DE2822153C2 - Verfahren zum Herstellen von Formstücken - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von FormstückenInfo
- Publication number
- DE2822153C2 DE2822153C2 DE2822153A DE2822153A DE2822153C2 DE 2822153 C2 DE2822153 C2 DE 2822153C2 DE 2822153 A DE2822153 A DE 2822153A DE 2822153 A DE2822153 A DE 2822153A DE 2822153 C2 DE2822153 C2 DE 2822153C2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- alloy
- ingot
- forging
- temperature
- hot
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 24
- 229910045601 alloy Inorganic materials 0.000 claims description 44
- 239000000956 alloy Substances 0.000 claims description 44
- 238000005242 forging Methods 0.000 claims description 31
- 230000009467 reduction Effects 0.000 claims description 19
- PXHVJJICTQNCMI-UHFFFAOYSA-N Nickel Chemical compound [Ni] PXHVJJICTQNCMI-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 16
- 238000001953 recrystallisation Methods 0.000 claims description 9
- 229910052759 nickel Inorganic materials 0.000 claims description 7
- 238000001513 hot isostatic pressing Methods 0.000 claims description 6
- 239000000843 powder Substances 0.000 claims description 6
- 238000010275 isothermal forging Methods 0.000 claims description 3
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 description 5
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 description 5
- 238000005336 cracking Methods 0.000 description 4
- 239000007789 gas Substances 0.000 description 4
- 238000012545 processing Methods 0.000 description 4
- 230000001052 transient effect Effects 0.000 description 4
- 238000001125 extrusion Methods 0.000 description 3
- 238000011065 in-situ storage Methods 0.000 description 3
- 238000005096 rolling process Methods 0.000 description 3
- XKRFYHLGVUSROY-UHFFFAOYSA-N Argon Chemical compound [Ar] XKRFYHLGVUSROY-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 description 2
- 239000000203 mixture Substances 0.000 description 2
- 239000007787 solid Substances 0.000 description 2
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 2
- 238000012360 testing method Methods 0.000 description 2
- 229910000531 Co alloy Inorganic materials 0.000 description 1
- 229910001209 Low-carbon steel Inorganic materials 0.000 description 1
- 229910000990 Ni alloy Inorganic materials 0.000 description 1
- 229910052786 argon Inorganic materials 0.000 description 1
- 238000013461 design Methods 0.000 description 1
- 238000011835 investigation Methods 0.000 description 1
- 230000003647 oxidation Effects 0.000 description 1
- 238000007254 oxidation reaction Methods 0.000 description 1
- 230000000704 physical effect Effects 0.000 description 1
- 238000001556 precipitation Methods 0.000 description 1
- 239000002243 precursor Substances 0.000 description 1
- 238000003825 pressing Methods 0.000 description 1
- 230000006641 stabilisation Effects 0.000 description 1
- 238000011105 stabilization Methods 0.000 description 1
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22F—WORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
- B22F3/00—Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces
- B22F3/12—Both compacting and sintering
- B22F3/16—Both compacting and sintering in successive or repeated steps
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Forging (AREA)
- Heat Treatment Of Nonferrous Metals Or Alloys (AREA)
- Powder Metallurgy (AREA)
- Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
- In der Gasturbinentriebwerksindustrie, in der ein solches Verfahren besondere Anwendung findet, erfordern die Triebwerksbemessungskriterien die Verwendung von Legierungen, die eine gute Warmfestigkeit und einen guten Oxidationswiderstand haben. Aufgrund dieses Bedarfs ist eine Anzahl von Nickelbasislegierungen entwickelt und benutzt worden. Die hohen Festigkeitsanforderungen sind zwar erfüllt worden, leider sind sie jedoch im allgemeinen nur auf Kosten der Legierungsverarbeitbarkeit erfüllt worden. Bei der Fertigung von Strahltriebwerken, die Tausende von Einzelteilen enthalten, welche eine komplizierte Form haben und mit enger Toleranz hergestellt werden müssen, ist aber die Verarbeitbarkeit der Legierung ein Hauptfaktor bei der Bestimmung des Ausmaßes ihrer Benutzbarkeit.
