DE2820439C2 - Vorrichtung zum Verringern der Randeffekte in der Meßkammer eines Windkanals - Google Patents
Vorrichtung zum Verringern der Randeffekte in der Meßkammer eines WindkanalsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei subsonischen Windkanälen kann die Meßkammer ohne Wände (freie Strömung), mit Vollwänden (geführte
Strömung) oder mit durchlässigen Wänden (ventilierte Strömung) ausgeführt sein. Wenn die Abmessungen
des zu untersuchenden Modells oder Prototyps, kurz Prüflings, im Vergleich mit den Querabmessungen der
Meßkammer nicht klein sind, treten infolge von Randeffekten in der Strömung Störungen auf. Solche
Randeffekte begrenzen bei einem Windkanal gegebener Größe die maximalen Abmessungen des Prüflings.
Wenn umgekehrt der Prüfling vorgegebene Abmessungen hat, beispielsweise ein Kraftfahrzeug im Maßstab
1 :1 ist, muß der Windkanal eine Meßkammer mit erheblich größeren Querschnittsabmessungen aufweisen,
damit bei Verwendung von Vollwänden die Randeffekte die Meßergebnisse nicht allzusehr verfälschen.
Aus der US-PS 35 52 202 ist eine Vorrichtung zum Verringern der Randeffekte in der Meßkammer eines
Windkanals bekannt, deren Wände von Lamellen gebildet sind, die um quer zur Längsrichtung der
Meßkammer und parallel zu der betreffenden Wand verlaufende Schwenkachsen in bezug auf ortsfeste
Halterungen schwenkbar und in ihrem Abstand von diesen Halterungen einstellbar sind. Damit wird die
Möglichkeit geschaffen, die Wände wahlweise luftundurchlässig oder luftdurchlässig zu gestalten, um damit
Randeffekten zu begegnen.
Mit dieser bekannten Gestaltung einer Windkammer ist es nicht möglich, Meßergebnisse verfälschende
Randeffekte auch dann zu vermeiden, wenn Messungen an einem Modell oder Versuchsobjekt durchgeführt
werden, dessen Querabmessungen denjenigen der Meßkammer nahekommen. Wenn in dem bekannten
Windkanal Messungen an größeren Objekten, beispielsweise Kraftfahrzeugen natürlicher Größe, durchgeführt
werden sollen, lassen sich störende Randeffekte nur dadurch vermeiden, daß die Querabsmessungen der
Meßkammer entsprechend groß gewählt werden, was aber wegen des sich daraus ergebenden, sehr großen
Energiebedarfs für das Gebläse praktisch nicht oder jedenfalls nur in sehr engen Grenzen zu verwirklichen
ist
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung gemäß Oberbegriff des Patentan-Spruchs 1 derart zu gestalten, daß störende Randeffekte
auch dann weitgehend vermieden werden, wenn die Querabmessungen des Meßobjektes denjenigen der
Meßkammer nahekommen.
Diese Aufgabe ist mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst
Durch die Erfindung wird mit technischen Mitteln, die nicht aufwendiger zu sein brauchen, als die bei dem
bekannten Windkanal vorgesehenen, die Möglichkeit geschaffen, die Strömung in der Meßkammer der
Längs- und Querschnittskontur des Meßobjekts derart anzupassen, daß sie weitgehend den Strömungsverhältnissen
entspricht, die sich ergeben, wenn sich das Meßobjekt selbst im freien Raum oder auf freier
Fahrbahn bewegt. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Möglichkeit, die Lamellen so einzustellen, daß sich in
verschiedenen horizontalen Ebenen unterschiedliche Begrenzungen der Meßkammer ergeben.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung, die einen Teil oder die Gesamtheit einer Meßkammer bilden kann,
läßt die Verwendung von Windkanälen kleinerer Abmessungen zu und ermöglicht folglich bedeutende
Einsparungen bei der Herstellung dieser Windkanäle und in ihrem Betrieb aufgrund der Herabsetzung ihrer
Antriebsleistung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand schematischer Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine Schrägansicht der Meßkammer eines Windkanals,
F i g. 2 eine vergrößerte Schrägansicht einer senkrechten Wand der Meßkammer,
F i g. 3 einen Querschnitt durch einen Windkanal natürlicher Größe und
F i g. 4a und 4b einen Längs- bzw. Querschnitt durch ein Windkanalmodell.
