DE4243136C1 - Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein Werkstück - Google Patents
Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein WerkstückInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Aufbringen eines
Lacküberzuges nach der Gattung des Hauptanspruchs. Bei bekannten
Verfahren dieser Gattung wird der Lack in Form eines Sprühstrahls
aufgetragen und die exakte Positionierung und scharfe Seitenbe
grenzung des Lacküberzugs durch Abdeckelemente erreicht, die vor dem
Aufspritzen des Lacks über das Werkstück gelegt und danach wieder
von diesem entfernt werden. Dieses Verfahren ist umständlich, zumal
die Abdeckelemente in kurzen Zeitabständen entlackt werden müssen,
wenn die an die Positionierung und Seitenbegrenzung des Lacküberzugs
gestellten Forderungen sicher erfüllt werden sollen. Außerdem eignet
sich das bekannte Verfahren nicht für eine automatisierte Fertigung,
in welcher eine rasche Umstellung auf das Lackieren unterschied
licher Werkstücke beziehungsweise unterschiedlicher Bereiche von
Werkstücken möglich sein soll.
Zum Stand der Technik zahlt ferner ein Verfahren, bei welchem eine
tintenähnliche Flüssigkeit in Form eines gebündelten, durch Elektro
denplatten lagegesteuerten Spritzstrahls zum Erzeugen eines Schrift
bildes auf ein Werkstück aufgebracht wird.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Aufbringen von
Lacküberzügen bereitzustellen, das in eine automatische Fertigung
eingebunden werden kann, wobei auch unterschiedliche Werkstücke
und/oder unterschiedliche Bereiche von Werkstücken einfach und ohne
aufwendige Umstellarbeiten lackierbar sein sollen.
Das erfindungsgemäße Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Hauptanspruchs hat den Vorteil, daß es ohne Abdeckelemente auskommt
und sich daher einfach automatisieren läßt. Durch das gezielte Auf
bringen des Lacks in Form eines scharf gebündelten Strahls wird der
Lackverbrauch minimiert und eine Verschmutzung der umliegenden Be
reiche der Arbeitsstelle sowie eine dadurch bedingte Geruchsbe
lästigung weitgehend vermieden; so daß das erfindungsgemäße Ver
fahren auch umweltfreundlicher als das vorstehend angeführte be
kannte Verfahren ist.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vor
teilhafte Weiterbildungen des Verfahrens nach dem Hauptanspruch
möglich.
Eine besonders gleichmäßige und homogene Oberflache des Lacküberzugs
ergibt sich, wenn der Spritzstrahl und/oder das Werkstück oszil
lierend hin- und herbewegt werden.
Die oszillierende Bewegung des Spritzstrahls kann beispielsweise
durch mechanisches Bewegen der Spritzdüse beziehungsweise des
Spritzkopfes hervorgerufen werden.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird die oszil
lierende Bewegung des Spritzstrahls dadurch erzeugt, daß ein
elektrisch leitfähiger und/oder ionisierbarer Lack verwendet und der
Spritzstrahl zwischen Elektrodenplatten hindurchgeführt wird, die an
ein Gerät zur oszillierenden Strahlsteuerung angeschlossen sind.
Durch entsprechende Programmierung des Steuergerätes kann die Be
wegungscharakteristik auch bei feststehender Spritzdüse den Beson
derheiten des jeweiligen Anwendungsfalles einfach angepaßt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich vorteilhaft auch
zwei Komponentenlacke fertigungsgerecht verarbeiten, wobei die
beiden Komponenten des Lacks gleichzeitig oder kurzzeitig aufeinan
derfolgend jeweils auf ein- und denselben Zielpunkt beziehungsweise
Zielbereich "naß in naß" aufgespritzt werden.
Um ein Verkleben der Spritzdüse zu vermeiden, wird weiter vorge
schlagen, daß beim Werkstückwechsel ein Leerlaufstrahl des Lacks in
einer Rückführeinrichtung aufgefangen wird.
Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist das Lackieren von in Achsrichtung begrenzten Abschnitten be
ziehungsweise Ringbereichen von rotationssymmetrischen Werkstücken,
beispielsweise von Einspritzventilen für Kraftfahrzeuge, deren beide
Stirnbereiche eine metallisch blanke Oberfläche haben sollen. Bei
relativ schmalen Ringbereichen kann der Spritzstrahl des Lacks
oszillierend über die ganze axiale Breite des Ringbereichs geführt
werden. Beim Aufbringen von in Achsrichtung breiten Lacküberzügen
kann es zweckmäßig sein, den Oszillationshub des Spritzstrahls
kleiner als die axiale Erstreckung des zu lackierenden Werkstückab
schnitts zu bemessen und dem Werkstück einen axialen Vorschub zu
erteilen. In diesem Fall kann vorteilhaft das Gerät zur oszillieren
den Strahlsteuerung auch einen Antrieb für die Drehung und den
axialen Vorschub des Werkstücks steuern.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann selbstverständlich auch zum
Auftragen von exakt lageorientierten und begrenzten Lackschichten
auf ebenen Flächen an Werkstücken beziehungsweise Substraten ange
wendet werden.
Ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zur Durchführung des er
findungsgemäßen Verfahrens ist in der Zeichnung schematisch darge
stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
In der dargestellten Einrichtung wird ein Werkstück 1, nämlich ein
Einspritzventil, in dem durch einen Doppelpfeil gekennzeichneten,
rotationssymmetrischen Bereich 2 mit einem geschlossenen Lacküberzug
versehen. Der Lack wird über eine Zuleitung 3 einem Spritzkopf 4
zugeführt in welchem der Lack elektrostatisch aufgeladen be
ziehungsweise aufbereitet und zu einem scharf gebündelten Spritz
strahl geformt wird. Der in der Zeichnung nicht sichtbaren Spritz
düse des Spritzkopfes 4 liegt koaxial ein Auffangtrichter 5 gegen
über, von dem eine Rückleitung 6 zurück zu einem Lackbehälter führt.
Zwischen dem Spritzkopf 4 und dem Auffangtrichter 5 sind zu beiden
Seiten der gemeinsamen Achse 7 dieser Teile mit unterschiedlichem
Abstand je eine Elektrodenplatte 8, g angeordnet, die über Leitungen
10, 11 an ein programmierbares Steuergerät 12 angeschlossen sind.
Das Werkstück 1 ist in eine Vorrichtung eingespannt, die in der
Zeichnung durch zwei sich koaxial gegenüberliegende Zentrier- und
Spannelemente 14, 15 angedeutet ist. Die Vorrichtung ist mit einem
motorischen Antrieb 16 versehen, der das eingespannte Werkstück 1 in
Richtung des Pfeils 17 zu drehen und in Richtung des Doppelpfeiles
18 hin- und her zu bewegen vermag. Der Antrieb 16 wird vom Steuer
gerät 12 synchron mit den beiden Elektrodenplatten 8, 9 in der nach
stehend beschriebenen Weise gesteuert.
Bei einem Lackiervorgang erzeugen die beiden Elektrodenplatten 8, 9
ein elektrostatisches Feld, das einem aus dem Spritzkopf 4 aus
tretenden Spritzstrahl 20 des Lackes aus der Achse 7 aus- und auf
den zu lackierenden Bereich 2 des Werkstücks 1 hinlenkt. Dabei
werden die Elektrodenplatten 8, 9 über das Steuergerät 12 derart
oszillierend geschaltet, daß sich der Spritzstrahl 20 zwischen der
mit einer vollen Linie gezeichneten Lage in die mit einer ge
strichelten Linie 20a angedeuteten Lage oszillierend hin- und her
bewegt. Gleichzeitig wird das Werkstück 1 durch den Antrieb 16 ge
dreht und axial aus einer Anfangsstellung heraus soweit verschoben,
daß der Spritzstrahl 20 den gesamten Bereich 2 des Werkstücks 1
spaltfrei überstreicht. Dabei wird bei jeder Umdrehung des Werk
stücks 1 ein Lackstreifen 21 auf die Werkstückoberfläche aufge
tragen, dessen Breite dem Oszillierhub des Spritzstrahls 20 ent
spricht.
