DE3818331C2 - Anordnung und Verfahren zur hochauflösenden Ophthalmoskopie - Google Patents
Anordnung und Verfahren zur hochauflösenden OphthalmoskopieInfo
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Description
Die Erfindung dient der Beobachtung und Darstellung von
Schichten im Auge, insbesondere der des Augenhintergrundes
sowie der berührungslosen Messung an und in diesen
Schichten mit hoher geometrischer und fotometrischer
Auflösung.
Es sind bereits Ophthalmoskope und Augenhintergrundkameras
bekannt, die mittels eines Beleuchtungsstrahlenganges den
Augenhintergrund abbilden.
Die realisierende geometrische Auflösung und damit die
mögliche Trennung zweier Objektpunkte am Augenhintergrund
voneinander hat ihren unteren Grenzwert je nach
Randbedingungen zwischen 15 und 10 µm. Die Analyse von
Augenbewegungen hat jedoch gezeigt, daß unwillkürliche
Augenbewegungen im Bereich von 5 µm/s . . . 0,5 m/s liegen
können. Diese unwillkürlichen Augenbewegungen führen zu
unkontrollierten Bildverzerrungen.
Weiterhin sind Laserscanner (DE-C2 3245939) bekannt, wobei
die Deformation der Wellenfronten in Abhängigkeit vom
Strahlengang durch das Auge bestimmt und mittels eines
zusätzlichen steuerbaren Abbildungselementes im
Strahlengang des Abtaststrahles korrigiert werden. Bei
einer Abtastgeschwindigkeit/Bildentstehungszeit von ca.
100 ms ist die geforderte Auflösung zwar erreicht, ist
aber nicht sinnvoll, weil sie durch die entstandene
Bildversorgung wieder zerstört wird bzw. nicht nutzbar
ist.
Andererseits führen die zwischen Messung und Korrektur
erfolgenden Augenbewegungen zusätzlich zu fehlerhaften
Korrekturwerten. Ein weiterer Nachteil ist der mit dem
Laserscanningprinzip verbundene hohe technische Aufwand.
Aus US 4068932 ist ein Gerät zur Untersuchung des
Augenhintergrundes bekannt, das Fixiermarken enthält, die
dem auf unendlich akkomodierten Auge dargeboten werden,
deren axiale Verschiebung mit der Scharfeinstellung eines
Kamerateils gekoppelt ist, um das Auge auf einer bestimmte
Blickrichtung zu fixieren.
Die Erfindung geht nunmehr von der Aufgabe aus, eine
Abbildung und Darstellung des Augenhintergrundes mit
gegenüber bisher realisierten technischen Lösungen
erheblich verbesserter geometrischer Auflösung bei dennoch
geringem Einfluß bildverzerrender Augenbewegungen zu
realisieren.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale der
Ansprüche 1 und 9 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen sind
in den Unteransprüchen beschrieben.
Dabei wird die vorteilhafteste Wirkung erzielt, indem die
Fixiermarke mindestens in Richtung der optischen Achse
verschiebbar angeordnet ist und Mittel zur Beurteilung der
geometrisch-optischen Auflösung des Auges vorgesehen sind,
wobei günstige Ausgestaltungen darin bestehen, daß im
Beobachtungs-/Aufzeichnungsstrahlengang eine über einen
Rechner mit einem Monitor verbundene Bildaufnahmeeinheit
vorgesehen ist, daß über einen Hilfsstrahlengang ein
Kontrollbild im Infrarotbereich zur visuellen Beurteilung
des Scharfstellungszustandes erzeugt wird sowie Mittel zur
Scharfstellung des Bildes vorgesehen sind, daß die
Fixiermarke eine selbstleuchtende Marke ist, wobei die
Fixiermarke strukturiert ist und die Feinheit der Struktur
zum Zentrum der Marke hin zunimmt.