- Die US-PS 35 19 503 bescheibt ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art zum Herstellen von Formstücken, wie sie üblicherweise in Gasturbinentriebwerken benutzt werden, insbesondere aus Nickel- und Kobaltbasislegierungen. Gemäß diesem bekannten Verfahren wird eine hochfeste, niederduktile Legierung bei einer hohen Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur druckbearbeitet, um die Kornstruktur zu verfeinern und um die Legierung in einen vorübergehenden Zustand niedriger Festigkeit und hoher Duktilität, d. h. in einen sogenannten superplastischen Zustand zu bringen. Anschließend wird die sich vorübergehend in dem superplastischen Zustand befindende Legierung in Warmschmiedegesenken bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur isothermisch geschmiedet, wobei ein nennenswertes Kornwachstum blockiert wird. Das erhaltene Formstück wird schließlich einer herkömmlichen Wärmebehandlung unterzogen, um die Legierung in ihren ursprünglichen Zustand hoher Festigkeit und niedriger Duktilität zurückzuversetzen. Bei dem bekannten Verfahren wird also der aus Pulver gepreßte Block, der auch aus der Legierung IN100 bestehen kann, in zwei Schritten warmverformt, wobei der erste Schritt aus der Druckbearbeitung und der zweite Schritt aus dem Schmiedevorgang besteht. Die Druckbearbeitung im ersten Schritt erfolgt üblicherweise durch Strangpressen oder Walzen mit einem Querschnittsreduktionsverhältnis von 4 zu 1. Für den ersten Schritt, d. h. das Strangpressen oder Walzen, sind zwar nur die Querschnittsreduktionsverhältnisse in der US-PS 35 19 503 angegeben, es ist aber bekannt, daß durch Strangpressen oder Walzen Verformungsgeschwindigkeiten in der Größenanordnung von 1-10 cm/cm/min erzeugt werden. Dagegen ergeben sich bei dem zweiten Schritt, d. h. beim Schmieden, Verformungsgeschwindigkeiten in der Größenordnung von 0,1-1 cm/cm/min. Bei diesem bekannten Verfahren wird also zuerst mit einer hohen Verformungsgeschwindigkeit und anschließend mit einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit gearbeitet, und zwar in wenigstens zwei unterschiedlichen Warmverformungsschritten.
- Die US-PS 36 98 219 und 39 87 658 beziehen sich ebenfalls auf ein solches Verfahren.
- Bei der Herstellung von gewissen Triebwerksteilen, insbesondere von Triebwerksscheiben oder -rotoren aus der Legierung IN100, durch dieses Verfahren hat es sich als wünschenswert herausgestellt, die Legierungszusammensetzung etwas zu modifizieren, damit ein optimales Schmiedeteil hergestellt werden kann. Die US-PS 38 43 421 beschreibt eine solche modifizierte Zusammensetzung der Legierung IN100, die für die Verwendung bei dem hier in Rede stehenden Verfahren besonders maßgeschneidert ist.
- Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art das Warmverformen des Blockes so zu verbessern, daß Formstücke wirtschaftlicher und mit bester möglicher Qualität hergestellt werden könnnen.
- Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebenen Schritte gelöst.
