DE2829593B1 - Verfahren und Vorrichtung zur trockenen Gewinnung von hochwertigem Reinbims aus Rohbims - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur trockenen Gewinnung von hochwertigem Reinbims aus Rohbims

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Description

  • Zu den Trockenverfahren zählt die Trockenwäsche im Tischausleser oder Paddy-Ausleser, wie es bei der Getreideauslese Anwendung findet. Auf einem geneigten, vibrierenden Sieb wird das spezifisch leichte Bims nach oben und der schwere Splitt nach unten transportiert. Dieses Verfahren läßt keine technisch befriedigenden Massendurchsätze zu.
  • Aus diesem Grunde hat man sich bei den Trockenverfahren der Windsichtung zugewendet. Bei dieser fällt der Grubenbims von einem Förderband aus durch einen horizontal geführten Luftstrom, der aus einer Ausblasdüse austritt Die Sichtung ist daher eine Querstrom-Windsichtung. Aufgrund der unterschiedlichen Massenträgheitswiderstände gleich großer Bims- und Splittpartikel findet bis zu einem gewissen Grade eine Strömungstrennung der Komponenten statt. Die leichteren Teilchen, also hauptsächlich die Bimsteilchen, folgen dem Luftstrom leichter und werden von diesem weiter abgelenkt als die spezifisch schwereren Splitteilchen. Durch entsprechende Anordnung von Auffangbehältern unterhalb der Fallstrecke können zwei oder mehrere mit Bims angereicherte Fraktionen gewonnen werden. Auch dieses Verfahren besitzt nicht die Trenngüte des Sink-Scheideverfahrens und führt nur zur sehr mäßigen Anreicherung des Bimses in den Rohbimsfraktionen.
  • Die Sortierung des Grubenbimses nach Bims und Splittanteilen gestaltet sich immer schwieriger, da der noch abzubauende Grubenbims immer höhere Splittanteile aufweist So beträgt der Bimsanteil je nach Fundortqualität nur 20 bis höchstens 70 Vol.-% entsprechend 10 bis höchstens 50 Gew.-%. Dieser Rohbims ist daher im allgemeinen unmittelbar nur für minderwertigere Verwendungen geeignet (z. B. für Kellersteine). Erst wenn weniger als etwa 20% Gew.-Anteile Splitt im Reinbims (Endprodukt) vorhanden sind, kann er zu Leichtbetonsteinen verarbeitet werden, die die Bedingungen der DIN 4108 noch erfüllen. Der jeweils zulässige verunreinigende Splittanteil hängt von der Qualität des Bimsanteils im verarbeiteten Grubenbims ab. Die Dichteverteilung des Grubenbimses beträgt in der Regel 0,6 bis 3,2 g/cm3. Die Dichteverteilung der Bimspartikel liegt zwischen 0,6 und 1,4 g/cm3 und die der Splittpartikel zwischen 1,3 und 3,2g/cm3. Dieser Rohbims ist also nicht unmittelbar höherwertig verwendbar und schon aus Gründen der Transportkostenersparnis kann es wirtschaftlich sein, den Splitt vom Bims möglichst weitgehend schon am Fundort, insbesondere in der Grube zu trennen, damit von dort lediglich der Reinbims abtransportiert zu werden braucht Dies wiederum macht es erforderlich, daß die Gewinnung des Reinbimses auf trockenem Wege erfolgt, da Naß-Verfahren größere Installationen einschließlich Abwasserreinigungsanlagen erfordern.
  • Andererseits kann der neben dem Bims anfallende Splitt eine so hohe Qualität besitzen, daß er als Edelsplitt einer Weiterverwendung zugeführt werden kann, und damit auch stationär betriebene trockene Anreichungsanlagen wirtschaftlich arbeiten.
