DE3520133C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Instrument für die Ultraschall-
Lithotripsie, bestehend aus einer an den zu zertrümmernden
Stein anzulegenden Sonde, einem aus Kera
mikscheiben aufgebauten piezoelektrischen
Wandler, dessen Wandlerschwingungen über einen distalen Wandlerabschluß auf die Sonde übertragen werden,
und aus einem elektrischen Gene
rator, der an den Wandler angeschlossen ist.
Bei bekannten Instrumenten dieser Art (DE-PS 20 20 345 und
20 53 982), die speziell zur Zertrümmerung von Blasen- und
Nierensteinen mit Ultraschallwellen eingesetzt werden, wird
der Schallwandler mit einem Dauersignal betrieben. In der
Praxis hat sich gezeigt, daß diese Betriebsweise eine recht
lange Zeit für die Bearbeitung des zu zerstörenden Steines
erfordert, was vor allem auf die relativ geringe Auslenkung
der Sonde zurückzuführen ist.
Im übrigen übertragen die Wandlersysteme im wesentlichen nur
longitudinale und transversale Wellen auf die Sonde bzw. Sono
trode, wobei sich nach kurzer Zeit ein eingeschwungener Zu
stand ergibt, der meist nur zu einem Durchbohren und nicht
auch zu einem Zerplatzen des bearbeiteten Steines bzw. von
Teilen des Steines führt.
Ein impulsweiser Betrieb einer Ultraschallsonde bei einem
Verfahren zum Entfernen von Konkrementen aus dem Ureter ist
aus der US-PS 41 92 294 bekannt. Bei diesem Verfahren wird
das Konkrement jedoch nicht durch das Einwirken von Stoß
wellen zerstört. Vielmehr wird gemäß diesem Stand der Technik
Ultraschall gegen die Wände des Ureters gerichtet, welcher
dadurch zu peristaltischen Bewegungen angeregt wird. Nach der
Applikation von Ultraschall auf die Ureterwände wird die Sonde
aus dem Ureter herausgezogen, woraufhin das Konkrement auf
grund der ausgelösten peristaltischen Bewegungen zum natürli
chen Ausgang transportiert wird. Bei dem genannten Verfahren
wird also der Stein nicht zerstört, vielmehr dessen Abgang
durch die impulsweise Applikation von Ultraschallwellen ange
strebt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht vor dem Hintergrund des auf
gezeigten Standes der Technik in der Schaffung eines Instru
mentes für die Ultraschall-Lithotripsie, das im Vergleich
zu bisher bekannten Instrumenten im Hinblick auf die Leistung
der Wandler- und Generatorsysteme optimiert ist und eine we
sentlich schnellere Zertrümmerung von Körpersteinen ermög
licht.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vom eingangs erwähnten
Instrument ausgegangen und dieses erfindungsgemäß so aus
gebildet, daß der Generator den Wandler impulsweise anregt
und daß der Wandler im vorgegebenen Arbeitsfrequenzbereich
keine Eigenresonanz hat.
Durch die stoßweise bzw. impulsweise Anregung des Wandlers
und durch den deshalb auch stoßweise erfolgenden Betrieb der
Sonde ist es möglich, den Wandler mit hoher Leistung ohne Ge
fahr einer Überlastung zu betreiben und somit entsprechend
große Schwingungsamplituden am Sondenende zu erzielen. Außer
dem werden durch diese intermittierende Betriebsweise am
Anfang und Ende jedes dem Wandler zugeführten elektrischen
Impulses mechanische Ein- und Ausschwingvorgänge an der Sonde
auftreten, die dazu führen werden, daß die Sonde nicht über
wiegend in den Stein bohrt, sondern den Stein vor allem
auch durch transversale Auslenkungen von unterschiedlicher
Amplitude zum Platzen bringt.
Im Verhältnis zu einer elektrohydraulischen Stoßwellen-
Lithotripsie, bei der man gegebenenfalls auch einzelne hy
draulische Impulse auf den mit Abstand zum distalen Sonden
ende befindlichen Stein geben kann, ist die Ultraschall-
Lithotripsie meist gefahrloser sowie einfacher in der An
wendung und bei Verwendung des erfindungsgemäßen Instrumen
tes in vielen Fällen auch effektiver.
