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Verfahren zur Herstellung von Zündschnüren. Die vorliegende Erfindung
bezieht sich auf solche Zündschnüre, bei denen das eigentliche Zündmittel, z. B.
präparierter Faden (Pulver), von einer Umhüllung umgeben ist.
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Die Umhüllung, welche im folgenden auch als Zündschnurschlauch oder
Mantel bezeichnet wird, wird bisher meist in der Weise erzeugt, daß um die aus Zündmittel
bestehende Seele eine oder mehrere Lagen Garn gewunden oder geflochten «erden oder
ein aus Garn gewebtes Band darumgewickelt wird. Meist wird diese Umhüllung mit Leimfarbe
oder Teer oder Pech imprägniert, indem die Schnur durch ein Leim-, Teer- oder Pechbad
gezogen wird. Vor dem Aufrollen werden die im übrigen fertigen Schnüre nötigenfalls
mit Bergkreide oder einem anderen Mineralpulver eingestäubt.
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Die dem vorliegenden Verfahren zugrunde liegende Absicht ist: die
Herstellung der Zündschnüre zu verbilligen, die Qualität und das Aussehen zu verbessern
und die Erzeugung zu vereinfachen oder zu erleichtern bzw., wenn malt nicht -alle
diese Vorteile gleichzeitig nebeneinander erreicht, einen dieser Vorteile zu erzielen.
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Erreicht wird die genannte Absicht nach der vorliegenden Erfindung
dadurch, daß man die bisher zur Erzeugung der Umhüllung verwendeten Materialien,
insbesondere das Garn, ganz oder teilweise durch Fasern oder unversponnenes faseriges
oder schwammiges Material oder durch Fasern enthaltendes unversponnenes Material
ersetzt oder außer den bisher verwendeten Materialien noch Fasern oder unversponnenes
faseriges öder schwammiges Material oder Fasern enthaltendes unversponnenes Material
zum Aufbau der Umhüllung verwendet.
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Das ist das Wesen der vorliegenden Erfindung. Einige besondere Ausführungsbeispiele
sind folgende: a) Man verwendet zur Umwickelung nur die halbe Anzahl Garnfäden,
legt aber unter diese Garnumwickelung eine Schicht unversponnene Fasern, etwa Baumwollabfälle,
Tierhaare, Kunstrolle, Juteabfälle.
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Vorteile: i. Verbilligung durch Ersparnis der halben Garnmenge. Der
Kostenaufwand für die Fasern beträgt nur einen kleinen Bruchteil der Garnkosten.
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2. Qualitätsverbesserung dadurch, daß die Faserschicht ein engmaschiges
Netz bildet, welches keine Stichflammen, sondern nur Pulverdampf durchläßt.
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3. Wenn die Zündschnur scharf umgebogen wird, gibt die Faserschicht
nach, ohne daß Spalten entstehen.
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b) Man gibt um die Pulverseele eine Garn-' umwickelung, darauf eine
zweite Garnumwickelung, imprägniert mit einer klebenden Masse und trägt an Stelle
der bei der bisherigen Arbeitsweise oft folgenden dritten Garnumwickelung eine Schicht
Wollfasern auf.
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Vorteile: i. Verbilligung durch den Wegfall der dritten Garnumwickelung
und der dann nötigen zweiten Imprägnierung.
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2. Qualitätsverbesserung wie bei a, 2 und 3. 3. Qualitätsverbesserung
dadurch, daß die Schnüre auch bei warmer Lagerung nicht aneinanderkleben; weil die
Wollfaserschicht
etwa vorhandenen überschuß von klebriger Imprägnierungsmasse
zwischen ihren einzelnen Fäserchen aufnimmt und nicht bis an die Außenfläche der
Schnur gelangen läßt.
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c) Man gibt um die Pulverseele eine Lage Garn, imprägniert diese mit
klebriger Masse, läßt eine Lage Fasern, nochnialigc Imprägnierung mit klebriger
Masse urd nochmaligo Faserauftragung folgen.
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Vorteile: i. Verbilligung durch Wegfall der durch die zwei Faserschichten
ersetzten zwei Garnumwickelungen.
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2. Qualitätsverbesserung dadurch, daß keine Stichflammen, sondern
nur Pulvergase durch den Mantel dringen können. Der filzähnliche Mantel bläht sich
beim Abbrennen der Schnur auf, aber Stichflammen gehen nicht durch.
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3. Die abgebrannte Schnur glimmt nicht nach.
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.4. Die Zündschnur verträgt schärfste Abbiegung oder Knickung, ohne
daß sich Risse und Spalten im Mantel bilden.
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d) Man umkleidet die aus Zündmittel bestehende Seele direkt mit einer
aus faseriger oder filziger Masse bestehenden Schicht, nötigenfalls unter Zusatz
eines Bindemittels, und schützt diese Umkleidung, wenn nötig, durch Auftragung weiterer
Schichten aus klebriger Masse und Fasern.
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Vorteile: i. Billigkeit.
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2. Geringes Gewicht der Zündschnur.
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3. Geringer Durchmesser der Zündschnur. e) Man umkleidet vorteilhaft
mittels einer Schlauchpresse die aus Zündmittel bestehende Seele finit einer Schicht
aus Gummi oder ähnlicher Masse mit oder ohne Faserzusatz und trägt auf diese Schicht
Fasern auf.
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Vorteile wie bei d.
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Geeignete Fasern oder geeignetes unversponnenes faseriges oder schwammiges
Material im Sinne der Erfindung sind z. B.: Abfallfasern der Textilindustrie, Kunstwolle,
unversponnene pflanzliche oder tierische Fasern, Haare, Asbestfasern, Glas-oderSclilackenwolle,
Kunststoffasern, Kunstseide-Abfallfasern, Holzmehl,Ledermehl oder sonstige organische,
mehr oder weniger staubähnliche Stoffe, deren Partikel entweder infolge der faserigen
Struktur des Rohstoffes, aus dem sie gewonnen sind, oder der Art ihrer Zerkleinerung
faserige oder filzige Struktur oder Form haben oder schwammigeEigenschaft haben,wieSchwammmehl,
Korkmehl, Gummimehl.
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Falls die Substanzen kurzfaserig sind, werden sie vorteilhaft mittels
Preßluft, Windstrom oder Aufschleudern aufgetragen, falls sie langfaserig sind,
kann man die Fasern auch vor dem Auftragen, ähnlich wie es in der. Spinnerei vor
dem Verspinnen geschieht, zu einem Flor oder Vließ ordnen oder einen watteähnlichen
oder filzähnlichen Streifen aus dem Fasermaterial formen und diesen um die imprägnierte
oder mit Klebmittel überzogene Schnur legen.
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Das Imprägnierungs- oder Bindemittel kann man vor oder nach oder gleichzeitig
mit der Auftragung der Faser- oder Filzschicht auftragen, man kann auch die Fasern
vor dem Auftragen imprägnieren oder die Fasern dem Imprägnierungs- oder Bindemittel
beimengen. Man kann auch nach Erzeugung einer filzähnlichen Umkleidung noch eine
Umkleidung in der alten Weise folgen lassen oder mehrere Faserumkleidungen und Imprägnierungen
aufeinanderfc1gen lassen.
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Einige bisher noch nicht hervorgehobene Vorteile des neuen Verfahrens
sind noch folgende: i. Wenn beim Arbeiten nach dem alten Verfahren über eine Schicht
aus Imprägnierungs- oder Dichtungsmasse noch eine Lage Garn gewickelt wurde, karre
es bisweilen vor, daß Fäden infolge der starken Spannung beim Wickeln die noch weiche
Imprägnierungsmasse- oder Dichtungsmasseschicht durchschnitten und an -der- betreffenden
Stelle die Dichtungsschicht unterbrochen war. Die Schnur war infolgedessen an dieser
Stelle nicht wasserdicht. Beider Auftragung von Fasern kann eine solche Durchschneidung
.der Dichtungsschicht durch die Fasern nicht vorkommen, weil die Fasern während
ihrer Auftragung nicht gespannt sind.
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2. Durch eine filzähnliche oder aus faserigeiii Material bestehende
Schicht wird die darunter befindliche Imprägnierungs-oder Dichtungsmasseschicht
viel widerstandsfähiger gegen äußere Einwirkungen und Verletzungen als durch die
bisher übliche Einstäubung der Außenschicht mit Bergkreide. Die Faserschicht wird
nicht so leicht abgekratzt oder abgeschleudert wie eine Schicht aus Bergkreide oder
anderem mineralischen Pulver, weil die einzelnen Fäserchen sich bei der Auftragung
in die noch weiche Imprägnierungsmasse einstechen und infolge ihrer Biegsamkeit
einem abscherend wirkenden Angriff ausweichen. Schwammige Teilchen saugen sich fest
und bieten ebenso wie Fasern infolge ihrer Elastizität einer abkratzend oder abscherend
wirkenden äußeren Einwirkung keine gute Angriffsmöglichkeit.
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3. Eine filzähnliche oder faserige Schicht macht die Oberfläche der
Schnur gut aufnahmefähig-für einen Farb- oder Lack- oder Leimanstrich, weil die
einzelnen Fäserchen einerseits mit der Barunterliegenden Schicht, anderseits -mit
der Barüberliegenden Schicht verbunden sind und gewissermaßen eine Verzahnung beider
Schichten bilden, welche
eine Trennung, etwa ein Abblättern der
äußeren Schicht, verhindert.