- Durch das Verfahren nach der Erfindung wird eine Legierung, insbesondere eine Nickelbasislegierung, in vorlegierter Pulverform heißisostatisch verpreßt, um einen im wesentlichen homogenen, massiven Block zu schaffen, der eine hohe Festigkeit und eine niedrige Duktilität hat, d. h. der nichtsuperplatstisch ist. Dieser Block wird dann in Warmschmiedegesenken bei einer Temperatur isothermisch formgeschmiedet, die in einem Bereich bis zu 195°C unterhalb der normalen Rekristallisationstemperatur der Legierung liegt, wobei das Schmieden in einem einzigen Schmiededurchgang erfolgt, welcher beinhaltet: 1) eine Vorstufe niedriger Verformungsgeschwindigkeit, in welcher der Block vorgeschmiedet wird, um eine Dickenverringerung von wenigstens 10% zu erzeugen, damit eine Rekristallisation und eine Verfeinerung der Kornstruktur in situ erfolgen und der Block in einen vorübergehenden Zustand niedriger Festigkeit und hoher Duktilität versetzt wird, und 2) eine anschließende Stufe hoher Verformungsgeschwindigkeit, in welcher der Block in dem vorübergehenden superplastischen Zustand fertiggeschmiedet wird. In der Vorstufe ist es wichtig, daß die Verformungsgeschwindigkeit mit Bezug auf die Schmiedetemperatur so gewählt wird, daß die Geschwindigkeit ausreichend niedrig ist, um ein Reißen des Blockes während der Ausbildung des superplastischen Zustandes zu verhindern. Dagegen ist in der anschließenden Stufe die Verformungsgeschwindigkeit viel höher, um sicherzustellen, daß die gewünschten mechanischen Eigenschaften in dem wärmebehandelten Formstück erzielt werden. Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird also in einem einzigen Schmiededurchgang isothermisch geschmiedet, und zwar zuerst unter Verwendung einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit und anschließend unter Verwendung einer hohen Verformungsgeschwindigkeit, also umgekehrt wie bei dem bekannten Verfahren, bei dem mit zwei unterschiedlichen Warmverformungsschritten und dabei zuerst mit einer hohen Verformungsgeschwindigkeit und anschließend mit einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit gearbeitet wird. Das Verfahren nach der Erfindung ist besonders vorteilhaft beim Herstellen von Formstücken aus der modifizierten Legierung IN100, die in der oben erwähnten US-PS 38 43 421 beschrieben ist.
- Gemäß der Erfindung wird der niederduktile Block, der sich aus dem heißisostatischen Verpressen der modifizierten Legierung IN100 ergibt, zuerst in den Warmschmiedegesenken mit einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit von bis zu 0,1 cm/cm/min geschmiedet, um eine Dickenverringerung von etwa 15% bis etwa 35% zu erzeugen, die Blockkornstruktur zu rekristallisieren und zu verfeinern und ihm vorübergehend superplastische Eigenschaften zu geben, und anschließend wird der Block weiter zu dem Formstück bei einer höheren Verformungsgeschwindigkeit fertig geschmiedet, die über 0,1 cm/cm/min und vorzugsweise zwischen etwa 0,3 cm/cm/min und etwa 0,7 cm/cm/min liegt, wobei eine Dickenverringerung von 50% oder mehr üblicherweise in dieser Stufe hoher Verformungsgeschwindigkeit hervorgerufen wird.
- Weitere Einzelheiten des Verfahrens nach der Erfindung ergeben sich aus der folgenden ausführlichen Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform.
- Die modifizierte Legierung IN100 ist für die Verarbeitung zu Gasturbinentriebwerksteilen, insbesondere zu Triebwerksscheiben, infolge ihrer einzigartigen Kombination von mechanischen und physikalischen Eigenschaften und verbesserter Kerbzähigkeit von größter Bedeutung. Infolgedessen ist sie Gegenstand zahlreicher experimenteller Untersuchungen gewesen, die den Zweck verfolgten, ein optimales Verfahren zu schaffen, durch das Formstücke, wie beispielsweise Triebwerksscheiben, am wirtschaftlichsten und mit der bestmöglichen Qualität hinsichtlich der chemischen, strukturellen und mechanischen Eigenschaften, der Homogenität und der Dichte, hergestellt werden können. Ein solches verbessertes Herstellungsverfahren ist im folgenden beschrieben.
- Das Herstellungsverfahren beginnt mit dem Herstellen eines relativ einfach geformten Blockes aus vorlegiertem Pulver der modifizierten Legierung IN100 durch heißisostatisches Verpressen des Pulvers in einem geeignet geformten Behälter, wie beispielsweise einem Flußstahlbehälter. Der Legierungsblock, der durch dieses heißisostatische Verpressen hergestellt wird, bietet beträchtliche Vorteile bei den späteren Verfahrensschritten, da der Block in chemischer, struktureller und anderer Hinsicht im wesentlichen homogen ist und im wesentlichen frei von Porosität ist. Selbstverständlich ändern sich die Parameter des heißisostatischen Verpressens in Abhängigkeit von der vewendeten Nickelbasislegierung, bei der modifizierten Legierung IN100 liegen die Parameter aber im allgemeinen in folgenden Bereichen: Temperatur von etwa 1038°C bis etwa 1177°C; Druck von etwa 689,5 bar bis etwa 2068,5 bar; Zeit von etwa 15 min bis etwa 4 h. Es sei angemerkt, daß der durch das heißisostatische Verpressen hergestellte IN100-Block nicht in einem vorübergehenden superplastischen Zustand ist, sondern stattdessen weiterhin die Eigenschaften hoher Festigkeit und niedriger Duktilität der Legierung aufweist.
