DE3317415C2 - - Google Patents
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- C12M35/02—Electrical or electromagnetic means, e.g. for electroporation or for cell fusion
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kammer für
die Behandlung von Zellen im elektrischen Feld,
bei der ein aus elektrisch nichtleitenden Wänden
gebildeter Raum zur Aufnahme der die Zellen
enthaltenden Suspension vorgesehen ist, in den
wenigstens zwei Elektroden derart hineinragen,
daß ein zwischen den Elektroden liegender, durch
diese begrenzter Bereich gebildet wird, in welchem
die Zellen einem zwischen den Elektroden ausge
bildeten elektrischen Feld ausgesetzt sind.
Aus der DE-PS 24 05 119 ist ein Verfahren zur
Behandlung von Zellen im elektrischen Feld bekannt,
bei dem die Membran von Zellen durch Anwendung
eines elektrischen Feldes, dessen Stärke 103
bis 105 V/cm beträgt, durchbrochen wird. Die
dabei bewirkte Permeabilitätserhöhung der Zell
membran macht es möglich, Stoffe durch die Membran
auszustauschen, ohne daß die Zellen in ihrer
Lebensfähigkeit beeinträchtigt sind. Denn die
Erhöhung der Permeabilität ist nach dem Austausch
der Stoffe in einem einfachen Verfahrensschritt
reversibel. Auf diese Weise ist es beispielsweise
auch möglich, Gene oder Enzyme in die Zellen
einzulagern.
Das aus der vorgenannten Patentschrift bekannte
Verfahren der Erhöhung der Permeabilität der
Zellmembran ist auch zur Fusion von Zellen
einsetzbar.
Zwei Zellen in einer Suspension sollten, wenn
sie sich berühren und ein enger Kontakt zwischen
den Membranen beider Zellen entsteht, mitein
ander verschmelzen, da die Bausteine in der
Membran beweglich sind. Eine derartige spontane
Verschmelzung (Fusion) von Zellen wird unter
natürlichen Bedingungen jedoch nicht oder nur
äußerst selten beobachtet. Eine bekannte Aus
nahme stellt die Befruchtung einer Eizelle
durch eine Samenzelle bei der sexuellen Fort
pflanzung dar. Die spontane Fusion wird durch
die negative Ladung der Phospholipide und an
derer Membrankomponenten behindert. Sie führt
zur Abstoßung der Zellen, wenn sie sich auf
einen geringen Abstand genähert haben. Zell
verschmelzung erfordert aber, daß die beiden
Membranen sich bis auf einen Abstand von weniger
als 10-7 cm nähern können.
Die mit technischen Mitteln, also auf künstlichem
Wege durchgeführte Fusion von Zellen ist in
einem weiten Anwendungsbereich einsetzbar.
So ist es für die biologisch-medizinische For
schung von großem Interesse, eine große Zahl
von Zellen miteinander zu verschmelzen. Bei
geeigneter Größe der durch Fusion mehrerer
oder gegebenenfalls vieler Zellen - beispielsweise
1000 bis 10 000 Blutkörperchen -
entstandenen großen Zellen lassen sich dann
Mikroelektroden, Mikrodruckmeßsonden und andere
Sensoren ohne irreversible Zerstörung der Membran
in die große Zelle einführen. Die Technik, über
die Sensoren direkt eine Reihe von Zellen und
Membranfunktionen zu erfassen, ist dabei für
die klinische Diagnostik, z. B. bei der Früher
kennung von Erkrankungen sowie generell für
die Grundlagenforschung von Bedeutung.
Die Technik der Fusion von Zellen kann außerdem
eingesetzt werden für die Bildung von Hybridzellen
durch Verschmelzung von zwei Zellen unterschiedlicher
Herkunft, die evolutionsmäßig nicht zu weit
voneinander entfernt stehen sollen. Dabei können
Zellhybride aus Pflanzenzellen, aus denen wieder
ganze Pflanzen gezüchtet werden können oder
Zellhybride aus tierischen Zellen, über die
monoklonale Antikörper, z. B. gegen Tumore und
Leukämie, gewonnen werden können, gebildet werden.
