DE2906884C2 - Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer Fische - Google Patents
Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer FischeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer
Fische, bei der sich die Tiere einzeln in einem wassergefüllten Beobachtungsbecken befinden, nvt
dessen Wasser wenigstens eine Elektrode zum Empfang der elektrischen Entladungen des Fisches verbunden ist
welcher Elektrode ein Verstärker- und'Aufnahmeschaltkreis nachgeschaltet ist
Die Wasserversorgungswirtschaft hat sich schon sehr früh um Verfahren bemüht, toxische Stoffe möglichst
schon bei der Wassergewinnung zu erkennen.
Es zeigte sich, daß allein biologische Testverfahren
mit hinreichender Genauigkeit und ausreichender Differenziertheit in der Lage sind, brauchbare Ergebnisse
zu liefern.
Beispielsweise ist das Verhalten von Wasserflöhen (Daphnia) vielfach untersucht worden. Auch Tests mit
Fischen, wie z. B. Forellen, Karpfen, Goldfischen und anderen wurden mit Erfolg durchgeführt
Allerdings erfordern die letztgenannten Tests relativ große Abmessungen der Testbecken, hohe Durchströmgeschwindigkeiten
und damit hohe Wasserverluste. Die uberwachungs- und Meldeeinrichtungen (Fotozelle,
Fernsehauge) sind jedoch nicht so funktionssicher, wie es für eine Einrichtung zur kontinuierlichen Überwachung
der Wasserqualität erforderlich wäre.
Vom Zweckverband Bodensee-Wasserqualität wurden daher Laborversuche mit elektrischen Testfischen
durchgeführt, die diese geeignet erscheinen ließen, sie zur Wasserüberwachung einzusetzen.
Dabei wird von der biologischen Eigenschaft sogenannter schwachelektrischer Fische Gebrauch
gemacht, welche darin besteht, daß diese spontan regelmäßig rhythmisch elektrische Impulse mit einer
bestimmten Frequenz abgeben; die Frequenz ist nach Fischart verschieden und variiert zwischen 1 und
1600 Hz unter natürlichen Temperaturbedingungen von
20-3O0C
Zu Fischen mit diesen Eigenschaften zählen einzelne ίο Arten von Mormyriden oder Gymnotiden. Versuche
und Literaturangaben lassen insbesondere drei Fischarten als geeignet erscheinen: Gnatonemus petersi,
Mormyrus hasselquisti und Gymnarchus niloticus. Bei
Verfahren zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe von Testfischen der genannten Gruppen wird von
der Erscheinung Gebrauch gemacht daß sich die Impulsfrequenz der Testfische bei Auftreten von
toxischen Stoffen ändert
Mit Hilfe von üblicherweise zwei in das Beobachtungsbecken eingehängten Elektroden werden die
Impulse der elektrischen Entladungen empfangen, beispielsweise in einen Integrationsverstärker eingeleitet
und dort in einen eingeprägten Strom von 0—5 mA umgeformt Die sich verändernden Stromstärken
werden registriert und in einem Schreiber bzw. in einem Digitalanzeiger sichtbar gemacht Bei 4er Impuls-Frequenzüberwachung
kann eine Minimal- und Maximalfrequenz eingestellt werden.
Bei Versuchen mit der Anwendung des zunächst erfolgversprechenden Verfahrens stellte sich jedoch
heraus, daß aufgrund größerer Schlafpausen, die der Testfisch einlegt, die Minimalfrequenz der Impulse
unterschritten wird, so daß unter solchen Umständen ein Alarm ausgelöst wird.
Trotz der an sich vielversprechenden Versuchsergebnisse ist daher das Verfahren zur Überwachung der
Wasserqualität mit Hilfe elektrischer Fische in der technischen Praxis nicht zur Anwendung gelangt
funktionssichere, technisch verwertbare Einrichtung zur
es dadurch ermöglicht das Verfahren im >großtechnisehen«
Maßstab zu verwenden.