- Der nächst Schritt des Verfahrens beinhaltet das isothermische Formschmieden des gepreßten Legierungsblockes in Warmschmiedegesenken bei einer Temperatur in einem Bereich bis zu 195°C unterhalb der normalen Rekristallisationstemperatur der Legierung. Wie im folgenden dargelegt, kann durch sorgfältiges Einstellen der Schmiedeparameter, wie der Schmiedetemperatur und der Verformungsgeschwindigkeit, das Formschmieden des Blockes in den Warmschmiedegesenken in einem einzigen, ununterbrochenen Schmiededurchgang ausgeführt werden, obwohl der Block anfänglich nicht in einem vorübergehenden Zustand niedriger Festigkeit und hoher Duktilität ist. Es ist herausgefunden worden, daß, um die Legierung auf diese Weise erfolgreich schmieden zu können, der Schmiededurchgang in zwei getrennten Stufen ausgeführt werden muß, bei welchen es sich um eine Vorstufe niedriger Verformungsgeschwindigkeit und um eine anschließende Stufe hoher Verformungsgeschwindigkeit handelt.
- Mit der Vorstufe niedriger Verformungsgeschwindigkeit wird bezweckt, den Legierungsblock am Anfang in einem geringfügigen, aber kritischen Ausmaß zu verkleinern, um eine Rekristallisation und eine Verfeinerung der Blockkornstruktur in situ hervorzurufen und um den Block in einen vorübergehenden superplastischen Zustand zu bringen, d. h. in einen Zustand niedriger Festigkeit und hoher Duktilität. Unerwarteterweise ist festgestellt worden, daß Dickenverringerungen von etwa 10% (und vorzugsweise 15 bis 35%) unter geeigneten Temperatur- und Verformungsgeschwindigkeitsbedingungen bewirken, daß der Legierungsblock vorübergehend superplastisch wird. Während dieser Anfangsverkleinerung ist jedoch auch festgestellt worden, daß die Beziehung zwischen der Schmiedetemperatur und der Verformungsgeschwindigkeit sehr wichtig war. Beispielsweise ist festgestellt worden, daß bei einer besonderen Schmiedetemperatur ein kritischer schmaler Verformungsgeschwindigkeitsbereich erscheint, oberhalb welchem der Legierungsblock während der Anfangsverkleinerung reißt, unterhalb welchem aber kein Reißen beobachtet wird. Der Bereich der kritischen Verformungsgeschwindigkeit ändert sich zwar etwas mit der Schmiedetemperatur für die modifizierte Legierung IN100, Verformungsgeschwindigkeiten von 0,1 cm/cm/min oder darunter haben sich jedoch als sicherste Maßnahme gegen das Reißen des Blockes während der Ausbildung des superplastischen Zustandes und während der Anfangsdickenverringerung erwiesen. Geschwindigkeiten oberhalb von 0,1 cm/cm/min während der Anfangsdickenverringerung verursachen eher Reißen und sind deshalb zu vermeiden.
- Nachdem der Block in der Vorstufe in den vorübergehenden superplastischen Zustand gebracht worden ist, wird mit der Schmiedestufe hoher Verformungsgeschwindigkeit begonnen, in welcher eine Hauptdickenverringerung von 50% oder mehr erfolgt, um das Formstück fertig zu schmieden. Da der Legierungsblock eine sehr hohe Duktilität hat, können hohe Verformungsgeschwindigkeiten benutzt werden, um die Hauptdickenverringerung zu erzielen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß ein gewisses Minimum an hoher Verformungsgeschwindigkeit in dieser Stufe erforderlich ist, um beständig optimale Eigenschaften wie Streck- und Zugfestigkeit des wärmebehandelten Formstückes zu erzielen. Beispielsweise werden bei dem weiteren Schmieden des Blockes aus der modifizierten Legierung IN100, nachdem er den superplastischen Zustand angenommen hat, Verformungsgeschwindigkeiten oberhalb von 0,1 cm/cm/min für erforderlich gehalten, damit sich erwünschte Streck- und Zugfestigkeiten ausbilden. Eine Verformungsgeschwindigkeit von etwa 0,3 cm/cm/min bis etwa 0,75 cm/cm/min ist zur Ausbildung von optimalen Eigenschaften des wärmebehandelten Formstückes vorzuziehen. Es wird vermutet, daß das Minimun an hoher Verformungsgeschwindigkeit, das erforderlich ist, einen kritischen Wert an thermischer, mechanischer Arbeit in der Legierung und eine entsprechende optimale Korn- oder Versetzungsstruktur oder Substruktur ergibt, die für die Wärmebehandlung geeignet ist.