Als Beispiel sei genannt die Verschmelzung einer
Lymphozytenzelle mit einer Myelomzelle, die
besonders aus medizinischer und pharmazeutischer
Sicht von großem Interesse ist. Bestimmte Lympho
zyten bilden gegen Fremdstoffe im Organismus
Antikörper, z. B. gegen ein Fremdeiweiß, das
in die Blutbahn injiziert worden ist. Isoliert
man die Lymphozyten und fusioniert sie mit einer
Tumorzelle, wie der Myelomzelle, so besteht
die Chance, daß sich eine sogenannte Hybridomzelle
bildet, die die Eigenschaft beider Elternzellen
besitzt. Diese Zelle produziert Antikörper,
und zwar spezifisch nur gegen den betreffenden
Fremdstoff (sogenannte monoklonale Antikörper).
Sie ist unsterblich und läßt sich im Gegensatz
zu einer normalen ausdifferenzierten Zelle,
wie dem Lymphozyten, permanent in Nährmediun
vermehren.
Ein Verfahren zur Fusion von Zellen der eingangs
bezeichneten Art ist aus Biochimica et Biophysica
Acta, 694 (1982), 227-277 (Electric Field-Mediated
Fusion And Related Electrical Phenomena, U. Zimmer
mann) bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren
- dessen Ablauf unter dem Mikroskop beobachtet
werden kann - wird der Membrankontakt zwischen
wenigstens zwei Zellen durch Anlegen eines alter
nierenden, schwach homogenen Feldes erzeugt.
Durch das elektrische Feld werden, bedingt durch
Polarisationsprozesse in der Zelle, Dipole erzeugt,
die sich gegenseitig anziehen, wenn sich die
Zellen während ihrer Wanderung im elektrischen
Feld einander nähern (sogenannte Dielektrophorese).
Nach der Bildung der Zellenreihe werden die
Störungen in der Membranstruktur zwischen
benachbarten Zellen durch einen elektrischen
Durchbruchpuls ausgelöst (J. Membrane Biol. 67,
165-182 (1982), Electric Field-Induced Cell-to-
Cell Fusion, U. Zimmermann and J. Vienken).
Dabei werden - nach den bisherigen Modellvor
stellungen - Löcher in der Membrankontaktzone
benachbarter Zellen erzeugt, die zu einem zytoplas
matischen Kontinuum zwischen den beiden Zellen
und zur Brückenbildung von Lipiden zwischen
den Membranen der benachbarten Zellen führen.
Die Lipidmoleküle ordnen sich nicht mehr in
ihre ursprüngliche Membran ein. Sobald sich
eine Brücke gebildet hat, kommt es aus energetischen
Gründen zur Abrundung des entstandenen Gebildes,
das aus den über die Lipidbrücken miteinander
verbundenen Zellen besteht.
Zur Durchführung dieser bekannten Verfahren
wird eine Kammer der eingangs bezeichneten Art
eingesetzt. Die Elektroden der Kammer sind dabei
zur Bildung der Zellenreihe an eine Einrichtung
zur Erzeugung eines alternierenden elektrischen
Feldes und zur Erzeugung des elektrischen Durch
bruches an eine Einrichtung zur Erzeugung elek
trischer Spannungspulse angeschlossen.
Bei der Durchführung der bekannten Verfahren
ist man bestrebt, zur Erhöhung der Effektivität
der Verfahren die in einer Suspension vorliegenden
Zellen möglichst alle der elektrischen Behandlung
zu unterwerfen. Dies setzt voraus, daß die in
die Kammer eingegebenen Zellen möglichst alle
dem elektrischen Feld ausgesetzt werden. Die
toten Zonen in der Kammer sollten daher möglichst
klein sein.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Kammer der
eingangs bezeichneten Art zu schaffen, bei der
ein hoher Anteil der in die Kammer eingegebenen
Zellen dem elektrischen Feld ausgesetzt wird.
