DE296972C - - Google Patents
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23F—COFFEE; TEA; THEIR SUBSTITUTES; MANUFACTURE, PREPARATION, OR INFUSION THEREOF
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- Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)
Description
KAISERLICHES Λ
PATENTAMT.
Der zu verarbeitende Rohstoff ist das bitter-· stoffreiche Faßgeläger der Lagerbierbrauereien,
welches sich im Lagerfaß aus dem Bier abscheidet. Es besteht zum größten Teil aus
bitterer Hefe, Hopfenharzen, Eiweißausscheidungen und Bitterkörpern. Jede der genannten
Beimengungen trägt dazu bei, daß das fertige Produkt einen guten aromatischen und
schwach bitteren Wohlgeschmack, wie er dem
ίο Kaffee selbst eigen ist, erhält.
Das Geläger wird zunächst in bekannter Weise in einer Filterpresse von dem größten
Teil der Bierreste befreit und getrocknet. Dann erhitzt man das Trockengeläger in einer
rotierenden Rösttrommel zuerst langsam in der Weise, daß die Temperatur von etwa
100 bis 1250C etwa a/2 Stunde eingehalten
wird. Das Trockengeläger wird bei dieser Temperatur wieder feucht und ballt sich etwas
zusammen. Wird zu rasch erhitzt, so legt sich das Röstgut teils schmierig an die Wandung
fest, teils bildet es große Klumpen, und in solchem Zustande wird das Röstgut bei
weiterem Erhitzen ganz verdorben.
Bei langsamem Anwärmen und Einhalten genannter Temperatur verliert dagegen das
Geläger den feuchten Zustand und zerfällt in eine krümelige trockene Masse. Ist dies eingetreten
und die Wandung frei von anliegendem Röstgut, so wird unter Rotation weiter
bis auf etwa 180 bis 230° C erhitzt, je nachdem,
welche Farbe das Röstprodukt erhalten soll. Die bei den niedrigen Temperaturgraden
ausgerösteten Produkte sind eiweißreicher, aber weniger röstaromatisch; die bei den höheren
Temperaturgraden ausgerösteten Produkte sind dunkler und eiweißärmer.
Das Röstgut wird nach dem Rösten mittels Siebe in verschiedene Korngrößen sortiert.
Das Kaffee-Ersatzgetränk wird hergestellt durch Aufkochen oder Aufbrühen des gemahlenen
Röstproduktes. Es ähnelt im Geschmack weit mehr dem Kaffee als der Malzkaffee.
Die Neuheit der Erfindung liegt allein in
der speziellen Auswahl des bitterstoffreichen Rohstoffes als Röstgut.
Der Zweck des Verfahrens ist, ein fertiges Röstprodukt zu erhalten, welches im Geschmack,
Geruch und sonstigen Wirkungen dem Kaffee sehr ähnlich ist. Es ist bereits bekannt, gereinigte Hefe zwecks Herstellung
eines Kaffeesurrogates zu rösten.
Hefe und Faßgeläger sind aber in teilweiser Beziehung als völlig verschiedenartig zu bewerten
und liefern, wenn sie dem gleichen Röstprozeß unterworfen werden, grundverschiedene
Endprodukte.
Die Hefe bei der Hauptgärung bildet sich durch Sprossung in einigen Tagen und scheidet
sich nach vier bis sechs Tagen aus. Sie enthält Verunreinigungen, die lediglich mechanisch
beigemengt sind und meist aus Hopfenharzen bestehen. Diese Beimengungen können durch kurzes Wässern und Sieben des wäßrigen
Hefebreies durch engmaschiges Drahtsieb vollkommen abgeschieden werden. Die dann gewonnene Hefe ist fast weiß; das
Plasma schmeckt mehlig, ganz schwach aromatisch-bouillonähnlich und enthält im mikro-
skopischen Bile? fast nur kräftig vegetierende lebende Zellen.
Im Gegensatz hierzu bildet sich das Faßgeläger nicht duich Weitersprossung der Hefe;
nach Beendigung der Hauptgärung befinden sich noch leichte Hefezellen suspendiert im
Bier, welche mit ins Lagerfaß kommen und dort je. nach dem Alter des Bieres mit diesem
bis zum Ausstoß in Berührung bleiben, was-
ίο monatelang andauert. Diesen Hefezellen sind
im Lagerfaß ganz andere Lebensbedingungen gegeben als bei der Hauptgärung. Bei letzterer
findet die Gärung unter Luftzutritt, also Sauerstoffzutritt statt; im Lagerfaß aber
ist jeder Sauerstoffzutritt ausgeschlossen, weil das Faß gespundet ist und unter Kohlensäuredruck
steht. Die Hefezellen verlieren dabei meistens ihre Lebensfähigkeit; das Geläger
enthält deshalb tote Hefezellen im Überschuß.
Dadurch, daß diese Hefezellen solange mit dem Bier in Berührung bleiben, reichert sich
das Plasma der Zellen naturgemäß mit Stoffen aus dem Bier an, welche erst beim Altern
entstehen. Das Geläger nimmt dann mit der Änderung des Plasmeninhaltes eine tiefbraune Färbung an, welche durch Wässern
durchaus nicht verändert werden kann. Die Geschmackstoffe sind im Plasma durch einen
natürlichen Vorgang beim Altern chemisch gebunden. Die wichtigsten Stoffe, welche sich
im Plasma anhäufen, sind Bitterstoffe des Hopfens, welche nur bei sehr langem Verbleiben
des Gelägers im ausreifenden Bier aufgenommen und chemisch gebunden werden.
Im Gegensatz zur Hefe der Hauptgärung lassen sich also diese Bitterstoffe nicht mechanisch,
etwa durch Sieben, abscheiden, weil sie nicht in Gestalt von ausgeschiedenen Harzen
wie in der Hefe vorhanden sind.
Diese Erkenntnis von der natürlichen Bitterstoffanreicherung des Gelägers bildet die wesentliche
Grundlage der Erfindung. Nur infolge des Vorhandenseins der Bitterstoffe im
Pflanzensekret der Gelägerzellen ist es möglich, die im Kaffee ebenfalls vorkommenden aro·· ■
matischen Bitterstoffe geschmacklich nachzuahmen. Ziffernmäßig ist z. B. der Bittersäuregehalt
von mechanisch durch Sieben vorgereinigter Hefe nur in Spuren nachzuweisen, dagegen sind im Geläger 6 bis 8 Prozent
Hopfenbittersäure vorhanden, wie durch Ätherextraktion und Titration festgestellt wurde.
Der chemische Unterschied ist also ein erheblicher. Der Geschmack eines Absudes von
Hefe ist bekanntlich bouillonartig, der des Gelägers scharf bitter, also vollkommen verschieden.
Auch in wirtschafticher Beziehung besteht ein wesentlicher Gegensatz: Die Verarbeitung
von Hefe zu Rösthefe würde äußerst unrentabel sein, da für Nährhefe, Futterhefe und
Hefepräparate so hohe Verkaufspreise erzielt werden, daß niemand Hefe zu Rösthefe verarbeiten
würde, ganz abgesehen davon, daß das sich ergebende Röstprodukt in geschmacklicher
Beziehung in keiner Weise als Kaffee-Ersatz in Frage kommen würde. Dagegen ist das Geläger ein äußerst billiger Rohstoff;
es wird noch heute in den meisten Betrieben als wertlos weggeworfen, und zwar gerade
wegen seiner Bitterkeit. Das Vieh nimmt das Geläger nicht, weil es zusammenziehend
bitter schmeckt.
Das neue Verfahren zeigt den Weg, dem bis jetzt wertlosen Geläger eine sehr nützliche
Verwendung zu geben.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Nutzbarmachen des bitterstoffreichen Faßgelägers der Brauerei, dadurch gekennzeichnet, daß das Geläger durch Rösten bei 180 bis 2300 C zu einem Kaffee-Ersatzmittel verarbeitet wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE296972C true DE296972C (de) |
Family
ID=551309
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT296972D Active DE296972C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE296972C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE896706C (de) * | 1950-09-12 | 1953-11-16 | Waldhof Zellstoff Fab | Verfahren zur Herstellung medizinisch hochwirksamer Kohle |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE896706C (de) * | 1950-09-12 | 1953-11-16 | Waldhof Zellstoff Fab | Verfahren zur Herstellung medizinisch hochwirksamer Kohle |
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