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Beschreibung:
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Sicherheitsventileinrichtung für einen Fahrzeugreifen, insbesondere
einen Kraftfahrzeugfaltreifen Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsventileinrichtung
für einen Fahrzeugreifen, insbesondere einen Kraftfahrzeugfaltreifen, mit einem
Reifenfüllventil und einem Überdruckventil.
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Bei Personenkraftfahrzeugen mit kleinem Kofferraum, insbesondere Sportwagen,
ist die Unterbringung der Reservereifen problematisch. Zu diesem Zweck sind sogenannte
Faltreifen entwickelt worden, die ohne Luft im Kofferraum gelagert werden und dabei
wesentlich weniger Platz in Anspruch nehmen. Um den Reifen durch Faltung klein zu
machen, ist der Reifenaufbau wesentlich schwächer ausgebildet als bei sonst üblichen
Fahrzeugluftreifen. Dadurch verringert sich die Belastbarkeit auch vom Luftdruck
her. Diese Reifen können deshalb nicht mit den sonst üblichen Ventilen versehen
werden, weil es sonst bei einer Unachtsamkeit beim Aufpumpen zum Platzen des Reifens
kommen könnte. Für diesen Zweck ist eine Sicherheitsventileinrichtung notwendig,
welche verhindert, daß ein übermäßiger Überdruck im Reifen entstehen kann.
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Es wurden bereits Versuche mit Sicherheitsventilen ausgeführt, bei
welchen ein Entlüftungsstutzen parallel zum Einfüllstutzen angeordnet ist. Hierbei
ist es jedoch erforderlich, den Ventilkörper aus einem lötbaren Material zu fertigen,
wodurch das Sicherheitsventil ein unerwünscht hohes Gewicht erhält, was zu Schwierigkeiten
beim Auswuchten des Fahrzeugrades führt.
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Um diesem Nachteil abzuhelfen, ist aus dem DE-GM 77 06 647 bereits
eine Sicherheitsventileinrichtung bekannt geworden, bei der der einzige Ventilkörper
aus Leichtmetall, z.B. Aluminium besteht und das Überdruckventil seitlich im Ventilkörper
angeordnet ist. Der Ventilkörper weist dazu eine Bohrung auf, deren Achse im wesentlichen
radial verläuft, d.h. senkrecht zur Längsachse des Ventilkörpers steht. Um die Bohrung
unterzubringen, ist der Ventilkörper in diesem Bereich mit einer entsprechenden
Erweiterung versehen. Dieses System arbeitet zwar im wesentlichen zufriedenstellend.
Es erscheint jedoch eine weitere Gewichtsoptimierung erforderlich, wodurch auch
die Auswuchtprobleme weiter verringert werden.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsventileinrichtung
der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß bei einfacher konstruktiver
Ausbildung das Gewicht und die damit verbundenen Auswuchtprobleme weiter verringert
werden.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die beiden
Ventile unabhängig voneinander in zwei Bohrungen der Radfelge angeordnet sind.
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Durch die erfindungsgemäße Lösung wird eine Sicherheitsventileinrichtung
geschaffen, welche in Herstellung, Aufbau und Montage einfach und die Gewichtsverteilung
an der Radfelge verbessert ist.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
daß die beiden Ventile auf diametral einander gegenüberliegenden Seiten der Fahrzeugfelge
angeordnet sind. Durch diese Anordnung wird von vornherein ein weitgehender Gewichtsausgleich
geschaffen.
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Bei einem Überdruckventil besonderer Ausführung, dessen Ventil körper
einen im Innenraum der Radfelge liegenden verbreiterten Fuß zur Abstützung in der
Radfelge aufweist, und der einen aus der Radfelge herausragenden Abschnitt aufweist,
der als Träger für einen Ventileinsatz ausgebildet ist, trägt der aus der Radfelge
herausragende Abschnitt ein Sicherungselement, mit dem der Ventilkörper an der Radfelge
festlegbar ist. Bei dieser Ausführungsform ist der im Innenraum der Felge angeordnete
Abschnitt des Ventilkörpers einfach ausgebildet; besondere Befestigungsmittel wie
Mutter od. dgl. im Felgeninnenraum entfallen. Die Sicherung des Ventilkörpers erfolgt
vielmehr zweckmäßig an dem aus dem Felgeninnenraum herausragenden Abschnitt des
Ventilkörpers, der dazu ein Außengewinde aufweisen kann, auf das das als Feststellmutter
ausgebildete Sicherungselement aufschraubbar ist.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform ergibt sich, wenn das
Sicherungselement gleichzeitig als Feststellmutter und Staubkappe ausgebildet ist,
so daß dieses Bauteil zwei Funktionen erfüllt.