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß eine Verschie
bung der Fixiermarke zwischen Fern- und Nahpunkt und/oder eine
Einstellung des Durchmessers der für die geometrisch-optische
Auflösung wirksamen Apertur erfolgt, bis der Punkt höchster
geometrisch-optischer Auflösung erreicht ist, wobei eine mono
chromatisch blitzförmige Beleuchtung des Augenhintergrundes
erfolgt, wobei der Scharfstellzustand entsprechend der gewähl
ten Wellenlänge dem Blitzaufnahme korrigiert wird, während der
blitzförmigen Beleuchtung mittels einer Bildaufnahmeeinheit eine
Aufzeichnung vorgenommen wird und die Blitzzeit unter 1 ms liegen
sollte. Die Bewertung der geometrisch-optischen Auflösung kann
dabei anhand eines Infrarotbildes erfolgen.
Mit der Erfindung wird das klassische Ophthalmoskop- und Scanner
prinzip verlassen, das vom auf unendlich akkomodierten Auge aus
geht und daher die abbildungswirksame Optik als Fernrohr reali
siert.
Es werden keine pupillenerweiternde Mittel benötigt, die den Akko
modationsapparat des Auges beeinträchtigen.
Bei der Akkomodation auf Greifnähe erreichen wellenoptische und
sphärische Abbildungsfehler des Auges ein gemeinsames Minimum,
das minimale Auflösungen bis an den beugungsbedingten absoluten
Grenzwert des Auges zuläßt. Die abbildungswirksamen Pupillendurch
messer liegen dabei deutlich oberhalb der in der klassischen Oph
thalmoskoptechnik üblichen Werte.
Überraschend wird bei der erfindungsgemäßen Lösung die Lichtbe
lastung des Augenhintergrundes erheblich verringert.
Die erfindungsgemäße Lösung kann als beleuchtungsseitiger oder
beobachtungsseitiger oder beleuchtungs- und beobachtungsseitiger
Scanner, aber auch mit einer parallelen Bildpunktaufnahmetechnik
wie Fotografie, CCD-Technik, realisiert werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der schematischen Zeich
nungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die gesamte optische Anordnung,
Fig. 2 die Fixiermarkenblende.
Der Augenhintergrund des Patientenauges 1 wird über eine Ophthal
moskoplinse 3 und die Öffnung eines Aperturspiegels 4, über ein
verstellbares Linsensystem 5, eine im Durchmesser verstellbare
abbildungsseitige Aperturblende 6, über einen Klappspiegel 9 und
ein Fotoobjektiv 10 in die Bildaufnahmeebene eines CCD-Matrix
empfängers 11 abgebildet. Das entstandene Videooriginal wird über
einen Rechner 12 auf einen Monitor 13 bzw. Bildspeicher 14 über
mittelt.
Durch Betätigen des Klappspiegels 9 wird ein Hilfsbeobachtungs
strahlengang, bestehend aus Tubusobjektiv 7, Okular 8, eingeschal
tet, über das der Untersuchende 2 den Augenhintergrund beobachten
kann.
Über einen Beleuchtungsstrahlengang, bestehend aus Linsensystem 15,
Aperturblende 16, wellenlängenselektivem Klappspiegel 17, Linsen
system 18, Klappspiegel 19 wird das Licht einer Infrarotlicht
quelle 21 über eine Beleuchtungsoptik 20 in den Beobachtungsstrah
lengang über den Aperturspiegel 4 eingespiegelt.
Über den Klappspiegel 19 erfolgt eine Einblendung eines Blitzstrah
lenganges in den Beleuchtungsstrahlengang, der aus einer Beleuch
tungsoptik 22 und einem Farbstofflaser 23 besteht.
Die Intensität des Farbstofflasers 23 wird über Rechner 12 ge
steuert. Über den wellenlängenselektiven Klappspiegel 17 wird in
den infraroten Beleuchtungsstrahlengang der Fixierstrahlengang,
bestehend aus Klappspiegel 24, Linsensystem 25, in drei Koordina
ten verschiebbarer Fixiermarke 26a, Umfeldblende 26b, Beleuchtungs-
Optik 27 sowie dem über Klappspiegel 28 ungeblendeten Farbstoff
laser 23, eingeblendet.
