DE4123496C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen einer LackschichtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Entfernen einer Lackschicht nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 4.
Aus der DE 32 29 720 ist es bekannt, Unterwasseranstriche an
Schiffskörpern oder Schleusentoren mittels Hochdruckwasserstrahlen zu
reinigen, wobei Düsen zur Abgabe der Hochdruckwasserstrahlen an einem
drehbar gelagerten, antreibbaren, in einem Gehäuse aufgenommenen Schaufelrad
angeordnet sind, wobei das Gehäuse einen Austragskanal für das
verunreinigte Waschwasser und eine sich an der zu reinigenden Fläche abstützende
Bürstendichtung aufweist.
Hochdruckwasserstrahlen werden auch zur Fassadenreinigung von
Gebäuden, zum Entrosten oder zum Schneiden von Beton und anderen Werkstoffen
verwendet, wobei jeweils Wasserstrahlen mit hohem Druck gegen
die behandelnde Oberfläche gerichtet werden.
Bleche wurden bisher durch Abbeizen entlackt. Dabei gelangen
schädliche Gase und Dämpfe in die Luft und in das Abwasser. Der dabei
entstehende, die Lackreste enthaltende Beizschlamm muß mittels Hochtemperaturverbrennung
entsorgt werden. Dieses Verfahren wurde bisher auch
zum Entlacken der Außenhaut eines Flugzeugs angewendet, wobei die Farbe
der Außenhaut und auch eine eventuelle Grundierung zu entfernen ist, um
den Rumpf auf Haarrisse kontrollieren zu können.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Entfernen einer Lackschicht nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 bzw. 4 zu schaffen, das ein hinsichtlich des Zeit- und Materialaufwandes
günstigeres, umweltschonendes Entlacken ermöglicht, ohne die
Oberfläche eines zu entlackenden Blechs, etwa die Außenhaut eines Flugzeugs,
zu verformen.
Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 bzw. 4 gelöst.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß mit einem
dünnen rotierenden Wasserstrahl bei verhältnismäßig niedrigem
Druck und hoher Umlaufgeschwindigkeit eines Wasserstrahles eine
das Blech nicht beschädigende, schnelle, umweltschonende Entfernung
des Lackes von dem Blech möglich wird.
Die Erfindung berücksichtigt, daß die Lackschicht des verwendeten
Lackes, wie z. B. Polyurethan, nur dann entfernt werden
kann, wenn der Wasserstrahl durch Risse in der Lackoberfläche
in den Zwischenraum zwischen der Oberfläche des Bleches bzw.
der Grundierung und der Lackschicht eindringen kann, die Lackschicht
unterwandert und durch den sich hinter der Lackschicht
aufbauenden Druck die Lackschicht zum Abplatzen oder Abspringen
bringt.
Durch Einwirken der Wassertröpfchen im Wasserstrahl wird kinetische
Energie auf die ausgehärtete Lackoberfläche übertragen.
Durch "Dauerbeschuß" infolge der schnellen Rotation der Düsen
wird das homogene Gefüge des Lackes, z. B. eines Epoxydharzes,
zerstört, und es kommt zur Rißbildung. Über die so gebildeten
Risse - bzw. bei älteren Lackschichten über bereits vorhandene
Risse - findet dann über den Staudruck beim Auftreffen der
Wasserstrahlen durch Umwandlung der kinetischen Energie in Druckenergie
eine Ablösung auf statischem Wege statt.
Die Erfindung berücksichtigt dabei, daß ein aus einer Düse austretender
Strahl eine energiereiche Kernzone aufweist, die über
eine gewisse Länge als Kompaktstrahl fortgesetzt wird, auf den
dann ein Zertropfungsbereich folgt. Im Bereich der beginnenden
Zertropfung herrscht bis zur Randzone des Wasserstrahles über den
gesamten Strahlquerschnitt eine hohe kinetische Energie.
Die Vorrichtung ist demnach möglichst so nahe an das zu entlackende
Blech heranzuführen, daß der Strahl im Bereich seiner beginnenden
Zertropfung auf die Lackoberfläche trifft.
Die Wirkung der mit der neuen Vorrichtung erzeugten Hochgeschwindigkeitsstrahlen
läßt sich dadurch erklären, daß beim Auftreffen
der Flüssigkeitspartikel auf die Lackschicht diese, ausgehend vom
Aufschlagzentrum, von einer Schockwelle durchlaufen wird. Diese
wird an der relativ glatten Grenzfläche der Lackschicht mehrfach
reflektiert und infolge der Verformung der Lackschicht abgedämpft.
In der Auftreffzone wird dabei eine kritische Spannungsintensität
überschritten. Dadurch entstehen an der Lackschichtoberfläche
Mikrorisse, die unter weiterer Belastung zusammenwachsen und
dadurch einen breiteren Riß für den Durchtritt des Wassers hinter
die Lackschicht bilden.