Der Keramikscheibenaufbau des Wandlers wird von einem pro
ximalen und einem distalen Wandlerabschluß eingefaßt. Dabei
kann der Wandler auf der proximalen Seite zumindest im we
sentlichen mit der Impedanz seiner Keramikscheiben reflexions
frei abgeschlossen werden, wobei in diesem Fall die Masse des
distalen Wandlerabschlusses kleiner als die Masse des proxima
len Wandlerausschlusses sein soll. Im übrigen ist es zur Er
reichung eines reflexionsfreien Abschlusses zweckmäßig, wenn
die freie Endfläche des proximalen Wandlerabschlusses ein un
regelmäßiges Profil hat und somit einen diffusen Abschluß für
die vom Wandler kommende Schallwelle bildet.
Allerdings kann der proximale Wandlerabschluß auch so ge
staltet und dimensioniert werden, daß er die Schallwellen
optimal reflektiert, wobei in diesem Fall die freie Endflä
che des proximalen Wandlerabschlusses eben und parallel zur
Ebene der Keramikscheiben und des Wandlers liegen sollte.
Im übrigen hat der Wandler mit elektrischen Anregungs
impulsen versorgende Generatoren mindestens einen mit Gleich
strom aufladbaren Kondensator, der jeweils mit wenigstens
einer getriggerten Funkenstrecke impulsartig über den Wand
ler entladen werden kann. Zu diesem Zweck können zwei ge
triggerte Funkenstrecken und zwei Kondensatoren gesonderte
Schaltkreise bilden, so daß die Kondensatoren nacheinander
durch Zünden der zugeordneten Funkenstrecke auf den Wandler
geschaltet werden können, während bei Entladung des einen
der anderen Kondensator wieder geladen wird, so daß eine kon
tinuierliche Pulsfolge erzielbar ist.
Eine andere Möglichkeit für die Ausbildung des Generators
besteht darin, daß vier Funkenstrecken und zwei Triggergene
ratoren so geschaltet werden, daß jeweils zwei Funkenstrec
ken nacheinander mit einem der Triggergeneratoren angesteu
ert werden und hierdurch dem Wandler abwechselnd positive
und negative Impulse zugeführt werden.
Schließlich können der Wandler mit seinen Keramikscheiben,
der die Sonde tragende distale Wandlerabschluß und der pro
ximale Wandlerabschluß mit einem Spannelement lösbar verbun
den sein, wobei der gesamte Aufbau bzw. der Wandler so ausge
legt werden soll, daß im vorgegebenen Arbeitsfrequenzbereich
keine definierten Eigenresonanzen auftreten und der Wandler
der aufgeprägten elektrischen Spannung rasch folgt.
In der Zeichnung sind schematisch einige Aus
führungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die nachfolgend
näher beschrieben werden. Es zeigen
Fig. 1 bis 4 Seitenansichten von verschiedenen
erfindungsgemäßen Instrumenten in teil
weisem Längsschnitt und
Fig. 5 bis 8 mehrere mögliche Schaltungen für den
elektrischen Generator.
Die in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Ausführungsformen glei
chen sich im wesentlichen in ihrem grundsätzlichen Aufbau,
so daß zur Vereinfachung für identische oder in ihrer Funk
tion ähnliche bzw. gleichwirkende Bauteile jeweils die
gleichen Bezugszeichen verwendet wurden. Die Instrumente
bestehen aus einer Sonde 1, die an einem distalen Wandler
abschluß 2 starr befestigt ist. Zwischen diesem und dem pro
ximalen Wandlerabschluß 3 ist jeweils der aus wenigstens
einem Keramikscheibenpaar bestehende piezoelektrische Wand
ler 4 eingespannt, und zwar bei den Fig. 1 bis 3 mittels
eines Bolzens 5, der durch zentrische Löcher des Wandlerab
schlusses 3 und des Wandlers 4 gesteckt und im Wandlerab
schluß 2 verschraubt ist.
Der Bolzen 5 ist im Bereich des Wandlers 4 von einer elasti
schen Manschette 6 aus Isoliermaterial umgeben, damit die
Keramikscheibenpaare nicht elektrisch kurzgeschlossen wer
den. Gleichen bewirkt sinnge
mäß der Manschette 6 beim Instrument nach Fig. 4, bei dem
aber anstelle eines Bolzens ein Spannelement 7 nach Art einer
Überwurfmutter verwendet wird, die den proximalen Wandlerab
schluß 2 und die Keramikscheiben des Wandlers 4 aufnimmt und
diese Teile durch Verschraubung mit dem proximalen Wandler
abschluß 3 einspannt.
