DE29722296U1 - Futtermittel für Heimtiere - Google Patents

Futtermittel für Heimtiere

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Description

Patentanwalt Dipl.-Ing. Mario Wagner, Technologiezentrum am Europaplatz, 52068 Aachen Anmelder: sera GmbH
Anwaltsaktenzeichen: S18-081
FUTTERMITTEL FUR HEIMTIERE
Die Anmeldung betrifft ein Futtermittel für Heimtiere. Unter Heimtieren sollen dabei insbesondere Zierfische, Reptilien, Amphibien und niedere Tiere verstanden werden, die in Aquarien und Terrarien im Innen- oder Außenbereich oder in Teichen gehalten werden. Unter Futtermittel soll jede Art von Allein- oder Ergänzungsfuttermittel verstanden werden.
Bei der Haltung der oben genannten Tiere steht man immer vor dem Problem der angemessenen Ernährung. Der Fachhandel bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Lösung dieses Problems, die aber alle nicht optimal sind, wie die nachstehend aufgeführten Nachteile der einzelnen Futtersorten zeigen:
Lebendfutter
Lebendfutter wird von den Tieren sehr gerne genommen, birgt aber die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten und Parasiten sowie der Verletzung durch solche Futtertiere, die sich wehren. Zudem macht es Probleme bei der Lagerung, da es zum Teil unangenehm aussieht und/oder riecht und vor allem auch nicht lange haltbar ist. Es besteht weiter die Gefahr, daß die Tiere nur einige bevorzugte Anteile des Futters fressen (sogenanntes "selektives Fressen"), wodurch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen entstehen kann.
Gefrierfutter
Auch Gefrierfutter wird von den Tieren gerne genommen, birgt allerdings ebenfalls die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten und Parasiten. Ebenso ist "selektives Fressen" möglich. Außerdem muß schon beim Einfrieren des Futters an die Portionierung gedacht werden, da häufiges Antauen die Haltbarkeit des Futters herabsetzt. Des weiteren kann das Futter nicht sofort verfüttert werden, da es zunächst auftauen muß.
Frischwaren (z.B. Obst. Gemüse, Fleisch)
Dieses Futter muß erst verarbeitet werden und ist zumeist nicht lange lagerfähig. Es besteht die Gefahr der Rückstandsbelastung (z.B. durch Pestizide) und der Verschmutzung des Wassers durch das Futter selbst.
Flüssigfutter
Flüssige Nährlösungen sind sehr fein und nur für Jungfische und Strudler geeignet.
Trockenfutter
Zumeist beobachtet man bei Trockenfutter eine schlechtere Akzeptanz als bei Lebend- oder Gefrierfutter. So sind viele Trockenfuttersorten nach dem Aufquellen in Wasser uninteressant bzw. zerfallen und werden nicht mehr gefressen. Wird das Trockenfutter hingegen trocken angeboten, ist es geruchsarm und somit häufig reizlos. Da Trockenfutter im Wasser quillt, kann es bei zu schneller Aufnahme durch die Tiere außerdem zum Quellen im Verdauungstrakt kommen. Es ist weiter nachteilig, daß bei der Produktion von Trockenfutter durch den Trocknungsvorgang eine starke Geruchsbelastung auftritt, deren Beseitigung erhebliche Kosten verursachen kann.
Im Einzelnen muß bei den unterschiedlichen Trockenfutter-Konfektionen Folgendes bedacht werden:
a) Flocken
Bei der Walzentrocknung entstehen hohe Produktionskosten, das Produkt ist stark hygroskopisch und somit sehr empfindlich. Die Flockengröße muß sich nach der Größe der Tiere richten. Flockenfutter kommt nur bei der Zierfischhaltung zum Einsatz.
b) Granulat
Durch den Extruder entstehen hohe Produktionskosten. Die Größe des Granulats muß sich ebenfalls nach der Größe der Tiere richten.
c) Pellets
Die heute produzierten bzw. produzierbaren Pellets sind für die meisten der genannten Tiere zu groß.
