DE42252C - Apparate und Vorrichtungen zur Erzeugung von Elektricität durch Condensation von Dampf - Google Patents
Apparate und Vorrichtungen zur Erzeugung von Elektricität durch Condensation von DampfInfo
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02N—ELECTRIC MACHINES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H02N11/00—Generators or motors not provided for elsewhere; Alleged perpetua mobilia obtained by electric or magnetic means
- H02N11/002—Generators
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die gegenwärtige Erfindung bezieht sich auf Apparate, um Eiektricität zu erzeugen und
nutzbar zu machen. Zweck derselben ist, Eiektricität für industrielle Zwecke billig zu gewinnen
und die Nothwendigkeit der Aufstellung einer Dampfmaschine und einer Dynamomaschine
zu vermeiden.
Bei Ausführung dieser Erfindung lä'fst man Wasserdampf am besten bei niedriger Temperatur
condensiren; bei diesem Vorgang entläfst der Dampf seine Wärme, welche in eine gleichwerthige
Menge elektrischer Energie umgewandelt wird, die dann aufgespeichert oder zu industriellen Zwecken verwendet werden kann,
wie dies nachfolgend beschrieben werden soll.
Wenn man den auf diese Weise erzeugten elektrischen Strom ableitet und die Condensation
in continuirlichem Gange erhält, kann man den Strom selbst stetig erhalten. Ohne
Anwendung weiterer späterhin beschriebener Mittel liefse sich jedoch die Intensität und
Spannung des ,Stromes nur schwer controliren oder so weit feststellen, als für die verschiedenen
Bedürfnisse der Industrie nothwendig ist.
Diese Eiektricität kann, wenn gewünscht, durch eine Secundärbatterie geleitet und so
indirect verwerthet werden.
Die Methode oder Mittel, welche der Erfinder vorzugsweise benutzt, um diesen auf
billige Weise erzeugten elektrischen Strom nutzbar zu machen, besteht darin, ihn mittelst
Bürsten durch eine grofse Zahl Leydener Flaschen zu leiten, von denen jede sehr klein und nur einer schwachen Entladung
fähig ist.
Durch den vom Erfinder construirten Apparat werden die Flaschen nach einander sehr rasch
geladen und entladen und erzeugen so continuirliche Ströme in der äufseren Leitung.
Es kann dem in die Leitung gesandten Strom eine beliebige Stärke gegeben werden, indem
man die Flaschen in dem Augenblick zweckmäfsig verbindet, in welchem sie entladen werden.
Jede Flasche vermag ein gewisses Quantum Eiektricität und nicht mehr aufzunehmen; bringt
man sie mit einem Elektricitätserreger in Verbindung, so laden sie sich sämmtlich in ganz
gleichmäfsiger Weise, so dafs auch die Entladungen derselben ganz gleichförmig erfolgen
und die gewünschte Stärke haben. Mittelst der Ladungscontacte kann der Strom einer
oder mehreren Flaschen gleichzeitig zugeführt werden, und der Entladungscontact, welcher
den Strom den Flaschen entnimmt und in die Leitung führt, kann ebenfalls aus einer oder
mehreren Flaschen Strom nehmen. Man kann mehrere Ladungs- und Entladungscontacte benutzen.
Die Entladungscontacte können aus einer Anzahl Flaschen gleichzeitig die Entladungen
aufnehmen und diese Entladungen würden durch rasche Bewegung des Contactes ungemein rasch auf einander folgen. Der
Strom kann noch gleichförmiger gemacht werden, indem man die Entladungen so zahlreich
macht, dafs sie einander, praktisch genommen, zum Theil decken. Die auf diese Weise von
zwei oder mehr Entladungscontacten gesammelten Ströme können zu einem Nutzstrom
von erhöhter Intensität vereinigt werden. Diese verschiedenen Stromsammler können auf der-
selben Welle montirt sein, so dafs man durch entsprechende Einstellung derselben die von
den verschiedenen Stromsammlern herrührenden Pulsationen zum Verschwinden bringen
kann und so einen continuirlichen Strom in der Leitung erhält. .
Wenngleich es vorteilhaft ist, die Stromsammler sich drehen zu lassen, während die
Flaschen stillstehen, so könnte man auch die umgekehrte Anordnung treffen oder auch
Flaschen und Stromsammler in entgegengesetzten Richtungen drehen, wodurch die relative Geschwindigkeit der Theile erhöht
würde, ohne auch die Abnutzung der arbeitenden Theile zu erhöhen.
