DE3334945C2 - Mikrofonanordnung - Google Patents
MikrofonanordnungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich generell auf eine Mikrofonanordnung;
sie betrifft insbesondere eine Mikrofonanordnung,
die für eine Schallaufnahme unter Ausnutzung
des Schallfeldes nahe der Oberfläche einer flachen
Festkörperplatte usw. geeignet ist.
Eine derartige Schallaufnahmemethode
unter Ausnutzung des Schallfeldes nahe der Oberfläche
einer flachen Festkörperplatte ist bereits bekannt. Bei
der Anwendung einer solchen Schallaufnahmemethode ist
es notwendig, die Beziehung zwischen dem Aufstellort,
der Frequenzcharakteristik, der Bündelung am
Schallaufnahmepunkt, usw. klar zu erfassen. Bezüglich
des Schallfeldes nahe der Oberfläche einer flachen
festen Körperplatte bzw. Festkörperplatte sind seit
dem Ende des 19. Jh. von vielen Forschern Untersuchungen
und Experimente unter verschiedenen Gesichtspunkten
durchgeführt worden. Bei
dieser genauen Analyse müssen auch komplizierte Berechnungen
durchgeführt werden. Daher werden nach dem
bisherigen Stand der Technik nicht immer zufriedenstellende
Ergebnisse erreicht, und folglich ist die
Schallaufnahmemethode nach dem bisherigen Stand der
Technik unter Ausnutzung des Schallfeldes nahe der Oberfläche
einer flachen Festkörperplatte in der Praxis mangelhaft,
und es ist schwierig, eine gewünschte Mikrofonanordnung
zur Ausführung einer derartigen Schallaufnahmemethode
bereitzustellen.
Ferner ist aus dem Werk von Lou Borroughs: "Microphones:
Design and Application', 1. Ausgabe 1974, Verlag Sagamore
Publishing Company, Inc. Plainview, New York 11 803, ISBN
0-914130-00-5, Seiten 121-130 bekannt, wie ein Mikrofon in
bezug auf eine Tischplatte vorteilhaft anzuordnen ist. Um
einen geeigneten Abstand zwischen dem Sprecher und dem
Mikrofon zu erreichen, ist es u. a. vorgesehen, das Mikrofon an
dem dem Sprecher diametral gegenüberliegenden Ende des Tisches
anzuordnen. Eine Optimierung in bezug auf die mit der
endlichen Ausdehnung der Platte (hier auch Tischplatte)
verbundennen Beugungserscheinungen geht aus dieser Druckschrift
jedoch nicht hervor.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Mikrofonanordnung anzugeben, die das Schallfeld nahe der
Oberfläche einer starren Platte wirksam zur Erhöhung des
Gewinns ausnutzt, ohne den Frequenzgang zu beeinträchtigen.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Ansprüchen 2 bis 6 angegeben.
Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend
beispielsweise näher erläutert. In den Zeichnungen
sind entsprechende Elemente und einzelne Teile mit
den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
Fig. 1 und 2 zeigen schematische Ansichten, die zur Erläuterung
der Grundtheorie der vorliegenden Erfindung
herangezogen werden.
Fig. 3 zeigt in einer Perspektivansicht eine Ausführungsform
der Mikrofonanordnung gemäß der Erfindung.
Fig. 4 zeigt ein Modell, welches zur Erläuterung der Arbeitsweise
der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
herangezogen wird.
Fig. 5 bis 7 zeigen Kennlinien, die zur Erläuterung der
Arbeitsweise der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
herangezogen werden.
Fig. 8 zeigt in einer Perspektivansicht eine weitere
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Fig. 9 bis 11 veranschaulichen Diagrammme, die zur Erläuterung
der Arbeitsweise der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsform
herangezogen werden.
Fig. 12 zeigt in einer Seitenansicht eine weitere Ausführungsform
der Erfindung.
Fig. 13 zeigt eine Kennlinie, die zur Erläuterung der
Arbeitsweise der in Fig. 12 dargestellten Ausführungsform
herangezogen wird.