d) Tabletten
Auch bei der Tablettenherstellung entstehen hohe Produktionskosten, da sie einerseits fest sein
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sollen, damit sie nicht gleich beim ersten Wasserkontakt zerfallen, andererseits aber auch nicht so fest sein dürfen, daß die Tiere sie nicht mehr zerkleinert bekommen. Das macht oft den Einsatz teurer Halbfabrikate nötig.
e) Staubfutter
Staubfutter, also Futtertiere, die so klein sind, daß sie getrocknet nur noch Staub ergeben, sowie Futterstaub, also Reste der Flocken- und Granulatherstellung, sowie Futtermehle können nur zur Fütterung von Jungfischen eingesetzt werden. Größere Exemplare von Fischen und anderen Wassertieren finden die feinen Teilchen im Wasser nicht, und Landtiere lehnen das staubige Futter ab.
f) (gefriergetrocknete Futtertiere ~- .
Durch die Größe der Futtertiere und durch bestimmte Vorlieben einzelner Individuen kann es bei diesem Futter wiederum zu "selektivem Fressen" kommen.
Ausgehend von den genannten Nachteilen des Standes der Technik bestand die Aufgabe der vorliegende Erfindung darin, ein Futtermittel für die genannten Tiere zu schaffen, daß kostengünstig und geruchsarm herstellbar ist, leicht portionierbar und in jede erforderliche Größe zerteilbar ist und kein „selektives Fressen" ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein Futtermittel gelöst, daß die Merkmale des Anspruchs 1 oder des Nebenanspruchs 7 aufweist.
Ein Futtermittel mit der Konsistenz eines Gels oder einer Paste ist kostengünstig und geruchsarm herzustellen, gut portionierbar und leicht in jede erforderliche Größe zerteilbar. Andererseits zerfällt es im Wasser nicht von selbst, so daß sich Fische Happen herausbeißen können. Eine Anemone z.B. kann das Stück bequem zu ihrer Mundöffnung führen. Eventuell eingearbeitete zusätzliche Wirkstoffe diffundieren nur langsam ins Wasser und das Wasser wird durch zerfallenes Futter nicht belastet. Da die Nährstoffe homogen miteinander vermischt sind, wird durch dieses Futter vermieden, daß die Tiere nur bestimmte, bevorzugte Anteile zu sich nehmen und andere liegenlassen, wodurch es zu Mangelzuständen kommen kann. Die Nährstoffe liegen aufgeschlossen und somit gut verdaulich vor. Ein Wirkstoff, den die Tiere oral aufnehmen sollen, kann vom Verbraucher nach Bedarf leicht in eine beliebige Menge des Futters homogen eingerührt werden. Die in Versuchen festgestellte hohe Akzeptanz des Futters bei
den Tieren zeigt, daß es die Vorteile von Lebend- und Frostfutter gegenüber dem Trockenfutter, nicht jedoch dessen Nachteile hinsichtlich Haltbarkeit und Kühlung aufweist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 6 und 8 bis 15. Nachstehend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung erläutert.
Nach einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist die Grundmasse gelartig und besteht aus einem oder mehreren Dickungs- bzw. Geliermitteln) wie z.B. Gelatine, Stärke oder ein Stärkederivat, Celluloseether, Pektin, Alginsäure oder ein Alginsäurederivat, Johannisbrotkernmehl (Carubin), Guarmehl (Guaran), Agar agar, Carrageen, Traganth, Gummi arabicum, Karayagummi und/oder einem anderen natürlichen oder synthetischen Hydrokolloid.
Diese Bestandteile werden kalt oder durch Erhitzen in Wasser gelöst bzw. gequollen. Die Entstehung eines Gels kann gegebenenfalls durch Abkühlung öder durch Zugabe von Elektrolyten wie insbesondere mehrwertigen Metallkationen, Zucker, Säuren oder Basen erreicht werden.