Die Kammer soll außerdem die gleichzeitige und
gleichmäßige Behandlung einer großen Anzahl von
Zellen ermöglichen.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird
gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der
Raum zur Aufnahme der die Zellen enthaltenden Sus
pension von einem Innenkörper und eine den Innenkörper
um dessen Längsachse mit gleichbleibendem Abstand
umschließenden Außenhülle seitlich begrenzt ist
und daß die in den Raum hineinragenden Elektroden
den Innenkörper in Form einer mehrgängigen Schraube
mit gleichbleibender Steigung derart umgeben, daß
der durch die Elektroden begrenzte Bereich als ein in
Form einer mehrgängigen Schraube den Innenkörper um
dessen Längsachse umgebender Teilbereich des Raumes
ausgebildet ist.
Die Elektroden und der begrenzte Bereich sind bei
spielsweise in der Form einer Doppelhelix, einer Vier
fach-Helix usw. ausgebildet.
Eine sehr vorteilhafte Ausführungsform der Kammer
besteht darin, daß der Abstand jeder Elektrode nach
beiden Seiten zur nächstliegenden anderen Elektrode
gleich ist. Damit wird erreicht, daß der Feldverlauf
zwischen zwei benachbarten Elektroden gleich ist, womit
die effektive Länge der Elektroden praktisch verdoppelt
ist.
Der längliche Innenkörper ist zweckmäßigerweise
zylinderförmig und die Außenhülle als zylinder
förmiger Mantel mit gemeinsamer Mittelachse ausge
bildet. Der längliche Innenkörper kann jedoch auch
abweichend von der idealen Kreisform beispielsweise
einen ovalen oder auch quadratischen Querschnitt auf
weisen, an den jeweils die innere Form der Außenhülle
angepaßt ist.
Für den Fall, daß die Elektroden an dem Innenkörper
anliegen, ist es zweckmäßig, die Elektrodenanschlüsse
durch den Innenkörper nach außen zu führen.
Bei allen Ausführungsformen der Kammer gemäß der
Erfindung ist die innere Form der Außenhülle in
einen möglichst geringen Abstand von 20 µm bis 500 µm
- im allgemeinen jedoch nicht geringer als 100 µm -
an die Form des Innenkörpers angepaßt, so daß das
tote Volumen, also das Volumen, in welchem Zellen
nicht dem elektrischen Feld ausgesetzt sind, möglichst
klein ist. Dabei ist es zweckmäßig, daß der Abstand
zwischen den Elektroden und der den Elektroden gegen
überliegenden Wandung - also beispielsweise bei am
Innenkörper anliegenden Elektroden die Innenwandung der
Außenhülle - so bemessen ist, daß die suspendierten
Zellen und, im Falle einer Fusion von Zellen,
die Fusionsprodukte den Durchgang zwischen Elektro
den und Wandung gerade ohne Schädigung passieren
können.
Bei Verwendung von Einrichtungen zur Erzeugung
eines elektrischen Wechselfeldes (für die Bildung
der Zellenreihe) mit einer Ausgangsspannung
von 50 V p-p an 50 Ω und einer Einrichtung zur
Erzeugung eines Rechteckpulses (für den elektrischen
Durchbruch) von 100 V an 50 Ω beträgt der Abstand
der Elektroden zueinander je nach der Art und
Größe der zu behandelnden Zellen im allgemeinen
20 µm bis 500 µm. Er wird für Hefe und Bakterien
zellen etwa zwischen 50 µm und 100 µm, für tierische
Zellen etwa zwischen 100 µm und 200 µm und für
pflanzliche Zellen etwa zwischen 100 µm und
500 µm liegen. Die Steigung der mehrgängigen
Schrauben ergibt sich dabei aus dem gewählten
Elektrodenstand. Bei Verwendung einer Einrichtung
mit höherer Ausgangsspannung und entsprechend
höherer Leistung kann der Elektrodenabstand
selbstverständlich größer - beispielsweise 5 mm-
sein.