Nunmehr werden die bevorzugten Ausführungsformen der
Erfindung im einzelnen erläutert.
Zunächst wird die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Dabei wird zuerst die
Grundtheorie der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme
auf Fig. 1 und 2 beschrieben werden.
In Fig. 1 sind mit den Bezugszeichen W₁, W₂, W₃ und W₄
vier Wände bezeichnet.
Mit S₀ ist eine Schallquelle bezeichnet,
und mit M ist ein Schallaufnahmepunkt bezeichnet.
Die Schallquelle und der Schallaufnahmepunkt
befinden sich beide innerhalb des Schallfeldes, welches
durch die vier Wände W₁ bis W₄ umgeben ist. In diesem
Falle ist angenommen, daß der Schalldruck, der durch
den Schall hervorgerufen wird, welcher sich längs des
direkten Weges von der Schallquelle S₀ zu dem Schallaufnahmepunkt
M hin ausbreitet, mit P₀ bezeichnet ist.
Der Schalldruck, der durch eine erste Spiegelbild-
Schallquelle S₁ hervorgerufen wird, welche durch die
Wand W₁ als P₁ hervorgerufen wird, und die entsprechenden
Schalldrucke, die durch weitere erste Spiegelbild-Schallquellen
S₂, S₃ bzw. S₄ hervorgerufen werden, welche
durch die Wände W₂, W₃ bzw. W₄ hervorgerufen werden,
sind mit P₂, P₃ bzw. P₄ bezeichnet. Ferner sei angenommen,
daß die Schalldrucke, die durch die zweiten
Spiegelbild-Schallquellen hervorgerufen werden, welche
so gebildet werden, daß die Schallwellen von der Schallquelle
S₀ an zwei Wänden reflektiert werden, mit P₁₂,
P₁₃, P₁₄, P₂₁, P₂₃, P₂₄, P₃₁, P₃₂, P₃₄, P₄₁, P₄₂ bzw.
P₄₃ bezeichnet sind. In entsprechender Weise sei angenommen,
daß die Schalldrucke, welche durch die Spiegelbild-
Schallquellen hervorgerufen werden, die so hervorgerufen
werden, daß die Schallwellen von der Schallquelle
S₀ an drei Wänden oder an noch mehr Wänden reflektiert
werden, mit Pÿk ... (wobei i≠j≠k ...)
bezeichnet sind. Unter einer derartigen Annahme läßt
sich das Verhältnis S/N (d. h. der Störabstand) an dem
Schallaufnahmepunkt M durch die folgende Gleichung (1)
angegen.
wobei i≠j≠k≠ ... gilt.
Nunmehr sei das Verhältnis S/N unter der obigen Bedingung
betrachtet, und zwar für den Fall, daß der Schallaufnahmepunkt
M sehr dicht oder nahe der Wand W₂ angeordnet
ist.
Das durch den Schalldruck P₀ hervorgerufene Signal, welches
den Schallaufnahmepunkt M von der Schallquelle S₀
her direkt erreicht, tritt mit einem geringen Phasenunterschied
gegenüber dem durch den Schalldruck P₂ hervorgerufenen Signal auf, der durch die primäre
Reflexion an der Wand W₂ hervorgerufen wird,
so daß die obige Gleichung
(1) zu der folgenden Gleichung wird:
wobei i≠j≠k≠ ... gilt.
Zu diesem Zeitpunkt wird, da die Bedingung P₀ P₂ erfüllt
ist, der Zähler der Gleichung (2) zu 2 P₀². Da im
allgemeinen die Nenner der Gleichungen (1) und (2) etwa
einander gleich sind, dürfte einzusehen sein, daß das
Verhältnis S/N um etwa 3 dB verbessert ist.
Nunmehr wird ein solcher Fall betrachtet, bei dem eine
Schallquelle S in einem freien Raum untergebracht ist.
Dabei ist eine Scheibe D vorgesehen, die zu einem Hindernis
für den Schall wird, der von der Schallquelle S
abgegeben wird. Auf der Oberfläche der betreffenden
Scheibe D ist in einer Höhe Z ein Schallaufnahmepunkt
R vorgesehen, wie dies in Fig. 2 veranschaulicht ist.