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Zweckmäßig bildet dabei das Sicherungselement insgesamt eine Hutmutter.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist im Boden der Hutmutter zumindest
eine Öffnung vorgesehen, durch welche Überdruckluft entweichen kann. Um ein Eindringen
von Staub durch diese Öffnungen zum Ventileinsatz des Ventilkörpers zu verhindern,
ist
als Verschluß der Öffnung eine elastische Staubscheibe vorgesehen, die zweckmäßig
an der Außenseite des Sicherungselements angebracht ist und auf der mindestens eine
Öffnung aufliegt. Zur Befestigung der Staubscheibe kann der Boden des Sicherungselementes
einen Ansatz tragen, der eine ringförmige Ausnehmung bzw. Eindrehung bildet, in
welcher die Staubscheibe mit ihrem Innenrand gehalten ist.
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Als Ventileinsatz für das Überdruckventil wird zweckmäßig ein Einsatz
mit außenliegender Druckfeder vorgesehen. Die Druckfeder dieses kurzen Einsatzes
ist so ausgelegt, daß sich der Öffnungshub innerhalb einer gewissen Druckdifferenz
vollzieht, einen Maximalwert nicht überschreitet und das Schließen bei einem abzusichernden
Minimalwert erfolgt. Der abzusichernde Druck und der Öffnungs- und Schließzyklus
ist somit abhängig von der Charakteristik der Feder. Dies bedeutet, daß bei Veränderung
der Grenzwerte (Minimal-Maximal-Druck) die Gesamtkonzeption des Überdruckventils
unverändert bleiben kann und lediglich der Spezialventileinsatz gegen einen solchen
mit neu bestimmter Federcharakteristik ausgetauscht werden muß.
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Um ein unmittelbares Anliegen des metallischen Fußes des Ventilkörpers
des Überdruckventils an der Metallfelge zu verhindern, ist gemäß einer weiteren
vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen, daß zwischen dem verbreiterten Fuß des
Ventilkörpers und einer inneren Abstützfläche der Radfelge ein elastisches Element
angeordnet ist. Desgleichen kann zwischen dem Sicherungselement und einer äußeren
Abstützfläche der Radfelge eine Zwischenscheibe angeordnet sein.
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Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
anhand der beiliegenden Zeichnung.
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Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale
für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusamemnfassung in den Ansprüchen oder deren
Rückbeziehung.
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Es zeigt: Fig. 1 ein Reifenfüllventil, wobei die rechte Hälfte im
Längsschnitt dargestellt ist, und Fig. 2 ein Überdruckventil, wobei auch hier die
rechte Seite im Längsschnitt dargestellt ist.
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Das in Fig. 1 dargestellte Reifenfüllventil 2 ähnelt in seiner äußeren
Form einem bekannten Ventil entsprechend DIN-Norm 7782 Es weist einen Ventilkörper
4 auf, dessen (ohne Ventileinsatz) dargestellte Längsbohrung 54 mehrfach abgestuft
ist und der an seinem unteren Ende einen verbreiterten Fuß 6 aufweist. Der Ventilkörper
4 hat ein Außengewinde 8. Der mit Außengewinde 8 versehene Abschnitt des Ventilkörpers
4 erstreckt sich teilweise durch eine Öffnung 10 in der (nur teilweise angedeuteten)
Radfelge 12. Zwischen der Innenwandfläche der Radfelge 12 und dem verbreiterten
Fuß 6 ist ein elastischer Ring 14 angeordnet, der verhindert, daß sich der metallische
Fuß unmittelbar an der metallischen Innenwandfläche der Radfelge 12 abstützt. Die
Sicherung des Ventilkörpers 4 in der Radfelge 12 erfolgt mittels einer Feststellmutter
16, die auf das Außengewinde 8 aufgeschraubt ist. Auch zwischen die Feststellmutter
16 und der Außenseite der Radfelge 12 ist ein Ring 18 zwischengelegt. Das obere
Ende des Ventilkörpers 4 ist mittels einer Staubkappe 20 verschlossen, die unter
Zwischenlage eines Dichtringes 22 ebenfalls auf das obere Ende des Außengewindes
8
aufschraubbar ist. Die Größe der Luftdurchflußöffnung des Ventilkörpers 4 ist auf
den Querschnitt des Luftdurchflusses im Überdruckteil abgestimmt. Des weiteren sind
am Ventilfuß Längs- oder Kreuzschlitze 56 angebracht, welche die Montage an der
Radfelge 12 durch Eingriff mit einem Werkzeug erleichtern.