Bei größerem Elektrodenabstand und damit auch
bei größerem Elektrodenquerschnitt ist von Vorteil,
wenn die Elektroden kreisförmigen Querschnitt
aufweisen. Das ist beispielsweise dann der Fall,
wenn die Elektroden aus einem auf den Innenkörper
gewickelten Draht bestehen. Infolge des Kreis
querschnittes bildet sich zwischen den Elektroden
ein im Hinblick auf die Bildung einer Zellenreihe
günstiges inhomogenes Feld aus. Dabei ist es
zweckmäßig, daß die Elektroden zu etwa einem
Drittel ihres Durchmessers in ihrer Auflage
versenkt angeordnet sind. Auf diese Weise wird
der Raum für die Zellensuspension möglichst
klein gehalten.
Bei sehr geringen Elektrodenabständen, bei denen
die Elektrodenschraube nicht aus Draht gewickelt
werden kann, sondern andere Techniken zur Herstel
lung der Elektrodenschraube angewendet werden
müssen, ergibt sich ein inhomogenes elektrisches
Feld dann, wenn die Elektroden als flaches Band
an dem Innenkörper oder der Innenwandung der
Außenhülle anliegen.
Bei einer Elektrodenlänge von mehr als etwa
1 m sind die Elektroden zweckmäßigerweise jeweils
als elektrische Schleife ausgebildet, wobei
jedes Ende der Elektroden mit einem Elektroden
anschluß in Verbindung steht. Zur Vermeidung
von Reflektionen im Elektrodensystem werden
zwei entsprechende - einer Seite der mehrgängigen
Schraube zugeordnete - Anschlüsse der Elektroden
über einen Widerstand miteinander verbunden,
wobei der Widerstand auf den Wellenwiderstand
abgeglichen ist. Die übrigen Anschlüsse der
Elektroden sind dann mit der oder den Einrichtungen
zur Erzeugung des elektrischen Feldes verbunden.
Ein Abgleich des Widerstandes ist dabei beispiels
weise - bei einer Außenhülle und einem Innenkörper
aus Polymethacrylat und Platin als Elektroden
material - bei einem Elektrodenabstand von 200 µm
und einer Frequenz der elektrischen Spannung
von 1 MHz sowie einer Leitfähigkeit der Suspen
sionslösung von etwa 0,5 bis 1 mS dann nicht
erforderlich, wenn die Elektroden eine Länge
von 1,5 m nicht überschreiten.
Um die Zellen während des Betriebes der Kammer
unter dem Mikroskop beobachten zu können, ist
es zweckmäßig, daß die Außenhülle der Kammer
aus durchsichtigem Material, beispielsweise
Polymethacrylat, besteht und an wenigstens einer
Stelle ihres Außenmantels eben ausgebildet ist.
Die Außenhülle kann dabei auch beispielsweise
als Sechskant ausgebildet sein.
Während des Betriebes der Kammer kann es infolge
des Stromflusses zu einer für die Zellen ungünstigen
Erwärmung der die Zellen enthaltenden Suspension
kommen. Dieser Erwärmung kann durch eine durch den
Innenkörper geführte Kühlleitung entgegengewirkt werden.
Eine Kühlleitung kann aber auch in der Außenhülle ange
ordnet sein.
Die Kammer gemäß der Erfindung kann als Durchfluß
kammer ausgestaltet sein, beispielsweise dadurch,
daß sich an den Stirnseiten der Kammer die Zu- und
Ableitungen befinden. Zum Betrieb der Kammer wird
dann eine vorbestimmte Menge an Zellsuspensionslösung
in die Kammer gedrückt oder gesaugt, die elektrische
Behandlung vorgenommen, darauf die in der Kammer be
findliche Suspensionslösung aus der Kammer gedrückt
und gesaugt und durch eine neue Menge an Zellsuspension
ersetzt.