  • Die Korngrößenverteilung des Grubenbimses reicht im allgemeinen von Korngrößen etwas unter 1 mm bis ca. 35 mm, wobei der Hauptanteil zwischen 2 und 16 bis 20 mm liegt. Die mittlere Partikelgröße (xso der Volumensummenverteilung) liegt bei etwa 6 mm. Bims-und Splittanteile sind über den gesamten Korngrößenbereich verteilt Aufgrund der Entstehungsgeschichte lagert der Rohbims als disperse Schüttung im Umfeld ehemals vulkanisch aktiver Zonen. An den Korngrenzen zwischen den Bims- und Splittpartikeln bestehen praktisch keine Haftkräfte oder Verwachsungen. Der Aufschluß in die Einzelpartikel erfolgt beim Abbau durch Bagger und Raupe in der Grube, ohne daß im allgemeinen eine wesentliche zusätzliche Zerkleinerung stattfinden muß.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Trockenverfahren dahingehend zu verbessern, daß hohe Anreichungsgrade erzielbar sind, so daß der Splittanteil im Reinbims jeder Kornfraktion höchstens etwa 20% beträgt bzw. nicht höher ist als für die Erzielung der geforderten Wärmedämmwerte, z B.
  • nach DIN 4108 zulässig ist, also nicht Kornfraktionen mit sehr hohen Splittanteilen im Endprodukt vorhanden sind. Eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens soll preiswert aufgebaut und betrieben und auch mobil ausgeführt werden können.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei dem eingangs genannten Verfahren gemäß der Erfindung vorgesehen, daß das Ausgangsgemisch zunächst durch Siebung mit m-Sieben in m + 1 Rohbimsfraktionen unterteilt wird, wobei die Maschenweite xi aufeinanderfolgender Siebe kl... ei... . . xm größer werdender Maschenweite weitgehend der Bedingung beginnend mit xt z 2 mm, gehorcht, mit QB der mittleren Dichte des Bimsanteils und es der mittleren Dichte des Splittanteils und n=1-3, insbesondere 1-1,5, und anschließend jede Rohbimsfraktion mit der Korngröße 2xx einer Windsichtung in eine mit Bimspartikeln und eine mit Splittpartikeln stark angereicherte Fraktion unterworfen wird.
  • Durch die Siebfraktionierung des Ausgangsgemisches entsprechend der angegebenen Bedingung gelingt die weitgehend vollständige Trennung der Bimspartikel von den Splittpartikeln durch die Windsichtung. Es lassen sich Anreicherungsgrade ohne weiteres von über 95% erzielen. Je schärfer die Trennung der Windsichtung arbeiten soll, in desto mehr Rohbimsfraktionen muß das Ausgangsgemisch durch die Siebung getrennt werden. In diesem Falle ist n ungefähr gleich 1 einzusetzen, wobei davon ausgegangen wird, daß die Windsichtung in turbulenter Strömung erfolgt, und die Dichten Qs und QB SO vorzugeben sind, daß sie innerhalb der vorliegenden Dichteverteilungen nicht mehr mittlere Werte sind, sondern nahe beieinander an den benachbarten Verteilungsgrenzen liegen. Kann man sich dagegen mit einer etwas weniger starken Anreicherung zugunsten einer geringeren Anzahl von Siebungen und einer geringeren Anzahl von Windsichtungen begnügen, so können bein 1 1 die Dichten Es und OB innerhalb der vorliegenden Dichteverteilungen entsprechend weiter auseinanderliegen. Mit der angegebenen Abhängigkeit ist die erforderliche Stufung der Sieböffnungen zu berechnen. Mit den in der Literatur angegebenen mittleren Dichtewerten für Bims, QB = 0,8 g/cm3 und Splitt es = 1,6 g/cm3 läßt sich etwa die gleiche Stufung mit n 3 errechnen.
  • Wenn die Bedingung »weitgehend« erfüllt sein soll, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß die Trennschnitte nicht notwendigerweise bei den Maschenweiten, die die Rechnung ergeben, durchgeführt werden müssen, sondern handelsübliche Siebe verwendet werden können, also auf Sonderanfertigungen der Siebe zur Erzielung der rechnerisch ermittelten Werte verzichtet werden kann. Die Normsiebreihen stellen eine genügende Anzahl von Sieben im Maschenweitenbereich von z. B. 2 bis 20 mm zur Verfügung.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich gleicherweise auch für Korngrößen unter 2 mm anwenden, doch sind diese Korngrößenanteile beim Bims so gering, daß der technische Aufwand für die scharfe Sortierung nicht lohnend sein dürfte.
  • Die Trennung sehr großer und damit schwerer Partikel mittels einer Windsichtung kann hohe Luftmengen erfordern, weshalb eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorsieht, daß der Überlauf des gröbsten Siebes mit der Maschenweite x, also z. B.