Der piezoelektrische Wandler ist in seinem Aufbau und seiner
Funktion bekannt und braucht deshalb nicht im einzelnen er
klärt zu werden. Im übrigen wird der Wandler 4 über die An
schlüsse 8 impulsweise mit Strom von dem später beschriebenen
elektrischen Generator versorgt, wobei bei Anwendung mehrerer
Keramikscheibenpaare (Fig. 3) diese parallel an den Anschlüssen
8 liegen.
Beim Instrument nach Fig. 1 ist der Wandler 4 mit oder zumin
dest im wesentlichen mit der Impedanz des den Wandler bilden
den Keramikscheibenpaares reflektionsfrei abgeschlossen. Dem
entsprechend ist die Masse des distalen Wandlerabschlusses 2
kleiner als die Masse des proximalen Wandlerabschlusses, wo
durch unterschiedliche Eigenresonanzen am distalen und pro
ximalen Wandlerabschluß erzeugt werden. Zur Erzielung eines
reflexionsfreien Abschlusses müssen außerdem auch die Materi
alien und Längenabmessungen der beiden Wandlerabschlüsse ent
sprechend ausgelegt werden, während weiterhin die freie End
fläche 3 a des proximalen Wandlerabschlusses 3 der Darstellung
entsprechend unregelmäßig profiliert ist und demgemäß eine
diffuse Reflexion bewirken wird. Bei dieser Ausführungsform
werden keine oder höchstens ein unerheblicher Teil Schall
wellen des vom Wandler 4 kommenden Anregungssignale an der
Endfläche 3 a reflektiert, so daß die Sonde im Prinzip nur
zu einem positiven Stoß angeregt werden wird.
Eine andere Möglichkeit gemäß Fig. 2 besteht darin, den
Ultraschallwandler 4 nicht reflexionsfrei abzuschließen,
sondern mit einem reflektierenden Abschluß 3 zu betreiben,
wodurch positive Schallwellenimpulse unter Phasenumkehr
an der freien Endfläche 3 b reflektiert werden und dadurch
am Ende der Sonde 1 auch Unterdruckimpulse mit sehr steiler
Anstiegsflanke auftreten. Es entstehen dabei am bearbeiteten
Stein Kavitationsblasen mit hohem Energieinhalt, welche zu
sätzlich die Sprengwirkung auf den Stein erhöhen. Im übrigen
sollte in diesem Fall die ebene Endfläche 3 b des Abschlusses
3 parallel zur Ebene der Keramikscheiben des Wandlers 4 lie
gen, um eine optimale Reflexionswirkung zu erzielen.
Der Wandler 4 kann auch aus mehr als einem Keramikscheibenpaar
aufgebaut werden. Die Fig. 3 zeigt einen Wandler mit drei
Scheibenpaaren, der im Vergleich zu den Wandlern nach den Fig.
1, 2 und 4 eine wesentlich höhere Leistung bringen kann. Wenn
außerdem noch kurze Anstiegszeiten des Ultraschallsignals und
damit eine schnelle Auslenkung bzw. Längenänderung der Sonde
1 erreicht werden sollen, müssen die Massen der beiden Wand
lerabschlüsse 2, 3 verständlicherweise möglichst klein ge
wählt werden.
Die Fig. 5 bis 8 zeigen elektrische Generatoren, die zum
Betrieb der Wandler der vorher beschriebenen Instrumente
besonders geeignet sind. Diese Generatoren haben mindestens
einen mit Gleichstrom geladenen Kondensator, der jeweils mit
wenigstens einer getriggerten Funkenstrecke impulsartig über
den Wandler entladen und anschließend selbsttätig mit einer
Gleichstromquelle wieder aufgeladen wird.
Der Generator nach Fig. 5 ist eine schaltungstechnisch ein
fache Ausführung, bei der die Gleichstromquelle bzw. Batterie
9 über einen Vorwiderstand 10 den erwähnten Kondensator 11
auflädt. Ein Triggergenerator 12 zündet bei Bedarf die Funken
strecke 13, so daß die Ladeenergie des Kondensators impuls
artig an den Schallwandler 4 abgegeben wird.
Um mit dem Generator kurzzeitig nacheinander zwei Spannungs
impulse auf den Schallwandler geben zu können, braucht das
in Fig. 5 gezeigte Schaltschema nur einfach verdoppelt zu
werden, so daß sich die dann von selbst verständliche Schal
tung gemäß Fig. 6 ergibt. Hier bilden also zwei getriggerte
Funkenstrecken und zwei Kondensatoren gesonderte Schaltkrei
se, wobei die Kondensatoren nacheinander durch Zünden der
Funkenstrecke auf den Wandler geschaltet werden können.