Durch Hochklappen der Umfeldblende 26 b wird das Umfeld der Fixier
marke 26 a beleuchtet und der Fixiermarkenstrahlengang wird gleich
zeitig Hilfsbeleuchtungsstrahlengang.
Das Gerät wird in bekannter Weise zum Patientenauge 1 ausgerich
tet. Der Patient bekommt keine pupillenerweiternden Mittel und
wird bis zum Erreichen des dunkel adaptierten Zustands (maximal
weite Pupille) im Dunkeln gehalten.
Der Augenhintergrund wird mit infrarotem Licht beleuchtet, wobei
für den Patienten die Fixationsmarke 26a bei abgeblendetem Umfeld
sichtbar wird. Das Infrarotbild wird über die CCD-Bildempfänger
rechnergestützt kontinuierlich auf dem Monitor 13 dargestellt.
Die Fixationsmarke wird durch rechnergesteuerte Verschiebung
senkrecht zur optischen Achse in eine solche Stellung gebracht,
daß für den Beobachter der gewünschte Fundus im Bild erscheint.
Dadurch, daß die aktuellen Daten der Fixationsmarke nunmehr im
Rechner vorliegen und mit dem zu entstehenden Bild abgespeichert
werden, lassen sich reproduzierbare Aufnahmen vom Augenhintergrund
erzielen, in dem bei Wiederholungsaufnahmen wieder die gleichen
Fixationsparameter eingestellt werden.
Für den Fall, daß der Patient mit dem zu untersuchenden Auge
nicht fixieren kann, wird durch Betätigung des Klappspiegels 24
über einen optischen Manipulator 29 die Fixationsmarke dem zwei
ten Auge 30 dargeboten.
Mittels des verstellbaren Objektivs 5 kann der Beobachter den
Augenhintergrund im infraroten Bild scharf einstellen.
Die Stellung der Fixationsmarke in Richtung der optischen Achse
wird durch ein mechanisches System in Abhängigkeit von der Stel
lung des Objektivs 5 stets so eingestellt, daß die Fixationsmar
kenebene 26a kongruent zu den Bildebenen des Systems und dem
Augenhintergrund ist.
Durch wechselseitiges Verstellen des Objektives 5 im Zusammen
wirken mit der Fixiermarke 26a und der Aperturblende 6 wird der
Zustand der höchsten Bildauflösung durch den Beobachter einge
stellt. Dabei wird vom Fernpunkt des Auges ausgegangen und mit
der wechselseitigen Verstellung zur Akkomodation des Auges bis
auf den Nahpunkt innerhalb dieses Bereiches der Zustand der
höchsten Bildauflösung gesucht.
Bei Erreichen dieses Zustandes wird durch den Beobachter eine
rechnergesteuerte Bildaufnahme ausgelöst. Durch den Rechner
wird die Bewegung der Klappspiegel 19, 28, 17, die Auslösung
des Farbstoffblitzes bzw. die Intensitätssteuerung über ein
Blendensystem der Beleuchtungsoptik 22 und die Bildaufnahme
durch CCD-Matrixempfänger 11 gesteuert.
Weiterhin steuert der Rechner die anschließende Darstellung
des aufgenommenen Bildes als stehendes Bild auf dem Monitor
13 und die Speicherung des Bildes im Bildspeicher 14 mit den
eingestellten Parametern (Aperturblendendurchmesser, Stellung
des Objektivs 5, Fixationskoordinaten).
Durch den Beobachter kann im Bedarfsfall anschließend die Dar
stellung des Infrarotbildes des Augenhintergrundes auf dem
Monitor 13, gesteuert durch den Rechner 12, zur Vorbereitung
einer weiteren Aufnahme, wieder eingestellt werden.
Im Bedarfsfall kann durch Betätigen des Klappspiegels 9 und
Hochklappen der Umfeldblende 26 der Augenhintergrund direkt
ophthalmoskopisch beobachtet werden.
Die Fixiermarke 26a kann eine Struktur aufweisen, deren Fein
heit dem maximal erreichbaren Auflösungsvermögen entspricht und
zum Zentrum der Marke hin zunimmt.