Die dargestellte Meßkammer 1 eines Windkanals 2 weist eine Gruppe von längsgerichteten, ebenflächigen
und starren Lamellen 3 auf, die, bezogen auf die Luftanströmrichtung Vo oder auch auf die Längsrichtung
X der Meßkammer 1, in Längsrichtung hintereinander und in Querrichtung neben- bzw. übereinander so
angeordnet sind, daß sie senkrechte Wände 4, waagerechte Wände 5 oder nicht gezeichnete schräge
Wände des ventilierten bzw. durchbrochenen oder halbdurchlässigen Typs bilden.
Die im dargestellten Beispiel rechteckigen Lamellen 3 sind an ihren Enden 3a und 3b durch wirkliche Gelenke
10 oder fiktive Gelenke so miteinander verbunden, daß sie gemäß F i g. 2 längsgerichtete Bänder bilden,
zwischen denen längsgerichtete Zwischenräume 6 bestehen. Jedes der beiden Enden 3a und 3b wenigstens
einzelner Lamellen 3 ist mit einem ortsfesten Punkt 7, beispielsweise an einem starren und festen Träger 8,
über ein Einstellorgan-9 verbunden, das ein hydraulischer Arbeitszylinder oder eine mechanische Winde
oder ein Wagenheber für Kraftfahrzeuge sein kann, und mit dem sich der Richtungsvektor ν zwischen dem
ortsfesten Punkt 7 und dem Ende 3a der betreffenden Lamelle 3 verändern läßt.
Je nach Erfordernis können somit die Wände 4 und 5 entsprechend einer im voraus festgelegten geometrischen
Form angeordnet werden, wobei der Genauigkeitsgrad dieser Anordnung einzig von der Anzahl der
verwendeten Lamellen 3 und Einstellorgane 9 abhängig ist
Die Einstellorgane 9 können mechanisch oder elektrisch so miteinander verbunden sein, daß sich die
Wand 4 oder 5 entweder in Längs- oder in Querrichtung oder auch in diesen beiden Richtungen gleichzeitig
verformen läßt. Auch können die Enden 3a und 3b mehrerer Lamellen 3 gemäß Fig.2 durch vertikale
Bänder oder Stangen 11 miteinander verbunden sein.
Die in Fig.2 gezeigten Einstellorgane 9 weiser, je
einen in einer waagerechten Ebene um den ortsfesten Punkt 7 am Träger 8 schwenkbaren ersten Schwenkarm
12 und einen mit ihm scherenförmig verbundenen zweiten Schwenkarm 13 auf, an welchen ein Arm
angelenkt ist, der an einer Stelle 11a der zugehörigen senkrechten Stange 11 angreift.
Die Querschnittsform der Meßströmung kann quadratisch, rechteckig oder vieleckig sein. In letzterem Fall
kann zwischen zwei aufeinanderfolgenden Polygonseiten ein längsgerichteter Zwischenraum 6 ausgebildet
sein. Bei quadratischer oder rechteckiger Querschnittsform der Meßströmung können eine oder mehrere
Wände mit längsgerichteten Zwischenräumen 6 versehen sein.
Der Betrieb des in Fi g. 3 dargestellen Windkanals 2
für Prüflinge natürlicher Größe, der mit der beschriebenen Vorrichtung ausgestattet ist, wird zweckmäßigerweise
vorbereitet durch Messungen an dem in Fig.4a
und 4b dargestellten, ebenfalls eine solche Vorrichtung aufweisenden Windkanalmodell 2a, das, bezogen auf
den Windkanal 2, im Maßstab 1 : η ausgeführt ist, wobei anstelle des nicht gezeichneten, für die Prüfung im
Windkanal 2 vorgesehenen Meßobjekts in natürlicher Größe ein Meßobjektmodell M verwendet wird, das,
bezogen auf das Meßobjekt natürlicher Größe, ebenfalls im Maßstab 1 : π ausgeführt ist
Ein im Maßstab 1 :n ausgeführtes Modell eines
beispielsweise zu prüfenden Kraftfahrzeuges wird gemäß Fig.3 in der Meßkammer 1 des Windkanals 2
natürlicher Größe angeordnet Das Feld der Luftgeschwindigkeiten wird in Längsrichtung in fünf Raumpunkten
Pi, Pi, Pz, P* und Pi ermittelt Sodann wird das
Modell des zu prüfenden Kraftfahrzeuges in der Meßkammer la des Windkanalmodells 2a angeordnet
Das Geschwindigkeitsfeld wird in Längsrichtung in fünf Punkten Q\, Q2, Qi, <?4 und Qs ermittelt, welche die
gleichen Positionen wie die Punkte P\, P2, P3, A und P5 in
F i g. 3 einnehmen.
Sodann werden die Wände der Meßkammer la des Windkanalmodells 2a so verformt, daß die Geschwindigkeitsverteilungen
in Längsrichtung für das Windkanalmodell 2a und den Windkanal 2 natürlicher Größe
gleich sind. Diese Verformung der Wände wird in erster Annäherung durch den Versuch bestimmt, die Funktion,
die den Strömungsquerschnitt für das Strömungsmedium in Abhängigkeit von der in Längsrichtung (Fig. 1)
aufgetragenen Abszisse χ darstellt, bis zur höchstmöglichen Ordnung stetig zu machen.
Für verschiedene Werte des Verhältnisses
Hauptspant-Querschnitt des Kraftfahrzeuges zu Querschnitt der Meßkammer 1
Hauptspant-Querschnitt des Kraftfahrzeuges zu Querschnitt der Meßkammer 1
werden verschiedene Einstellungen ausprobiert. Sobald
eine Gleichheit der Geschwindigkeitsverteilung erreicht ist, werden die Stellungen der Einstellorgane 9 für die
Wände des Windkanalmodells 2a abgelesen, um sie unter Berücksichtigung des Ähnlichkeitsverhältnisses
1 : /7im Windkanal 2 natürlicher Größe zu benutzen. Ein
Richt-Zahlenwert für das Ählichkeitsverhältnis 1 : π
kann 1 :5 sein.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Verringern der Randeffekte in der Meßkammer eines Windkanals, von deren
Wänden zumindest eine wenigstens teilweise von Lamellen gebildet ist, die um quer zur Längsrichtung
der Meßkammer und parallel zu der betreffenden Wand verlaufende Schwenkachsen in bezug auf
ortsfeste Halterungen schwenkbar und/oder in ihrem Abstand von diesen Halterungen einstellbar
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamellen (3) in Längsrichtung (X) der Meßkammer
(1) angeordnet und durch ebenfalls längsgerichtete Zwischenräume (6) voneinander getrennt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einzelne der einander in
Querrichtung (Voder Z)benachbarten Lamellen (3)
durch ein Gelenk mit in dieser Querrichtung sich erstreckender Gelenkachse (10) miteinander verbunden
sind.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR7714351A FR2401411A1 (fr) | 1977-05-11 | 1977-05-11 | Chambre d'essais a parois deformables pour soufflerie subsonique et application |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE2820439A1 DE2820439A1 (de) | 1978-11-16 |
| DE2820439C2 true DE2820439C2 (de) | 1982-04-15 |
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ID=9190648
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE2820439A Expired DE2820439C2 (de) | 1977-05-11 | 1978-05-10 | Vorrichtung zum Verringern der Randeffekte in der Meßkammer eines Windkanals |
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| FR (1) | FR2401411A1 (de) |
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| IT (1) | IT1102838B (de) |
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- 1978-05-10 DE DE2820439A patent/DE2820439C2/de not_active Expired
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| FR2401411A1 (fr) | 1979-03-23 |
| IT1102838B (it) | 1985-10-07 |
| GB1594409A (en) | 1981-07-30 |
| FR2401411B1 (de) | 1980-04-25 |
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