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Das in Fig. 2 darg-estellte Überdruckventil 24 weist gleichfalls einen
Ventilkörper 26 mit verbreitertem Fuß 28 auf.
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Ähnlich wie beim Reifenfüllventil 2 erstreckt sich der Ventilkörper
26 durch eine gesonderte Öffnung 30 in der Radfelge 12.
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Der Fuß 28 kommt dadurch zur Anlage an einem elastischen Ring 32,
der zwischen der Radfelge 12 und dem Fuß 6 des Ventilkörpers 4 angeordnet ist. Der
Ventilkörper 26 weis ein Außengewinde 34 auf, das sich über einen Teil der Länge
des Ventilkörpers 26 erstreckt. Am oberen Ende ist der Ventilkörper 26 nach innen
abgesetzt, d.h. er weist in diesem Bereich einen geringeren Durchmesser auf. Auf
das Außengewinde 34 ist ein als Feststellmutter ausgebildetes Sicherungselement
36 aufgeschraubt, welches als Hutmutter gleichzeitig eine Staubkappe bildet. Am
unteren, der Radfelge 12 zugewandten Ende des Sicherungselementes 36 ist ein Mutterteil
38 vorgesehen, an den sich nach oben hin ein hutartiger zylindrischer Ansatz 40
anschließt. Der von dem zylindrischen Ansatz 40 gebildete Boden 42 weist Öffnungen
44 auf, die ein Ausströmen von Überdruckluft ermöglichen. Als Staubschutz für die
Öffnungen 44 ist eine elastische Staubscheibe 46 vorgesehen, die außen auf dem Boden
42 aufliegt und die Öffnungen 44 verdeckt. Zur Halterung der elastischen Staubscheibe
46 ist am Boden 42 ein zentraler Ansatz 48 vorgesehen, der eine Ringnut 50 bildet,
in welcher die elastische Staubscheibe 46 mit ihrem inneren Rand angeordnet und
gehalten ist. In der Längsbohrung 58 des Ventilkörpers 26 ist ein (nicht dargestellter)
Ventileinsatz angeordnet,
der insbesondere mit einer außen liegenden
Druckfeder versehen ist. Im Fuß 28 sind Längs- oder Kreuzschlitze 60 eingearbeitet,
um die Montage zu erleichtern. Um eine Beschädigung bei der Montage zu vermeiden,
ist der Ventilsitz im Ventilkörper 26 um ein entsprechendes Stück tiefer gelegt.
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Bezugszeichenliste: 2 Reifenfüllventil 4 Ventilkörper 6 Fuß 8 Außengewinde
10 Öffnung 12 Radfelge 14 Ring 16 Feststellmutter 18 Ring 20 Staubkappe 22 Dichtring
24 Überdruckventil 26 Ventilkörper 28 Fuß 30 Öffnung 32 elastischer Ring 34 Außengewinde
36 Sicherungselement 38 Mutterteil 40 zylindrischer Ansatz 42 Boden 44 Öffnung 46
elastische Staubscheibe 48 Ansatz 50 Ringnut 52 Zwischenscheibe 54 Längsbohrung
56 Längs- oder Kreuzschlitz 58 Längsbohrung 60 Längs- oder Querschlitze
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