Diese Aufgabe wird bei einer Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer
Fische der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Einrichtung wenigstens zwei im wesentlichen
so gleiche Becken umfaßt, die mit je einem Fisch gleicher biologischer Art und Konstitution besetzt sind, daß
jedes der Becken mit einer gesonderten Weckvorrichtung verbunden beziehungsweise versehen ist und daß
eine Umschalteinrichtung angeordnet ist, durch welche S5 die Weckvorrichtungen gesteuert werden.
die Überwachung so zu steuern, daß jeweils wenigstens einer der Testfische für die Qualitälsmessungen zur
eo eine Schlafpause einlegt
Eigenartigerweise ist es nämlich nicht möglich, in ein einziges Becken zwei oder mehr Fische einzusetzen, da
diese häufig gleichzeitig Schlafpausen machen, wogegen sie in der übrigen Zeit gelegentliche Überaktivitäten
zeigen, die das Meßergebnis ebenfalls verfälschen können.
Mit der Erfindung wird diese Schwierigkeit überwunden. Dabei ergibt sich ein weiterer Vorteil mit dem
Einsatz zweier parallel geschalteter Becken, weil bei
kurzzeitigem Ausfall der Elektronik, beispielsweise durch Unsauberkeiten auf den Elektroden, Fehlschaltungen
oder dergleichen, ebenfalls der Eintritt einer Störung vermieden werden kann, weil ja in diesem Falle
das andere Becken zur Überbrückung zur Verfugung steht Dabei ist es überraschender Weise gelungen, wie
auch durch Versuche nachgewiesen werden konnte, daß jeweiL mit Hilfe einer gesonderten Weckvorrichtung
beim Umschalten einer Meßanordnung von einem Becken auf das andere, der dort befindliche Testfisch
geweckt wird und für Messungen zur Verfügung steht
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben. Im folgenden wird die Erfindung
durch ein Ausführungsbeispiel anhand der Figurenbeschreibung näher erläutert
Die Figur der Zeichnung zeigt in schematisierter Darstellung den Aufbau einer Versuchseinrichtung zur
Überwachung der Wasserqualität mit den Merkmalen der Erfindung.
Die Einrichtung umfaßt zwei im wesentlichen gleiche Becken, die jeweils an eine gesonderte Wasserversorgung
angeschlossen sind.
Diese Anordnung ist deshalb gewählt worden, damit beim Ausfall eines der Systeme wenigstens das andere
Becken noch zur Überwachung bereit steht Es ist jedoch auch möglich, beide Becken mit einer einzigen
Pump- und/oder Heizvorrichtung zu versehen.
Da sich die beiden Wasserversorgungs-Systeme im wesentlichen gleichen, sind dieselben Bezugszahlen,
jedoch mit und ohne Apostroph, verwendet worden.
Das zu untersuchende Wasser wird von einer in der Wasserfassung 2. z.B. einem Schachtbrunnen mit
Horizontal-Sickersträngen, installierten Unterwasser-Tauchpmmpe
3 über eine ca. 20 m lange Förderleitung 4 einem Testwasser-Vorratsbecken 5 mit ca. 301 Inhalt
zugeführt Durch die Zwischenschaltung des Vorratsbeckens 5 ist gewährleistet daß innerhalb einer Minute
das in der Fassung 2 anstehende Wasser überprüft werden kann, also lange bevor dieses Wasser an das
Versorgungsnetz abgegeben wird. Zu Testzwecken nicht benötigtes Wasser wird über eine Rückführleitung
6 wieder der Wasserfassung 2 zugeführt
Vom Testwasser-Vorratsbecken wird das eigentliche Testwasser von einer regelbaren Schlauch- oder
Membranpumpe 7 mit einer maximalen Leistung von ca. 35 l/h über einen Wärmetauscher 8 und einen
Durchlauferwärmer 9, dem eine Luftzuführung 10 mit Luftpumpe 11 vorgeschaltet ist dem Beobachtungsbekken
1 zugeführt Als Überwachungsvorrichtung für den Förderstrom ist ein Strömungswächter 13, und als
Temperatur-Überwachung ein Thermostat 14 vorgesehen. Letzterer übernimmt die Feinregulierung der
Wassertemperatur im Beobachtungsbecken auf 26°C ± 050C.
In das Testbecken gelangt demnach ein mit Sauerstoff gesättigtes Wasser von genau temperierter Wärme. Das
Becken 1,1' hat beispielsweise eine Breite von 15 cm, eine Höhe von 15 cm und eine Länge von 30 cm.
Das Testbecken 1, 1' ist mit einer sehr guten Wärme-Isolierung versehen, weswegen eine Zusatzheizung
mit Thermostatenregelung entfallen kann. Selbst bei längerem Stromausfall wird die für das Überleben
des Fisches unerläßliche Minimaltemperatur erst nach Stunden unterschritten. Übliche Beleuchtungs- und
Fütterungs-Einrichtungen sind aus der Aquaristik bekannt und werden daher an dieser Stelle nicht näher
erläutert. Das nach t.'urchströmen des Beckens
anfallende Überschußwasser wird über die Leitungen 15,15' nach Abgabe von Wärme im Wärmeaustauscher
8 der Kanalisation zugeführt
Die von einem Testfisch 17, beispielsweise der Art Gnatonemus petersi, abgegebenen Spannungs-Impulse
werden von den an den Schmalseiten des Beckens angebrachten Elektroden 18, 18'; 19,19', die beispielsweise
aus einem versilberten Kupfer-Drahtnetz bestehen können, aufgefangen, einem Integrations-Verstärker
20 zugeleitet, und von diesem in eine Umschalteinheit 21, die den beiden Kreisen zugeordnet ist
zugeführt Die Umschalteinheit 21 ist mit einem Zeitschalter bzw. Taktgeber 22 verbunden. Mit ihr sind
weiterhin aktiv steuerbar zwei Weckeinrichtungen (Summer) 23,23' verbunden, mit denen Weckgeräusche
für die Fische 17,17' erzeugt werden können.
An dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt daß das Wecken der Testfische 17. 17' mit Hdfe einer an sich
beliebigen Weckvorrichtung, beispielsweise optisch durch Lichtreize, oder akustisch durch Töne, oder auch
durch kleine elektrische Schläge &rfo\f-::n kann.
Der Umschalteinheit 21 nachgesdipitet ist ein
Digitalvoltmeter 24 sowie zwei Schaltrelais 25, 26, die das Ausbleiben von Impulsen am Digital-Voltmeter 24
überwachen. Das eine, 25, ist mit der Umschalteinheit 21 verbunden; das andere, 26. mit einer Alarmvorrichtung.
Eine weitere Signalleitung 27 führt zu einer Anzeige, die den Normalzustand, beispielsweise durch ein grünes
Licht anzeigt
Es ist auch möglich und im Rahmen einer im Ermessen liegenden Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung daran gedacht durch nicht dargestellte Zusatzeinrichtungen bei zeitlicher Überschreitung
eines vorgegebenen Limits der Maximal- und/oder Minimai-Impulsabgabe eine Alarmvorrichtung auszulösen,
da auch diese Über- oder Unterreaktionen der Testfische gefährliche Zustände der Wasserqualität
anzeigen können. Ferner ist an die Umschalteinheit 21 ein Schreiber 28 angeschlossen, der fortlaufend die
Im folgenden wird die Funktion der Anlage näher erläiivert:
Beide Überwachungsbecken 1, Γ verfügen über einen
eigenen Integrations-Verstärker 20, 20': die Urnschalteinheit 21 schaltet, durch den Taktgeber 22 gesteuert,
zunächst den Integrierer I (20) auf das Digitalvoluneter 24 auf. Bleiben nun die Impulse aus, was zunächst auf
eine Schlaf pause des Testfisches 17 hindeutet, so wird nach einer vorgegebenen Verzögerungs-Zeit der
Integrierer II (20') aufgeschaltet. Bleiben auch dann noch die Impulse weiter aus, weil auch der andere
Testfisch 17' nicht mehr pulst wird über ein zweites Zeitrelais Alarm gegeben.
einheit 21 über die Alarmeinrichtung 23 bzw. 23' dem Fisch, der sich in eitwm Meßbecken 1,1' befindet, das
von einem ruhenden« in einen Meßzustand Übergeht
Weckimpulse zu übermitteln, beispielsweise — wie bereits ausgeführt — durch optische oder akustische
oder elektrische Reize, durch Einblasen eines erhöhten
Luftstromes m das Becken, oder ähnliches.
Durch dieses abwechselnde Schalten, das programmiert gesteuert vor sich geht, wird gewährleistet, daß
die biologisch unerläßliche Folge von Schlafpausen für die Fische gewahrt bleibt, und sie somit nicht überlastet
werden. ÜaLiei kann eic: Umschaltung jeweils mit einem
festen Zeitprogramm, oder, wie eingangs beschrieben, aufgrund der beobachteten Schlafpausen gesteuert
werden.
Völlig unabhängig von der I iberwachungs-Elektronik verläuft die temperaturgesteuerte Wasserbeschickung,
die Belüftung und gegebenenfalls Düngung des Fischwassers.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
- Patentansprüche:t, Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer Fische, bei der sich die Tiere einzeln in einem wassergefüllten Beobachtungsbecken befinden, mit dessen Wasser wenigstens eine Elektrode zum Empfang der elektrischen Entladungen des Fisches verbunden ist, welcher Elektrode ein Verstärker- und Aufnahmeschaltkreis nachgeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung wenigstens zwei im wesentlichen gleiche Becken (1. Γ) umfaßt, die mit je einem Fisch (17, 17') gleicher biologischer Art und Konstitution besetzt sind, daß jedes der Becken mit einer gesonderten Weckvorrichtung (23, 23') verbunden bzw. versehen ist, und daß eine Umschalteinrichtung (21) angeordnet ist, durch weiche die Weckvorrichtungen (23,23') gesteuert werden.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,; caß die Umschalteinrichtung (21) dem Verstärker- und Aufnahmcschakkrcis vorgeschaltet ist und daß die elektrischen Zu- und Ableitungen der Elektroden (18, 18'; 19, 19'). gegebenenfalls unter Zwischenschaltung von Integrationsverstärkern (20, 20'), mit der Umschalteiiirichtung (21) verbunden sind.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschalteinrichtung ein Taktgeber (22) vorgeschaltet ist.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, d&3 jedem der beiden Becken (1, V) ein Testwasser-Vorratsbecken (5- .V) vorgeschaltet ist
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| DE19792906884 DE2906884C2 (de) | 1979-02-22 | 1979-02-22 | Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer Fische |
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| DE19792906884 DE2906884C2 (de) | 1979-02-22 | 1979-02-22 | Einrichtung zur Überwachung der Wasserqualität mit Hilfe elektrischer Fische |
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| DE2906884A1 DE2906884A1 (de) | 1980-08-28 |
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Cited By (1)
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| WO1995014925A1 (fr) * | 1993-11-23 | 1995-06-01 | Nancie - Centre International De L'eau | Procede et installation pour la surveillance des milieux aqueux par des animaux aquatiques electrogenes |
Families Citing this family (2)
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| US6093566A (en) * | 1998-06-19 | 2000-07-25 | Katznelson; Revital | Flow-through system and method for toxicity testing |
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1979
- 1979-02-22 DE DE19792906884 patent/DE2906884C2/de not_active Expired
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Also Published As
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| DE2906884A1 (de) | 1980-08-28 |
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