Zum Durchspülen des Kammerraumes mit einer Reinigungs
lösung nach der elektrischen Behandlung der Zellen kann
es zweckmäßig sein, daß der Innenkörper ein zum Raum
der Kammer hin geöffnetes, von außen über eine Leitung
zugängliches Porensystem aufweist, über welches eine
Flüssigkeit in den Raum gedrückt werden kann, wobei die
dem Raum zugewendeten Öffnungen der Poren kleiner als
der Durchmesser der zu behandelnden Zellen ist. Während
des Betriebes der Kammer ist das Porensystem dann
zweckmäßigerweise mit der gleichen Lösung, in welcher
die Zellen suspendiert sind, jedoch ohne Zellen, gefüllt.
Als besonders vorteilhaft hat sich jedoch eine
Ausführungsform der Kammer gemäß der Erfindung
erwiesen, bei der die Außenhülle der Kammer
an einer Stirnseite geschlossen ausgeführt ist,
der Innenkörper stabförmig und an die innere
Form der Außenhülle angepaßt ausgebildet ist
und daß ein Verschluß zum Verschließen des Raumes
an der offenen Stirnseite der Außenhülle vor
gesehen ist. Durchqueren dabei die Elektroden
anschlüsse nicht den Raum der Kammer, sind die
Elektrodenanschlüsse also bei an dem Innenkörper
anliegenden Elektroden durch den Innenkörper
nach außen geführt, dann kann eine Beladung
der Kammer mit Zellsuspension dadurch vorgenommen
werden, daß in die Außenhülle, welche zweckmäßiger
weise die Form eines Reagenzglases hat, eine
solche Menge an Zellsuspension eingegeben wird,
die bei in die Außenhülle eingetauchtem Innenkörper
den Kammerraum gerade ausfüllt und daß durch
behutsames Eintauchen des stabförmigen Innenkörpers
die die Zellen enthaltende Flüssigkeit über
den ganzen Raum der Kammer verteilt wird.
Zweckmäßig kann es ferner sein, daß die geschlossene
Stirnseite der Außenhülle eine Öffnung aufweist.
Ist diese verschließbar, dann ist die Möglichkeit
gegeben, zunächst wie mit der die Form eines
Reagenzglases aufweisenden Außenhülle (die keine
untere Öffnung aufweist) zu verfahren, nach
der Durchführung der elektrischen Behandlung
jedoch die Zellensuspension durch die Öffnung
abzusaugen.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der
Kammer gemäß der Erfindung besteht darin, daß
ein an die Außenhülle lösbar anschließbares,
mit der Öffnung in der Außenhülle in Verbindung
stehendes Zusatzgefäß vorgesehen ist.
Zweckmäßigerweise wird bei verschlossener Öffnung
in der Außenhülle der Kammer zunächst die elektrische
Behandlung der Zellen vorgenommen, sodann bei
offener Öffnung das Zusatzgefäß an der Außen
hülle befestigt und danach die Zellen durch
Zentrifugieren - wobei die Kammer selbstver
ständlich von der oder den Einrichtungen zur
Erzeugung des elektrischen Feldes abgetrennt
ist - durch die Öffnung in das Zusatzgefäß ge
bracht. Das Zusatzgefäß kann dabei mit einer
beliebigen, für die Weiterbehandlung der Zellen
geeigneten Lösung, beispielsweise einem Nähr-
oder einem Selektionsmedium, gefüllt sein.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Kammer
gemäß der Erfindung ist das Zusatzgefäß auch
während der elektrischen Behandlung der Zellen
an der Außenhülle der Kammer befestigt. Hierzu
ist, wenn sich im Zusatzgefäß eine Lösung befindet,
die während des Betriebs der Kammer nicht in
den Raum der Kammer gelangen soll, die über
die Öffnung in der Außenhülle führende Verbindung
zwischen dem Raum der Kammer und dem Innenraum
des Zusatzgefäßes zweckmäßigerweise unterbrechbar.
Das kann beispielsweise durch ein von außen
betätigbares Absperrorgan für die Öffnung in
der Stirnseite der Außenhülle geschehen.
