DE2817153C2 - Verklinkungsanordnung mit einem drehbaren Klinkenhebel, insbesondere für Niederspannungs-Leistungsschalter - Google Patents
Verklinkungsanordnung mit einem drehbaren Klinkenhebel, insbesondere für Niederspannungs-LeistungsschalterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Verklinkungsanordnung, insbesondere für Niederspannungs-Leistungsschalter,
mit einem unter der Wirkung eines Kraftspeichers stehenden, bewegbar angeordneten Teil und
einem mit diesem zusammenwirkenden, drehbar ^eIagerten Klinkenhebel.
Verklinkungsanordnungen dieser Art sind in der mechanischen und in der elektromechanischen Technik
sehr verbreitet. Sie dienen dazu, einen Kraftspeicher in Abhängigkeit von Einflußgrößen, wie Weg, Temperatur,
elektrischen Strom oder Spannung, gesteuert freizugeben. Ein Beispiel hierfür sind Verklinkungsanordnungen
in elektrischen Leistungsschaltern, deren Schaltstücke beim Erreichen eines bestimmten, über sie fließenden
Stromes getrennt werden sollen. Ein weiteres Beispiel sind als Zubehörteile in solche Leistungsschalter
einsetzbare Hilfsauslöser, bei denen die Auslösegröße selbst nicht zur Entklinkung oes Leistungsschalters
ausreicht und daher ein Kraftspeicher benötigt wird. Bei diesen Anordnungen kommt es darauf an, daß die
Auslösekraft über eine Vielzahl von Auslösevorgängen mit möglichst geringer Toleranz aufrechterhalten wird.
Diese Forderung besteht beispielsweise bei den erwähnten Leistungsschaltern, die über eine Reihe von
Jahren ohne Wartung an ihrem Einsatzort verbleiben und dennoch im Fall einer Störung rasch und präzise
ansprechen müssen.
Bekannte Verklinkungsanordnungen, wie sie bei Unterspannungsauslösern für Niederspannungs-Leistungsschalter
in den Firmen-Druckschriften General Electric GET-2779 D, 1974, Seite 8 und Ottermill MBR
1001/73 beschrieben sind, bestehen aus Metallteilen. Die Form der Teile erfordert dabei im allgemeinen eine
Herstellung mit mehreren Bearbeitungsvorgängen, z. B. Schneiden, Biegen, Lochen, Schleifen, Polieren und
anschließendes Galvanisieren. Um den Aufwand für die verschiedenen Bearbeitungsgänge zu senken, könnte
man an sich daran denken, die zusammenwirkenden Teile der Verklinkungsanordnung im Preß- oder
Spritzverfahren aus Kunststoffen herzustellen. Bei der Prüfung von Verklinkungsanordnungen, die aus solchen
Teilen bestehen, stellt man jedoch eine unbefriedigende Konstanz der Auslösekraft fest. Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Verklinkungsanordnung zu schaffen, die unter Verwendung von Kunststoffteilen
mit gleichbleibender Auslösekraft sowie reibungs- und verschleißarm arbeitet.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß wenigstens der mit dem Klinkenhebe!
zusammenwirkende Bereich des bewegbaren Teiles aus einem thermoplastischen Kunststoff und der mit dem
bewegbaren Teil zusammenwirkende Bereich des Klinkenhebels aus einem duroplastischen Kunststoff
besteht und konzentrisch zu der Lagerachse des Klinkenhebels angeordnet ist. Versuche und praktische
Erprobungen haben gezeigt, daß bei dieser Paarung von Werkstoffen in der angegebenen Anordnung auch
zahlreiche Auslösevorgänge die Eigenschaften der Anordnung nicht abträglich verändern. Der Grund
hierfür ist darin zu sehen, daß der duroplastische Kunststoff im Verhältnis zu dem thermoplastischen
Kunststoff unter dem Einfluß des Kraftspeichers in sehr viel geringerem Maß verformt wird. Demgegenüber
neigen thermoplastische Kunststoffe zu einem Fließen unter Druck und daher zur Anpassung an ein härteres
Gegenstück. Hierbei ist nun wesentlich, daß sich der drehbar gelagerte Klinkenhebel mit seiner Stützfläche
gewissermaßen in dem bewegbar angeordneten Teil. welches unter der Wirkung des Kraftspeichers steht,
abbildet und sich beide Teile daher aufeinander einstellen. Je nach der Belastung der Verklinkungsanordnung
durch den Kraftspeicher und den gegebenen Eigenschaften der Kunststoffe wird sich die Stützfläche
des Klinkenhebels in dem bewegbar angeordneten Teil unterschiedlich tief abbilden. Dieser Vorgang findet
beim Zusammenbau der Verklinkungsanordnung einmalig stau, so daß die Verklinkungsanordnung anschließend
gleichbleibende Eigenschaften besitzt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles näher
erläutert.
