schraubenbolzen dient.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel weist jede Schrauben­ spannvorrichtung 16 zwei Spannzylindervorrichtungen 21 auf, die auf einem gemeinsamen Tragsockel 22 angeordnet sind und die von einem gemeinsamen Pumpenaggregat 23 mit Hydraulik­ flüssigkeit versorgt werden. Dabei sind die beiden Spann­ zylindervorrichtungen 21 symmetrisch zueinander auf dem Tragsockel 22 angeordnet und haben den in Fig. 2 gezeigten Aufbau.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, stützt sich der Tragsockel 22 mit seiner Unterseite 24 auf dem Flansch 13 des Druck­ behälterdeckels 12 ab und weist je eine einer Spannzylinder­ vorrichtung zugeordnete Durchführungsöffnung 25 auf, in die ein in den Reaktordruckbehälter 10 eingeschraubter Schrauben­ bolzen 14 mit seinem Schraubenbolzenkopf 26 hineinragt. Auf der Oberseite 27 des Tragsockels 22 stützt sich koaxial zur Durchführungsöffnung 25 ein Ringzylinder 28 ab, dessen Ring­ kolben 29 eine mit der Durchführungsöffnung 25 des Tragsockels 22 fluchtende Durchlaßbohrung 30 für eine Greifmutter 31 auf­ weist, die auf einen Gewindeabschnitt 32 des zu spannenden Spannbolzens 14 aufschraubbar ist. Zum Antrieb weist die Greifmutter an ihrem oberen Ende 33 einen Zahnkranz 34 auf, mit dem das Abtriebszahnrad 35 eines elektrischen Drehantriebs 36 kämmt. Der Zahnkranz 34 weist einen Bund 37 auf, der einen Anschlag für einen auf dem Ringkolben 29 angeordneten Distanz­ ring 38 bildet.
Zum Festschrauben einer auf den Schraubenbolzen 14 aufge­ schraubten Deckelmutter 39 ist am Tragsockel 22 an jeder Durchführungsöffnung 25 ein Mutterndrehgerät 40 angeordnet, das durch eine Querausnehmung 41 des Tragsockels 22 in die Durchführungsöffnung 25 eingeführt und hier gegen das ver­ zahnte Ende 39′ der Deckelmuttern 39 angesetzt werden kann.
Zum Spannen des Schraubenbolzens 14 kann die Schraubenspann­ vorrichtung 16 mit Hilfe der Laufkatze 18 über den zu span­ nenden Schraubenbolzen auf dem Flansch 13 des Druckbehälter­ deckels 12 abgesetzt werden. Anschließend wird die Greifmut­ ter 31 mit Hilfe des elektrischen Drehantriebs 36 auf einem Gewindeabschnitt 32 auf den Schraubenbolzen 14 aufgeschraubt und der Ringzylinder 28 mit Druckmittel beaufschlagt, so daß sich der Ringkolben 29 gemeinsam mit dem Distanzring 38 und der Greifmutter 31 anhebt und so den Schraubenbolzen 14 in seiner Axialrichtung dehnt. Anschließend kann die Deckel­ mutter 39 von dem Mutterndrehantrieb fest- oder losgeschraubt werden.