Der von einer Serie Flaschen gesammelte Strom kann zur Ladung einer zweiten Serie
von Flaschen benutzt werden, die sich am besten an einem entfernteren Punkte .der Linie
befindet, und diese letzte Reihe von Flaschen kann den Strom für eine zweite Linie bieten,
und liegen derartige Combinationen im Bereiche der gegenwärtigen Erfindung. Bei dieser
Art der Erzeugung der Elektricität ist es wünschenswerth,
die Linie am Ende in die Erde abzuleiten. Zwischen den Flaschen und der Erde befinden sich dann die Vorrichtungen,
um die Elektricität nutzbar zu machen. Von einer solchen Leitung können Zweigleitungen
ausgehen, durch welche dann Ströme fliefsen werden, deren ' Intensität abhängig ist vom
Widerstand der Zweigleitungen.
In den Zeichnungen ist Fig. ι ein Verticalschnitt
eines nach vorliegender Erfindung construirten elektrischen Apparates, Fig. 2 ein Aufrifs,
die Ladungs- und die Entladungscontacte zeigend, wie sie unabhängig von einander
wirken.
Fig. 3 ist eine Draufsicht eines der Stromsammler und der Commutatorplatte, Fig. 4 ein
Schema, welches zeigt, wie der von einer Serie von Flaschen gesammelte Strom benutzt werden
kann, um eine andere Serie von Flaschen zu laden, von welchen der Strom zur Linie
geht.
Fig. 5 ist eine schematische Ansicht einer Anordnung des Contactes gegen die Commutatorcontactspitzen.
Fig. 6 zeigt den Collector und den Commutator mit den Flaschen, wenn beide gedreht
werden sollen.
A ist ein gewöhnlicher Dampfkessel, der auf
isolirenden Stützen B ruht. C ist die Condensationskammer
mit einem halbkugelförmigen Obertheil oder Dom, von welchem zahlreiche Spitzen ausgehen können, um die Elektricität
aufzusaugen. Fist ein Dampfrohr, das in den Kessel mündet und oben mit einer gekrümmten
drehbaren Düse f versehen ist, ähnlich dem Endstück des Schlauches einer Gartenspritze;
durch den Austritt des Dampfes wird somit die Düse gedreht und der Dampfstrahl gegen
alle Theile des Domes gerichtet. Diese Düse ist im unteren Theile der Kammer C angeordnet.
Ein Rohr c kann das Condensationswasser aus der Kammer C ableiten und· einer
Pumpe zuführen, welche es wieder in den Kessel zurückpressen kann. D ist ein Eiskasten
oder Raum um den Dom der Condensationskammer C und wird im Sommer benutzt, um den Dom kühl zu halten und die
Condensation des Dampfes zu erleichtern. G ist ein Leiter, um den elektrischen Strom vom
Dom abzuleiten. Diese Form des Elektricitätserregers, der durch, natürliche oder künstliche
Kälte kühl gehalten wird, ist blos eine unter den .vielen möglichen Varianten, aber die Anwendung
eines kalt gehaltenen Condensators ist die wesentliche Eigentümlichkeit, welche
unveränderlich bleibt.
H ist der Sammel- und Vertheilungsapparat, der den Strom in die Leitung / abgiebt, welche
am entfernten Ende mit der Erde in Verbindung steht. Die Leitung kann einen oder
mehrere Apparate Q. enthalten, um die Elektricität nutzbar zu machen, oder auch eine
Zweigleitung i mit einer oder mehreren Verwendungsstellen für die Elektricität., Die zweckmäfsige
Vertheilung des Stromes zwischen der Linie I und dem Zweig i von der Abzweigungsstelle
der letzteren kann durch veränderliche Widerstände P regulirt werden. J sind
kleine Ansammlungsapparate oder Leydener Flaschen, von denen eine grofse Zahl vorhanden
sein kann; sie können dicht an einander gedrängt sein, und ihre Entladungscontacte
können mit einer Commutatorplatte verbunden sein und in Contactstücke k, Fig. 3
und 5, endigen. Eine Welle M1 welche einen Vertheilungs-(Ladungs-)Contact L und einen
Sammel-(Entladungs-)Contact N trägt, dreht sich beständig mit grofser Geschwindigkeit. Die
Contacte L und N sind von einander isolirt, indem der Contact N an der Welle M befestigt
ist, während der Contact L an einem Contactring / befestigt ist, welcher von der
Welle getragen wird, aber von derselben isolirt ist. Die Bürste g, welche mit dem vom Elektricitätserreger
ausgehenden Leiter G verbunden ist, schleift auf dem Ring /. Wenn die
Welle M gedreht wird, ladet der Ladungscontact L die Flaschen ebenso schnell, als der
Entladungscontact N sie entladet; um die Ladung der Flaschen zu erleichtern, kann ein
grofser Sammelapparat G1 im Leiter G zur Anwendung gelangen.