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen Unterspannungsauslöser
mit Kraftspeicher für einen Niederspannungs-Leistungsschalter in zwei senkrecht zueinander stehenden
Ansichten.
In den F i g. 3, 4 und 5 ist ein Klinkenhebel in zwei Ansichten und einem Schnitt dargestellt.
Die F i g. 6, 7 und 8 zeigen ein mit dem Klinkenhebel zusammenwirkendes, bewegbar angeordnetes Teil in
zwei Ansichten und einem Schnitt.
Der in der F i g. 1 gezeigte Unterspannungsauslöser I weist einen aus einem Kunststoff hergestellten Träger 2
für alle noch zu beschreibenden bewegbaren oder sonstigen aktiven Teile auf. Der Träger 2 besitzt in der
Seitenansicht etwa die Form eines rechtwinkligen Dreiecks mit von der einen Dreieckseite etwa senkrecht
abstehenden Fortsätzen 8 und 9, die zur Halterung des Unterspannungsauslösers 1 in dem Gehäuse eines
Leistungsschalters dienen. An der weiteren Dreieckseite 3 des Trägers 2 ist zwischen Rippen 4 und 5 ein
Elektromagnet 6 befestigt, der ein Joch 7 und einen Tauchanker 10 mit einer Rückstellfeder 11 und einem
Führungsstift 12 besitzt. Der Elektromagnet 6 ist mittels Anschlußleitungen 14 mit einer zu überwachenden
Spannungsquelle verbindbar. Die Verbindungsstellen der Spulendrähte des Elektromagneten 6 und der
Anschlußleitungen 14 sind an gegenüberliegenden Seitenflächen 15 und 16 des Trägers 2 nahe der
Dreieckseite 19 angeordnet. An den Träger 2 ist ein Schutzschild 20 angeformt, der den Führungsstift 12 des
Tauchankers 10 vor Staub, Fremdkörpern oder ähnlichen Einflüssen schützt, die in Richtung des Pfeiles
21 (Fi g. 1) auftreten können.
An der dritten Dreieckseite 22, von der auch die Fortsätze 8 und 9 ausgehen, ist der Träger 2 im Bereich
beider Ecken zur Bildung von Lagerstellen gegabelt
ausgeführt. Dabei dienen mit fluchtenden Bohrungen ^ersehene Gabelarme 23 und 24 zur gemeinsamen
Lagerung eines abgewinkelten Hebels 25 und eines Rückstellhebels 26 auf einem Lagerstift 2/, während
Gabelarme 28 und 30 zur Lagerung eines Klinkenhebels 31 auf einem Lagerstift 32 dienen und zur Aufnahme
dieses Lagerstiftes gleichfalls mit fluchtenden Bohrungen versehen sind. Der Klinkenhebel 31 besteht aus
einem duroplastischen Kunststoff, z. B. einen; Forn.-preßstoff auf der Basis eines Polyesterharzes. Der
abgewinkelte Hebel 25 bestellt dagegen aus einem thermoplastischen Kunststoff.
Der eine mit Lageröffnungen 33 und 34 versehene Schenkel 35 des abgewinkelten Hebels weist Seitenwände
36 und 37 sowie eine fensterartige Öffnung 38 auf, in welcher der Rückstellhebel 26 bewegbar ist. Die
Seitenwand 36 besitzt innen ein Widerlager 40 für einen Schenkel einer Biegefeder 41 (Fig. 7) und außen
konzentrisch zu der Lageröffnung 34 einei/ zylindrischen Ansatz 42 als Auflage von Windungen einer
weiteren Biegefeder 43, die zur Kopplung des Klinkenhebeis 31 mit dem Tauchanker 10 des
Elektromagneten 6 dient. Das Widerlager 40 wirkt als Arbeitsfläche zur Einleitung der Rückstellkraft in den
abgewinkelten Hebel 25, wie noch erläutert wird. Der andere Schenkel 44 des abgewinkelten Hebels 25
verläuft etwa in der Verlängerung der Seitenwand 37 des Schenkels 35 und steht zu diesem unter einem
Winkel von etwa 60°. An seinem vorderen Ende ist der Schenkel 44 derart abgekröpft, daß er mit einer
Arbeitsfläche 45 mit einer Endfläche 46 des Tauchankers 10 in Berührung treten kann. Etwa dort, wo der
Schenkel 35 des abgewinkelten Hebels 25 in den anderen Schenkel 44 übergeht, befindet sich eine
Verklinkungsfläche 47, die mit dem Klinkenhebel 31 zusammenwirkt. Dieser besitzt einen konzentrisch zu
seiner Lagerachse 49 angeordneten zylindrischen Teil 48 mit einer Kante 50. Ferner besitzt der Klinkenhebel
31 einen Nocken 51 als Widerlager eines Schenkels 52 der Biegefeder 43, die mit mehreren Windungen den
zylindrischen Ansatz 42 des abgewinkelten Hebels 25 umgibt und die sich mit einem weiteren Schenkel 53 an
dem Träger 2 abstützt. Die Biegefeder 43 sorgt für eine ständige Anlage und damit eine Kopplung des
Klinkenhebels 31 mit seiner Arbeitsfläche 54 an der Endfläche 46 des Tauchankers 10.
Die Biegefeder 41 besitzt zwei Abschnitte 55 und 56 mit gegenläufig gewickelten Windungen. Diese Abschnitte
sind durchgehend gewickelt und durch einen Federarm 57 verbunden. Ferner besitzen die Abschnitte
55 und 56 Endschenkel 60 und 61. Der Abschnitt 55 wirkt als Federkraftspeicher, während der Abschnitt 56
die bei der Rückstellung wirksame Übertragungsfeder bildet.
Im montierten Zustand, wie ihn insbesondere die Fig. 2 zeigt, liegt die Biegefeder 41 mit dem Federarm
57 an dem Rückstellhebel 26 an, während sich der eine Endschenkel 60 an dem Träger 2 und der andere
Endschenkel 61 an dem Widerlager 40 des abgewinkelten Hebels 25 abstützt. Durch den unterschiedlichen
Wickelsinn der Abschnitte 55 und 56 und die verschiedene Anzahl der Federwindungen wird erreicht,
daß einerseits eine Vorspannkraft auf den abgewinkelten Hebel 25 in Richtung eines Anschlages
62 des Fortsatzes 9 des Trägers 2 und andererseits der Rückstellhebel 26 gegenüber dem abgewinkelten Hebel
25 vorgespannt wird, ai dem der Rückstellnebel 26 mit
einer Anschlagfläche 63 anliegt Die Federkräfte sind so bemessen, daß beim Einwirken einer Rückstellkraft auf
eine Arbeitsfläche 64 des Rückste'.I hebeis 26 solange
keine Relativbewegung zwischen dem Rückstelihebel
26 und dem abgewinkelten Hebe! 25 auftritt, bis dieser mit seiner Arbeitsfläche 45 den Tauchanker 10 entgegen
dessen Rückstellfeder 11 in seine durch einen Anschlag
begrenzte Endstellung zurückgestellt hat. Während dieser Bewegung wirkt das Widerlager 40 des
abgewinkelten Hebels 25 als Arbeitsfläche der durch die Biegefeder 41 übertragenen Rückstellkraft. Fühn das
auf die Arbeitsfläche 64 einwirkende Teil des Leistungsschalters noch eine weitere Bewegung aus, so wird der
Rückstellhebel 26 mit seiner Anschlagfläche 63 von dem abgewinkelten Hebel 25 abgehoben und bewegt sich
unabhängig von diesem weiter um die gemeinsame Lagerung.
