DE313393C - - Google Patents
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61C—DENTISTRY; APPARATUS OR METHODS FOR ORAL OR DENTAL HYGIENE
- A61C11/00—Dental articulators, i.e. for simulating movement of the temporo-mandibular joints; Articulation forms or mouldings
- A61C11/001—Dental articulators, i.e. for simulating movement of the temporo-mandibular joints; Articulation forms or mouldings non-pivoting
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Description
Die gegenwärtig allgemein üblichen zahnärztlichen Versorgungsarten der bleibenden
Unterkieferpseudoathrosen sind nur in unzureichendem Maße geeignet, den Invaliden zu
helfen.
Die Ursache dieser Unzulänglichkeit der bisher angewendeten Methoden und Apparate
liegt darin, daß abgesehen davon, daß die Invaliden damit nur weiche Speisen essen konnten,
es bis jetzt noch nicht gelungen ist, von diesen Apparaten die schädlichen Einwirkungen
derselben auf die Pfeiler (Zähne) auszuschalten, was in weiterer Fplge zu einer
Lockerung und zum Verluste der Zähne führte.
Der Unterschied zwischen der bisher üblichen und der Versorgungsart gemäß der Erfindung
liegt in der Verschiedenheit der Dynamik derselben. Bei den bisher angewendeten
Methoden wird das verschobene Bruchstück mit-'einer an der gesunden Seite angesetzten
Kraft in die Artikulation gezogen, welche, da sie eine direkt seitliche Richtung
haben muß, auf die Zähne Hebelwirkung ausübt und in der Folge zu deren Lockerungen
führt. ;
Diese Übelstände werden bei dem Apparate gemäß der Erfindung vollkommen beseitigt.
Bei diesem wird das verschobene Bruchstück mit einer an der verletzten Seite angesetzten
Kraft in die Artikulation gezogen, welche Kraft in die Richtung des Zahnbogens fällt
und infolgedessen von diesem aufgefangen wird. Hierdurch wird die Hebelwirkung vermieden
und keinerlei schädlicher Einfluß auf die Zähne ausgeübt.
Außerdem wird an der verletzten Seite als am Ende des einen Hebel darstellenden Bruchstückes
eine viel kleinere Kraft genügen, das Bruchstück in die Artikulation zu ziehen, als
an der gesunden Seite, dem Drehpunkte des Hebels näher gelegenen Stelle.
Hierbei wird den dynamischen Mundverhältnissen streng Rechnung getragen und
einerseits der Narbenzugkraft ein ständiger Widerstand entgegengestzt, andererseits den
Kaubewegungen nicht das geringste Hindernis geboten.
Auf diesen Leitgedanken ist nun 3er orthopädische Stützapparat gemäß der Erfindung
aufgebaut. Derselbe besteht dem Wesen nach aus zwei Teilen, und zwar aus einem am Oberkiefer
und einem am Unterkiefer angebrachten Teile. Der Teil im Oberkiefer besteht aus zwei im Winkel (vorteilhaft im rechten
Winkel) zueinander stehenden senkrechten oder annähernd senkrechten Plättchen, welche
an der verletzten Seite seitlich an einer abnehmbaren Schiene oder fixen Brücke derart
angeordnet sind, daß sie den Kaubewegurigen nicht den geringsten Widerstand entgegenstellen.
Zur Erzielung eines möglichst großen
Widerstandes sind eine möglichst große Anzahl von Zähnen herangezogen.
Der Teil im Unterkiefer besteht aus einer auf derselben Seite an den Zähnen des Uhterkiefers
mittels Schiene befestigten senkrechten oder annähernd senkrechten starren Lamelle,
welche in ihrer Breitenausdehnung parallel oder nahezu parallel zu. einer von vorn nach rückwärts senkrecht durch die
ίο Mundhöhle - geführten Schnittebene gerichtet
ist und in der Winkelplatte des Oberteiles ihre Stütze und lose Führung derart findet, daß
einerseits den Kaubewegungen, andererseits dem öffnen des Mundes nicht das geringste
Hindernis entgegengesetzt wird und außerdem die WTinkelf ührung beim Zurückziehen
des Unterkiefers- in die Gelenkpfanne dem Ende des Bruchstückes als Stütze dient. Dabei
wird, den dynamischen Verhältnissen ebenfalls Rechnung tragend, der Widerstand
auf alle Zähne des Unterkiefers verteilt.