Im Gegensatz zu den beiden vorher beschriebenen Schaltungs
beispielen wird gemäß Fig. 7 der Wandler 4 selbst als Kon
densator verwendet. Die Batterie 9 lädt also in diesem Fall
den Wandler 4 über den Widerstand 10 auf. Die Funkenstrecke 13
kann über den Triggergenerator 12 gezündet werden,
wodurch der Wandler kurzgeschlossen wird und sich schlag
artig entlädt, wobei an der Sonde ein negativer Stoß ent
steht.
Schließlich zeigt die Fig. 8 einen Gegenrator, bei dem vier
Funkenstrecken und zwei Triggergeneratoren so geschaltet sind,
daß jeweils zwei Funkenstrecken 13 a, 13 b mit einem Triggergene
rator 12 a und die beiden anderen Funkenstrecken 13 c, 13 d mit
dem weiteren Triggergenerator 12 b angesteuert werden können.
Hierbei kann der Wandler 4 also mit einzelnen positiven oder
negativen Stromimpulsen oder auch abwechselnd mit negativen
und positiven Stromimpulsen gespeist werden, was natürlich
eine entsprechende Einstellbarkeit und Steuerung der beiden
Triggergeneratoren voraussetzt.
Die Sonde 1 kann in an sich bekannter Weise aus einem Rohr
oder aus einem dünnen flexiblen Draht bestehen. Andererseits
kann die Sonde auch aus mehreren verdrillten und mit Kunst
stoff beschichteten Stahldrähten bestehen, wobei die Beschich
tung einen Schallverlust zwischen den Drähten verhindern soll.
Claims (8)
1. Instrument für die Ultraschall-Lithotripsie, bestehend aus
einer an den zu zertrümmernden Stein anzulegenden Sonde,
einem aus Keramikscheiben aufgebauten piezoelektrischen Wand
ler, dessen Wandlerschwingen über einen distalen Wandler
abschluß auf die Sonde übertragen werden, und
aus einem elektrischen Generator, der an den Wandler ange
schlossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Generator (9-13) den Wandler (4) impulsweise anregt
und daß der Wandler (4) im vorgegebenen Arbeitsfrequenzbe
reich keine Eigenresonanz hat.
2. Instrument nach Anspruch 1, bei dem der Keramikscheiben
aufbau des Wandlers von einem proximalen und einem di
stalen Wandlerabschluß eingefaßt ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Wandler (4) auf der proximalen Seite
im wesentlichen mit der Impedanz seiner Ke
ramikscheiben reflexionsfrei abgeschlossen ist, wobei
die Masse des distalen Wandlerabschlusses (2) kleiner
als die Masse des proximalen Wandlerabschlusses (3) ist.
3. Instrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die freie Endfläche (3 a) des proximalen Wandlerabschlus
ses (3) ein unregelmäßiges und diffus reflektierendes
Profil hat.
4. Instrument nach Anspruch 1, bei dem die Keramikscheiben
des Wandlers von einem proximalen und einem distalen
Wandlerabschluß eingefaßt sind, dadurch gekennzeichnet,
daß der proximale Wandlerabschluß (3) einen Schallwellen
optimal reflektierenden Abschluß bildet und daß die freie
ebene Endfläche (3 b) dieses Abschlusses parallel zur Ebene
der Keramikscheiben des Wandlers (4) liegt.
5. Instrument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der elektrische Generator (9-13) min
destens einen mit Gleichstrom aufladbaren Kondensator
(11) aufweist, der jeweils mit wenigstens einer getrigger
ten Funkenstrecke (13) impulsartig über den Wandler (4)
entladbar ist.
6. Instrument nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens zwei getriggerte Funkenstrecken (13) und min
destens zwei Kondensatoren (11) gesonderte Schaltkreise
bilden und daß die Kondensatoren nacheinander durch Zün
den der zugeordneten Funkenstrecken auf den Wandler (4)
schaltbar sind.
7. Instrument nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Funkenstrecken (13 a-13 d) und zwei
Triggergeneratoren (12 a, 12 b) so geschaltet sind, daß
jeweils eine oder zwei Funkenstrecken oder Funkenstrec
kenpaare (13 a, 13 b und 13 c, 13 d) nacheinander mit einem
der Triggergeneratoren (12 a, 12 b) ansteuerbar sind, so daß der Wand
ler (4) abwechselnd positive und negative Impulse
erhält.
8. Instrument nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wandler (4) als Kondensator
verwendet ist und über eine Funkenstrecke entladen
wird.
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