Im Fall der Fig. 2 läßt sich ein direkter Schall Φp über
einen direkten Weg L von der Schallquelle S zu dem
Schallaufnahmepunkt R wie folgt angeben:
Eine Partikelgeschwindigkeit U auf der Oberfläche dS
infolge des direkten Schalls ΦP läßt sich wie folgt
angeben:
und ein reflektierter Schall dΦS auf der Oberfläche dS
wird zu:
Demgemäß läßt sich eine Summe ΦS der reflektierten
Schallwellen wie folgt angeben:
Wenn somit ein Schalldruck P an einem Schallaufnahmepunkt
R durch das Verhältnis bezüglich eines Schalldrucks
PP des direkten Schalls ausgedrückt wird, wird
die Näherungsgleichung dafür zu:
wobei
gilt.
Die Eigenschaften bzw. Charakteristiken auf der Achse
einer ebenen Welle auf ihr Eintreffen hin (ψ=0 und
L→∞) oder die Charakteristiken auf der Mitte der
Scheibe D mit dem Radius a für den Fall, daß die ebene
Welle direkt auf die Scheibe D einfällt, lassen sich
aus der Gleichung (7) wie folgt angeben:
wobei
gilt.
Infolgedessen umfaßt der Frequenzgang in der Mitte der
Scheibe D, wie dies durch die Gleichung (8) angegeben
ist, Welligkeitskomponenten von etwa 10 dB. Der Grund
hierfür liegt in der Tatsache, daß die Interferenz
durch Beugung sehr stark wird, da dieselben Randbedingungen
einander überlagert sind. Um die Welligkeitskomponenten
zu reduzieren, ist es erforderlich, den
Schallaufnahmepunkt R exzentrisch oder von der Mitte
der Scheibe D versetzt anzuordnen. Dadurch ist es möglich,
den Frequenzgang zu glätten, wobei jedoch in Verbindung
damit die Richtungscharakteristik außer Symmetrie
gelangt.
Der Grund hierfür liegt darin, daß der Spiegelbildeffekt
(Reflexionseffekt) in Richtung nahe der Kante der Scheibe
D von dem Schallaufnahmepunkt M aus vermindert ist,
wie dies in Verbindung mit Fig. 1 erläutert ist. Der Pegel
der Richteigenschaft wird dabei klein, jedoch in der
entgegengesetzten Richtung der Reflexionsoberfläche, was
dazu führt, daß ein starker Spiegeleffekt hervorgerufen
wird und daß der Wert der Richtcharakteristik zunimmt.
Die vorliegende Erfindung wird nun auf der Grundlage
der Tatsache ausgeführt, daß die Richtungscharakteristik
in der entgegengesetzten Richtung auftritt, in der der
Schallaufnahmepunkt angeordnet ist.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Mikrofonanordnung
gemäß der vorliegenden Erfindung. Bei diesem Beispiel
ist eine ebene Platte 1 mit einer bestimmten
Form und einer konstanten Fläche, beispielsweise eine
Scheibe mit einem Radius a, als ebene Oberfläche eines
Festkörpers vorgesehen, und ein Mikrofonelement 2 ist
auf der betreffenden Scheibe 1 an deren Umfangsposition
angeordnet, die von der Mitte c der betreffenden
Scheibe 1 aus verschieden ist. Die betreffende Stelle
mag beispielsweise um ¾ a von der Mitte c aus versetzt
sein. Anstelle der Scheibe kann eine ebene Platte, wie
eine viereckige bzw. quadratische ebene Platte, eine
rechteckförmige ebene Platte oder eine anders geformte
ebene Platte als ebene Platte 1 verwendet werden. Eine
Schallquelle 3 ist oberhalb des Mikrofonelements 2 auf
der ebenen Platte 1 in einer bestimmten Entfernung davon
angeordnet.
Fig. 4A zeigt eine schematische Seitenansicht der in
Fig. 3 gezeigten Anordnung; Fig. 4B zeigt eine schematische
Draufsicht der in Fig. 3 dargestellten Anordnung.