Zur Unterbrechung der über die Öffnung in der
Stirnseite der Außenhülle führenden Verbindung
zwischen dem Raum der Kammer und dem Innenraum
des Zusatzgefäßes kann die Öffnung des Zusatzge
fäßes auch mit einer Folie abgedeckt sein. Da
bei ist, um die Zellen nach deren elektrischen
Behandlung durch Zentrifugieren in das Zusatz
gefäß zu bringen, eine bewegbar im Innenkörper
geführte Nadel oder eine von unten betätigbare,
im Zusatzgefäß angebrachte Nadel vorgesehen,
mittels der die Folie durchlöcherbar ist.
Das Volumen des Innenraumes des Zusatzgefäßes
wird zweckmäßigerweise so gewählt, daß für die
nach der elektrischen Behandlung in das Zusatz
gefäß abzentrifugierten Zellen die Zellendichte
für das Wachstum hinreichend ist. Im allgemeinen
wird das Volumen - das allerdings von der Größe
der Kammer abhängig ist - 500 ul bis etwa 2 ml
betragen.
Ausführungsbeipsiele der Kammer gemäß der Erfin
dung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und werden im folgenden näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine als
Durchflußkammer ausgebildete Kammer
mit am Innenkörper anliegenden Elektroden
in Form einer Doppelhelix,
Fig. 2 einen Längssschnitt durch eine als
Durchflußkammer ausgebildete Kammer
mit an der Innenwandung der Außenhülle
anliegenden Elektroden in Form einer
Doppelhelix,
Fig. 3 Längsschnitt durch eine Kammer mit
die Form eines Reagenzglases aufwei
sender Außenhülle und in die Außenhülle
einschiebbarem Innenkörper,
Fig. 4 Längsschnitt durch eine Kammer gemäß
Fig. 3 mit an die Außenhülle aufsteck
barem Zusatzgefäß und im Innenkörper
bewegbar geführter Nadel zum Durchlöchern
der Folie des Zusatzgefäßes,
Fig. 5 Längsschnitt durch einen Innenkörper
gemäß Fig. 4 mit Kühlleitung,
Fig. 6 Querschnitt durch den Innenkörper gemäß
Fig. 5 längs der Linie A-B.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, wird der Raum 1
der Kammer durch einen Innenkörper 2 und eine
den Innenkörper um dessen Längsachse umschließen
de Außenhülle 3 seitlich begrenzt. Innenkörper 2
ist - aus der Zeichnung allerdings nicht ersicht
lich - zylinderförmig und die Außenhülle 3 als
zylinderförmiger Mantel ausgebildet. Beide Körper
bestehen aus Polymethacrylat oder einem anderen
Kunststoff.
Wie aus Fig. 1 ferner zu ersehen ist, umgeben
die Elektroden 4 und 5, die aus einer Wicklung
aus Platindraht bestehen, den Innenkörper 2.
Die Elektroden haben auf ihrer ganzen Länge
den gleichen Abstand zueinander. Sie sind jeweils
als Schleife ausgebildet. Die vier Elektroden
anschlüsse 4 a, 4 b sowie 5 a und 5 b sind durch
den Innenkörper 2 nach außen geführt. Die Elektrodenanschlüsse
4 b und 5 b können über einen in der Zeichnung
nicht dargestellten, abzugleichenden Widerstand
miteinander verbunden werden.
Der durch die Elektroden 4 und 5 begrenzte Bereich,
in dem die Zellen dem elektrischen Feld ausgesetzt
werden, umgibt den Innekörper 2 als ein in
der Form einer Doppelhelix ausgebildeter Teil
bereich 6a und 6 b des Raumes 1.
Der Abstand der Elektroden 4 und 5 zu der Innen
wandung der Außenhülle 3 ist über die ganze
Länge der Kammer konstant und liegt in dem in
der Zeichnung dargestellten Beispiel etwa in
dem Bereich von 100 µm bis 500 µm.