  • 20 mm oder 16 mm, zerkleinert und dem gröbsten Sieb nochmals zugegeben, in der Grube verbleibt, am Ort der Verarbeitung aufgehaldet oder anders weiterverarbeitet wird. Die Zerkleinerung der gröberen Partikel, die auch noch aneinanderhaftende Splitt- und Bimsanteile haben können, ist energetisch günstiger als die Trennung durch Siebung und Sichtung.
  • Für die Windsichtung kommen alle große Durchsätze bei hinreichender Trenngüte erlaubenden Windsichtungen infrage. Bevorzugt wird jedoch, daß wenigstens eine der Windsichtungen Schwerkraftwindsichtungen in einer aufsteigenden Luftströmung mit der Strömungsgeschwindigkeit VL=k Wg mit wider Sinkgeschwindigkeit der gröbsten Bimspartikel in Luft der jeweiligen Fraktion xilxlxi+l und k einer die Form der Partikel, den Beladungseinfluß der Sichtluft mit Partikeln und den gewählten Sichtertyp berücksichtigenden Konstanten zwischen 0,4 und 1 sind.
  • Die Partikelsinkgeschwindigkeit von wog in Luft ist nach bekannten Gesetzmäßigkeiten für die Bewegung von Partikeln der Größe q z. B. bei turbulenter Luftströmung zu berechnen.
  • k berücksichtigt, daß der Strömungswiderstand der Splitt- und Bimspartikel von deren Form, die voneinander je nach Fundort abweichen kann, sowie von der Beladung der Sichtluft und vom gewählten Windsichtertyp abhängt. So können sich für die Wahl der Luftgeschwindigkeit im Steigrohrwindsichter Abweichungen von der angegebenen Formel ergeben, die durch Versuche ermittelt werden. In jedem Falle gilt aber, daß die Strömungsgeschwindigkeit bei der bevorzugten Schwerkraftwindsichtung der gröbsten in der ausgesiebten Rohbimsfraktion enthaltenen Bimspartikeln gleichen muß.
  • Da Formbeschreibungen der Partikel nur sehr schwer quantitativ möglich sind, sind auch entsprechende quantitative Angaben für die Wahl der Stufung bei starken Formunterschieden der beteiligten Komponenten kaum möglich. Starke Formunterschiede verbessern aber das vorgeschlagene Verfahren in dem Sinne, daß breitere Klassen bei der Siebklassierung, dh. größere Sprünge in der Stufung der Siebung zugelassen werden können. n ist also klein zu wählen. Das Verfahren wird dadurch wirtschaftlicher. Die minimale Bedingung bei gleicher Partikelform ist jedoch an sich die im Anspruch 1 angegebene.
  • Versuche haben die Richtigkeit der erfindungsgemäßen Ansätze bestätigt und gezeigt, daß zur Tennung der üblicherweise vorliegenden Dichtebereiche das Verhältnis zur Bestimmung der Stufung der Sieböffnungen Qv/Q = 0,81 beträgt. Die Ausbeuten liegen dann, bezogen auf OB = 1,25 g/cm3, d. h7 daß alle Teile, deren Dichte kleiner oder gleich 1,25 g/cm3 ist, als Bimspartikel angesehen werden, bei 95% und es sind Beladungen bei p = 3 kg Luft/kg Gut Anreicherungen von >82% erreichbar. Die jeweilige Sichtluftgeschwindigkeit VL; errechnete sich für einen Anwendungsfall in einem Zickzack-Sichter (der Bauart Alpine) aus der angegebenen Abhängigkeit mit der Konstanten k=0,5.
  • Eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemä- ßen Verfahrens mit wenigstens einem Windsichter für ein Rohbimsgemisch aus Bims- und Splittpartikeln sowie mit Fördereinrichtungen für Rohbims und die gewonnenen mit Bimspartikeln und mit Splittpartikeln angereicherten Fraktionen ist gekennzeichnet durch m, wenigstens m/2, hintereinandergeschaltete Siebe für das Rohbims-Ausgangsgemisch und mm 1, wenigstens (m/2) -1, Windsichter für die jeweils zwischen aufeinanderfolgenden Sieben gewonnenen Rohbimsfraktionen zur jeweiligen Trennung in eine mit Bimspartikeln und eine mit Splittpartikeln angereicherte Fraktion. Für die Siebung haben sich Mogensen-Schwingsiebe, sogenannte Mogensen-Sizer, besonders bewährt. Da die üblichen Kornverteilungen so breit sind, daß sie in 8 bis 12 Fraktionen unterteilt werden müssen, sind zwei hintereinandergeschaltete Mogensen-Sizer vorteilhaft, denen gegebenenfalls ein Stangen-Sizer vorgeschaltet ist. Neben diesen schräg angeordneten Schwingsieben, kommen aber auch bekannte Plan- und Kreisschwingsiebe in Mehrfachanordnung (Doppeldecker, Dreidekker) infrage.
  • Die Windsichter können zweckmäßigerweise als Steigrohrwindsichter ausgebildet sein, aus denen die Bimspartikel nach oben hin pneumatisch ausgetragen werden.
  • Alternativ zu dieser Gegenstrom-Schwerkraftwindsichtung in Steigrohrwindsichtern, in denen die Strömungsgeschwindigkeit der Luftströmung gerade etwas kleiner eingestellt wird, als die Sinkgeschwindigkeit der kleinsten in der Rohbimsfraktion enthaltenen Splittpartikeln, kann auch eine Querstromwindsichtung eingesetzt werden, wie man sie beim unklassierten Rohbims-Ausgangsgemisch, wie oben erwähnt, bereits durchgeführt hat. In diesem Falle sollen wenigstens einige der Windsichtungen Querstromwindsichtungen mittels eines den als dünne Schicht abwärtsfallenden Gutstrom querdurchströmenden Luftstroms sein. Bei dieser Querstromwindsichtung ist der Energieaufwand für die Erzeugung der Sichtluftströmung geringer als bei den Gleichgewichts-Schwerkraftwindsichtungen, bei denen der Luftströmung nicht nur die Aufgabe zufällt, die Bimspartikeln von den Splittpartikeln zu trennen, sondern auch noch die Bimspartikel pneumatisch zu einem Abscheider zu transportieren. Der Abtransport der Bimspartikel erfolgt dagegen bei den Querstromwindsichtern mittels der Sichtzone nachgeschalteten mechanischen Förderanlagen.
  • Die gewonnenen Bimsfraktionen können einzeln oder in beliebigen Mischungen verwendet werden, wobei im allgemeinen der Unterlauf des Siebes mit der kleinsten Maschenweite, also die Fraktion mit Teilchengrößen unter 2 mm, den Bimsfraktionen zugemischt werden kann, ohne daß dadurch der Splittgehalt zu sehr ansteigt.
  • Nachfolgend ist für eine typische Korngrößenverteilung die Klassierung des Rohbimses durch Siebung mit m-Sieben in m+ 1 Fraktionen angegeben, beginnend mit der feinsten Maschenweite xi = 2 mm (i= 1) bis xm = 20 mm (i = 12). Unter diesen Werten, die so auf-bzw. abgerundet sind, daß die Werte, z. B. durch Verwendung von durch Sonderzusammenstellungen aus verschiedenen Siebreihen, technisch realisierbar sind, sind die bei einer Schwerkraftwindsichtung im aufsteigenden Luftstrom einzustellenden Strömungsgeschwindigkeiten Val der Sichtluft angegeben. Dabei ist die Siebaufteilung und die Strömungsgeschwindigkeit für ein Dichteverhältnis von 0,81, einen Wert n = 1 und k = 0,5 ermittelt 1 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 xi 2,0 2,5 3,0 3,7 4,6 5,7 7,0 8,65 10,7 13,2 16,2 20,0 mm val 5,2 5,7 6,1 6,6 7,1 7,6 8,2 8,8 9,5 10,2 11,0 m/s Jede Fraktion, die entsprechend der Tabelle gebildet ist, kann mit der entsprechenden Sichtluftgeschwindigkeit VL in Bims- und Splittanteile getrennt werden. Je nach Korngrößenverteilung des Aufgabegutes und des Bimsgehaltes können die Grenzen für die Fraktionierung auch anders gewählt werden. Insbesondere dann, wenn es ökonomischer erscheint, mit weniger Sieben und weniger Windsichtern zu arbeiten, kann auf die Windsichtung der Grenzfraktion verzichtet werden und können die Mittelfraktionen gegebenenfalls jeweils paarweise zusammengefaßt werden. In diesem Falle ist allerdings der Anreicherungsgrad der Bimspartikel in den einzelnen Fraktionen deutlich verringert, doch in jedem Falle noch erheblich größer als bei dem bekannten Windsichtverfahren, dem keine Siebklassierung vorgeschaltet ist Alle Partikel x>20 mm, der Überlauf der gröbsten Siebstufe, werden entweder verworfen oder einer Zerkleinerung zugeführt und