Jeder Spannzylindervorrichtung 21 ist eine Dehnungsmeßvor­ richtung 42 zum Messen der Schraubenbolzendehnung zugeordnet, die über eine elektrische Leitungsverbindung 43 in nicht näher dargestellter Weise mit der Steuereinheit 20 verbunden ist. Die Dehnungsmeßvorrichtung 42 besteht im wesentlichen aus einem an den Schraubenbolzenkopf 26 anstellbaren Meßkopf 44 mit einem Wegmeßfühler, der in dem beschriebenen Beispiel ein Linearpotentiometer 45 ist, das aus einer Außenhülse 46 besteht, die auf einem Innenteil 47 verschieblich ist, das an einem koaxial zum Schraubenbolzen 14 und an der Aufhän­ gung 48 der Schraubenspannvorrichtung 16 befestigten Meßkopf­ träger 49 angeschlossen ist. Die Außenhülse 46 ist an ihrem Umfang 50 mit einem Topfstück 51 fest verbunden, dessen Topf­ mantel 52 das obere Ende des Schraubenbolzenkopfs 26 mit Füh­ rungsspiel umgreift. In seinem Inneren hat das Topfstück 51 drei im gleichen Winkelabstand voneinander angeordnete Stütz­ füße 53, die sich auf der oberen Stirnseite 54 des Schrauben­ bolzenkopfs 26 abstützen. Am unteren Ende des Meßkopfträgers 48 sind ein oder mehrere Federelemente 55 angeordnet, die das Topfstück 51 fest gegen den Schraubenbolzenkopf 26 drücken.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel besteht der Schrauben­ bolzenkopf 26 aus einem Adapterstück 56, das als Kupplungs­ stück für den Kupplungsanschluß eines den Schraubenbolzen in seine Gewindebohrung eindrehenden, nicht dargestellten Schraubendrehgeräts ausgebildet ist. Das Adapterstück 56 ist am oberen Schraubenbolzenende 57 mit einer Mehrkant­ verbindung 58 drehfest verbunden und mittels einer Gewinde­ hülse 59 an dem Schraubenbolzen befestigt, deren oberer Kragen 60 über das Adapterstück 56 greift und die in eine Gewindebohrung 61 am Schraubenbolzen 14 geschraubt ist.
Der Gewindebolzen 14 hat eine zentrische Axialbohrung 62, die eine Meßstange 63 aufnimmt, die im Fußbereich 64 mit dem Gewindebolzen 14 verschraubt ist. Der Meßstangenkopf 65 ragt zum Teil in eine Axialbohrung 66 in der Gewindehülse 59, wo­ bei er eine in der Axialbohrung 66 angeordnete Meßstangen­ verlängerung 67 berührt, die von einer Schraubenfeder 68 gegen den Meßstangenkopf 65 gedrückt wird.
Zum Messen der Schraubenbolzendehnung wird der Meßkopf 44 vom Meßkopfträger 49 auf den Schraubenbolzenkopf 26 abge­ senkt, wobei der Topfmantel 52 den Schraubenbolzenkopf 26 umgreift und sich das Topfstück 51 über seine Stützfüße 53 auf der Stirnseite 54 abstützt. Der Meßkopfträger 49 mit dem damit fest verbundenen Innenteil 47 des Linearpotentio­ meters 45 wird soweit abgesenkt, bis das untere Ende 69 des Innenteils 47 am oberen Ende der Meßstangenverlängerung 67 anschlägt.
Beim Spannen des Schraubenbolzens 14 dehnt sich dieser, wäh­ rend die Meßstange 63 ihre Länge nicht verändert. Dadurch wird das Topfstück 51 angehoben und verschiebt die Außen­ hülse 46 auf dem Innenteil 47 des Linearpotentiometers 45. Durch diese Verschiebung ändert sich der innere, elektrische Widerstand des Potentiometers. Die Widerstandsänderung wird über die elektrische Leitungsverbindung 43, die durch den als Rohr ausgebildeten Meßkopfträger 49 hindurchgeführt ist, der Steuereinheit 20 zugeführt und ist ein Maß für die Rela­ tivverschiebung des Schraubenbolzens gegenüber der Meßstange und damit für die Dehnung des Schraubenbolzens. Die so gemes­ sene Dehnung kann an einer Anzeigevorrichtung angezeigt wer­ den oder zum Steuern der Druckmittelzufuhr zum Spannzylinder und zum Ein- und Ausschalten des Mutterndrehantriebs für die Deckelmutter verwendet werden.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbei­ spiel beschränkt, sondern es ergeben sich vielfältige Ände­ rungsmöglichkeiten, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlas­ sen. So ist es beispielsweise möglich, wenn die Schrauben­ spannvorrichtung einen sich über den ganzen Umfang des Druck­ behälters erstreckenden Tragring hat, an dem eine Vielzahl von Spannzylindervorrichtungen und vorzugsweise eine Spann­ zylindervorrichtung für jeden zu spannenden Schraubenbolzen angeordnet sind. Die Spannzylindervorrichtungen können auch parallel angeordnete hydraulische Spannzylinder und eine die­ sen zugeordnete, sich gegen einen Anschlag am Koppelelement abstützende Druckbrücke aufweisen. Die Dehnungsmeßvorrichtung kann als Wegmeßfühler auch ein induktives Fühlglied oder einen photoelektrischen Abtaster haben.