Es können mehrere Aufnahmen erfolgen, wobei die Markenhelligkeit
nach jedem Aufnahmeblitz erhöht und anschließend entsprechend
dem Adaptionsvermögen wieder verringert wird.
Weiterhin können Maßnahmen getroffen werden, um störende Inter
ferenzerscheinungen bei gleichmäßiger Fundusausleuchtung während
der Bildaufnahme zu beseitigen.
Der Beobachter wählt die erforderliche Wellenlänge des Aufnahme
blitzes für die Aufzeichnung aus. Über den Rechner wird sowohl
die Einstellung am Farbstofflaser als auch die notwendige Korrek
tur des Scharfstellzustandes des für die Bildaufnahmeeinheit ge
steuert. Zur Korrektur kann beispielsweise die Bildaufnahmeein
heit axial im Strahlengang gegenüber der Lage für ein scharfes
Infrarotbild verschoben werden. Diese Steuerung erfolgt unmittel
bar vor der Aufnahme.
Das Ausführungsbeispiel realisiert die Reflexfreiheit des Bildes
durch geometrische Strahltrennung in der gemeinsamen Pupille des
beleuchtungs- und beobachtungsseitigen Strahlenganges. Eine wei
tere vorteilhafte Ausführung ist die Anwendung der Polarisation
zur Realisierung der Reflexfreiheit, insbesondere dann, wenn zu
sätzlich für die Abbildung der Einfluß der regulären Reflexion
einzelner Schichten des Augenhintergrundes ausgeschaltet werden
soll. Technische Lösungen dazu sind bekannt.
Claims (13)
1. Anordnung zur hochauflösenden Ophthalmoskopie, mit einem Beleuchtungsstrahlengang
zur Beleuchtung des Augenhintergrundes und einem Beobachtungs-/
Aufzeichnungsstrahlengang, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Beleuchtungsstrahlengang ein Fixierstrahlengang mit einer dem akkomodationsfähigen und
dunkel adaptierten Auge dargebotenen Fixiermarke vorgesehen ist, die sich im Bereich
zwischen Fern- und Nahpunkt des Auges befindet, wobei der abbildungswirksame
Pupillendurchmesser mindestens 3 mm beträgt.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fixiermarke mindestens in
Richtung der optischen Achse verschiebbar angeordnet ist und Mittel zur Beurteilung der
geometrisch-optischen Auflösung des Auges vorgesehen sind.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Beobachtungs-/
Aufzeichnungsstrahlengang eine über einen Rechner mit einem Monitor verbundene
Bildaufnahmeeinheit vorgesehen ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewertung
der geometrisch-optischen Auflösung anhand eines Infrarotbildes erfolgt.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß über einen Hilfsstrahlengang
ein Kontrollbild im Infrarotbereich zur visuellen Beurteilung des Scharfstellungszustandes
erzeugt wird und daß Mittel zur Scharfstellung des Bildes vorgesehen sind.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fixiermarke
eine selbstleuchtende Marke ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fixiermarke
strukturiert ist.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Feinheit der Struktur zum
Zentrum der Marke hin zunimmt.
9. Verfahren zur hochauflösenden Ophthalmoskopie, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Verschiebung der Fixiermarke zwischen Fern- und Nahpunkt und eine Einstellung des
Durchmessers der für die geometrisch-optische Auflösung wirksamen Apertur erfolgt, bis
der Punkt höchster geometrisch-optischer Auflösung erreicht ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine monochromatisch
blitzförmige Beleuchtung des Augenhintergrunds erfolgt, wobei der Scharfstellzustand
entsprechend der gewählten Wellenlänge der Blitzaufnahme korrigiert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß während der blitzförmigen
Beleuchtung mittels einer Bildaufnahmeeinheit eine Aufzeichnung vorgenommen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Blitzdauer unter
1 ms liegt.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Aufnahmen
erfolgen, wobei die Markenhelligkeit nach jedem Aufnahmeblitz erhöht wird und
anschließend entsprechend dem Adaptationsvermögen verringert wird.
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