danach mit dem Aufgabegut erneut ins Verfahren eingebracht Dies geschieht aus wirtschaftlichen Gründen, da die Sichtung von Partikeln x>20 mm bzw. 16 mm mit sehr hohen Luftgeschwindigkeiten und beträchtlichen Lärmemissionen erfolgen würde. Entsprechend wird der Unterlauf, z. B. x< 2 mm ebenfalls ohne Sichtung weiterverwendet Die erforderliche Anzahl von parallel zu betreibenden Sichtern zur Bearbeitung der Partikel bis einschließlich x-tO ist im Vergleich zu den dort noch erzielbaren Bimsmengen zu aufwendig. Die mit Sichtern noch zu bearbeitende feinste Fraktion bestimmt sich so, daß die zulässigen Mengenanteile des Splitts im Endprodukt die zulässige Verunreinigung von zur Zeit 20% insgesamt nicht übersteigt, wenn der Unterlauf ohne Sichtung zum Endprodukt zugeschlagen wird.
  • Das Verfahren ließe sich analog auch in der umgekehrten Reihenfolge durchführen, also derart, daß zuerst das Ausgangsgemisch durch Sichten in mehrere Fraktionen klassiert wird, und nach der Sichtung in m Fraktionen jede Feingut- und jede Grobgutfraktion durch 2 m Einfachsiebungen in 4 m Fraktionen zerlegt wird. Der dann erforderliche apparative Aufwand begünstigt die beanspruchte Lösung eindeutig, weil die hohe Anzahl der erforderlichen Rohbimsfraktionen im Siebsatz erzeugt wird und die Einzelsichtung der Rohbimsfraktionen in parallelen Sichtrohren erfolgen kann. Bei der umgekehrten Reihenfolge müßte auch eine größere Anzahl einzelner Massenströme transportiert werden.

Claims (7)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur trockenen Gewinnung von zur Weiterverarbeitung, insbesondere zu wärmedämmenden Leichtbetonsteinen, geeignetem hochwertigem Reinbims mit wenigstens 80% reinem Bims neben bis zu 20% Splitt aus einem körnigen Ausgangsgemisch (Rohbims) von 20 bis 70, insbesondere 20 bis 50 Vol.-% Bims und 30 bis 80, insbesondere 50 bis 80 Vol.-% Splitt, bei dem ein Gemisch aus Bims- und Splittpartikeln einer Windsichtung zur Gewinnung von Bims-Fraktionen mit gegenüber dem Ausgangsgemisch erhöhtem Bimsanteil unterworfen wird, d a d u r c h g e -kennzeichnet, daß das Äusgangsgemisch zunächst durch Siebung mit m-Sieben in m+ t Rohbimsfraktionen unterteilt wird, wobei die Maschenweite xi aufeinanderfolgender Siebe xl ...xi...
    um größer werdender Maschenweite weitgehend der Bedingung beginnend mit x, 2 mm, gehorcht, mit QB der Dichte des Bimsanteils und Qs der Dichte des Splittanteils und n= 1-3, insbesondere 1 - 1,5, und anschließend jede Rohbimsfraktion mit der Korngröße x1 einer Windsichtung in eine mit Bimspartikeln und eine mit Splittpartikeln stark angereicherte Fraktion unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Überlauf des gröbsten Siebes mit der Maschenweite xm zerkleinert und diesem nochmals aufgegeben wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einige der Windsichtungen Schwerkraftwindsichtungen in einer aufsteigenden Luftströmung mit der Strömungsgeschwindigkeit VL=k ' Wg mit wog der Sinkgeschwindigkeit der jeweiligen Fraktion xilxlxi+l und k einer die Form der Partikel, den Beladungseinfluß der Sichtluft mit Partikeln und den gewählten Sichtertyp berücksichtigenden Konstanten zwischen 0,4 und 1 sind.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einige der Windsichtungen Querstromwindsichtungen mittels eines den als dünne Schicht abwärtsfallenden Gutstrom querdurchströmenden Luftstroms sind.