Bei dem beschriebenen Verfahren trifft der Spritzstrahl 20 mehrfach
auf jeden Punkt des zu lackierenden Bereichs 2 auf, so daß sich
trotz der scharfen Bündelung des Spritzstrahls 20 ein homogener
Lacküberzug mit exakter Kantenbegrenzung ergibt. Während des Werk
stückwechsels wird bei weiterer, gegebenenfalls gedrosselter Lack
zufuhr das elektrostatische Feld zwischen den beiden Elektroden
platten 8, 9 abgeschaltet, worauf der weiter austretende Spritz
strahl als Leerlaufstrahl in den Auffangtrichter 5 und von dort in
die Rückleitung 6 gelangt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein Werkstück,
der einen vorgegebenen Bereich der Werkstückoberfläche exakt mit
scharfer seitlicher Begrenzung überdeckt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Lack in Form eines gebündelten Spritzstrahls (20) auf das
Werkstück (1) aufgetragen wird, und daß durch gesteuertes Bewegen
des Spritzstrahls (20) und/oder des Werkstücks (1) der Spritzstrahl
(20) über den gesamten zu lackierenden Bereich (2) der Werkstück
oberfläche geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Spritzstrahl (20) und/oder das Werkstück (1) oszillierend hin- und
herbewegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein
elektrisch leitfähiger und/oder ionisierbarer Lack verwendet und der
Spritzstrahl (20) zwischen Elektrodenplatten (8, 9) hindurchgeführt
wird, die an ein Gerät (12) zur oszillierenden Strahlsteuerung
angeschlossen sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Zweikomponentenlack verwendet wird und die
beiden Komponenten "naß in naß" aufgespritzt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß beim Werkstückwechsel ein Leerlaufstrahl des Lacks
in einer Rückführeinrichtung (5, 6) aufgefangen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß es zum Lackieren von in Achsrichtung begrenzten
Abschnitten beziehungsweise Ringbereichen (2) von rotationssymme
trischen Werkstücken (1) verwendet wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 3 und 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gerät (12) zur oszillierenden Strahlsteuerung auch einen An
trieb (16) für die Drehung und den axialen Vorschub des Werkstücks
(1) steuert.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4243136A DE4243136C1 (de) | 1992-12-19 | 1992-12-19 | Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein Werkstück |
| PCT/DE1993/001181 WO1994014545A1 (de) | 1992-12-19 | 1993-12-10 | Verfahren zum aufbringen eines lacküberzugs auf ein werkstück |
| AU56226/94A AU5622694A (en) | 1992-12-19 | 1993-12-10 | Process for applying a coat of lacquer on a workpiece |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4243136A DE4243136C1 (de) | 1992-12-19 | 1992-12-19 | Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein Werkstück |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4243136C1 true DE4243136C1 (de) | 1994-05-26 |
Family
ID=6475869
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4243136A Expired - Fee Related DE4243136C1 (de) | 1992-12-19 | 1992-12-19 | Verfahren zum Aufbringen eines Lacküberzugs auf ein Werkstück |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| AU (1) | AU5622694A (de) |
| DE (1) | DE4243136C1 (de) |
| WO (1) | WO1994014545A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2009043710A1 (de) * | 2007-10-04 | 2009-04-09 | Elantas Gmbh | Drahtlacke mit guter haftung auf elektrischen leitern |
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-
1992
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1993
- 1993-12-10 WO PCT/DE1993/001181 patent/WO1994014545A1/de not_active Ceased
- 1993-12-10 AU AU56226/94A patent/AU5622694A/en not_active Abandoned
Non-Patent Citations (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO1994014545A1 (de) | 1994-07-07 |
| AU5622694A (en) | 1994-07-19 |
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