Eine Ausführungsform eines orthopädischen Stützapparates gemäß der Erfindung ist in
den Fig. 1 bis 4 dargestellt, und zwar zeigt Fig. ι eine \7orderansicht, Fig. 2 eine Seitenansicht
des Ober- und Unterkiefers in geschlossener Stellung des Mundes, und die
Fig. 3 und 4 je eine Draufsicht auf Ober- und Unterkiefer.
In den Fig. 1 und 2 stellt α den Oberkiefer,
b den Unterkiefer dar. An dem Oberkiefer a ist an der verletzten Stelle mittels einer über
mehrere Zähne reichenden Schiene c (,Fig- 3)
die aus zwei zueinander im Winkel befindliehen senkrechten, Oder annähernd senkrechten
Plättchen bestehende Winkelführung d angeordnet. In der Winkelfülirung d
findet Führung und Stütze die in paralleler Lage zur Winkelführung d gerichtete starre
-Lamelle e, welche seitlich gleichfalls auf jener Seite, wo die Verletzung sich befindet, auf
einer, mehrere Zähne des Unterkiefers b umgreifende Schiene f (Fig. 3) befestigt ist. Bei
den Kaubewegungen und bei jeder Stellung des Mundes stützt sich der Unterkiefer
mittels der starren Lamelle e gegen die Winkelführung d im Oberkiefer und wird daselbst
stets derart lose geführt, daß weder den Kaubewegungen ein Hindernis entgegengesetzt,
noch ein. schädlicher Einfluß auf die als Pfeiler herangezogenen Zähne ausgeübt wird.
Der beschriebene Apparat gemäß der Erfindung besitzt folgende Eigenschaften:
1. Er unterliegt keiner Hebelwirkung, infolge seiner Anbringung an der verletzten
2. Er läßt die gesunde Seite zumKauen frei.
3. Er stellt die ganze Kaukraft dem Kauakte zur Verfügung dadurch, daß er der ·
Narbenzugkraft einen ständigen Widerstand entgegensetzt.
4. -Stellt er den seitlichen Kaubewegungen nicht die geringsten Hindernisse entgegen.
5. Dient er beim Zurückziehen des Bruchstückes in die Gelenkpfanne für das Ende
desselben als Stütze.
6. Dadurch, daß er der narbigen Zugkraft einen ständigen Widerstand entgegensetzt und
dieselbe ständig ausschaltet, übt er eine orthopädische Wirkung aus. ■
Das Bruchstück arbeitet sich mit der Zeit derartig in die Artikulation ein, daß dasselbe
auch bei Abnahme des Apparates eine Zeitlang in der Artikulation bleibt. Daraus folgt,
daß der Apparat beim längeren Tragen eigentlich nur mehr zur Führung dient, ohne
von der Narbenzugkraft aus irgendwelche Einwirkung zu empfangen.
Während Invaliden, die nach den bisherigen Methoden (schiefe ■ Ebene, Gleitschiene
u. dgl.) versorgt, wurden, niu- weiche
bzw. nur flüssige Speisen zu sich nehmen konnten, können die . mit dem Apparate
gemäß der Erfindung versorgten Invaliden härtere Speisen, ja sogar Brotrinde,
ohne Schaden für die Zähne kauen und genießen, da der Apparat, wie oben gezeigt
wurde, sämtliche dynamischen bzw. physikalischen Eigenschaften besitzt, von denen eine
ungestörte Kautätigkeit abhängt. Hierdurch wird aber auch zur Behebung der Invalidität
und Erwerbsunfähigkeit bei Kieferverletzten wesentlich beigetragen.
Claims (1)
- Patent-An Spruch:Apparat zum orthopädischen Stützen des Bruchstückes von bleibenden falschen Gelenken des Unterkiefers bei Kieferverletzten, gekennzeichnet durch eine am Oberkiefer (α) an der verletzten Stelle angeordnete senkrechte, oder annähernd senkrechte Winkelführung (d), die je nach den dynamischen Mundverhältnissen an einer mehrere Zähne umgreifenden und abnehmbaren Schiene oder fixen Brücke (c) seitlich angebracht ist, und eine in der Winkelführung (d) Stützpunkt und lose Führung findende starre Lamelle (e), welche in paralleler Läge zur Winkelführung (d) an einer mehrere Zähne des Unterkiefers (b) umgreifenden Schiene (f) seitlich an der verletzten Stelle vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE313393C true DE313393C (de) |
Family
ID=566262
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT313393D Active DE313393C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE313393C (de) |
-
0
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