Claims (18)

1. Schraubenspannvorrichtung für die Deckelverschraubung an Reaktordruckbehältern, mit mindestens einer an einem Trag­ element angeordneten Spannzylindervorrichtung zum axialen Dehnen der in Gewindebohrungen des Reaktordruckbehälters eingeschraubten Spannbolzen, wobei die Spannzylindervor­ richtung über ein Koppelelement mit dem aus der Gewinde­ bohrung herausragenden Schraubenbolzenkopf kraftüber­ tragend koppelbar ist, und mit einem Mutterndrehantrieb zum Fest- bzw. Losdrehen der Deckelmutter bei axial ge­ dehntem Schraubenbolzen, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Schraubenspannvorrichtung (16) in Zuordnung zu der Spannzylindervorrichtung (21) eine die Schraubenbolzendehnung messende Dehnungsmeßvorrich­ tung (42) aufweist, die als Meßwertgeber einen die durch die Schraubenbolzendehnung bewirkte Lageveränderung des Schraubenbolzenkopfes (26) abtastenden Meßfühler auf­ weist und über eine Meßwertübertragung mit einer Anzeige- und/oder Steuervorrichtung gekoppelt ist.
2. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnungsmeßvorrich­ tung (42) einen elektrische Wegmeßsignale liefernden Weg­ meßfühler, vorzugsweise in Gestalt eines Linearpotentio­ meters (45), aufweist.
3. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, da­ durch gekennzeichnet, daß die Deh­ nungsmeßvorrichtung (42) aus einem axial oberhalb des Schraubenbolzens (14) angeordneten, zur Dehnungsmessung gegen den Schraubenbolzenkopf (26) anstellbaren Meßkopf (44) besteht.
4. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der an einem Meßkopf­ träger (49) angeordnete Meßkopf (44) ein in Axialrichtung federelastisch abgestütztes, in seiner Meßposition am Schraubenbolzenkopf (26) dessen Lageveränderung gegen die Federrückstellkraft folgendes Meßglied (46, 51) auf­ weist.
5. Schraubenspännvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Axialbohrung (62) des Schraubenbolzens (14) eine in dessen Fußbereich (64) abgestützte, vom Meßkopf (44) ab­ getastete Meßstange (63) angeordnet ist, wobei der Meß­ kopf (44) die Relativverschiebung zwischen der feststehen­ den Meßstange (63) und dem sich dehnenden Schraubenbolzen (14) abgreift.
6. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf dem oberen Ende (65) der Meßstange (63) eine im Schraubenbolzenkopf (26) axial verschiebliche, von einer Feder (68) gegen die Meßstange (63) gedrückte Meßstangenverlängerung (67) ab­ stützt, gegen die der Meßkopf (44) mit dem Wegmeßfühler (45) anstellbar ist.
7. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, da­ durch gekennzeichnet, daß der Meß­ kopf (44) ein sich gegen den Schraubenbolzenkopf (26) von oben abstützendes, gegenüber dem stehenden Meßfühler (47) gegen die Rückstellkraft einer Federvorrichtung (55) axial anhebbares Topfstück (51) aufweist.
8. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Topfstück (51) etwa topfförmig ausgebildet ist und in der Meßposition mit sei­ nem Topfmantel (52) das obere Ende des Schraubenbolzen­ kopfs (26) mit Führungsspiel umgreift, wobei es innensei­ tig eine, vorzugsweise von mehreren axialen Stützfüßen (53) gebildete, sich auf dem Stirnende (54) des Schraubenbolzen­ kopfs (26) abstützende Stützauflage aufweist, und daß der Wegmeßfühler (45) mittig im Topfstück (51) und gegenüber diesem am Meßkopfträger (49) feststehend angeordnet ist.
9. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßkopfträger (49) aus einem axialen Trägerrohr besteht, durch das eine der Meßwertübertragung dienende elektrische Leitungsverbindung (43) hindurchgeführt ist.
10. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schraubenbolzenkopf (26) aus einem mit dem obe­ ren Ende des Schraubenbolzens (14) zug- und drehfest ver­ bundenen Adapterstück (56) besteht, das als Kupplungs­ stück für den Kupplungsanschluß an einem den Schrauben­ bolzen (14) in die Gewindebohrung eindrehenden bzw. aus dieser herausdrehenden Schraubendrehgerät ausgebildet ist.
11. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßstangenverlänge­ rung (67) mit ihrer Feder (68) in einer Axialbohrung (66) des lösbar am Schraubenbolzen (14) angeschlossenen Adapter­ stücks (56) angeordnet ist.
12. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das mit einem Innenmehrkant (58) auf das Schraubenbolzenende drehschlüssig aufgesteckte Adapterstück (56) durch eine seine Axialbohrung (66) durchgreifende, die Meßstangen­ verlängerung (67) nebst Feder (68) aufnehmende Gewinde­ hülse (59) am Schraubenbolzen (14) festgelegt ist, die mit ihrem Gewindeende in die die Meßstange (63) aufnehmen­ de Axialbohrung (62) des Schraubenbolzens (14) einge­ schraubt ist und an dem anderen Ende einen das Adapter­ stück (56) übergreifenden Kragen (60) od. dgl. aufweist.
13. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnungsmeßvorrichtung (42) mit dem am Meßkopfträger (49) angeordneten Meßkopf (44) in einer den Schraubenbolzen (14) aufnehmenden axialen Durchführungsöffnung (25) des zur Schraubenbolzendehnung auf dem Deckel (12) des Reaktor­ druckbehälters (10) absetzbaren Tragelements (22) ange­ ordnet ist.
14. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das die hydraulische Spannzylindervorrichtung (21) mit dem Schraubenbolzen (14) koppelbare Koppelelement (31) aus einer auf ein Gewinde (32) am Schraubenbolzenende aufschraubbaren Greifmutter besteht, in deren Inneren sich der Meßkopf (44) unterhalb eines Drehantriebs (36) für die Greifmutter (31) und oberhalb des Mutterndrehantriebs (40) für die Deckelmutter (39) be­ findet.
15. Schraubenspannvorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannzylindervor­ richtung (21) aus einem die Greifmutter (31) umschließen­ den, gegen das Tragelement (22) abgestützten Ringzylinder (28) mit Ringkolben (29) besteht.
16. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das den Meßkopfträger (49) bildende Trägerrohr oben aus der Durchführungsöffnung (25) des Tragelements (22) heraus­ ragt und am oberen Ende mit dem Tragelement (22) oder einer dieses tragenden Aufhängung (48) verbunden ist.
17. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das auf dem Deckel (12) absetzbare Tragelement (22) ring- oder ring­ segmentförmig ausgestaltet ist und auf dem Teilkreisumfang der Schraubenbolzen (14) mehrere Spannzylindervorrichtungen (21) mit zugeordneten Dehnungsmeßvorrichtungen (42) auf­ weist.
18. Schraubenspannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinheit (20) vorgesehen ist, mit der die Spannzylinder­ vorrichtung(en) und/oder die Mutterndrehvorrichtung(en) nach Maßgabe der gemessenen Schraubendehnungen steuerbar ist bzw. sind.
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