- Selbstverständlich kann die Legierung, nachdem das Formstück fertiggeschmiedet ist, in ihren normalen Zustand hoher Festigkeit und Härte durch eine herkömmliche Wärmebehandlung einschließlich einer Lösungswärmebehandlung, beispielweise bei 1121°C für die modifizierte Legierung IN100, und Stabilisierungs- und Ausscheidungswärmebehandlungen zurückversetzt werden.
- Das folgende Beispiel veranschauchlicht das Herstellungsverfahren nach der Erfindung.
- Vorlegiertes, modifiziertes IN100-Pulver wurde in unter Druck stehendem Argon bei einer Temperatur von 1121°C und einem Druck von 1034,5 bar zwei Stunden lang heißisostatisch zu einem homogenen, festen Block zum Schmieden verpreßt. Der Block war nach diesem Verpressen nicht in einem superplastischen Zustand. Der Block wurde dann auf 1107°C erhitzt und in Warmschmiedegesenke eingebracht. Die Vorschmiedestufe wurde mit einer Verformungsgeschwindigkeit von 0,1 cm/cm/min durchgeführt, um eine Dickenverringerung von 25% zu erzeugen, die eine Rekristallisierung und eine Verfeinerung der Blockkornstruktur in situ ergab und den Block in einen vorübergehenden Zustand niedriger Festigkeit und hoher Duktilität brachte. Bei dem Erreichen der Dickenverringerung von 25% wurde die Verformungsgeschwindigkeit auf 0,5 cm/cm/min erhöht und das fertige Formstück durch eine weitere Dickenverringerung von 50% hergestellt. Nach dem Schmieden wurde das IN100-Formstück in herkömmlicher Weise wärmebehandelt und bei 704°C Zug- und Kriechtests unterworfen. Die Testergebnisse zeigten, daß das durch das Verfahren nach der Erfindung hergestellte IN100-Formstück Eigenschaften hatte, die über den Mindesteigenschaften lagen, die für eine Gasturbinentriebwerksscheibe erforderlich sind.
- Die spezifischen Verformungsgeschwindigkeiten und Dickenverringerungen, die oben quantitativ angegeben sind, beziehen sich zwar auf die modifizierte Legierung IN100, es ist jedoch anzunehmen, daß die Gesamtgrenzen auch bei anderen hochfesten, niederduktilen Nickelbasislegierungen zutreffen, wie sie beispielsweise in der US-PS 35 19 503 beschrieben sind. Beispielsweise ist davon auszugehen, daß eine Dickenverringerung von wenigstens 10% bei den meisten hochfesten, niederduktilen Nickelbasislegierungen in der Vorschmiedestufe ausreicht, um sie in den vorübergehenden superplastischen Zustand zu bringen. Außerdem sind niedrige Vorverformungsgeschwindigkeiten unterhalb von 0,1 cm/cm/min und anschließende hohe Verformungsgeschwindigkeiten oberhalb von 0,1 cm/cm/min aller Wahrscheinlichkeit nach auch bei anderen Nickelbasislegierungen anwendbar.