In Fig. 4A ist mit dem Bezugszeichen Φ der
Einfallswinkel des Schalls von der Schallquelle 3 her
(in Fig. 3 gezeigt) auf das Mikrofonelement 2 bezeichnet.
Wenn der Einfallswinkel Φ geändert wird, legt
die Änderung im Schalldruck bei dem Mikrofonelement
durch die Schallquelle 3 die Richtcharakteristik fest,
was in der Kurvendarstellung gemäß Fig. 5 durch schwarze
Punkte angedeutet ist (das sind praktisch gemessene
Werte). Die Bedingung bei dieser praktischen Messung
besteht beispielsweise darin, daß a=85 mm beträgt,
daß 3/4 a=65 mm ist und daß der Abstand zwischen der
Schallquelle 3 und der ebenen Platte 1 etwa 2,5 bis
3 m beträgt. In der Kurvendarstellung gemäß Fig. 5
veranschaulicht die vollausgezogene Kurve den berechneten
Wert durch eine Annäherungs-Analyse, gemäß
der der gebrochene Schall durch die Seite der ebenen
Oberfläche des festen Körpers aus einem praktischen
Punkt heraus vernachlässigt wird. Es dürfte aus der
Kurvendarstellung gemäß Fig. 5 ersichtlich sein, daß
die gemessenen Werte weitgehend mit den berechneten
Werten zusammenfallen. Ferner dürfte aus der Kurvendarstellung
gemäß Fig. 5 ersichtlich sein, daß der
aufgefangene Schalldruck für den Schall in einer konstanten
Richtung (von der Position der Mittelrichtung
aus) hoch wird und ein Minimum an der Stelle der Ebene
hat, welche mit der Ebene der flachen bzw. ebenen
Platte 1 fluchtet. In diesem Fall ist der Schall von
der Schallquelle 3 nicht eine sogenannte burstförmige
unterbrochene Welle, sondern eine kontinuierliche Welle
mit einer konstanten Frequenz und einem konstanten
Schalldruck.
Der Gewinn des aufgefangenen Schalldrucks in bezug auf
die Frequenz ist in der Kurvendarstellung gemäß Fig. 6
veranschaulicht, in der die vollausgezogene Kurve den
berechneten Wert veranschaulicht, während die durch
schwarze Punkte markierte Linie die gemessenen Werte
veranschaulicht. Aus der Kurvendarstellung gemäß Fig. 6
geht hervor, daß der Gewinn des aufgefangenen Schalldrucks
bezüglich der Frequenz so ist, daß das Verhältnis
zwischen dessen Zunahme und Abnahme groß wird, wenn
die Frequenz hoch wird.
Fig. 7 veranschaulicht in einem Kurvendiagramm den Frequenzgang
oder die Beziehung der Richtcharakteristik in
Abhängigkeit von der Frequenzcharakteristik für den Fall,
daß - wie dies in Fig. 4 veranschaulicht ist - der Einfallswinkel
Φ der ebenen Welle auf +45°, 0° und -45°
unter derselben Bedingung eingestellt ist. In der Kurvendarstellung
gemäß Fig. 7 veranschaulichen die vollausgezogenen
Kurven die berechneten Werte, und die
anders markierten Kurven kennzeichnen die gemessenen
Werte. In diesem Falle veranschaulicht die Markierung x
den Fall, daß der Einfallswinkel Φ mit +45° ausgewählt
ist, während die Markierung Δ den Fall veranschaulicht,
daß der Einfallswinkel Φ 0° beträgt. Mit der Markierung
o ist der Fall veranschaulicht, daß der Einfallswinkel
Φ einen Wert von -45° hat. Aus der Kurvendarstellung
gemäß Fig. 7 geht klar hervor, daß die Beziehung zwischen
der Richtcharakteristik bzw. Richteigenschaft
des aufgefangenen Schalls und der Frequenz so ist, daß
der Frequenzgang des Schalls dann deutlicher feststellbar
erscheint, wenn der Schall nahe der Radiusrichtung
der ebenen Platte 1 auftritt und eine Trennung zwischen
der linken Seite und der rechten Seite über
800 Hz bis 6 kHz ergibt, was für die Schallempfingung
wichtig ist.