  5. 5. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit wenigstens einem Windsichter für ein Rohbimsgemisch aus Bims- und Splittpartikeln sowie mit Fördereinrichtungen für Rohbims und die gewonnenen mit Bimspartikeln und mit Splittpartikeln angereicherten Fraktionen, gekennzeichnet durch m, mindestens m/2, hintereinandergeschaltete Siebe für das Rohbimsausgangsgemisch und mm 1, wenigstens (m/2)-1, Windsichter für die jeweils zwischen aufeinanderfolgenden Sieben gewonnenen Rohbimsfraktionen zur jeweiligen Trennung in eine mit Bimspartikeln und eine mit Splittpartikeln angereicherte Fraktion.
  6. 6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Siebung Mogensen-Sizer vorgesehen sind.
  7. 7. Anlage nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Windsichtung Steigrohrwindsichter vorgesehen sind.
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur trockenen Gewinnung von zur Weiterverarbeitung, insbesondere zu wärmedämmenden Leichtbetonsteinen, geeignetem hochwertigem Reinbims mit wenigstens 80% reinem Bims neben bis zu 20% Splitt aus einem körnigen Ausgangsgemisch von Rohbims von 20 bis 70, insbesondere 20 bis 50 Vol.-% Bims und 30 bis 80, insbesondere 50 bis 80 Vol.-% Splitt, bei dem ein Gemisch aus Bims und Splittpartikeln einer Windsichtung zur Gewinnung von Bimsfraktionen mit gegenüber dem Ausgangsgemisch erhöhtem Bimsanteil unterworfen wird.
    Bausteine, die im Hochbau verwendet werden, müssen bestimmte Wärmedämmwerte erzielen. Diese Auflage ist unter anderem erfüllbar durch die Verwendung spezifisch leichter Betonsteine. Grubenbims bzw.
    Rohbims ist nur bei hoher Fundortqualität ohne Aufbereitung, d. h. ohne Anreicherung der Bimsanteile und Aussortierung der Splitt- und Feuchtigkeitsanteile direkt zur Herstellung von Leichtbetonsteinen verwendbar. Um unabhängig von Fundortqualitäten die Wärmedämmauflagen erfüllen zu können, also Reinbims-Fraktion zu erzielen, die einen ausreichenden Bimsanteil haben, finden Trennverfahren mit dem Ziel der Anreicherung der Bimsanteile Anwendung.
    Die bisher angewendeten Verfahren zur Gewinnung von zur Weiterverarbeitung geeigneten hochwertigen Reinbimsfraktionen lassen sich in Naß- und Trockenverfahren unterteilen. Zu den Naßverfahren zählen die Sink-Scheideverfahren, bei denen der Rohbims mit Hilfe einer Wasser-Magnetit-Suspension von seinen Beimengungen getrennt wird. In der »schweren« Suspension (Dichte ca 1,4 g/cm3) schwimmen die Bimspartikel auf, während die spezifisch schweren Fremdstoffe, insbesonders Splitt, auf den Grund der Trennbehälter absinken. Die Trenngüte des Verfahrens kann sehr gut sein. Das Sink-Scheideverfahren kann jedoch nicht mit reinem Wasser durchgeführt werden, da der Grubenbims wegen seiner hohen Feuchtigkeit (bis zu 40%) in reinem Wasser nicht schwimmt. Aus diesem Grunde gestaltet sich dieses Trennverfahren in der Durchführung sehr teuer und hat im übrigen den Nachteil, daß der Bims nach der Anreicherung getrocknet werden muß.
    Zu den Naßverfahren zählt auch das Purator-Verfahren, bei dem die Reinigung des Grubenbimses durch Ausschwemmen der spezifisch schweren Fremdstoffe in einem Wasserstrom erfolgt. Dieses Trennverfahren besitzt nicht die Trenngüte des Sink-Scheideverfahrens.
    Insbesondere können die Fremdstoffe grober Körner nicht ausgewaschen werden. Im übrigen ist die nasse Arbeitsweise aufwendig und umständlich und verbietet daher im allgemeinen eine Anwendung direkt in der Grube. Die angereicherten Bimsfraktionen müssen getrocknet werden.
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