DE4116567C2 - Partikelabsorber zum Abtrennen von mitgeführten Partikeln aus einem Metallstrom - Google Patents
Partikelabsorber zum Abtrennen von mitgeführten Partikeln aus einem MetallstromInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Partikelabsorber zum
Abtrennen von mitgeführten Partikeln aus einem Me
tallstrom nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Zur Reinigung von Flüssigkeiten sind beispielsweise Keramik
filter bekannt. Sie werden mit gutem Erfolg in Gießereien
eingesetzt, um Verunreinigungen, wie Schlacken, Sand und
Feuerfestmaterialien aus den herzustellenden Gußteilen fern
zuhalten.
Keramikfilter mit offenzelliger Schaumstruktur werden übli
cherweise durch Tränken von organischem Schaumstoff, etwa Po
lyurethanschaum, mit einem niedrig viskosen Keramikschlicker
oder durch Tränken mit einem hoch viskosen Schlicker und
Ausquetschen der Schlickerüberschüsse über Walzenpaare ge
fertigt.
Aus WO 82/03 339 ist ein Keramikfilter mit offenzelliger
Schaumstruktur auf der Basis von hochschmelzender Keramik
bekannt, der durch Imprägnieren eines organischen Schaum
stoffmaterials mit einem hochviskosen Keramikschlicker sowie durch
Trocknen und Erhitzen zum Entfernen des Schaumstoffmaterials
und Calzinieren erzeugt wird. Überschüssiger Schlicker wird
nach dem Durchtränken des Schaumstoffes entfernt, indem der
imprägnierte Schaumstoff durch ein System von Walzenpaaren
geführt wird. Zusätzlich können, an der Oberfläche des Fil
ters liegende exponierte Zellstege gegen Abbrechen gesichert
werden, indem der getrocknete imprägnierte Schaumstoff zu
sätzlich an der Oberfläche einer weiteren Imprägnierung mit
einem keramischen Schlicker unterworfen wird. Hierdurch wird
die Temperaturbeständigkeit des Filters erhöht. Diese Nach
behandlung ist jedoch einerseits insofern nachteilig, als in
Folge davon nicht nur die exponierten Zellstege, sondern
auch darunterliegende Bereiche des Filters mit einem zusätz
lichen Schlickerauftrag versehen werden, der die Durchläs
sigkeit des Filters beeinträchtigt.
Die Fertigung der beschriebenen Keramikfilter
ist aufgrund der vielfältigen Verfahrensabläufe
sehr aufwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen
Partikelabsorber nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
zu schaffen, der einfacher und mit größerer
Stabilität herstellbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Lehre des An
spruches 1 gelöst.
Für die Herstellung des Partikelabsorbers wird zunächst eine
Trägerstruktur gefertigt. Diese Struktur kann aus einem Drahtgeflecht,
Stahlwolle oder Kunststoff bestehen.
Besonders bewährt haben sich Drahtgeflechte, die sich z. Z.
einfach im Umgang und in der Verarbeitung erweisen. Verwendet wurden ge
schweißte und geflochtene Drahtgitter. Von besonderem Vorteil hat sich
die gleichmäßige Benetzbarkeit mit Schlicker erwiesen, was zu einer gu
ten Homogenität der Partikelabsorber geführt hat.
Die Filterwirkung wird durch ein versetztes Übereinanderlegen
mehrer Drahtgitterschichten erhöht. Es ist ferner zweckmäßig, die
Drahtgitterschichten mit Abstand zueinander anzuordnen und miteinander
zu verbinden. Die Drahtgitterschichten können im wesentlichen parallel
zueinander verlaufen, und die Durchtrittsöffnungen für die mitgeführten
Partikel können in den Drahtgitterschichten größer als die größten der
vom Metallstrom mitgeführten Partikel sein.
Ein besonderer Vorteil der Drahtgitteranordnung ergibt sich
daraus, daß die Festigkeit des Partikelabsorbers durch den Träger, d. h.
durch das Drahtgeflecht gegeben ist, so daß es ausreicht, die Keramik
schicht zu trocknen. Im Einsatz entstehen sodann keine Probleme bei ei
nem Kontakt zwischen Träger und Schmelze.
Für die keramische Grundmasse wurden überwiegend Al₂O₃ und
ZrO₂ benutzt. Als Binder wurde AlPO₄ und Al(OH)₃ zugefügt.
Der hieraus gemischte Schlicker wurde auf das Trägermaterial
(Drahtgeflecht) aufgetragen und getrocknet. Dabei wurde festgestellt,
daß die Trocknung im wesentlichen bei 200°C abgeschlossen ist. Die so
hergestellten Partikelabsorber wurden mehrlagig zusammengefaßt.
Zur Untersuchung ihrer Wirksamkeit wurden die Partikelabsor
ber in herkömmliche Formen eingesetzt. 300 kg perlitisches
Gußeisen mit Kugelgraphit wurde mit 50 gr. FeS verunreinigt
und auf 1500°C aufgeheizt und in Formen abgegossen.
Als Ergebnis läßt sich festhalten, daß die Versuche die
Wirksamkeit der Partikelabsorber bestätigen. Darauf weisen
insbesondere die Resultate der Schwefelanalyse hin, die ta
bellarisch wie folgt zusammengefaßt sind:
Die beschriebenen Partikelabsorber zeigen eine gute Tren
nungswirkung, die sich aus den erfaßten Verunreinigungen
vor und hinter dem Absorber beurteilen lassen. So waren die
nichtmetallischen Verunreinigungen hinter dem Absorber deut
lich geringer. Darüber hinaus bieten die erfindungsgemäßen
Partikelabsorber eine kostengünstige Alternative zu herkömm
lichen Systemen.
Claims (7)
1. Partikelabsorber zum Abtrennen von mitgeführten Partikeln
aus einem flüssigen Metallstrom mit einer von einer keramischen Grundmas
se ummantelten Trägerstruktur, dadurch gekennzeichnet, daß
die Trägerstruktur aus mehreren, versetzt übereinander gelegten Drahtgit
terschichten besteht.
2. Partikelabsorber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die aufgetragene keramische Grundmasse getrocknet ist.
3. Partikelabsorber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Drahtgitterschichten netzartig aus einer fadenförmigen
Struktur bestehen.
4. Partikelabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drahtgitterschichten mit Abstand zueinander ange
ordnet und miteinander verbunden sind.
5. Partikelabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drahtgitterschichten im wesentlichen parallel zu
einander verlaufen.
6. Partikelabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Durchtrittsöffnungen für die mitgeführten Parti
kel in den Drahtgitterschichten größer als die größten Partikel sind.
7. Partikelabsorber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drahtgitterschichten aus Drahtgeflechten beste
hen.
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