Wie oben beschrieben, wird dadurch, daß das Mikrofonelement
2 an der Stelle angeordnet ist, die von der
Mitte c der ebenen Platte 1 um einen bestimmten Abstand
entfernt ist, d. h. um ¾ a, der Gewinn des aufgefangenen
Schalldrucks hoch, wenn der Schall näher
von der Mitte c der ebenen Platte 1 herkommt. Der
Frequenzgang wird dort bedeutsam, und die verschiedenen
Charakteristiken, wie die Empfindlichkeit, die
Deutlichkeit usw. sind verbessert.
In Fig. 8 ist ein weiteres Beispiel gemäß der Erfindung
veranschaulicht, gemäß dem Mikrofonelemente 4
und 5 an Stellen angeordnet sind, die von der Mitte c
der ebenen Platte 1 aus ¾ a versetzt angeordnet sind
und die symmetrisch in Bezug auf die Mitte c vorgesehen
sind. Wenn die Meßbedingungen der Mikrofonelemente
4 und 5 gleich jener Bedingung gewählt sind, wie sie
beim ersten Beispiel gewählt worden ist, dann bringt
dieses Beispiel dieselben Charakteristiken mit sich.
Unter der obigen Anordnungsbedingung wird nunmehr der
Fall betrachtet, daß - wie dies in Fig. 9 veranschaulicht
ist - der Radius a der ebenen Platte 1 mit 85 mm
gewählt ist, daß die Abstände der linken (L) und rechten
(R) Mikrofonelemente 4 bzw. 5 von der Mitte c der
ebenen Platte 1 mit jeweils 65 mm gewählt sind und daß
die Schallquelle 3 in Richtung des Schnittwinkels von
etwa 45° zu dem rechten Mikrofonelement 4 hin und davon
um etwa 2,5 bis 3 m versetzt angeordnet ist. Wenn
der Schall von der Schallquelle 3 her eine kontinuierliche
Welle mit einer konstanten Frequenz und einem
konstanten Schalldruck ist, wie dies oben beschrieben
worden ist, dann wird der aufgefangene Schalldruck am
rechten Mikrofonelement 4 höher sein als jener am linken
Mikrofonelement 5. Wenn die Schallwellen von den
entsprechenden Mikrofonelementen aufgezeichnet oder
angehört werden, und zwar als linke Schallwelle, die
von der linken Seite her kommt, und als rechte Schallwelle,
die von der rechten Seite her kommt, dann ist
der Schall von der Stelle gemäß der Fig. 9 aus verschieden,
wobei die Eingrenzung des Schallbildes in
Richtung nach rechts verschoben ist. Wenn eine kontinuierliche
Schallwelle bzw. ein Dauerschall mit
einer konstanten Frequenz und einem konstanten Schalldruck
mittels einer Aufzeichnungsvorrichtung, wie mittels
eines Bandrecorders usw. unter Verwendung des obigen
Stereo-Mikrofonsystems,
aufgezeichnet wird, dann ist es demgemäß erforderlich,
daß das Ausgangssignal von dem linken Mikrofonelement
dem rechten Eingang der Aufzeichnungsvorrichtung
zugeführt wird und daß das Ausgangssignal von
dem rechten Mikrofonelement her dem linken Eingang der
Aufzeichnungsvorrichtung zugeführt wird. Mit anderen
Worten ausgedrückt heißt dies folgendes: Da in diesem
Falle die Richtwirkung entgegengesetzt ist zu der Einstellposition
für die Schallaufnahme, und zwar im Unterschied
zu der bekannten Schallaufzeichnung und Schallwiedergabe,
ist auf die Aufzeichnung und Wiedergabe hin
die Ortsbestimmung hinsichtlich linker und rechter Positionen
entgegengerichtet festgelegt.