Vor der weiteren Verarbeitung (Einrühren von Futterrohstoffen s.u.) kann, nachdem das Gel fertig ist, Glyzerin bis zu einem Anteil von 56 Gew.-%, bevorzugt 35 Gew.-% an der Gesamtmasse zugefügt werden.
In das Gel werden warm oder kalt die Futterrohstoffe eingerührt. Als Futterrohstoffe dienen alle bisher auch eingesetzten Futterrohstoffe wie Getreidemehle, Gemüse, Obst, andere pflanzliche Erzeugnisse, Fisch, Fischereiprodukte, Fleisch, Innereien, Sojaerzeugnisse, Insekten, Knochenmehle, Meerestiere, Zooplankton, Phytoplankton, Molkereiprodukte, Eier, Bakterienerzeugnisse und Hefen. Diese können ohne weiteres in Form von bei der Granulatherstellung anfallenden Mikropartikeln, die ansonsten nur noch in geringem Umfang verwertet werden können, eingearbeitet werden.
Bekannte Zusatzstoffe wie z.B. Konservierungsmittel, Aromastoffe, Emulgatoren etc. werden direkt oder in Wasser vorgelöst hinzugegeben, ebenso wie Vitamin-, Spurenelement-, Fett-, Mineral-, Protein- und Kohlenhydratzusätze. Übliche Anteile der Zusatzstoffe liegen im Bereich bis ca. 1 Gew.-%, bei Konservierung mit Salz auch bis 10 Gew.-%.
Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden anstelle eines Teils oder der gesamten verwendeten Dickungs- bzw. Geliermittel quellende Futterrohstoffeinge-
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setzt, die kalt oder durch Erhitzen in Wasser mit oder ohne Glyzerin gelöst bzw. gequollen werden. Die Verarbeitung des quellenden Futterrohstoffs erfolgt wie bei dem Dickungs- bzw. Geliermittel (z.B. Elektrolytzugabe), wobei auch in diesem Falle die Zugabe von Glyzerin vor der Zugabe der weiteren Futterrohstoffe erfolgt.
Schließlich sieht eine andere Ausführungsform vor, daß anstelle eines Teils oder des gesamten verwendeten Wassers Glyzerin verwendet wird. Dieses wird zusammen mit den Futterrohstoffen zu einer pastösen Masse verrührt, die kein Gel darstellt, aber vergleichbare Eigenschaften aufweist.
Sämtliche vorstehend gefertigten Futtermittel werden in Behälter wie z.B. Dosen, Beutel, Schläuche od. dgl. abgefüllt und sind so leicht aufbewahrbar und portionierbar. Das Futtermittel kann dann entweder mit z.B. einem Löffel entnommen werden oder ausgedrückt werden.
Besonders bevorzugt ist jedoch die Anordnung und Abfüllung in Tuben, da so eine außerordentlich leichte und dosierte Entnahme ohne Hilfsmittel möglich ist. Außerdem wird die Kontamination mit Außenkeimen bei wiederholten Entnahmen so gering wie möglich gehalten.
Nachstehend finden sich einige Beispiele konkreter Zusammensetzungen: Beispiel a) Konservierung mit Glyzerin
Stärke 8 g 6,3 Gew.-%
Wasser 50 ml 39,1 Gew.-%
Glyzerin 63 g 49,2 Gew.-%
Artemia 6 g 4,7 Gew.-%
Krill CTQ 0,8 Gew.-%
Beispiel b) Konservierung mit Glyzerin und Salz
Stärke 4 g 1,6 Gew.-%
Wasser 70 ml 28,0 Gew.-%
Salz 22 g 8,8 Gew.-%
Glyzerin 4 g 1,6 Gew.-%
Artemia 150 g 60,0 Gew.-%
• ·
Beispiel c) Futter ohne Wasser
Krill Glyzerin
• ·
40 g
32 g
55,6 Gew.-% 44,4 Gew.-%
Die Erfindung erlaubt zahlreiche Abwandlungen insbesondere hinsichtlich der eingesetzten Stoffe und Mischungsverhältnisse. Der Umfang des beanspruchten Schutzes soll daher durch die vorstehenden beispielhaften Erläuterungen nicht eingeschränkt werden und sich einzig durch die nachfolgenden Ansprüche definieren:

Claims (17)

Patentanwalt Dipl.-Ing. Mario Wagner, Technölogiezentrum am Europaplatz, 52068 Aachen Anmelder: sera GmbH Anwaltsaktenzeichen: S18-081 SCHUTZANSPRÜCHE:
1) Futtermittel für Heimtiere,
bestehend aus
einer gelartigen, aus mindestens einem Dickungs- und Geliermittel und aus Wasser gebildeten Grundmasse und mindestens einem in die Grundmasse eingebrachten Futterrohstoff.
2) Futtermittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zu 20 - 98 Gew.-% aus Wasser, 0,25 - 50 Gew.-% aus Dickungs- bzw. Geliermitteln) und 1-80 Gew.-% aus Futterrohstoff(en) besteht.
3) Futtermittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es zu 25 - 60 Gew.-% aus Wasser, 0,6 - 7 Gew.-% aus Dickungs- bzw. Geliermittel(n) und 6-60 Gew.-% aus Futterrohstoff(en) besteht.
4) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das/die Dikkungs- bzw. Geliermittel aus einem oder einer Mischung der folgenden Stoffe/Stoffgruppen besteht/bestehen: Gelatine, Stärke oder ein Stärkederivat, Celluloseether, Pektin, Alginsäure oder ein Alginsäurederivat, Johannisbrotkernmehl (Carubin), Guarmehl (Guaran), Agar agar, Carrageen, Traganth, Gummi arabicum, Karayagummi, quellende Futterrohstoffe und/oder andere natürliche oder synthetische Hydrokolloide.
5) Futtermittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das/die Dickungs- bzw. Geliermittel aus einem oder einer Mischung der folgenden Stoffe/Stoffgruppen besteht/bestehen: Stärke, Alginat, Pektin.
6) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundmasse zusätzlich Glyzerin in einer Menge von 0 bis 56 Gew.-% aufweist.
7) Futtermittel für Heimtiere,
bestehend aus
Glyzerin und mindestens einem mit dem Glyzerin zu einer pastösen Grundmasse vermischten Futterrohstoff.
8) Futtermittel nach Anspruch 7, bestehend aus 24 bis 83 Gew.-% Glyzerin und 17 bis 76 Gew.-% Futterrohstoff.
9) Futtermittel nach Anspruch 8, bestehend aus 40 bis 51 Gew.-% Glyzerin und 49 bis 60 Gew.-% Futterrohstoff.
10) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der/die Futterrohstoff(e) aus einem oder einer Mischung der folgenden Stoff/Stoffgruppen besteht/bestehen: Getreidemehle, Gemüse, Obst, andere pflanzliche Erzeugnisse, Fisch, Fischereiprodukte, Fleisch, Innereien, Sojaerzeugnisse, Insekten, Knochenmehle, Meerestiere, Zooplankton, Phytoplankton, Molkereiprodukte, Eier, Bakterienerzeugnisse, Hefen.
11) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der/die Futterrohstoff(e) getrocknet und fein gemahlen ist/sind.
12) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der/die Futterrohstoff(e) mindestens einen Zusatzstoff enthält/enthalten.
13) Futtermittel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der/die Zusatzstoffe) aus einem oder einer Mischung der folgenden Stoffe/Stoffgruppen besteht/bestehen: Aromastoffe, Emulgatoren, Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Fette, Proteine, Kohlenhydrate, Konservierungsmittel.
14) Futtermittel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des/der Zusatzstoffs/Zusatzstoffe 0 bis 10 Gew.-% beträgt.
15) Futtermittel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des/der Zusatzstoffs/Zusatzstoffe 0 bis 1 Gew.-% beträgt.
16) Futtermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß es in einem Spenderbehälter angeordnet ist.
17) Futtermittel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Spenderbehälter eine Tube ist.
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