DE2736256C3 - Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von radioaktivem Abwasser - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von radioaktivem AbwasserInfo
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-
- G—PHYSICS
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- G21C19/30—Arrangements for introducing fluent material into the reactor core; Arrangements for removing fluent material from the reactor core with continuous purification of circulating fluent material, e.g. by extraction of fission products deterioration or corrosion products, impurities, e.g. by cold traps
-
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- F28B1/06—Condensers in which the steam or vapour is separate from the cooling medium by walls, e.g. surface condenser using air or other gas as the cooling medium
-
- G—PHYSICS
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Description
Die Erfindung betrifft in erster Linie ein Verfahren zur Beseitigung von radioaktivem Abwasser in einem
Kühlturm aufweisenden Kernkraftwerk durch Verdunsten mittels eines Luftstroms in die freie Atmosphäre.
Sie hat ferner eine dem gleichen Zweck dienende Einrichtung zum Gegenstand.
Aus der DE-AS 14 44 328 ist es bekannt, daß man radioaktive Flüssigkeiten zum Einengen bei Umgebungstemperatur
verdunstet. Dabei schickt man die von einem Ventilator in Bewegung gesetzte Luft nach dem
Passieren der im Gegenstrom zu ihr herabrieselnden radioaktiven Flüssigkeit durch eine Entspannungszone,
in der auch kleine Flüssigkeitströpfchen, die mitgerissen werden, sich zu größeren Tropfen vereinigen können,
die in den Sumpf der radioaktiven Flüssigkeit zurückfallen. Damit erreicht man eine Aufkonzentrierung
der Radioaktivität, ohne daß die in der Flüssigkeit enthaltene Aktivitätsmenge in nennenswertem Umfang
nach außen gelangt. Die als Ergebnis entstehende hochkonzentrierte Lösung oder die im Extremfall
auskristallisierten Salze müssen dann für eine sichere Entlagerung weiterverarbeitet werden, während radioaktives
Abwasser nicht mehr vorhanden ist.
Üblicherweise hat man jedoch radioaktives Abwasser soweit wie möglich gereinigt, zum Beispiel durch
Behandeln in einer Rektifizierkolonne, wie in der DE-OS 21 10 558 beschrieben ist, und danach in flüssiger
Form abgegeben. Dabei hat man es mit anderem natürlicherweise vorhandenen Wasser verdünnt, denn
auch bei Kraftwerken mit einem Kühlturm war bisher stets eine relativ große Wassermenge vorhanden, weil
der Kühlturm lediglich die Aufwärmung eines Gewässers,
zum Beispiel eines Flusses, insbesondere in Zeiten geringer Wasserführung begrenzen sollte.
Diese übliche Art der Abwasserbeseitigung ist jedoch an Standorten mit extremen geologischen Bedingungen
nicht möglich, wo praktisch überhaupt kein Wasser vorhanden ist. Auch gereinigtes Abwasser enthält noch
Spuren von Aktivitätsträgern, zum Beispiel Tritium, die einerseits eine unkontrollierte unverdünnte Abgabe
ausschließen und andererseits nur mit äußerst unwirtschaftlichem Aufwand separiert und für sich beseitigt
werden können. Radioaktives Abwasser muß aber dann abgegeben werden, weil sich sonst im Kernkraftwerk
eine unzulässige Aufkonzentrierung an den zunächst nur geringfügig vorhandenen Aktivitätsträgern ergeben
kann. Alternativ wäre nur eine Lagerung möglich, die im Hinblick auf Strahlenschutzbestimmungen einen hohen
Aufwand erfordern kann.
Die Erfindung geht demgegenüber von der Aufgabe aus, die Abwasserbeseitigung so vorzunehmen, daß der
Aufwand für die Endlagerung mindestens verringert wird. Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß das
Abwasser im Kühlturm verdunstet. Erstaunlicherweise hat sich nämlich gezeigt, daß man mit dem Verdunsten
im Rahmen des im Kühlturm aufsteigenden Sekundärkühlmittels eine so weiträumige Verteilung der Aktivitätsträger
erhalten kann, daß keine unzulässige Strahlenbelastung entsteht, obwohl im Gegensatz zum
Verfahren nach der DE-AS 14 44 328 Radioaktivität nach außen gelangt.
Das Abwasser kann vor dem Verdunsten durch ein-
oder mehrmaliges Verdampfen aufbereitet werden.
jo Statt der Aufbereitung durch das genannte Verdampfen
ist auch eine chemische Ausfällung oder eine Filterung denkbar. Wesentlich ist, daß mit einfachen Mitteln eine
Vorreinigung erfolgt, um die Menge und damit die Aktivität der mit dem verdunsteten Abwasser abgegebenen
Strählungsträger zu verringern.
Die Erfindung hat besondere Bedeutung für Standorte, wo das Wasser im Luftstrom eines Trockenkühlturmes
verdunstet wird. Einmal wird dabei eine besonders schnelle und vollständige Verdunstung erreicht, zum
anderen ist dort auch der Bedarf nach einer »trockenen« Beseitigungsmöglichkeit besonders groß. Solche Standorte
ergeben sich vor allem in Wüstengebieten. Daneben ist die Erfindung aber auch dort von Interesse,
wo Naßkühltürme eingesetzt werden, wenn die Wasserführung, die theoretisch eine flüssige Abgabe
von Abwasser ermöglicht, nicht so übersehbar ist, daß der Verbleib der Aktivitätsträger kontrolliert werden
kann. Dies kann der Fall sein, wenn zur Kühlung einsetzbares Wasser im Verlauf eines Flusses versickert,
so daß an der Versickerungsstelle mit Aufkonzentrationen von Aktivitätsträgern gerechnet werden muß.
Das Verdunsten der Abwasser kann intermittierend erfolgen. Dazwischen sollte mit einem aktivitätsfreien
Spülmittel gespült werden, weil auf diese Weise ein Ansetzen von Aktivitätsträgern vermieden werden
kann. Als Spülmittel ist Wasser gegebenenfalls mit reinigenden Zusätzen geeignet. Ferner kann man
vorteilhaft Spülmittel einsetzen, die im Ganzen chemisch auf die zu beseitigenden Aktivitätsträger
abgestimmt und wiederum durch Verdunsten zu beseitigen sind.
Die Erfindung kann mit geringem baulichen Aufwand verwirklicht werden, die in der Zeichnung schematisch
dargestellt ist. Üblicherweise wird es genügen, eine relativ schwache Leitung 1 von dem als Behälter 2
, gedeuteten Ort der Aufbereitung radioaktiver Abwasser zum Kühlturm 3 eines nicht weiter gezeichneten
Kernkraftwerkes, /.. B. mit einem Druckwasserreaktor
η gasgekühlten Hochtemperaturreaktor, zu wobei eine Pumpe 4 die Flüssigkeit in die
Höhe des Kühlturms pumpt Diese Leitung 1 einfachen Mitteln, zum Beispiel durch
en abgeschirmt werden, da die Aktivität im η nur gering ist Bei einer günstigen
gsform ist der Trockenkühlturm 3 in seinem •ittel mit einer in Düsen 5 endenden Leitung 1
zur Zufuhrung des zu verdunstenden Abwassers versehen. Die Leitung 1 weist an ihrem dem Kühlturm 3
abgekehrten Ende 6 einen Einlaß 7 für ein Spülmitte!
auf, der mit einem Ventil 8 steuerbar ist. Deshalb kann die Leitung 1 nach dem Verdunsten des radioaktiven
Abwassers im Luftstrom des Trockenkühlturms 3 gespült und damit aktivitätsfrei gemacht werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur Beseitigung von radioaktivem
Abwasser in einem einen Kühlturm aufweisenden Kernkraftwerk durch Verdunsten mittels eines
Luftstroms in die freie Atmosphäre, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser im Kühlturm
verdunstet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser vor dem Verdunsten
durch ein- oder mehrmaliges Verdampfen, durch chemische Ausfällung oder Filtrierung aufbereitet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser im Luftstrom
eines Trockenkühlturmes verdunstet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdunsten intermittierend
erfolgt und daß dazwischen die Leitung zur Zuführung des zu verdunstenden Abwassers mit
einem von Radioaktivität freien Spülmittel gespült wird.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kühlturm (3) in seinem unteren Drittel mit einer in Düsen (5) endenden
Leitung (1) zur Zuführung des zu verdunstenden Abwassers versehen ist und daß die Leitung (1) an
ihrem dem Kühlturm (3) abgekehrten Ende (6) einen Einlaß (7) für ein Spülmittel aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2736256A DE2736256C3 (de) | 1977-08-11 | 1977-08-11 | Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von radioaktivem Abwasser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2736256A DE2736256C3 (de) | 1977-08-11 | 1977-08-11 | Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von radioaktivem Abwasser |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2736256A1 DE2736256A1 (de) | 1979-02-15 |
| DE2736256B2 DE2736256B2 (de) | 1980-02-14 |
| DE2736256C3 true DE2736256C3 (de) | 1980-10-30 |
Family
ID=6016170
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2736256A Expired DE2736256C3 (de) | 1977-08-11 | 1977-08-11 | Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von radioaktivem Abwasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2736256C3 (de) |
-
1977
- 1977-08-11 DE DE2736256A patent/DE2736256C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2736256B2 (de) | 1980-02-14 |
| DE2736256A1 (de) | 1979-02-15 |
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