Claims (5)
1. Verfahren zum Herstellen von Formstücken aus hochfesten, niederduktilen Nickelbasislegierungen, insbesondere der Legierung IN100, durch:
a) heißisostatisches Verpressen der Legierung in vorlegierter Pulverform zu einem im wesentlichen homogenen Block hoher Festigkeit und niedriger Duktilität und
b) anschließendes Warmverformen des Blockes in wenigstens zwei Schritten unter Verwendung von Warmschmiedegesenken bei einer Temperatur unterhalb der normalen Rekristallisationstemperatur der Legierung und mit unerschiedlichen Verformungsgeschwindigkeiten,
dadurch gekennzeichnet, daß das Warmverformen durch isothermisches Schmieden des Blockes bei einer Temperatur in einem Bereich bis zu 195°C unterhalb der normalen Rekristallisationstemperatur in einem einzigenSchmiededurchgang erfolgt, welcher beinhaltet:
b1) eine Vorstufe niedriger Verformungsgeschwindigkeit, in welcher der Block bei einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit von bis zu 0,1 cm/cm/min vorgeschmiedet wird, um eine Dickenverringerung von wenigstens 10% zu erzeugen, und anschließend
b2) eine Stufe hoher Verformungsgeschwindigkeit, in welcher der Block bei einer hohen Verformungsgeschwindigkeit von über 0,1 cm/cm/min fertiggeschmiedet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Schritt b) eine Dickenverringerung von etwa 15% bis etwa 35% erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hohe Verformungsgeschwindigkeit auf 0,3 cm/cm/ min bis 0,75 cm/cm/min eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei dem Warmverformen der Legierung IN100 in dem einzigen Schmiededurchgang bei einer Temperatur von etwa 982°C bis 1149°C gearbeitet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US05/802,926 US4081295A (en) | 1977-06-02 | 1977-06-02 | Fabricating process for high strength, low ductility nickel base alloys |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2822153A1 DE2822153A1 (de) | 1978-12-14 |
| DE2822153C2 true DE2822153C2 (de) | 1987-02-26 |
Family
ID=25185108
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2822153A Expired DE2822153C2 (de) | 1977-06-02 | 1978-05-20 | Verfahren zum Herstellen von Formstücken |
Country Status (17)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US4081295A (de) |
| JP (1) | JPS542220A (de) |
| AR (1) | AR215710A1 (de) |
| BE (1) | BE867310A (de) |
| BR (1) | BR7803371A (de) |
| CA (1) | CA1108441A (de) |
| CH (1) | CH637426A5 (de) |
| DE (1) | DE2822153C2 (de) |
| DK (1) | DK153336C (de) |
| FR (1) | FR2393076A1 (de) |
| GB (1) | GB1564795A (de) |
| IL (1) | IL54801A (de) |
| IT (1) | IT1096611B (de) |
| NL (1) | NL7805975A (de) |
| NO (1) | NO781788L (de) |
| SE (1) | SE444584B (de) |
| ZA (1) | ZA782806B (de) |
Families Citing this family (14)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4479833A (en) * | 1981-06-26 | 1984-10-30 | Bbc Brown, Boveri & Company, Limited | Process for manufacturing a semi-finished product or a finished component from a metallic material by hot working |
| US4375375A (en) * | 1981-10-30 | 1983-03-01 | United Technologies Corporation | Constant energy rate forming |
| US4613388A (en) * | 1982-09-17 | 1986-09-23 | Rockwell International Corporation | Superplastic alloys formed by electrodeposition |
| US4529452A (en) * | 1984-07-30 | 1985-07-16 | United Technologies Corporation | Process for fabricating multi-alloy components |
| JPS62134130A (ja) * | 1985-12-05 | 1987-06-17 | Agency Of Ind Science & Technol | 高強度・難加工材の超塑性ウオ−ムダイ・パツク鍛造法 |
| US4769087A (en) * | 1986-06-02 | 1988-09-06 | United Technologies Corporation | Nickel base superalloy articles and method for making |
| JPS6447828A (en) * | 1987-08-12 | 1989-02-22 | Agency Ind Science Techn | Turbin disk by super plastic forging of different alloys |