Wenn die Schallquelle 3 so ausgebildet wird, daß eine
unterbrochene Welle mit einer Burstform variabler Frequenz
und mit unterschiedlichem Schalldruck erzeugt
wird, wie dies in Fig. 10 veranschaulicht ist, dann
wird der bei dem rechten Mikrofonelement 4 eintreffende
Schall um den Streckenbetrag von 130/√ mm von
demjenigen Schall aus verzögert, der zu dem betreffenden
Zeitpunkt das lichte Mikrofonelement 5 erreicht,
wie dies in Fig. 9 veranschaulicht ist. Mit anderen
Worten ausgedrückt heißt dies, daß die Eintreffzeit
der unterbrochenen Schallwelle bei dem Mikrofonelement
4 um 0,26 ms von dem Eintreffzeitpunkt bei dem
Mokrofonelement 5 aus verzögert ist, wie dies in Fig. 11
veranschaulicht ist. Wenn der Schall mittels Kopfhörern
oder dergleichen wahrgenommen wird, deren Richtfähigkeit
bzw. Bündelung weitgehend durch die Phasendifferenz der
eintreffenden Schallwellen bestimmt ist, dann wird somit
bevorzugt, daß das Ausgangssignal von dem linken
Mikrofonelement dem linken Eingang zugeführt wird und
daß das Ausgangssignal von dem rechten Mikrofonelement
her dem rechten Eingang zugeführt wird. Dies heißt, daß
dann, wenn die unterbrochene Schallwelle über Kopfhörer
und dergleichen wahrgenommen wird, deren Richtfähigkeit
durch die Phasendifferenz der Schallwellen bestimmt ist,
die Ortsbestimmung (Richtungswahrnehmung) durch den Gehörsinn
mehr zur linken Seite hin ermittelt wird. Dies
basiert auf einem sogenannten Gesetz der ersten Wellenfront
(Has-Effekt), gemäß dem die Ortsbestimmung sich
zur Seite des hohen Pegels verschiebt, wenn die obige
Zeitdifferenz kleiner als etwa 5 ms ist.
Im Falle der Anwendung von Kopfhörern usw., wie dies
oben angegeben worden ist, ist es demgemäß erwünscht,
daß ähnlich dem normalen Aufzeichnungsbetrieb das Ausgangssignal
von dem linken Mikrofonelement dem linken
Eingang und das Ausgangssignal vom rechten Mikrofonelement
dem rechten Eingang zugeführt wird. Wenn ein
Wiedergabeschall über einen Lautsprecher wahrgenommen
bzw. gehört wird, wird jedoch ein vorlaufender Schall
dumpf werden, und die Empfindung für die Distanz wird
entgegengesetzt, so daß ähnlich dem stationären Zustand
des Schalls mit der konstanten Frequenz und dem
konstanten Schalldruck das linke Mikrofonelement mit
dem rechten Eingang und das rechte Mikrofonelement
mit dem linken Eingang verbunden sind.
Wie oben erwähnt, werden in Übereinstimmung mit dem
zweiten Beispiel gemäß der vorliegenden Erfindung derselbe
Betrieb und dieselbe Wirkung wie beim ersten
Beispiel erzielt, und ferner wird die stereophone
Schallaufnahme dadurch ermöglicht, daß die obige Schallfelderscheinung
wirksam ausgenutzt wird.
Fig. 12 veranschaulicht ein weiteres Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, gemäß dem ein Stoff
bzw. Gewebe 7 mit einer konstanten Dicke und mit
schallabsorbierenden Eigenschaften mit der Oberfläche
der ebenen Platte 1 unter dem Zustand verbunden ist,
welcher dem in Fig. 3 gezeigten Zustand ähnlich ist
bzw. entspricht, während die schallabsorbierende Oberfläche
des Mikrofonelements 2 freiliegt. Das Gewebe 7
kann beispielsweise aus Wolle, Glaswolle, Filz usw.
bestehen.
In Fig. 13 veranschaulicht ein Diagramm den Frequenzgang
des in Fig. 12 dargestellten dritten Ausführungsbeispiels.