Die in Fig. 1 dargestellte, als Durchflußkammer
ausgebildete Kammer ist an den Stirnflächen
geschlossen. Zur Zuführung der die Zellen enthal
tenden Lösung sind eine verschließbare Zuleitung 7
umd eine verschließbare Ableitung 8 vorgesehen.
Bei der in Fig. 2 dargestellten, ebenfalls
als Durchflußkammer ausgebildeten Kammer liegen
im Unterschied zu der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform der Kammer die Elektroden 4
und 5 an der Innenwandung der Außenhülle 3 an.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
der Kammer ist die Außenhülle 3 an einer Stirnseite
bis auf eine verschließbare Öffnung 9 verschlossen
ausgeführt. Die Außenhülle 3 ist zylinderförmig
und - bis auf die Öffnung 9 - in der Art eines
Reagenzglases ausgebildet. Der Innenkörper 2
ist stabförmig und an die Innenform der Außen
hülle 3 angepaßt ausgebildet. An ihm liegen
die Elektroden 4 und 5 an; die Elektrodenanschlüsse
4 a, 4 b sowie 5 a und 5 b sind durch den Innenkörper
nach außen geführt. Der durch die Elektroden
begrenzte Bereich umgibt, wie bei der in Fig. 1
dargestellten Ausführungsform der Kammer, den
Innenkörper 2 als in der Form einer Doppelhelix
ausgebildeter Teilbereich 6 a und 6 b des Raumes 1.
An der der offenen Stirnseite der Außenhülle 3
entsprechenden Stirnseite des Innenkörpers 2
ist ein Verschluß 10 für die Außenhülle 3 ange
bracht.
Die in Fig. 4 dargestellte Ausführungsform
der Kammer geht von der in Fig. 3 dargestellten
Ausführungsform aus, ist jedoch um das Zusatz
gefäß 11 ergänzt. Die Außenhülle 3 ist bei der
in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform so
ausgebildet, daß das Zusatzgefäß 11 aufsteckbar
ist. Die Öffnung 9 ist nicht verschlossen. Das
Zusatzgefäß ist mit einer Folie 12 verschließ
bar. Es dient dann zur Aufnahme einer Flüssigkeit,
beispielsweise eines Nährmediums, das während
des Betriebs der Kammer nicht in den Raum 1
gelangen soll. Zum Durchlöchern der Folie nach
dem Betrieb der Kammer und um die im Raum 1
befindlichen Zellen in das Zusatzgefäß abzentri
fugieren zu können, ist eine durch den Innen
körper 2 geführte, bewegbare Nadel 13 vorgesehen.
In Fig. 5 ist der Innenkörper 2 gemäß der in
Fig. 4 dargestellten Ausführungsform der Kammer
wiedergegeben, jedoch mit einem zusätzlichen
Kühlsystem, durch die ein Kühlmedium während
des Betriebs der Kammer geleitet werden kann.
Das Kühlsystem besteht aus der Zuleitung 14 a,
dem Hohlraum des Innenkörpers, in den die Zu
leitung 14 a hineinragt, und der Ableitung 14 b.
Fig. 6 zeigt einen Querschnitt durch den Innen
körper 2 der Fig. 5 längs der Linie A-B.
Claims (17)
1. Kammer für die Behandlung von Zellen im elektrischen
Feld, bei der ein aus elektrisch nicht leitenden
Wänden gebildeter Raum zur Aufnahme der die
Zellen enthaltenden Suspension vorgesehen ist,
in den wenigstens zwei Elektroden derart hinein
ragen, daß ein zwischen den Elektroden liegender,
durch diese begrenzter Bereich gebildet wird,
in welchem die Zellen einem zwischen den Elektroden
ausgebildeten elektrischen Feld ausgesetzt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß der Raum (1) von einem Innen
körper (2) und einer den Innenkörper um dessen Längs
achse mit gleichbleibendem Abstand umschließenden
Außenhülle (3) seitlich begrenzt ist und daß die
in den Raum hineinragenden Elektroden (4 und 5) den
Innenkörper in Form einer mehrgängigen Schraube
mit gleichbleibender Steigung derart umgeben, daß
der durch die Elektroden begrenzte Bereich als ein
in Form einer mehrgängigen Schraube den Innenkörper
um dessen Längsachse umgebender Teilbereich (6a, 6 b)
des Raumes (1) ausgebildet ist.
2. Kammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand jeder Elektrode (4 und 5) nach beiden
Seiten zur nächstliegenden anderen Elektrode gleich
ist.
3. Kammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenkörper (2) zylinderförmig und die Außen
hülle (3) als zylinderförmiger Mantel mit gemeinsamer
Mittelachse ausgebildet sind.
4. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß, für den Fall, daß die Elektroden
(4, 5) an dem Innenkörper (2) anliegen, die Elektroden
anschlüsse (4 a, 4 b, 5 a, 5 b) durch den Innenkörper (2)
nach außen geführt sind.
5. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den Elektroden
(4, 5) und der den Elektroden gegenüberliegenden Wandung
so bemessen ist, daß die suspendierten Zellen und,
im Falle einer Fusion von Zellen, die Fusionsprodukte
den Durchgang zwischen Elektroden (4, 5) und der Wandung
gerade ohne Schädigung passieren können.
6. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den Elektroden
(4 und 5) je nach Art und Größe der zu behandelnden
Zellen 20 µm bis 500 µm beträgt.
7. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichet, daß Elektroden (4, 5) mit kreisförmigen
zu etwa einem Drittel ihres Durchmessers in ihrer Auflage
versenkt angeordnet sind.
8. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß bei einer Elektrodenlänge von mehr
als 1 m die Elektroden (4, 5 ) jeweils als elektrische
Schleife ausgebildet sind und jedes Ende der Elektroden
(4, 5) mit einem Elektrodenanschluß (4 a, 4 b, 5 a, 5 b) in
Verbindung steht.
9. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Außenhülle (3) aus durch
sichtigem Material besteht und an wenigstens einer
Stelle ihres Außenmantels eben ausgebildet ist.
10. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Innenkörper (2)
ein zum Raum (1) der Kammer hin geöffnetes, von
außen über eine Leitung zugängliches Porensystem
aufweist, über welches eine Flüssigkeit in den
Raum (1) gedrückt werden kann, wobei die dem Raum
zugewendeten Öffnungen der Poren kleiner sind als
der Durchmesser der zu behandelnden Zellen.
11. Kammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenhülle (3) an
einer Stirnseite geschlossen ausgeführt ist, der
Innenkörper (2) stabförmig und an die innere Form
der Außenhülle (3) angepaßt ausgebildet ist und
daß ein Verschluß (10) zum Verschließen des Raumes (1)
an der offenen Stirnseite der Außenhülle (3) vorge
sehen ist.
12. Kammer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die geschlossene Stirnseite der Außenhülle (3)
eine Öffnung (9) aufweist.
13. Kammer nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung (9) verschließbar ist.
14. Kammer nach einem der Ansprüche 12 und 13, dadurch
gekennzeichnet, daß ein an die Außenhülle (3) lösbar
anschließbares, mit der Öffnung (9) in der Außenhülle
in Verbindung stehendes Zusatzgefäß (11) vorgesehen
ist.
15. Kammer nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die über die Öffnung (9) in der Stirnsei
te der Außenhülle (3) führende Verbindung zwi
schen dem Raum (1) der Kammer und dem Innenraum
des Zusatzgefäßes (11) unterbrechbar ist.
16. Kammer nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Unterbrechung der über die Öffnung (9)
führenden Verbindung zwischen dem Raum (1) der
Kammer und dem Innenraum des Zusatzgefäßes (11)
die Öffnung des Zusatzgefäßes mit einer Folie (12)
abgedeckt ist.
17. Kammer nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine bewegbare im Innenkörper (2) geführte
Nadel (13) oder eine von unten betätigbare,
im Zusatzgefäß (11) angebrachte Nadel (13) vor
gesehen ist, mittels der die Folie (12) durch
löcherbar ist.
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