| US5009704A (en) * | 1989-06-28 | 1991-04-23 | Allied-Signal Inc. | Processing nickel-base superalloy powders for improved thermomechanical working |
| US5571345A (en) * | 1994-06-30 | 1996-11-05 | General Electric Company | Thermomechanical processing method for achieving coarse grains in a superalloy article |
| RU2161547C1 (ru) * | 2000-06-14 | 2001-01-10 | Геворкян Эдуард Петросович | Способ получения изделий из стружки |
| US20060083653A1 (en) * | 2004-10-20 | 2006-04-20 | Gopal Das | Low porosity powder metallurgy produced components |
| GB0918020D0 (en) * | 2009-10-15 | 2009-12-02 | Rolls Royce Plc | A method of forging a nickel base superalloy |
| RU2649103C1 (ru) * | 2017-04-18 | 2018-03-29 | Федеральное государственное унитарное предприятие "Всероссийский научно-исследовательский институт авиационных материалов" (ФГУП "ВИАМ") | Способ получения изделия из гранулируемого жаропрочного никелевого сплава |
| DE102021209254B4 (de) * | 2021-08-24 | 2023-04-27 | Siemens Healthcare Gmbh | Lamelle zum Kollimieren einer Therapiestrahlung |
Family Cites Families (13)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3519503A (en) * | 1967-12-22 | 1970-07-07 | United Aircraft Corp | Fabrication method for the high temperature alloys |
| SE421015B (sv) * | 1969-04-14 | 1981-11-16 | United Aircraft Corp | Forfarande vid framstellning av foremal av hogtemperaturlegeringar |
| US3639179A (en) * | 1970-02-02 | 1972-02-01 | Federal Mogul Corp | Method of making large grain-sized superalloys |
| CA945784A (en) * | 1970-02-16 | 1974-04-23 | Stewart G. Fletcher | Production of nickel-base superalloys |
| NL171309C (nl) * | 1970-03-02 | 1983-03-01 | Hitachi Ltd | Werkwijze voor de vervaardiging van een halfgeleiderlichaam, waarbij een laag van siliciumdioxyde wordt gevormd op een oppervlak van een monokristallijn lichaam van silicium. |
| US3702791A (en) * | 1970-04-20 | 1972-11-14 | Nasa | Method of forming superalloys |
| CA918463A (en) * | 1970-06-10 | 1973-01-09 | Federal-Mogul Corporation | Process for making shaped superalloy articles |
| US3655458A (en) * | 1970-07-10 | 1972-04-11 | Federal Mogul Corp | Process for making nickel-based superalloys |
| US3698962A (en) * | 1971-04-30 | 1972-10-17 | Crucible Inc | Method for producing superalloy articles by hot isostatic pressing |
| US3698219A (en) * | 1971-05-10 | 1972-10-17 | United Aircraft Corp | Apparatus for forging |
| US3843421A (en) * | 1972-10-16 | 1974-10-22 | United Aircraft Corp | Wrought nickel-base alloy and products thereof |
| CH599348A5 (de) * | 1975-10-20 | 1978-05-31 | Bbc Brown Boveri & Cie | |
| US3987658A (en) * | 1975-12-12 | 1976-10-26 | United Technologies Corporation | Graphite forging die |
-
1977
- 1977-06-02 US US05/802,926 patent/US4081295A/en not_active Expired - Lifetime
-
1978
- 1978-05-09 CA CA302,904A patent/CA1108441A/en not_active Expired
- 1978-05-16 ZA ZA00782806A patent/ZA782806B/xx unknown
- 1978-05-18 SE SE7805706A patent/SE444584B/sv not_active IP Right Cessation
- 1978-05-20 DE DE2822153A patent/DE2822153C2/de not_active Expired
- 1978-05-22 BE BE187896A patent/BE867310A/xx not_active IP Right Cessation
- 1978-05-22 FR FR7815121A patent/FR2393076A1/fr active Granted
- 1978-05-22 GB GB21043/78A patent/GB1564795A/en not_active Expired
- 1978-05-23 NO NO781788A patent/NO781788L/no unknown
- 1978-05-24 CH CH565278A patent/CH637426A5/de not_active IP Right Cessation
- 1978-05-26 BR BR7803371A patent/BR7803371A/pt unknown
- 1978-05-26 JP JP6321478A patent/JPS542220A/ja active Granted
- 1978-05-29 DK DK236978A patent/DK153336C/da not_active IP Right Cessation
- 1978-05-29 IL IL54801A patent/IL54801A/xx unknown
- 1978-05-31 IT IT24028/78A patent/IT1096611B/it active
- 1978-05-31 AR AR272399A patent/AR215710A1/es active
- 1978-06-01 NL NL7805975A patent/NL7805975A/xx not_active Application Discontinuation