In der Kurvendarstellung gemäß Fig. 13 veranschaulicht
die gestrichelte Linie den Frequenzgang
für den Fall, daß das Gewebe 7 nicht vorgesehen ist,
während die vollausgezogene Kurve den Fall bei Verwendung
des Gewebes 7 veranschaulicht. Aus der Kurvendarstellung
gemäß Fig. 13 dürfte ersichtlich sein, daß
der Bereich hoher Frequenzen, die höher sind als beispielsweise
5000 Hz, des Frequenzgangs durch die Bereitstellung
des Gewebes 7 unterdrückt werden kann.
Wenn das dritte Ausführungsbeispiel oder die dritte
Mikrofonanordnung gemäß der Erfindung, wie sie in
Fig. 12 veranschaulicht ist, dazu verwendet wird,
den Schall in einer Konferenz oder dergleichen aufzuzeichnen,
dann können demgemäß die Schallkomponenten
mit relativ hohen Frequenzen, die von einem Regal,
Pult, dem Umblättern von Seiten, usw. hervorgerufen
werden, aus der Aufnahme entfernt werden, oder
es können unnötige Schallwellen, die von Stimmen verschieden
sind, usw., nicht aufgenommen werden, so daß
die Konferenz effektiv fortgesetzt werden kann. Ferner
kann die dritte Ausführungsform gemäß der Erfindung
unter dem stereophonen Schallaufnahmebetrieb angewandt
werden, wie dies in Fig. 8 veranschaulicht ist.
Wie oben beschrieben, kann gemäß der vorliegenden Erfindung
das Schallaufnahmesystem, welches das Schallfeld
nahe der ebenen Oberfläche des Festkörpers effektiv
ausnutzt, bereitgestellt werden, da das Mikrofonelement
auf der ebenen Platte mit einer konstanten
Fläche an einer Umfangsstelle angeordnet ist, die zumindest
von der Mitte der betreffenden Platte aus verschieden
ist.
Gemäß der vorliegenden Erfindung können überdies die
verschiedenen Eigenschaften, wie die Empfindlichkeit,
die Deutlichkeit usw., im Vergleich zu der bekannten
Mikrofonanordnung verbessert werden.
Darüber hinaus ist der über etwa 1 kHz liegende höherfrequente
Bereich durch die Erfindung angehoben, so
daß die Wahrnehmung bezüglich der Distanz erheblich
komprimiert ist, wodurch der Schallaufnahmebereich
weit gemacht ist und womit die Mikrofonanordnung sehr
effektiv ist hinsichtlich der Anwendung als Schallaufnahmesystem
für die Schallaufnahme in der Konferenz
usw.
Claims (6)
1. Mikrofonanordnung mit einer ebenen, starren, flächig begrenzten Platte (1) und
zumindest einem auf der Platte (1) oder in geringer Höhe über der Platte (1) exzentrisch
angeordneten Mikrofonelement (2; 4, 5),
dadurch gekennzeichnet,
daß die exzentrische Lage des Mikrofonelements (2; 4) derart bemessen ist, daß eine
durch Beugung bei der Reflexion an der flächig begrenzten Platte (1) hervorgerufene
Welligkeit im Frequenzgang der Anordnung weitgehend unterdrückt ist.
2. Mikrofonanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ebene Platte (1) eine ebene, runde Scheibe ist.
3. Mikrofonanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ebene Platte (1) eine ebene, viereckige Platte ist.
4. Mikrofonanordnung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mikrofonelement (2) an einer Stelle angeordnet ist, die von der Mitte der
ebenen Platte um ¾ a entfernt ist, wobei a der Radius oder die halbe Seite der ebenen
Platte bedeutet.
5. Mikrofonanordnung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein weiteres Mikrofonelement (5) vorgesehen ist, wobei beide Mikrofonelemente
(4, 5) an von der Mitte der ebenen Platte um ¾ a symmetrisch versetzten Stellen
angeordnet sind, wobei a der Radius oder die halbe Seite der ebenen Platte bedeutet.
6. Mikrofonanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein schallabsorbierendes Glied (7) konstanter Dicke auf der ebenen Platte (1)
vorgesehen ist.
Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications (1)
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