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Eine Umwickelung- mit Garn oder aus Garn bestehenden Bändern läßt
zwischen den einzelnen Fäden oder den Maschen des Bandes meist verhältnismäßig große
Poren frei. Wenn diePoren auchzunächstdurchImprägnierungsmasse verklebt sind, so
-schmilzt die Imprägnierungsmasse doch während des Abbrennens der Zündschnur und
quillt durch die großen Poren heraus. Hierbei blasen auch manchmal Stichflammen
mit heraus, man sagt: »Die Schnur funkt«. Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen
oder Entzündung von leicht brennbarem Material können durch eire funkende Schnur
veranlaßt- werden. Bei Zündschnüren mit filziger oder faseriger Schicht wurde bisher
niemals beobachtet, daß die Schnur funkt. Dieses gute Verhalten ist dadurch begründet,
daß die filzige oder faserige Schicht nicht wenige große, sondern viele winzig kleine
Poren hat, welche zwar die Verbrennungsgase des Pulvers, aber keine Stichflammen
oder Funken durchlassen. Die filzige oder faserige Schicht der Zündschnüre bewirkt
auch folgendes nützliche, weil gleichfalls das Durchschlagen von Stichflammen erschwerende
Verhalten: Beim Abbrennen von mit Imprägnierungsmasse von geeignetem Schmelzpunkt
imprägnierten und mit geeigneten Fasern umkleideten Zündschnüren löst sich während
des Brennens der Zündschnur die filzige Ummantelung als geschlossener, nur durch
viele kleine Poren Dampf durchlassender Schlauch von der Unterlage, dieser Schlauch
bläht sich auf (infolge der Dehnbarkeit des Filzes), es bildet sich zwischen Seele
der Schnur und Filzmantel eine Pulverdampfschicht, welche gegen die aus der brennenden
Seele herausschießenden Stichflammen wie ein druckverteilendes und stoßabschwächendes
Luftpolster wirkt und ein Durchbrechen der Stichflamme n sicher verhindert.
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5. Zündschnüre mit aus Garn gebildeter Umhüllung explodieren manchmal
oder geben vorzeitige Zündungen. Das hat folgende Gründe: Die Zündschnüre mit Garnumhüllung
müssen, das ist durch die Fabrikationsart bedingt, fest gewickelt werden, und es
muß festes Garn verwendet werden, weil das Garn wegen der während der Umwickelung
auftretenden Spannung sonst beim Umwickeln oft reißt. Die ganze Garnumhüllung bildet
also einen sehr festen und nicht nachgebenden Panzer, besonders wenn eine schwer
schmelzende Imprägnierungsmasse oder Leim j die Poren verschließt und doppelt oder
dreifach umwickelte Schnur vorliegt. Beim Abbrennen solcher Schnur platzt ---manchmal-
-durch den Druck der Verbrennungsgase die -Schnur, oder, was noch schlimmer ist,
das Feuer in der Schnur wird durch den Druck der nicht schnell genug entweichenden
Gase viel schneller vorwärts getrieben, als der nortnale.i Brenngeschwindigkeit
entspricht. In diesem Falle hat die Schnur eine ungleiche, stellenweise zu hohe
Brenngeschwindigkeit, der Schuß geht früher los, als es gemüli der Schnurlänge berechnet
wurde, und die Sicherheit. der Arbeiter wird gefährdet. Zündschnüre, welche nach
dem neuen Verfahren erzeugt sind, zeigen den beschriebenen Übelstand nicht, weil
kein Panzer aus festem Garn vorhanden ist, sondern ein Mantel aus nachgebendem,
sich geschmeidig ausdehnenden Filz oder filzähnlichem bzw. faserigem Material.
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Eine Zündschnur nach Ausführungsbeispiel a ist in Abb.'r im Schnitt
skizziert. Abb. z stellt die Zündschnur nach Ausführungsbeispiel a in Ansicht unter
Bloßlegung der einzel.ien Schichten dar. Abb. 3 ist eine schematische Darstellung
des Erzeugungsvorganges. Der Erzeugungsvorgang ist hier wie folgt: Aus einem Pulvertrichter
rieselt durch ein Mundstück Pulver zwischen die Umwickelungsfäden, welche von auf
einer rotierenden Scheibe angeordneten Garnrollen kommen. Die durch die Garnfäden
zusammengehaltene Pulverseele läuft durch einen Trichter mit Fasern oder durch eine
andere geeignete Auftragsvorrichtung für Fasern und nimmt eine gewisse Fasernmenge
mit.
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Die mit anhängenden Fasern versehene Schnur wird mit einer zweiten
Garnumwickelung versehen. Hierzu dient ein zweiter Spinnteller (rotierender Garnrollenträger),
durch welchen die Zündschnur hindurchläuft.
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Ausführungsbeispiel b der Beschreibung wird durch Abb. ,4 im Schnitt
und Abb. 5 in Ansicht unter Bloßlegung der einzelnen Schichten dargestellt. Abb.
6 erläutert schematisch den Erzeugungsvorgang. Dieser ist wie folgt: Durch einen
Trichter rieselt Zündmittel zwischen die Garnfäden des ersten Spinntellers. Mittels
eines zweiten Spinntellers wird eine zweite Garnumwickelung aufgebracht. Dann durchläuft
die Schnur einen Klebemasseauftragsapparat und hierauf einen Faserauftragsapparat.
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Ausführungsbeispiel c der Beschreibung wird durch Abb. 7 im Schnitt,
durch Abb. 8 in der Ansicht unter Freilegung der einzelnen Schichten dargestellt.
Der Erzeugungsvorgang ist durch Abb.9 schematisch dargestellt. Der Vorgang ist wie
folgt: Aus einem Pulvertrichter rieselt Pulver zwisehen-die durch einen rotierenden
Spinnteller kommenden Fäden. Der durch die
Fäden zusammengehaltene
Zündmittelstrang passiert eine Klebemasseauftragsvorrichtung und dann einen Faserauftragsapparat,
dann abermals eine Klebemasseauftragsvorrichtung und abermals einen Faserauftragsapparat.
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Ausführungsbeispiel d der Beschreibung ist durch Abb. io im Schnitt
und durch Abb. i i in Ansicht unter Bloßlegung der einzelnen Schichten dargestellt.
Der Erzeugungsvorgang ist durch Abb. 1a schematisch dargestellt. Der Vorgang ist
wie folgt: In einer Strangpresse wird ein Zündmittelstrang erzeugt; dieser Strang
wird in einem Faserauftragsapparat mit einer Faserschicht versehen. Die aus dein
Faserauftragsapparat austretende Schnur durchläuft einen Klebemasseauftragsapparat
und hierauf nochmals einen Faserauftragsappärat.
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Eine Schnur nach Ausführungsbeispiel e der Beschreibung ist durch
Abb. 13 im Schnitt, durch Abb. 14 in Ansicht unter Bloßlegung der einzelnen Schichten
dargestellt.
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Abb. 15 erläutert einen Herstellungsvorgang. Dieser ist wie folgt:
Ein Zündmittelstrang wird durch eine Schlauchpresse mit einer Gummischicht umkleidet,
und auf diese Gummischicht werden mittels eines Faserauftragsapparates Fasern aufgebracht.
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Abb. 16 zeigt, daß die faserigen Materialien statt auf die fertige
Schnur auch auf die zur Umwickelung der Schnur dienenden Garnfäden aufgetragen werden
können, ehe die Garnfäden auf die Schnur gewickelt sind. In diesem Falle kann man
weniger Garnfäden als sonst verwenden. Die Garnfäden laufen vor der Aufwickelung
auf die Schnur durch Klebemasse, und auf die klebrigen Garnfäden werden Fasern aufgetragen.
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Die mit aufgeklebten Fasern versehenen Garnfäden werden auf die Zündschnur
gewickelt. Wenn die klebrigen Garnfäden beim Auftragen der Fasern in einer Ebene
liegen, so werden die Garnfäden durch die Fasern zu einem filzähnlichen Band vereinigt.
Statt des durch Garnfäden versteiften filzähnlichen Bandes kann auch ein anderer
irgendwie erzeugter Watte- oder Filzstreifen aufgewickelt werden.
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Abb. 17 zeigt in der Ansicht unter Bloßlegung der einzelnen
Schichten eine Zündschnur. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird um eine mit einer
Klebemasse überzogene Zündschnur ein Vließ aus Fasern (z.B. Wattestreifen) gelegt.
Dieser Wartestreifen kann durch eine Umwicklung noch besonders festgehalten werden.
Abb. 18 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Faserauftragsapparates.
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Der Faserauftragsapparat besteht hier aus einem Kasten, in dessen
unterem Teil Fasern liegen. An der Vorderseite besitzt der Kasten eine Eintrittsöffnung
für die Zündschnur, an der Rückseite eine Austrittsöffnung.
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Im Apparat dreht sich ein Schaufelrad, welches die im Apparat, liegenden
Fasern gegen. die durch den Apparat hindurchlaufende Zündschnur schleudert. Außerdem
befindet sich am Apparat ein Walzenpaar, welches die auf die Zündschnur geschleuderten
Fasern an die Zündschnur anpreßt.
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Vor (lern Eintritt in den Faserauftragäapparat durchläuft die Zündschnur
einen Apparat zur Auftragung von Klebemasse.