Wie in Fig. 1 dargestellt, verwendet man zwei Sätze solcher Ladungs- und Entladungscontacte
in Parallelschaltung, und da der eine Satz von Contacten ein wenig vor dem zweiten
zur Wirkung gelangen könnte, so körinte
hierdurch die Entladung gleichmäfsiger gemacht werden.
Statt dafs sich die Ladungs- und Entladungscontacte drehen, könnten auch die Flaschen
gedreht werden, oder es könnten sich beide Theile in entgegengesetzten Richtungen drehen,
wie dies in Fig. 6 dargestellt ist.
Die Contacte k der Flaschen können auf der Commutatorplatte K so angeordnet sein, wie
dies in Fig. 5 dargestellt ist, so dafs eine Anzahl Flaschen gleichzeitig entladen wird.
Bei der in Fig. 2 gezeichneten Construction hat man zwei Cömmutatorplatten für einen
Satz Flaschen. Die eine dient für den Ladungscontact L und die andere für den Entladungscontact
N. Man kann auch zwei oder mehr mit einander combinirte Ladungs- und Entladungsvorrichtungen
hinter einander schalten, wie in Fig. 4 angedeutet. Es ist hierbei J ein Satz von Flaschen, Jλ ein anderer Satz, und
die von J abgegebene Elektricität wird benutzt, um mittelst des Leiters G" den Satz J1 zu
laden, von welchem aus der Strom zur Linie I gesandt wird. Der Zweck dieser Anordnung
ist der, einen gleichmäfsigeren Strom zu erzielen und durch entsprechende Verbindung
der Flaschen dem Strom "die gewünschte Intensität zu geben.
P1 ist ein Sicherheitsentlader, der mit der Erde verbunden ist und eine Entladung bewirkt,
wenn die Spannung der angesammelten Elektricität zu grofs wird. Es wird hierdurch
die Gefahr, für die Arbeiter in der Nähe des Apparates beseitigt.
Die Leydener Flaschen können von der wohlbekannten Form sein oder können einfach
ebene Platten sein. Die Gestalt ist unwesentlich, da sich Erfinder nicht auf einzelne Details
beschränkt.
Es giebt viele Arten der Herstellung des Elektricitätserregers; das Wesen desselben bleibt
aber stets dasselbe, sonach wird der dargestellte Elektricitätserreger vollständig ausreichen, um
die Erfindung klar zu machen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Apparat zur Erzeugung eines continuirlichen und constanten Stromes für eine Linienleitung, bestehend aus einer Elektricitätsquelle, in welcher die Elektricität durch Condensation von Wasserdampf erzeugt wird, einer grofsen Anzahl von ein bestimmtes Mafs von Elektricität fassenden Leydener Flaschen, welche mit einem mit der Elektricuätsquelle verbundenen Leiter in rascher Aufeinanderfolge in leitende Verbindung treten, einem zweiten Leiter, welcher mit der Erde durch die Linienleitung verbunden ist und mit jeder der durch den ersten Leiter geladenen Flaschen in rascher Aufeinanderfolge in Verbindung gebracht wird, wobei beide Leiter mit genau derselben Geschwindigkeit bewegt werden, so dafs die Flaschen schnell geladen und entladen werden und so die Intensität und Spannung des nach der Linienleitung übergeführten Stromes constant sind.
- 2. Eine Vorrichtung zur Erzeugung eines elektrischen Stromes durch Condensation von Wasserdampf, darin bestehend, dafs man den Wasserdampf mittelst einer drehbaren Düse (f) in eine Kammer (C) treten läfst, welche von Eis oder einem geeigneten Kälteerzeugungsapparat umgeben ist und von welcher die durch die Condensation des Wasserdampfes erzeugte und vorzugsweise mittelst zahlreicher Spitzen aufgesaugte Elektricität durch einen Leiter (G) abgegeben wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE42252C true DE42252C (de) |
Family
ID=317668
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT42252D Expired - Lifetime DE42252C (de) | Apparate und Vorrichtungen zur Erzeugung von Elektricität durch Condensation von Dampf |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE42252C (de) |
-
0
- DE DENDAT42252D patent/DE42252C/de not_active Expired - Lifetime
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