In den F i g. 1 und 2 ist der Unterspannungsauslöser 1
in seinem verkJinkien Betriebszustand dargestellt, in
dem der Elektromagnet 6 erregt und der Tauchanker 10 angezogen ist. Der abgewinkelte Hebel 25 stützt sich
dabei mit seiner Verklinkungsfläche 47 an dem zylindrischen Teil 48 des Klinkenhebels 31 ab. Dabei
steht der abgewinkelte Hebel 25 unter der Wirkung des durch den Ahschnitt 55 der Biegefeder 41 gebildeten
Federkraftspeichers. Verringert sich nun die an dem Elektromagneten 6 anliegende zu überwachende
Spannung auf ein bestimmtes vorgegebenes Maß, so überwindet die Rückstellfeder 11 des Tauchankers 10
die auf den Klinkenhebel 31 durch die Biegefeder 43 ausgeübte Rückstellkraft, bis der Klinkenhebel 31 so
weit gedreht ist, daß die Verklinkungsfläche 47 des abgewinkelten Hebels 25 von dem zylindrischen Teil 48
des Klinkenhebels Jl abgleitet. Der abgewinkelie Hebel 25 wird dadurch schlagartig freigegeben und in F i g. 1
entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt. Der Anschlag 62 des Fortsatzes 9 des Trägers 2 begrenzt diese
Schwenkbewegung nach der Auslösung. Von einer Arbeitsfläche 65 des Schenkels 44 des abgewinkelten
Hebels 25 kann dabei ein Auslöseglied eines Leistungsschalters bestätigt werden.
Wie ohne weiteres erkennbar ist. läßt sich die Erfindung auch mit veränderten Proportionen und
abgewandelten Formen der Teile verwirklichen. Insbesondere unterliegt die Bemessung der Längen der
Schenkel des abgewinkelten Hebels und der von den Schenkeln eingeschlossene Winkel sowie die Stärke der
Federn und Gestalt des Trägers der Anpassung an den Leistungsschalter, der mit einem Unterspannungsauslöser
ausgerüstet werden soll. Dabei kann auch eine andere als die beschriebene Dreiecksform des Trägers
zweckmäßig sein. Ferner können anstelle des Tauchankermagneten beliebige andere Bauformen von
Elektromagneten benutzt werden, sofern sie für Unterspannungsauslöser geeignet sind. Im übrigen sind
die gleichen guten Eigenschaften im Zusammenwirken des abgewinkelten Hebels 25 und des Klinkenhebels 31
erreichbar, wenn nur die unmittelbar zusammenwirkenden Bereiche, d. h. die Verklinkungsfläche 47 und die
zylindrische Stützfläche 48, aus den angegebenen Werkstoffen hergestellt werden. Dies kann z. B. durch
Einsehen von entsprechenden Teilen in die aus anderem Werkstoff bestehenden Hebelkörper geschehen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verklinkungsanordnung, insbesondere für Niederspannungs-Leistungsschalter, mit einem unter der Wirkung eines Kraftspeichers stehenden, bewegbar angeordneten Teil und einem mit diesem zusammenwirkenden, drehbar gelagerten Klinkenhebel, d a durch gekennzeichnet, daß wenigstens der mit dem Klinkenhebel (31) zusammenwirkende Bereich (Verklinkungsfläche 47) des bewegbaren Teiles (Hebel 25) aus einem thermoplastischen Kunststoff und der mit dem bewegbaren teil (Hebel 25) zusammenwirkende Bereich (Teil 48) des Klinkenhebels (31) aus einem duroplastischen Kunststoff besteht und konzentrisch zu der Lage· rachse(49)des Klinkenhebels(31)angeordnet isi.
Priority Applications (3)
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| DE19782817153 DE2817153C2 (de) | 1978-04-17 | 1978-04-17 | Verklinkungsanordnung mit einem drehbaren Klinkenhebel, insbesondere für Niederspannungs-Leistungsschalter |
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|---|---|---|---|
| DE19782817153 Expired DE2817153C2 (de) | 1978-04-17 | 1978-04-17 | Verklinkungsanordnung mit einem drehbaren Klinkenhebel, insbesondere für Niederspannungs-Leistungsschalter |
Country Status (3)
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