Eine Rißbildung kann auch dadurch bewirkt sein, daß die Lackschicht
infolge von Gasblaseneinschlüssen von kleinen Poren durchsetzt
ist. Trifft auf eine derartige Pore ein Flüssigkeitsstrahl,
baut sich an den Porenwänden ein sehr hoher Druck auf, da die
Flüssigkeit nicht seitlich abfließen kann. Dadurch kommt es zu
einer örtlichen Überlastung des Lackwerkstoffes und, ausgehend von
den Poren, zur Rißbildung.
Durch Vorschaltung eines Gleichrichters vor jede Düse kann der
Wasserstrahl dahingehend verbessert werden, daß der Kompaktstrahl
gleichmäßiger und damit energiereicher wird. Die Wasserströmung
tritt ungestört in die Düse ein.
Je nach Lackart, nach deren Qualität und Alter und der Dicke der
Lackschicht kann eine Anpassung der Vorrichtung hinsichtlich
anzuwendendem Druck sowie Düsenquerschnitt sowie auch der Lage
und des Querschnittes des Gleichrichters im Verhältnis zur Düse
erfolgen. Dementsprechend kann auch vor dem Lackabtragen ein
biologisches Quellmittel auf die Lackschicht aufgesprüht werden.
Nach einer bestimmten Quellzeit erfolgt dann ein Abschälen der
Lackschicht durch den rotierenden Wasserstrahl.
Mit der neuen Vorrichtung wird ein gegenüber dem bisherigen Entlacken
schnelleres, umweltfreundlicheres und weniger aufwendiges
Entlacken ermöglicht.
Die Zeichnung zeigt eine Ausführungsform der neuen Vorrichtung, in
Fig. 1 im Längsschnitt und in
Fig. 2 in Ansicht von unten.
Der Ständer 1 weist die zentrische Längsbohrung 1b auf, in die
über einen am Gewinde 1a zu befestigenden Druckwasserschlauch das
Druckwasser von einer Pumpe oder dgl. einführbar ist. Um den
unteren Bereich des Ständers 1 ist der Läufer 2 drehbar angeordnet.
Er ist über eine Labyrinthdichtung 2b gegenüber dem
Ständer 1 abgedichtet und wird über eine Scheibe 4 von einer
Schraube 6 axial unverschieblich am Ständer 1 gehalten. Sein
oberes Ende berührt den Ständer 1 nur in einer äußeren Ringzone
1c, wodurch eine Leichtläufigkeit des Rotors erreicht
wird. Etwa im mittleren Bereich des Läufers 2 ist ein Ringraum
2a abgebildet, in den über Querbohrungen 1d das Wasser
aus dem Ständer 1 eintreten kann. In einer von dem Ringraum 2a
ausgehenden Schrägbohrung 2c ist an deren äußeren Enden eine
Düse 5 mit Düsenöffnung 7 eingesetzt, z. B. eingeschraubt. Vor
der Düse befindet sich der Gleichrichter 3. Fig. 2 zeigt zwei
gegenüber der Mittellinie A-A in zueinander entgegengesetzter
Richtung versetzt angeordnete Austrittsöffnungen g des
Läufers 1, in die je eine Düse einsetzbar ist. Die Vorrichtung
zeichnet sich durch einfachen Aufbau und störungsfreien Betrieb
aus.
In Fig. 2 ist die versetzt zur Linie A-A liegende
Schrägbohrung 2c gestrichelt angedeutet. Sie liegt parallel
zur Linie A-A, seitlich versetzt und mündet in den um die
lotrechte Achse ringsrum verlaufenden Ringraum 2a. Diese
Anordnung bewirkt die Drehung des Läufers 2.
Die Düse 5 ist zwischen einer Mutter 10 und einem Dichtring 11
gehalten. In zwei weitere in Fig. 2 befindliche Öffnungen 9
können Blinddüsen eingesetzt sein. Die Tropfenbildung beginnt
je nach Druck und Düsendurchmesser im Abstand von 2 cm und mehr
von der Düsenöffnung 7.
Claims (13)
1. Verfahren zum Entfernen einer Lackschicht auf einer Oberfläche
mittels Hochdruckwasserstrahlen, dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Lackschicht zunächst ein biologisches Quellmittel
aufgegeben, vorzugsweise aufgesprüht wird, eine je nach Lackart, deren
Qualität sowie Alter und Dicke der Lackschicht bestimmte Quellzeit eingehalten
wird, danach das Abschälen der Lackschicht mit einem rotierenden
Hochdruckwasserstrahl bei einem Druck der Druckquelle und der
Strahlaustrittsdüsen im Bereich von 2×10⁷ bis 5×10⁷ Pa erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Entfernen der Lackschicht von einem dünnen Aluminiumblech, insbesondere
von der Außenhaut eines Flugzeugs, vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Entfernen einer Grundierung von der Oberfläche nach Entfernen der Lackschicht
vorgenommen wird.
4. Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht von dünnem
Blech, insbesondere von der Außenhaut eines Flugzeugs, dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen mit einer zentralen Längsbohrung
(1b) an eine Hochdruckquelle für Druckwasser anschließbaren Ständer (1)
und einen mindestens um einen Teilbereich des Ständers (1) herum rotierbar
angeordneten, an dem Ständer (1) axial festgelegten, mit einem Drehantrieb
versehenen Läufer (2), dem das Druckwasser aus der Längsbohrung
(1b) des Ständers (1) zuführbar ist und der mindestens zwei axial nach vorne
oder leicht schräg auswärts nach vorn gerichtete Düsen (5) für den Wasseraustritt
aufweist, so eingebaut hat, daß bei einem Arbeitsdruck der
Druckquelle und der Düsen (5) im Bereich von 2×10⁷ bis 5×10⁷ Pa und
Düsendurchmessern im Bereich von zweimal 1 mm bis zweimal 2,5 mm ein
Wasserdurchsatz von 20 bis 40 l/min bei Umdrehungszahlen im Bereich von
2000 bis 10 000 U/min erreichbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Strömungsgleichrichter (3) vor jeder Düse (5) eingebaut ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
daß als Drehantrieb mindestens eine Düse (5), vorzugsweise zwei einander
axial gegenüberliegende Düsen (5), von einer senkrecht zur Achse liegenden
Mittellinie A-A seitlich in entgegengesetzten Richtungen versetzt
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Düsen (5) einen schrägauswärts gerichteten
Anstellwinkel von bis zu 30° aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet
daß der Abstand zweier einander axial gegenüberliegender
Düsen (5) voneinander bis zu 70 mm beträgt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet
daß die Strömungsgleichrichter (3) aus einander rechtwinklig
sich kreuzenden Platten, die parallel zur Düsenachse angeordnet
sind, bestehen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß mit einem Betriebsdruck von 5×10⁷ Pa und Düsendurchmessern
von zweimal 1 mm ein Durchsatz von 20 l/min und eine Umdrehungszahl
von 6000 U/min einstellbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Entfernen einer gegebenenfalls zuvor mit einem
Quellmittel behandelten Lackschicht auf dünnem Blech keine Verformung
des Blechs erfolgt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß das Entfernen einer Grundierung auf einem dünnen Blech
nach vorherigem Entfernen der Deckschicht erfolgt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Labyrinthspaltdichtung (2b) mit den Ringspalt
zwischen Ständer (1) und Läufer (2) erweiternden, in dem Läufer (2) mit
Abstand voneinander angeordneten Ringnuten eingebaut ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4123496A DE4123496C2 (de) | 1990-07-18 | 1991-07-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht |
Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| DE9010701U DE9010701U1 (de) | 1990-07-18 | 1990-07-18 | Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht von dünnem Blech |
| DE4123496A DE4123496C2 (de) | 1990-07-18 | 1991-07-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4123496A1 DE4123496A1 (de) | 1992-05-21 |
| DE4123496C2 true DE4123496C2 (de) | 1993-11-11 |
Family
ID=25905517
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4123496A Expired - Lifetime DE4123496C2 (de) | 1990-07-18 | 1991-07-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen einer Lackschicht |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4123496C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19627973A1 (de) * | 1996-07-11 | 1998-01-15 | Voith Sulzer Papiermasch Gmbh | Reinigungsvorrichtung |
Families Citing this family (3)
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| DE4403327A1 (de) * | 1994-02-03 | 1995-08-10 | Karl Bauch | Reinigungsvorrichtung an mehrachsigen Werkzeugmaschinen |
| DE19756702A1 (de) * | 1997-12-19 | 1999-06-24 | Douven Manfred | Verfahren und Vorrichtung zur Regenerierung lackierter und/oder grundierter Bleche |
| DE10155759A1 (de) * | 2001-11-14 | 2003-05-22 | Henkel Gmbh | Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung der Gitterroste einer Lackierkabine |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3229720A1 (de) * | 1982-08-10 | 1984-02-16 | Paul 4740 Oelde Hammelmann | Hydrodynamische reinigungsvorrichtung vorzugsweise fuer schiffsaussenwaende |
-
1991
- 1991-07-16 DE DE4123496A patent/DE4123496C2/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19627973A1 (de) * | 1996-07-11 | 1998-01-15 | Voith Sulzer Papiermasch Gmbh | Reinigungsvorrichtung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4123496A1 (de) | 1992-05-21 |
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