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| IT1096611B (it) | 1985-08-26 |
| IL54801A (en) | 1981-01-30 |
| NL7805975A (nl) | 1978-12-05 |
| ZA782806B (en) | 1979-05-30 |
| JPS542220A (en) | 1979-01-09 |
| CH637426A5 (de) | 1983-07-29 |
| GB1564795A (en) | 1980-04-16 |
| CA1108441A (en) | 1981-09-08 |
| DE2822153A1 (de) | 1978-12-14 |
| NO781788L (no) | 1978-12-05 |
| IT7824028A0 (it) | 1978-05-31 |
| BE867310A (fr) | 1978-09-18 |
| SE7805706L (sv) | 1978-12-03 |
| DK153336B (da) | 1988-07-04 |
| JPS6132387B2 (de) | 1986-07-26 |
| AU3644078A (en) | 1979-11-29 |
| BR7803371A (pt) | 1979-04-24 |
| DK153336C (da) | 1988-11-14 |
| DK236978A (da) | 1978-12-03 |
| FR2393076B1 (de) | 1983-07-08 |
| US4081295A (en) | 1978-03-28 |
| FR2393076A1 (fr) | 1978-12-29 |
| AR215710A1 (es) | 1979-10-31 |
| SE444584B (sv) | 1986-04-21 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2124580C2 (de) | Verfahren zur Erhöhung der Dauerschwingfestigkeit von Werkstoffen aus Nickellegierungen | |
| DE69707027T2 (de) | Regelung der Korngrösse von Superlegierungen auf Nickelbasis | |
| DE3537882C2 (de) | ||
| DE69520007T3 (de) | Wärmebehandlungsverfahren für blech aus aluminium-legierung | |
| DE69203791T2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Werkstuckes aus einer Titanlegierung mit einer modifizierten Warmverarbeitungsstufe und hergestelltes Werkstuck. | |
| DE2822153C2 (de) | Verfahren zum Herstellen von Formstücken | |
| DE60313065T2 (de) | Dünne Produkte aus Beta- oder quasi Beta-Titan-Legierungen, Herstellung durch Schmieden | |
| EP0142668B1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines feinkörnigen Werkstücks aus einer Nickelbasis-Superlegierung | |
| DE69318574T2 (de) | Theromechanische behandlung von metallische werkstoffe | |
| DE1508416A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Stahlteilen | |
| DE2503165A1 (de) | Verfahren zur herstellung eines werkstoffes mit oertlich unterschiedlichen materialeigenschaften und anwendung des verfahrens | |
| DE3411762C2 (de) | ||
| CH655951A5 (de) | Superlegierungsblech auf nickelbasis und verfahren zu dessen herstellung. | |
| DE2157885A1 (de) | Verfahren zum formen hoechstfester niete und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens | |
| EP3581668A1 (de) | Verfahren zur herstellung eines bauteils aus gamma - tial und entsprechend hergestelltes bauteil | |
| DE69113475T2 (de) | Erzeugnisse aus hochfestem stahl und verfahren zu deren herstellung. | |
| DE4315289B4 (de) | Verfahren zum Herstellen von Metallteilen durch Freiformschmieden und Schmieden in einer Presse | |
| EP0087183B1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines feinkörnigen Werkstücks als Fertigteil aus einer warmfesten austenitischen Nickelbasislegierung | |
| EP3328572B1 (de) | Verfahren zum herstellen eines konturierten ringwalzproduktes | |
| DE2138195A1 (de) | Hochfester korrosionsbeständiger Stahl und Verfahren zu dessen Herstellung | |
| DE69026658T2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Titan und Titanlegierungen mit einer feinen gleichachsigen Mikrostruktur | |
| DE2607755A1 (de) | Verfahren zum kaltwalzen einer kontur in metallringen | |
| DE2657435C2 (de) | Verfahren zum Verbessern der physikalischen Eigenschaften eines hochfesten, niedriglegierten Kohlenstoff-Mangan-Stahls | |
| DE69115392T2 (de) | Verfahren zum Herstellen von hoch bruchfesten Produkten aus instabilem austenitischem Stahl und so hergestellte Produkte | |
| DE60303247T2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Rohres aus ferritischem durch Oxiddispersion gehärtetem Stahl |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: B22F 3/16 |
|
| 8128 | New person/name/address of the agent |
Representative=s name: MENGES, R., DIPL.-ING., PAT.-ANW., 8000 MUENCHEN |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |